28.06.2026 - 10:02 | Quelle: Transfermarkt | Lesedauer: unter 6 Min.
Weltmeisterschaft
Markus Krösche
Eintracht-Vorstand im Interview 

Krösche über Marktwerte, KI im Scouting & WM als Markt: Talente zu finden immer schwieriger

Eintracht Frankfurt: Markus Krösche über Marktwerte, KI & WM als Markt
©TM/IMAGO

2025/26 war eine turbulente Saison für Markus Krösche und Eintracht Frankfurt. Zum ersten Mal seit 2022 verpassten die Hessen die Qualifikation für den europäischen Fußball. Im Januar entschied sich der 45-Jährige dafür, SGE-Coach Dino Toppmöller zu ersetzen, und holte Albert Riera, der mittlerweile ebenfalls Geschichte ist. „Das war eine Fehleinschätzung meinerseits“, sagt Krösche im TM-Interview, in dem er darüber hinaus über Trends auf dem Transfermarkt, die Erschließung neuer Märkte sowie die WM als Scouting-Feld spricht.


Mitarbeiter
Markus Krösche
M. Krösche Alter: 45
Eintracht Frankfurt
Eintracht Frankfurt


Krösche und sein Team sind beim XXL-Turnier in Kanada, Mexiko und den USA vor Ort. Aber ist das Turnier ein guter Ort, um Spieler zu scouten? „Früher war das viel mehr“, sagt Krösche mit Blick auf die Anzahl von Vereinen, die Spieler aufgrund ihrer Turnierleistungen bei einer WM verpflichteten. „Früher haben wir diesen wenigen Spielen viel mehr Gewicht beigemessen. Aber ich glaube, der Fußball hat dazugelernt. Heute ist das Scouting viel strategischer. Meiner Meinung nach hat ein Turnier nicht mehr denselben Einfluss auf die Entscheidung eines Vereins wie vielleicht noch vor zehn Jahren.“



Krösche betont, dass heute ein Großteil der Arbeit bei der Spielerbewertung bereits vor einem großen Turnier stattfindet. „Heute haben wir so viel mehr Hilfsmittel, um Spieler zu beurteilen, darunter auch KI, die dabei helfen kann, eine langfristigere Entscheidung über einen Spieler zu treffen, und unsere Entscheidungen viel besser beeinflussen kann. Vor diesem Hintergrund hat ein Turnier meiner Meinung nach fast keinen Einfluss mehr auf die Entscheidung, ob ein Spieler verpflichtet wird oder nicht.“


Das heißt aber nicht, dass der Marktwert eines Spielers nicht von den Ereignissen bei einem großen Turnier beeinflusst wird. „Natürlich kann eine Weltmeisterschaft den Marktwert in der Öffentlichkeit beeinflussen; es ist schließlich das größte Ereignis der Welt. Aber innerhalb der Branche hat das nicht so viel Einfluss. Der Marktwert entwickelt sich durch den Ligabetrieb und die internationalen Klubwettbewerbe; bei einem Turnier geht es eher darum, einen hohen Marktwert zu bestätigen.“



Dennoch gibt es in der Geschichte zahlreiche Spieler, die aufgrund ihrer Leistungen bei einem großen Turnier wie der EM oder der WM verpflichtet wurden. „Wenn man die Wahrscheinlichkeit eines erfolgreichen Scoutings erhöhen und sicherstellen will, dass der Spieler sich bewährt und das Potenzial hat, muss man eine ganze Reihe von Spielen beobachten“, so Krösche. „Bevor wir entscheiden, ob wir einen Spieler verpflichten oder nicht, muss er bei uns ein paar Spiele mehr bestreiten, als es bei einem Turnier üblicherweise der Fall ist. Ich halte es einfach für sehr schwierig, eine Entscheidung über einen Spieler anhand von ein paar WM-Spielen zu treffen. Bei einem Turnier können sie ihre Leistungen aus der Liga bestätigen.“


Das heißt aber nicht, dass eine Weltmeisterschaft für Vereine wie Eintracht Frankfurt keine wichtigen Anhaltspunkte liefert. „Man bekommt einen guten Überblick über das allgemeine Niveau des Fußballs weltweit. Ich finde es immer interessant, die Entwicklung zu beobachten – wie nah kleinere Länder an Europa oder die Südamerikaner herangekommen sind. Die kleineren südamerikanischen Länder: Wie weit haben sie zu Europa aufgeholt? Das ist für mich wichtig zu sehen.“ Ein Land außerhalb Europas und Südamerikas, das besonders aufgefallen ist, sei Marokko. „Sie sind mit europäischen Top-Teams vergleichbar. Sie sind schon sehr nah herangekommen.“


