DFB und DFB-Teams

Joachim Löw [Ex-Bundestrainer]

17.11.2013 - 20:09 Uhr
Joachim Löw [Ex-Bundestrainer] |#5741
01.07.2021 - 00:03 Uhr
Zitat von Tulpengeneral
Jogi Löw ist endlich Geschichte, leider mindestens 3 Jahre zu spät. Spätestens nach der Blamage 2018 hätte er zurücktreten müssen.


Wäre Löw clever gewesen, wäre er 2014 nach dem WM-Titel, den man nicht dank, sondern viel mehr trotz ihm gewinnen konnte, abgetreten, womit er einem nicht unwesentlichen Teil der Fans trotz aller Defizite noch als Legende in Erinnerung geblieben wäre.

Stattdessen geriet sein Ego nach dem Titelgewinn jedoch komplett außer Kontrolle, er sah sich plötzlich selbst als den besten und genialsten Trainer der Welt an und schwebte, so wie es auch einige DFB-Arbeiter bestätigten, plötzlich über den Dingen und meinte, sich von niemandem mehr etwas sagen lassen zu müssen.

2016 hätte er immer noch mit Anstand gehen können, 2018 ließ er diesen jedoch endgültig komplett vermissen. Seine Arroganz und Selbstverliebtheit bewegten sich endgültig in nicht mehr messbaren Sphären, die Ergebnisse gingen in die komplett andere Richtung und seine "Analyse" des WM-Debakels wäre bei einem normalen Verband nicht mehr und nicht weniger als ein ultimativer Kündigungsgrund gewesen.

Die letzten drei Jahre und sein verlogener Neuaufbau spotten nach wie vor jeder Beschreibung, und dass er nach dem kaum überraschenden nächsten Debakel die Schuld schon wieder nur bei allen anderen sucht (Gnabry, Sané, Corona) bestätigt einmal mehr, was für einen zweifelhaften Charakter dieser Mann hat.

Letzten Endes das absolut stillose Ende eines absolut stillosen Bundestrainers, der sich selbst stets maßlos überschätzt hat und vermutlich immer noch an seinem Stuhl klammern würde, wenn man ihn intern nicht zu diesem "freiwilligen" Rücktritt gedrängt hätte.

So hart das auch immer klingen mag, aber so charakterschwach und niveaulos wie Löw sich regelmäßig anderen Menschen gegenüber aufgeführt hat, hätte er einfach kein Happy End verdient gehabt. Für mich persönlich bleibt er der mit Abstand größte Blender aller Zeiten und ich bin froh, dass er endlich weg ist.
Joachim Löw [Ex-Bundestrainer] |#5742
01.07.2021 - 00:57 Uhr
Nach 15 Jahren hier mal meine Meinung zu diesem "trotz Löw gewonnen". Was dann nie wirklich ausdifferenziert wird, wie das gehen soll. So oder so, weil mich das immer genervt hat, weil mir das zu platt ist - meine persönliche Meinung dazu:

Ich finde ich das ganz sachlich gesagt zu spekulativ. Ich denke auch nicht das man sagen kann Mannschaft oder Löw, am Ende arbeiten beide zusammen und wenn keiner in der Mannschaft rebelliert oder den Mund aufmacht, dann entscheidet Löw alleine. Mit dem Ergebnis müssen dann auch alle leben. Also finde ich dieses "trotz" mega fragwürdig. Bei Teamarbeit alles auseinander diffundieren wer was gemacht hat ist schwer genug und dann sollen wir das von außen beurteilen können? Äh, nee.

Das kann höchstens die BILD und das auch nur aufgrund der Fantasie der Redakteure. zwinker

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Mut zu Lücke!
Joachim Löw [Ex-Bundestrainer] |#5743
01.07.2021 - 01:47 Uhr
Zitat von jim_nihilist
Ich denke auch nicht das man sagen kann Mannschaft oder Löw, am Ende arbeiten beide zusammen und wenn keiner in der Mannschaft rebelliert oder den Mund aufmacht, dann entscheidet Löw alleine.


