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BVB - Taktik-Thread

20.01.2006 - 12:09 Uhr
BVB - Taktik-Thread |#981
02.08.2026 - 20:13 Uhr
Zitat von linksaussen09
Zitat von Killertut

Laut BILD gibt es ein Update:

Kovac hat sich entschieden, dass die kommende Saison 3er Kette gespielt wird. 4er Kette soll nicht passieren.

Folgende Spieler wurden als Stammspieler definiert:
Kobel
Svensson
Bensebaini (wohl bis Schlotterbeck Rückkehr)
Anton
Gadou
Ryerson
Bellingham
Nmecha
Guirassy

Das sind 9/11 Spielern. Die anderen Spieler dürfen um die verbliebenen OM Positionen kämpfen. Karetsas bekommt wohl erstmal keine Starter-Garantie. Chukwuemeka, Silva, Beyer, Sabitzer werden also wohl vornehmlich Rotationsspieler sein.

Die Jugendspieler sind Kaderalternativen, sollen in der Jugend weiter aufgebaut werden (das soll wohl für alle gelten, also Prates, Lerma, Inacio, Reggiani, Yamamoto, Albert und Mane) oder verliehen werden.
Von den anderen Spielern aus den U-Mannschaften hat sich niemand genug aufgedrengt, als dass dieser nicht weiter in den U-Mannschaften spielen wird (z.B. Duarte, Ritter, Azhil etc.).

Im Großen und Ganzen laut BILD also "Same Procedure as every Year, James!" 😅


In dem Artikel ist ja keine Primärquelle, kein Zitat von Kovac aus irgendeinem Interview zu finden - es heißt nur "nach Bild-Informationen" und danach folgen dann die von dir refeierten Thesen.

Auch wenn ich diesem Blatt zutiefst misstraue, bleibt nach der bisherigen Vorbereitung doch ein Unbehagen, das dieser Artikel bei mir schon triggert (was vermutlich von der Bild beim Fan so gewollt ist).

Wir holen mit Kaua Prates und Gadou zwei Leute, die den Aufstellungen und Heatmaps zufolge mit der Viererkette "sozialisiert" worden sind (einer im RB-4-4-2-Kosmos). Dazu noch Karetsas, dessen Position hier zwar gleichanteilig als OM und RA angegeben wird, dessen Heatmap der letzten Saison bei Sofascore aber eine viel, viel größere Rechtslastigkeit als bei Brandt vermuten lässt. El Mala als Linksaußen ist in der Gerüchteküche, wo kurzzeitig ebenfalls von Elias Baum als RV die Rede war.

Book scheint meines Erachtens auf ein 4-2-3-1 oder 4-3-3 abzustellen und dann kommen jetzt diese Testspiele und die Verrenkungen mit dem rechtsfüßigen vertikalen Abschlussspieler Beier auf der linken Schiene und (angeblich) jetzt Kovacs Bekenntnis zur Dreierkette. Zum defensiven Mittelfeld hört man nichts, Guirassy ist (angeblich) auch im Sturmzentrum gesetzt.

Da kann man sich schon fragen, was das alles so soll. Ich kann auch nicht in die Zukunft schauen, aber es würde mich nicht wundern, wenn eher früher als später zwischen Book (tendeziell Viererkette, junge Spieler mit Potential) und Kovac (tendenziell Dreierkette, Physis, Erfahrung) der eine oder andere Funken fliegt.

Also ich kriege das momentan nicht unter einen Hut.


Wieso das? Es läuft doch wirklich alles exakt so, wie es schon seit Monaten zu erwarten ist.
System bleibt. Trainer bleibt. Spielweise bleibt. Kaderbaustellen bleiben.
War eigentlich 100% zu erwarten. Wo solls auch herkommen?
Book mag ein guter Sportdirektor sein, das drückt sich dann in den Verhandlungen aus. Er ist aber kein Sportvorstand oder Sport-GF und hat deshalb begrenzten Spielraum und wenn es um den Trainer oder die grundsätzliche Ausrichtung geht macht ein Ole Book da exakt gar nichts. Aber auch das war seit seiner Verpflichtung klar.
Bei mir gibt's deswegen auch trotz spannender Talente und Neuzugängen nix in Richtung Euphorie oder sowas. Nicht solange Kovac (und Ricken) hier das Ruder in der Hand haben.
BVB - Taktik-Thread |#982
02.08.2026 - 20:48 Uhr
Zitat von bvb_rockzz
Zitat von linksaussen09

Zitat von Killertut

Laut BILD gibt es ein Update:

Kovac hat sich entschieden, dass die kommende Saison 3er Kette gespielt wird. 4er Kette soll nicht passieren.

Folgende Spieler wurden als Stammspieler definiert:
Kobel
Svensson
Bensebaini (wohl bis Schlotterbeck Rückkehr)
Anton
Gadou
Ryerson
Bellingham
Nmecha
Guirassy

Das sind 9/11 Spielern. Die anderen Spieler dürfen um die verbliebenen OM Positionen kämpfen. Karetsas bekommt wohl erstmal keine Starter-Garantie. Chukwuemeka, Silva, Beyer, Sabitzer werden also wohl vornehmlich Rotationsspieler sein.

Die Jugendspieler sind Kaderalternativen, sollen in der Jugend weiter aufgebaut werden (das soll wohl für alle gelten, also Prates, Lerma, Inacio, Reggiani, Yamamoto, Albert und Mane) oder verliehen werden.
Von den anderen Spielern aus den U-Mannschaften hat sich niemand genug aufgedrengt, als dass dieser nicht weiter in den U-Mannschaften spielen wird (z.B. Duarte, Ritter, Azhil etc.).

Im Großen und Ganzen laut BILD also "Same Procedure as every Year, James!" 😅


In dem Artikel ist ja keine Primärquelle, kein Zitat von Kovac aus irgendeinem Interview zu finden - es heißt nur "nach Bild-Informationen" und danach folgen dann die von dir refeierten Thesen.

Auch wenn ich diesem Blatt zutiefst misstraue, bleibt nach der bisherigen Vorbereitung doch ein Unbehagen, das dieser Artikel bei mir schon triggert (was vermutlich von der Bild beim Fan so gewollt ist).

