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Rassismus die Rote Karte!

05.02.2007 - 00:55 Uhr
Rassismus die Rote Karte! |#221
08.07.2013 - 16:27 Uhr
Zitat von King_Neumi:
Und mal wieder schlechte Presse, das mit dem Testspiel ist auch dem Kicker nicht verborgen geblieben...
http://www.kicker.de/news/fussball/2bundesliga/startseite/589002/artikel_wegen-sicherheitsbedenken_cottbus-test-abgesagt.html

Mal sehen, was jetzt für Konsequenzen gezogen werden. Ich halte es ehrlich gesagt schon für ein bedenkliches Zeichen ein Testspiel abzusagen. Das ist son bisschen wie Kapitulation vor antisemitischen Tendenzen, genauso wie damals vor dem Rasenballsport-Hass kapituliert wurde...
Die Konsequenzen wurden ja eigentlich schon gezogen. Ein Problem ist, dass die Gruppe von diesem Spiel nicht durch Energie Cottbus ausgeschlossen werden konnte.

Ein Testspiel abzusagen, grade nachdem sich der Verein aufgrund von "antisemitischen Zeichen" von Inferno distanziert hat, ist dennoch bedenklich.
Zu klären bleibt die Frage, inwieweit Energie Cottbus die Partie freiwillig, oder gänzlich durch den Druck der Tiroler Polizei, abgesagt hat.
Rassismus die Rote Karte! |#222
12.02.2014 - 23:01 Uhr
So entstaub:

Wie angekündigt mal ein kleines Exzerpt des Kapitels über Inferno Cottbus im Buch "Kurvenrebellen" von Christoph Ruf.

Generell ist das Buch aus meiner Sicht objektiver geschrieben als vieles andere, was man über die Ultraszene in den Medien liest. Objektiver heißt auch zwangsläufig "Ultra-freundlicher" allerdings wird deutlich gemacht, dass es sowas wie normale (links ausgerichtete) Ultragruppierungen ist, die zwar Polizei, Staat und Söldner im eigenen Verein hassen und Pyro gutheißen, aber sonst nicht soviel Unheil anrichten im Sinne von intoleranten Parolen, übermäßiger Gewalt etc.

Überrascht hat mich im Gesamttenor des Buches der Artikel über Inferno Cottbus. Davon mal abgesehen, dass der Autor nach eigener Definition da nicht von einer "Ultra-Gruppe" sprechen würde (da wären wohl eher Ultima Raka oder etwas in der Art), ist es von dem was ich bisher gelesen habe (noch nicht das komplette Buch) der Abschnitt, der sich am meisten mit den Meinungen der Polizei, Verfassungsbehörden und der in die Medien getragenen Diskussion deckt. Das heißt, an Inferno Cottbus wird im Prinzip kein gutes Haar gelassen. Natürlich wird erstmal die Situation erläutert, die alle kennen, die "Aktionen" (Juden DD, Sieg heilte alle Wunden, Spielabsage gegen Macchabi, die Mallorca A.H. Memorial Tour etc.). Auch wird konkret von 50 Mitgliedern gesprochen (waren wohl mal bis zu 150), die einen rechstgerichteten Hintergrund hätten, darunter auch der Vorsänger. Einen Satz möchte ich zitieren:

Zitat
Dass Inferno Cottbus eine Nazigruppe reinsten Wassers ist, ist schließlich seit Langem bekannt.


Es werden Verbindungen zur nationalistischen Szene in Dortmund angemerkt. Auch die Verbindungen zum "Widerstand Südbrandenburg" werden aufgezeigt. Allgemein also alles sehr eindeutig und ohne größere Nachfragen oder Gegendarstellungen, was wie gesagt in anderen Kapiteln anders ist. Dass das alles pur objektiv ist, glaube ich auch nicht, allerdings ist meine persönliche Meinung zur Gruppierung trotzdem nochmals gesunken (falls das ging). Auch ist wohl szenebekannt, dass Brandenburger Verfassungsschutz, Behörden, Bereitsschaftspolizei eher zu den fairen in Deutschland gehören, Staatsorgane anderer Bundesländer gingen da deutlich humorloser mit diversen Ultras (auch wird von Polizeigewalt etc. berichtet) um, als das hier der Fall ist. Alles in allem also wenig Anhaltspunkte der Darstellung der Behörden zu widersprechen, wie es teils hier auch von Vereinsseite getan wurde.
Das wird aber allgemein eher kommentarlos geschrieben, also keine Kritik am Vorgehen des Vereins, auch wenn ich zwischen den Zeilen für mich einige Punkte des verspäteten und naiven Einschreitens bemerken kann.

