Erst Platzsturm, dann Last-Minute-Wahnsinn – Waldhof-Coach: Lieberknecht hat mich bedroht
Tumultartige Szenen, ein Platzsturm und Polizisten mit Pferden auf dem Rasen haben das Last-Minute-Weiterkommen des 1. FC Kaiserslautern in der ersten DFB-Pokalrunde beim SV Waldhof Mannheim überschattet. Beim 1:0 (0:0)-Erfolg nach Verlängerung mussten Einsatzkräfte der Polizei und berittene Polizisten nach Abpfiff der regulären Spielzeit eingreifen, um die Situation im brisanten Südwest-Derby wieder unter Kontrolle zu bringen. Zeitweise drohte ein Spielabbruch. Den entscheidenden Treffer für den Zweitligisten erzielte Ibrahim Kanaté in der 120. Minute, wenige Momente vor einem möglichen Elfmeterschießen. Später in der Nacht kündigte der DFB eine Aufarbeitung an, die Polizei zog Bilanz und Waldhof-Coach Rui Mota attackierte sein Gegenüber Torsten Lieberknecht.
Die beiden Fan-Lager sind seit den frühen 1980er Jahren verfeindet und lieferten sich auch an diesem Abend ein aufgeheiztes Duell auf den Rängen - inklusive Feuerwerkskörper und beeindruckender Choreographien. Schon nach wenigen Minuten unterbrach Schiedsrichter Robert Schröder die Partie. Grund war zunächst Pyrotechnik aus dem Block der Gäste. Die Heimfans warfen Gegenstände in Richtung FCK-Keeper Julian Krahl und zündeten ebenfalls Feuerwerkskörper. Nachdem der Rauch verzogen war, pfiff der Unparteiische die Begegnung wieder an.
Update 22. August: Die Vorfälle würden „umfassend aufgearbeitet“, hieß es in einem unmittelbar nach dem Spiel vom DFB veröffentlichten Post. „Der Deutsche Fußball-Bund wird die Berichte auswerten und den zuständigen Gremien zuleiten.“ Für sicherheitsgefährdendes Verhalten sei im Fußball kein Platz, hieß es abschließend. Der baden-württembergische Innenminister Manuel Hagel verurteilte die Szenen. „Das war heute in Mannheim kein normales Derby“, erklärte der CDU-Politiker. „Wer den Fußball als Bühne für Gewaltexzesse missbraucht, andere Fans mit Absicht in Gefahr bringt und vor allem auch Sicherheitskräfte verletzt, ist kein Fan, sondern ein Krimineller. Genau so werden wir diese Typen auch behandeln, um Recht und Ordnung in unseren Stadien durchzusetzen.“ Zugleich lobte Hagel die Einsatzkräfte. Die Polizei habe „Großartiges geleistet und meine volle Rückendeckung“, sagte er. Die Mannheimer Polizei sei „hochprofessionell vorbereitet“ gewesen.
Die Polizei selbst teilte mit, dass 35 Beamte verletzt und mehrere Fußballfans vorläufig festgenommen worden seien. Insgesamt mussten 85 Personen medizinisch betreut werden, acht von ihnen wurden zur weiteren Behandlung ins Krankenhaus gebracht. Bei den im Krankenhaus behandelten Blessuren handelt es sich einer Sprecherin zufolge nach derzeitigem Kenntnisstand um leichte Verletzungen. Die Polizei ermittelt wegen Beleidigungen, Körperverletzung, Sachbeschädigung, Landfriedensbruchs, tätlichen Angriffs auf Polizeibeamte sowie Verstößen gegen das Sprengstoffgesetz.
Waldhofs Mota: FCK-Coach Lieberknecht hat mich bedroht
Auch zwischen den Trainern beider Vereine hatte es während des Spiels eine Auseinandersetzung gegeben. Waldhofs Mota verweigerte FCK-Trainer Lieberknecht daraufhin nach Abpfiff den Handschlag und erklärte dies auf der folgenden Pressekonferenz: „Ich bin kein Heuchler. Wenn mich jemand während des Spiels attackieren will, und mir danach die Hand geben will. Es sieht dann zwar gut aus, aber so ist es für mich nicht. Man muss sich während des Spiels benehmen“, wird der Portugiese von der „Bild“ zitiert.
