Das System Fußball - Gegenwart, Zukunft, Vergangenheit
21.05.2020 - 15:34 Uhr
08.07.2025 - 15:41 Uhr
Zitat von Filou-ka
Nehme mal an, dass eine U21-Liga mittelfristig gehobenes Niveau hat und man es vorzieht, Spieler für den Eigenbedarf oder teuren Verkauf dann selbst weiter auszubilden und ihnen eben dort Spielzeit und Sichtbarkeit zu geben.
Aus meiner Sicht ist ein Problem im bezahlten Fussball, dass der Bundesligist so viel Kohle hat, dass es irrelevant ist - ja, jetzt bemühe ich nochmal das Bamba Thema - eben jenen einfach weiter zu verpflichten für vergleichsweise kleines Geld und ihn dann auszuleihen. Das schlägt kaum auf den Gesamtetat durch.
Diese Praxis hält jedoch davon ab, dass kleine Vereine vermeintliche junge high performer verpflichten können, weil die natürlich lieber den sicheren und gut dotierten Vertrag beim Top-Club haben.
Kann der Top-Club jetzt noch Spielzeit auf Top-Niveau garantieren, ist das natürlich toll für den, weil er noch mehr Jungs bei der Stange hält und die Hand voll drauf hat. Überleg mal, einfach begehrte 20 Kaderplätze mehr, um sich in die erste Mannschaft reinzuentwicklen, wer will denn da noch zu Bielefeld, Karlsruhe oder Darmstadt wechseln?
Zitat von livinglobster
Das verstehe ich jetzt nicht..... Warum würden sie mehr Talente horten, wenn die Zweitvertretung in einer anderen Liga spielt als bisher? Außer den Gegnern und der Vergleichbarkeit der Leistung ändert sich doch nichts?
Zitat von Filou-ka
So einen Liga könnte dazu führen, dass die großen/ wohlhabenden Vereine noch mehr Talente horten können, ihnen spielpraxis auf hohem Niveau geben, und damit die Lücke zu den kleinen Vereinen weiter spreizen.
Selbst leihen wären dann vll nicht mehr notwendig, um das spielerkapital zu entwickeln.
So einen Liga könnte dazu führen, dass die großen/ wohlhabenden Vereine noch mehr Talente horten können, ihnen spielpraxis auf hohem Niveau geben, und damit die Lücke zu den kleinen Vereinen weiter spreizen.
Selbst leihen wären dann vll nicht mehr notwendig, um das spielerkapital zu entwickeln.
Das verstehe ich jetzt nicht..... Warum würden sie mehr Talente horten, wenn die Zweitvertretung in einer anderen Liga spielt als bisher? Außer den Gegnern und der Vergleichbarkeit der Leistung ändert sich doch nichts?
Nehme mal an, dass eine U21-Liga mittelfristig gehobenes Niveau hat und man es vorzieht, Spieler für den Eigenbedarf oder teuren Verkauf dann selbst weiter auszubilden und ihnen eben dort Spielzeit und Sichtbarkeit zu geben.
Aus meiner Sicht ist ein Problem im bezahlten Fussball, dass der Bundesligist so viel Kohle hat, dass es irrelevant ist - ja, jetzt bemühe ich nochmal das Bamba Thema - eben jenen einfach weiter zu verpflichten für vergleichsweise kleines Geld und ihn dann auszuleihen. Das schlägt kaum auf den Gesamtetat durch.
Diese Praxis hält jedoch davon ab, dass kleine Vereine vermeintliche junge high performer verpflichten können, weil die natürlich lieber den sicheren und gut dotierten Vertrag beim Top-Club haben.
Kann der Top-Club jetzt noch Spielzeit auf Top-Niveau garantieren, ist das natürlich toll für den, weil er noch mehr Jungs bei der Stange hält und die Hand voll drauf hat. Überleg mal, einfach begehrte 20 Kaderplätze mehr, um sich in die erste Mannschaft reinzuentwicklen, wer will denn da noch zu Bielefeld, Karlsruhe oder Darmstadt wechseln?
Die Kadergröße sollte für alle Vereine auf maximal X (~20-30) Spieler begrenzt sein, inklusive Doppelzählung der Leihspieler, also dass die auch beim abgebenden Verein noch in den Kader zählen, dann löst sich das Problem des "Spieler hortens" und "auf Verdacht Talente kaufen" von selbst mMn.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Barbecue am 08.07.2025 um 15:41 Uhr bearbeitet
13.07.2025 - 12:57 Uhr
Ich bin kein Experte auf dem Gebiet und wundere mich über viele Entwicklungen im Profifußball, über manche ärgere ich mich auch und ein paar finde ich im Kern desaströs.