Wir holen mit Kaua Prates und Gadou zwei Leute, die den Aufstellungen und Heatmaps zufolge mit der Viererkette "sozialisiert" worden sind (einer im RB-4-4-2-Kosmos). Dazu noch Karetsas, dessen Position hier zwar gleichanteilig als OM und RA angegeben wird, dessen Heatmap der letzten Saison bei Sofascore aber eine viel, viel größere Rechtslastigkeit als bei Brandt vermuten lässt. El Mala als Linksaußen ist in der Gerüchteküche, wo kurzzeitig ebenfalls von Elias Baum als RV die Rede war.

Book scheint meines Erachtens auf ein 4-2-3-1 oder 4-3-3 abzustellen und dann kommen jetzt diese Testspiele und die Verrenkungen mit dem rechtsfüßigen vertikalen Abschlussspieler Beier auf der linken Schiene und (angeblich) jetzt Kovacs Bekenntnis zur Dreierkette. Zum defensiven Mittelfeld hört man nichts, Guirassy ist (angeblich) auch im Sturmzentrum gesetzt.

Da kann man sich schon fragen, was das alles so soll. Ich kann auch nicht in die Zukunft schauen, aber es würde mich nicht wundern, wenn eher früher als später zwischen Book (tendeziell Viererkette, junge Spieler mit Potential) und Kovac (tendenziell Dreierkette, Physis, Erfahrung) der eine oder andere Funken fliegt.

Also ich kriege das momentan nicht unter einen Hut.


Wieso das? Es läuft doch wirklich alles exakt so, wie es schon seit Monaten zu erwarten ist.
System bleibt. Trainer bleibt. Spielweise bleibt. Kaderbaustellen bleiben.
War eigentlich 100% zu erwarten. Wo solls auch herkommen?
Book mag ein guter Sportdirektor sein, das drückt sich dann in den Verhandlungen aus. Er ist aber kein Sportvorstand oder Sport-GF und hat deshalb begrenzten Spielraum und wenn es um den Trainer oder die grundsätzliche Ausrichtung geht macht ein Ole Book da exakt gar nichts. Aber auch das war seit seiner Verpflichtung klar.
Bei mir gibt's deswegen auch trotz spannender Talente und Neuzugängen nix in Richtung Euphorie oder sowas. Nicht solange Kovac (und Ricken) hier das Ruder in der Hand haben.


Die Bild schreibt irgendwas mit dem Ziel Aufregung zu erzeugen und schafft das scheinbar ernsthaft mit so einem Artikel, der dazu noch hier falsch zusammengefasst wird.

Es steht in dem Artikel nicht, dass Svensson Stammspieler ist, sondern dass Svensson und Beier um diesen Stammplatz kämpfen. Also nur 8 von 11 sind vergeben, nicht wie behauptet 9.

Zudem schreibt der User killertut dann noch, das Inacio nur eine Kaderalternative ist, obwohl die Bild selbst schreibt, dass er gute Chancen auf die Startelf hat.

Auf einen tendenziösen und ohne Quelle versehenen Artikel, folgt also eine (bewusst?) falsche Darstellung eines Users zum Artikel uns hier wird schon wieder am Rad gedreht und die alte Leier beginnt.

Mir nimmt der Artikel 0 Euphorie für die neue Saison. Ich freue mich - wie jedes Jahr - auf den BVB.

•     •     •

Fortune favours the brave.
BVB - Taktik-Thread |#983
02.08.2026 - 21:34 Uhr
Zitat von linksaussen09
Zitat von Killertut

Laut BILD gibt es ein Update:

Kovac hat sich entschieden, dass die kommende Saison 3er Kette gespielt wird. 4er Kette soll nicht passieren.

Folgende Spieler wurden als Stammspieler definiert:
Kobel
Svensson
Bensebaini (wohl bis Schlotterbeck Rückkehr)
Anton
Gadou
Ryerson
Bellingham
Nmecha
Guirassy

Das sind 9/11 Spielern. Die anderen Spieler dürfen um die verbliebenen OM Positionen kämpfen. Karetsas bekommt wohl erstmal keine Starter-Garantie. Chukwuemeka, Silva, Beyer, Sabitzer werden also wohl vornehmlich Rotationsspieler sein.

Die Jugendspieler sind Kaderalternativen, sollen in der Jugend weiter aufgebaut werden (das soll wohl für alle gelten, also Prates, Lerma, Inacio, Reggiani, Yamamoto, Albert und Mane) oder verliehen werden.
Von den anderen Spielern aus den U-Mannschaften hat sich niemand genug aufgedrengt, als dass dieser nicht weiter in den U-Mannschaften spielen wird (z.B. Duarte, Ritter, Azhil etc.).

Im Großen und Ganzen laut BILD also "Same Procedure as every Year, James!" 😅


In dem Artikel ist ja keine Primärquelle, kein Zitat von Kovac aus irgendeinem Interview zu finden - es heißt nur "nach Bild-Informationen" und danach folgen dann die von dir refeierten Thesen.

Auch wenn ich diesem Blatt zutiefst misstraue, bleibt nach der bisherigen Vorbereitung doch ein Unbehagen, das dieser Artikel bei mir schon triggert (was vermutlich von der Bild beim Fan so gewollt ist).

Wir holen mit Kaua Prates und Gadou zwei Leute, die den Aufstellungen und Heatmaps zufolge mit der Viererkette "sozialisiert" worden sind (einer im RB-4-4-2-Kosmos). Dazu noch Karetsas, dessen Position hier zwar gleichanteilig als OM und RA angegeben wird, dessen Heatmap der letzten Saison bei Sofascore aber eine viel, viel größere Rechtslastigkeit als bei Brandt vermuten lässt. El Mala als Linksaußen ist in der Gerüchteküche, wo kurzzeitig ebenfalls von Elias Baum als RV die Rede war.

Book scheint meines Erachtens auf ein 4-2-3-1 oder 4-3-3 abzustellen und dann kommen jetzt diese Testspiele und die Verrenkungen mit dem rechtsfüßigen vertikalen Abschlussspieler Beier auf der linken Schiene und (angeblich) jetzt Kovacs Bekenntnis zur Dreierkette. Zum defensiven Mittelfeld hört man nichts, Guirassy ist (angeblich) auch im Sturmzentrum gesetzt.