2014 haben aber eben große Teile der Mannschaft, sowie Flick sehr wohl gegen diverse Ideen Löws rebelliert, was Flick sogar in einem Interview während des Turniers öffentlich bestätigte. Hätte der seinen Stiefel durchgezogen, ohne sich von anderen beeinflussen zu lassen, wäre man im Leben nicht Weltmeister geworden, zumal die Mustafi-Verletzung, durch die Lahm dann notgedrungen wieder nach hinten rechts verschoben werden musste, ihr Übriges tat.

2018 gab es zudem mal einen sehr interessanten Artikel, in dem ein DFB-Mitarbeiter aus dem Nähkästchen plauderte und offenbarte, dass es einzig und allein Flick war, der 2014 jeden Abend mit dem gesamten Betreuerteam noch stundenlang zusammensaß, um Aufstellungen, Taktiken und Trainingspläne zu besprechen, während Löw högschdpersönlich dabei grundsätzlich nie anwesend war und sich am nächsten Morgen immer nur eine kurze Zusammenfassung der Besprechungen geben ließ.
Joachim Löw [Ex-Bundestrainer] |#5744
01.07.2021 - 09:30 Uhr
Zitat von RAMB0
Zitat von jim_nihilist

Ich denke auch nicht das man sagen kann Mannschaft oder Löw, am Ende arbeiten beide zusammen und wenn keiner in der Mannschaft rebelliert oder den Mund aufmacht, dann entscheidet Löw alleine.


2014 haben aber eben große Teile der Mannschaft, sowie Flick sehr wohl gegen diverse Ideen Löws rebelliert, was Flick sogar in einem Interview während des Turniers öffentlich bestätigte. Hätte der seinen Stiefel durchgezogen, ohne sich von anderen beeinflussen zu lassen, wäre man im Leben nicht Weltmeister geworden, zumal die Mustafi-Verletzung, durch die Lahm dann notgedrungen wieder nach hinten rechts verschoben werden musste, ihr Übriges tat.

2018 gab es zudem mal einen sehr interessanten Artikel, in dem ein DFB-Mitarbeiter aus dem Nähkästchen plauderte und offenbarte, dass es einzig und allein Flick war, der 2014 jeden Abend mit dem gesamten Betreuerteam noch stundenlang zusammensaß, um Aufstellungen, Taktiken und Trainingspläne zu besprechen, während Löw högschdpersönlich dabei grundsätzlich nie anwesend war und sich am nächsten Morgen immer nur eine kurze Zusammenfassung der Besprechungen geben ließ.


Hab ich damals auch gelesen.

Normalerweise kommt jetzt immer ein: "Aber Löw war doch Klinsis Mastermind 2006! Das ist doch ein Widerspruch."

Ist es eben nicht. Es gibt tausende von Beispielen wie aus guten Trainern und vor allem Politikern, die in ihren Anfangsjahren großes geleistet haben, in einem Anflug von Hybris und Narzissmus plötzlich vollkommen beratungsresistente Typen geworden sind, die denken, nur allein für den Erfolg verantwortlich zu sein und alles besser zu wissen. Und genau so einer ist Löw geworden. Nach 2014 dachte er, er allein sei für den Erfolg verantwortlich und wisse alles besser. Und das Ergebnis ist allgemein bekannt.

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5 Tage im Mai 2001 --- unvergesslich
Joachim Löw [Ex-Bundestrainer] |#5745
01.07.2021 - 10:35 Uhr
Zitat von MaLe8
Zitat von McSquarepants

Gleichzeitig frage ich mich auch immer noch, was genau 2012 gegen Italien vercoacht wurde.


Frag ich mich in letzter Zeit auch immer wieder, va wenn man die nachfolgende WM 2014 miteinbezieht.

Wenn man die 2012er HF Aufstellung gg ITA betrachtet ist zu erkennnen, dass sich die Statik des Mittelfelds aus einem DM (Schweinstieger), einem ZM (Khedira) und einen weiterem ZM/OM (Kroos) zusammensetzt + einem Özil auf RA.