Doch wenn ein Artikel, der offensichtlich zur Klärung beitragen soll, gezwungen ist, mit diesen Sätzen („Denn grundsätzlich, das hat die Bonner Behörde klargemacht, sei 50+1 zwar eine Wettbewerbsbeschränkung - allerdings eine bewirkte. Und die kann gerechtfertigt sein, wenn sie dem Drei-Stufen-Test aus dem Meca-Medina-Verfahren standhält.“) zu beginnen, ahne ich bereits als Laie, das Klarheit und Transparenz nicht unbedingt das höchste Ziel eines Vorgangs sein kann, der eine recht einfache Frage klären soll. Nämlich die Frage, ob Einzelpersonen, Family Offices, Konzerne, Investitionsfonds und andere undurchsichtige Konglomerate die Entscheidungsmacht eines Fußballvereins übernehmen, innehaben, „kapern“ dürfen, den Tausende Fans im Laufe einer meist sehr langen Historie (Traditionsklubs) Stein für Stein, Sieg für Sieg, Niederlage für Niederlage aufgebaut haben.
Liest man den Artikel weiter, offenbart sich die wasserziehende Schwammigkeit, mit der hier von nahezu allen Seiten operiert wird.
Und jede Seite scheint sich zu sagen: Warum positionieren (und öffentlich Prügel einstecken), wenn man easy abwarten kann und später abweisend auf anonyme Richter und noch komplizierter formulierte Gerichtsentscheidungen verweisen und mit dem Finger zeigen kann?
Die DFL (früher DFB) steckt ja schon recht lange in der Zwickmühle, weil sie die eigene Regel zu bestimmten Zeiten nicht konsequent durchgesetzt hat und aus dieser Position gar nicht eindeutig argumentieren KANN.
Erinnerung: Als ich noch sehr jung war, gab es Bayer Leverkusen und Bayer Uerdingen. Letzterer Klub, so schien es mir, war die Bayer-Nummer eins. Damals verwendete man noch oft den Begriff „Werkself“, obwohl das schon damals nicht mehr im Wortsinn stimmte. Uerdingen ging unter bzw. wurde am ausgestreckten Arm ausgezehrt, in Leverkusen wurden Millionen investiert, die andere Vereine nie hatten. In Sichtweite stets das leuchtende Bayer-Kreuz.
Und Bayer war dem Prinzip nach kein Einzelfall. Siehe Wolfsburg. RB ist nur die sehr konsequente Weiterführung.
Doch das ist nicht die einzige Achillesferse der DFL: Wie viele „Mäzene“ haben im Laufe der Bundesliga-Geschichte ihr Geld in ihren „Lieblingsklub“ gesteckt? Dutzende. Das wurde nicht nur von der DFL (dem DFB) toleriert, das wurde zum Teil auch (von Fans) sehr gern gesehen. Dennoch gab und gibt es hier Unterschiede. Viele dieser Mäzene, wenn nicht gar der Großteil, hatten tatsächlich das „Wohl des Klubs“ im Sinn, den sie seither unterstützt haben, dessen Fan sie selbst waren, weniger das bis zum letzten Schlüsselanhänger durchkalkulierte Marketing-PR-Image-Washing-Verkaufszahlen-Bling-Bling, das heute viel klarer im Vordergrund steht, weil die (großen + erfolgreichen) Vereine selbst zu Milliardenunternehmen herangewachsen sind. Diese Art der Mäzene, es gibt sie noch, sind heute jedoch seltener geworden.
Warum engagieren sich Fonds, reiche Familien, Konzerne, usw. im Fußball? Parallel zum sportlichen Erfolg, in dem man sich in der Loge und vor Kameras oft sonnen lassen kann, parallel zur TV-Zeit, die man sich obendrein bezahlen lässt und als zusätzliche Werbefläche nutzt, parallel zur Image-Aufwertung, parallel zur cash cow, die so ein Klub darstellt, kann man auch noch (einzeln oder in Gremien) direkt Einfluss auf fußballspezifische wie auch gesellschaftspolitische Entscheidungen nehmen. Für einigermaßen clevere Investoren ist das letztlich eine win-win-win-win-win-Situation.