Da kann man sich schon fragen, was das alles so soll. Ich kann auch nicht in die Zukunft schauen, aber es würde mich nicht wundern, wenn eher früher als später zwischen Book (tendeziell Viererkette, junge Spieler mit Potential) und Kovac (tendenziell Dreierkette, Physis, Erfahrung) der eine oder andere Funken fliegt.

Also ich kriege das momentan nicht unter einen Hut.


Ich bin 100% bei dir. Kann auch berichten, dass schon Funken geflogen sind, wie mir berichtet wurde. Kovac und Book matchen nicht besonders und es würde mich sehr überraschen, wenn der Vertrag verlängert werden sollte.

Es gibt derzeit keinen Anlass wirklich zu glauben, es würde zur neuen Saison fußballerisch besser. Keinen.

Und Kovacs System funktioniert eben mit erfahrenen Profis besser und stabiler. Wir können nur hoffen, dass
die Ergebnisse weiter stimmen und kein Zoff an die Öffentlichkeit dringt. Dann kann man in Ruhe den Trainer für 2027 fixieren und alle wahren das Gesicht.

Und das sage ich, der sehr lange pro Kovac war und seine Art mag.
BVB - Taktik-Thread |#984
04.08.2026 - 13:25 Uhr
Ich kann mir vorstellen, dass es mit El Mala realtaktisch in etwa so aussehen könnte. Auf dem Papier wäre das das gewohnte 3-4-2-1 mit Svensson und Beier (Ryerson) als Wingbacks. Je nach taktischer Ausrichtung des RIV könnte das aber auch eher Richtung 4-2-3-1 gehen, mit Svensson und Gadou als AV. So ähnlich wie Deutschland bei der WM.

Meiner Meinung nach ist Svensson zu offensivschwach als Breitengeber auf der Schiene und ich bin kein großer Fan von doppelter Flügelbesetzung im Spielaufbau. Daher kann es sinnvoll sein, dass er sich öfters im Aufbau zentraler positioniert, gerade auch, um den Passweg von Schlotterbeck auf den LA zu öffnen. Ob und wann Svensson eine breite Position einnimmt, hängt dann stark von der Positionierung seines Vordermanns ab. Seine wichtigste Aufgabe wäre aber die defensive Absicherung von El Malas risikoaffinem Spiel.

Karetsas sollte möglichst zentral agieren, um bspw dem einrückenden LA Doppelpass Optionen anzubieten etc. Daher wäre der rechte Wingback eher klassisch für die Breite zuständig. Je mehr RV dann im RIV steckt, desto mehr Freiheiten, auch mal in die Mitte zu ziehen, hätte der Rechtsaußen entsprechend. Bei Beier als offensivem Winger sollte man nicht Spieler wie Olise oder Yamal als Vergleich nehmen, sondern vom Spielstil an den jungen Thomas Müller denken, finde ich.

Für Nmecha wünsche ich mir eine Rolle
wie bei der WM, offensiver Fokus auf den rechten Halbraum. Ich denke, man sollte davon wegkommen, die meisten Vorlagen von der rechten Eckfahne bringen zu wollen. Daher fände ich es gut, wenn man vermehrt versucht, näher zum Tor an die Grundlinie zu kommen. Eine enger definierte, offensivere Rolle von Nmecha könnte auch besser von Chuk oder perspektivisch Lerma ausgefüllt werden. Das bedeutet allerdings auch eine entsprechend defensivere Ausrichtung von Bellingham.

Alles in allem sehe ich am meisten Verbesserungspotenzial im bestehenden System, wenn man den Fokus weg von der Eckfahne in die Halbräume verlegt. Keine taktische Revolution, sondern eine Weiterentwicklung. Dabei sehe ich es als hilfreich an, wenn gerade die Wingbacks und zentralen Mittelfeldspieler nicht von defensiv bis offensiv das gesamte Spektrum abbilden müssen. Meine Aufstellung soll daher nicht als Grundformation verstanden werden, sondern soll zeigen, wie ich mir eine klarere Aufgabenverteilung vorstelle. Zumindest würde ich so weniger Überforderung bei einzelnen Spielern erwarten, als es bislang öfters der Fall war.
BVB - Taktik-Thread |#985
10.08.2026 - 15:24 Uhr
Zitat von djhaax

Hast du das Testspiel gegen Arsenal gesehen? Ich hatte den Eindruck, dass wir respektive Kovac bereit sind, mehr Risiko zuzulassen. In meinen Augen war die Startaufstellung sogar so etwas wie eine verkappte Viererkette, die nämlich auch so hätte aussehen können:

____________Meyer_______________
Svensson____Gadou_____Mane_____Bense
______Nmecha_____Bellingham_______
____________Karetsas_______________
__Inacio______Silva_____Beier_____



Das ist sicher nicht ganz so weit weg, wobei wir es so nicht gespielt haben, sondern sehr diszipliniert in der 3er Kette blieben. Einzig Svensson hat desöfteren die Breite aufgelöst, wodurch dann Karetsas auch nicht auf die 10 schob, sondern nach außen. Beier blieb eigentlich meist sehr breit und wechselte kaum mal mit Inacio, falls überhaupt. Defensiv war es für mich sogar komplett diszipliniert in der 3er Kette, außer vielleicht nach Standards, wobei es immer wieder Zuordnungsprobleme gab, weil Arsenal - vor allem mit Havertz und Ödegaard, aber nicht nur - gezielt Räume überladen hat, um bei uns Spieler aus der Kette zu ziehen, die die einzigen freien Spieler stellte. Dadurch wurde die Kette dann mehrfach manipuliert und war ständig im Konflikt zwischen Kette auflösen oder nicht.

Dafür gab es schon früh im Spiel Beispiele, die vor allem Bensebaini trafen:

https://youtu.be/JgiVCxPjGdQ?t=338 (Ödegaard)
https://youtu.be/JgiVCxPjGdQ?t=441 (Havertz)
https://youtu.be/JgiVCxPjGdQ?t=689 (Ödegaard)
https://youtu.be/JgiVCxPjGdQ?t=870 (Ödegaard)
https://youtu.be/JgiVCxPjGdQ?t=1437 (Ödegaard --> ganz übele Szene für meinen Geschmack)

Dadurch waren wir realtaktisch sicher desöfteren mal in einer 4er Kette drin, aber nicht weil wir wollten, sondern mussten. Es fehlten eben vor der Kette doch wieder Leute, um das aufzunehmen, die daher oft nur aus der Kette direkt oder über Verschiebungen indirekt kommen konnten. Somit gingen dann arg häufig Räume in die Tiefe auf, wobei ich das Ganze zumindest aus defensiver Sicht nicht als geplant mehr Risiko empfinde, sondern im Gegenteil. Die Mannschaft war hier in vielen Situationen zu tief gestaffelt, um vorne so zuzustellen. Da müsste man schon aggressiver ins kollektive Pressing, womit aber die Kette erst recht den Gegner rausschieben müsste. Dazu hatte man vor allem zur Seite hin, teilweise auch nur im Halbraum, oft zu wenig Personal. Mit nur 2 Mann im Zentrum ist es dann eben auch sehr schwer so viel Raum in der Breite abzudecken.

