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Christian Fiedler (Torwarttrainer)

22.01.2004 - 23:35 Uhr
habe soeben bemerkt, daß der gute junge noch keinen eigenen thread besitzt.
hoffe mal, daß hier nur positives reinkommt :-)

http://www.sport1.de/coremedia/generator/www.sport1.de/Sportarten/Fussball/Interview/fus_20bun_20hertha_20fiedler_20inter.html

"Will kein schönes Wetter auf der Ersatzbank genießen"

"Ich will für die Hertha spielen, nicht auf der Bank sitzen. Ich will kein schönes Leben und kein schönes Wetter auf der Ersatzbank genießen. Es gab ja immer wieder Diskussionen. Dann habe ich mal wieder gespielt, letztendlich aber mich immer wieder auf der Bank wieder gefunden", sagt er im Gespräch mit Sport1.

Außerdem spricht er über seine Motivation nach der sechseinhalb Jahre dauernden Durststrecke, warum die Mannschaft ein mentales Problem hat und Hans Meyer die Hertha zum Klassenerhalt führen wird.

Sport1: Christian Fiedler, zuletzt standen Sie in der Saison 2001/02 für zehn Spiele im Hertha-Tor. Haben Sie nur von der Verletzung von Gabor Kiraly profitiert oder wären Sie auch so ins Tor zurückgekehrt?

Christian Fiedler: Der Zweikampf zwischen Gabor und mir war fair. Ich denke aber schon, dass ich auf jeden Fall gegen Bremen im Tor gestanden wäre. Auch ohne die Verletzung von Gabor.

Sport1: Was macht Sie da so sicher?

Fiedler: Ich war von meinen Leistungen überzeugt, habe immer wieder im Training gezeigt, was ich drauf habe. Und das habe ich auch im Freundschaftsspiel gegen Anderlecht bewiesen.

Sport1: Sie sind seit 1997 bei der Hertha, haben aber erst 25 Bundesliga-Spiele in sechs Spielzeiten plus der ersten Halbserie 2003/04 gemacht. Woher nehmen Sie die Motivation, immer wieder um den Platz im Tor zu kämpfen?

Fiedler: Ich will für die Hertha spielen, nicht auf der Bank sitzen. Ich will kein schönes Leben und kein schönes Wetter auf der Ersatzbank genießen. Schon zu Jürgen Röber gab es ja immer wieder Diskussionen. Dann habe ich mal wieder gespielt, mich aber immer wieder auf der Bank wieder gefunden. Ich hoffe, dass ich jetzt über einen längeren Zeitraum das Vertrauen geschenkt bekomme. Aber darüber entscheidet knallhart meine Leistung.

Sport1: Sie haben die komplette Vorrunde auf der Bank gesessen, werden jetzt ins kalte Wasser geworfen. Ist das in der jetzigen Situation nicht eine zu schwere Last?

Fiedler: Ich habe überhaupt nichts zu verlieren. Ich weiß doch, was viele jetzt denken. Jetzt kommt auch noch der Ersatzmann ins Tor. Wie soll das bloß gut gehen? Ich werde den Beweis antreten, dass wir es packen werden.

Sport1: Haben Sie eine Erklärung für die schlechte Vorrunde?

Fiedler: Wir hatten auch ein mentales Problem. Dass wir aber alle Fußball spielen können, haben wir doch in der Vergangenheit schon bewiesen. Aber wenn du einmal in diesem Fahrwasser drin bist, ist es sehr schwer, wieder herauszukommen. Dann bekommst du auch mal eine richtige Klatsche, so wie die sechs Stück im Pokal in Bremen.

Sport1: Könnte da nicht ein Psychologe weiterhelfen?

Fiedler: Hertha war in dieser Angelegenheit Vorreiter in der Liga. Dr. Gerd Driehorst (Sport-Psychologe und Mental-Trainer, Anm.d.Red.) steht Spielern, die es wünschen, mit Rat und Tat zur Seite. Einige Spieler haben die Hilfe schon in Anspruch genommen. Das muss aber ein jeder für sich entscheiden. Der Verein bietet es ja nur an, auf freiwilliger Basis.

Sport1: Haben Sie auch schon die Dienste des Psychologen in Anspruch genommen?

Fiedler: Ich habe meinen Kreis, meine Familie und engste Freunde.