Löw´s Plan war es, Kompaktheit (die oft zitierte "Manndeckung gg Pirlo") im Zentrum herzustellen, also Schweinsteiger und Khedira von Kroos unterstützen zu lassen, sprich um jeden Preis einen Rückstand gg ITA zu vermeiden. Folglich musste der bisherige OM/HS Özil gegen ITA auf RA, weil man weiterhin dessen Fähigkeiten (tödlicher Pass, Pressingresistenz, Ballzirkulation) im Spiel benötigte.

2 Jahre später, bei der WM im Brasilien, wurde man mit dem Mittelfeld aus Schweinsteiger, Khedira und Kroos, sowie Özil auf Außen (in der KO-Runde diesesmal links) Weltmeister. Dort spielten alle 4 simultan

im AF gg ALG von Min 70.-109.
im VF gg FRA bis Min 83.
im HF gg BRA bis Min 76.

Bilanz aus diesen KO-Spielen in den gemeinsamen Minuten -> 8:0 Tore, dh: das 3er MF als Teil des Plans von allgemeiner defensiver Stabilität scheint diesesmal aufgegangen zu sein.

Auf der anderen Seite muss man sich natürlich die Frage stellen, ob es Sinn macht im HF 2012 die Ausrichtung und das Personal im Vergleich zum offensiv sehr starken aber defensiv mittelmäßigen VF gg GRI zu ändern.

Hätte man das HF gg ITA gewonnen, wäre Löw als Taktikfuchs auf den Olymp aufgestiegen. So aber gilt das Spiel im "Volksmund" als vercoacht, hätte aber auch das Potenzial als "Wiege" des 2014er Weltmeistersystems der KO-Runde bezeichnet zu werden.


Ich komme retrospektiv (natürlich mit dem Wissen von 2014) zu dem gleichen Schluss: Bis auf Nuancen (und andere Spieler) war das die gleiche Ausrichtung wie beim Weltmeistertitel.

Man stelle sich vor, Lahm macht den größten Stellungsfehler seiner Karriere nicht, Badstuber geht vernünftig uns Kopfballduell gegen Balotelli und Buffon hat keinen Sahnetag. Dann kann das auch 3:0 für Deutschland ausgehen.

Am Ende haben die Tore bzw. nicht-Tore das Spiel entschieden und nicht die taktische Ausrichtung. Es ist etwas billig und naiv, diese eindeutig individuellen Fehler auf den Trainer und die Taktik zu schieben.

•     •     •

Fußball wird gespielt, um Ergebnisse zu erzielen, aber Ergebnisse sind nicht immer der beste Maßstab in der Bewertung
Joachim Löw [Ex-Bundestrainer] |#5746
01.07.2021 - 14:36 Uhr
Zitat von McSquarepants
Zitat von MaLe8

Zitat von McSquarepants

Gleichzeitig frage ich mich auch immer noch, was genau 2012 gegen Italien vercoacht wurde.


Frag ich mich in letzter Zeit auch immer wieder, va wenn man die nachfolgende WM 2014 miteinbezieht.

Wenn man die 2012er HF Aufstellung gg ITA betrachtet ist zu erkennnen, dass sich die Statik des Mittelfelds aus einem DM (Schweinstieger), einem ZM (Khedira) und einen weiterem ZM/OM (Kroos) zusammensetzt + einem Özil auf RA.

Löw´s Plan war es, Kompaktheit (die oft zitierte "Manndeckung gg Pirlo") im Zentrum herzustellen, also Schweinsteiger und Khedira von Kroos unterstützen zu lassen, sprich um jeden Preis einen Rückstand gg ITA zu vermeiden. Folglich musste der bisherige OM/HS Özil gegen ITA auf RA, weil man weiterhin dessen Fähigkeiten (tödlicher Pass, Pressingresistenz, Ballzirkulation) im Spiel benötigte.

2 Jahre später, bei der WM im Brasilien, wurde man mit dem Mittelfeld aus Schweinsteiger, Khedira und Kroos, sowie Özil auf Außen (in der KO-Runde diesesmal links) Weltmeister. Dort spielten alle 4 simultan

im AF gg ALG von Min 70.-109.
im VF gg FRA bis Min 83.
im HF gg BRA bis Min 76.

