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BVB - Taktik-Thread

20.01.2006 - 12:09 Uhr
BVB - Taktik-Thread |#971
08.04.2026 - 12:42 Uhr
Zitat von Orizo


Ich nehme an, du hättest gerne je einen Winger als Abschlussspieler und einen kreativen, richtig?



Das scheint mir bei der aktuellen Ausgangslage des Kaders der sinnvollste Weg, ja.



Silva zentral als f9?



Nein, als MS. Silva ist für mich keine falsche 9, trotzdem er spielstark ist, weiträumig agiert und kaum zu Abschlüssen kommt. Er ist noch lange kein Kreativspieler, nur weil er sehr viel auflegt in dieser Saison, sondern wird mehr oder weniger dazu gezwungen, weil er es dennoch am besten macht. Dadurch verstärkt er natürlich nochmal den Effekt, dass er zu weniger Abschlüssen kommt, da das auch zwangsläufig bedeutet, dass es auch für ihn aktuell keinen guten Vorbereiter im Kader gibt, wenn er schon selbst in die Rolle gedrängt wird. Daran würde es zu arbeiten gelten und dann sollten auch die Anzahl der Abschlüsse, die Chancenqualität und somit auch die Torausbeute hochgehen, während ja dennoch die spielerischen Effekte genutzt werden können. Vor allem das Einsetzen der Tiefenläufe, vielleicht sogar mehr, wenn es in Kombinationen geht, für die es einen passenderen Mitspieler gibt.

Zudem kippt er auch gar nicht so sehr in die 10er Räume ab, sondern nach außen, wenn er abkippt. Entsprechend sind Rochaden mit dem Abschlussspieler auf OA auch kein Problem in einer 3er Reihe, während er kaum auf die 10 geht. In einem 4-4-2 wäre das aber deutlich schwieriger umsetzbar, wenn die OA breit schieben müssen. Durch 2 MS im Zentrum ist der Weg in die Mitte für den OA dann meistens doch zu, weil es selbst bei Rochade ja noch immer einen MS im Zentrum gibt. Entsprechend könnte man in so einem System dann nur schwer mit einem Abschlussspieler auf OA arbeiten, weil die Rochaden ineffizient werden dürften. Auch für Silva, weil er ja dennoch kein Breitengeber ist, sondern die Rochade nur zum Ausweichen nutzen kann, um sich vom Mann zu lösen. Über die Position kreieren, kann er aber so gut wie gar nichts.



Ehrlich gesagt sehe ich da gar nicht so riesige Unterschiede zu ner Doppelspitze. Beier ist ja keiner, der von der Außenbahn reindribbelt und dann abschließt, sondern der bewegt sich im Voraus ins Zentrum, ohne Ball. Die Breitengeberthematik bleibt in der Offensive die selbe. Gilt auch für den kreativen, die AV müssen so oder so hoch.



Letztendlich war das ja auch meine Aussage aus dem initialen Beitrag, dass man eben auch in einer 3er Reihe vorne eine Doppelspitze installieren kann. Der Unterschied liegt vor allem in den Details und wie man die Rochaden in der Doppelspitze anlegt. Das hat dann aber schon einen größeren Einfluss auf den Transferbedarf. Dabei ist es eben nicht dasselbe, ob man auf Doppelspitze abstellt oder diese aus einer 3er Reihe herleitet.



Alles in allem ist mir eigentlich egal, wie man unsere Formation an der Taktiktafel aufmalt. Ob Beier da jetzt als Stürmer oder Linksaußen steht, oder Silva als 10er oder weiter vorne... Es kommt darauf an, wie sie sich bewegen und sich ergänzen. Was ich dann Doppelspitze nennen würde, hätte bei dir dann womöglich einen anderen Namen. Die Spielweise und mögliche Implikationen auf das Gesamtkunstwerk sind gar nicht so unterschiedlich, wie du es darstellt, denke ich.


Gehen wir mal von deinen Transfervorschlägen Sano, Sancho, Moreira und Tresoldi aus, bei Abgängen von Guirassy und Adeyemi bei 4-4-2 als Basissystem aus:

---------------------Silva----------Tresoldi-----------------------
Moreira--------------Nmecha---------------Sancho--Ryerson
-------Svensson-------------Sano---------------------------------
-----------------Schlotterbeck----------Anton-------------------

Unabhängig davon, dass ich davon ausgehen würde, dass Beier statt Tresoldi spielen würde, bekommt man hier höchstwahrscheinlich eine deutliche Asymmetrie rein. Das kann dadurch realtaktisch vom 3-5-2 oder 3-4-3 (Svensson als LIV) bis zum 4-3-3 (Moreira als LV, Svensson als DM) relativ schnell alles werden, sofern nur Sancho, Svensson und Moreira ihre bevorzugten Räume besetzen und Ryerson zumindest diszipliniert, wie in der Rückrunde aktuell, die Linie hält. Das bleibt aber quasi nie ein 4-4-2 im eigentlichen Sinne, weil die Spieler ihre Präferenzen haben, in welche Räume sie wollen.

Dabei würde mir vor allem nicht gefallen, wie die Restverteidigung gegen Dynamik aufgestellt wäre. Selbst wenn man Sano bekäme, wie von dir skizziert, um Bellingham dafür rauszunehmen und dessen defensivtaktische und dynamische Defizite, hätte man mit Svensson und Anton in der letzten Reihe immer noch immer 2 langsame Spieler, während die Außenbahnen defensiv freigeräumt werden, sodass gegnerisches Tempo genau dort Platz bekommt. Der Abräumer in der Mitte würde dann also weniger wert, weil der nicht nur Lücken im Zentrum füllen muss, sondern mehr verlorene Zweikämpfe außen auffangen soll. Wenn dann wahrscheinlich sowieso Beier spielt, macht es keinen Sinn Geld in Tresoldi zu stecken, während im Stamm Defizite vorhanden sind, die gerade in dieser Formation betont werden müssen. Zumal man auch bedenken muss, dass durch das nominelle 2er Zentrum Sano ja auch noch seinen eigenen Gegenspieler hat, falls das Zentrum nicht per se in Unterzahl ist. Dadurch wird er nie frei, um nach außen zu verteidigen, sondern das müssen im Zweifel die IV machen, die Sano maximal zentral absichern kann, ohne das Mittelfeld Nmecha allein zu überlassen. Vor allem rechts, wenn Ryerson weit aufrücken soll, wie es taktisch notwendig wäre, da Sancho sonst nur halb so viel wert ist.

Das ergibt aber ein hohes Risiko in der Endverteidigung gegen Tempo als auch eine höhere Wahrscheinlichkeit von Unterzahlen, indem man sich effektiv zu viele Offensive gönnt. Das finde ich nicht zielführend. Das würde nur funktionieren, wenn durch die Bank spielstark aufgestellt würde, dass der Ballbesitz extrem hoch ausfallen könnte und somit der Gegner nur schwer zu vielen Angriffswellen kommt, weil die Nachrückbewegung maximal erschwert wird, indem man den Gegner dann auch noch tief reindrückt. Dahingehend bleiben aber einige Schwächen, inklusive einer Offensivreihe, in der nur Sancho stark auf Ballsicherung aus ist.

Gerade in diesem Zusammenhang mag ich das Duo Sancho-Ryerson nicht, da Ryerson mit seinen kein gutes Timing hat, um anspielbar zu werden und zu bleiben, obwohl Sancho das braucht. Nicht nur, weil Ryerson ebenfalls langsam ist, ist es aber auch keine bessere Lösung ihn einfach tief zu lassen, um die Kette in die Breite besser abzusichern und rechts dafür auf Breite zu verzichten, um diese nur links zu haben. Das Tempodefizit bliebe, nur die Mannstärke würde zunehmen und damit aber auch wieder die Unterstützung der Offensive und vor allem das, was Sancho benötigt, um effizient zu sein. Vor allem durch die AV Läufe manipuliert er schließlich seine Gegenspieler und bekommt die Räume geschaffen, die ihn stark machen. RV wäre daher hier erst recht eine Baustelle. Zumal vorne auch der Tiefenläufer Druck auf die Kette machen soll, bliebe recht wenig Unterstützung für das Kombinationsspiel für Sancho. Maximal könnte Silva in den 10er Raum abkippen. Darin ist er aber wie gesagt nicht so gut in meinen Augen und wenn er mit Sancho rochiert, um auf RA zu gehen und Sancho auf die 10 zu bringen, wäre es am Ende wieder ein 4-3-3 ohne Breite rechts.

Warum dann also nicht gleich 4-3-3, das mehr auf Balance achtet?

------------Beier----------------Silva--------------------------------
-------------------Nmecha--------------Sano-----Sancho------X
-------Svensson-----------Bellingham---------------------------
--------------------Schlotterbeck------------X---------------------

Auch hieran wäre die Breite nicht optimal. Diesmal aber links, statt rechts, weil abzuwarten bleibt, ob Prates Svensson verdrängen kann und dann auch offensiv gut genug ist, da er ja doch auch eher defensiv seine Stärken haben dürfte. Es wäre aber zumindest nicht undenkbar, dass man das intern lösen kann. Bis dahin hätte die linke Seite nur Abschluss und Absicherung im Sinn, hätte daher keinen großen spielerischen Auftrag im Spiel nach vorne, womit dann auch nur sehr bedingt Breite hergestellt werden kann. Man würde aber dafür sehr deutlich auf eine Kreativseite setzen, die optimiert würde, indem Sancho vor und neben sich die Läufe bekommt, die er braucht.

Dazu würde man bei einem 3er Zentrum Sano komplett freigeben, um defensiv alle Optionen mit ihm abzudecken, ob als 2. Mann in der vordersten Pressingreihe, als klassischen Abräumer im Zentrum, als Absicherung für den sehr offensiv anlegbaren RV oder eben als Absicherung für die Kette, weil man einen IV holen würde, mit dem man dynamischere Gegenspieler besser aufnehmen kann. Dafür wäre immer genug Absicherung da oder es würden die Wege verkürzt, um Sanos natürlichen Gegenspieler aufzunehmen. Somit wäre man sehr stark darauf aus, dass man über 3 Spieler (Silva, Sancho, RV) eine Kreativseite rechts schafft, aber auch nach Ballverlusten sehr schnell wieder Druck im Gegenpressing aufbauen kann, sodass man dort auch gleich wieder die Bälle gewinnen kann und direkt wieder in den Angriff über diese Seite kommt, gegen einen dann idealerweise defensiv unorganisierten Gegner. Ziel müsste es hierbei dann eben sein, dass Sancho der schwächste Pressingspieler wäre und nicht auch noch Moreira und Tresoldi.

Auch wären Rochaden von Beier und Silva möglich, wodurch die gegnerische IV ständig bewegt würde und sicherstellen würde, dass ein Gegner, der sich zu weit auf die Kreativseite locken lässt, auch links durchaus ein paar Probleme bekommen kann, gerade auch im Verbund mit Nmecha und dem Potenzial in der Tiefenbedrohung. Das würde auch mit Adeyemi, mit Beier oder Silva funktionieren, den man gar nicht dafür abgeben müsste, sodass effektiv nur die Kohle für Guirassy und Couto für alle Änderungen im Vergleich zum heutigen Kader reichen würde. Verschiebt der Gegner also zu weit, riskiert er links Lücken gegen Tempo, wodurch das Breitengeberproblem dort weniger ins Gewicht fallen sollte, weil es eben das Ziel wäre dort den Abschlussspieler frei zu bekommen. Verschiebt er nicht raus, sollte die rechte Kreativseite dafür zu stark sein, weil dort zu viel Qualität konzentriert würde. Optimal wäre es natürlich aber, wenn der LV auch noch offensiv seine Läufe an der Linie hinbekommt. Durch eine schnellere Kette und das relativ flache, defesivstarke Zentrum kann man das dann auch defensiv gut auffangen, insbesondere wenn Bellingham defensivtaktisch ein wenig von Sano an die Hand genommen würde.

