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[17] Adnan Mravac
08.07.2013 - 10:30 Uhr
Zitate rund um Adnan Mravac
http://www.transfermarkt.de/de/zitate/beitrag/anzeigen_169_5313_129976.html
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Dieser Beitrag wurde zuletzt von Zostl am 08.07.2013 um 18:06 Uhr bearbeitet Zeige Ergebnisse 1-4 von 4.
25.09.2013 - 16:17 Uhr
Quelle: www.dynamo-dresden.de
Interview mit Adnan Mravac
"Was sind denn das für Fragen?!" Adnan Mravac
Der Dynamo-KREISEL traf sich vor dem Heimspiel gegen den SC Paderborn mit Innenverteidiger Adnan Mravac auf einem Schrottplatz zum Interview. Bei einem Rundgang auf dem Autohof D&D von René Daioglos sprachen wir mit dem charismatischen 31-Jährigen zwischen ausgeschlachteten Karosserien und Bergen von Radaufhängungen, Motorhauben und Windschutzscheiben über abgeladenen Müll in der Trainerkabine, über Ehrlichkeit und seine Vorbilder Marco van Basten und Paolo Maldini. Außerdem verriet er uns, warum er seine Nationalmannschaftskarriere beendet hat und wie ihn der Bosnienkrieg von 1992 bis 1995 in seiner Kindheit für sein ganzes Leben geprägt hat.
Adnan, wann warst du das letzte Mal auf einem Schrottplatz?
Das muss ungefähr zwei Jahre her sein. Ich war aber nur kurz da…
Was hast du da gemacht?
Ich habe einen Reifen wechseln müssen, weil ich leider Gottes einen kleinen Unfall mit meinem Auto hatte.
Wann konntest du zum letzten Mal so richtig Müll in deinem Leben abladen?
(lacht) Ich glaube, das macht man tagtäglich. Der eine weniger, der andere mehr. Im Endeffekt muss jeder Mensch das immer wieder machen, um sich von bestimmten Dingen, die einen belasten, befreien zu können.
Es kann ja auch ein befreiendes Gefühl sein, wenn man den eigenen Keller, den Dachboden oder auch die Wohnung entrümpelt. Ging dir das beim letzten Frühjahrsputz genauso?
Nein, weil ich nichts zu entrümpeln hatte. Ich war in den vergangenen Jahren viel unterwegs und bin oft umgezogen. Somit habe ich nichts angehäuft, was ich hätte wegschmeißen können. Ich bin auch nicht der Typ, der das gern macht…
Dafür gibt es andere Menschen in deinem Leben…
Ja, so ist es. (lacht)
Olaf Janßen hat die Mannschaft in den Tagen nach seinem Amtsantritt ausdrücklich dazu aufgefordert, die angestaute negative Energie und den „Müll“ der zurückliegenden Monate bei ihm in Vieraugengesprächen abzuladen. Hast du so etwas schon mal von einem Trainer erlebt?
Ich hatte schon einige Trainer in meiner Karriere, aber in dieser Form habe ich das noch nicht erlebt. Ich hatte auch noch nie einen so kommunikativen Trainer wie Olaf Janßen. Es freut mich, dass es so ist, weil jeder Spieler in unserer schwierigen Phase ein offenes Gespräch gebrauchen kann, und es uns als Mannschaft hilft, wenn jeder mal das loswerden kann, was ihm auf dem Herzen liegt.
Welchen „Müll“ konntest du in der Trainerkabine entsorgen?
Für mich war es einfach ein sehr angenehmes Gespräch. Bei mir hat sich in den vergangenen Wochen noch kein Müll angesammelt, den ich hätte abladen können. Ich habe in dem Gespräch mit unserem Trainer gleich etwas Positives gespürt und einen sehr kompetenten Menschen erlebt, der weiß, was er will. Wir hatten eine kurze Konversation, und ich habe ihm alles das gesagt, was ich ihm sagen wollte.
Wie wichtig ist Ehrlichkeit?
Mir? Sehr wichtig! Ich erwarte auch von allen anderen Menschen, mit denen ich zu tun habe, dass sie so ehrlich sind wie es nur möglich ist.
Wie wichtig ist Ehrlichkeit innerhalb einer Mannschaft?
Ich lebe mein Leben generell so, dass ich immer versuche, ehrlich zu sein. Egal, was es kostet. Nur so kann man Fortschritte machen. Und das ist nicht nur im Fußball so, sondern auch im Privatleben. Ich weiß, dass im Fußball nicht immer alle ehrlich zueinander sind oder sein können. Aber ich gehe von mir aus, und das heißt, dass ich mich nicht verstecke und das sage, was ich sagen muss.
