Eintracht Braunschweig Eintracht Braunschweig
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Sa., 09.05.2026
Eintracht Braunschweig
Forum E. Braunschweig
14. Tabellenplatz  
SG Dynamo Dresden
Dynamo Dresden Forum
13. Tabellenplatz  

Daten

Eintracht Braunschweig   SG Dynamo Dresden
Lars Kornetka L. Kornetka Trainer T. Stamm Thomas Stamm
20,63 Mio. € Gesamtmarktwert 18,93 Mio. €
24,3 ø-Alter 26,0

Gesamtbilanz: 2. Bundesliga

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wahretabelle

33. Spieltag: Eintracht Braunschweig - SG Dynamo Dresden

03.05.2026 - 16:08 Uhr
  Umfrage
  % Stimmen
aBSteiger
 24,0  6
aBSeits
 24,0  6
aBSolut hoffnungslos
 52,0  13
Gesamt: 25

Die Umfrage ist abgelaufen.

Also ganz ehrlich, mir fehlen langsam wirklich die Worte und das will bei mir schon etwas heißen. 32 Spieltage sind gespielt und wir stehen wieder exakt da, wo wir gefühlt seit Jahren stehen, nämlich mit dem Rücken zur Wand, ohne klaren Plan und ohne erkennbare Entwicklung. Vier Jahre hintereinander dasselbe Schauspiel. Vier Jahre Hoffnung, vier Jahre Enttäuschung. Und das Schlimmste daran ist, dass man sich inzwischen nicht mal mehr wundert.

Andere Vereine entwickeln sich weiter, bauen Strukturen auf, treffen bessere Entscheidungen und ziehen an uns vorbei, während wir uns hier jedes Jahr aufs Neue im Kreis drehen. Wobei „im Kreis drehen“ fast schon zu positiv formuliert ist. Es geht eher rückwärts. Stück für Stück. Leise, aber konsequent. Und keiner scheint es wirklich aufzuhalten.

Zweimal in dieser Saison das Derby verloren. Preußen Münster schenkt man einfach sechs Punkte, als wäre es ein Freundschaftsdienst. Und jetzt stehst du wieder da und bist darauf angewiesen, dass andere für dich die Kastanien aus dem Feuer holen. Das ist kein Pech mehr, das ist auch keine Phase. Das ist ein strukturelles Problem, das sich durch den ganzen Verein zieht.

Und wenn man ehrlich ist, fing das Ganze nicht erst gestern an. Seit dem überraschenden Abstieg 2018 ist hier doch nichts mehr wirklich sauber gelaufen. Das, was Torsten Lieberknecht über Jahre aufgebaut hat, ist damals in sich zusammengefallen und er selbst hat sich mit diesem Abstieg auch ein Stück weit sein eigenes Erbe beschädigt. Und der Verein hat es danach nicht geschafft, das aufzufangen. Im Gegenteil. Wir haben uns bis heute nicht davon erholt und wenn man ehrlich ist, wirkt es auch nicht so, als würden wir es in absehbarer Zeit noch schaffen.

Im Präsidium, im Aufsichtsrat, auf sportlicher Ebene, überall wird seit Jahren verwaltet statt gestaltet. Da wird viel geredet, viel beschwichtigt, viel auf Zusammenhalt und Geduld verwiesen. Klingt immer schön, hilft aber genau null, wenn auf dem Platz Woche für Woche dieselbe Grütze abgeliefert wird. Auch Benjamin Kessel wird sich daran messen lassen müssen. Gute Ansätze hin oder her, am Ende zählt, was unten rauskommt. Und das ist seit Jahren einfach zu wenig.

Und dann diese Mannschaft. Es ist ja nicht so, dass da komplett talentfreie Spieler auf dem Platz stehen. Die können schon kicken, das haben sie immer mal wieder angedeutet. Aber was bringt dir das, wenn du es einfach nicht konstant auf den Platz bekommst. Wenn du nach einem ordentlichen Spiel wieder komplett einbrichst, als hätte man dir den Stecker gezogen. Es fehlt an Führung, es fehlt an Klarheit, es fehlt an Mentalität. Stattdessen bekommst du Verunsicherung, einfache Fehler und Auftritte, bei denen du dich ernsthaft fragst, ob die überhaupt verstanden haben, worum es geht.

