Diomande im LaLiga-Debüt blass
Last-Minute-Dreier bei Mourinho-Comeback: Real feiert „Sieg mit Seele und von der Bank“
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Ein spätes Siegtor hat José Mourinho bei seinem Pflichtspiel-Comeback als Trainer von Real Madrid vor einer Enttäuschung bewahrt. Der eingewechselte Neuzugang Carlos Espi erzielte beim 2:1 (1:1) zum Liga-Auftakt bei Espanyol Barcelona in der 90. Minute den entscheidenden Treffer für den spanischen Rekordmeister.
Jude Bellingham hatte Real nach einer Freistoßflanke von Arda Güler per Kopf in Führung gebracht (9.). Álex Calatrava erzielte das zwischenzeitliche 1:1 (30.). Der aus Leipzig gekommene Neuzugang Yan Diomande, der rund 125 Millionen Euro Ablöse kostete und vor wenigen Tagen tiefe Einblicke in seine Wechselentscheidung gab, wurde nach etwas über einer Stunde Spielzeit eingewechselt. Entscheidende Akzente konnte der 19 Jahre alte Offensivspieler bei dem am Ende glücklichen Sieg nicht setzen.
„Ich denke, wir haben den Sieg verdient, aber Espanyol hat es nicht verdient zu verlieren. Wir haben vor allem in der zweiten Halbzeit ein großartiges Spiel gemacht mit viel Kontrolle und Druck. (...) Ich hatte nicht erwartet, dass Bellingham so lange spielen könnte. Es gibt Spieler, die noch nicht auf dem gleichen Stand sind, und wenn es darum geht, so zu pressen, wie ich es mag, fehlen uns noch Minuten und Kilometer – sowohl im Training als auch im Spiel. Deshalb schätze ich diesen Sieg sehr, weil er ein Sieg mit Seele und auch von der Bank war. Ich sage immer: Eine frustrierte Bank hilft nicht. Eine Bank mit Teamgeist, wenn man die Qualität hat, die wir haben, kann einem helfen zu gewinnen. Ein schwieriges Spiel und sehr wichtige Punkte für uns“, bilanzierte Mourinho.
Der 63-Jährige hatte in seiner ersten Amtszeit bei den Königlichen zwischen 2010 und 2013 den spanischen Pokal (2011) und die Meisterschaft (2012) gewonnen. In seiner zweiten Periode bei den Madrilenen assistiert ihm unter anderem 2014er-Weltmeister und Ex-Real-Profi Sami Khedira (39).
Für Real geht es am Mittwoch mit der Nachholpartie des 1. Spieltags zu Hause gegen Real Sociedad San Sebastián weiter. Weil das WM-Finale mit der spanischen Nationalmannschaft erst am 19. Juli stattgefunden hatte, verlegte die Liga einige Spiele von Teams mit WM-Teilnehmern. Das betraf unter anderem Real und Meister FC Barcelona.
Mourinho sieht Real-Star Vinícius Júnior als Mobbing-Opfer
Mourinho nahm seinen Starspieler Vinícius Júnior derweil mit markigen Worten in Schutz. Der Brasilianer sah sich in der Vergangenheit und auch im Spiel bei Espanyol wiederholt Anfeindungen und Pfiffen von der Tribüne ausgesetzt. „Er ist kein Heiliger, aber was sie ihm antun, ist unerträglich, und das fängt schon in der ersten Minute an“, sagte der Portugiese.
„Wir leben zwar in einer Zeit, in der Mobbing gesellschaftlich bekämpft wird, aber Vini wird trotzdem gemobbt - vom Gegner und von den Zuschauern. Es ist etwas, das bereits ein festes Muster hat, etwas, das sich von Gegner zu Gegner wiederholt. Das ist frustrierend für ihn.“
Vinícius müsse seine Emotionen „gut im Griff haben“, sagte der Real-Coach. Er habe darüber mit dem Brasilianer auch gesprochen und ihm geraten,„ darauf zu achten, wie er jubelt, wenn er ein Tor schießt“. Vinícius eckt mit seiner oft provokanten Art bei vielen gegnerischen Fans an. Viele werfen dem Offensivspieler zudem vor, bei Zweikämpfen zu leicht zu fallen und so Freistöße oder Elfmeter herausholen zu wollen. Auch beim Testspiel von Real Madrid vor einer Woche beim Bundesliga-Aufsteiger FC Schalke war Vinícius bei seinen Ballkontakten ausgepfiffen worden.
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