Alles auf Albert Riera abzuwälzen, ist dann doch ein bisschen zu einfach gedacht. Ein Hauch von Selbstreflexion stünde den Verantwortlichen in Frankfurt deutlich besser zu Gesicht – die eigene Wahrnehmung und die Realität scheinen da meilenweit auseinanderzuklagen. Kein Mensch nimmt die Eintracht so unheimlich ernst, wie sie sich selbst. Mal ganz ehrlich: Sympathieträger waren sie vor dieser Posse nun auch nicht gerade
Jetzt müsste man nur noch den Artikel lesen, statt nur die Überschrift.
Ist aber viel verlangt, ich weiß. Hilft aber meistens durchaus, bevor man seine Meinung kundtut. Stichwort "die eigene Wahrnehmung und die Realität scheinen da meilenweit auseinanderzuklagen (sic!)"
Exakt das hat Axel Hellmann nämlich in dem Interview gesagt und gemacht. Eigene Fehler angesprochen, eigene Erkenntnisse gezogen.
Ich habe den Artikel sehr wohl ganz gelesen. Mir ist auch bewusst, dass Herr Hellmann anfangs kurz die eigenen Fehler streift – allerdings wirkt diese Selbstreflexion auf mich ziemlich halbherzig und fad.
Es ist doch offensichtlich, wie geschickt er am Ende die gesamte Problematik auf Albert Riera schiebt. Riera wird hier im großen Stil zum Hauptschuldigen für den schlechten Ruf der Eintracht in der Branche gemacht, während die Vereinsführung sich fein aus der Verantwortung zieht. Zwei kurze Sätze der Selbstkritik wiegen die anschließende, massive Schuldzuweisung Richtung Riera einfach nicht auf.
Zudem ist die Geschichte längst durch – diese nachträglichen Aussagen machen es auch nicht besser. Als Außenstehender sieht man das oft nüchterner. Aber diese Realität des Abwälzens wollen viele SGE-Fans offenbar einfach nicht wahrhaben.
Ja gut. Das ist dann aber einfach deine Meinung.
Hellmann sagt im ersten Teil was zur Selbstreflektion und seinen Learnings und im zweiten Teil was zu Riera.
Das eine findest du halbherzig, das andere findest du wahrhaftig.
Dass Riera derjenige war, der zuvor in einem Interview keine Selbstreflektion gezeigt hat und Verein, Verantwortliche und Spieler kritisiert hat, fließt in deine Bewertung nicht mit ein.
Genauso wenig fließt mit ein, dass es sich um ein Zeitungsinterview handelt, was erstens nicht vollständig hier veröffentlicht wurde und wo daraus resultierend zweitens die genaue Fragestellung nicht hervorgeht.
Es bestehen also weitere Unklarheiten, was im Interview betont und was nur am Rande gesagt wird.
Daraus machst du mit deiner offensichtlichen Abneigung gegen die Eintracht, dass Hellmann und "viele SGE-Fans" einfach nicht Schluss machen können in dieser Causa und immer weiter nachtreten wollen.
Kannst du gerne so machen.
Kann man aber auch anders sehen.
Wir müssen hier differenzieren: Dass Riera zuvor viel Porzellan zerschlagen hat, steht außer Frage – da stimme ich dir absolut zu. Meine Kritik bezog sich jedoch rein auf den vorliegenden Artikel und die Dynamik, die Hellmanns Aussagen erzeugen. Ob das Interview gekürzt wurde oder nicht, ist für die Außenwirkung des Textes erst einmal zweitrangig. Es fällt mir einfach auf, dass bei der eigenen Vereinsführung oft die nötige Objektivität fehlt, um zu sehen, dass so ein Nachtreten unklug ist. Zum Thema Imageschaden: Man sollte die eigene europäische Relevanz realistisch einschätzen. Wer sich zu groß macht, läuft Gefahr, tief zu fallen.
Der vorliegende Artikel ist von transfermarkt.de, die zum Springer-Verlag gehören. Das Interview ist bei der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Transfermarkt.de zitiert somit ein anderes, vollkommen unabhängiges Medium mit Textpassagen, die sie sich aussuchen. Was für Passagen für den eigenen Artikel ausgewählt werden, liegt glaube ich auf der Hand: Solche, die polarisieren. Somit ist auch bei dieser Kritik nicht Hellmann oder "die Eintracht" der richtige Adressat.
Man merkt einfach, dass deine Prämisse ist, dass du der Eintracht kritisch gegenüber stehst. Von dieser Grundposition aus betrachtest du jede News. Und solche Textpassagen bestätigen da natürlich dein Bild.
Ich dagegen lese beinahe täglich hier im Eintracht-Forum sowie Berichterstattung zur Eintracht und der Eintracht und mein Eindruck ist:
Riera ist im Frankfurter Alltag überhaupt kein Thema mehr. Es gibt ganz andere, aktuellere Baustellen, die auch kommuniziert und diskutiert werden.
Riera gehört nicht dazu. Nur, wenn er von außen zum Thema gemacht wird.
Darüber hinaus weiß ich auch nicht, wer in Frankfurt aktuell die eigene europäische Relevanz überschätzt?
Ich glaube, die breite Masse inklusive der Verantwortlichen im Verein wissen das ganz genau, dass man einen Schritt zurück gemacht hat. Sowohl sportlich als auch vom Image des Vereins, in dem man sich in Ruhe entwickeln kann.
Aber guess what:
Das steht ja auch genauso in den zitierten Aussagen von Hellmann im vorliegenden Artikel.