Olaf Janßen legt sehr großen Wert auf Teamgeist. Hast du in diesem Punkt schon eine Veränderung in der Mannschaft gespürt?
Wie gesagt: Es ist ein viel zu kurzer Zeitraum, um jetzt bereits größere Veränderungen im Detail interpretieren zu können. Ich glaube aber, dass jeder im letzten Spiel gegen Düsseldorf gesehen hat, dass dort eine Mannschaft auf dem Platz stand, in der jeder für den anderen alles gegeben hat, und dass wir uns zusammen gegen eine Niederlage gestemmt haben. Das war anders als zuvor, und genau das ist auch verdammt wichtig in unserer momentanen schwierigen sportlichen Situation. Ich persönlich habe gegen Düsseldorf die ersten Anzeichen eines neuen Teamgeistes auf dem Platz erlebt.
Wie versuchst du dich in der aktuellen Situation als einer der erfahrensten Spieler im Kader einzubringen?
Ich versuche im Trainingsalltag mit den Jungs über bestimmte Dinge zu sprechen, auf manches hinzuweisen und meine Mitspieler zu motivieren. Im Spiel versuche ich meine Nebenleute zu pushen, anzufeuern oder auch mal zu kritisieren, wenn es angebracht ist, damit wir wach und hochkonzentriert sind, wenn es im Spiel darauf ankommt. Ich versuche mich also wie jeder andere bestmöglich einzubringen, um so schnell wie möglich gemeinsam da unten aus dem Tabellenkeller rauszukommen.
Gegen Düsseldorf seid ihr von Anfang an als Mannschaft aufgetreten und habt euch trotz einer schweren Anfangsphase gemeinsam in die Partie reingekämpft. Am Ende habt ihr ein verdientes 1:1-Unentschieden mitgenommen. Wieviel Auftrieb gibt euch dieser Punktgewinn?
Das hast du gut ausgedrückt, so war es auch. Im Endeffekt hätten wir das Spiel auch noch gewinnen können, aber wir sollten jetzt nicht übertreiben. Das 1:1 war okay. Wir haben bewiesen, dass wir auch auswärts gegen eine Topmannschaft der 2. Bundesliga gut Fußball spielen können. Wir haben uns damit auch bewiesen, dass wir es drauf haben, überall Punkte zu holen, und am Ende auch in dieser Liga zu bleiben, wenn jeder alles für den anderen auf dem Feld gibt. Und das werden wir auch im Spiel gegen Paderborn zeigen.
Olaf Janßen hat in den Trainingseinheiten und speziell in der Spielvorbereitung immer wieder an euch appelliert, dass ihr mutig Fußball spielen sollt. Wie sieht mutiger Fußball eigentlich aus?
Ich glaube es liegt in der Natur der Sache, dass jeder Fußballer von Grund auf Mut in sich tragen muss. Sonst kannst du gar kein Leistungssportler sein. Es gibt immer Momente und Entscheidungen, sowohl im Leben als auch auf dem Fußballplatz, wo es ohne Mut nicht funktioniert. Mut hat – meiner Meinung nach – auch etwas mit dem Glauben an sich selbst zu tun.
Mit Mattersburg hattest du in Österreich eine Saison im Tabellenkeller hinter dir. Auch mit Dynamo geht es nun von Anfang an nur um den Klassenerhalt ...
Erstens stand ich mit Mattersburg nicht die ganze Serie im Tabellenkeller, sondern – viel schlimmer – wir sind erst am Ende unten reingerutscht, und dann am letzten Spieltag mit einer unglaublichen Dramaturgie abgestiegen. Ich habe jetzt bereits zwei- oder dreimal die Erfahrung mit dem Abstiegskampf gemacht. Natürlich bringen dich solche Erfahrungen als Fußballer voran, du weißt, was zu tun ist, und unterliegst nicht irgendeinem Irrglauben, der einem die Sinne vernebelt. Im Gegenteil – mir ist klar, dass wir alles geben müssen, um so schnell wie möglich den Anschluss an die Nichtabstiegsplätze zu schaffen, und dass wir uns Spiel für Spiel da unten rauskämpfen müssen.
War es dennoch die richtige Entscheidung, zu Dynamo zu wechseln?
Ja, natürlich! Ich bereue es überhaupt nicht, nach Dresden gewechselt zu sein. Es gefällt mir mehr und mehr hier. Die Mannschaft hat Potential, das Stadion und die Fans sind super. Nur wir müssen endlich anfangen, Punkte einzufahren. Dann kommt der Friede auch zurück ins Haus. Am besten wir fangen jetzt mit dem ersten Saisonsieg im eigenen Stadion gegen Paderborn damit an! Ich bin optimistisch, dass das klappt.