Krösche: Talentförderung „ist ein ganzheitlicher Prozess“


Für einen Verein wie Eintracht Frankfurt ist es von entscheidender Bedeutung, aufstrebende Märkte im Auge zu behalten. Schließlich befindet sich der Verein nach wie vor in einer Situation, in der er Spieler entwickeln und mit Gewinn verkaufen muss. „Ich würde sagen, dass 90 Prozent der Vereine finanziell davon abhängig sind, auf dem Transfermarkt Geld zu verdienen“, so Krösche. „Es gibt vielleicht eine Handvoll Mannschaften, die immer um die Champions League mitspielen und nicht darauf angewiesen sind, auf dem Transfermarkt Geld zu verdienen. Aber diese Mannschaften haben Zugang zu mehr externem Kapital. Sie befinden sich in einer völlig anderen Situation.“


Unter Krösches Führung hat Frankfurt Randal Kolo Muani (95 Mio. € an PSG), Hugo Ekitiké (95 Mio. € an Liverpool), Omar Marmoush (75 Mio. € an Man City) und Wilian Pacho (40 Mio. € an PSG) verkauft. All diese Spieler wurden für relativ wenig Geld verpflichtet. Mit anderen Worten: Unter Krösche ist es Frankfurt gelungen, den Transfer-Jackpot zu knacken und die Einnahmen rasant zu steigern. Aber das ist keine Selbstverständlichkeit. „Das ist jedes Jahr eine neue Herausforderung“, betont Krösche. „Ein Teil unserer Kaderplanung besteht darin, Spieler mit Potenzial zu verpflichten und sie weiterzuentwickeln.“



Der nächste Profi auf der Liste könnte Nathaniel Brown sein. Der Nationalspieler, der für nur 3,5 Mio. € vom Zweitligisten 1. FC Nürnberg verpflichtet wurde, wird stark mit einem Wechsel zum FC Bayern München in Verbindung gebracht. Nach Informationen von Transfermarkt steht der Transfer kurz vor dem Abschluss, das Gesamtpaket soll sich auf eine Summe um 55 Mio. € belaufen.


Wie schafft es Frankfurt immer wieder, diese talentierten Spieler zu finden und ihnen dann ein Umfeld zu bieten, in dem sie sich entwickeln können? „Ein großer Teil davon ist, ein gutes Team rund um die Mannschaft zu haben“, erklärt Krösche. „Es ist ein ganzheitlicher Prozess. Er beginnt damit, wie wir Spieler mit Potenzial auswählen, und setzt sich fort damit, wie das Team um sie herum daran arbeitet, diese Spieler weiterzuentwickeln. Es geht darum, diesen Spielern die Zeit zu geben, sich auf dem Platz zu entfalten. Man muss ihnen vertrauen, auch wenn sie Fehler machen. Die jungen Spieler befinden sich in einem Umfeld, in dem sie sich wohlfühlen und wachsen können. Das ist unsere Aufgabe.“


Frankfurts Krösche: Talente zu finden wird immer schwieriger


Gleichzeitig werde es für Vereine wie Frankfurt immer schwieriger, Talente zu finden. Der Hauptgrund dafür sei der zunehmende Wettbewerb. „Wir müssen neue Märkte erschließen und effizienter werden“, sagt Krösche. „Das wird immer unser Weg sein: effizienter und schneller zu werden und gute Entscheidungen zu treffen.“ Ein weiteres Problem sei, dass mit dem Erfolg Frankfurts auch die Erwartungen gestiegen sind, was bedeutet, dass talentierte Spieler nun höhere Anforderungen erfüllen müssen, wenn sie zum Verein kommen wollen. „Letztendlich müssen wir die Balance finden zwischen der Förderung von Spielern und einem gewissen Qualitätsniveau in unserem Kader, um unsere Ziele zu erreichen.“


Marktwert
Paxten Aaronson
P. Aaronson Offensives Mittelfeld
6,00 Mio. €


Vor diesem Hintergrund erkundet Frankfurt ständig neue Märkte, einer davon ist auch Nordamerika. Frankfurt hat 2023 Paxten Aaronson vom Philadelphia Union verpflichtet. Der Mittelfeldspieler ist inzwischen in die Major League Soccer zurückgekehrt.