Das kennen wir aber schon gut aus der letzten Saison. Vor allem die tiefen Positionen der Schienen gegen den Ball, um die AIV abzusichern, sind bekannt. Dadurch haben sie es dann oft ebenfalls schwer wieder ihre eigentlichen Gegenspieler aufzunehmen. Mehr noch bei gegnerischer 4er Kette als 3er Kette. Schließlich müssen sie dabei aus der tiefen Position häufig wieder weit vorschieben und lösen damit dann die realtaktische 5er Kette oft auf ihrer Seite auf, machen sie somit zur 4er Kette. Teils wird der Raum dann sogar genutzt, um den AIV dann auch noch rauszuziehen, wodurch der ZIV der 5er Kette zum LIV einer neuen 3er Kette wird. Alles, wie gehabt.

Vor allem diese Szene hier würde ich aber gerne nochmal gesondert durchgehen:

https://youtu.be/JgiVCxPjGdQ?t=1172

Trotzdem Mane an anderer Stelle vielfach ein sehr gutes Timing bewies, war er hier auf letzter Rille und es gibt schnell eine kritische Situation mit VAR und Platzverweis, der das Spiel früh kippen lassen kann. Das soll dabei aber gar kein Vorwurf an Mane sein, sondern daran, wie diese Situationen entstehen. Für mich entsteht das Risiko dafür jedenfalls nicht aus dem Risiko heraus, dass man mehr Risiken gegen den Ball eingeht. Im Gegenteil, man ist wieder im tiefen Block, verteidigt es im 5-4-1, ohne Zugriff auf den Arsenal Aufbau. Ödegaard wird wieder nicht klar markiert, weil das Bellingham auch noch Havertz gegen sich hat und White wieder abkippt, um Nmecha zu binden - sowie (weniger interessant für das Folgende) Calafiori wieder auf seine Position zu lassen. Bellingham muss sich daher 2x zwischen seinen Gegenspielern entscheiden, wird durch den ersten Pass auf Havertz meines Erachtens sogar klar festgelegt, aber er begibt sich gleich wieder in dieselbe schwierige Situation, wodurch wieder keiner gegen Ödegaard auffüllt. Das hätte eben Bensebaini sein müssen, nachdem er White loswurde und außen ausnahmsweise sogar gedoppelt wurde, wodurch er Dowman an Beier hätte übergeben müssen - beides zu langsam. Dadurch kommt dann der Nächste in die Zwickmühle: diesmal Mane, der an Gyökeres nicht dran bleiben kann, ohne die Tiefe gegen Ödegaard komplett zu öffnen, weil Bensebaini eben nicht da ist. Extrem schwer zu verteidigen als letzter Mann daher und an sich sogar weitestgehend relativ gut gelöst, aber auch mit viel Risiko, das in einem normalen Spiel trotzdem komplett schief geht. In dem Fall ist es also Arsenal, die uns mit ihrer Beweglichkeit und den Positionsrochaden unter Druck gesetzt haben, während wir fix in der Formation blieben und dadurch dann letztendlich Probleme bekamen. Das Risiko entsteht dann vor allem durch zu langsame Übergaben.


Ich fand die Übergänge fließend und insbesondere Silva, Karetsas und Inacio waren vorne schwer auszurechnen, weil überall involviert. Dazu noch Svensson und Beier die auch über die Flügel geschoben haben. Für mich ist das in der Offensive eine Startaufstellung, die nicht unrealistisch scheint. Die Variabilität finde ich sehr nett und in meinen Augen hatte das Spiel auch ordentlich Breite bekommen, weil wir mit Silva, Inacio und Karetsas 3 Mann in der Offensive haben, die mit dem Ball technisch etwas anfangen können und weil Beier und Svensson auch sehr offensiv unterwegs gewesen sind. Insbesondere Silva hat sich da meiner Meinung nach wieder mehr als Ballverteiler denn als Vollstrcker präsentiert. Vor dem 1:0 spielt er den Pass auf Nmecha und beim 3:1 macht er den Ball wieder scharf und spielt auf Gadou. Nach dem Spiel blicke ich hoffnugsvoll auf den Saisonstart.


Ich fand auch, dass wir an vielen Stellen deutlich flüssiger spielten und vor allem auch gute individuelle Ideen hatten, aber ich würde das weniger am kollektiven Spielansatz festmachen. Nehmen wir dafür bspw. mal das 1:0 her:

https://youtu.be/JgiVCxPjGdQ?t=624

Nmecha läuft sich beim Einwurf gut frei, Ödegaard pennt aber auch komplett, da er zu spät erkennt, dass Havertz auf Bellinghams Köder reinfällt - ginge der Ball dort hin, wäre es ein klassischer Pressingtrigger, aber genau deswegen war absehbar, dass er nicht dorthin geht - und der Raum dadurch frei wird. Silva macht dann den Ball gut fest, Karetsas macht den richtigen Lauf, wodurch Silva aber genau das macht, was du von Guirassy einfach nie bekommen wirst in dieser Situation: er dreht zur Mitte hin auf, weil der IV ihn nicht klar stellen kann, sondern auch Karetsas Lauf aufnehmen muss - dessen Gegenspieler auf den freien Nmecha überragiert, wie ich es oben für uns defensiv eben auch geschildert habe - und dann ist Nmecha schon gut nachgerückt und bekommt den Ball. Dann passiert auch ein eher untypischer, aber eben wichtiger und richtiger, Tiefenlauf von Inacio und das Tor fällt, weil man in den perfekten Raum kommt - der auch zeigt, dass Tiefenläufe auch auf kurze Distanzen oft unterschätzt werden. Man kann hier sicher sagen, dass der Einwurf einstudiert ist. Da bin ich mir eigentlich ziemlich sicher, dass das vom Trainerteam ausgeht. Der Eingangspass auf Silva wird ebenfalls sehr häufig so gespielt. Wie das dann aber aufgelöst wird, ist in meinen Augen individuelle Ebene.