Bilanz aus diesen KO-Spielen in den gemeinsamen Minuten -> 8:0 Tore, dh: das 3er MF als Teil des Plans von allgemeiner defensiver Stabilität scheint diesesmal aufgegangen zu sein.

Auf der anderen Seite muss man sich natürlich die Frage stellen, ob es Sinn macht im HF 2012 die Ausrichtung und das Personal im Vergleich zum offensiv sehr starken aber defensiv mittelmäßigen VF gg GRI zu ändern.

Hätte man das HF gg ITA gewonnen, wäre Löw als Taktikfuchs auf den Olymp aufgestiegen. So aber gilt das Spiel im "Volksmund" als vercoacht, hätte aber auch das Potenzial als "Wiege" des 2014er Weltmeistersystems der KO-Runde bezeichnet zu werden.


Ich komme retrospektiv (natürlich mit dem Wissen von 2014) zu dem gleichen Schluss: Bis auf Nuancen (und andere Spieler) war das die gleiche Ausrichtung wie beim Weltmeistertitel.

Man stelle sich vor, Lahm macht den größten Stellungsfehler seiner Karriere nicht, Badstuber geht vernünftig uns Kopfballduell gegen Balotelli und Buffon hat keinen Sahnetag. Dann kann das auch 3:0 für Deutschland ausgehen.

Am Ende haben die Tore bzw. nicht-Tore das Spiel entschieden und nicht die taktische Ausrichtung. Es ist etwas billig und naiv, diese eindeutig individuellen Fehler auf den Trainer und die Taktik zu schieben.


Man kann ja zumindest nachlesen, wie die damalige Aufstellung hier im Forum aufgefasst wurde; ungefähr auf dieser Seite geht's los: https://www.transfermarkt.de/em-2012-hf-deutschland-vs-italien-1-2/thread/forum/52/thread_id/173680/page/30

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**** Sanitarium ****
Joachim Löw [Ex-Bundestrainer] |#5747
01.07.2021 - 15:37 Uhr
Zitat von welcome_home
Zitat von McSquarepants

Zitat von MaLe8

Zitat von McSquarepants

Gleichzeitig frage ich mich auch immer noch, was genau 2012 gegen Italien vercoacht wurde.


Frag ich mich in letzter Zeit auch immer wieder, va wenn man die nachfolgende WM 2014 miteinbezieht.

Wenn man die 2012er HF Aufstellung gg ITA betrachtet ist zu erkennnen, dass sich die Statik des Mittelfelds aus einem DM (Schweinstieger), einem ZM (Khedira) und einen weiterem ZM/OM (Kroos) zusammensetzt + einem Özil auf RA.

Löw´s Plan war es, Kompaktheit (die oft zitierte "Manndeckung gg Pirlo") im Zentrum herzustellen, also Schweinsteiger und Khedira von Kroos unterstützen zu lassen, sprich um jeden Preis einen Rückstand gg ITA zu vermeiden. Folglich musste der bisherige OM/HS Özil gegen ITA auf RA, weil man weiterhin dessen Fähigkeiten (tödlicher Pass, Pressingresistenz, Ballzirkulation) im Spiel benötigte.

2 Jahre später, bei der WM im Brasilien, wurde man mit dem Mittelfeld aus Schweinsteiger, Khedira und Kroos, sowie Özil auf Außen (in der KO-Runde diesesmal links) Weltmeister. Dort spielten alle 4 simultan

im AF gg ALG von Min 70.-109.
im VF gg FRA bis Min 83.
im HF gg BRA bis Min 76.

Bilanz aus diesen KO-Spielen in den gemeinsamen Minuten -> 8:0 Tore, dh: das 3er MF als Teil des Plans von allgemeiner defensiver Stabilität scheint diesesmal aufgegangen zu sein.

Auf der anderen Seite muss man sich natürlich die Frage stellen, ob es Sinn macht im HF 2012 die Ausrichtung und das Personal im Vergleich zum offensiv sehr starken aber defensiv mittelmäßigen VF gg GRI zu ändern.

Hätte man das HF gg ITA gewonnen, wäre Löw als Taktikfuchs auf den Olymp aufgestiegen. So aber gilt das Spiel im "Volksmund" als vercoacht, hätte aber auch das Potenzial als "Wiege" des 2014er Weltmeistersystems der KO-Runde bezeichnet zu werden.