Sport1: Unter dem neuen Trainer Hans Meyer herrscht Aufbruchsstimmung. Was macht er anders als Huub Stevens?

Fiedler: Er unterbricht im Training die Spiele früher, spricht die Fehler sofort an. Aber es wäre jetzt viel zu früh, einen Vergleich zu ziehen, von dem ich sowieso nichts halte. Entscheidend wird sein, was wir für Leistungen bringen. Und dafür sind wir ganz alleine verantwortlich. Wir haben kein Alibi mehr, können uns nicht mehr hinter dem Trainer Huub Stevens verstecken. Aber jetzt muss sich ein jeder stellen. Es geht um Hertha BSC.

Das Gespräch führte Christian Ortlepp

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Dieser Beitrag wurde zuletzt von PES am 01.07.2012 um 01:05 Uhr bearbeitet
Christian Fiedler (Torwarttrainer) |#1
23.01.2004 - 12:44 Uhr
>
>>hoffe mal, daß hier nur positives reinkommt :-)
>
>
>Er hat jedes mal wenn er spielen musste voll überzeugt, warum
>sollte es diesmal anders sein.
>
>Aktuell besteht eh kein Zweifel das er die Nr. 1 ist. Also,
>viel Erfolg Fiedel!

Dem kann man nur zustimmen!
Ich für meinen Teil fühle mich z.Z. wohler, wenn ein solider Fiedler als ein begnadeter aber unzuverlässiger Kiraly im Tor steht.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Spaetzle am 23.01.2004 um 12:44 Uhr bearbeitet
Christian Fiedler (Torwarttrainer) |#2
02.03.2004 - 21:15 Uhr
http://www.berlinonline.de/berliner-kurier/hertha/34683.html

? Sie standen fast zwei Jahre nicht im Tor. Wie macht man sich da Mut?

! Indem man an seine Chance glaubt. Helfen kann einem keiner groß. Als Torwart bist du Einzelkämpfer. Da können mir ein Dick van Burik oder Fredi Bobic zwar auf die Schulter klopfen, aber nix über das Torwartleben erzählen.

? Woher holt man sich die mentale Stärke?

! Ich habe Bücher von Dr. Josef Kirschner gelesen. Dort stehen jede Menge Lebensweisheiten drin. Eine davon ist mein Lebensmotto: Der Glaube siegt über jeden Zweifel!

? Als Sie vor vier Jahren ausgerechnet in Barcelona den Platz im Tor räumen mussten, sind Sie doch sicher vom Glauben abgefallen...

! Das war damals bitter und eine wichtige Lebenserfahrung. Aber darüber will ich nicht groß reden. Was war, kann ich nicht mehr ändern. Ich schaue nur nach vorn.

? Wen halten Sie momentan für den weltbesten Keeper?

! Italiens Nationalkeeper Gianluigi Buffon. Der ist erst 26 Jahre alt und hat schon diese Klasse.

? Wie lange wollen Sie eigentlich im Tor stehen?

! Darüber habe ich mir bisher noch keinen Kopf gemacht. Ich wurde jahrelang als ewige Nummer zwei abgestempelt und habe noch einiges nachzuholen.

? Über was können Sie sich so richtig ärgern?

! Wenn man von vornherein sagt: Geht nicht, kann ich nicht. Wenn man den Willen hat, kann man aber fast alles erreichen.

? Auch der Titel mit Hertha?

! Erst einmal müssen wir diese Saison überstehen. Da sind solche Gedanken fehl am Platz. Als Hauptstadtklub müssen wir uns für die Zukunft aber natürlich wieder andere Ziele setzen.

? Bleibt die Hauptstadt nach der Karriere die Heimat der Fiedlers?

! Nein! Meine Frau kommt aus Fürth und hat für mich viel aufgegeben. Das möchte ich ihr zurückgeben. Deshalb ziehen wir nach meiner aktiven Laufbahn auf jeden Fall ins Frankenland.