Du hast in Bosnien, Norwegen, Belgien und Österreich gespielt. Wo wurde der härteste Fußball gespielt?
Definitiv hier, in der 2. Bundesliga in Deutschland. Du kannst absolut davon ausgehen, dass hier viel körperbetonter als in den Ländern gespielt wird, die du gerade aufgezählt hast. Selbst in der bosnischen Nationalmannschaft habe ich eine andere Härte erlebt. Dort wurden viel mehr die technischen und taktischen Details eines Fußballspiels ausgelebt, da wird ganz anders gespielt. Klar ist der internationale Fußball von einem viel höheren Tempo geprägt, auch Zweikämpfe gehören natürlich dazu. Aber nicht so, wie hier in Deutschland. Trotzdem macht es mir Spaß, hier zu spielen.
In Mattersburg hatte eure Mannschaft den wenig schmeichelhaften Spitznamen „Holzhackertruppe“. Wie viel hast du mit deiner Spielweise dazu beigetragen?
(lacht) Was sind das für Fragen?! Ich war noch nie ein Holzhacker! (lacht) Ich bin ein harter Verteidiger, und versuche dennoch immer, mit fairen Mitteln an den Ball zu kommen. Die österreichischen Journalisten, die uns in Mattersburg diesen Beinamen gegeben hatten, haben die leidenschaftliche und durchaus körperbetonte Spielweise unserer Mannschaft meiner Meinung nach einfach nur falsch interpretiert. Fußball ist nun mal ein Männersport. Wer sich da nicht wohlfühlt, sollte besser die Sportart wechseln.
Du bist extrem zweikampfstark und hast das auch in den bisherigen Pflichtspielen bei Dynamo unter Beweis gestellt. Laut Statistik entscheidest du über 80 Prozent deiner Zweikämpfe für dich. Marco van Basten und Paolo Maldini sind deine Vorbilder. Mit welchem dieser beiden unterschiedlichen Spielertypen hast du, deiner Meinung nach, mehr Gemeinsamkeiten in der Spielweise?
Von Kind an bis zu meinem 16. Lebensjahr war ich Stürmer. Deswegen war Marco van Basten als Weltklassestürmer auch eines meiner Vorbilder. Fan von Paolo Maldini bin ich geworden, weil ich großer Anhänger des AC Mailand bin. Maldini war über die Zeit seiner gesamten Karriere ein exzellenter Spieler, der als Häuptling vorne weg gegangen ist. Er hat dabei Stärke ausgestrahlt und seine Sache immer gut gemacht. Wenn ich mich zwischen beiden Spielertypen entscheiden müsste, dann für Paolo Maldini, obwohl er außen gespielt hat. Mit seinen Fähigkeiten wäre er sicher auch ein Weltklasse-Innenverteidiger gewesen.
Maldini hat bis Mitte 30 noch für die italienische Nationalmannschaft gespielt. Wäre es für dich ein Traum, noch einmal für Bosnien zu spielen?
Ja, es wäre ein Traum für mich. Aber meine Nationalmannschaftskarriere in Bosnien ist für mich eine abgeschlossene Geschichte. Das steht für mich persönlich fest. Nichtsdestotrotz wünsche ich meinen Landsleuten nur das Beste und drücke bei den kommenden beiden WM-Qualifikationsspielen beide Daumen, dass sie 2014 zur Weltmeisterschaft nach Brasilien fahren können.
Du bist 31 Jahre jung. Warum ist das ein abgeschlossenes Kapitel?
Es gab bestimmte Punkte, wo der Nationaltrainer und ich nicht mehr einer Meinung waren. Ich habe dann gespürt, dass es besser ist, wenn ich nicht mehr zum Nationalteam fahre.
Wo genau lag das Problem?
Ich war mit meiner Position in der Mannschaft einfach nicht einverstanden, und dann habe ich gemeinsam mit dem Coach entschieden, dass es besser für alle ist, wenn ich das Kapitel für mich beende.
Seit 2007 besitzt du neben der bosnischen auch die österreichische Staatsbürgerschaft. Durch den Krieg in den 90er Jahren in Bosnien und Herzegowina musstest du mit deiner Familie fliehen. Als Zehnjähriger bist du erst nach Deutschland gekommen, und dann ging es für dich und deine Familie weiter nach Österreich, bevor ihr Jahre später wieder nach Bosnien zurückkehren konntet. Wenn du auf dein Herz hörst – wo liegt deine Heimat?