Ich komme retrospektiv (natürlich mit dem Wissen von 2014) zu dem gleichen Schluss: Bis auf Nuancen (und andere Spieler) war das die gleiche Ausrichtung wie beim Weltmeistertitel.

Man stelle sich vor, Lahm macht den größten Stellungsfehler seiner Karriere nicht, Badstuber geht vernünftig uns Kopfballduell gegen Balotelli und Buffon hat keinen Sahnetag. Dann kann das auch 3:0 für Deutschland ausgehen.

Am Ende haben die Tore bzw. nicht-Tore das Spiel entschieden und nicht die taktische Ausrichtung. Es ist etwas billig und naiv, diese eindeutig individuellen Fehler auf den Trainer und die Taktik zu schieben.


Man kann ja zumindest nachlesen, wie die damalige Aufstellung hier im Forum aufgefasst wurde; ungefähr auf dieser Seite geht's los: https://www.transfermarkt.de/em-2012-hf-deutschland-vs-italien-1-2/thread/forum/52/thread_id/173680/page/30


Interessant ist, wie positiv zwei Jahre später die Aufstellung gegen Portugal hier im Forum gesehen wird, die wie erwähnt taktisch den gleichen Grundgedanken (4-3-3 und fast die gleichen Spieler/Spielertypen) hatte:

https://www.transfermarkt.de/wm-2014-dfb-portugal-in-salvador-mo-16-06-18-uhr-ard-/thread/forum/52/thread_id/173757/page/4

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Fußball wird gespielt, um Ergebnisse zu erzielen, aber Ergebnisse sind nicht immer der beste Maßstab in der Bewertung
Joachim Löw [Ex-Bundestrainer] |#5748
01.07.2021 - 16:44 Uhr
Zitat von McSquarepants

Zitat von welcome_home

Man kann ja zumindest nachlesen, wie die damalige Aufstellung hier im Forum aufgefasst wurde; ungefähr auf dieser Seite geht's los: https://www.transfermarkt.de/em-2012-hf-deutschland-vs-italien-1-2/thread/forum/52/thread_id/173680/page/30


Interessant ist, wie positiv zwei Jahre später die Aufstellung gegen Portugal hier im Forum gesehen wird, die wie erwähnt taktisch den gleichen Grundgedanken (4-3-3 und fast die gleichen Spieler/Spielertypen) hatte:

https://www.transfermarkt.de/wm-2014-dfb-portugal-in-salvador-mo-16-06-18-uhr-ard-/thread/forum/52/thread_id/173757/page/4


Am besten lässt sich die Aufstellung von ITA 2012 mit der aus den KO-Spielen von 2014 vergleichen, da Lahm 2014 bis zur Mustafi-Verletzung im AF gg ALG im DM spielte und erst ab genau diesem Moment das 3er MF aus dem ITA Halbfinale zeitgleich auflief.

Wenn man mal beide Aufstellungen, ITA 2012 und KO-Runde 2014, ab der Mustafi-Verletzung, miteinander vergleicht, erkennt man:

a) immer Neuer im Tor

b) jeweils einer 4er-Kette davor, die mit Lahm + gegenüber defensivem AV spielte, Boateng 2012 auf RV und Höwedes 2014 auf LV, dass man Lahm 2012 als LV und nicht als RV spielen ließ lass ich mal außen vor, geht mir eher um die systematische Aufstellung der Spielertypen

c) 3er MF mit DM Schweinsteiger und ZM Khedira + Kroos als ZM/OM

d) Özil auf der einen Außenbahn + auf der anderen Außenbahn ein Abschlusspieler, 2012 Poldi und 2014 Müller

e) im Sturm ein typischer Mittelstürmer der Marke Gomez 2012 und Klose 2014, mit den Außnahmen der falschen 9 gg ALG über das gesamte Spiel (in den folgenden Spielen gg FRA, BRA und ARG immer erst nach Kloses Auswechslungen im letzten Spieldrittel)

Finde beide Aufstellungen ähneln sich extrem, was ihre Gesamtstatik betrifft -> daraus würde ich auch die These ableiten, dass der Khedira-Ausfall im Finale die Aufstellung von Kramer zur Folge haben musste, denn Löw wollte sicher nicht die Statik in seiner Aufstellung so kurzfristig ändern und sein3er-MF beibehalten.