Wobei man im Zweifel sogar mehr Staffelung ins Zentrum bringen könnte, indem man noch einen offensiveren Mann dort integriert. Das kann statt Sano sein oder statt Bellingham (wobei das Dreieck im Zentrum sowieso variabel wäre und auch oben realtaktisch mit Doppel 6 agiert werden könnte) und wäre sowohl mit Chukwuemeka als auch einem noch offensiveren Mann auf der 10 möglich, der ebenfalls nach rechts die Kreativseite verstärken soll, falls die Power dahingehend dort noch immer nicht reicht, um links die Abschlussspieler frei zu bekommen. Wenn man die IV autarker bekommt, gegen die Temposchwäche, wäre das eher möglich. Zumal dann auch der RV nicht jeden Lauf in die Offensive mitmachen müsste, sondern auch ein Stück weit nach hinten absichern könnte, obwohl das weiterhin als echter Breitengeber geplant würde:

------------------Beier----------------Silva-------------------------
-------------------------------Chukwuemeka-------Sancho----
------Svensson------Nmecha----------Sano------------------X
-----------------------Schlotterbeck------------X------------------

Der Unterschied wäre daher: statt beide Seiten ungefähr ähnlich zu bespielen, bespielt man vor allem eine Seite, um die andere Seite freizubekommen. Dabei würde von niemandem etwas verlangt werden, was er nicht sowieso gerne so macht und man würde dafür sowohl weniger Kaderveränderungen benötigen als auch defensive Risiken verringern. Dabei würde ich erwarten, dass der kreative Mehrwert eines Moreira durch die deutlich bessere Einbindung eines Sancho aufgewogen würde, sodass über den RV sogar ein offensiver Mehrwert kreiert werden sollte. Realtaktisch wäre das trotzdem eine Doppelspitze, aber mit mehr Freiheiten sich so zu bewegen, wie die Spieler es darin sowieso tun. Dazu gewinnt man im Ballbesitz im Zentrum einen Mann, wodurch die Chancen steigen auch darüber die Defensive zu stabilisieren und den Druck im Ballbesitz konstant zu halten, indem man eben mehr Ballbesitz umsetzen kann, als mit 2 Kreativelementen, die kaum miteinander kreieren können, weil sie nicht gut miteinander verbunden sind.
BVB - Taktik-Thread |#972
29.04.2026 - 17:55 Uhr
Zitat von MrSimpson
Zitat von BVBBC

Zitat von MrSimpson

Wie stehst Du eigentlich zu der Idee Beier auf die Schiene zu stellen, anstelle von Svensson?
Das hätte dann wahrscheinlich zur Folge, daß Adeyemi mehr Spielzeit bekommen würde und dieses gegenseitige ausspielen nicht mehr stattfindet.
Ich finde eh, daß man seinerzeit mit dem Malen Verkauf schon einen Fehler gemacht hat, den man jetzt nicht wiederholen sollte. Adeyemi kann ich mir weiterhin als möglichen Guirassy Ersatz vorstellen ohne wieder so einen Stürmertypen zu holen, der unser Spiel eher "aufhält" als verbessert, was den Spielfluß bedingt.
Dann hat man vorne Tempo und auf den Außen einen Schienenspieler, der auch brutales Tempo mitbringt.


Ich halte davon wenig bis nichts, da es realtaktisch nur zu einer 4er Kette führt, bei der der OA extrem nach hinten unterstützen soll, nach vorne aber nur selten die Wege freibekommt, wie beim 1:0 gegen Freiburg. Dafür ist es schon recht interessant, wenn man sich mal die mittleren Positionen aller Startelfspieler aus diesem Spiel ansieht:

https://www.screenshare.de/f4h8-dkct-7qzv/#key=vw5k-cnq5-kf9z-syoy-pond-gy41-86go-wnvb

Ich hab dabei mal die effektive 4er Kette hervorgehoben und die daraus resultierende doppelte Besetzung der linken Halbposition. Schließlich machen die Spieler am Ende des Tages trotzdem, was sie am besten können, statt sich komplett den positionellen Aufgaben anzupassen. Das passiert bei fast jedem Spieler, sodass sich ein System immer an den Eigenschaften der Spieler orientieren muss und nicht umgekehrt.

Zwar ist es gut, dass man mehr Geschwindigkeit auf der Position reinbringt, aber das war eigentlich auch schon alles, was man gegenüber Svensson gewinnt. Das Breitengeberproblem löst das aber bspw. nicht. Beier zieht eben in die Halbposition, weil er in die Abschlussposition will. Dadurch öffnet sich aber nicht dauernd die Tiefe für ihn, weil er defensiv ja dennoch tief gebunden ist. Dahingehend ist das Guirassy Tor ganz spannend, weil Sabitzer über Inacio einleitet, Brandt dann flankt, aber einer fehlt vorne: Beier. Obwohl er in dieser Rolle immer noch der sekundäre Abschlussspieler ist, hat er einen viel zu weiten Weg zum Tor und durch den LA wird er auch nicht dort gebraucht, um das Spiel aufzuziehen, sondern teilweise sogar noch in den Läufen geblockt. Nicht umsonst war das Tor Beiers einziger Torschuss aus dem Spiel heraus. Man nimmt ihm also seine größte Qualität (Zug zum Tor), auch wenn Ausnahmen offensichtlich die Regel bestätigen.

Vor allem, wenn der Ball nach wie vor primär über einen Spieler auf der rechten Seite in den Strafraum gespielt werden soll. Damit packst du den schwächeren Abschlussspieler auf der linken Seite in die bessere Abschlussposition, statt umgekehrt. Macht für mich wenig Sinn, außer man würde rechts eben konsequent überladen. Sprich: Brandt/Inacio würden nur die Räume von RA und 10 besetzen, aber nicht auf LA. Praktisch wird aber die linke Seite nun überlagert und der Ball geht dennoch mehr über rechts, weil Bensebaini als LV nochmal defensiver ist als Svensson als Schiene, sodass Ryerson dennoch wieder eine deutliche Asymmetrie in die realtaktische 4er Kette bringt.

Statt den Abschlussspielern die Räume freizuräumen, machen wir das also für die Vorbereiter. Das funktionierte für Kovac diese Saison prinzipiell ganz gut, ist aber an sich nicht der logische Weg, trotzdem es eine gute Boxbesetzung verspricht, die man schon haben will. Denn im Idealfall hat der Gegner schließlich keine gute Boxbesetzung, was aber so aber zwangsläufig bedingt wird, weil man ihn in die Räume vor dem Tor zwingt, um rechts einen potenziellen Mann für den Assist frei zu bekommen. Deswegen haben wir auch nicht viele Abschlüsse in dieser Saison herausgespielt, aber zumindest eine gute Chancenqualität, weil die Vorbereiter oft mehr Zeit am Ball bekommen. Was daher an den Mann kommt, ist gut, aber man produziert dafür sehr viel Ausschuss. Auch indiviualqualitativ bedingt, weil wir auf der rechten Seite keine Spieler haben, die auf den dortigen Positionen, mit ihren Skills und Präferenzen in der Spielweise, überdurchschnittliche Vorbereiter sind. Schließlich gibt es dort keinen, der regelmäßig gegnerische Fehler provozieren und ausnutzen kann.

Man gewinnt also effektiv durch den Kreativen auf LA wenig in Sachen Kreativität, blockt aber die bessere Abschlussposition für den besseren Abschlussspieler, sodass der Kreative effektiv nur als Mann für die Ballkontrolle einen positiven Effekt hat. Den hätte er aber auch in einer klar zentralen Rolle, die dazu noch mehr Bindung zur Kreativseite ermöglichen würde. Aber dann müsste man eben direkt 4-3-3 spielen, statt es nur realtaktisch durch die Präferenzen der Spieler zu bewirken. Kann man gegen bessere Gegner aber defensiv bedingt wieder nicht. In diesen Spielen bekäme man dann Beier überhaupt nicht als Abschlussspieler, sondern hätte eben nur noch dessen Geschwindigkeitsvorteile gegenüber Svensson als Vorteil. Zumal Beier defensivtaktisch zwar sehr gut ist, aber Svensson in der Beziehung und auch in allen ballbesitzrelevanten Beriechen trotzdem stärker ist.

Man schwächt sich also gleich doppelt, weil man Beier aus seiner besseren Rolle rauszieht und gleichzeitig einen für die geforderte Rolle eigentlich besseren Spieler verhindert, während man durch die Blume gesteht, dass man an sich ja die Spieler eher für eine 4er Kette hätte. Die ist dummerweise aber, durch die Geschwindigkeitsdefizite und Mängel im Ballbesitzspiel - auch taktisch -, defensiv nur sehr bedingt spielbar, weswegen es eben schnell diese extreme Unterstützung für die Defensive benötigt. Im Endeffekt zeigt sich an Beier auf der Schiene daher vor allem, dass man keinen BU für Svensson hat, grundsätzlich keinen LSS und daher die 3er Kette eigentlich nur ein Provisorium sein kann.


Und wie würde dann Dein Plan mit Adeyemi aussehen? Dem sollte man zumindest mal eine andere Perspektive eröffnen als das was momentan passiert.
Jetzt ist er das erste Mal nicht länger verletzt und kommt trotzdem nur auf 48 Prozent Startelfquote in der Liga.


Gibt nicht nur einen Plan, wobei alle den gemeinsamen Nenner haben, dass man für Guirassy keinen teuren Nachfolger holt.

1. Doppelspitze im 3-5-2

Im Prinzip der kürzeste Weg mit dem aktuellen System. Guirassys Abgang würde zu einem kreativen 10er führen. Das könnte auch durchaus jemand sein, der variabel die Seiten überlagert und darüber Druck macht, also gar nicht unbedingt das Zentrum hält, wodurch das auch realtaktisch schnell das gewohnte 3-4-3 werden könnte. Sancho wäre damit also nicht ausgeschlossen, bekäme schließlich im MS gleich doppelt, was er idealerweise braucht. Mit Silva hätte man zudem jemanden, der ebenfalls in so einer Doppelspitze gut spielen sollte, wobei er die Rolle mehr als Reus light interpretieren müsste, im Verbund mit Sancho. Prinzipiell aber gut denkbar.