Meine Heimat ist in Bosnien und in Österreich. Nach meiner Fußballkarriere sehe ich derzeit meine Zukunft eher in Österreich. Man weiß nie, was die Zeit bringt, aber die derzeitige Lage in Bosnien verspricht nicht so viel.
An diesem Sonntag ist Bundestagswahl in Deutschland. Bist du aufgrund der dramatischen Erfahrung, als Kind einen Krieg vor der Haustür miterlebt zu haben, besonders politisch interessiert?
Was in meiner Kindheit passiert ist, hat einen großen Einfluss auf mein Leben gehabt. Ich habe ein Jahr lang inmitten eines Krieges gelebt. Ich habe gesehen, was undemokratische Politik und eine diktatorische Regierung im Zentrum von Europa anrichten konnten. Dass einfach so Menschen umgebracht werden, und keiner etwas dagegen tut. Die Politik hat dabei in meinem Land eine große Rolle gespielt, somit bin ich mit Politik von klein auf konfrontiert worden. Das vergisst man im Leben nicht mehr. Umso älter ich geworden bin, umso größer ist auch mein Interesse für Wahlprogramme, politische Strömungen und so weiter geworden. Ich verfolge natürlich die Politik, auch in Deutschland. Das Schöne und Wunderbare am Fußball und allgemein am Sport ist, dass er Brücken baut, egal zwischen welchen Nationalitäten oder Glaubensrichtungen. Ich habe noch nie in einer Mannschaft erlebt, dass sich Spieler aufgrund ihrer Herkunft oder Religion bekriegt hätten. Ich glaube, das sagt alles aus!
Adnan, vielen Dank für das Gespräch.
Wer den letzten Kreisel nicht erworben hat, kann hier das Interview mit Adnan nachlesen. "Was sind denn das für Fragen?!" Adnan Mravac
Der Dynamo-KREISEL traf sich vor dem Heimspiel gegen den SC Paderborn mit Innenverteidiger Adnan Mravac auf einem Schrottplatz zum Interview. Bei einem Rundgang auf dem Autohof D&D von René Daioglos sprachen wir mit dem charismatischen 31-Jährigen zwischen ausgeschlachteten Karosserien und Bergen von Radaufhängungen, Motorhauben und Windschutzscheiben über abgeladenen Müll in der Trainerkabine, über Ehrlichkeit und seine Vorbilder Marco van Basten und Paolo Maldini. Außerdem verriet er uns, warum er seine Nationalmannschaftskarriere beendet hat und wie ihn der Bosnienkrieg von 1992 bis 1995 in seiner Kindheit für sein ganzes Leben geprägt hat.
Adnan, wann warst du das letzte Mal auf einem Schrottplatz?
Das muss ungefähr zwei Jahre her sein. Ich war aber nur kurz da…
Was hast du da gemacht?
Ich habe einen Reifen wechseln müssen, weil ich leider Gottes einen kleinen Unfall mit meinem Auto hatte.
Wann konntest du zum letzten Mal so richtig Müll in deinem Leben abladen?
(lacht) Ich glaube, das macht man tagtäglich. Der eine weniger, der andere mehr. Im Endeffekt muss jeder Mensch das immer wieder machen, um sich von bestimmten Dingen, die einen belasten, befreien zu können.
Es kann ja auch ein befreiendes Gefühl sein, wenn man den eigenen Keller, den Dachboden oder auch die Wohnung entrümpelt. Ging dir das beim letzten Frühjahrsputz genauso?
Nein, weil ich nichts zu entrümpeln hatte. Ich war in den vergangenen Jahren viel unterwegs und bin oft umgezogen. Somit habe ich nichts angehäuft, was ich hätte wegschmeißen können. Ich bin auch nicht der Typ, der das gern macht…
Dafür gibt es andere Menschen in deinem Leben…
Ja, so ist es. (lacht)
Olaf Janßen hat die Mannschaft in den Tagen nach seinem Amtsantritt ausdrücklich dazu aufgefordert, die angestaute negative Energie und den „Müll“ der zurückliegenden Monate bei ihm in Vieraugengesprächen abzuladen. Hast du so etwas schon mal von einem Trainer erlebt?
Ich hatte schon einige Trainer in meiner Karriere, aber in dieser Form habe ich das noch nicht erlebt. Ich hatte auch noch nie einen so kommunikativen Trainer wie Olaf Janßen. Es freut mich, dass es so ist, weil jeder Spieler in unserer schwierigen Phase ein offenes Gespräch gebrauchen kann, und es uns als Mannschaft hilft, wenn jeder mal das loswerden kann, was ihm auf dem Herzen liegt.
Welchen „Müll“ konntest du in der Trainerkabine entsorgen?