„Aaronson war ein gutes Beispiel dafür, dass wir den nordamerikanischen Markt im Blick haben, insbesondere unter den Märkten außerhalb Europas. Das Gleiche gilt für den japanischen Markt. Die Zahl der Spieler mit Potenzial in Nordamerika ist enorm. Das sieht man an der Entwicklung der Major League Soccer und den ihr zugrunde liegenden Strukturen wie der USL. Man sieht es auch am Wachstum der Nachwuchsakademien. Das wird in Zukunft nur noch zunehmen. Das Gleiche gilt für Kanada. Dieser Markt ist genauso interessant und ist in den letzten Jahren erheblich gewachsen.“


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Der-Tor-im-zm VfB Stuttgart Der-Tor-im-zm 28.06.2026 - 18:48
Zitat von robstar
Oder James Rodríguez, dessen Name nur wegen einer Super-WM bis heute strahlt.
Solche Geschichten wird es immer wieder geben - wenn auch seltener...


Das ist ein Irrglaube, der Jahr für Jahr in allen möglichen Fußballplattformen durch die Gegend geschoben wird. Natürlich war seine WM unfassbar stark, eine ganze Ecke stärker als seine Karriere (das war ja pure Weltklasse). Aber James war schon davor ein 45 Mio Spieler.
Der hatte zu dem Zeitpunkt schon über 100 Spiele für Porto in der Vita (über 70 Scorer), wurde mit denen EL-Sieger, holte alleine dort 8 Titel und galt schon als ultimatives Talent. Da waren damals mehrere Topclubs dran, wenn ich mich richtig erinnere Atletico, Dortmund, Manchester United..

Monaco bekam damals den Zuschlag, weil man mit viel Geld eine Schlagkräftige Truppe aufbauen wollte. Falcao kam, Joao Moutinho, Kondogbia später B.Silva...da wurde der Grundstein gelegt für den Meister + CL-Halbfinal Kader 2 Jahre später, wo dann ja auch der Stern von Mbappe aufging.

45 Mio hat James damals gekostet. In dem Sommer damit teurer als Falcao, Mata, Götze, Miki, Isco. Ein Thiago wechselte für rund die Hälfte zu den Bayern, ebenso ein DeBruyne zu Wolfsburg. Ein Özil (Arsenal) mit der Vita war nur 2 Mio teurer. Um nochmal diese Ablöse ins Verhältnis zu setzen, die heutzutage ja niemanden her hinter dem Ofen hervorlockt.

Dann bestätigte er in Monaco direkt seine Leistungen, machte über 20 Scorer in seiner Debutsaison. Parallel trumpfte er auch schon in der WM-Quali für Kolumbien auf. Und dann kam die WM. Und der Deal ging ja irgendwo auch erstmal auf. Glaube in der Debutsaison war er direkt der torgefährlichste Mittelfeldspieler der Liga, in der CL scheiterte man knapp an Juve.

Lange Rede kurzer Sinn: James galt bereits vor der WM als absolutes Toptalent.
Nico_FFM Eintracht Frankfurt Nico_FFM 28.06.2026 - 16:24
Zitat von robstar
Zitat von Nico_FFM

Zitat von robstar

Die WM wird immer noch Stars machen. Es ist ein Schaufenster, bei dem sich Spieler auf Scoutinglisten spielen können, die vorher noch nicht drauf waren. Und es wird immer wieder auch mal heisse Aktien geben, wo sich Vereine verleiten lassen werden und sagen werden "den müssen wir holen".

Ich habe noch den Nordkoreaner Chong Tese in Erinnerung, der rührend bei der Nationalhymne geweint hat und dann als pfeilschneller Spieler bekannt wurde. Den hat sich dann Bochum unter den Nagel gerissen. Oder James Rodríguez, dessen Name nur wegen einer Super-WM bis heute strahlt.
Solche Geschichten wird es immer wieder geben - wenn auch seltener...