Wo wir sicher gezielter Risiko gesucht haben, war im Aufbau. Nehmen wir mal auch diese Szene früh im Spiel:

https://youtu.be/JgiVCxPjGdQ?t=836

Der Ball auf Nmecha ist noch nicht ganz so selten. Der Ball zurück, um in Ruhe weiter aufzubauen, wäre mit Kobel eher schon seltener, aber auch das sollte man noch nicht überbewerten. Auch den folgenden Pass von Mane - trotz Unsauberkeiten finde ich, dass er im Aufbau auch einiges Licht dabei hat und vielleicht unterschätzt wird - sehen wir häufiger auf Guirassy. Die Vororientierung von Silva und wie aktiv er sich vom Mann absetzt und das Spiel in Bewegung hält, ist aber schlicht besser als wir es meistens von Guirassy sehen und vor allem legt er direkt auf Nmecha ab. Direktspiel mag Guirassy schließlich auch nicht so, wobei der kritischere Part hier vor allem war, wie Arsenal Nmecha offen lässt, weil sein Mann auf Meyer durchschiebt, durch den Aufbau über den Torwart. Nmecha ist in vielen Spielen nicht so frei, weil entweder keine Situation entsteht, um so über den Torwart aufzubauen oder die Gegner konsequent nicht so durchschieben. Die Frage ist daher dann zwangsläufig, inwiefern wir das dauerhaft kontrollieren können? Also auch mit Kobel und Guirassy? Was bedingt schließlich für diese Risiken, dass sie weniger Risiko sind und daher eingegangen werden können?

Inacio und Karetsas waren für mich dahingehend zudem nicht so entscheidend, trotzdem auch von denen ähnliche Läufe kamen, wie von Silva und man bei Bällen ins Zentrum sicher mehr Direktspiel sah als gewohnt. Oftmals würde ich dann auch behaupten, dass gerade bei diesen Situationen, wenn der Ball ins Zentrum ging und mit dem Gegner im Rücken direkt gespielt wurde, der Direktpass oftmals eher die risikoaverse Aktion war, weil der Ball im Zweifel weiter vorne verloren worden wäre und man somit weiterhin eine hohe Mannstärke hinter dem Ball behält. Das ist an sich also auch kein neues Spielprinzip. Ich würde daher abwarten, inwiefern das tatsächlich von außen taktisch implementiert wurde und inwiefern Gegnerdruck und eigenständige Entscheidungen dazu führten. Wird das so laufen gelassen, wissen wir mehr. Wenn nicht, erst recht.

Ansonsten sahen wir am Ball denke ich wieder zumeist die bekannten Mechanismen des Kovac Fussball. Ball lang, im Idealfall um direkt tief in die gegnerische Hälfte zu kommen oder über außen nach vorne treiben, um zu flanken. Werden die Schienen tief im Aufbau gestellt, sollen sie hoch aufrücken, um der IV dafür mehr Platz zu verschaffen - ist auch auf beiden Seiten passiert. Vielleicht ist dadurch das Nachrückverhalten besser gewesen als in vielen Spielen, in jedem Fall aber die Häufigkeit höher, dass wir durch das Zentrum aufbauen müssen. Daher würde ich generell vieles, was bei uns nach mehr Risiko aussah, auch ein gutes Stück bei Arsenal verorten. Denn die Flexibilität in der Positionsbesetzung und vor allem die Risiken durch das Anlaufverhalten treffen ein Vielfaches eher auf Arsenal zu. Ich glaube wir haben da oft genug auch eher darauf reagiert als es selbst zu provozieren. Daraus haben wir viel gemacht, was gut aussah, sobald Arsenal nur etwas unsauber wurde. Nicht umsonst waren die Tore recht typisch für uns unter Kovac. Bei einem Einwurf wacher, ein Konter und ein Standardtor. Umgekehrt hat Arsenal und defensiv einige Male auf der letzten Rille erwischt, was in einem Testspiel in Ordnung ist, in der Bundesliga aber so nicht vorkommen darf, weil es dort normalerweise auch nicht bestraft wird, wie in einen Testspiel.

Im Vergleich zu den restlichen Tests war das daher spielerisch sicher ein Schritt in die richtige Richtung, vor allem auch personell bedingt. Wie viel das wert ist, bleibt aber abzuwarten. Hier bspw. "Entwicklung" zu rufen, käme mir zu früh. Dafür ist Arsenal ein zu untypischer Gegner für uns. Zumindest im Vergleich zur Bundesliga und in der CL hatten wir letzte Saison eben auch schon einige sehr wilde Spiele, die gar nichts mit der Liga zu tun hatten.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von BVBBC am 10.08.2026 um 15:26 Uhr bearbeitet
BVB - Taktik-Thread |#986
10.08.2026 - 22:36 Uhr
Zitat von BVBBC
Zitat von djhaax

Hast du das Testspiel gegen Arsenal gesehen? Ich hatte den Eindruck, dass wir respektive Kovac bereit sind, mehr Risiko zuzulassen. In meinen Augen war die Startaufstellung sogar so etwas wie eine verkappte Viererkette, die nämlich auch so hätte aussehen können:

____________Meyer_______________
Svensson____Gadou_____Mane_____Bense
______Nmecha_____Bellingham_______
____________Karetsas_______________
__Inacio______Silva_____Beier_____



Das ist sicher nicht ganz so weit weg, wobei wir es so nicht gespielt haben, sondern sehr diszipliniert in der 3er Kette blieben. Einzig Svensson hat desöfteren die Breite aufgelöst, wodurch dann Karetsas auch nicht auf die 10 schob, sondern nach außen. Beier blieb eigentlich meist sehr breit und wechselte kaum mal mit Inacio, falls überhaupt. Defensiv war es für mich sogar komplett diszipliniert in der 3er Kette, außer vielleicht nach Standards, wobei es immer wieder Zuordnungsprobleme gab, weil Arsenal - vor allem mit Havertz und Ödegaard, aber nicht nur - gezielt Räume überladen hat, um bei uns Spieler aus der Kette zu ziehen, die die einzigen freien Spieler stellte. Dadurch wurde die Kette dann mehrfach manipuliert und war ständig im Konflikt zwischen Kette auflösen oder nicht.