Für mich war es einfach ein sehr angenehmes Gespräch. Bei mir hat sich in den vergangenen Wochen noch kein Müll angesammelt, den ich hätte abladen können. Ich habe in dem Gespräch mit unserem Trainer gleich etwas Positives gespürt und einen sehr kompetenten Menschen erlebt, der weiß, was er will. Wir hatten eine kurze Konversation, und ich habe ihm alles das gesagt, was ich ihm sagen wollte.
Wie wichtig ist Ehrlichkeit?
Mir? Sehr wichtig! Ich erwarte auch von allen anderen Menschen, mit denen ich zu tun habe, dass sie so ehrlich sind wie es nur möglich ist.
Wie wichtig ist Ehrlichkeit innerhalb einer Mannschaft?
Ich lebe mein Leben generell so, dass ich immer versuche, ehrlich zu sein. Egal, was es kostet. Nur so kann man Fortschritte machen. Und das ist nicht nur im Fußball so, sondern auch im Privatleben. Ich weiß, dass im Fußball nicht immer alle ehrlich zueinander sind oder sein können. Aber ich gehe von mir aus, und das heißt, dass ich mich nicht verstecke und das sage, was ich sagen muss.
Olaf Janßen legt sehr großen Wert auf Teamgeist. Hast du in diesem Punkt schon eine Veränderung in der Mannschaft gespürt?
Wie gesagt: Es ist ein viel zu kurzer Zeitraum, um jetzt bereits größere Veränderungen im Detail interpretieren zu können. Ich glaube aber, dass jeder im letzten Spiel gegen Düsseldorf gesehen hat, dass dort eine Mannschaft auf dem Platz stand, in der jeder für den anderen alles gegeben hat, und dass wir uns zusammen gegen eine Niederlage gestemmt haben. Das war anders als zuvor, und genau das ist auch verdammt wichtig in unserer momentanen schwierigen sportlichen Situation. Ich persönlich habe gegen Düsseldorf die ersten Anzeichen eines neuen Teamgeistes auf dem Platz erlebt.
Wie versuchst du dich in der aktuellen Situation als einer der erfahrensten Spieler im Kader einzubringen?
Ich versuche im Trainingsalltag mit den Jungs über bestimmte Dinge zu sprechen, auf manches hinzuweisen und meine Mitspieler zu motivieren. Im Spiel versuche ich meine Nebenleute zu pushen, anzufeuern oder auch mal zu kritisieren, wenn es angebracht ist, damit wir wach und hochkonzentriert sind, wenn es im Spiel darauf ankommt. Ich versuche mich also wie jeder andere bestmöglich einzubringen, um so schnell wie möglich gemeinsam da unten aus dem Tabellenkeller rauszukommen.
Gegen Düsseldorf seid ihr von Anfang an als Mannschaft aufgetreten und habt euch trotz einer schweren Anfangsphase gemeinsam in die Partie reingekämpft. Am Ende habt ihr ein verdientes 1:1-Unentschieden mitgenommen. Wieviel Auftrieb gibt euch dieser Punktgewinn?
Das hast du gut ausgedrückt, so war es auch. Im Endeffekt hätten wir das Spiel auch noch gewinnen können, aber wir sollten jetzt nicht übertreiben. Das 1:1 war okay. Wir haben bewiesen, dass wir auch auswärts gegen eine Topmannschaft der 2. Bundesliga gut Fußball spielen können. Wir haben uns damit auch bewiesen, dass wir es drauf haben, überall Punkte zu holen, und am Ende auch in dieser Liga zu bleiben, wenn jeder alles für den anderen auf dem Feld gibt. Und das werden wir auch im Spiel gegen Paderborn zeigen.
Olaf Janßen hat in den Trainingseinheiten und speziell in der Spielvorbereitung immer wieder an euch appelliert, dass ihr mutig Fußball spielen sollt. Wie sieht mutiger Fußball eigentlich aus?
Ich glaube es liegt in der Natur der Sache, dass jeder Fußballer von Grund auf Mut in sich tragen muss. Sonst kannst du gar kein Leistungssportler sein. Es gibt immer Momente und Entscheidungen, sowohl im Leben als auch auf dem Fußballplatz, wo es ohne Mut nicht funktioniert. Mut hat – meiner Meinung nach – auch etwas mit dem Glauben an sich selbst zu tun.
Mit Mattersburg hattest du in Österreich eine Saison im Tabellenkeller hinter dir. Auch mit Dynamo geht es nun von Anfang an nur um den Klassenerhalt ...