Was Frankfurt angeht, finde ich den Teil mit dem "anspruchsvoller" nicht so schön, weil einem das die Kreativität und finanziellen Mittel raubt. Frankfurt konzentriert sich zunehmend auf Spieler, die schon in Erscheinung getreten sind und schon deutlich weniger an Skills, die Scouts aufgefallen sind - noch bevor der Spieler in Erscheinung getreten ist. Das verkleinert den Pool massiv.
Wenn ich sehe, dass RB Salzburg Spieler findet, die noch niemand kennt und die dann auch ihre Entwicklung in Salzburg nehmen, würde ich mich freuen, wenn man auch solche Spieler in Betracht ziehen würde. Soll man doch über Bedarf verpflichten und eine Loan Army betreiben. Ich finde das ist eine probate Strategie, um sich gegen Oligarchen- / Öl- und englischen TV-Millionen behaupten zu können.
An den namhafteren Spielern sind auch andere Vereine dran, was die Preise in die Höhe treibt. Da bringen die ganzen erwirtschafteten Millionen nichts mehr, wenn deren Kaufkraft beim Wettbieten verloren geht.
Man muss nur nach Dortmund schauen um zu sehen, dass immer teurer werdende Talente keine größeren Garantien bringen, einem aber die Handlungsfähigkeit auf dem Transfermarkt nehmen.


Frankfurt ist aber auch nicht mehr der Verein, der sich nur durch junge, unbekannte Talente verstärken kann. Durch die vergangenen Jahre sind einerseits die Ansprüche in und um den Verein herum gestiegen, andererseits haben auch die anderen Vereine mitbekommen, wie Frankfurt agiert hat. So sind Spieler wie einst Larsson für Frankfurt nicht mehr erschwinglich. Bestes Beispiel ist hierfür Froholdt, der vergangene Saison für 20 Mio aus Kopenhagen zu Porto gewechselt ist. Vor 2-3 Jahren hätte man diesen Spieler für unter 10 Mio verpflichten können. Mittlerweile sind die ganz großen Vereine mit eingestiegen und verleihen diese Spieler, oder kaufen diese durch ihren Partnerklub, um später diesen Spieler günstig kaufen zu können. Dazu gehört auch das von dir mitgebrachte Beispiel RB Salzburg. In der Vergangenheit wurden einige Spieler für weniger Geld nach Leipzig verkauft, obwohl der Spieler für mehr Geld zu anderen Vereinen hätte wechseln können.

Auch stimmt es nicht ganz, dass Frankfurt sich nur noch auf bekanntere Spieler fokussiert. Man hat in den letzten Jahren Brown von Nürnberg, Arrhov von Brommapojkarna, Kosugi von Djurgårdens und Amaimouni-Echghouyab von Hoffenheim 2 verpflichtet. Es bringt jedoch nichts, den Kader lediglich mit halbwegs unbekannten Spielern zu verstärken, bei denen das Potenzial für die 1. Liga ungewiss ist und der Spieler meist Zeit braucht, sich an das Niveau zu gewöhnen. Der Unterschied zu früheren Zeiten ist, dass man sich heute leisten kann ein Regal höher zu greifen, was aber auch zu teilen notwendig ist, um die Leistungsträger zu ersetzen, die uns für viel Geld verlassen haben. Insofern wird ein Spieler wie Omar oder Heki nicht versucht 1zu1, sondern mit 2 Spielern zu ersetzen. So geschehen mit Jonny und Doan.

Bevor man demnach junge Spieler wie Froholdt für 20 Mio verpflichtet, bei denen das Risiko zu „floppen“ größer ist, verpflichtet man bekanntere Spieler für eine ähnliche Summe, die dafür ihre Qualität bereits gezeigt haben und das Risiko kleiner ist. Aus heutiger Sicht hätte man statt Doan eher Froholdt verpflichtet, doch im Nachhinein ist man immer schlauer.


Aber man muss doch nicht bekannt sein, damit gute Scouts Fähigkeiten / Skills bei einem Spieler entdecken. Wenn man ein gutes Netzwerk hat und die dieses einem Kandidaten zuspielt, kann man auch unbekannte passende Kandidaten finden. Die können dann genau so eine rasante Entwicklung nehmen, ohne das sie erst eine Zwischenstufe bei einem typischen Zulieferverein nehmen.