Das würde mit dem aktuellen Kader und Sancho also ungefähr so aussehen:

------------Adeyemi----------Beier-------------------
----------------------Sancho-----------------Ryerson
--Svensson--Nmecha-------Bellingham---------
----Schlotterbeck--Anton----Mane---------------

Realistisch betrachtet sind wir links aber auf der Schiene schon fertig und werden dort keine echte Schienenbesetzung haben. Warum also dann überhaupt rechts versuchen, wenn es links eh nicht klappt? Warum nicht die Stärken der RV stärker in den Vordergrund stellen? Der Kader gibt meines Erachtens daher durch die Außen bedingt eigentlich vor eine 4er Kette funktional zu bekommen. Das könnte mit Beier und Adeyemi dann folgendermaßen aussehen:

2. 4-3-3 mit 2 abschlussorientierten OA

Kann man mit Silva als MS spielen oder einer falschen 9 - was Silva für mich nicht ist. Man würde daher nicht unbedingt einen 10er benötigen, sondern könnte bei den aktuellen Mittelfeldoptionen bleiben, sodass nur die Abgänge von Groß und Özcan wenigstens mit einem Mann aufgefüllt werden. Dafür ist bekanntermaßen Eichhorn begehrt, auch wenn das meines Erachtens negative Imlikationen für Bellingham mit sich brächte - die Eichhorn nicht verhindern sollten, aber zu Überlegungen führen müssen, ob Bellinghams Abgang nicht vielleicht sinnvoll wäre. Vom MS wäre dabei verlangt, dass er in jedem Fall den kreativen Part übernimmt, wobei der Fokus dieses Systems gegen den Ball läge. Man würde also dahingehend weiter optimieren, um Schwachstellen in der Kette zu reduzieren. Vor allem RIV und RV wären daher Fokuspunkte für die Transferpolitik. Man kann es aber auch hier mit klarem 10er anlegen, der in diesem Fall aber schon eher das Zentrum halten sollte. Es ginge dabei dann vor allem darum die Tiefe zu bespielen, gegnerische Ketten mit Tempo tief zu binden und den Platz daher zu nutzen, um im Zentrum im Ballbesitz deutlich dominanter zu werden. Zumindest im Optimalfall. Holt man keinen 10er, hätte das Ganze mehr Pressingfokus. Abhängig davon, was in der Defensivreihe gelingt, hätte man mit der Offensivreihe schließlich die besten Voraussetzungen maximal aggressiv zu pressen. Es wäre daher eigentlich nur ein kleiner Systemeingriff, trotz Formationsänderung möglich. Abhängig davon, was in der Kette gelingt, wofür man aber auch die Guirassy Kohle freischaufeln würde.

Das würde mit dem aktuellen Personal so aussehen:

---Beier----------Silva------------Adeyemi---
----------Nmecha--Chukwuemeka----------
--Svensson---Bellingham--------Ryerson--
--------Schlotterbeck---Anton----------------

Eichhorn und Prates könnten Bellingham und Svensson jeweils 1zu1 ersetzen. Nmecha könnte auch auf eine Doppel6 gehen, was aber die Breitengeberthematik noch mehr verdeutlichen würde, weil für Svensson und Ryerson weniger Raum zur Absicherung bleibt, sondern sie hoch und breit nachrücken müssen.

Problematisch daran weiterhin:

- Breite im Spiel bleibt unverändert ein Problem, da diese über die AV reingebracht werden müsste, allerdings zumindest kein so krasses Thema, wie im 3-5-2, durch die Doppelbestzung außen
- Tempo in der Kette
- BU Situation für Nmecha und Chukwuemeka als auch in der Offensivreihe
- wenig Kreativität, ohne Fokus auf Ballbesitz möglich (nicht nur individuell bedingt, sondern qua taktischer Vorgaben)

RV und RIV wären also zwangsläufig Transferfokus. LV wird man hoffen müssen, dass Prates offensiv Potenzial mitbringt. Sancho wäre hierfür wohl eher kein Thema. Man hätte aber zumindest wenig Bedarf im Stamm, um das aktuelle System in einer anderen Formation runder zu bekommen.

3. 4-3-3 mit flexibler MS Besetzung

Im Prinzip gleicht sich vieles mit der vorherigen Überlegung, allerdings mit mehr Chaos für den Gegner, wer welchem Mann zugeordnet ist. Jeder kann auf OA gehen, jeder kann in den MS rücken, der Gegner wäre ständig gefordert schnelle Spieler eng zu begleiten oder in den Übergaben Risiken einzugehen. Hiermit würde man das Ganze aber schon mit mehr offensivem Fokus angehen, weil Rochaden auch leicht für suboptimale Positionen im Gegenpressing sorgen können. Somit wäre hier der 10er obligatorisch.

---Beier----------Silva------------Adeyemi---
----------------Chukwuemeka------------------
-Svensson-Nmecha-Bellingham-Ryerson-
--------Schlotterbeck---Anton----------------

RIV und RV wären Bedarfspositionen in Stammqualität, ein 10er allerdings auch. Einer der 6er könnte auch durchaus offensiver agieren, um die AV weiter innen zu ermöglichen. Damit würde man das Breitengeberthema problematischer machen, aber einfacher mehr Absicherung generieren und könnte bspw. Nmecha permanent als Verstärker für Offensive und Defensive zugleich nutzen. Man bekäme hier also mehr Spielstärke nach vorne frei, trotz des Problems das Spiel nicht gut in die Breite ziehen zu können, weil man die Abschlussspieler ja mit Zug zum Tor anlegt. Wobei das auch durchaus wieder Überlegungen mit Sancho als 10er anregen könnte, um einen Flügel zu überladen und daher ballfern das Breitengeberthema sowieso zu egalisieren, indem man die Angriffsseite stark überlädt, ohne dafür den AV zu nutzen. Das hat Alonso bspw. gerne mit Leverkusen gemacht, um den nominellen Breitengeber Frimpong zum Abschlussspieler zu machen. Der Vorteil hier wäre allerdings, dass man auf beiden Seiten einen Frimpong hätte und Sancho daher auf keine Seite festgelegt wäre, die überladen werden muss. Im Kombination mit der flexiblen Besetzung der Offensivreihe, wäre also damit sehr viel Chaos beim Gegner verursachbar, um gezielt auf Schwachpunkte zu gehen bzw. hervorzurufen.

4. 4-3-3 mit Beier als klarem MS

Sancho wäre hier dann der Kreative in der Offensivreihe selbst. Beier und Adeyemi würden die Positionen daneben besetzen, könnten das auch durchaus variabel machen, was ja auch mit Silva möglich bleibt, auch wenn der wohl klarer die MS Position suchen dürfte als Adeyemi. Auch hier wäre Sancho nicht notwendig auf eine Seite festgelegt, aber da er stark von Läufen des AV profitiert, die Aufmerksamkeit von seinen Gegenspielern verlangen, spräche viel für ihn als RA zu holen und Couto in ein passendes Gegenstück auf RV zu verwandeln. Je nachdem, wie offensiv das dann werden soll/darf, würde es gelten die Absicherung zu gestalten. RIV bliebe in jedem Fall auch hier ein Thema, um mehr Tempo hinzuzufügen. Auch ein weiterer Kreativer auf der 10 würde davon abhängen, wie offensiv der RV sein soll. Sollte Ryerson für den Stamm geplant sein, was für Sancho suboptimal wäre, wäre der 10er obligatorisch. Idealerweise ein 10er, der auch gerne nach außen schiebt und dort Läufe anziehen kann. Je offensiver der RV allerdings wird, desto geringer der Bedarf für einen weiteren Kreativen und desto mehr Sinn würde ein Abräumer machen, der rechts die Räume zubekommt, um den RIV nicht allein zu lassen.

Das sähe im Grundsatz dann so aus:

-------Adeyemi---------Beier------Sancho--------
----------------Nmecha---Chukwuemeka*---------
---Svensson--------Bellingham---------Ryerson
-------------Schlotterbeck----Anton*----------------

oder so:

-------Adeyemi---------Beier------Sancho--------
-------------------Chukwuemeka-----------------RV
--Svensson--Nmecha--Bellingham*------------
-------------Schlotterbeck----Anton*--------------

*Optimierungsbedarf, ausgehend von der RV Ausrichtung

Gibt also in meinen Augen grundsätzlich genug Routen, die man mit Beier und Adeyemi gehen kann. Auch im Verbund mit Silva.
BVB - Taktik-Thread |#973
10.05.2026 - 16:20 Uhr
Zitat von Hascosos
Da man in den letzten 3 Spielen grundsätzlich immer die selbe Formation gespielt hat auch wenn das Gladbachspiel nicht von Erfolg gekrönt war denke ich so hat man in den Spielen gesehen wie man in der nächsten Saison agieren will den wer sich die Spiele angeschaut hat besonders die gegen Freiburg und Frankfurt hat hoffentlich gesehen wie die einzelnen Spieler besonders auf der linken Seite agiert haben.

Denn man hat gegen den Ball immer noch mit der 5er Kette agiert wo Beier dann die Rolle des Linksverteidiger übernommen hat, aber das wichtigste ist wie es mit Ball aussah und dort hat Beier als Linksaußen agiert und ganz wichtig der LIV hat sich konsequent in die Offensive eingeschalten was auch gegen Gladbach das Problem war den dort blieb Schlotti immer hinten in der Abwehr und hat sich nie vorne eingeschaltet weswegen man auch so wenig Kontrolle im Mittelfeld hatte, weil dort immer eine Anspielstation gefehlt die man hätte anspielen können.

Und weil der LIV im eigenen Ballbesitz wie ein LV agieren muss/sollte denke ich auch das man genau dieses Profil dort spielen lässt LV der aber auch als IV spielen kann und diesen Typspieler hat man aktuell schon einmal im Kader mit Bensebaini und im Sommer kommt mit Prates ein weiterer Spieler hinzu der zwar als Mainposition LV hat aber und das haben wir damals als die Verpflichtung bekannt wurde erwähnt er kann auch als IV agieren.
Und weil bei Ramy der Vertrag 2027 ausläuft denke ich das Prates in Laufe der Saison wenn er gut ankommt und sich entwickelt die Rolle von Ramy als LIV in der 3er Kette übernimmt.

Weil man die LIV Position vermutlich so interpretiert wie von mir beschrieben wird Schlotti auch die Rolle des ZIVs übernehmen und Anton am Anfang der Saison dann die RIV Position, aber und dort gilt genau wie bei Prates ich kann mir vorstellen das Gadou wenn er sich gut entwickelt im Laufe der Saison die Position von Anton als RIV übernimmt.

Und auch wenn ich sage der LIV schaltet sich mit nach vorne ein so bleibt dieser in der ersten Ballbesitzphase hinten und dient als Anspielstation in der Breite weil Beier schon vorne ist.

Dann lässt sich einer der beiden Zentralen Mittelfeldspieler fallen und dient als erste Anspielstation vor der Abwehr soweit man dort den Ball hat passt dieser zu einen der 3 Abwehr oder dreht selber auf und geht nach vorne soweit man diesen Schritt gemacht hat geht der LIV mit nach vorne damit man immer eine Anspielstation freibekommt die man anspielen kann.
Und was auch gilt der andere Zentrale Mittelfeldspieler bleibt in der Phase im 8er Raum und dann zu den Kreativspielern dort kommt es drauf an über welche Seite der Angriff läuft das heißt wenn der Angriff über die rechte Seite aufgezogen wird, so bleibt der linke Halbraumzehner im Zehnerraum und das relativ Zentral aber der rechte Halbraumzehner hat dort dann die freie Wahl wo er agiert er kann sich in den 8er Raum fallen lassen und dient als weitere Anspielstation für den 6er, aber er kann auch im rechten Halbraum bleiben damit er mit dem anderen 10er auf engen Raum agieren kann genauso gut kann er als Breitengeber auftauchen und Sie agieren auch als zweite Spitze.
Und wenn der Angriff über links aufgebaut wird ist es genau umgekehrt.

Und dann müssen die Schienenspieler Beier und Ryerson gucken wo die Räume aufgehen und dort dann reingehen heißt wenn der Gegner die Zentrale dicht macht halte Sie die Breite und gehen in die Tiefe und dann flanken Sie entweder oder gehen in den Strafraum und passen dann in die Zentrale rein.

Beides haben wir auch am Freitag gegen Freiburg gesehen beim 1:1 wird der Raum hinter Brown frei und Ryerson beläuft diesen und flankt dann mustergültig auf Guirassy und beim 2:1 von Schlotti kommt der Ball zu Beier der geht in den Strafraum und passt dann zu Schlotti und dieser macht dann das Tor.

Aber was gilt es ist alles sehr flexibel so kann auch der aufgerückte LIV von Außen reinstoßen und der nominelle Schienenspieler ist dann in der Abschlussposition im Strafraum.

Ich bin gespannt ob ihr die Einschätzung teilt oder ob ihr andere Beobachtung hattet und diese Einschätzung nicht teilt.


