Diskussionsrunde

Neutralitätspflicht des DFB-Präsidenten?

15.02.2007 - 17:53 Uhr
Zwanziger hat auf einer PK in Bremen diese Aussage getätigt und sie m.E. daher etwas lokal-positivistisch grün-weiß eingefärbt, Parteilichkeit beanstandenswerten Ausmaßes kann ich da beim besten Willen nicht erkennen. Zwanziger schätzt den Bremer Fußball, was sein gutes Recht ist, er wertet die Lage der Bremer als nicht aussichtslos, was legitim und stichhaltig ist und er bewertet den SVW als Top-Mannschaft, der er den Titel gönnen würde, was sein subjektives Urteil darstellt, das man teilen oder nicht teilen kann. Ob es nun clever ist, als DFB-Präsident sich derart zu positionieren, ist eine andere Sache, allerdings würdigt er keinen Konkurrent ab, zumal er den Bedarf nach einer Trendwende in seine Worte integriert. Letztlich ist es wohl nicht unbedingt angemessen und sonderlich clever, aber Zwanziger neigt gerne mal dazu, im Überschwang etwas "eigentümlich" um sich zu palavern. Tiefere Bedeutung würde ich dem ganzen nicht beimessen!
Ich finde, ein DFB-Präsident sollte sich nicht zu solchen Aussagen hinreißen lassen. Auch wenn er persönlich den Bremern den Titel gönnt, in der Öffentlichkeit hat er eine neutrale Position einzunehmen.

Man stelle sich nur vor, Bremen gewinnt gegen den HSV durch eine Fehlentscheidung des Referees. Schon geht die Diskussion los, ob der DFB Bremen zur Meisterschaft verhelfen wolle.

Und zu MV: der ist damals ganz freiwillig dem Lippstädter Schwadronier in die Arme gefallen.

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"Es sind die Zuschauer, um die es beim Profifußball geht. Ohne sie hat dieser Sport weder Sinn noch Status noch eine Zukunft."

Alan Hardaker, ehem. Vorstand der Football League

+++ Justice for Hillsborough - Remember the 96 +++
Falls sich der aktuelle Punktevorsprung auf z.Bsp. 9 Punkte erhöhen sollte und es, nehmen wir mal an, nur noch 5 Spieltage wären, bin ich mal gespannt wie Zwanziger zurück rudert.
Aber für ein solches Szenario wird er "Politiker" genug sein! :/:
Das TZ kein Diplomat ist haben wir ja schon bei Platinis Wahlsieg erleben dürfen. Zitat
("Da sind ja Nationen jubelnd aufgesprungen, die haben gerademal hundert Einwohner!")

Hat denn der Mann keinen Sprecher? Selbst berühmte TV-Persönlichkeiten vermeiden es inzwischen in der Öffentlichkeit Sympathien gegenüber einem Verein kund zu tun. Sie fürchten die Atipathien der gegnerischen Fans. Zwanziger geht halt völlig angstfrei durch die Welt! ;)
darf denn ein DFB-Präsident kein FussballFan mehr sein?
Nur weil er sagt, das er es Bremen gönne, heisst es ja nicht, das er es Schalke überhaupt nicht gönnen würde...
und mein Gott, was solls? Solange er nicht Bremen das Geld aus DFB-Spielen in den Hintern bläst, soll's uns doch wurscht sein :D
Zurückhaltung, wenn man einsolches Amt bekleidet, kommt einfach irgendwie cooler finde ich. Wem er was gönnt interessiert doch eigentlich keine Sau oder?
Wie gesagt, sonderlich helle ist Zwanziger in dieser Hinsicht ohnehin nicht. Ihm gutgesinnt würde man das wohl seiner Fußballverrücktheit und Liebe zum Sport anlasten, negativ betrachtet könnte man es als Mangel an Seriosität darlegen, aber das ist bei Sport-Funktionären und -Verantwortungsträger offenbar Usus.
Die Aussage an sich, dabei bleibe ich, ist nicht schlimm, wenn auch womöglich ungeschickt und wenig taktvoll. Gunst beinhaltet keine Mißgunst gegenüber anderen, ob dies allerdings öffentlich dargelegt werden muss, ist eine andere Geschichte.
Wer daraus in Kombination mit evtl. Fehlentscheidungen Verschwörungen konstruiert, sollte sich aber grundsätzlich mal Gedanken machen...und zwar nicht über Zwanziger.
Zitat von Klumpi:
darf denn ein DFB-Präsident kein FussballFan mehr sein?


Es würde dich also nicht stören, wenn morgen alle Schiedsrichter sagen würden, wem sie den Titel gönnen, schließlich dürfen die auch Fußballfans sein

Um mal von dem konkreten Beispiel wegzukommen.

Ein Verbandspräsident muss in der Öffentlichkeit neutral auftreten, d.h. nicht, dass er nicht zu Hause mit Schal und Wimpel vorm TV mitfiebern darf.

und um zu Zwanziger zurückzukommen: Ich finde, dass die Aussage zumindest unglücklich ist, aber bei einer PK in Gelsenkirchen, hätte er vielleicht etwas anderers gesagt.

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Gut, als Werder-Anhänger wird man sicher von mir solch eine Aussage erwarten, aber ich finde nicht, daß es einem DFB-Präsidenten nicht zusteht, solche Aussagen öffentlich zu tätigen.
Dem Wortlaut nach scheint er lediglich nach einer Prognose gefragt worden zu sein ('Ich habe mich schon sehr früh in dieser Saison auf Bremen festgelegt'), was für sich ohnehin noch nicht als Parteilichkeit auszulegen ist. Im weiteren Verlauf des Artikels beschreibt er meiner Auffassung nac nur, was nötig wäre, damit seine Prognose eintrifft und erklärt, daß er es Werder gönnen würde.
Abgesehen davon, daß daraus nicht zwangsläufig eine Exklusivität seiner Solidarität abzuleiten ist (sicherlich 'gönnt' er es, zumindest öffentlich, jedem anderen Verein ebenso), hat es bei seinen beiden Vorgängern (Neuberger ist mir mittlerweile nicht mehr so deutlich in Erinnerung) ebenso 'parteiliche' Stellungnahmen gegeben...

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Bessere Hälfte des Duo Infernale von der Weser
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I can't remember where I heard this, but someone once said that defending a position by citing free speech is sort of the ultimate concession;
you're saying that the most compelling thing you can say for your position is that it's not literally illegal to express.
(Randall Munroe)
Zitat von berlinrune:
Zurückhaltung, wenn man einsolches Amt bekleidet, kommt einfach irgendwie cooler finde ich. Wem er was gönnt interessiert doch eigentlich keine Sau oder?




anscheinend doch - sonst gäb's ja diesen thread nicht ;)
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