Dafür gab es schon früh im Spiel Beispiele, die vor allem Bensebaini trafen:

https://youtu.be/JgiVCxPjGdQ?t=338 (Ödegaard)
https://youtu.be/JgiVCxPjGdQ?t=441 (Havertz)
https://youtu.be/JgiVCxPjGdQ?t=689 (Ödegaard)
https://youtu.be/JgiVCxPjGdQ?t=870 (Ödegaard)
https://youtu.be/JgiVCxPjGdQ?t=1437 (Ödegaard --> ganz übele Szene für meinen Geschmack)

Dadurch waren wir realtaktisch sicher desöfteren mal in einer 4er Kette drin, aber nicht weil wir wollten, sondern mussten. Es fehlten eben vor der Kette doch wieder Leute, um das aufzunehmen, die daher oft nur aus der Kette direkt oder über Verschiebungen indirekt kommen konnten. Somit gingen dann arg häufig Räume in die Tiefe auf, wobei ich das Ganze zumindest aus defensiver Sicht nicht als geplant mehr Risiko empfinde, sondern im Gegenteil. Die Mannschaft war hier in vielen Situationen zu tief gestaffelt, um vorne so zuzustellen. Da müsste man schon aggressiver ins kollektive Pressing, womit aber die Kette erst recht den Gegner rausschieben müsste. Dazu hatte man vor allem zur Seite hin, teilweise auch nur im Halbraum, oft zu wenig Personal. Mit nur 2 Mann im Zentrum ist es dann eben auch sehr schwer so viel Raum in der Breite abzudecken.

Das kennen wir aber schon gut aus der letzten Saison. Vor allem die tiefen Positionen der Schienen gegen den Ball, um die AIV abzusichern, sind bekannt. Dadurch haben sie es dann oft ebenfalls schwer wieder ihre eigentlichen Gegenspieler aufzunehmen. Mehr noch bei gegnerischer 4er Kette als 3er Kette. Schließlich müssen sie dabei aus der tiefen Position häufig wieder weit vorschieben und lösen damit dann die realtaktische 5er Kette oft auf ihrer Seite auf, machen sie somit zur 4er Kette. Teils wird der Raum dann sogar genutzt, um den AIV dann auch noch rauszuziehen, wodurch der ZIV der 5er Kette zum LIV einer neuen 3er Kette wird. Alles, wie gehabt.


Ich sehe das Problem.
Die Defensive Ordnung ist ja das Steckenpferd schlechthin von Kovac. Ich sehe auch, dass es ab und an gebrannt hat und knapp geworden ist. Wir reden hier aber auch von Arsenal London, die mit einer Mannschaft aufgelaufen sind, die man in den meisten Fällen als A-Elf bezeichnen könnte, auch wenn natürlich die meisten WM Fahrer noch fehlten.
Angesichts dessen hat unsere Abwehr, die in er Konstellation wohl vorerst nicht mehr spielen wird, das ordentlich gemacht.
Underdog Fußball, aber auch gegen eine Mannschaft, gegen die man der Underdog gewesen ist.

Zitat von BVBBC

Vor allem diese Szene hier würde ich aber gerne nochmal gesondert durchgehen:

https://youtu.be/JgiVCxPjGdQ?t=1172

Trotzdem Mane an anderer Stelle vielfach ein sehr gutes Timing bewies, war er hier auf letzter Rille und es gibt schnell eine kritische Situation mit VAR und Platzverweis, der das Spiel früh kippen lassen kann. Das soll dabei aber gar kein Vorwurf an Mane sein, sondern daran, wie diese Situationen entstehen. Für mich entsteht das Risiko dafür jedenfalls nicht aus dem Risiko heraus, dass man mehr Risiken gegen den Ball eingeht. Im Gegenteil, man ist wieder im tiefen Block, verteidigt es im 5-4-1, ohne Zugriff auf den Arsenal Aufbau. Ödegaard wird wieder nicht klar markiert, weil das Bellingham auch noch Havertz gegen sich hat und White wieder abkippt, um Nmecha zu binden - sowie (weniger interessant für das Folgende) Calafiori wieder auf seine Position zu lassen. Bellingham muss sich daher 2x zwischen seinen Gegenspielern entscheiden, wird durch den ersten Pass auf Havertz meines Erachtens sogar klar festgelegt, aber er begibt sich gleich wieder in dieselbe schwierige Situation, wodurch wieder keiner gegen Ödegaard auffüllt. Das hätte eben Bensebaini sein müssen, nachdem er White loswurde und außen ausnahmsweise sogar gedoppelt wurde, wodurch er Dowman an Beier hätte übergeben müssen - beides zu langsam. Dadurch kommt dann der Nächste in die Zwickmühle: diesmal Mane, der an Gyökeres nicht dran bleiben kann, ohne die Tiefe gegen Ödegaard komplett zu öffnen, weil Bensebaini eben nicht da ist. Extrem schwer zu verteidigen als letzter Mann daher und an sich sogar weitestgehend relativ gut gelöst, aber auch mit viel Risiko, das in einem normalen Spiel trotzdem komplett schief geht. In dem Fall ist es also Arsenal, die uns mit ihrer Beweglichkeit und den Positionsrochaden unter Druck gesetzt haben, während wir fix in der Formation blieben und dadurch dann letztendlich Probleme bekamen. Das Risiko entsteht dann vor allem durch zu langsame Übergaben.


Sehe ich auch so. Möchte nur die doch höhere Qualität der Londoner noch anmerken.


Zitat von BVBBC

Zitat von djhaax

Ich fand die Übergänge fließend und insbesondere Silva, Karetsas und Inacio waren vorne schwer auszurechnen, weil überall involviert. Dazu noch Svensson und Beier die auch über die Flügel geschoben haben. Für mich ist das in der Offensive eine Startaufstellung, die nicht unrealistisch scheint. Die Variabilität finde ich sehr nett und in meinen Augen hatte das Spiel auch ordentlich Breite bekommen, weil wir mit Silva, Inacio und Karetsas 3 Mann in der Offensive haben, die mit dem Ball technisch etwas anfangen können und weil Beier und Svensson auch sehr offensiv unterwegs gewesen sind. Insbesondere Silva hat sich da meiner Meinung nach wieder mehr als Ballverteiler denn als Vollstrcker präsentiert. Vor dem 1:0 spielt er den Pass auf Nmecha und beim 3:1 macht er den Ball wieder scharf und spielt auf Gadou. Nach dem Spiel blicke ich hoffnugsvoll auf den Saisonstart.