Für mich haben wir gegen Frankfurt eine ziemlich symmetrische Geschichte gespielt und sind daher ziemlich klar im 3-4-3 geblieben und haben Frankfurt damit effektiv gespiegelt, die mit Doan schließlich dasselbe machten, wie wir mit Beier. 4er Kette im Aufbau war aber auch nicht nötig, auf Grund der Passivität der Frankfurter im Pressing. Ein PPDA von nur 16,40 ist eben etwas anderes als in den Spielen gegen Gladbach (9,97) und Freiburg (11,28). Es gab daher keinen Grund für Abkippbewegungen oder Rochaden mit einem der AV, sondern maximal durch die Passivität der Frankfurter Möglichkeiten für Schlotterbeck, um sich im Spiel nach vorne sehr hoch einzubringen, wie man es eher von einem AV erwarten würde. Für mich hat sich das Ganze daher aber taktisch schon nochmal klar von Gladbach und Frankfurt unterschieden, weswegen für mich weiterhin gilt, was ich hier schon schrieb: https://www.transfermarkt.de/unsere-aktuelle-sportliche-situation/thread/forum/12/thread_id/805130/page/3648#anchor_4800982

Wir probieren innerhalb des Systems zwar Dinge, aber es ist für mich kein roter Faden dabei, um jedes Element stimmig zu bekommen. Vor allem deine Überlegung zu Bensebaini und Prates teile ich aber nicht, weil es Schlotterbeck als ZIV deutlich schwer fällt die Verlagerungen auf Ryerson zu spielen als als LIV, weil die 4er Kette immer nur angedeutet wurde und selten wirklich symmetrisch gespielt wurde als auch zentral immer versucht wird auch noch im Ballbesitz die Absicherung zu haben - es gibt daher keine breit schiebenden IV, wie in einer 4er Kette typisch.

Gleichzeitig sind seine Vertikalbälle auf LA noch nicht so gut, wie seine Diagnoalbälle, wodurch bspw. auch der Beier Assist gegen Freiburg von Bensebaini kam und Ryerson effektiv eine tiefere Position spielte, weil es die Verlagerungen auf ihn schlicht viel seltener gab, weil die wiederum Bensebaini so nicht spielen kann. Da Ryerson ein wichtiges Element für Kovacs Offensive war, will er aber meines Erachtens die Diagonalbälle haben, weil es nun mal recht zuverlässig gelang die rechte Seite freizuräumen und wenigstens dann Standards zu ziehen. Entsprechend sehe ich Schlotterbeck als LIV klar gesetzt, egal wer da kommt. Und wenn er ginge, da wird da jemand kommen müssen, der diese Diagonalbälle sehr gut kann. Ansonsten glaube ich, dass neben Anton und Schlotterbeck aktuell immer defensive oder Verfügbarkeitsfragen geklärt haben, wer dort spielt.

Ich sehe daher im Moment auch nicht, dass man auf eine 4er Kette hinarbeitet, sondern lediglich versucht mehr Symmetrie reinzubekommen in die 3er Kette, indem auch über links offensiv mehr geht. Beier macht das gut, aber wie im verlinkten Beitrag beschrieben, hat das auch einige Nachteile, weil Brandt und Inacio das Ganze im Prinzip spielen, wie die freien 10er in einem 4-2-2-2, bei dem die AV dahinter konsequent für Breite sorgen sollten, um zwar defensiv die Seite doppeln zu können, aber im Spiel nach vorne eben nach innen ziehen zu können, weil die ZM nicht nachrücken. Wir haben aktuell dasselbe Prinzip ohne zweiten Stürmer, dafür eben einem zusätzlichen IV.

Das sorgt sicher für mehr Ballsicherheit vorne, zumindest wenn man es im Aufbau schon kontrolliert bekommt, aber die Nachrückbewegung aus dem Zentrum ist nicht so einfach, weil ja offensivere Schienen abgesichert werden wollen, für die der Weg ins Zentrum aber schwierig ist, obwohl beide dazu tendieren. Dadurch haben wir dann auch oft eine Statik, bei der die Schienen die Positionen mit den ZOM tauschen, aber eben gleichzeitig die Wege zurück berücksichtigen müssen, wodurch Beier selten dazu kommt wirklich die Kette und daher die Tiefe zu bedrohen, während die ZOM auch nur leicht nach außen schieben. Sie sorgen daher dann auch nicht für Breite, während es niemanden gibt, der für Tiefe sorgt.

Die Raumaufteilung ist dann suboptimal und es geht wieder nur darum, dass man damit die Box vielbeinig besetzt, aber weniger darum zusammenhängende Kombinationen zu schaffen, weil die Räume dafür einfach nicht da sind. Dadurch sehen wir nach wie vor auch viele Bälle, die mehr auf Verdacht ins Zentrum gespielt werden als konkret einen Abschlussspieler zu suchen, insbesondere da meistens eben auch nur noch ein echter Abschlussspieler übrig bleibt. Dass Guirassy in den letzten Wochen so oft so schlecht aussah, liegt mitunter dann eben auch darin begründet. Zwar ist das die ganze Saison schon ein Problem, aber 9 Torschüsse aus den letzten 6 Spielen für ihn sind dann doch eine außergewöhnlich bittere Pille, die man nicht nur bei ihm verorten kann, sondern eben auch darin verorten muss, wie schwer wir uns tun gezielt in den Strafraum zu kommen, trotz kreativerem Personal rund um ihn. Bringt halt nicht viel, wenn die Raumaufteilung vertikal und horizontal gleichermaßen zu wünschen übrig lässt.
BVB - Taktik-Thread |#974
20.05.2026 - 10:06 Uhr
Zitat von ollabohm
Für mich sind es ebenfalls nicht die Flügel, die für ein Spiel mit 4-er Kette fehlen, es sei denn, es muss ein 4-3-3 oder 4-2-3-1 sein. Ein 4-4-2 wäre mit dem aktuellen Kader bzw kleinen Änderungen sehr wohl möglich. Hierfür fehlt ein echter DM und ein weiterer AV. Couto hat eindrucksvoll bewiesen, dass er dort komplett unbrauchbar ist.
Wenn man sich mal unser Team unter Klopp anschaut, welche echten Flügelspieler, die ins 1 gg 1 gehen hatten wir da? Kuba und Großkreutz waren ebenfalls eher offensive Schienenspieler.
Im modernen 4-2-3-1 oder 4-3-3 fehlen uns die dribbelstarke Flügelspieler, aber ansonsten sehe ich nicht, dass das nicht in einer Transferperiode zu beheben wäre. Allerdings müssen uns auch erst einmal Spieler verlassen.
Und damit meine ich nicht die ablösefreien, sondern Guirassy, Sabitzer, Couto oder Adeyemi. Dann wäre auch Geld da

Ich verstehe nicht, welches Problem durch ein 4-4-2 gelöst würde. Den Vorteil würde ich eigentlich nur darin sehen, dass wir aktuell einige Spiele haben, die in einer Doppelspitze sehr gut aufgehoben wären. Aber die Besetzung der Außen finde ich dadurch nicht einfacher. Wer soll denn offensiv die Breite geben?
Die Außen im vierer Mittelfeld?
Wer sollte dort auflaufen? Ich würde bei allen Kandidaten die Idealposition zentraler sehen.
Und die AVs haben in der Viererkette mehr Defensivaufgaben, sind sowieso eher defensiv ausgerichtet und haben auch nicht das Tempo (Svensson, Ryerson), um bei langen Wegen zurück Gegenspieler zuverlässig einzuholen. Die AVs sollten daher nicht die offensiven Breitengeber sein, denke ich.

Ich denke, der Kader ist so zusammengesetzt, dass quasi, unabhängig von der Grundordnung, immer zwei Außenspieler nicht auf ihrer Idealposition agieren. Mit Schienen sind das Svensson, Ryerson oder zuletzt Beier. Mit Viererkette wären es dann die OAs oder wenn man einen der OAs stark einrücken lässt, der AV auf dessen Seite, weil dieser dann sehr offensiv agieren müsste.

Aus meiner Sicht, kann man die Grundordnung also quasi beliebig wählen und man sollte dennoch immer zwei Flügelspiel holen. Die Grundordnung bzw. die Taktik ändert dann nur, ob man zwei OAs, einen OA und einen AV oder zwei Schienenspieler holen sollte.
Der einzige der hieran etwas hätten ändern können, war Couto. Denn Coutos Idealposition sehe ich tatsächlich auf der Schiene. Aber Coutos Qualität wurde als nicht ausreichend bewertet, von daher wird er hier nicht helfen.

Allerdings gehe ich davon aus, dass unsere Verantwortlichen das anders bewerten. Ryerson wird man vermutlich als Leistungsträger auf der Schiene sehen und kein Stück in Frage stellen. Dabei verstehe ich aber nicht, wieso Ryerson nicht als AV stärker sein sollte. Warum sollte Ryerson die offensivere Schienenposition besser liegen?
Andere Schienenspieler leisten offensiv viel mehr. Guerreiro, Hakimi, Grimaldo oder Frimpong bewirken im Vergleich ganz anderes. Ryersons Vorteil liegt ganz klar in der Defensive. Hier würde es sich doch anbieten, Ryerson als Absicherung zu nutzen und davor einen neuen OA zu platzieren, oder?

Zudem hoffe ich, dass Beier nur in Ausnahmefällen auf der Schiene spielt. Ich verstehe zwar, dass er aktuell dort wichtige Impulse mit seiner Schnelligkeit und Offensivdrang geben kann. Aber komplett durchstarten wird Beier, meiner Meinung nach, nur auf einer offensiveren, zentraleren Position. Beier traf bei Hoffenheim in der Bundesliga 16 Mal als quasi zweiter Stürmer. So eingesetzt, dürften bei uns auch 20 Tore für ihn drin sein. Dazu dann noch Champions-League- und Pokal-Treffer.
Auf der Schiene wird Beier sich wahrscheinlich nicht so ins Rampenlicht spielen können.

Ich hoffe, dass wir so planen, dass möglichst jeder Spieler auf seiner Idealposition aufläuft und man sich nicht damit zufrieden gibt, dass der Spieler die Position ja auch "ganz gut" spielen könne.
BVB - Taktik-Thread |#975
20.05.2026 - 15:30 Uhr
Im Endeffekt wissen wir erst in ein Paar Monaten, ob man wirklich beim System bleibt oder etwas ändert, Wehalb es auch nur begrenzt Sinn macht, sich darüber aufzuregen. Trotzdem macht mir der Bericht ein wenig Sorgen, in welche Richtung sich die Überlegungen zu den Transfers bewegen, auch in Bezug auf Sancho und die Spielertypen, die man anscheinend sucht. Man scheint ja vor allem eher zentrumsfokussierte Spieler zu suchen, auch weil Brandt weg ist. Diese Berichte würden sich also auch tendenziell decken und auch Sky hat schon davon berichtet, dass man bei der Dreierkette bleiben will.