„Wenn mich jemand während des Spiels bedroht, und mir danach die Hand geben möchte, um zu sagen: ‚Gut gespielt, wir haben gewonnen’. Ich habe keine zwei Gesichter. Ich habe nur ein Gesicht. Ich respektiere jeden. Ich gebe alles für einen Sieg, der andere Trainer auch. Aber nicht jemanden bedrohen. So ist es nicht. Ich bin kein Heuchler, ich schüttele keine Hände, nur damit es vor der Kamera gut aussieht.“
So lief das Spiel zwischen Waldhof Mannheim und dem FCK
Auch auf dem Feld ging es ordentlich zur Sache. Die Roten Teufel - in dieser Saison noch ohne Pflichtspieltor - hatten zwar mehr Kontrolle über das Spiel. Die besseren Möglichkeiten erspielten sich jedoch erst einmal die Mannheimer. Erst vergab Kushtrim Asallari (12.) aus kurzer Distanz und nach einer knappen halben Stunde scheiterte Julian Rieckmann. Kurz vor der Pause übte dann auch Kaiserslautern mehr Druck aus, blieb aber glücklos.
Der zweite Durchgang begann mit Verspätung - erneut war Pyrotechnik der Auslöser für die Verzögerung. Allerdings erklärte das Polizeipräsidium Mannheim auf „dpa“-Anfrage, die Bilanz des Einsatzes rund um das Carl-Benz-Stadion sei zumindest bis zur Eskalation nach der regulären Spielzeit „positiv“ und „ohne nennenswerte Zwischenfälle“ verlaufen.
Doch im Stadion sah es dann ganz anders aus. Nach einer Rudelbildung der Spieler und weiteren Feuerwerkskörpern aus dem FCK-Block in Richtung der Sitzplatztribünen sowie der Spieler und Polizisten stand die Fortsetzung des Spiels auf der Kippe. Mit etwa 20-minütiger Verspätung pfiff Schröder die Verlängerung dann aber doch wieder an. Bei weiteren Ausschreitungen wäre die Partie abgebrochen worden.
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Letzte Beiträge Newsforum
Ich sehe hier die Verantwortung tatsächlich auf dem Platz.
Die Situation ist eskaliert, als es auf dem Platz eskalierte.
Dafür gibt es Kapitäne.
Wenn dann ein Lieberknecht, der schon zu Darmstadtzeiten negativ als Trainer auffiel, einem Ritter die binde gibt, der halt auch in diese kerne schlägt, beim Derby letzte Woche beide schon in die gleiche kerbe schlugen...
Wundert es da wirklich, das Ritter gestern die Situation eskalieren ließ?
Schade das er mit seiner Hinterfotzigkeit dann doch immer so davon kommt und das nicht in Summe mal sanktioniert wird.
Auch im Nachgang kann man noch rote Karten an Trainer und Spieler verteilen; - beim gestrigen Spiel wäre das wohl angebracht.
Ich sehe die Verantwortung schon deswegen nicht auf dem Platz, weil es für mich eine freie Entscheidung meines Willens ist, ob ich die Rangelei zwischen zwei Spielern als Angriff auf mich sehe oder nicht. Diese Leute fahren doch mit der vollen Absicht dahin, medial möglichst auffällig "ihr Reich zu repräsentieren" und ihre Vormachtstellung.
Wie gesagt, es ist freier Wille.
Gleiche "Fans" würden ja bei Edeka auch keine Leuchtspurgeschosse in die Obsttheke feuern, wenn sich zwei Kunden auf dem Parkplatz um einen Parkplatz rangeln. Wohl auch dann nicht, wenn der eine Kunde ein heimischen Nummernschild hat und der andere nicht.
Da scheint die Impulskontrolle ja zu greifen. Vielleicht wäre es ihnen bei zwei Kindern auf der Rückbank auch zu peinlich.
Freier Wille und ein Edekavergleich der 0,0 passt... Hmm
Also das die Emotionen schon hoch sind, sagt schon die Beschreibung Derby, sonst wären ja gar nicht so viele Polizisten Vorort gewesen zb.
Die Frage ist, ob man als verantwortliche auf dem Platz die Situation eskalieren lässt, oder Derby annimmt aber den Anstand hat, dabei keine Grenze zu überschreiten.
Rudelbildung ist für mich so ein Verhalten.
Natürlich kann man an die Intelligenz jedes einzelnen Fans appellieren, deswegen nicht durchzudrehen. Da ich hier aber mit anderen fussballfans diskutiere gehe davon aus das man Emotionen rund um Fussball schon auch nachvollziehen kann.
Ich für meinen Teil bleibe dabei: Auslöser, das die Stimmung übergekippt ist, war die Rangelei, ausgelöst durch M.Ritter.
Da ich ein Fan von Verursacherprinzip bin, würde ich da mit der Strafe anfangen.
Da bin ich halt komplett anderer Meinung. Es ist ja nicht so, dass ich erst seit gestern Fußballfan bin.
Ich für meinen Teil bin der Meinung, dass ich als Fan, der schon Leuchtspurgeschosse dabei hat, natürlich auch die Situation sucht, diese zu benutzen.