Ich fand auch, dass wir an vielen Stellen deutlich flüssiger spielten und vor allem auch gute individuelle Ideen hatten, aber ich würde das weniger am kollektiven Spielansatz festmachen. Nehmen wir dafür bspw. mal das 1:0 her:

https://youtu.be/JgiVCxPjGdQ?t=624

Nmecha läuft sich beim Einwurf gut frei, Ödegaard pennt aber auch komplett, da er zu spät erkennt, dass Havertz auf Bellinghams Köder reinfällt - ginge der Ball dort hin, wäre es ein klassischer Pressingtrigger, aber genau deswegen war absehbar, dass er nicht dorthin geht - und der Raum dadurch frei wird. Silva macht dann den Ball gut fest, Karetsas macht den richtigen Lauf, wodurch Silva aber genau das macht, was du von Guirassy einfach nie bekommen wirst in dieser Situation: er dreht zur Mitte hin auf, weil der IV ihn nicht klar stellen kann, sondern auch Karetsas Lauf aufnehmen muss - dessen Gegenspieler auf den freien Nmecha überragiert, wie ich es oben für uns defensiv eben auch geschildert habe - und dann ist Nmecha schon gut nachgerückt und bekommt den Ball. Dann passiert auch ein eher untypischer, aber eben wichtiger und richtiger, Tiefenlauf von Inacio und das Tor fällt, weil man in den perfekten Raum kommt - der auch zeigt, dass Tiefenläufe auch auf kurze Distanzen oft unterschätzt werden. Man kann hier sicher sagen, dass der Einwurf einstudiert ist. Da bin ich mir eigentlich ziemlich sicher, dass das vom Trainerteam ausgeht. Der Eingangspass auf Silva wird ebenfalls sehr häufig so gespielt. Wie das dann aber aufgelöst wird, ist in meinen Augen individuelle Ebene.

Wo wir sicher gezielter Risiko gesucht haben, war im Aufbau. Nehmen wir mal auch diese Szene früh im Spiel:

https://youtu.be/JgiVCxPjGdQ?t=836

Der Ball auf Nmecha ist noch nicht ganz so selten. Der Ball zurück, um in Ruhe weiter aufzubauen, wäre mit Kobel eher schon seltener, aber auch das sollte man noch nicht überbewerten. Auch den folgenden Pass von Mane - trotz Unsauberkeiten finde ich, dass er im Aufbau auch einiges Licht dabei hat und vielleicht unterschätzt wird - sehen wir häufiger auf Guirassy. Die Vororientierung von Silva und wie aktiv er sich vom Mann absetzt und das Spiel in Bewegung hält, ist aber schlicht besser als wir es meistens von Guirassy sehen und vor allem legt er direkt auf Nmecha ab. Direktspiel mag Guirassy schließlich auch nicht so, wobei der kritischere Part hier vor allem war, wie Arsenal Nmecha offen lässt, weil sein Mann auf Meyer durchschiebt, durch den Aufbau über den Torwart. Nmecha ist in vielen Spielen nicht so frei, weil entweder keine Situation entsteht, um so über den Torwart aufzubauen oder die Gegner konsequent nicht so durchschieben. Die Frage ist daher dann zwangsläufig, inwiefern wir das dauerhaft kontrollieren können? Also auch mit Kobel und Guirassy? Was bedingt schließlich für diese Risiken, dass sie weniger Risiko sind und daher eingegangen werden können?


Ich glaube mit Guirassy wird das nichts und es hatte seinen Grund, dass Kovac mit Silva gestartet ist. Ein Abgang von Guirassy scheint in meinen Augen nicht realistisch und seine Torquote trotz überschaubarer Leistung bewahrt ihn vor einem dauerhaften Bankplatz. Aber ich denke und hoffe auch, dass die Offensivformation, die wir gestern gesehen haben, das Modell für die Zukunft ist. Man erwartet insbesondere von Silva jetzt einen Sprung, der meines Erachtens jetzt tatsächlich passieren könnte. Passiert es nicht, sehe ich da einen Winterwechsel und im Winter einen Ersatz aufschlagen, wenn nicht sogar dieses Transferfenster noch etwas passiert. Book scheint jedenfalls eine Idee zu haben, die er Kovac durch Transfers nahezu aufzwingt. Nämlich so, wie du es auch skizzierst.
Kurze Tiefenläufe und Steckpässe sind etwas, das ich für hochgefährlich für den Gegner halte und das ich schmerzlich vermisst habe. Chukwuemeka hatte dies vorletzte Saison auch bereits aufblitzen lassen. Inacio macht das ebenfalls sehr gut. Generell die Tatsache, dass wir jetzt mehrere Akteure haben, die den Ball technisch verwerten können und nicht auf viel Raum angewiesen sind.
Guirassy und Beier sind die letzten Verbliebenen, die da aus der Zeit gefallen scheinen (auch wenn Guirassy sich auf engem Raum durchzusetzen vermag), wobei man für Beier inzwischen eine neue Aufgabe gefunden zu haben scheint.
Das aktuell imminente Risiko kommt von dem zu geringen Tempo. Wie du es bei der Defensive beschreibst, kommt das Risiko von den zu langsamen Übergaben. Das Tempo wird verschleppt, die Pässe haben zu wenig Druck und werden dann vom sich bereits wieder ordnenden Gegner teils mühelos abgefangen. Das sind Dinge, die man trainieren kann. Es kommt dann darauf an, die Situationen, in denen ein temporeiches vertikales Spiel erforderlichund erfolgversprechend ist, zu erkennen und dann schnell auszuführen. Das aber ohne blind ins offene Messer zu laufen und durchaus mal wieder den sicheren Umweg hintenrum zu gehen. Meines Erachtens nach sind das die Aufgaben, die man Nmecha gibt und auch die, für die man Karetsas geholt hat.