Dresden ist da nur das nächste Beispiel. Vor ein paar Monaten noch abgeschlagen hinter uns und jetzt fast durch. Natürlich. Es passt einfach ins Bild. Die entwickeln sich, wir bauen ab. Und am Ende schauen wir wieder dumm aus der Wäsche und fragen uns, wie das passieren konnte.

Aber das Problem sitzt doch viel tiefer. Schau dir doch mal den gesamten Verein an. Ein Nachwuchsleistungszentrum, in dem die Juniorenmannschaften Woche für Woche auf die Fresse bekommen. Eine U23, die in der Oberliga ernsthaft gegen den Abstieg spielt. Das ist die Basis, auf der hier etwas wachsen soll. Wie soll das funktionieren?

Und dann dieses leidige Thema mit den immer gleichen Gesichtern. Ständig werden ehemalige Spieler in irgendwelche Rollen geholt, als wäre „Stallgeruch“ hier die wichtigste Qualifikation überhaupt. Hauptsache, man kennt den Verein, hat irgendwann mal das Trikot getragen und kann in Interviews erzählen, wie viel einem die Eintracht bedeutet. Klingt alles wunderbar romantisch, bringt sportlich aber seit Jahren exakt gar nichts. Talent? Fachliche Qualität? Frische Ideen? Fehlanzeige. Stattdessen dreht sich alles im eigenen Saft, man bestätigt sich gegenseitig und verkauft Identifikation als Konzept. Die Realität ist aber, dass die Arbeit am Ende einfach nicht gut genug ist. Aber Hauptsache, man fühlt sich wohl im eigenen Kosmos. Genau das ist doch ein Teil des Problems.

Dann dieses Stadion. Eine absolute Bruchbude. Das hat mit modernem Fußball nichts mehr zu tun. Diese Tartanbahn, die jede Atmosphäre im Keim erstickt, diese Sichtverhältnisse, bei denen du dich teilweise fragst, ob du überhaupt noch im Stadion bist oder irgendwo hinter einem Zaun stehst. Das ist einfach nicht mehr zeitgemäß. Und dann wundert man sich, warum der Verein nach außen nicht mehr zieht.

Jedes Jahr neue Spieler, jedes Jahr ein neues Gesicht im Kader, aber auf dem Platz immer dasselbe Bild. Ideenlos, verunsichert, ohne klare Linie. Das ist kein Zufall mehr. Das ist ein strukturelles Problem. In diesem Verein, in dieser Stadt, vielleicht sogar in dieser ganzen Region, die sportlich längst den Anschluss verloren hat und ihn vermutlich auch nicht mehr so schnell wiederfinden wird.

Vielleicht sehe ich das alles zu kritisch. Vielleicht ist die Wahrheit auch einfach, dass wir gar kein Zweitligaverein mehr sind. Vielleicht sind wir genau das, was wir aktuell darstellen. Ein mittelmäßiger Drittligist, der sich ab und zu nach oben mogelt, aber eigentlich nichts mehr hat, was ihn wirklich besonders macht. Nichts, was Spieler anzieht. Nichts, was Gegner beeindruckt.

Die glorreichen Jahre sind längst vorbei. Bundesliga ist hier auf lange Sicht komplett unrealistisch. Vielleicht muss man sich einfach damit abfinden, dass man nur noch ein Provinzverein ist, der irgendwo im Mittelfeld der dritten Liga herumdümpelt und sich gelegentlich nach oben träumt.