Auch die Lauterer zeigen ja in ihren Videos, wie sie noch vir Spielbeginn mit Pyros und schon aufgesetzten Sturmhauben den Block entern (in dem keiner ist). Da ist ja noch nicht mal ein Spieler auf dem Rasen.
Und ich kenne die totale Emotion in Sachen Fußball mehr als genug. Aber diese totale Emotion und Eskalation gibt es beim Eishockey genauso. Nur nimmt sich da keiner raus, Menschen verletzen zu dürfen. Und im Eishockey geht es auf dem Eis noch anders zur Sache.
Ich bleibe dabei, es ist nicht ein Spieler oder eine Rudelbildung der Auslöser, warum ich Raketen auf den Rasen oder in die Nachbarblöcke feuere, sondern der davon unabhängig gesteuerte Impuls, das tun zu wollen.
Ich sehe hier die Verantwortung tatsächlich auf dem Platz.
Die Situation ist eskaliert, als es auf dem Platz eskalierte.
Dafür gibt es Kapitäne.
Wenn dann ein Lieberknecht, der schon zu Darmstadtzeiten negativ als Trainer auffiel, einem Ritter die binde gibt, der halt auch in diese kerne schlägt, beim Derby letzte Woche beide schon in die gleiche kerbe schlugen...
Wundert es da wirklich, das Ritter gestern die Situation eskalieren ließ?
Schade das er mit seiner Hinterfotzigkeit dann doch immer so davon kommt und das nicht in Summe mal sanktioniert wird.
Auch im Nachgang kann man noch rote Karten an Trainer und Spieler verteilen; - beim gestrigen Spiel wäre das wohl angebracht.
Ich sehe die Verantwortung schon deswegen nicht auf dem Platz, weil es für mich eine freie Entscheidung meines Willens ist, ob ich die Rangelei zwischen zwei Spielern als Angriff auf mich sehe oder nicht. Diese Leute fahren doch mit der vollen Absicht dahin, medial möglichst auffällig "ihr Reich zu repräsentieren" und ihre Vormachtstellung.
Wie gesagt, es ist freier Wille.
Gleiche "Fans" würden ja bei Edeka auch keine Leuchtspurgeschosse in die Obsttheke feuern, wenn sich zwei Kunden auf dem Parkplatz um einen Parkplatz rangeln. Wohl auch dann nicht, wenn der eine Kunde ein heimischen Nummernschild hat und der andere nicht.
Da scheint die Impulskontrolle ja zu greifen. Vielleicht wäre es ihnen bei zwei Kindern auf der Rückbank auch zu peinlich.
Freier Wille und ein Edekavergleich der 0,0 passt... Hmm
Also das die Emotionen schon hoch sind, sagt schon die Beschreibung Derby, sonst wären ja gar nicht so viele Polizisten Vorort gewesen zb.
Die Frage ist, ob man als verantwortliche auf dem Platz die Situation eskalieren lässt, oder Derby annimmt aber den Anstand hat, dabei keine Grenze zu überschreiten.
Rudelbildung ist für mich so ein Verhalten.
Natürlich kann man an die Intelligenz jedes einzelnen Fans appellieren, deswegen nicht durchzudrehen. Da ich hier aber mit anderen fussballfans diskutiere gehe davon aus das man Emotionen rund um Fussball schon auch nachvollziehen kann.
Ich für meinen Teil bleibe dabei: Auslöser, das die Stimmung übergekippt ist, war die Rangelei, ausgelöst durch M.Ritter.
Da ich ein Fan von Verursacherprinzip bin, würde ich da mit der Strafe anfangen.
- Geb./Alter:
- 23.10.2006 (19)
-
Nat.:
- Akt. Verein:
- 1.FC Kaiserslautern
- Vertrag bis:
- 30.06.2027
- Position:
- Linksaußen
- Marktwert:
- 1,00 Mio. €
- Geb./Alter:
- 26.03.1979 (47)
-
Nat.:
- Akt. Verein:
- SV Waldhof Mannheim
- Aktuelle Funktion:
- Trainer
- Im Amt seit:
- 01.07.2026
- Geb./Alter:
- 01.08.1973 (53)
-
Nat.:
- Akt. Verein:
- 1.FC Kaiserslautern
- Aktuelle Funktion:
- Trainer
- Im Amt seit:
- 23.04.2025
- Gesamtmarktwert:
- 29,30 Mio. €
- Wettbewerb:
- 2. Bundesliga
- Tabellenstand:
- 14.
- Trainer:
- Torsten Lieberknecht
- Kadergröße:
- 29
- Letzter Transfer:
- Alex Murphy
- Gesamtmarktwert:
- 7,78 Mio. €
- Wettbewerb:
- 3. Liga
- Tabellenstand:
- 7.
- Trainer:
- Rui Mota
- Kadergröße:
- 30
- Letzter Transfer:
- Joey Müller