Daher und aus anderen Gründen hege ich nicht die Hoffnung, dass dieser Vorgang dazu führt, dass die 50+1-Regel bestehen bleibt. Sie ist nicht nur hierzulande löchrig und besitzt große Fürsprecher (VW, Bayer, RB, etc.), sie ist auch eine europäische Ausnahme. Die stärkste Wirtschaft Europas ist eine viel zu große Verlockung. Die DFL wird auf Dauer ihre Ausnahmestellung nicht halten können. Denke ich.
Und trotzdem: Es ist nicht alles dunkel und schwarz, selbst wenn die Regel irgendwann fällt. Beispiele wie in Freiburg, Augsburg, in Mainz, Union, usw. zeigen, dass es auch andere Möglichkeiten gibt, Klubs zum Erfolg zu führen. Klar, Freiburg wird nie einen Neymar für 222 Millionen kaufen. Mainz wird Bayern oder PSG keinen Stammspieler streitig machen. Union hat in der CL mehr als Federn gelassen. Aber darum geht es nicht. Es geht darum: Der Kern dieser Klubs ist es, eine selbstständige Marke zu sein, die diesen Entwicklungen trotzt, indem sie sich ihre Nische erhalten.
Komischerweise taugt letzten Endes der FC Bayern München, der deutsche Branchenprimus, als ein okayes wenn auch nicht im Detail nachahmenswertes Vorbild für all diese Vereine, die sich gezwungen sehen, irgendwann (wenn alles bestens läuft) ihre Nische sogar zu verlassen. Der polarisierende Weißwurst-Weißbier-Lederhosen-Klub mit dem Schlauchboot neben der Müllhalde hat sich letzten Endes nie von einem einzigen Investor abhängig gemacht. Und ich glaube nicht, dass der Wegfall der 50+1-Regel daran je etwas ändern wird. Warum? Weil „mia san mia“ seinen Wert einbüßen würde, sollte es je veräußert werden.
Doch wenn ein Artikel, der offensichtlich zur Klärung beitragen soll, gezwungen ist, mit diesen Sätzen („Denn grundsätzlich, das hat die Bonner Behörde klargemacht, sei 50+1 zwar eine Wettbewerbsbeschränkung - allerdings eine bewirkte. Und die kann gerechtfertigt sein, wenn sie dem Drei-Stufen-Test aus dem Meca-Medina-Verfahren standhält.“) zu beginnen, ahne ich bereits als Laie, das Klarheit und Transparenz nicht unbedingt das höchste Ziel eines Vorgangs sein kann, der eine recht einfache Frage klären soll. Nämlich die Frage, ob Einzelpersonen, Family Offices, Konzerne, Investitionsfonds und andere undurchsichtige Konglomerate die Entscheidungsmacht eines Fußballvereins übernehmen, innehaben, „kapern“ dürfen, den Tausende Fans im Laufe einer meist sehr langen Historie (Traditionsklubs) Stein für Stein, Sieg für Sieg, Niederlage für Niederlage aufgebaut haben.
Liest man den Artikel weiter, offenbart sich die wasserziehende Schwammigkeit, mit der hier von nahezu allen Seiten operiert wird.
Und jede Seite scheint sich zu sagen: Warum positionieren (und öffentlich Prügel einstecken), wenn man easy abwarten kann und später abweisend auf anonyme Richter und noch komplizierter formulierte Gerichtsentscheidungen verweisen und mit dem Finger zeigen kann?
Die DFL (früher DFB) steckt ja schon recht lange in der Zwickmühle, weil sie die eigene Regel zu bestimmten Zeiten nicht konsequent durchgesetzt hat und aus dieser Position gar nicht eindeutig argumentieren KANN.
Erinnerung: Als ich noch sehr jung war, gab es Bayer Leverkusen und Bayer Uerdingen. Letzterer Klub, so schien es mir, war die Bayer-Nummer eins. Damals verwendete man noch oft den Begriff „Werkself“, obwohl das schon damals nicht mehr im Wortsinn stimmte. Uerdingen ging unter bzw. wurde am ausgestreckten Arm ausgezehrt, in Leverkusen wurden Millionen investiert, die andere Vereine nie hatten. In Sichtweite stets das leuchtende Bayer-Kreuz.
Und Bayer war dem Prinzip nach kein Einzelfall. Siehe Wolfsburg. RB ist nur die sehr konsequente Weiterführung.