Erstens stand ich mit Mattersburg nicht die ganze Serie im Tabellenkeller, sondern – viel schlimmer – wir sind erst am Ende unten reingerutscht, und dann am letzten Spieltag mit einer unglaublichen Dramaturgie abgestiegen. Ich habe jetzt bereits zwei- oder dreimal die Erfahrung mit dem Abstiegskampf gemacht. Natürlich bringen dich solche Erfahrungen als Fußballer voran, du weißt, was zu tun ist, und unterliegst nicht irgendeinem Irrglauben, der einem die Sinne vernebelt. Im Gegenteil – mir ist klar, dass wir alles geben müssen, um so schnell wie möglich den Anschluss an die Nichtabstiegsplätze zu schaffen, und dass wir uns Spiel für Spiel da unten rauskämpfen müssen.
War es dennoch die richtige Entscheidung, zu Dynamo zu wechseln?
Ja, natürlich! Ich bereue es überhaupt nicht, nach Dresden gewechselt zu sein. Es gefällt mir mehr und mehr hier. Die Mannschaft hat Potential, das Stadion und die Fans sind super. Nur wir müssen endlich anfangen, Punkte einzufahren. Dann kommt der Friede auch zurück ins Haus. Am besten wir fangen jetzt mit dem ersten Saisonsieg im eigenen Stadion gegen Paderborn damit an! Ich bin optimistisch, dass das klappt.
Du hast in Bosnien, Norwegen, Belgien und Österreich gespielt. Wo wurde der härteste Fußball gespielt?
Definitiv hier, in der 2. Bundesliga in Deutschland. Du kannst absolut davon ausgehen, dass hier viel körperbetonter als in den Ländern gespielt wird, die du gerade aufgezählt hast. Selbst in der bosnischen Nationalmannschaft habe ich eine andere Härte erlebt. Dort wurden viel mehr die technischen und taktischen Details eines Fußballspiels ausgelebt, da wird ganz anders gespielt. Klar ist der internationale Fußball von einem viel höheren Tempo geprägt, auch Zweikämpfe gehören natürlich dazu. Aber nicht so, wie hier in Deutschland. Trotzdem macht es mir Spaß, hier zu spielen.
In Mattersburg hatte eure Mannschaft den wenig schmeichelhaften Spitznamen „Holzhackertruppe“. Wie viel hast du mit deiner Spielweise dazu beigetragen?
(lacht) Was sind das für Fragen?! Ich war noch nie ein Holzhacker! (lacht) Ich bin ein harter Verteidiger, und versuche dennoch immer, mit fairen Mitteln an den Ball zu kommen. Die österreichischen Journalisten, die uns in Mattersburg diesen Beinamen gegeben hatten, haben die leidenschaftliche und durchaus körperbetonte Spielweise unserer Mannschaft meiner Meinung nach einfach nur falsch interpretiert. Fußball ist nun mal ein Männersport. Wer sich da nicht wohlfühlt, sollte besser die Sportart wechseln.
Du bist extrem zweikampfstark und hast das auch in den bisherigen Pflichtspielen bei Dynamo unter Beweis gestellt. Laut Statistik entscheidest du über 80 Prozent deiner Zweikämpfe für dich. Marco van Basten und Paolo Maldini sind deine Vorbilder. Mit welchem dieser beiden unterschiedlichen Spielertypen hast du, deiner Meinung nach, mehr Gemeinsamkeiten in der Spielweise?
Von Kind an bis zu meinem 16. Lebensjahr war ich Stürmer. Deswegen war Marco van Basten als Weltklassestürmer auch eines meiner Vorbilder. Fan von Paolo Maldini bin ich geworden, weil ich großer Anhänger des AC Mailand bin. Maldini war über die Zeit seiner gesamten Karriere ein exzellenter Spieler, der als Häuptling vorne weg gegangen ist. Er hat dabei Stärke ausgestrahlt und seine Sache immer gut gemacht. Wenn ich mich zwischen beiden Spielertypen entscheiden müsste, dann für Paolo Maldini, obwohl er außen gespielt hat. Mit seinen Fähigkeiten wäre er sicher auch ein Weltklasse-Innenverteidiger gewesen.
Maldini hat bis Mitte 30 noch für die italienische Nationalmannschaft gespielt. Wäre es für dich ein Traum, noch einmal für Bosnien zu spielen?
Ja, es wäre ein Traum für mich. Aber meine Nationalmannschaftskarriere in Bosnien ist für mich eine abgeschlossene Geschichte. Das steht für mich persönlich fest. Nichtsdestotrotz wünsche ich meinen Landsleuten nur das Beste und drücke bei den kommenden beiden WM-Qualifikationsspielen beide Daumen, dass sie 2014 zur Weltmeisterschaft nach Brasilien fahren können.
