Aubameyang erklärt erzwungenes Marseille-Aus: „Kein gesundes Umfeld“ – Wäre gerne geblieben
Pierre-Emerick Aubameyang hat nach seinem Wechsel zu Deportivo A Coruña deutliche Kritik an den Zuständen bei Olympique Marseille geäußert. Im Interview mit „L’Équipe“ sprach der 37 Jahre alte Angreifer über eine aus seiner Sicht chaotische Saison, fehlende Stabilität im Klub und seinen nicht freiwilligen Abschied vom französischen Traditionsverein. Der frühere Dortmunder wechselte in diesem Sommer für 1,5 Millionen Euro nach Spanien, wo Deportivo nach acht Jahren in der Zweit- und Drittklassigkeit wieder in LaLiga vertreten ist.
Aubameyang war 2023/24 ablösefrei von Chelsea nach Marseille gekommen und hatte in seiner ersten Saison mit 30 Toren und 11 Vorlagen in 51 Pflichtspielen stark abgeliefert. Dennoch verließ er OM im Sommer 2024 in Richtung Saudi-Arabien zu Al-Qadsiah, wo der Gabuner in 36 Partien auf 24 Torbeteiligungen kam. Nach der Vertragsauflösung kehrte er 2025 ablösefrei nach Marseille zurück und legte im hohen Fußballeralter erneut beachtliche Zahlen auf: 24 Scorerpunkte in 41 Spielen, darunter sieben in acht Einsätzen in der Champions League. Trotz dieser Bilanz endete seine Zeit in Marseille erneut.
Auf die Frage, ob der Abschied seine Entscheidung gewesen sei oder ob OM ihn ein Jahr vor Vertragsende zum Wechsel gedrängt habe, sagte Aubameyang bei „L’Équipe“: „Angesichts der Situation hat der Klub entschieden, dass ich gehen muss. Und ich wollte mich nicht gegen den Willen des Vereins stellen. Ich bin niemand, der stören oder zu viel sein möchte. Ich denke, der Klub hat schon genug Probleme. Vor allem, weil wir uns in dieser Saison nicht für die Champions League qualifiziert haben. Ich hätte gern bleiben wollen, weil mir dieser Verein wirklich am Herzen liegt. Aber gut, die Situation war so, dass ich es nicht konnte.“
Sportlich blickt Aubameyang wegen der verpasstenQualifikation für die Königsklasse kritisch auf die abgelaufene Saison. „Wir haben unsere Mission verfehlt. Der einzige positive Punkt, den ich daraus ziehen kann, ist, dass wir uns trotz allem, was passiert ist, dennoch für einen Europapokal qualifiziert haben – die Europa League.“
Aubameyang nach Marseille-Aus: „Eindruck, dass alles chaotisch war“
Noch deutlicher fiel Aubameyangs Bewertung der internen Lage aus. Der Routinier verwies auf zahlreiche Veränderungen und ein Umfeld, das aus seiner Sicht nicht die nötige Stabilität bot. „Es war eine sehr, sehr kräftezehrende Saison. Der Kontext war ziemlich speziell, mit all den Veränderungen, die es im Klub gab. Das war kein gesundes und stabiles Umfeld.“
Damit spielte Aubameyang vor allem auf die zahlreichen personellen und strukturellen Brüche bei OM an. Während der Saison trennte sich der Klub von Trainer Roberto De Zerbi, Nachfolger Habib Beye blieb nur wenige Monate. Hinzu kamen Verschiebungen in der sportlichen Führung: Präsident Pablo Longoria wurde in seiner Rolle neu eingeordnet, Direktor Fußball Medhi Benatia kündigte seinen Abschied an, Grégory Lorenzi übernahm im Sommer die sportliche Leitung. Auch auf Führungsebene gab es mit Alessandro Antonello als Generaldirektor und später Stéphane Richard an der Spitze des Vorstands weitere Veränderungen.