Doch das ist nicht die einzige Achillesferse der DFL: Wie viele „Mäzene“ haben im Laufe der Bundesliga-Geschichte ihr Geld in ihren „Lieblingsklub“ gesteckt? Dutzende. Das wurde nicht nur von der DFL (dem DFB) toleriert, das wurde zum Teil auch (von Fans) sehr gern gesehen. Dennoch gab und gibt es hier Unterschiede. Viele dieser Mäzene, wenn nicht gar der Großteil, hatten tatsächlich das „Wohl des Klubs“ im Sinn, den sie seither unterstützt haben, dessen Fan sie selbst waren, weniger das bis zum letzten Schlüsselanhänger durchkalkulierte Marketing-PR-Image-Washing-Verkaufszahlen-Bling-Bling, das heute viel klarer im Vordergrund steht, weil die (großen + erfolgreichen) Vereine selbst zu Milliardenunternehmen herangewachsen sind. Diese Art der Mäzene, es gibt sie noch, sind heute jedoch seltener geworden.
Warum engagieren sich Fonds, reiche Familien, Konzerne, usw. im Fußball? Parallel zum sportlichen Erfolg, in dem man sich in der Loge und vor Kameras oft sonnen lassen kann, parallel zur TV-Zeit, die man sich obendrein bezahlen lässt und als zusätzliche Werbefläche nutzt, parallel zur Image-Aufwertung, parallel zur cash cow, die so ein Klub darstellt, kann man auch noch (einzeln oder in Gremien) direkt Einfluss auf fußballspezifische wie auch gesellschaftspolitische Entscheidungen nehmen. Für einigermaßen clevere Investoren ist das letztlich eine win-win-win-win-win-Situation.
Daher und aus anderen Gründen hege ich nicht die Hoffnung, dass dieser Vorgang dazu führt, dass die 50+1-Regel bestehen bleibt. Sie ist nicht nur hierzulande löchrig und besitzt große Fürsprecher (VW, Bayer, RB, etc.), sie ist auch eine europäische Ausnahme. Die stärkste Wirtschaft Europas ist eine viel zu große Verlockung. Die DFL wird auf Dauer ihre Ausnahmestellung nicht halten können. Denke ich.
Und trotzdem: Es ist nicht alles dunkel und schwarz, selbst wenn die Regel irgendwann fällt. Beispiele wie in Freiburg, Augsburg, in Mainz, Union, usw. zeigen, dass es auch andere Möglichkeiten gibt, Klubs zum Erfolg zu führen. Klar, Freiburg wird nie einen Neymar für 222 Millionen kaufen. Mainz wird Bayern oder PSG keinen Stammspieler streitig machen. Union hat in der CL mehr als Federn gelassen. Aber darum geht es nicht. Es geht darum: Der Kern dieser Klubs ist es, eine selbstständige Marke zu sein, die diesen Entwicklungen trotzt, indem sie sich ihre Nische erhalten.
Komischerweise taugt letzten Endes der FC Bayern München, der deutsche Branchenprimus, als ein okayes wenn auch nicht im Detail nachahmenswertes Vorbild für all diese Vereine, die sich gezwungen sehen, irgendwann (wenn alles bestens läuft) ihre Nische sogar zu verlassen. Der polarisierende Weißwurst-Weißbier-Lederhosen-Klub mit dem Schlauchboot neben der Müllhalde hat sich letzten Endes nie von einem einzigen Investor abhängig gemacht. Und ich glaube nicht, dass der Wegfall der 50+1-Regel daran je etwas ändern wird. Warum? Weil „mia san mia“ seinen Wert einbüßen würde, sollte es je veräußert werden.
14.07.2025 - 13:25 Uhr
Zitat von El-Konsolero
Saudi Arabien.
Zitat von Lynx1984
Was mir aber übel aufstößt: woher kommt das Geld, um diese Club WM durchzuführen?
Was mir aber übel aufstößt: woher kommt das Geld, um diese Club WM durchzuführen?
Saudi Arabien.
Schockieren kann einen ja mittlerweile echt nichts mehr, wenns um das moderne Fußballgeschäft geht. Aber ich finde es extrem irritierend, dass man wohl einfach so ein Turnier aus dem Boden stampfen, fast willkürlich Vereine auswählen und diese so mit Geld (welches von außerhalb des Sports kommt, weil die kommerzielle Relevanz dieses Turniers lange nicht ausreicht, um die Preisgelder zu stellen) vollschei*en kann, dass sie quasi keine andere Wahl haben als teilzunehmen, und das geht einfach so durch. Ohne irgendwelche Kontrollinstanzen, die feststellen "Moment, das zerstört doch komplett den nationalen Wettbewerb, wenn die sowieso reichsten Vereine einfach so 50 Millionen für ca. 5 Spiele bekommen, da schieben wir einen Riegel vor".
