27.07.2026 - 09:11 | Quelle: FussiFreunde | Lesedauer: unter 6 Min.
Altona 93
Luis Jahraus
Jahraus und Kobert netzen 

Kömürcü verletzt, Arlt hadert mit Schiri-Linie: Altona 93 dreht Topspiel am Kiesbarg

Kömürcü verletzt, Arlt hadert mit Schiri-Linie: Altona 93 dreht Topspiel am Kiesbarg
©noveski.com

Es war der Start, den sich der FC Süderelbe nicht nur gewünscht, sondern vermutlich auch erträumt hat. Vor 890 Zuschauern am Kiesbarg sorgte eine traumhafte Stafette für die frühe Führung gegen Altona 93 (alle Highlights im LIVE-Ticker). Eine Halbfeld-Flanke von Joscha Oguazu, der von den Altonaern immer wieder nur durch Foulspiele zu stoppen war, verlängerte Osman Güraltunkeser artistisch per Hacke auf Can Kömürcü. Der Rückkehrer, der beim ETSV Hamburg eine tragende Säule in der Meister-Mannschaft war, zeigte daraufhin seine ganze technische Klasse, zog den Ball mit der Sohle an seinem Gegenspieler vorbei, ließ ihn ins Leere rutschen und veredelte cool zum 1:0 (8.).



„Süderelbe ist besser ins Spiel gekommen und verdient in Führung gegangen“, musste AFC-Coach Jan-Philipp Rose eingestehen. Und auch Süderelbe-Trainer Stefan Arlt fand seine Equipe „bis zum ersten Tor gut“. Die Freude war allerdings nur von ganz kurzer Dauer. Denn keine 60 Sekunden später hatte der Regionalliga-Absteiger die passende Antwort parat: Luis Jarhaus setzte eine Ablage von Michael Kobert trocken aus 15 Metern ins linke Toreck – 1:1 (9.). „Der Ausgleich fiel viel zu schnell und viel zu einfach“, haderte Arlt. „Danach haben wir das Momentum verloren und waren nicht entschlossen genug.“


Can Kömürcü, FC Süderelbe, 2026
Can Kömürcü bejubelt seinen frühen Führungstreffer. Foto: noveski.com


Unterschiedsspieler Kömürcü verletzt raus


Hinzu kam ein weiterer herber Rückschlag: Ohne Fremdverschulden verletzte sich Torschütze Kömürcü am Oberschenkel und musste raus (34.). „Nach der Verletzung von Can haben wir schon einen Moment gebraucht, um unseren Rhythmus wiederzufinden“, war das fehlende spielerische Element ohne den Denker und Lenker deutlich erkennbar. „Da geht wesentlich mehr“, konstatierte Arlt, der bei Kömürcü einen „fetten Muskelfaserriss“ prognostizierte. „Can ist natürlich ein Unterschiedsspieler“, wünschte auch sein Ex-Coach Rose dem 26-Jährigen eine schnelle Genesung.


Luis Jahraus, Altona 93, 2026
Luis Jahraus mit der direkten Antwort - 1:1. Foto: noveski.com


"Vorsichtig gesagt, hatte Altona etwas mehr Spielglück"


Und dann gab es aus Arlts Sicht auch noch „zwei Fakten, die man nicht verschweigen kann“, sprach er damit auf „die Art und Weise, wie Foulspiele geahndet worden sind“, an – und befand: „Da hatte Altona etwas mehr Spielglück, um das mal vorsichtig zu sagen.“ Insbesondere Abdul Rauf, der von Oguazu immer wieder vor große Probleme gestellt wurde, hatte schlichtweg Riesenglück, dass sein Trainer in der Pause noch die Option hatte, den 24-jährigen mit seiner Auswechslung vor einem Platzverweis zu schützen. Ähnliches galt für Tayfun Can. „Beide waren sehr viel in Zweikämpfe verwickelt“, huschte Rose ein leichtes Schmunzeln über die Lippen. „Für uns war klar, dass wir in der Halbzeit wechseln werden. Es gab auch die Überlegung, das schon vorher zu tun“, gab Rose unumwunden zu. „Aber Abdul hat gesagt, dass er aufpasst. In der Halbzeit mussten wir jedoch reagieren“, leistete sich Rauf, der für sein drittes Vergehen die erste Gelbe Karte sah, in der Folge noch etliche weitere Foulspiele, die durchaus gelbwürdig waren.


Can Kömürcü, FC Süderelbe, 2026
Can Kömürcü muss verletzt ausgewechselt werden. Gute Besserung! Foto: noveski.com


"Auf der anderen Seite war die Toleranzgrenze größer"


„Das macht dann schon was, wenn Joscha von seinen 13 Wellen mindestens elfmal zu Boden gebracht wird. Das war ein ganz entscheidender Faktor. Und der hat sich durch das ganze Spiel gezogen. Bei uns gab es für die erste Aktion Gelb. Auf der anderen Seite war die Toleranzgrenze etwas größer“, haderte Arlt – und stellte fest: „Das muss man aber auch können, sich das immer wieder zu trauen. Das hat Altona getan.“ Für den Übungsleiter der Hausherren waren zudem „zwei glasklare Elfmeter dabei. Einmal wurde in der Luft gezogen, einmal geklammert. Das kann man schon mal pfeifen.“ Stattdessen wendete der AFC kurz nach der Pause das Blatt, als Pascal El-Nemr stark initiierte und Jahraus sich bei Kobert mit der Vorlage revanchierte – 1:2 (55.)!