Die Verantwortung für das enttäuschende Abschneiden wollte der Routinier nicht allein bei der Mannschaft sehen. Auf Aussagen von Benatia angesprochen, der zuletzt öffentlich Motivation und Engagement der Spieler thematisiert hatte, antwortete Aubameyang: „Ich denke, jeder trägt einen Teil der Verantwortung für diese Saison, die nicht erfolgreich war: wir Spieler, aber auch die Trainerteams und die Vereinsführung. Die Kommunikation hat zwischen den beiden Seiten nicht unbedingt funktioniert. So ist es, das passiert. Wenn man in Marseille ist, muss man es schaffen, eine Blase zu bilden und sich nicht von allem beeinflussen zu lassen, was von außen kommt. Das ist in der vergangenen Saison nicht gelungen und hat uns teuer zu stehen bekommen.“
Besonders deutlich machte Aubameyang seine Enttäuschung über den Saisonverlauf. „Ich denke, dass wir zu einem bestimmten Zeitpunkt noch in der Lage waren, um alles mitzuspielen. Wir waren aus der Champions League ausgeschieden, und das war ein Misserfolg, aber es gab noch Ziele, um die wir spielen konnten. Und leider hatte man den Eindruck, dass alles chaotisch war. Sobald wir ein Spiel verloren, hatte man das Gefühl, es sei das Ende der Welt, und man sah nie etwas Positives. Es ist schade, sich so herunterziehen zu lassen, obwohl wir wussten, dass wir noch in der Meisterschaft und im französischen Pokal hätten mitspielen können.“
Trotz des unschönen Endes sieht Aubameyang den Marseille-Abgang nicht als Scheitern an. „Ich habe persönlich nicht wirklich Bedauern über meine beiden Abschnitte dort – nach 2023/24. Ich habe immer alles gegeben und den Klub nie betrogen. Und wenn man auf meine Statistiken schaut und sie mit denen der anderen in der vergangenen Saison vergleicht – auch wenn ich gern noch besser gewesen wäre –, bleibt es eine ordentliche Saison mit 14 Toren und 10 Vorlagen in 41 Spielen. Aber ich bin enttäuscht darüber, wie es endet. Danach behalte ich auch gute Momente aus meiner Zeit dort in Erinnerung, weil es ein besonderer Klub bleibt, mit unglaublichen Fans. Sehr anspruchsvoll, aber unglaublich, wenn du Spiele gewinnst.“
Bei Deportivo La Coruña beginnt Aubameyang nun das nächste Kapitel seiner langen Karriere. Für den früheren Bundesliga-Torschützenkönig ist es bereits der zwölfte Profiklub. Sein höchster Marktwert lag 2018 zu Arsenal-Zeiten bei 75 Millionen Euro, inzwischen wird er auf Transfermarkt mit 2,5 Millionen Euro geführt. Von seiner Torgefahr hat Aubameyang dennoch kaum etwas eingebüßt. Auch seine Transferhistorie bleibt bemerkenswert: Insgesamt generierte er bei seinen Wechseln Ablösen in Höhe von 101,5 Millionen Euro und zählt damit zu den 100 Spielern weltweit, die die Marke von 100 Millionen Euro geknackt haben.
Aubameyangs neue Station: „Erinnere mich an das ‚Super Depor“‘
Seine Entscheidung für Deportivo begründete Aubameyang mit der Historie des Klubs und der sportlichen Herausforderung. „Weil es ein historischer Klub ist, eine neue Erfahrung und eine sehr spannende Herausforderung für mich. Der Verein will alles dafür tun, um wieder an die Spitze zurückzukehren. Ich erinnere mich an das ‚Super Depor‘, als sie die Liga gewonnen haben – im Jahr 2000 – und in der Champions League gespielt haben – von 2000 bis 2005. Jeder liebt Deportivo wegen dieser glorreichen Zeit. Ich möchte diese Geschichte erleben und ein Teil davon sein. Meine Spuren hinterlassen, so wie es diese Generation von Legenden getan hat. Das wird sicher etwas Zeit brauchen, man muss Schritt für Schritt vorgehen, aber ich möchte meine ganze Erfahrung einbringen und auf sowie neben dem Platz helfen. Ich habe andere Angebote erhalten, aber ich habe immer noch Lust, mich Herausforderungen zu stellen. Und diese hier, den Klub wieder auf das höchste Niveau zurückzubringen, ist eine wirklich besondere Herausforderung. Auch wenn unser vorrangiges Ziel in dieser Saison der Klassenerhalt ist.“
Aubameyang sieht sich in La Coruña trotz seines Alters nicht am Ende seiner Laufbahn. „Ja, es ist wirklich ein großartiges Gefühl und ein spannender Moment für mich. Ich bin wirklich glücklich, hier zu sein und in die Liga zurückzukehren, weil es eine großartige Meisterschaft ist und weil auch spanisches Blut in meinen Adern fließt. Der Klub möchte, dass ich aufgrund meiner Erfahrung eine zentrale Rolle einnehme. Ich hoffe, dass es funktionieren wird. Meine Leidenschaft für den Fußball ist ungebrochen, und ich habe immer noch Hunger auf mehr, immer noch Hunger auf Tore, auf Jubel, auf Vorlagen und darauf, dieses Spiel weiterhin maximal zu genießen.“
Hinweis: Wenn du etwas googelst, bekommst du neben den normalen Ergebnissen auch eine Box mit aktuellen News angezeigt. Wenn du Transfermarkt als bevorzugte Quelle hinterlegst, tauchen unsere Inhalte dort häufiger für dich auf. Füge Transfermarkt hier als bevorzugte Quelle hinzu.
Letzte Beiträge Newsforum
- Geb./Alter:
- 18.06.1989 (37)
-
Nat.:
- Akt. Verein:
- Deportivo A Coruña
- Vertrag bis:
- 30.06.2028
- Position:
- Mittelstürmer
- Marktwert:
- 2,50 Mio. €
- Gesamtmarktwert:
- 224,85 Mio. €
- Wettbewerb:
- Ligue 1
- Tabellenstand:
- 1.
- Trainer:
- Bruno Genesio
- Kadergröße:
- 24
- Letzter Transfer:
- Keyliane Abdallah
- Gesamtmarktwert:
- 84,15 Mio. €
- Wettbewerb:
- LaLiga
- Tabellenstand:
- 10.
- Trainer:
- Antonio Hidalgo
- Kadergröße:
- 29
- Letzter Transfer:
- Angeliño