Ich meine, wofür haben wir überhaupt 50+1 als "Schutzmaßnahme" für einen halbwegs fairen Wettbewerb, wenn Bayern und Dortmund bei diesem Zirkus mitmachen dürfen?
Einfach nur ermüdend, meiner Meinung nach.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von olliKSC am 14.07.2025 um 13:29 Uhr bearbeitet
14.07.2025 - 14:10 Uhr
Zitat von olliKSC
Schockieren kann einen ja mittlerweile echt nichts mehr, wenns um das moderne Fußballgeschäft geht. Aber ich finde es extrem irritierend, dass man wohl einfach so ein Turnier aus dem Boden stampfen, fast willkürlich Vereine auswählen und diese so mit Geld (welches von außerhalb des Sports kommt, weil die kommerzielle Relevanz dieses Turniers lange nicht ausreicht, um die Preisgelder zu stellen) vollschei*en kann, dass sie quasi keine andere Wahl haben als teilzunehmen, und das geht einfach so durch. Ohne irgendwelche Kontrollinstanzen, die feststellen "Moment, das zerstört doch komplett den nationalen Wettbewerb, wenn die sowieso reichsten Vereine einfach so 50 Millionen für ca. 5 Spiele bekommen, da schieben wir einen Riegel vor".
Ich meine, wofür haben wir überhaupt 50+1 als "Schutzmaßnahme" für einen halbwegs fairen Wettbewerb, wenn Bayern und Dortmund bei diesem Zirkus mitmachen dürfen?
Einfach nur ermüdend, meiner Meinung nach.
Zitat von El-Konsolero
Saudi Arabien.
Zitat von Lynx1984
Was mir aber übel aufstößt: woher kommt das Geld, um diese Club WM durchzuführen?
Was mir aber übel aufstößt: woher kommt das Geld, um diese Club WM durchzuführen?
Saudi Arabien.
Schockieren kann einen ja mittlerweile echt nichts mehr, wenns um das moderne Fußballgeschäft geht. Aber ich finde es extrem irritierend, dass man wohl einfach so ein Turnier aus dem Boden stampfen, fast willkürlich Vereine auswählen und diese so mit Geld (welches von außerhalb des Sports kommt, weil die kommerzielle Relevanz dieses Turniers lange nicht ausreicht, um die Preisgelder zu stellen) vollschei*en kann, dass sie quasi keine andere Wahl haben als teilzunehmen, und das geht einfach so durch. Ohne irgendwelche Kontrollinstanzen, die feststellen "Moment, das zerstört doch komplett den nationalen Wettbewerb, wenn die sowieso reichsten Vereine einfach so 50 Millionen für ca. 5 Spiele bekommen, da schieben wir einen Riegel vor".
Ich meine, wofür haben wir überhaupt 50+1 als "Schutzmaßnahme" für einen halbwegs fairen Wettbewerb, wenn Bayern und Dortmund bei diesem Zirkus mitmachen dürfen?
Einfach nur ermüdend, meiner Meinung nach.
Ich sehe 50+1 inzwischen ausschließlich als "Garant" dafür, dass gewisse Prinzipien und v.a. die Identität der jeweiligen Vereine gewahrt wird. Aufs sportliche Geschäft hat sie jedoch nur bedingt bis kaum Einfluss, denn Schlupflöcher für die, die um jeden Preis einen finanziellen Vorteil ergaunern wollen, wird es immer geben. Dennoch reicht mir das unter dem Strich, um ein Befürworter der Regel zu sein. Das, was bspw. in Straßburg passiert ist, möchte ich bei meinem KSC unter keinen Umständen erleben.
06.08.2025 - 08:17 Uhr
In Italiens Profifußball Ligen gilt ab den kommenden Saisons und neu unterzeichneten Verträgen ein Automatismus zur 25%-igen Gehaltskürzung bei Abstieg in die Serie B. Das gilt pauschal für alle ab Anfang September unterzeichneten Verträge. Darauf hat sich die italienische Fußball-Liga und die Spielergewerkschaft AIC in einem neuen Gesamttarifvertrag geeinigt.