Quintessenz:
Die Meinung gegen "Inferno Cottbus" wurde in diesem Buch gestärkt, allerdings gab es kaum neue Informationen oder Gegendarstellungen der Gruppe selbst, was ich ein bisschen schade finde, da diese im Rest des Buches durchaus zahlreich auch bei schwierigen Themen zu finden sind. Trotzdem, wer was über die Ultra-Szene lesen möchte, dem kann ich das Buch absolut empfehlen!

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Dieser Beitrag wurde zuletzt von King_Neumi am 12.02.2014 um 23:04 Uhr bearbeitet
Rassismus die Rote Karte! |#223
12.02.2014 - 23:57 Uhr
Danke vorneweg für deine Darsellung der Inhalte des Buches! :) Weckt durchaus Interesse, das mal selber in die Hand zu nehmen und sich zu belesen, nicht nur aufgrund des Bezuges zu uns rsp. Inferno Cottbus.

Zitat von King_Neumi:
Quintessenz:
Die Meinung gegen "Inferno Cottbus" wurde in diesem Buch gestärkt [...] was ich ein bisschen schade finde [...]

Naja, was heißt schade. Wenn der Sachverhalt in Bezug auf diese "Gruppierung" offensichtlich klar ist und es keine schlagfertigen Argumente dagegen gibt, dann bedeutet das für mich eher, dass es umso alarmierender wirken sollte, dass Inferno Cottbus deutschlandweit als das wahrgenommen wird, was sie nun einmal sind (wie auch das Zitat bestätigt). Aus der unmittelbaren und lokalen Perspektive habe ich ihre "Aktionen" jetzt gar nicht mal immer als so dramatisch perzipiert (was ihr Verhalten keinesfalls schmälern soll), daher finde ich diese eindeutigere Ansichtsweise ziemlich aufschlussreich, sodass offenbar bundesweit dieser Eindruck sogar noch in extremerer Form kursiert als hier vor Ort, auch aufgrund von diversen Verbindungen von IC. Insofern macht dieses Buch nach diesen Schilderungen in noch unmissverständlicher Form deutlich, welch Status/Ruf IC anscheinend auf Bundesebene betrachtet mittlerweile besitzt. Schlimm genug!

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ENERGIE [ostdeutsch] - jene Kraft und Disziplin, die Unmögliches möglich macht; Tatkraft, körperlicher Einsatz, unzähmbarer Wille, das Wunder aus der Lausitz.

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Dieser Beitrag wurde zuletzt von Energievoll am 12.02.2014 um 23:58 Uhr bearbeitet
Rassismus die Rote Karte! |#224
13.02.2014 - 06:26 Uhr
Zitat von Energievoll:
Zitat von King_Neumi:
Quintessenz:
Die Meinung gegen "Inferno Cottbus" wurde in diesem Buch gestärkt [...] was ich ein bisschen schade finde [...]

@Energievoll: Diese Zitation verändert die sinngemäße Aussage von Neumi. Er sagte, es sei schade, dass die Beleuchtung von beiden Seiten auf gewisse Weise fehlt und nicht, dass es schade sei, dass gegen IC Meinung gemacht wird. Man sollte nicht mit Auslassungen arbeiten, wenn es den Sinn des Zitates verfälscht.

Zu den Inhalten selbst: Dass der Kontakt zum Widerstand Südbrandenburg vorhanden ist, hatte man ja schon häufig vernommen. Der Capo selbst war doch Mitglied dieser Gruppierung, wenn ich mich nicht täusche. Etwas mehr überraschend finde ich die Kontakte nach Dortmund. Da haben die "Kameraden" ja doch ein recht verzweigtes Netzwerk aufgebaut. Rechtfertigt das Erscheinungs- und Darstellungsverbot dieser Gruppierung nur umso mehr.
Rassismus die Rote Karte! |#225
13.02.2014 - 10:06 Uhr
ich kann dem gesagten nur zustimmen.
IC ist einfach eine extrem rechts gerichtete gruppe und das was der verein gegen sie unternommen hat, kam viel zu spät, ganz einfach aus dem grund, weil es die komplette ultraszene in deutschland auch schon vorher wusste. irgendwann hat dann aber die strategie des augenverschließens nicht mehr funktioniert.
das buch kann ich übrigens auch wärmstens empfehlen. Ch. Ruf konnte ich vor kurzem in einer lesung seines buchs verfolgen und das hat wirklich lust auf mehr gemacht.