Und wenn ich RB Salzburg anspreche, dann meine ich, dass die Spieler in Mali, Venezuela, Sambia, Kolumbien oder Norwegen scouten. Die gehen direkt an den Ursprung und lassen die Spieler nicht erst bei einem europäischen Verein auffällig werden und diesen mitverdienen.
Ein weltumspannendes Scoutingnetzwerk fände ich interessant, dass beispielsweise auch in Südamerika scoutet und diesen Markt nicht der brasilianischen Liga überlässt, die dann zu üppigen Preisen nach Europa verkauft. Alles was in Argentinien, Kolumbien oder in anderen südamerikanischen Ländern nach oben gespült wird, landet erstmal in Brasilien. Warum nicht dort einen Kooperationspartner suchen, wo man südamerikanischen Talente parkt und schaut wie sie sich entwickeln um sie dann entweder dort zu lassen, oder nach Europa zu "befördern".

Sobald man sich eine teurere Transferstrategie leisten kann, wird man nachlässig.
Man muss nur nach Dortmund blicken, wo Talente überteuerte 30 Mio. EUR kosten und dann auch erstmal nicht zünden.


Ich kann den Gedanken grundsätzlich nachvollziehen, jedoch sind Frankfurt und RB finanziell auf einem ganz anderen Niveau. RB nutzt seinen finanziellen Einfluss, um in diesen Ländern entsprechend zu investieren und u.a. Scouting zu betreiben. Allerdings machen viele dieser Spieler eben einen Zwischenschritt. Ein Spieler der nach Salzburg wechselt, spielt in einer wesentlich schwächeren Liga und kann dort einfacher Spielzeit bekommen. Das ist mit dem Anspruch der Eintracht nicht zu vereinbaren.

Auch darf man nicht außer Acht lassen, dass in Frankfurt viel getan wird, um in solchen Ligen einen Fuß hinein zu bekommen. Das ist jedoch mit viel Arbeit und finanziellen Mitteln verbunden. Der Einfluss in den USA hat man sich durch jahrelange Arbeit aufgebaut. Selbiges gilt aktuell mit Japan. Das bedarf Zeit und besteht nicht von heute auf morgen. Wir sind dabei einer von vielen und die Menschen schreien nicht nach uns. Das muss man sich erarbeiten. Die Bekanntheit von Eintracht Frankfurt ist dabei weit entfernt von Red Bull. Diese sind weltweit bekannt und deren finanzielle Mittel und Reichweite sind mit unseren nicht gleichzusetzen. In Frankfurt wird seit 10 Jahren sehr gut gearbeitet. Das man heute überhaupt solche Projekte verfolgt, ist den handelnden Personen und dem Erfolg zu verdanken. Die 1. Aufgabe ist sich in Deutschland für den europäischen Fußball zu qualifizieren. Nur dann sind solche Kooperationen überhaupt möglich. Langfristig wäre es schön, wenn man das von dir beschriebene im Ansatz erreichen könnte. Aber auch hier gilt: die Konkurrenz schläft nicht.
robstar Slowenien robstar 28.06.2026 - 16:06
Zitat von Nico_FFM
Zitat von robstar

Die WM wird immer noch Stars machen. Es ist ein Schaufenster, bei dem sich Spieler auf Scoutinglisten spielen können, die vorher noch nicht drauf waren. Und es wird immer wieder auch mal heisse Aktien geben, wo sich Vereine verleiten lassen werden und sagen werden "den müssen wir holen".

Ich habe noch den Nordkoreaner Chong Tese in Erinnerung, der rührend bei der Nationalhymne geweint hat und dann als pfeilschneller Spieler bekannt wurde. Den hat sich dann Bochum unter den Nagel gerissen. Oder James Rodríguez, dessen Name nur wegen einer Super-WM bis heute strahlt.
Solche Geschichten wird es immer wieder geben - wenn auch seltener...

Was Frankfurt angeht, finde ich den Teil mit dem "anspruchsvoller" nicht so schön, weil einem das die Kreativität und finanziellen Mittel raubt. Frankfurt konzentriert sich zunehmend auf Spieler, die schon in Erscheinung getreten sind und schon deutlich weniger an Skills, die Scouts aufgefallen sind - noch bevor der Spieler in Erscheinung getreten ist. Das verkleinert den Pool massiv.
Wenn ich sehe, dass RB Salzburg Spieler findet, die noch niemand kennt und die dann auch ihre Entwicklung in Salzburg nehmen, würde ich mich freuen, wenn man auch solche Spieler in Betracht ziehen würde. Soll man doch über Bedarf verpflichten und eine Loan Army betreiben. Ich finde das ist eine probate Strategie, um sich gegen Oligarchen- / Öl- und englischen TV-Millionen behaupten zu können.
An den namhafteren Spielern sind auch andere Vereine dran, was die Preise in die Höhe treibt. Da bringen die ganzen erwirtschafteten Millionen nichts mehr, wenn deren Kaufkraft beim Wettbieten verloren geht.
Man muss nur nach Dortmund schauen um zu sehen, dass immer teurer werdende Talente keine größeren Garantien bringen, einem aber die Handlungsfähigkeit auf dem Transfermarkt nehmen.


