Vor erstem Wiedersehen nach 2006
Als Arsenal Real aus der Königsklasse warf – Lehmanns weiße Weste für die Geschichtsbücher
©IMAGO
Am Dienstag treffen in der Champions League der FC Arsenal und Real Madrid aufeinander – erstmals seit 2006. Überhaupt ist es erst die zweite Gelegenheit seit dem damaligen Hin- und Rückspiel im Achtelfinale, das für die Spanier kein gutes Ende nahm. Arsenals Triumph war in vielerlei Hinsicht historisch. Wir blicken zurück auf die Begegnungen vor etwas mehr als 19 Jahren mit einigen der entscheidenden Protagonisten der Gunners, darunter Thierry Henry und Jens Lehmann. In der Abwehr mussten die Londoner kräftig improvisieren.
Am 8. März 2006 reichte Arsenal ein 0:0 im heimischen Stadion gegen die Königlichen, nachdem man im Hinspiel am 21. Februar in Madrid mit 1:0 gewonnen hatte. Henry besorgte den Siegtreffer und damit den ersten Erfolg eines englischen Teams in einem Pflichtspiel im Stadion Santiago Bernabéu gegen Real. Nottingham Forest hatte 1980 das Königsklassen-Finale in der traditionsreichen Arena gewonnen – allerdings gegen den HSV (1:0). Nach Arsenal 2006 folgten nur noch drei weitere Siege englischer Teams, Liverpool 2009 (1:0), Manchester City 2020 (2:1) und Chelsea 2022 (3:2 n.V.; zu Real Madrids kompletter Bilanz gegen englische Klubs).
Lehmann sorgte im Arsenal-Kasten mit seiner weißen Weste sowohl im Hin- als auch im Rückspiel 2006 ebenfalls für eine kleine historische Randnotiz. Bis heute kassierte der FC Arsenal dadurch kein einziges Tor gegen Real. In der Champions League sind die Gunners eines von nur zwei Teams, gegen das Real in der Königsklasse noch kein Tor erzielen konnte. Der LOSC Lille hatte im reformierten System allerdings nur ein einziges Spiel zu überstehen.
Eine Parallele zu 2006 dürfte die Fans der Gunners vor den Matches am Dienstag und kommende Woche am Mittwoch etwas Sorge bereiten: Wie damals gibt es Verletzungsprobleme. Zumindest der Ausfall von Innenverteidiger Gabriel wiegt schwer. Doch 2006 haben die Gunners schon bewiesen, dass auch eine Rookie-Abwehr Erfolg bringen kann. Damals fehlten Sol Campbell, Ashley Cole, Laurén und Gaël Clichy verletzungsbedingt. Emmanuel Eboué spielte rechts hinten, links musste Mittelfeldspieler Mathieu Flamini aushelfen. Die Innenverteidigung bildeten Kolo Touré, der in der zweiten Partie zum Mann des Spiels gewählt wurde, und Philippe Senderos. Zusammen kamen die beiden auf einen Marktwert von 12 Millionen Euro, fast 6 Mio. weniger als allein Sergio Ramos bei Real.
Umso bemerkenswerter, dass am Ende zweimal die Null stand. Trotz legendärer Namen wie Ronaldo, Raúl, David Beckham oder Zinédine Zidane konnte Lehmann seinen Kasten sauber halten. Er erreichte mit Arsenal in dem Jahr das Finale und flog dort gegen Barcelona mit Rot vom Platz. Arsenal verlor 1:2 und kam seither nicht wieder ins Endspiel.
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