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Danke Papa!
Rassismus die Rote Karte! |#226
13.02.2014 - 17:34 Uhr
Zitat von chos3buz:
Zitat von Energievoll:
Zitat von King_Neumi:
Quintessenz:
Die Meinung gegen "Inferno Cottbus" wurde in diesem Buch gestärkt [...] was ich ein bisschen schade finde [...]

@Energievoll: Diese Zitation verändert die sinngemäße Aussage von Neumi. Er sagte, es sei schade, dass die Beleuchtung von beiden Seiten auf gewisse Weise fehlt und nicht, dass es schade sei, dass gegen IC Meinung gemacht wird. Man sollte nicht mit Auslassungen arbeiten, wenn es den Sinn des Zitates verfälscht.

Hm, wenn ich mir das jetzt so durchlese, hast du Recht, das wirkt tatsächlich ziemlich unglücklich. :/: Sorry, insbesondere @Neumi, war nicht so beabsichtigt.

Wollte vielmehr nur ausdrücken, dass bzgl. der fehlenden Gegendarstellung/Perspektive von anderen Seite das evtl. darin bedingt ist, dass da einfach die nötigen Nachweise o.ä. gar nicht existieren.

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Rassismus die Rote Karte! |#227
13.02.2014 - 17:41 Uhr
Es war in der Tat so gemeint, wie es Chosebuz interpretierte, bin dir aber nicht böse, hätte es ja eindeutiger formulieren können. Meine Ablehnung gegenüber der Gruppierung kennt ihr.

Das Ding ist, dass bei anderen Kapitel Ultras der Vereine zu Wort kamen und wenn nicht die betreffenden Gruppen selbst dann andere Gruppen, die oftmals anders eingestellt waren als die Staatsbehörden. Das fehlte hier komplett. Inferno stellt sich ja selbst als zu Unrecht bestraft und nicht rechtsextrem dar (zumindestens größere Teile der Gruppe), da hätte ich ehrlich gesagt erwartet, dass dies auch Einzug ins Buch hält, auch wenn man sich sicher sein kann, dass die Darstellungen der Behörden in diesem Fall wohl die Wirklichkeit eindeutig am besten darstellen....

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Rassismus die Rote Karte! |#228
03.04.2014 - 13:13 Uhr
Sicherheitsbeauftragter des FCE unter Anklage aufgrund von Korruptionsverdacht gestellt:
http://www.lr-online.de/regionen/cottbus/Anklage-gegen-FCE-Sicherheitschef;art1049,4549001
Zitat
Die Schwerpunktstaatsanwaltschaft in Neuruppin hat Anklage gegen den Sicherheitschef des FC Energie und einen Kriminalkommissar erhoben. Beide sollen sich wegen Korruption vor dem Landgericht Cottbus verantworten.

Die Staatsanwaltschaft wirft FCE-Sicherheitschef André W. vor, dem Polizeibeamten über etwa fünf Jahre hochwertige Autos kostenlos überlassen zu haben. Den Wert dieser Nutzung beziffert Oberstaatsanwalt Frank Winter auf etwa 50000 Euro.

Der Kriminalkommissar soll W. als Gegenleistung dafür personenbezogene Auskünfte aus polizeilichen Datensystemen geliefert haben. Dem seit Beginn der Ermittlungen vor einem Jahr vom Dienst suspendierten Beamten werden deshalb Bestechlichkeit und Verrat von Dienstgeheimnissen vorgeworfen. André W. soll sich wegen Bestechung und Anstiftung zum Geheimnisverrat verantworten. [...]

Beide Angeschuldigte haben sich nach Auskunft von Oberstaatsanwalt Winter im Ermittlungsverfahren nicht zu den Vorwürfen geäußert. Sie sollen sich aus DDR-Zeiten aus dem Polizeidienst kennen, den W. später verließ. 2005 gründete er das Sicherheitsunternehmen OSD. Kurz danach wurde er Sicherheitsbeauftragter des FCE. Über seine Firma OSD stellt W. einen erheblichen Teil des Ordnerpersonals bei Heimspielen. Er betreibt auch eine Mietwagenfirma, aus der die dem Polizisten laut Anklage überlassenen Autos stammten.

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