Bedeutet es gibt dann kollektive Gehaltskürzungen für den Fall, dass ein Klub von der Serie A in die Serie B absteigt.
Quelle: https://www.n-tv.de/sport/der_sport_tag/Abstieg-kann-fuer-Fussball-Profis-in-Italien-kuenftig-automatisch-teuer-werden-article25947559.html
Was haltet Ihr davon?
Ich bin hier echt Zwiegestalten.
Zum einen ist es gut, dass eine Gewerkschaft die Spielerinteressen vertritt und gewisse Standards durchsetzt. Die pauschalen Gehaltskürzungen ermöglichen es auch bei Abstieg nicht die gesamte Mannschaft (ggfs. sogar mit goldenem Handschlag) austauschen zu müssen.
Auf der anderen Seite wird die Vertragsfreiheit sicherlich auch wieder ein Stück eingeschränkt und wir bewegen uns immer mehr in Richtung des US Profisports mit klar definierten Gehältern. Auch die Verantwortung der Vereine auf eine nachhaltige Vertragsgestaltung, welche man sich leisten kann wird untergraben. Auch denke ich, dass es einige Ausnahmen geben wird. So wird der Rettungsspieler vor dem Transfer zu einem Abstiegskandidaten genau vertraglich regeln lassen wollen, welches Gehalt er im Abstiegsfall erhält.
Bedeutet es gibt dann kollektive Gehaltskürzungen für den Fall, dass ein Klub von der Serie A in die Serie B absteigt.
Quelle: https://www.n-tv.de/sport/der_sport_tag/Abstieg-kann-fuer-Fussball-Profis-in-Italien-kuenftig-automatisch-teuer-werden-article25947559.html
Was haltet Ihr davon?
Ich bin hier echt Zwiegestalten.
Zum einen ist es gut, dass eine Gewerkschaft die Spielerinteressen vertritt und gewisse Standards durchsetzt. Die pauschalen Gehaltskürzungen ermöglichen es auch bei Abstieg nicht die gesamte Mannschaft (ggfs. sogar mit goldenem Handschlag) austauschen zu müssen.
Auf der anderen Seite wird die Vertragsfreiheit sicherlich auch wieder ein Stück eingeschränkt und wir bewegen uns immer mehr in Richtung des US Profisports mit klar definierten Gehältern. Auch die Verantwortung der Vereine auf eine nachhaltige Vertragsgestaltung, welche man sich leisten kann wird untergraben. Auch denke ich, dass es einige Ausnahmen geben wird. So wird der Rettungsspieler vor dem Transfer zu einem Abstiegskandidaten genau vertraglich regeln lassen wollen, welches Gehalt er im Abstiegsfall erhält.
03.09.2025 - 09:38 Uhr
Zitat von livinglobster
Quelle: www.transfermarkt.de
Bayern-Ehrenpräsident Uli Hoeneß ist entsetzt über die jüngsten Entwicklungen auf dem internationalen Transfermarkt. „Ich war fassungslos, was die letzten sechs, acht Wochen im internationalen Fußball los war“, sagte der 73-Jährige bei einer Veranstaltung der Deutschen Fußball Liga in Berlin.
Da hat der Uli Recht, auch wenn er häufig Quatsch verzapft. die aktuelle Entwicklung kann nicht mehr lange gutgehenDiese Aussagen von Uli Hoeneß mögen zwar korrekt sein, aber zeugen auch von einem fehlenden Verständnis des modernen Marktes sowie - kommend von einem Verantwortlichen des FC Bayerns - ordentlicher Doppelmoral.
Immerhin kommt einiges an Geld des FC Bayerns durch Sponsoren aus den hier genannten Ländern. Gleichzeitig hat der FC Bayern bei Coman und bei Mané auch ordentlich von Geldern aus Saudi-Arabien profitiert.
Gleichzeitig hatte der FC Bayern in der Saison 23/24 die 6. höchsten Ausgaben für Spielergehälter vor Manchester United, Chelsea und Arsenal. Lediglich Liverpool und City zahlten aus England höhere Gehälter.
Auch die Aussage "30, 40, 50 Millionen für mittelklassige Spieler" schreit nach Doppelmoral, wenn der eigene Verein erst vor einem Jahr 51 Mio für einen Palhinha und vor 2 Jahren 30 Mio für Boey ausgegeben hat. (Ganz zu schweigen von 15 Mio Leihgebühr für einen Jackson)
Uli Hoeneß suggeriert mit dieser Aussage, dass sie Teil der Lösung seien, während der FC Bayern Teil des Problems ist.