Und das vielleicht Schlimmste an der ganzen Entwicklung ist, dass bei mir, und ich bin mir sicher auch bei vielen anderen, langsam eine gefährliche Gleichgültigkeit eintritt. Früher hat dich so ein Spieltag das ganze Wochenende beschäftigt, du warst wütend, enttäuscht, hast diskutiert, dich aufgeregt, konntest teilweise kaum abschalten. Heute sitzt du da, siehst denselben Mist zum x-ten Mal und denkst dir einfach nur noch: „Ja, passt schon, war ja klar.“ Und genau das ist der Punkt, an dem es richtig kritisch wird. Wenn den Leuten ein Verein egal wird, wenn die Emotionen langsam abstumpfen und man sich innerlich distanziert, dann verlierst du das, was Fußball eigentlich ausmacht. Diese Leidenschaft, dieses Mitfiebern, dieses völlige Drinsein. Stattdessen wird es zu einem beiläufigen Ereignis, das man sich anschaut, aber nicht mehr wirklich an sich heranlässt. Und mal ehrlich, wer will es den Leuten verdenken? Wenn du Jahr für Jahr denselben Ablauf erlebst, dieselben Fehler, dieselben leeren Versprechen und am Ende wieder denselben Abstiegskampf, dann stumpfst du zwangsläufig ab. Irgendwann schützt du dich selbst davor, dich wieder komplett reinzusteigern, weil du genau weißt, wie es endet. Das ist kein bewusster Prozess, das passiert einfach. Und genau das ist das Gefährlichste für einen Verein. Nicht die Wut, nicht die Kritik, nicht die Pfiffe. Sondern dieses Schulterzucken, dieses „ist mir egal geworden“. Denn wenn dieser Punkt einmal bei einer breiten Masse erreicht ist, wird es verdammt schwer, die Leute wieder zurückzuholen. Dann bleiben die Diskussionen aus, die Emotionen verschwinden, die Bindung wird schwächer. Und irgendwann sitzt du im Stadion oder vor dem Fernseher und merkst, dass dich das alles gar nicht mehr so trifft wie früher. Und das ist ein verdammt bitteres Gefühl.

Dieser Verein wirkt einfach am Ende. Und wenn wir dieses Jahr absteigen, dann ist das keine Ungerechtigkeit, sondern die logische Konsequenz aus Jahren voller Fehler, falscher Entscheidungen und fehlender Entwicklung. Und das Bitterste daran ist, dass es außerhalb von Braunschweig vermutlich niemanden interessieren wird. Fußball-Deutschland wird uns keine Träne hinterherweinen.

Das ist die Realität. Das ist die Wahrheit. Und langsam wird es Zeit, ihr ins Auge zu sehen.

Gute Nacht, Eintracht Braunschweig…

•     •     •

Domi Kumbela – Dennis Kruppke
Mirko Boland
Norman Theuerkauf - Marc Pfitzner
Damir Vrancic
Ken Reichel – Deniz Dogan – Ermin Bicakcic – Benjamin Kessel
Jasmin Fejzic

Trainer: Torsten Lieberknecht

Ein Jahrzehnt voller Herz, Leidenschaft und Löwenmut – Danke für alles!
Es ist unnötig, mit Leihspielern zu spielen. Einfach danken und verabschieden. Die Saison mit diesem Kader und der Jugendmannschaft beenden. Leihspieler sind nutzlos. Radikale Maßnahmen sind nötig.
Keine Ahnung, wen man überhaupt aufstellen sollte.
Dass wir in Kiel verlieren war klar, da Kiel jeden in dieser Liga aktuell gefährlich kommen konnte.
Aber egal.

Ich hoffe es gibt endlich eine Veränderung in der IV, da ich Hoti wirklich schlecht fand, und es mit Frenkert (ein bisschen) besser wurde.

Es ist eigentlich traurig, dass man mittlerweile darauf hoffen muss, dass die Konkurrenz noch schlechter spielt, als man selbst und dadurch irgendwie drinnen bleibt.
Gegen Dresden muss jetzt der dreier her, mit welchem man laut meiner Rechnung am Ende wieder auf dem 15. Platz landet. Wenn man gegen Dresden allerdings verliert, ist für mich die Saison vorbei und Braunschweig ist Drittligist.
Das Spiel gegen Schalke kann man auch höchsten komplett besoffen verfolgen, da ich an eine Wiederholung aus der letzten Saison denke.


Das letzte bisschen Hoffnung beruht darauf, dass Düsseldorf schlechter ist als wir und wir dadurch (mit dem größten Glücksbringer der Welt) den 16. Platz sicher haben.



Danke an @Peter_Sillje du hast das echt gut zusammengefasst.
Man entwickelt langsam echt eine Egal-Haltung.

Euch noch einen schönen Restsonntag👋
Dieser Beitrag wurde zuletzt von EBSforever1895 am 03.05.2026 um 18:48 Uhr bearbeitet
Bringt diesen Saftladen endlich dahin, woran ihr seit ganzen 4 jämmerlichen Jahren arbeitet.
Scheiß egal wer spielt, es juckt sowieso nicht mehr.