1997/98: 7 Spiele

1998/99: 0 Spiele

1999/00: 7 Spiele

2000/01: 0 Spiele

2001/02: 11 Spiele

2002/03: 0 Spiele

2003/04: bisher 5 Spiele

Geb.: 27. März 1975 in Berlin

Bish. Vereine: Lichtenrader BC

bei Hertha seit: 1. Juli 1990 Länderspiele: 16 für die U-21

Erfolge: Pokalfinale mit den Hertha-Amateuren 1993, Bundesliga-Aufstieg 1997

Familienstand: Verheiratet mit Kerstin, Sohn Luis (2) und Tochter Emily (3 Monate)


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Christian Fiedler (Torwarttrainer) |#3
15.03.2004 - 01:47 Uhr
>>Am Fiedler liegt es nicht, der gitb alles. Nur ist nun mal
>>nicht der geborene Super-Torwart.
>
>Ach ne, isser nich?
>
>Fiedler spielt ja wohl auf richtig hohem Buliniveau, so hoch
>wie Kiraly seit Jahren nicht! Oder kennst Du einen einzigen
>Flop von Fiedler seitdem er wieder die 1 ist?

kiraly hätte den rahn-schuß in top-fprm gehalten, da bin ich mir sicher.
dennoch macht fiedler eine sehr gute arbeit und ist besser als kiraly es die letzten 2 jahre war.

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Christian Fiedler (Torwarttrainer) |#4
15.03.2004 - 14:05 Uhr
>Fiedler ist ein überdurchschnittllicher Erstligakeeper, ich
>bin sehr sehr zufrieden. Schade, dass er nicht früher
>reinkam...

und vor allem: Fiedler ist Herthaner DURCH UND DURCH.....

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Kaiserslautern!

Christian Fiedler (Torwarttrainer) |#5
15.03.2004 - 14:12 Uhr
>>Fiedler ist ein überdurchschnittllicher Erstligakeeper, ich
>>bin sehr sehr zufrieden. Schade, dass er nicht früher
>>reinkam...
>
>und vor allem: Fiedler ist Herthaner DURCH UND DURCH.....

Das auf jeden Fall.
Er ist seit anfang seiner Karriere bei uns (1993) und hat somit auch noch die schlimmen Zweitligazeiten mitgemacht.
Und wenn nichts Außergewöhnliches passiert, halte es auch für sehr gut möglich, dass er dann auch seine Karriere nei uns irgendwann beendet.

Vor allem da es in der heutigen zeit mit stark verbreitetem Söldnertum ist es umso bemerkenswerter und lobenswerter, wenn man so einen vereinstreuen Spieler in seinen Reihen hat!
Christian Fiedler (Torwarttrainer) |#6
15.03.2004 - 16:56 Uhr
http://morgenpost.berlin1.de/inhalt/sport/story666040.html

Haltbar oder nicht?
Hertha-Torwart Christian Fiedler und das Hamburger Freistoß-Tor zum 0:1
In sechs Spielen seit der Winterpause hat Christian Fiedler einen guten Job verrichtet. Nach dem 0:2 (0:1) beim Hamburger SV indessen ereilte ihn die obligatorische Torwart-Frage: haltbar oder nicht? Es ging um den Freistoß von Christian Rahn, der nach 33 Minuten die 1:0-Führung für die Hausherren bedeutete.

Der Betroffene hat die Situation so erlebt: "Ich habe die Mauer so gestellt, weil der HSV in dieser Situation manchmal den Ball in die kurze Eck zu schlenzen versucht", berichtete Fiedler, "ich habe nicht spekuliert, sondern bin zunächst in der Torwart-Ecke geblieben. Das Problem war, dass Andreas Neuendorf in der Mauer beiseite geschoben wurde, durch genau diese Lücke kam der Schuss. Der war scharf getreten, da kam ich nicht mehr rechtzeitig in die andere Ecke."

Gegen den Torwart spricht: Es war ein indirekter Freistoß aus gut 25 Metern, der Ball war ordentlich zu sehen - und trotzdem war er drin.

Der Trainer wollte sich nicht festlegen. "Im ersten Moment auf dem Feld dachte ich: Der war nicht zu halten", sagte Hans Meyer. Doch nach dem Studium mehrerer Fernsehbilder war er "sich nicht mehr ganz so sicher".

Nun sind gute Nerven gefragt. Fiedler, jahrelang die Nummer zwei hinter Gabor Kiraly, hat sich den Stammplatz zwischen den Pfosten erst zu Jahresbeginn erobert. Den will er verteidigen.