Darüber hinaus passt das auch ein wenig mit dem taktischen Verhalten von Kovac in dieser Saison zusammen, der selbst in extremen Situationen die Dreierkette nie aufgelöst hat und eigentlich immer Beier auf der Schiene als offensievste Option gesehen hat. Für mich hat die ganze Diskussion aber immer noch das Problem, dass sie in diesem Fall anscheinend nach 'Flügelspieler' wie in einem klassischen 4-2-3-1 und 'nicht Flügelspieler' gedacht wird anstatt in deutlich relevanteren Kategorien wie Breite und Tiefe. Wenn wir denken, dass wir das System nicht in einem Transferfenster ändern können weil wir keine 2-3 Flügelspieler verpflichtet bekommen und deshalb dann keine Flügelspieler verpflichten, weil wir sie nächste Saison in unserem System nicht brauchen, sind wir schnell in einem Ringschluss gefangen, bei dem wir nächste Saison kein bisschen näher an einer Viererkette sind als diese Saison. Diese Denkweise würde quasi komplett darauf angewiesen sein, dass Albert nächstes Jahr dann eine echte Option für 1000 Minuten oder mehr in der Bundesliga ist. Das lässt sich aber noch gar nicht vorhersagen, weil es immer noch berechtigte Zweifel gibt, ob er die Dynamik und Endgeschwindigkeit hat um seinen 1 gegen 1 fokussierten Spielstil auf den Profibereich und vor allem auf ein CL-Niveau zu übertragen. Über längere Distanzen hat er immer noch Probleme, sich von seinem Gegenspieler abszusetzen, weshalb er tendenziell Situationen braucht, in denen er den Ball schon in Strafraumnähe bekommt und nach wenigen Schritten sofort die Option auf einen Abschluss oder eine Hereingabe hat. Mohammadou ist auch erst vor zwei Monaten 15 geworden und andere Spieler haben noch größere Fragezeichen. Auf nichts davon kannst du eine ganze Saison verwetten. Sucht man dann stattdessen einen Spieler, der sowohl zentral als auch auf dem Flügel funktionieren kann? Wenn ja sollte Sancho eigentlich erst Recht die Priorität sein. Außerdem wäre ein solcher Spieler ja dann per Definition auch wieder kein wirklicher Breitengeber, weshalb wir im Prinzip damit kein bisschen nach vorne kommen würden.

Besonders sorgt mich in diesem Kontext Ryerson. Er hat in dieser Bundesliga Saison 15 Assists geliefert, weshalb ich vermute, dass man ihn offensiv als Teil der Lösung sieht obwohl er eigentlich die Nummer 1 Rolle im Kader hat, auf der man offensiv Raum nach oben haben sollte. Sein offensiver Output ist aus meiner Sicht weniger ein Ausdruck dessen, dass er in dieser Saison auf einmal ein hervorragender Breitengeber ist sondern hauptsächlich daraus, dass Kovac taktisch extrem forciert, dass unsere Offensive über Ryerson läuft bis zu einem Punkt, an dem er eigentlich unser prägender offensiver Kreativspieler ist und sein Impact aus dem Spieler noch deutlich größer sein müsste, damit wir in Sachen open-Play xG mit der Konkurrenz mithalten können, was wir in dieser Saison nicht konnten aber mit Standards und guter Defensive kompensiert haben. Dabei denke ich auch, dass Ryersons Erfolg zu einem nicht unwesentlichen Teil nicht daher kommt, dass sich seine Flankenqualität deutlich gesteigert hat, obwohl auch das dazu beiträgt, sondern aus unserer kollektiven Fähigkeit ihn in extrem freien und isolierten Situationen an den Ball zu bringen und die Box möglichst gut zu besetzen. Deshalb ist Ryerson vermutlich auch so stark bei Standards, da wir die Box dann mit drei IVs, plus Guirassy und Nmecha und Jobe stacken können, die alle Richtung 1.90 und gute Kopfballspieler sind. Wenn man sich außerdem mal beispielhaft die beiden Assists von Ryerson aus dem Spiel gegen Werder und Frankfurt anschaut sieht man, dass hier aus meiner Sicht relativ klar nicht die Qualität von Ryerson der entscheidende Faktor ist sondern die Qualität von Guirassy, der sowohl Koch als auch Friedl im 1 gegen 1 komplett in die Tasche steckt und den Abschluss setzt sowie die Qualität im Seitenwechsel von Schlotterbeck.

Das wiederum bringt mich auf einen weiteren taktisch relativ paradoxen Spieler: Guirassy. Guirassy wirkt diese Saison oft, als hätte er überhaupt keinen Bock mitzuspielen, er verlangsamt unser Spiel extrem was anderen Offensivspielern und der Attraktivität unseres Spiels schadet, er hat kaum Synergien mit anderen Offensivspielern im Kader und seine Arbeit gegen den Ball ist im Pressing fast schon als homöopathisch anzusehen, da sie nicht über den Placebo-Effekt hinaus geht. Silva ist ein hervorragender Spieler gegen den Ball, spielt direkter, harmoniert besser mit Beier, Brandt und Adeyemi, war an vielen unserer attraktiveren Spielzüge in dieser Saison beteiligt, gibt immer 100% aber kommt trotzdem nicht im Ansatz an Guirassy vorbei. Was Silva aber nicht hat ist Guirassys Fähigkeit, sich in der Box zu bewegen und Flanken zu verwerten. Da wir aber das Spiel so über Ryerson forcieren, ist das im Prinzip taktisch die einzige Fähigkeit, die Relevanz besitzt, obwohl sie das eigentlich nie sein sollte. Dadurch hat uns Kovac durch seine Taktik im Prinzip von einem mittelmäßigen Breitengeber und einem Stürmer, der nicht zum Rest der Mannschaft passt, komplett abhängig gemacht, weil das die einfachste und risikoloseste Art war, auf genug Tore zu kommen damit der defensive Fokus den Rest erledigt. Dafür gebührt Kovac Respekt, denn ich hätte nie im Leben geglaubt, dass man Ryerson zu dem dominanten Offensivspieler eines Vizemeisters pushen kann aber wo hier das Potenzial zur Weiterentwicklung sein soll sehe ich hier nicht so ganz. Eigentlich bräuchtest du für Ryersons Rolle einen offensiveren Spieler, der die isolierten Situationen, die man ihm gibt, verlässlicher auch im 1 gegen 1 auflösen kann. Dass verbietet sich unter Kovac aber schon inhärent, weil der wichtigste offensive Spieler in seinem System de-Fakto gegen den Ball ein AV sein muss, was für den BVB unmöglich in einem Spieler zu machen ist. Andernfalls könnte man versuchen, ein fluideres Offensivspiel mehr durch das Zentrum aufzuziehen mit Beier in einem abschlussfokussierteren Rolle anstatt ihn zum Vorbereiter für Guirassy oder zu off-Ball Läufen um andere Spieler frei zu machen zu degradieren. Dadurch, dass wir aber selbst in der Endphase, als es um nichts mehr ging, weder Couto noch Silva gesehen haben sorgt dafür, dass ich stark bezweifle, dass Kovac eine der beiden Optionen taktisch anstrebt oder umsetzen kann.

Auch Beier in der Rolle auf der Schiene sorgt da bei mir für wenig Zuversicht. Wenn man sich Beiers Spiele auf der Schiene mal anguckt sieht man, dass seine guten Momente trotzdem immer dann waren, wenn er aus einer offensiveren Position in die Tiefe ging und nicht aus der Breite kam. Das macht die Schiene aus meiner Sicht zur ineffizientesten Option, einen offensiven mehr auf den Platz zu bekommen, weil dieser offensive permanent unnötig lange Wege gehen muss um in die Räume zu kommen, in denen er wertvoll ist. Gleichzeitig weiß das auch der Gegner, und muss uns links trotzdem nicht in der Breite respektieren, was das Spiel dann im Zentrum enorm eng macht. Damit das trotzdem eine Chance hat zu funktionieren bräuchtest du beispielsweise einen weiteren Spieler, der hoch aufrückt, wie Schlotterbeck bei seinem Tor gegen Frankfurt. An dem Punkt hast du aber genau die defensive Denkweise wieder aufgegeben, die überhaupt der Auslöser für Dinge wie Beier und Ryerson auf der Schiene ist. Das sorgt dafür, dass dieses System aus meiner Sicht erstmal entweder ineffektiv sein wird, solange niemand aufrückt, oder ineffizient, sollte es jemand tun, weil du das gleiche oder ähnliches auch erreichen können solltest, ohne das ein Stürmer gleichzeitig ein Breitengeber, ein Stürmer und ein Außenverteidiger sein muss, was einfach langfristig unmöglich aufrechtzuerhalten ist.

Lange Rede kurzer Sinn: Nach dem, was wir diese Saison gesehen haben, denke ich es sind massive Zweifel angebracht, ob wir mit dieser Denkweise und mit Dreierkette plus Kovac nächste Saison wirklich offensiveren oder attraktiveren Fußball sehen werden. Ich befürchte ehrlich gesagt, dass wir auch Cherki und Prime-DeBruyne verpflichten könnten und am Ende würde es wenig Unterschied machen, weil wir weiterhin lange Seitenwechsel auf Ryerson spielen und den dann Flanken lassen werden. Wenn du das Problem lösen willst, musst du es aus der Breitengeber-Rolle machen, ob das jetzt mit Flügelspielern oder mit Schienenspielern der Fall ist ist aus meiner Sicht sekundär. Nur scheinen wir uns das gar nicht erst zuzutrauen und die defensiven Anforderungen unter Kovac an die Schienenspieler verbieten es im Prinzip auch fast schon. Deshalb hat sich meine Vorfreude auf die nächste Saison nach den letzten Berichten eher geschmälert.
BVB - Taktik-Thread |#976
05.06.2026 - 16:10 Uhr
Zitat von TheDoctor128

Zitat von BVBBC

Zitat von Killertut

Ricken im Interview mit Ruhrnachrichten:

Es werde definitiv keine 4er-Kette geben, man wird weitermachen wie letzte Saison.
Für einen Wechsel bräuchte man mindestens 5 neue Spieler, was finanziell nicht machbar sei.


Der Witz daran ist und bleibt, dass man für eine wirklich funktionale 3er Kette mehr neue Spieler brauchen würde, teilweise sogar dieselben. Umso mehr, wenn man auch die Tiefe bedenkt und berücksichtigt, was man sogar schon gemacht hat, während man potenzielle Abgänge im Stamm ignoriert, die aber für jedes System immer Optimierungspotenziale schaffen:

Bedarf gesamt | 4er Kette | 3er Kette |
TW | 0 | 0
IV | 0 | 1
RV | 1 | 0
LV | 0 | 0
RSS | 0 | 2
LSS | 0 | 1
DM | 1 | 1
ZM | 0 | 0
OM | 1 | 0
OA | 2 | 2
MS | 0 | 0

Ergibt für mich sogar 7 Transfers, will man den Kader ernsthaft auf eine 3er Kette ausrichten, die offensiv und defensiv dauerhaft gut funktionieren kann. Davon sind DM und OA in meinen Augen vollständig systemunabhängig - zumindest sollte das so sein. Meines Erachtens biegt man sich hier also etwas zurecht, was man auch daran erkennen kann, dass nach 8-10ern für die OA gefahndet wird, obwohl man kein 3er Zentrum plant, in dem die allermeisten dieser Spieler wesentlich sinnvoller aufgestellt wären. Also dasselbe, wie bei unseren OA und AV, die auf die Schiene müssen.