Ich erhoffe ein 1:1, tippe auf ein 0:5, nagut - 1:5.

Dieser Bummsschuppen ist nicht die geile Braut die alle haben wollen, sondern die letzte Option die um 05:00 Uhr morgens im Joker übrigblieb - nur damit man nicht alleine nach Hause muss. Aussehen, Geruch? Egal - so lange die Flinte juckt.

Ich bete zu Gott das danach wirklich der Kubus auseinandergeschraubt wird - es reicht einfach so dermaßen hin. 0 Innovation - weder im sportlichen, noch im finanziellen. Es tut mir einfach wahnsinnig leid um die ganzen Mitarbeiter, die es am Ende ausbaden müssen.

NLZ ist nur aus Lizenzgründen da.
Vereinsführung hat nicht genug gehabt, den DRK in Salzgitter an die Wand zu fahren - man macht einfach weiter. Und der AR? Setzt sich in die Loge und klopft sich auf die Schulter.
Und Don Kessel? WIR HABEN DOCH DIE QUALITÄT.

Ach ja - haltet mich auf dem laufenden. Ich werde mir die letzten 2 Spiele maximal entspannt aus dem fernen Mauritius ansehen.. Tschöööö smile

•     •     •

Am Ende fragt man sich immer woran es jelegen hat!

Dieser Beitrag wurde zuletzt von PASUBS am 03.05.2026 um 20:20 Uhr bearbeitet
Saisonendphasen können wir ja traditionell gut. Wird wahrscheinlich so laufen wie gegen Elversberg, Würzburg oder Regensburg in den vergangenen Spielzeiten.
Eine hervorragende Einleitung, die analytisch die Probleme der letzten Jahre im Kern trifft. Danke Peter (auch wenn wir nicht immer einer Meinung sind).

Gegen Dresden hilft nur Kampf, Kampf, Kampf - ohne sich eine rote Karte abzuholen. Die drei Punkte müssen irgendwie her. Düsseldorf hat es auch geschafft - mir fehlt allerdings der Glaube, dass es klappen wird. Trainer und Mannschaft stehen absolut in der Pflicht - und selbst, wenn wir gewinnen, ist noch gar nichts gewonnen. In diese Situation hat sich der Verein mal wieder selbst gebracht. Und als Fan meiner Eintracht tut es nur weh. Natürlich kann man als Verdrängung auf Gleichgültigkeit ausweichen, aber das löst das eigentliche Problem nicht. Wenn das Herz für Eintracht schlägt, dann ist der praktizierte Dilettantismus der letzten Jahre nur noch schmerzhaft. Es gibt dort sicherlich auch einige wenige Ausnahmen. Aber wenn mehr als 50% der Spielerverpflichtungen Fehleinkäufe sind, dann gilt es, den Zuständigen zu hinterfragen. Wenn der Aufsichtsrat nur verwaltet, anstatt anzuschieben und neue Gelder zu organisieren, dann ist er falsch am Platz.
Ich könnte noch stundenlang so weitermachen (Nachwuchs, Stadion, Sichtung) - das hat Peter aber schon in der Einführung getan.

Ich kann nur auf einen mehr als glücklichen Sieg gegen Dresden hoffen und dass alles andere pro Eintracht läuft. Ansonsten sind wir dieses Mal dran...
Wenn es uns erwischt, dann muss es auf jeden Fall Konsequenzen in den Strukturen geben - wenn nicht, dann aber auch. So geht es nicht weiter...

•     •     •

Einmal Löwe - immer Löwe
Tja, die Frage kann wirklich sein, setze ich Leihspieler ein oder die, wenn es die gibt, die noch Vertrag in der naechsten Saison haetten und sich reinschmeissen?

Wie in der Einleitung schon beschrieben, das schlimmste ist, das es mir mittlerweile egal ist, und wenn man es durch die ganz ehrliche sportliche Brille betrachtet, waere ein direkter Abstieg auch nicht unverdient.

Auch schlimm im ganzen Dilemma ist, das ich auch unter LK jetzt keine Anzeichen eines positiven Wandels sehe. Ich glaube den Trainerwechsel haette man sich sparen koennen.

Wie auch immer, lasst die spielen, die physisch und psychisch fuer so einen Fight bereit sind, schauen wir mal was rauskommt.