Du bist 31 Jahre jung. Warum ist das ein abgeschlossenes Kapitel?
Es gab bestimmte Punkte, wo der Nationaltrainer und ich nicht mehr einer Meinung waren. Ich habe dann gespürt, dass es besser ist, wenn ich nicht mehr zum Nationalteam fahre.
Wo genau lag das Problem?
Ich war mit meiner Position in der Mannschaft einfach nicht einverstanden, und dann habe ich gemeinsam mit dem Coach entschieden, dass es besser für alle ist, wenn ich das Kapitel für mich beende.
Seit 2007 besitzt du neben der bosnischen auch die österreichische Staatsbürgerschaft. Durch den Krieg in den 90er Jahren in Bosnien und Herzegowina musstest du mit deiner Familie fliehen. Als Zehnjähriger bist du erst nach Deutschland gekommen, und dann ging es für dich und deine Familie weiter nach Österreich, bevor ihr Jahre später wieder nach Bosnien zurückkehren konntet. Wenn du auf dein Herz hörst – wo liegt deine Heimat?
Meine Heimat ist in Bosnien und in Österreich. Nach meiner Fußballkarriere sehe ich derzeit meine Zukunft eher in Österreich. Man weiß nie, was die Zeit bringt, aber die derzeitige Lage in Bosnien verspricht nicht so viel.
An diesem Sonntag ist Bundestagswahl in Deutschland. Bist du aufgrund der dramatischen Erfahrung, als Kind einen Krieg vor der Haustür miterlebt zu haben, besonders politisch interessiert?
Was in meiner Kindheit passiert ist, hat einen großen Einfluss auf mein Leben gehabt. Ich habe ein Jahr lang inmitten eines Krieges gelebt. Ich habe gesehen, was undemokratische Politik und eine diktatorische Regierung im Zentrum von Europa anrichten konnten. Dass einfach so Menschen umgebracht werden, und keiner etwas dagegen tut. Die Politik hat dabei in meinem Land eine große Rolle gespielt, somit bin ich mit Politik von klein auf konfrontiert worden. Das vergisst man im Leben nicht mehr. Umso älter ich geworden bin, umso größer ist auch mein Interesse für Wahlprogramme, politische Strömungen und so weiter geworden. Ich verfolge natürlich die Politik, auch in Deutschland. Das Schöne und Wunderbare am Fußball und allgemein am Sport ist, dass er Brücken baut, egal zwischen welchen Nationalitäten oder Glaubensrichtungen. Ich habe noch nie in einer Mannschaft erlebt, dass sich Spieler aufgrund ihrer Herkunft oder Religion bekriegt hätten. Ich glaube, das sagt alles aus!
Adnan, vielen Dank für das Gespräch.
02.01.2014 - 07:56 Uhr
Quelle: liga-zwei.de
Am kommenden Dienstag steht nun einer abermalige Untersuchung an, bei der die Genesung überprüft werden soll. Vorher wird Mravac keinesfalls das Training aufnehmen und ob der 31-Jährige jemals wieder Profisport treiben kann, ist im Moment alles andere als sicher. Trainer Olaf Janßen hält sich mit einer Prognose auch mit Blick auf die Geschehnisse rund um Michael Schumacher im “Kicker” noch zurück: “Wir können nur abwarten, was da rauskommt. Wir erleben ja gerade in drastischer Form die Folgen von schweren Kopfverletzungen.”
Sollten die Ärzte nächste Woche den Daumen senken und zumindest eine schnelle Rückkehr von Mravac nicht zulassen, wird Dynamo wohl einen neuen Innenverteidiger verpflichten.
Der letzte Absatz wird wohl nur Spekulation sein von Liga-Zwei.de. Sollten die Ärzte nächste Woche den Daumen senken und zumindest eine schnelle Rückkehr von Mravac nicht zulassen, wird Dynamo wohl einen neuen Innenverteidiger verpflichten.