Befürchte der Disconnect zu Ricken ist hier einfach, dass man Ryerson und Svensson auf der Schiene anscheinend für eine komplett normale Besetzung hält, zuzüglich zu Couto, der eh keine Chance hat und der Wildcard Prates. Sogar Beier auf der Schiene ist ne komplett normale Sache. Beier auf dem Flügel hingegen ist anscheinend unmöglich, da werden gleich fünf neue Transfers gebraucht. Natürlich brauch Beier auf dem Flügel eine spezifische Struktur, um offensiv zu funktionieren, alleine schon weil man auf mindestens einer AV bessere Breiteneber bräuchte, aber wenn dir Breitengeber für eine bessere Offensive fehlen brauchst du halt so oder so mehrere Transfers, um dieses Problem zu lösen. Ob du die dann durch die AV, die Flügel oder die Schiene löst sollte eigentlich egal sein. Ist es aber anscheinend nicht, denn sobald du jemanden auf die Schiene stellst kann der auf einmal einfach alles. Als Flügel ist Beier nicht gut, weil er kein Breitengeber und kein Dribbler ist, aber als Schiene ist er gut, weil er schnell ist und gut nach hinten arbeitet. Hä? Die Skills für die Breite fehlen ihm doch so oder so. Der einzige Unterschied ist, dass du mit 4er Kette durch den AV dafür kompensieren kannst und mit der 3er Kette nicht. Gleichzeitig können wir anscheinend auch Ryerson in Ballbesitz größtenteils die Aufgaben von einem Flügelspieler übertragen und ihn zum kreativen Anker machen. Kein Transfer nötig. Irgendwie scheint die Logik einfach zu sein, dass man bei 3er Kette komplett darüber hinweg sehen kann, dass mehrere Positionen im Skillset nicht zu den Spielern oder die Spieler nicht zueinander passen, bei 4er Kette geht das aber nicht. Vermutlich weil man bei 4er Kette automatisch den einen Defensivspieler mehr verliert und dadurch mit den offensiven die man hat, als Ausgleich dazu dann auch tatsächlich mehr anstellen muss. Solange aber sowieso alles von der defensive her gedacht wird und die Offensive nur gerade genug leisten muss, damit die Defensive den Rest macht, gibt es wohl auch keinen Grund davon abzuweichen. Davon abgesehen finde ich es tatsächlich auch etwas seltsam, dass man mit de Cat, Sancho, Nwaneri usw. permanent nach Spielern sucht, die man für ein 433 beispielsweise gut gebrauchen könnte, gleichzeitig aber betont, dass man genau das nicht will. Das kann ich mir irgendwie nicht so ganz erklären. Gerade Nmecha, Jobe, de Cat, Sabitzer und Carney würde ja fast nach einem 3er Mittelfeld schreien, das wir aber anscheinend gleichzeitig nicht wollen.


Im Grunde ist es doch so: niemand - auch hier nicht - versteht, warum die letzte Saison funktioniert hat. Die Einen sind sich nur sicher, dass es auch zukünftig funktioniert, selbst wenn sie es nicht vernünftig erklären können, während die Anderen nicht daran glauben, gerade weil sie nicht vernünftig erklären können, warum es funktionierte.

Generell finde ich, dass bei unserem Kader alles auf 4er Kette angelegt ist, aber an sich halt ein paar Dysfunktionalitäten bereinigt werden müssten. Das betrifft meines Erachtens vor allem das Tempo in der Kette, das bei 3er Kette letztendlich mit Mannstärke kompensiert wird. Mit einem Abräumer sollte es aber eigentlich gar keinen Unterschied machen, während man offensiv aber über Potenziale bei der Spielstärke in einem 3er Zentrum einen größeren Hebel hätte. Das Breitengeberthema als auch den Mangel an Kreativität hat man systemunabhängig, wobei die 3er Kette Letzteres eigentlich nur verstärken konnte bislang. Entsprechend sehe ich auch hier sicher eine Dysfunktionalität der 4er Kette, wenn auch systemunabhängiger als das Tempodefizit in der Kette. Dabei ist es paradoxerweise sogar so, dass sämtliche Spieler, die für die Kette in Frage kommen, an sich in der 4er Kette besser oder gleich gut aufgehoben sind, außer Bensebaini und Couto, weswegen die Dysfunktionalität eben überhaupt nicht von den Positionen ausgeht, sondern von der Zusammenstellung der Fähigkeiten der Spieler. Da fehlt es generell auch an anderen Stellen. Umso mehr, wenn man jetzt, wie du richtig beschreibst, vornehmlich Spieler holt, die sich in 4er Ketten Systemen einfacher mit Mitspielern kombinieren lassen als in 3er Ketten Systemen.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von BVBBC am 05.06.2026 um 16:10 Uhr bearbeitet
BVB - Taktik-Thread |#977
09.06.2026 - 08:16 Uhr
Zitat von Ballzumir
Zitat von BVBBC

Zitat von TheDoctor128

Zitat von BVBBC

Zitat von Killertut

Ricken im Interview mit Ruhrnachrichten:

Es werde definitiv keine 4er-Kette geben, man wird weitermachen wie letzte Saison.
Für einen Wechsel bräuchte man mindestens 5 neue Spieler, was finanziell nicht machbar sei.


Der Witz daran ist und bleibt, dass man für eine wirklich funktionale 3er Kette mehr neue Spieler brauchen würde, teilweise sogar dieselben. Umso mehr, wenn man auch die Tiefe bedenkt und berücksichtigt, was man sogar schon gemacht hat, während man potenzielle Abgänge im Stamm ignoriert, die aber für jedes System immer Optimierungspotenziale schaffen:

Bedarf gesamt | 4er Kette | 3er Kette |
TW | 0 | 0
IV | 0 | 1
RV | 1 | 0
LV | 0 | 0
RSS | 0 | 2
LSS | 0 | 1
DM | 1 | 1
ZM | 0 | 0
OM | 1 | 0
OA | 2 | 2
MS | 0 | 0

Ergibt für mich sogar 7 Transfers, will man den Kader ernsthaft auf eine 3er Kette ausrichten, die offensiv und defensiv dauerhaft gut funktionieren kann. Davon sind DM und OA in meinen Augen vollständig systemunabhängig - zumindest sollte das so sein. Meines Erachtens biegt man sich hier also etwas zurecht, was man auch daran erkennen kann, dass nach 8-10ern für die OA gefahndet wird, obwohl man kein 3er Zentrum plant, in dem die allermeisten dieser Spieler wesentlich sinnvoller aufgestellt wären. Also dasselbe, wie bei unseren OA und AV, die auf die Schiene müssen.

Befürchte der Disconnect zu Ricken ist hier einfach, dass man Ryerson und Svensson auf der Schiene anscheinend für eine komplett normale Besetzung hält, zuzüglich zu Couto, der eh keine Chance hat und der Wildcard Prates. Sogar Beier auf der Schiene ist ne komplett normale Sache. Beier auf dem Flügel hingegen ist anscheinend unmöglich, da werden gleich fünf neue Transfers gebraucht. Natürlich brauch Beier auf dem Flügel eine spezifische Struktur, um offensiv zu funktionieren, alleine schon weil man auf mindestens einer AV bessere Breiteneber bräuchte, aber wenn dir Breitengeber für eine bessere Offensive fehlen brauchst du halt so oder so mehrere Transfers, um dieses Problem zu lösen. Ob du die dann durch die AV, die Flügel oder die Schiene löst sollte eigentlich egal sein. Ist es aber anscheinend nicht, denn sobald du jemanden auf die Schiene stellst kann der auf einmal einfach alles. Als Flügel ist Beier nicht gut, weil er kein Breitengeber und kein Dribbler ist, aber als Schiene ist er gut, weil er schnell ist und gut nach hinten arbeitet. Hä? Die Skills für die Breite fehlen ihm doch so oder so. Der einzige Unterschied ist, dass du mit 4er Kette durch den AV dafür kompensieren kannst und mit der 3er Kette nicht. Gleichzeitig können wir anscheinend auch Ryerson in Ballbesitz größtenteils die Aufgaben von einem Flügelspieler übertragen und ihn zum kreativen Anker machen. Kein Transfer nötig. Irgendwie scheint die Logik einfach zu sein, dass man bei 3er Kette komplett darüber hinweg sehen kann, dass mehrere Positionen im Skillset nicht zu den Spielern oder die Spieler nicht zueinander passen, bei 4er Kette geht das aber nicht. Vermutlich weil man bei 4er Kette automatisch den einen Defensivspieler mehr verliert und dadurch mit den offensiven die man hat, als Ausgleich dazu dann auch tatsächlich mehr anstellen muss. Solange aber sowieso alles von der defensive her gedacht wird und die Offensive nur gerade genug leisten muss, damit die Defensive den Rest macht, gibt es wohl auch keinen Grund davon abzuweichen. Davon abgesehen finde ich es tatsächlich auch etwas seltsam, dass man mit de Cat, Sancho, Nwaneri usw. permanent nach Spielern sucht, die man für ein 433 beispielsweise gut gebrauchen könnte, gleichzeitig aber betont, dass man genau das nicht will. Das kann ich mir irgendwie nicht so ganz erklären. Gerade Nmecha, Jobe, de Cat, Sabitzer und Carney würde ja fast nach einem 3er Mittelfeld schreien, das wir aber anscheinend gleichzeitig nicht wollen.


Im Grunde ist es doch so: niemand - auch hier nicht - versteht, warum die letzte Saison funktioniert hat. Die Einen sind sich nur sicher, dass es auch zukünftig funktioniert, selbst wenn sie es nicht vernünftig erklären können, während die Anderen nicht daran glauben, gerade weil sie nicht vernünftig erklären können, warum es funktionierte.

Generell finde ich, dass bei unserem Kader alles auf 4er Kette angelegt ist, aber an sich halt ein paar Dysfunktionalitäten bereinigt werden müssten. Das betrifft meines Erachtens vor allem das Tempo in der Kette, das bei 3er Kette letztendlich mit Mannstärke kompensiert wird. Mit einem Abräumer sollte es aber eigentlich gar keinen Unterschied machen, während man offensiv aber über Potenziale bei der Spielstärke in einem 3er Zentrum einen größeren Hebel hätte. Das Breitengeberthema als auch den Mangel an Kreativität hat man systemunabhängig, wobei die 3er Kette Letzteres eigentlich nur verstärken konnte bislang. Entsprechend sehe ich auch hier sicher eine Dysfunktionalität der 4er Kette, wenn auch systemunabhängiger als das Tempodefizit in der Kette. Dabei ist es paradoxerweise sogar so, dass sämtliche Spieler, die für die Kette in Frage kommen, an sich in der 4er Kette besser oder gleich gut aufgehoben sind, außer Bensebaini und Couto, weswegen die Dysfunktionalität eben überhaupt nicht von den Positionen ausgeht, sondern von der Zusammenstellung der Fähigkeiten der Spieler. Da fehlt es generell auch an anderen Stellen. Umso mehr, wenn man jetzt, wie du richtig beschreibst, vornehmlich Spieler holt, die sich in 4er Ketten Systemen einfacher mit Mitspielern kombinieren lassen als in 3er Ketten Systemen.


Ist vielleicht etwas Off-Topic, aber wieso wird Sabitzer ( von Kovac ) eigentlich nie als Option für die Schiene angesehen.
Obwohl er Rechtsfuß ist, spielt er in der Nationalmannschaft zuletzt überwiegend auf der linken Seite und kommt dort auf erstaunlich gute Werte, sowohl als LM wie als LA.

Insgesamt 98 Länderspiele 48 Scorer.
Davon als LM+LA 30 Spiele, 22 Scorer
Zum Vergleich andere Positionen ( + ohne Angabe ) 68 Spiele, 26 Scorer. Meist ZM/DM/OM/RM

Seit 2023 spielt er fast ausschließlich auf der linken Seite und kommt dort alleine in seinen letzten 10 Spielen auf 11 Scorer. Er hat sicherlich nicht das schnellste Tempo und die besten Dribblingskills ( aber seit wann ist das bei Dortmund ein Kriterium für die Schiene ), ich denke aber sein Passpiel und seine Flanken Qualität sind passabel wenn er genügend Platz hat, dazu eine hohe Laufbereitschaft und wird von Kovac für seine Devensiv Qualität bzw. seine Arbeit gegen den Ball gelobt.
Eigentlich bringt damit schon mehr Qualitäten für die Schiene mit, als alle übrigen BVB Spieler im Kader. Ihn aus dem Spielaufbau herauszuhalten ( damit er es nicht selbst tun muss😉 ), ausgenommen er hat genug PLatz am Ball, wäre ein weiterer Vorteil. Kovac scheint das aber anders zu sehen, zumindest war das bisher so gut wie gar keine Option für ihn. Ob es daran liegt, das er Sabitzer für zu wichtig im Zentrum sieht ( als Taktgeber für eine destruktive Spielanlage....hust ) kann ich nicht beurteilen. Für mich wäre er mindestens im aktuellen Kader eine Alternative für die linke Schiene.