Da Eintracht in den letzten Jahren alle Do or Die Spiele verloren hat, haelt sich bei mir der Optimismus in Grenzen.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Xeintracht am 04.05.2026 um 08:47 Uhr bearbeitet
Was für einen Sieg spricht:

-


Was dagegen spricht:

- Eintracht immer besonders schlecht in Endspielen
- Unser Sturm ist harmlos
- Es kommt mit Dresden eine der besten Rückrundenmannschaften zu uns
Danke @Peter_Sillje für diese tolle Eröffnung. Du sprichst nicht nur mir, sondern auch anderen Fans aus der Seele.
Dieser Verein hat große strukturelle Probleme und solange diese nicht beseitigt werden, wird sich nichts ändern und wir werden weiterhin zwischen 3. Liga und Abstieg aus der 2. Liga pendeln. Eigentlich sollte man im neuen Jahr endlich mal einen Cut machen und endlich kompetente Mitarbeiter einstellen, anstatt weiterhin auf diesen „Stallgeruch“ zu pochen.

Pfitzner besitzt seit 2–3 Jahren seine UEFA-Pro-Lizenz und traut sich nicht, aus seinem Komfortbereich herauszukommen und endlich eigene Erfahrungen als Trainer zu sammeln. Stattdessen sitzt er lieber hier als Co-Trainer. Das kann ich absolut nicht nachvollziehen.

Das Gleiche gilt für Goslar und Fejzić. Irgendwann ist auch mal gut. Irgendwann sollte man selbst merken, dass es nicht mehr weitergeht und man endlich mal neue Gesichter in den Verein holen sollte, die vielleicht einen anderen Blick auf die Situation haben. Aber wenn man nur gute Freunde als Chefs hat, dann braucht man sich nicht wundern, dass es so läuft.

Denn es ist absolut egal, wer hier als Trainer eingestellt wird – jedes Mal kommt am Ende absolut gar nichts dabei heraus. Kornetka hat gut angefangen und es war richtig schön anzuschauen, wie Eintracht spielt. Mittlerweile sind wir genau da, wo wir unter DS und HB waren: ein grottenschlechtes Fußballspiel, bei dem man offensiv absolut nicht stattfindet und defensiv immer wieder für Patzer gut ist. Das ist ein wiederkehrendes Problem bei jedem Trainer hier. Und wenn das so ist, dann liegt das Problem mit Sicherheit irgendwo anders.

Zum Spiel:
Gegen Dresden ist das Endspiel der Saison. Wenn wir hier nicht gewinnen, dann gehen wir verdient runter. Denn entweder Fürth oder Düsseldorf wird mindestens 2–3 Punkte sammeln. Also ist ein Sieg Pflicht.

Da viele hier die gleiche Aufstellung präsentieren, habe ich mir gedacht, mal etwas anderes vorzuschlagen, obwohl ich mir auch sicher bin, dass wir im 4-2-3-1 spielen werden. Das Problem aktuell ist, dass wir keine guten Flügelspieler haben. Opoku und Sané sind verletzt und werden uns nicht mehr helfen können. Alidou ist weder Fisch noch Fleisch und Ranos ist mit seinen Gedanken irgendwo anders – aber mit Sicherheit nicht in Braunschweig.

Ich fand auch die Idee mit Heußer oder Marie auf RM/LM fürchterlich. Das sind keine Spieler, die Druck über Außen machen können. Die können vielleicht mal einen Ball schön weiterleiten, aber sich selbst außen durchsetzen? Fehlanzeige. Das gilt auch für Tempelmann, der eigentlich stark auf der 8er-Position war. Aber Kornetka hat ja seine „eigene Geschichte“. Vielleicht ist es dann sogar gut, dass Heußer gesperrt ist und man auf jeden Fall jemand anderen auf dieser Position spielen lassen wird.

Um mal etwas anderes vorzuschlagen: eine 3er-Kette mit Frenkert, Hoti und Ehlers. Dazu zwei offensive Außenverteidiger mit Sánchez und Aydın, die die fehlenden Flügelspieler kompensieren müssen.

Wichtig wäre für mich: Mijatovic und Yardımcı direkt zusammen starten lassen. Nicht in der 75. Minute, nicht in der 86. Minute – nein, direkt in der Startelf. Man muss Dresden sofort zeigen, dass die drei Punkte uns gehören und direkt Akzente setzen. Auch endlich mal aggressiv sein, mal eklig spielen, mal Emotionen zeigen. Es geht um den Klassenerhalt, verdammt nochmal!