Abdul Rauf, Joscha Oguazu, 2026
Das nächste Foul des bereits gelbverwarnten Abdul Rauf gegen Joscha Oguazu an der Strafraumgrenze. Foto: noveski.com


"Ein paar Grenzen aufgezeigt bekommen"


„Trotzdem fand ich die Moral unserer Jungs überragend. Wir haben alles nach vorne geschmissen. Ein Unentschieden wäre schon gerecht gewesen. Und wir hätten auch einen Elfmeter genommen, um das 2:2 zu machen. Aber es sollte heute nicht sein“, verpasste vor allem Ardit Demiri mit dem Schlusspfiff den möglichen Ausgleichstreffer (90. +8). Und obwohl er die Moral seiner Mannen lobte, meinte Arlt im Nachgang: „Wir haben heute schlechter gespielt als in der Vorbereitung. Unser eigentlicher Ansatz ist ja, auf dem Platz Fußball zu spielen. Wir wollen den Ball haben. Was das Thema betrifft, haben wir ein paar Grenzen aufgezeigt bekommen. Auch durch ein paar Einflüsse, die wir nicht so gut steuern konnten, weil wir da so ein bisschen von den Unparteiischen abhängig waren. Aber wir können noch dominanter sein, noch besser Fußball spielen, und den Gegner noch besser in die Räume bekommen, in die wir ihn haben wollen, um durchzubrechen.“


FC Süderelbe, Altona 93, 2026
Schiedsrichter Gerhard Alexander Ludolph bei Jan-Philipp Rose, während Abdul Rauf bei Dominik Kopmann (li.) um Gnade bittet. Foto: noveski.com


"Wenn man sich das Spiel anguckt, waren es Kleinigkeiten"


Im Duell zweier Aspiranten auf eine absolute Top-Platzierung behielt Altona 93 knapp die Oberhand. „Wenn man sich nur das Ergebnis anguckt, kann man sagen, dass wir noch relativ weit weg sind, um so ein Spiel zu gewinnen. Aber wenn man sich das Spiel im Detail anguckt, dann waren es Kleinigkeiten. So ist das eben manchmal. Hätten wir das Spiel gewonnen, wäre alles super gewesen. Dann hätte es geheißen, wir sind schon bei 100 Prozent und schlagen den Top-Favoriten, der die Meistertrainer geholt hat. Aber wir haben alles reingehauen“, bilanzierte Arlt.


Michael Kobert, Altona 93, 2026
Der Siegtreffer: AFC-Neuzugang Michael Kobert bleibt ganz cool. Foto: noveski.com


"Haben das gezeigt, wofür unser Fußball und Altona stehen"


Während sein Gegenüber betonte: „Hier ist es nicht einfach, zu gewinnen. Süderelbe hat viele sehr gute, neue Spieler, die wir auch gerne gehabt hätten. Aber da konnten wir finanziell nicht mithalten“, sorgte jene Aussage für Gesprächsstoff. Nichtsdestotrotz: „Wir haben eine super Mentalität und einen guten Charakter gezeigt. Das, wofür unser Fußball und wofür Altona stehen: Für Intensität, attraktiven Fußball und Leidenschaft. Das war ein guter Einstand mit einem Sieg gegen einen Top-Favoriten. Ich bin unfassbar stolz auf die Jungs, wie sie gefightet, wie sie Fußball gespielt, und wie sie das am Ende auch wegverteidigt haben“, schwärmte Rose von seinen Schützlingen – und sah dennoch „noch viel Luft nach oben“.



Die komplette Pressekonferenz mit beiden Trainern im Video:



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Autor
DennisKo87
Dennis Kormanjos
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Alle Beiträge des Autors
Luis Jahraus
Altona 93
Luis Jahraus
Geb./Alter:
04.07.2005 (21)
Nat.:  Deutschland
Akt. Verein:
Altona 93
Vertrag bis:
-
Position:
Linksaußen
Marktwert:
-
Michael Kobert
Altona 93
Michael Kobert
Geb./Alter:
14.03.1996 (30)
Nat.:  Deutschland
Akt. Verein:
Altona 93
Vertrag bis:
-
Position:
Mittelstürmer
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-
Can Kömürcü
FC Süderelbe
Can Kömürcü
Geb./Alter:
k. A. (26)
Nat.:  Deutschland
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FC Süderelbe
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-
Position:
Defensives Mittelfeld
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Stefan Arlt
FC Süderelbe
Stefan Arlt
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k. A. (61)
Nat.:  Deutschland
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FC Süderelbe
Aktuelle Funktion:
Trainer
Vertrag bis:
30.06.2026
Im Amt seit:
01.07.2020
Jan-Philipp Rose
Altona 93
Jan-Philipp Rose
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Aktuelle Funktion:
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01.07.2026
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-
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Stefan Arlt
Kadergröße:
26
Letzter Transfer:
Dominik Akyol
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-
Wettbewerb:
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30
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