Ich wäre immer sehr vorsichtig damit Nationalmannschaften mit dem Vereinsfussball zu vergleichen. Das ist zu oft nicht gut vergleichbar, weil die Herangehensweisen sich stark unterscheiden, auf Grund der geringen Zeit miteinander und oft deutlich mehr Rotation in den Mannschaften. Dadurch wird in den Nationalmannschaften taktisch vieles stark vereinfacht runtergebrochen oder es funktioniert sehr schnell nicht gut genug. Meines Erachtens ist es daher nicht sinnvoll aus Leistungen in der Nationalmannschaft Rückschlüsse auf den Vereinsfussball zu bilden. Zumal ich es auch positionell schwierig vergleichbar finde, indem Sabitzer hier einen offensiv freien OA spielt und keine Schiene. Er hatte meistens Mwene hinter sich, der entweder LV oder LSS besetzte, dadurch dann eben den Job sehr klassisch übernahm, den du für Sabitzer zur Debatte stellst. Somit bleibt eigentlich gar nicht so viel, was grundsätzlich übertragbar wäre. Sabitzers Rolle in der Nationalmannschaft entspricht daher eher dem, was Brandt und Inacio am Ende der Saison spielten. Das hatte man zu Saisonbeginn aber eben sogar schon mit Sabitzer ausprobiert, was aber nicht viel weniger knirschte als mit Bellingham.

Zudem sahen wir Sabitzer auf der Seite ja schon ein paar Minuten auf den defensiveren Positionen aushelfen. Das war zwar vor Kovac, aber es sah nicht besonders gut aus, weil sein Tempodefizit gegen schnellere Außen doch recht groß ist und seitdem eben auch nicht besser geworden ist. Auch gefällt mir Sabitzer im Rückwärtsverteidigen nicht besonders gut. Dabei ist das taktisch unter Kovac nicht zu unterschätzen, weil die Schienen in vielen Situationen (gegen den Ball) eigentlich wie AV einer 4er Kette agieren und sich neben den AIV positionieren. Sei es um zu doppeln oder den AIV die Möglichkeit zu geben ins Mittelfeld zu begleiten. Es passiert dadurch nicht selten, dass wir lieber die gegnerischen Schienen oder AV offen lassen, um darüber den Aufbau des Gegners zu forcieren und sie später aufzunehmen, als dass wir den Gegner durch das Zentrum nach vorne lassen. Entsprechend anspruchsvoll ist die Schiene dann im Rückwärtsverteidigen, gerade wenn das Tempo fehlt. Die Wahrscheinlichkeit für diese Spieler in gegenläufige Bewegungen (Vorwärtsverteidigen, um Lücke zu schließen, nur um dann überlaufen zu werden) ist jedenfalls recht groß und super schwer zu vermeiden. Darin würde ich gleich eine doppelte Anfälligkeit bei Sabitzer erwarten.

Währenddessen sehe ich unser Pressing auch nicht so strukturiert, wie das in der Nationalmannschaft, wodurch man Sabitzers Wert darin auf der Schiene nicht nutzen kann. Unabhängig davon, dass fehlende Offensivstrukturen so ein Pressing eben auch durchaus erleichtern, im Vergleich zum Vereinsfussball. Offensiv glaube ich wiederum, dass Sabitzer vor allem als Zusatzspieler, der frei in Räumen auftauchen kann, seinen größten Wert hat. Genau das geht auf der Schiene nicht. Ich glaube jedenfalls, dass Kovac vielfach gerne Sabitzers Wert als zusätzlichem Spieler auf der Seite genutzt hat. Insbesondere in Situationen, in denen man stark auf rechts verlagert hatte und dort Überzahlen schaffte, mit der sich freie Flanken schlagen lassen. Das funktionierte vor allem mit Groß aber meines Erachtens klar besser, weswegen man definitiv sagen muss, dass am Ende dennoch Sabitzers defensiver Wert die Entscheidungsgrundlage für Kovac sein muss. Trotz gewisser Einschränkungen.
BVB - Taktik-Thread |#978
27.07.2026 - 11:46 Uhr
Zitat von mba123

Ich könnte mir Beier auch sehr gut als MS vorstellen. Nur denke ich, dass Kovac das nicht so sieht. Auch die Gerüchte um einen neuen MS, falls Guirassy ginge, deuteten auf einen neuen Stamm-MS hin.
Ich gehe jedenfalls nicht davon aus, dass wir Beier regelmäßig als MS einplanen.
Aus taktsicher Sicht würde dann auch der physische Spieler vorne fehlen, der sich bei langen Bällen behaupten kann und auch sehr stark bei Hereingaben ist. Ich halte beides in der Bedeutung für überschätzt, aber ich denke, wir legen viel wert darauf.


Diese Befürchtung teile ich.

Den Plan gab es ja, nur die Frage ist.... ob er noch funktioniert und ob Kovac so naiv ist, alleine darauf zu vertrauen? Ich meine: Diagonalball Schlotterbeck -> Ryerson -> Flanke -> Guirassy.

Mit Beier wäre das nur noch Plan B statt Plan A. Allerdings durch Karetsas gibt es eine Chance auf einen anderen Plan A. Durchs Zentrum: IV -> Nmecha/Karetsas -> El Mala/Beier. Alleine Nmecha in den Griff zu kriegen wird nicht mehr funktionieren, weil sich das System durch Karetsas (in meiner wilden Thesen) anders verschieben wird, nämlich Richtung Zentrum. El Mala stellt die Breite her, dadurch bekommt Karetsas die Räume zentral und der Gegner wird Probleme haben Karetsas und Nmecha bei den Angriffsimpulsen komplett auszuschalten. El Mala dazu gerne von außen mit Tempo nach innen zieht, was dann ein weiteres Element sein wird. Problem wäre an der Stelle, wenn sich Guirassy in den Raum fallen lässt... diesen sogesehen "blockiert" wodurch der Raum für Karetsas nicht mehr so einfach geöffnet werden kann. Beier würde naturgemäß auf die Tiefe gehen. Aktuell verpufft das, auch wenn Brandt es teilweise nutzen konnte, aber weniger für die Gestaltung.

•     •     •

HR 25/26: I1I3I3I3I3I1I0I3I3I1I1I3I3I1I3I1I3I = 36 P
RR 25/26: I3I3I3I3I3I1I0I3I3I3I3I0I0I3I0I3I3I = 37 P
BVB - Taktik-Thread |#979
28.07.2026 - 09:23 Uhr
Zitat von Orizo
Zitat von mba123

Zitat von BVBBC

Zitat von mba123

Wie planen wir wohl die Offensive?
El Mala - Guirassy - Karetsas

Ich denke, wo die gewünschten Neuzugänge spielen sollen, ist recht klar.
Allerdings würde ich Beier als Spieler der ersten Elf sehen. Wie würden wir mit ihm und den Neuzugängen planen?
Ich gehe davon aus, dass rotiert wird. Spielzeit wird es für alle geben. Mir ist aber nicht klar, wie das gut funktionieren soll.
Beier wird eher nicht als MS eingesetzt. In der Offensive würde er dann wohl am besten auf El Malas Position passen. Würde Beier rechts statt Karetsas spielen, würde der Offensive die spielerische Komponente fehlen. In der letzten Saison spielte Beier auch öfters auf der linken Schiene. Aber wie könnte Beier dort sein Tempo offensiv einbringen, wenn El Mala vor ihm aufliefe?
Gut würde Beier auf die rechte Schiene passen, denke ich. Aber dort ist Ryerson gesetzt und eigentlich ist Beier ein offensiverer Spieler und hat in der Offensive vermutlich mehr Potenzial.

Ob wir bestimmte Konstellationen im Kopf haben, die wir spielen wollen? Oder soll sich das einfach ergeben, wie wir die Spielzeit aufteilen und wer zusammen aufläuft? Für letzteres spricht, dass man vorher nicht genau weiß, was die Spieler bei uns leisten werden und wie sich einfügen.
Aktuell ist mir vor allem die Rolle von Beier nicht klar. Wie geschrieben, würde ich ihn eigentlich auf der El Mala Position erwarten. Dann bekäme aber El Mala nur wenig Spielzeit, was sicher nicht der Plan ist. Also gehe ich davon aus, dass Beier für verschiedene Positionen eingeplant ist. Allerdings fände ich es nicht ideal, wenn ein Spieler der ersten Elf keine Perspektive auf eine klare Rolle hätte. Für die Entwicklung ist das meistens nicht förderlich, denke ich.


Strukturell verändert sich meines Erachtens mit Karetsas für Brandt und El Mala für Adeyemi erst mal nichts. Das ist im bestehenden System also keine Optimierung, aber auch keine Verschlechterung. Was kritisch war, wird also kritisch bleiben. Was funktionierte, sollte weiterhin im Rahmen der bestehenden Risiken funktionieren. Ich würde somit Beier auf allen 3 Positionen erwarten, am ehesten aber in Rotation mit El Mala. Je nachdem, was mit Guirassy oder Silva passiert, sollten aber immerhin noch mehr Spielanteile frei werden als nur durch den Adeyemi Abgang, trotzdem Inacio wohl viele BU Minuten von Karetsas verlangen wird.

In jedem Fall hielte ich es für eine Verschlimmbesserung, wenn man Beier auf die Schiene zwingt. Einerseits ist das taktisch auch nicht näher an der Idealbesetzung einer Schienenposition, trotzdem mit seiner Geschwindigkeit und Spreizung aus Offensive und Defensive sicher etwas davon abgehakt wird. Systemnotwendige Aufgaben auf der Schiene, wie Breitenbesetzung und kreative Impulse - bedingt durch wenig Personal dafür, ohne auf Kosten von Abschlussqualität zu gehen - würde er gegenüber den LV Alternativen nicht wirklich verbessern. Noch dazu ist er kein Linksfuß.

Andererseits ließe das befürchten, dass sich personelle Konsequenzen nur verschieben. Wir haben Kabar bislang nicht abgegeben, hören zu Bensebaini gar nichts und mit Prates einen neuen LV geholt und wenn dann Beier auch noch in Konkurrenz dazu gesetzt würde, dann spräche das für einen Verkauf von Svensson, der sicher viel Geld brächte, aber ein unterschätzter sportlicher Verlust wäre. Vor allem perspektivisch, will man zur 4er Kette zurück, macht sein Abgang keinen Sinn, weil von allen anderen Alternativen zu viele Unsicherheiten ausgehen und Beier dafür wegfällt sowie bis dahin in die falsche Richtung entwickelt worden wäre.

Will man es optimieren, dann geht das in meinen Augen nur mit Beier als MS statt Guirassy oder wenigstens mit Umstellung auf 4-3-3, wodurch Karetsas auf die 10 rückt. Unter Kovac ist das für mich aber im Moment nicht vorstellbar, falls nicht auch noch einiges in der Defensive (RV und DM) passiert, was sofort für den Stamm relevant ist oder Guirassy (nahezu) ersatzlos verkauft wird. Das sieht nicht wahrscheinlich aus. Vermutlich ging es dem Verein daher tatsächlich nur um die Erhaltung des Status quo, angesichts einer positiven Bewertung der Vorsaison sowie den Glauben an deren Wiederholbarkeit.