Wenn ich dieses Freizeit-Fußball-Niveau in den letzten drei Wochen sehe, dann kriege ich Puls! Diese Mannschaft ist zu fein und zu brav, um im Abstiegskampf zu bestehen. Entweder ändert sich das jetzt oder wir brauchen gar nicht erst anzutreten. Und wenn sich gegen Dynamo nichts ändert, dann braucht man auch gar nicht erst nach Schalke zu fahren. Denn dann wird sich das wiederholen, was wir 2021 in Hamburg erlebt haben: eine peinliche Niederlage und der direkte Abstieg.

Mijatovic finde ich alleine da vorne komplett verloren. Das ist auch kein Wunder. Der Junge ist 1,74 m groß und sich gegen zwei Innenverteidiger mit über 1,90 m durchzusetzen ist extrem schwer. Daher sollte er Erencan als Unterstützung bekommen. Ständig beide Innenverteidiger unter Druck setzen – dann werden die Chancen schon kommen.

Das wäre zumindest eine Option, wie man offensiv gefährlicher werden könnte. Denn über Außen kommt aktuell nichts. Da fehlen einfach die Spieler, die Eins-gegen-eins-Situationen gewinnen und sich durchsetzen können. Wichtig wäre auch, dass Tempelmann richtig ins Spiel eingebunden wird. Er soll die beiden Stürmer mit Pässen füttern und für gefährliche Aktionen sorgen. Denn wie wir gegen Kiel gesehen haben: Selbst im 4-2-4 bist du harmlos, wenn du keine echten Chancen bekommst.

Am Ende des Tages ist mir egal, wie wir das Spiel gewinnen. Wenn wir nur mit einem Schuss aufs Tor die drei Punkte holen, dann soll es so sein. Klassenerhalt geht über alles. Und im Sommer würde man wahrscheinlich wirklich die letzte Chance bekommen, mit Kornetka etwas Vernünftiges aufzubauen. Ansonsten kann man den Laden echt abmelden.

Ich finde es auch so traurig, dass wir mittlerweile darüber sprechen, dass wir einen Aufsteiger zu Hause nicht schlagen können. Wo sind wir bitte angekommen, dass wir Angst vor Dynamo haben – die wir in dieser Saison bereits besiegt haben? Ja, das ist in der Rückrunde eine andere Mannschaft, aber das ist kein Bayern München oder PSG. Das ist eine 2.-Liga-Mannschaft, die gut harmoniert. Aber wenn man in so einer Situation nicht die drei Punkte holt, dann gute Nacht, Braunschweig.

Am Samstag werde ich mit Feuer und Flamme im Stadion sein und alles geben. Aber langsam schwindet die Lust und das Interesse an diesem ganzen Zirkus bei uns. Fußball soll Spaß machen und nicht dauerhaft schlechte Laune verbreiten.

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Eintracht Braunschweig
Sheffield Wednesday - CSA Steaua Bucuresti - Lyn Oslo
Zitat von Peter_Sillje
Also ganz ehrlich, mir fehlen langsam wirklich die Worte und das will bei mir schon etwas heißen. 32 Spieltage sind gespielt und wir stehen wieder exakt da, wo wir gefühlt seit Jahren stehen, nämlich mit dem Rücken zur Wand, ohne klaren Plan und ohne erkennbare Entwicklung. Vier Jahre hintereinander dasselbe Schauspiel. Vier Jahre Hoffnung, vier Jahre Enttäuschung. Und das Schlimmste daran ist, dass man sich inzwischen nicht mal mehr wundert.

Andere Vereine entwickeln sich weiter, bauen Strukturen auf, treffen bessere Entscheidungen und ziehen an uns vorbei, während wir uns hier jedes Jahr aufs Neue im Kreis drehen. Wobei „im Kreis drehen“ fast schon zu positiv formuliert ist. Es geht eher rückwärts. Stück für Stück. Leise, aber konsequent. Und keiner scheint es wirklich aufzuhalten.