Gleichzeitig wird hier missachtet, dass Ablösen heutzutage immer weniger mit dem Wert eines Spielers korrelieren. Wenn Newcastle einen Isak für 145 Mio an Liverpool verkauft und Woltemade als Nachfolger will, weiß dies der abgebende Verein und wird eine Ablöse in Relation an die des Isak Transfers fordern. Dies erkennt man auch daran, dass die Ablöse Forderung an den FC Bayern niedriger war als die letztendlich gezahlte Ablöse durch Newcastle.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von twentyseven am 03.09.2025 um 09:43 Uhr bearbeitet
03.09.2025 - 10:39 Uhr
Zitat von Gooner0815
Nein Uli ich sage das nicht. Denn ganz egal für wie viel Geld ein Fußballspieler wechselt, ganz egal wie viel er verdient. Ich verdiene deswegen keine Cent mehr oder weniger. Sollen sie doch verdienen was sie möchten es hat keinerlei Auswirkungen auf mein Leben. Insofern ist das lediglich eine Neiddebatte
Nein Uli ich sage das nicht. Denn ganz egal für wie viel Geld ein Fußballspieler wechselt, ganz egal wie viel er verdient. Ich verdiene deswegen keine Cent mehr oder weniger. Sollen sie doch verdienen was sie möchten es hat keinerlei Auswirkungen auf mein Leben. Insofern ist das lediglich eine Neiddebatte
Wenn man die Aussage "Ich verdiene nicht weniger oder mehr, nur weil ein Fußballspieler weniger oder mehr verdient" isoliert betracht, mag das vielleicht stimmen. In einem gesamtgesellschaftlichen Kontext würde ich das anders sehen. Dabei steht aber der Fußball nicht alleine da, er ist lediglich ein Leuchtturm der kapitalistischen Entwicklung.
Ein Interesse daran, diese Entwicklung einzudämmen, haben aber nur die, die davon nicht profitieren oder den Sport für wichtiger erachten als das Business. Das kannst du als Neid deuten, du kannst es aber auch als Interesse am Sport sehen. In allen Leitverbänden sind aber jene, die das Business vor den Sport setzen, in massiver Überzahl, ob national oder international.
Das Business in dieser Form verstärkt aber vor allem die sportliche Ungleichheit und manifestiert sie Jahr für Jahr weiter, weil Marken immer wichtiger werden und sportliche Ausgeglichenheit eine immer untergeordnetere Rolle spielt.
Uli Hoeneß mag mit seiner polemischen Aussage, in der er Gehalt in Relation zu Ablösesummen setzt, daneben liegen. Und ich stimme auch zu, dass er seine Aussagen auch als Reaktion auf den drohenden Verlust des Anschlusses des FC Bayern von sich zu geben scheint. Dass diese Entwicklung am Ende des Tages, und das ist ja in den letzten Jahren schon überall zu beobachten, mehr Verlierer als Gewinner hat, ist korrekt. Der KSC könnte mit seinem Wunsch auf die Bundesliga auch einer dieser Verlierer sein. Sollte tatsächlich einmal der Aufstieg gelingen, werden wir uns noch umschauen, wie schwierig es mittlerweile ist, sich in der ersten Liga zu etablieren, weil die wirtschaftlichen Faktoren je höher man spielt, immer weiter aus dem Ruder laufen. Und die Bundesliga steht da im Vergleich zur Premier League noch recht gut da.
03.09.2025 - 11:16 Uhr
Dem Uli war das doch jahrelang scheißegal, solange sie davon profitiert haben. Jetzt kriegen sie ihr eigenes Gift zu fressen und es kommen größere Vereine, die das Portemonnaie eben weiter aufmachen können.
Geld aus Katar und von Emirates war gern genommen und jetzt sind es die "Araber". Der FCB wirtschaftet seit Jahren schlecht. Teurer Kader, viel zu viele Flops. Und sie sind die einzigen, die zu dumm sind Spieler für aberwitzige Summen nach England zu transferieren. Tja.
Geld aus Katar und von Emirates war gern genommen und jetzt sind es die "Araber". Der FCB wirtschaftet seit Jahren schlecht. Teurer Kader, viel zu viele Flops. Und sie sind die einzigen, die zu dumm sind Spieler für aberwitzige Summen nach England zu transferieren. Tja.