08.01.2014 - 17:16 Uhr
Quelle: www.facebook.com
"Schön, dass du wieder da bist, Adnan. Nach einer neurologischen Kontrolluntersuchung hat unser Abwehrspieler von den Ärzten grünes Licht zur Rückkehr in ein individuelles Reha- und Aufbautraining erhalten." #sgd1953
Gute Nachrichten über Dynamos Facebookseite. Freut mich sehr für ihn wie für uns! :)Dieser Beitrag wurde zuletzt von Ch19r53is am 08.01.2014 um 17:17 Uhr bearbeitet
08.01.2014 - 17:54 Uhr
Quelle: www.dynamo-dresden.de
Dynamos Innenverteidiger Adnan Mravac hat nach einer neurologischen Kontrolluntersuchung am Dienstagnachmittag von den behandelnden Ärzten grünes Licht zur Rückkehr ins Aufbautraining erhalten. Eine MRT-Untersuchung im Krankenhaus Dresden-Friedrichstadt ergab, dass der 31-Jährige ab sofort mit dem Reha-Training beginnen kann. Nach achteinhalbwöchiger Verletzungspause konnte der Bosnier mit österreichischem Pass am Mittwoch zwei Reha-Einheiten unter Fitnesstrainer Christian Canestrini problemlos absolvieren. Wann Dynamos Innenverteidiger das normale Vorbereitungsprogramm mit seinen Mannschaftskollegen aufnehmen kann, steht im Moment noch nicht fest.
„Wir freuen uns, dass die Nachuntersuchung bei Adnan positiv verlaufen ist und er ab sofort ins Aufbautraining einsteigen kann. Wir hoffen nun, dass er von weiteren Rückschlägen verschont bleibt. Wir werden ihn nach seiner Kopfverletzung behutsam aufbauen und langsam wieder an größere Belastungen heranführen“, kommentierte Cheftrainer Olaf Janßen die Rückkehr des Verteidigers. „Durch die lange Verletzungspause wird es sicher ein sehr langer Weg zurück für Adnan, dieser Weg wird eher Monate als Wochen dauern, bis er wieder bei 100 Prozent sein kann.“
Adnan Mravac äußerte sich erleichtert nach seiner Rückkehr ins Reha-Training: „Ich bin einfach sehr froh, wieder dabei zu sein. Die vergangenen Wochen waren für mich persönlich nicht leicht, aber ich habe mich nicht aufgegeben und immer daran geglaubt, dass ich nach dieser Kopfverletzung wieder zurückkommen werde. Ich bin voller Tatendrang und muss jetzt die nötige Geduld mitbringen, um mich an das körperliche Niveau meiner Mannschaftskollegen heranzukämpfen.“
Adnan Mravac war am 10. November im Sachsenderby gegen Erzgebirge Aue unglücklich mit Torhüter Benjamin Kirsten zusammengeprallt und zog sich dabei neben einer Gehirnerschütterung auch eine Nasenbeinfraktur zu. Der Abwehrspieler musste daraufhin zeitweise stationär im Krankenhaus Dresden-Friedrichstadt behandelt werden. Dort wurden die Folgen des Zusammenpralls umfangreich untersucht wurden, da der 31-Jährige nach der Kopfverletzung unter anhaltenden neurologischen Symptomen litt.
Hier mal noch der Artikel von der HP. „Wir freuen uns, dass die Nachuntersuchung bei Adnan positiv verlaufen ist und er ab sofort ins Aufbautraining einsteigen kann. Wir hoffen nun, dass er von weiteren Rückschlägen verschont bleibt. Wir werden ihn nach seiner Kopfverletzung behutsam aufbauen und langsam wieder an größere Belastungen heranführen“, kommentierte Cheftrainer Olaf Janßen die Rückkehr des Verteidigers. „Durch die lange Verletzungspause wird es sicher ein sehr langer Weg zurück für Adnan, dieser Weg wird eher Monate als Wochen dauern, bis er wieder bei 100 Prozent sein kann.“
Adnan Mravac äußerte sich erleichtert nach seiner Rückkehr ins Reha-Training: „Ich bin einfach sehr froh, wieder dabei zu sein. Die vergangenen Wochen waren für mich persönlich nicht leicht, aber ich habe mich nicht aufgegeben und immer daran geglaubt, dass ich nach dieser Kopfverletzung wieder zurückkommen werde. Ich bin voller Tatendrang und muss jetzt die nötige Geduld mitbringen, um mich an das körperliche Niveau meiner Mannschaftskollegen heranzukämpfen.“
Adnan Mravac war am 10. November im Sachsenderby gegen Erzgebirge Aue unglücklich mit Torhüter Benjamin Kirsten zusammengeprallt und zog sich dabei neben einer Gehirnerschütterung auch eine Nasenbeinfraktur zu. Der Abwehrspieler musste daraufhin zeitweise stationär im Krankenhaus Dresden-Friedrichstadt behandelt werden. Dort wurden die Folgen des Zusammenpralls umfangreich untersucht wurden, da der 31-Jährige nach der Kopfverletzung unter anhaltenden neurologischen Symptomen litt.
Zitat von TK1973:
Gute Nachricht!
Da brauchen wir keinen IV verpflichten...
Sollte man nicht ausschließen wenn es noch Monate dauern könnte bis er wieder da ist.
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