Zweimal in dieser Saison das Derby verloren. Preußen Münster schenkt man einfach sechs Punkte, als wäre es ein Freundschaftsdienst. Und jetzt stehst du wieder da und bist darauf angewiesen, dass andere für dich die Kastanien aus dem Feuer holen. Das ist kein Pech mehr, das ist auch keine Phase. Das ist ein strukturelles Problem, das sich durch den ganzen Verein zieht.

Und wenn man ehrlich ist, fing das Ganze nicht erst gestern an. Seit dem überraschenden Abstieg 2018 ist hier doch nichts mehr wirklich sauber gelaufen. Das, was Torsten Lieberknecht über Jahre aufgebaut hat, ist damals in sich zusammengefallen und er selbst hat sich mit diesem Abstieg auch ein Stück weit sein eigenes Erbe beschädigt. Und der Verein hat es danach nicht geschafft, das aufzufangen. Im Gegenteil. Wir haben uns bis heute nicht davon erholt und wenn man ehrlich ist, wirkt es auch nicht so, als würden wir es in absehbarer Zeit noch schaffen.

Im Präsidium, im Aufsichtsrat, auf sportlicher Ebene, überall wird seit Jahren verwaltet statt gestaltet. Da wird viel geredet, viel beschwichtigt, viel auf Zusammenhalt und Geduld verwiesen. Klingt immer schön, hilft aber genau null, wenn auf dem Platz Woche für Woche dieselbe Grütze abgeliefert wird. Auch Benjamin Kessel wird sich daran messen lassen müssen. Gute Ansätze hin oder her, am Ende zählt, was unten rauskommt. Und das ist seit Jahren einfach zu wenig.

Und dann diese Mannschaft. Es ist ja nicht so, dass da komplett talentfreie Spieler auf dem Platz stehen. Die können schon kicken, das haben sie immer mal wieder angedeutet. Aber was bringt dir das, wenn du es einfach nicht konstant auf den Platz bekommst. Wenn du nach einem ordentlichen Spiel wieder komplett einbrichst, als hätte man dir den Stecker gezogen. Es fehlt an Führung, es fehlt an Klarheit, es fehlt an Mentalität. Stattdessen bekommst du Verunsicherung, einfache Fehler und Auftritte, bei denen du dich ernsthaft fragst, ob die überhaupt verstanden haben, worum es geht.

Dresden ist da nur das nächste Beispiel. Vor ein paar Monaten noch abgeschlagen hinter uns und jetzt fast durch. Natürlich. Es passt einfach ins Bild. Die entwickeln sich, wir bauen ab. Und am Ende schauen wir wieder dumm aus der Wäsche und fragen uns, wie das passieren konnte.

Aber das Problem sitzt doch viel tiefer. Schau dir doch mal den gesamten Verein an. Ein Nachwuchsleistungszentrum, in dem die Juniorenmannschaften Woche für Woche auf die Fresse bekommen. Eine U23, die in der Oberliga ernsthaft gegen den Abstieg spielt. Das ist die Basis, auf der hier etwas wachsen soll. Wie soll das funktionieren?

Und dann dieses leidige Thema mit den immer gleichen Gesichtern. Ständig werden ehemalige Spieler in irgendwelche Rollen geholt, als wäre „Stallgeruch“ hier die wichtigste Qualifikation überhaupt. Hauptsache, man kennt den Verein, hat irgendwann mal das Trikot getragen und kann in Interviews erzählen, wie viel einem die Eintracht bedeutet. Klingt alles wunderbar romantisch, bringt sportlich aber seit Jahren exakt gar nichts. Talent? Fachliche Qualität? Frische Ideen? Fehlanzeige. Stattdessen dreht sich alles im eigenen Saft, man bestätigt sich gegenseitig und verkauft Identifikation als Konzept. Die Realität ist aber, dass die Arbeit am Ende einfach nicht gut genug ist. Aber Hauptsache, man fühlt sich wohl im eigenen Kosmos. Genau das ist doch ein Teil des Problems.

Dann dieses Stadion. Eine absolute Bruchbude. Das hat mit modernem Fußball nichts mehr zu tun. Diese Tartanbahn, die jede Atmosphäre im Keim erstickt, diese Sichtverhältnisse, bei denen du dich teilweise fragst, ob du überhaupt noch im Stadion bist oder irgendwo hinter einem Zaun stehst. Das ist einfach nicht mehr zeitgemäß. Und dann wundert man sich, warum der Verein nach außen nicht mehr zieht.