Frankfurt ist aber auch nicht mehr der Verein, der sich nur durch junge, unbekannte Talente verstärken kann. Durch die vergangenen Jahre sind einerseits die Ansprüche in und um den Verein herum gestiegen, andererseits haben auch die anderen Vereine mitbekommen, wie Frankfurt agiert hat. So sind Spieler wie einst Larsson für Frankfurt nicht mehr erschwinglich. Bestes Beispiel ist hierfür Froholdt, der vergangene Saison für 20 Mio aus Kopenhagen zu Porto gewechselt ist. Vor 2-3 Jahren hätte man diesen Spieler für unter 10 Mio verpflichten können. Mittlerweile sind die ganz großen Vereine mit eingestiegen und verleihen diese Spieler, oder kaufen diese durch ihren Partnerklub, um später diesen Spieler günstig kaufen zu können. Dazu gehört auch das von dir mitgebrachte Beispiel RB Salzburg. In der Vergangenheit wurden einige Spieler für weniger Geld nach Leipzig verkauft, obwohl der Spieler für mehr Geld zu anderen Vereinen hätte wechseln können.

Auch stimmt es nicht ganz, dass Frankfurt sich nur noch auf bekanntere Spieler fokussiert. Man hat in den letzten Jahren Brown von Nürnberg, Arrhov von Brommapojkarna, Kosugi von Djurgårdens und Amaimouni-Echghouyab von Hoffenheim 2 verpflichtet. Es bringt jedoch nichts, den Kader lediglich mit halbwegs unbekannten Spielern zu verstärken, bei denen das Potenzial für die 1. Liga ungewiss ist und der Spieler meist Zeit braucht, sich an das Niveau zu gewöhnen. Der Unterschied zu früheren Zeiten ist, dass man sich heute leisten kann ein Regal höher zu greifen, was aber auch zu teilen notwendig ist, um die Leistungsträger zu ersetzen, die uns für viel Geld verlassen haben. Insofern wird ein Spieler wie Omar oder Heki nicht versucht 1zu1, sondern mit 2 Spielern zu ersetzen. So geschehen mit Jonny und Doan.

Bevor man demnach junge Spieler wie Froholdt für 20 Mio verpflichtet, bei denen das Risiko zu „floppen“ größer ist, verpflichtet man bekanntere Spieler für eine ähnliche Summe, die dafür ihre Qualität bereits gezeigt haben und das Risiko kleiner ist. Aus heutiger Sicht hätte man statt Doan eher Froholdt verpflichtet, doch im Nachhinein ist man immer schlauer.


Aber man muss doch nicht bekannt sein, damit gute Scouts Fähigkeiten / Skills bei einem Spieler entdecken. Wenn man ein gutes Netzwerk hat und die dieses einem Kandidaten zuspielt, kann man auch unbekannte passende Kandidaten finden. Die können dann genau so eine rasante Entwicklung nehmen, ohne das sie erst eine Zwischenstufe bei einem typischen Zulieferverein nehmen.

Und wenn ich RB Salzburg anspreche, dann meine ich, dass die Spieler in Mali, Venezuela, Sambia, Kolumbien oder Norwegen scouten. Die gehen direkt an den Ursprung und lassen die Spieler nicht erst bei einem europäischen Verein auffällig werden und diesen mitverdienen.
Ein weltumspannendes Scoutingnetzwerk fände ich interessant, dass beispielsweise auch in Südamerika scoutet und diesen Markt nicht der brasilianischen Liga überlässt, die dann zu üppigen Preisen nach Europa verkauft. Alles was in Argentinien, Kolumbien oder in anderen südamerikanischen Ländern nach oben gespült wird, landet erstmal in Brasilien. Warum nicht dort einen Kooperationspartner suchen, wo man südamerikanischen Talente parkt und schaut wie sie sich entwickeln um sie dann entweder dort zu lassen, oder nach Europa zu "befördern".

Sobald man sich eine teurere Transferstrategie leisten kann, wird man nachlässig.
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