Sein Dauerrivale ist zurück: Kiraly, der zuletzt von zwei Muskelfaserrissen zurückgeworfen wurde, trainierte gestern erstmals wieder mit der Mannschaft.

ub

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Christian Fiedler (Torwarttrainer) |#7
21.03.2004 - 09:55 Uhr
Vor allem hat er sich auch in seinem Verhalten auf dem Platz enorm weiterentwickelt.
Er versucht nun lautstark seine Abwehr zu ordnen und seine Mitspieler zu motivieren.
Irgendwie ist er nicht mehr der ruhige, eher in sich gekeehrte 2.Keeper.
Christian Fiedler (Torwarttrainer) |#8
22.03.2004 - 12:51 Uhr
22.03.2004:
Hexer Fiedler: Tausend Arme und 100 000 Volt

Berliner Kurier


KAHN-LOB für Herthas Keeper

Wolfgang Heise



Berlin - Es sind oft die kleinen Momente, die wahre menschliche Größe beweisen. Christian Fiedler gestern Vormittag nach dem Auslaufen: Vor dem TV-Interview mit dem RBB postiert sich Herthas Nummer 1 auf dem Rasen, vor seinen Füßen ein Maulwurfshügel. Fiedler (1,80 Meter) trocken: "Soll ich mich draufstellen. Dann bin ich größer!" Nein, Fiedel, brauchst du nicht: Beim Bayern-Spiel warst du der Größte!

Hexer-Reflexe auf der Linie. Man konnte meinen, da steht ein Außerirdischer mit tausend Armen im Kasten.

Selbst Hans Meyer, der selten lobt und Superlative meidet, konnte nicht anders: "Das waren Weltklasseparaden." Auch Olli Kahn staunte nur: "Das war eine Weltklasseleistung von Fiedler."

Fiedler bleibt auf dem Boden: "Das Lob ehrt mich und ich freue mich darüber. Aber ich hätte meine Paraden lieber gegen drei Punkten eingetauscht. Die sind für uns wichtiger. Wir haben nämlich nichts erreicht."

So ist Fiedler: Seit knapp 14 Jahren im Verein, immer treu, immer zuverlässig, immer realistisch. Auch als er über Jahre nur die Nummer 2 hinter Gabor Kiraly war. Jetzt dieses Riesenspiel und er macht trotzdem keine großen Töne.

Er schreit nur auf dem Platz: Als Madlung zweimal pennte, knöpfte er sich ihn vor. Fiedler: "Das ist nichts Persönliches, das weiß jeder Spieler. Ich habe nur geflucht und wachgerüttelt." Wachrüttler, Adrenalin-Mann für das Team. Fiedler: "Ich bin mit einer aggressiven Grundhaltung ins Spiel gegangen. Nach den Sperren von van Burik und Friedrich musste ich mit Pal Dardai die Verantwortung übernehmen."

[...] Fiedler peitscht das Team weiter an: "Wir müssen an uns glauben, dann kommen wir aus der ####situation raus. Ich will nicht, dass jetzt jemand mit Pessimismus kommt. Ich stand jahrelang in der zweiten Reihe und habe immer weiter trainiert und an mich geglaubt, weil ich immer Optimist bin." Tausend Arme und 100 000 Volt positive Hochspannung. In sechs Tagen, wenn Hertha in Leverkusen ran muss, wird Fiedler 29 – und will es mit Glanzparade feiern.

Quelle: http://www.herthabsc.de/index.php?id=3027
Christian Fiedler (Torwarttrainer) |#9
22.03.2004 - 19:03 Uhr
Er hat gezeigt gg Bayern wie gut er halten kann. Unglaubliche Leistung, tolle Flugparaden, starke Reflexe summa summarum Weltklasse am Sa. Freu mich für ihn, da er nie als Nr. 2 Streß gemacht hat und auf seine Chance gewartet hat, vor allem diese auch nutzt !

In der RR hat er noch keinen Fehler gemacht und deshalb gibt es auch überhaupt bzw. null Kritik an Fiedel.

Hoffe er kann seine Leistung auch in den nächsten Spielen wiederspiegeln und im Tor die Nr. 1 CHRISTIAN FIEDLER !!!
Christian Fiedler (Torwarttrainer) |#10
22.03.2004 - 21:23 Uhr
http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/sport/327012.html

Kommandos aus dem Strafraum
Keeper Fiedler hat sich als Nummer eins etabliert
Michael Jahn

BERLIN, 22. März. Immer am Sonntagvormittag kommt in der Redaktion des Sportmagazins Kicker Hektik auf. Dann laufen die Informationen von sämtlichen Bundesliga-Schauplätzen in der Zentrale in Nürnberg ein - auch die Noten für jeden Profi, auf die viele Spieler am Montagvormittag zuerst schauen. Diese Zensuren bilden die Grundlage für die so genannte Elf des Tages. Am zurückliegenden Sonntag wurden bei den Torleuten Christian Fiedler von Hertha BSC und Oka Nikolov von Eintracht Frankfurt am besten bewertet (1,5), der exzellente Gesamteindruck entschied letzlich für Fiedler (28), der zum ersten Mal seit 1997 in der Elf der Besten auftauchte.