Jedes Jahr neue Spieler, jedes Jahr ein neues Gesicht im Kader, aber auf dem Platz immer dasselbe Bild. Ideenlos, verunsichert, ohne klare Linie. Das ist kein Zufall mehr. Das ist ein strukturelles Problem. In diesem Verein, in dieser Stadt, vielleicht sogar in dieser ganzen Region, die sportlich längst den Anschluss verloren hat und ihn vermutlich auch nicht mehr so schnell wiederfinden wird.

Vielleicht sehe ich das alles zu kritisch. Vielleicht ist die Wahrheit auch einfach, dass wir gar kein Zweitligaverein mehr sind. Vielleicht sind wir genau das, was wir aktuell darstellen. Ein mittelmäßiger Drittligist, der sich ab und zu nach oben mogelt, aber eigentlich nichts mehr hat, was ihn wirklich besonders macht. Nichts, was Spieler anzieht. Nichts, was Gegner beeindruckt.

Die glorreichen Jahre sind längst vorbei. Bundesliga ist hier auf lange Sicht komplett unrealistisch. Vielleicht muss man sich einfach damit abfinden, dass man nur noch ein Provinzverein ist, der irgendwo im Mittelfeld der dritten Liga herumdümpelt und sich gelegentlich nach oben träumt.

Und das vielleicht Schlimmste an der ganzen Entwicklung ist, dass bei mir, und ich bin mir sicher auch bei vielen anderen, langsam eine gefährliche Gleichgültigkeit eintritt. Früher hat dich so ein Spieltag das ganze Wochenende beschäftigt, du warst wütend, enttäuscht, hast diskutiert, dich aufgeregt, konntest teilweise kaum abschalten. Heute sitzt du da, siehst denselben Mist zum x-ten Mal und denkst dir einfach nur noch: „Ja, passt schon, war ja klar.“ Und genau das ist der Punkt, an dem es richtig kritisch wird. Wenn den Leuten ein Verein egal wird, wenn die Emotionen langsam abstumpfen und man sich innerlich distanziert, dann verlierst du das, was Fußball eigentlich ausmacht. Diese Leidenschaft, dieses Mitfiebern, dieses völlige Drinsein. Stattdessen wird es zu einem beiläufigen Ereignis, das man sich anschaut, aber nicht mehr wirklich an sich heranlässt. Und mal ehrlich, wer will es den Leuten verdenken? Wenn du Jahr für Jahr denselben Ablauf erlebst, dieselben Fehler, dieselben leeren Versprechen und am Ende wieder denselben Abstiegskampf, dann stumpfst du zwangsläufig ab. Irgendwann schützt du dich selbst davor, dich wieder komplett reinzusteigern, weil du genau weißt, wie es endet. Das ist kein bewusster Prozess, das passiert einfach. Und genau das ist das Gefährlichste für einen Verein. Nicht die Wut, nicht die Kritik, nicht die Pfiffe. Sondern dieses Schulterzucken, dieses „ist mir egal geworden“. Denn wenn dieser Punkt einmal bei einer breiten Masse erreicht ist, wird es verdammt schwer, die Leute wieder zurückzuholen. Dann bleiben die Diskussionen aus, die Emotionen verschwinden, die Bindung wird schwächer. Und irgendwann sitzt du im Stadion oder vor dem Fernseher und merkst, dass dich das alles gar nicht mehr so trifft wie früher. Und das ist ein verdammt bitteres Gefühl.

Dieser Verein wirkt einfach am Ende. Und wenn wir dieses Jahr absteigen, dann ist das keine Ungerechtigkeit, sondern die logische Konsequenz aus Jahren voller Fehler, falscher Entscheidungen und fehlender Entwicklung. Und das Bitterste daran ist, dass es außerhalb von Braunschweig vermutlich niemanden interessieren wird. Fußball-Deutschland wird uns keine Träne hinterherweinen.

Das ist die Realität. Das ist die Wahrheit. Und langsam wird es Zeit, ihr ins Auge zu sehen.

Gute Nacht, Eintracht Braunschweig…


Du sprichst mir absolut aus der Seele, es gibt wirklich keinen Punkt, den ich ergänzen könnte oder ich komplett eine andere Meinung habe.

Dieser Verein ist, wie du sagst, einfach auf allen Ebenen am Zenit angekommen!
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