Nach Kramers Verletzung hatte er aber keinen ZM mehr auf der Bank, also musste er entweder Lahm ins MF ziehen und Großkreutz auf RV bringen, den extrem unerfahrenen Ginter im MF als DM bringen, oder seine Statik ändern, was er mit Schürrles Einwechslung tat, da er keine andere für ihn annehmbare Lösung mehr auf der Bank hatte.

PS: Der Plan mit der extremen defensiven Stabilität, hatte Löw in der Vorrunde 2014 mit seiner Ochsenabwehr aus 4 IV und einem 3er MF aus Lahm, Kroos + Khedira/Schweinsteiger auf die absolute Spitze getrieben.

•     •     •

Hier könnte Schleichwerbung stehen ... .

Namentlich erwähnt in folgenden Startseitenartikeln auf transfermarkt.de:

- 31.05.2010 - Umfrage: TM-User wählen Robben zum Spieler der Saison
- 09.10.2025 - Andrés begeistert vom VfB Stuttgart: „Nie gedacht, dass es mir hier so gut gehen würde“

Dieser Beitrag wurde zuletzt von MaLe8 am 01.07.2021 um 16:48 Uhr bearbeitet
Joachim Löw [Ex-Bundestrainer] |#5749
01.07.2021 - 18:39 Uhr
Aber das Problem 2012 kann man nicht an den Namen festmachen, da ging es vor allem darum, dass man sich der eigenen Stärke beraubt hat und gleichzeitig durch die Umstellung explizit darauf verzichtet hat, eine Schwäche der Italiener auszunutzen. Ganz verkürzt: Die waren stark im Zentrum, hatten außen eine Schwachstelle, und es wurde entschieden, sich lieber mit ihren Stärken auseinanderzusetzen. Dass das später mit denselben bzw. vergleichbaren Spielern gegen andere Gegner und in einem eingespielten System funktioniert hat ist dem unbenommen.

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**** Sanitarium ****
Joachim Löw [Ex-Bundestrainer] |#5750
02.07.2021 - 15:02 Uhr
Klar muss man bei Löw differenzieren und darf nicht vergessen, dass er für den Aufbau der Nationalmannschaft sehr wichtig war. In den Jahren 2006-2014 hat er insgesamt eine sehr gute Leistung gebracht. Das eine oder andere Spiel darf diskutiert werden, allen voran das vercoachte Halbfinale gegen Italien 2012. Hängen bleibt für mich aber meistens begeisternder Offensivfußball mit traumhaften Kombinationen, ein fantastischer Weltmeistertitel und dass ohne die starken Spanier wohl noch mehr Titel geholt worden wären.

Schon ab 2014 hat Löw dann jedoch die falschen Schlüsse gezogen und der Entwicklung der Nationalelf geschadet. Schon 2016, wo man den Titel dennoch hätte holen können, war der Fußball nicht mehr vergleichbar mit den Vorjahren und entwickelte sich in die Richtung des Ballbesitzes zum Selbstzweck in ungefährlichen Zonen. Löws Analyse der EM16 führte jedoch dazu, diese Entwicklung sogar noch fortzuführen und auf die Spitze zu treiben. Löw und sein Team waren nicht mehr zu retten.
Das Desaster 2018 blieb quasi folgenlos. Blinder Aktionismus, wieder fehlerhafte Analysen und drei völlig planlose Jahre sorgten schließlich für Löws überfälliges Ende und einer schwachen aber genauso so erwarteten EM21.
Schade, dass es Löw verpasst hat, frühzeitig zu erkennen bzw. sich einzugestehen, dass er die Mannschaft nicht mehr voran bringen und den so dringend benötigten neuen Impuls liefern kann. Schade für Löw und besonders schade für die Nationalmannschaft, da man nun auf fünf verschwendete Jahre zurückblickt.
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