Der kleinste Keeper der Liga (1,80 m) besass nach dem 1:1 gegen den FC Bayern München zahlreiche Fürsprecher, der prominenteste kam vom Fach. Oliver Kahn zollte seinem Kollegen ehrliche Anerkenung: "Der hat diesmal eine Weltklasse-Leistung gezeigt." Fiedler wiederum zeigte sich stolz über das Lob des Besten seiner Zunft, bewies aber seinen Teamgeist: "Ich würde dieses Lob locker gegen unseren Klassenerhalt eintauschen."

Verkehrte Welt

Viele, die beim Spiel der abstiegsgefährdeten Berliner gegen die Bayern im Olympiastadion dabei waren, staunten über Fiedler und glaubten an eine verkehrte Welt. Denn: Fiedler gab diesmal den Kahn. Schon nach den ersten Leichtsinnsfehlern seiner jungen Vorderleute ballte er die Fäuste, schrie und trieb seine Defensive im Kahnschen Stil an. Solch aggressive Kommandos war man vom außerhalb des Rasens eher leisen Profi nicht gewohnt. Der begründet sein Temperament so: "Gegen Bayern haben mit Dick van Burik und Arne Friedrich zwei erfahrene Abwehrspieler gefehlt. Da musste ich mehr Verantwortung übernehmen."

Trainer Hans Meyer gefällt die Entwicklung von Fiedler, den er zu Beginn der Rückrunde und damit auch seiner Amtszeit dem formschwachen Ungarn Gabor Kiraly (27) vorzog. Fiedler genießt es, im Tor der Berliner zu stehen. Zu lange musste er auf diese Momente verzichten. In nunmehr sieben Spielzeiten in Liga eins kam er nur auf insgesamt 33 Einsätze, Kontrahent Kiraly aber auf 197. Zwar konnte auch Fiedler immer mal wieder positive Aussagen über sich lesen, das bedeutete aber keinen Ersatz für die Position der Nummer zwei. Die schien für Fiedler wie für die Ewigkeit geschaffen. "Christian ist ein fairer Konkurrent, der mich fordert", sagte Kiraly immer wieder und Manager Dieter Hoeneß lobte gern: "Der ist eine sehr gute Nummer zwei, ein absolut loyaler Profi."

Prekäre Lage für Kiraly

Mit jeder guten Parade und jedem starken Spiel von Fiedler verschlechtert sich inzwischen die Position von Kiraly, dem immer das größere Potenzial nachgesagt wurde. Zum Jahreswechsel verzichtete Hoeneß auf das Ziehen einer Option, die Kiralys Vertrag (gültig bis Juni 2004) automatisch bis 2006 verlängert hätte. Der ungarische Nationaltorhüter, der seit Januar auch dreimal verletzt war - zuletzt mit einem Muskelfaserriss nach einem Torjubel in Hannover - schweigt seit Wochen beharrlich, wenn er nach seinen Plänen befragt wird. Das gibt viel Raum für Spekulationen. Immer mal wieder wird Interesse von englischen Klubs, etwa von Manchester City oder von Tottenham Hotspur, kolportiert.

Christian Fiedlers Arbeitspapier bei Hertha läuft bis 2005 - mit einer Ausstiegsklausel, die er sich in schlechteren Zeiten zusichern ließ. An Ausstieg denkt der Tausendsassa vom Bayern-Spiel überhaupt nicht. Sein Motiv, im Abstiegskanmpf alles zu geben, ist klar: "Ich habe die zweite Liga zur Genüge mitgemacht. Das will ich nie wieder erleben." 95 Mal in Folge hielt Fiedler einst für Hertha eine Etage tiefer. Das erste Mal am 30. September 1994 bei einem 2:1 gegen Saarbrücken. 4 643 Zuschauer verliefen sich im tristen Olympiastadion.


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