Auch die Überschneidungen in den Profilen bei Süle und Gadou sprechen dafür, dass das übergeordnete Zielsetzung des Transfersommers war und eben nicht die Optimierung. Da erhofft man sich wohl eher individuell etwas, aber weniger kollektiv, wie es aussieht. Dafür müssten eben noch Transfers über Karetsas und El Mala hinaus gemacht werden, die mehr am System ändern würden, um eine Absicht erkennen zu können, dass man taktisch etwas ändern möchte.

Ja, ich halte es auch für recht wahrscheinlich, dass wir den Status quo weitestgehend erhalten wollen. Allerdings scheint mir der Ansatz nicht ideal, wenn El Mala und Karetsas die Rollen von Adeyemi und Brandt einnehmen sollen. Schließlich gab's Gründe, warum beide Spieler nun weg sind. Brandt gab unserem Spiel noch nie so wenig Impulse, was, aus meiner Sicht, ganz klar Kovacs Spielsystem geschuldet ist. Außerdem standen meistens nicht alle drei (mit Beier zusammen) in der ersten Elf stehen, meine ich.
Die Probleme, die Adeyemi und Brandt hatten, könnten daher weiterhin bleiben.
Der Status quo wirft also El Mala und Karetsas Fragen auf, die man bei der Höhe der Investitionen, vorab geklärt haben sollte. Systemumstellungen oder ein Beier als MS wären hier mögliche Lösungen. Aber eigentlich deutet darauf kaum etwas hin.
Ich wäre gespannt, ob wir aus El Mala, Karetsas und Beier das maximale herausholen würden. Mein Tipp wäre, dass einer etwas zurückstecken müsste, weil es keinen konkreten Plan gäbe, alle drei in die erste Elf und ihren besten Rollen einzusetzen.


Karetsas und El Mala bringen aber drastisch mehr 1vs1 Fähigkeiten mit als Brandt und Adeyemi. Finde ich extrem wichtig, besonders, wenn das Offensivkonzept allgemein nicht immer aus einem Guss kommt.



Wäre ich deutlich skeptischer. Karetsas wird in einer deutlich physischeren und vor allem schnelleren Liga mit seinem Dribbling meines Erachtens deutliche Probleme bekommen, um es noch so durchzuziehen, wie in der belgischen Liga. Das sieht man ja auch schon ganz gut daran, dass er in der EL genauso viele Dribblings versuchte, aber nur noch halb so viele davon gewann, wie in der Liga, womit er wieder komplett auf dem Niveau von Brandt war. Was für mich auch allein auf Grund der Fähigkeiten logisch wäre. Karetsas ist nicht besonders antrittsstark oder schnell. Er ist daher stark auf gegenläufige Bewegungen (meistens Fehler des Gegenspielers) oder weite Bewegungen in atypische Räume angewiesen, die einem taktisch auch schnell vom eigenen Trainer genommen werden können. Die Skillaktionen, die dann noch bleiben, haben in meinen Augen nicht die Erfolgsquote, um sich von Brandt drastisch abzusetzen, weil er daraus auch nicht besonders viel Raumgewinn kreieren kann, indem er sich vom Gegenspieler schon kaum absetzen kann, ohne in die Absicherung zu rennen. Dabei wissen wir, dass Kovac einerseits nicht der größte Fan von Risikoaktionen ist und andererseits, dass unser System grundsätzlich viel gegnerische Absicherung zulässt, weil wir oft nicht gut nachrücken. Dazu ist es eben so, dass Karetsas aus kurzen Dribblings - für lange fehlt es an Tempo - die Situation abschließen muss. Entweder selber mit einem Schuss oder mit einem Pass, wobei seine größte Stärke hierbei die Pässe in die Tiefe sind, die es mit Guirassy kaum gibt, während durch die schlechte Nachrückbewegung meist nur noch der ballferne OA bleibt, was wenige Anspielstationen sind. Zumindest bei Karetsas glaube ich daher, dass dessen Dribblingquoten oder -volumen massiv einbrechen werden und das kein Faktor sein darf, warum man ihn holt.

Bei El Mala ist es zudem statistisch kaum nachweisbar, dass er überhaupt mehr und besser dribbelt als Adeyemi. Dafür müsste man schon um den Ballbesitz bereinigen, womit es dann aber auch nur 14% mehr erfolgreiche und 12% mehr versuchte Dribblings sind, was sich vermutlich relativieren würde, weil der BVB nicht die Tiefe angeboten bekommt, wie der FC. Beide haben eine Quote von rund 35% gewonnenen Dribblings, weil sie auf bestimmte Situationen angewiesen sind, um erfolgreich ins Dribbling zu gehen und idealerweise im Anschluss in den eigenen Abschluss zu kommen. Für El Mala ist dabei wichtig, dass er initial in eine gute Isolation gebracht wird, was weiter außen oft einfacher ist, wodurch er dort auch lieber andribbelt. Auch deswegen, da er dem Gegenspieler keine Zeit lässt, um sich zu sortieren, sondern direkt attackiert, was seine große Stärke im Dribbling ist. Da vergeht kaum Zeit zwischen Ballannahme und Attacke auf den Verteidiger, wodurch er aber seine Gegenspieler nicht mit Skill überwindet, sondern mit Timing und ansonsten denselben Mitteln wie Adeyemi: extrem gutem Antritt und hohem Tempo. Muss er Tempo rausnehmen, weil es enger wird oder er schon zum Start des Dribblings keinen Platz hatte, um Tempo aufzunehmen, wird es für ihn aber ähnlich schwierig, wie für Adeyemi, wobei Adeyemi sogar besser darin ist nochmal aufzuziehen, wenn er abstoppen musste - El Mala muss zwingend aus der Bewegung heraus ins Dribbling. Beide sind extrem davon abhängig, dass hinter dem ersten Mann Platz ist. Anders als bei Karetsas, bei dem es darum geht überhaupt am Ball zu bleiben und nicht abgelaufen zu werden, geht es hier nur darum, dass das Tempo aufrecht erhalten werden kann. Die Hoffnung, die man bei El Mala haben darf, ist die, dass auch sein Andribbeln, selbst wenn er nicht am Mann vorbei kommt, einen Hebel hat, weil seine verdeckten Schüsse - ähnlich Sancho - und Flanken ihn nicht dazu zwingen, dass er unbedingt am Mann vorbei muss, um gefährlich zu sein.



Auch die Verteilung der stärken scheint mir sinnvoll: dynamisches, wuchtiges Tempodribbling und Abschlussfokus auf der einen und wuselige Kreativität in engeren Räumen auf der anderen Seite.



Auf der einen Seite ändert sich damit eben gar nichts, während ich eben auf der anderen Seite nicht ansatzweise davon überzeugt bin, dass Karetsas so wuselig bleiben wird, sondern wir im Kern dieselbe Weiträumigkeit mit Ausweichbewegungen sehen werden, wie von Brandt. Als auch dieselbe Suche nach Anspielstationen, die er in Szene setzen kann. Es wäre jedenfalls ein Missverständnis, wenn man von Karetsas überdurchschnittliche Durchsetzungsfähigkeit in engen Räumen verlangt. Die bringt er nicht mit.



Es ist aber schon wohl so, dass es in unserer Offensivabteilung sehr kuschelig wird, sollten beide Transfers so stattfinden. Gibt eigentlich fast schon zu viele förderungswürdige Projekte in unserem Kader für zu wenige Plätze, gerade offensiv. Naja, first world Problems...


Auch dahingehend ändert sich nichts. Es wurde nur 1zu1 ersetzt. Das Problem ist hauptsächlich, wie die Offensive arrangiert wird, um die Stärken wirklich aufeinander abzustimmen, um davon ausgehend überhaupt erst mal zu bestimmen, wen man effektiv fördern kann. Denn das sahen wir letzte Saison nicht wirklich strukturiert. Auch die Nachrückbewegung bleibt für mich ein zentrales Thema, an dem sich aber noch gar nichts geändert hat, obwohl das unabhängig von der individuellen Zusammensetzung der Offensive helfen könnte mehr Struktur in den Angriff zu bekommen. Stand heute bleibt es dabei, dass das System sich sehr stark von der Besetzung der Box abhängig macht und mehr oder weniger egal ist, wie bzw. aus welchen Situationen die Bälle in den Strafraum gespielt werden. Das wird vermutlich auch wieder sehr abhängig von Standards, was wohl kurzfristig auch das größte Upgradepotenzial von Karetsas darstellen könnte, aber nicht sein Dribbling.
BVB - Taktik-Thread |#980
02.08.2026 - 19:50 Uhr
Zitat von Killertut
Laut BILD gibt es ein Update:

Kovac hat sich entschieden, dass die kommende Saison 3er Kette gespielt wird. 4er Kette soll nicht passieren.

Folgende Spieler wurden als Stammspieler definiert:
Kobel
Svensson
Bensebaini (wohl bis Schlotterbeck Rückkehr)
Anton
Gadou
Ryerson
Bellingham
Nmecha
Guirassy

Das sind 9/11 Spielern. Die anderen Spieler dürfen um die verbliebenen OM Positionen kämpfen. Karetsas bekommt wohl erstmal keine Starter-Garantie. Chukwuemeka, Silva, Beyer, Sabitzer werden also wohl vornehmlich Rotationsspieler sein.

Die Jugendspieler sind Kaderalternativen, sollen in der Jugend weiter aufgebaut werden (das soll wohl für alle gelten, also Prates, Lerma, Inacio, Reggiani, Yamamoto, Albert und Mane) oder verliehen werden.
Von den anderen Spielern aus den U-Mannschaften hat sich niemand genug aufgedrengt, als dass dieser nicht weiter in den U-Mannschaften spielen wird (z.B. Duarte, Ritter, Azhil etc.).

Im Großen und Ganzen laut BILD also "Same Procedure as every Year, James!" 😅


In dem Artikel ist ja keine Primärquelle, kein Zitat von Kovac aus irgendeinem Interview zu finden - es heißt nur "nach Bild-Informationen" und danach folgen dann die von dir refeierten Thesen.

Auch wenn ich diesem Blatt zutiefst misstraue, bleibt nach der bisherigen Vorbereitung doch ein Unbehagen, das dieser Artikel bei mir schon triggert (was vermutlich von der Bild beim Fan so gewollt ist).

Wir holen mit Kaua Prates und Gadou zwei Leute, die den Aufstellungen und Heatmaps zufolge mit der Viererkette "sozialisiert" worden sind (einer im RB-4-4-2-Kosmos). Dazu noch Karetsas, dessen Position hier zwar gleichanteilig als OM und RA angegeben wird, dessen Heatmap der letzten Saison bei Sofascore aber eine viel, viel größere Rechtslastigkeit als bei Brandt vermuten lässt. El Mala als Linksaußen ist in der Gerüchteküche, wo kurzzeitig ebenfalls von Elias Baum als RV die Rede war.

Book scheint meines Erachtens auf ein 4-2-3-1 oder 4-3-3 abzustellen und dann kommen jetzt diese Testspiele und die Verrenkungen mit dem rechtsfüßigen vertikalen Abschlussspieler Beier auf der linken Schiene und (angeblich) jetzt Kovacs Bekenntnis zur Dreierkette. Zum defensiven Mittelfeld hört man nichts, Guirassy ist (angeblich) auch im Sturmzentrum gesetzt.

Da kann man sich schon fragen, was das alles so soll. Ich kann auch nicht in die Zukunft schauen, aber es würde mich nicht wundern, wenn eher früher als später zwischen Book (tendeziell Viererkette, junge Spieler mit Potential) und Kovac (tendenziell Dreierkette, Physis, Erfahrung) der eine oder andere Funken fliegt.

Also ich kriege das momentan nicht unter einen Hut.
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