22.10.2025 - 06:57 Uhr
Nach Protesten von Fans und Spielern ist die geplante Austragung des Ligaspiels Villarreal gg. Barcelona in Miami geplatzt. Erwartungsgemäß zeigen sich Ligaverband und Barça enttäuscht, diese große Chance die Marke zu stärken nicht wahrnehmen zu können. Schön zu sehen, dass eine effektive Gegenbewegung zu den Auswüchsen des modernen Fussballs auch in Spanien besteht und imstande ist, erfolgreich zu sein. Allerdings mit der Einschränkung, dass die Absage letztlich vom Veranstalter in den USA ausging und nicht von offizieller spanischer Seite, wo einem weiterhin jedes Mittel irgendwie Wachstum zu generieren Recht zu sein scheint.
29.03.2026 - 20:28 Uhr
Zitat von Pilsi57
Es wird interessant sein, wie sich der eskalierende Krieg im Nahen Osten auf den Fußball auswirkt. Er weitet sich immer mehr aus, selbst der Suez Kanal könnte geschlossen werden. Mit massiven wirtschaftlichen Folgen.
Ob dann immer noch die 100erte Millionen Euros für Spieler vor allem in England fließen, mit horrenden Spielergehälter, oder ob die Blase platzt? Eines dürfte klar sein, dass Sponsoring dürfte zurückgefahren werden. Krise als Chance? Vielleicht ja, um den Wahnsinn vor allem in England zu stoppen.
Es wird interessant sein, wie sich der eskalierende Krieg im Nahen Osten auf den Fußball auswirkt. Er weitet sich immer mehr aus, selbst der Suez Kanal könnte geschlossen werden. Mit massiven wirtschaftlichen Folgen.
Ob dann immer noch die 100erte Millionen Euros für Spieler vor allem in England fließen, mit horrenden Spielergehälter, oder ob die Blase platzt? Eines dürfte klar sein, dass Sponsoring dürfte zurückgefahren werden. Krise als Chance? Vielleicht ja, um den Wahnsinn vor allem in England zu stoppen.
Dürfte im Weltfußball vor allem für die Clubs interessant werden die maßgeblich am Tropf der Ölscheichs hängen, PSG/ Citygroup und so weiter. Für den Rest wird es sicherlich auch nicht gerade geil wenn die Weltwirtschaft den Bach runtergeht aber vermutlich nicht so krass wie alles was aus dem Nahen Osten gesponsert wird.
Auch die Formel 1 steht grad im Regen, die GP von Bahrain und Saudi Arabien sind bis auf weiteres erstmal abgesagt. Abu Dhabi ist am Ende der Saison noch geplant allerdings auch ein Wackelkandidat sollte der Irankrieg noch länger laufen.
Spannend wird auch die WM, durch den Krieg gehen die Preise fürs Fliegen grad durch die Decke und mancher der doch in die USA zur WM seinem Team hinterherreisen wollte sieht auf einmal mind. 200-300€ mehr pro Flug, auch die Flüge in die USA die zuletzt aufgrund der geringen Nachfrage günstig zu haben waren sind jetzt in die Decke geschossen bis zum Teil 1500€ Economy hab ich heute gehört (das sind normalerweise Preise mit denen du nach Japan/Südkorea fliegen kannst).
Mal abgesehen davon dass der Iran voraussichtlich nicht antreten wird und je nachdem auch weitere Länder die WM noch boykottieren könnten. Im Prinzip hätten die UEFA Verbände grad die perfekte Vorlage der FIFA einen vor den Latz zu knallen und sie finanziell zu erpressen wird aber aufgrund der eigenen Geldgeilheit der Verbände (auch unserem DFB) nicht passieren.
Hab mich mittlerweile entschieden die selbe Nummer wie bei Katar zu machen, die WM nicht zu kucken maximal ein Finale mit deutscher Beteiligung. Schade hatte mich nach Katar sehr auf die WM gefreut aber kann es moralisch nicht vertreten mit eine WM in einem Land anzuschauen dass ein anderes Land ohne guten Grund angreift und mit Krieg überzieht. Saudi Arabien wird dann WM Nr. 3 2034 wenn die es überhaupt hinbekommen bis dahin die nötige Infrastruktur zu bauen. Neom ist ja quasi fast komplett tot und die Asian Wintergames 2030 musste man bereits abgeben (findet nun in Kazachstan stat).
Dieser Beitrag wurde zuletzt von El-Konsolero am 29.03.2026 um 20:30 Uhr bearbeitet
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