Zitat von BVBBC

Inacio und Karetsas waren für mich dahingehend zudem nicht so entscheidend, trotzdem auch von denen ähnliche Läufe kamen, wie von Silva und man bei Bällen ins Zentrum sicher mehr Direktspiel sah als gewohnt. Oftmals würde ich dann auch behaupten, dass gerade bei diesen Situationen, wenn der Ball ins Zentrum ging und mit dem Gegner im Rücken direkt gespielt wurde, der Direktpass oftmals eher die risikoaverse Aktion war, weil der Ball im Zweifel weiter vorne verloren worden wäre und man somit weiterhin eine hohe Mannstärke hinter dem Ball behält. Das ist an sich also auch kein neues Spielprinzip. Ich würde daher abwarten, inwiefern das tatsächlich von außen taktisch implementiert wurde und inwiefern Gegnerdruck und eigenständige Entscheidungen dazu führten. Wird das so laufen gelassen, wissen wir mehr. Wenn nicht, erst recht.

Ansonsten sahen wir am Ball denke ich wieder zumeist die bekannten Mechanismen des Kovac Fussball. Ball lang, im Idealfall um direkt tief in die gegnerische Hälfte zu kommen oder über außen nach vorne treiben, um zu flanken. Werden die Schienen tief im Aufbau gestellt, sollen sie hoch aufrücken, um der IV dafür mehr Platz zu verschaffen - ist auch auf beiden Seiten passiert. Vielleicht ist dadurch das Nachrückverhalten besser gewesen als in vielen Spielen, in jedem Fall aber die Häufigkeit höher, dass wir durch das Zentrum aufbauen müssen. Daher würde ich generell vieles, was bei uns nach mehr Risiko aussah, auch ein gutes Stück bei Arsenal verorten. Denn die Flexibilität in der Positionsbesetzung und vor allem die Risiken durch das Anlaufverhalten treffen ein Vielfaches eher auf Arsenal zu. Ich glaube wir haben da oft genug auch eher darauf reagiert als es selbst zu provozieren. Daraus haben wir viel gemacht, was gut aussah, sobald Arsenal nur etwas unsauber wurde. Nicht umsonst waren die Tore recht typisch für uns unter Kovac. Bei einem Einwurf wacher, ein Konter und ein Standardtor. Umgekehrt hat Arsenal und defensiv einige Male auf der letzten Rille erwischt, was in einem Testspiel in Ordnung ist, in der Bundesliga aber so nicht vorkommen darf, weil es dort normalerweise auch nicht bestraft wird, wie in einen Testspiel.

Im Vergleich zu den restlichen Tests war das daher spielerisch sicher ein Schritt in die richtige Richtung, vor allem auch personell bedingt. Wie viel das wert ist, bleibt aber abzuwarten. Hier bspw. "Entwicklung" zu rufen, käme mir zu früh. Dafür ist Arsenal ein zu untypischer Gegner für uns. Zumindest im Vergleich zur Bundesliga und in der CL hatten wir letzte Saison eben auch schon einige sehr wilde Spiele, die gar nichts mit der Liga zu tun hatten.


Arsenal hat eben die Qualität, die es schwer macht, diesem Gegner sein Spiel aufzuzwingen. Daher ist es in meinen Augen logisch, dass vieles in unserem Spiel eine Konsequenz aus dem Verhalten des Gegners gewesen ist. Das bedeutet aber nicht, dass es da keinen Plan gäbe.
Ob sich hier jetzt tatsächlich die Entwicklung abzeichnet, die laut offiziellem Statement auch erfolgen soll, oder ob das nur ein Strohfeuer ist, werden wir dann sehen.
BVB - Taktik-Thread |#987
16.08.2026 - 08:34 Uhr
Inverse Schienenspieler sind die offensichtlichste taktische Neuerung und vielen ein Rätsel. Ich denke, dass der Hintergedanke dieser Maßnahme eine Risikominimierung im Spielaufbau ist.

Unsere Schienenspieler schieben in der Regel relativ hoch; die Zuspiele, die sie erhalten, kommen entsprechend deutlich eher von hinten als von vorne, da wir häufig über IV -> Schiene aufbauen. Ein Rechtsfuß an der rechten Auslinie wie Ryerson hat bei einem Ball von hinten einen sehr kleinen Passwinkel mit seinem starken Fuß, wenn er keine verrückten Dinge mit dem Außenrist veranstalten will. Der Winkel wird noch kleiner, je weiter außen der IV stand, von dem der Ball kam. Mit dem Rücken zum gegnerischen Verteidiger und unter Druck gesetzt vom von vorne anlaufenden gegnerischen Stürmer bleiben Ryerson z. B. dann fast nur noch schlechte Optionen, die entweder den schwachen Fuß involvieren oder den Außenrist, wobei Ryerson für die zweite Variante den Ball näher am Gegner spielen muss und kein Bein dazwischenstellen kann. Gleiches gilt auch für das Dribbling zur Mitte. Selbst das relativ sichere Prallenlassen nach hinten ist nicht optimal, weil bei gutem Anlaufen des gegnerischen Stürmers der Ball weiter noch außen zurückgespielt werden muss, was wiederum den IV unter Druck setzt.

Ein Linksfuß an der rechten Auslinie kann dagegen den Ball gut gegen den von hinten drückenden Gegner abschirmen und hat trotzdem den Ball auf seinem starken Fuß liegen. Er hat durch den Effet ein gutes Passfenster zum RIV, zum Torwart und in die Mitte. Er kann sogar einen Ball direkt auf den MS probieren, gerade in engen Situationen (haben wir auch schon gesehen in den Testspielen). Wenn er Richtung Mitte dribbeln will, um die Situation aufzulösen, kann er den Ball vor seinem direkten Gegenspieler abschirmen (das geht umgekehrt nicht, so hat Prates z. B. in Halbzeit 2 einen Ballverlust verursacht).

Insofern kann ich den Gedanken dahinter schon erkennen bzw. verstehen. Tatsächlich haben ja auch nicht wenige im Ticker geschrieben, dass unser Passspiel deutlich besser aussieht als über weite Strecken der letzten Saison.

Dennoch bin ich nicht besonders glücklich mit der Idee. Abgesehen davon, dass man sich im letzten Drittel ohne die nötige Breite sehr einschränkt und es außerdem für die Schienenspieler defensiv schwieriger ist (die Schrittabfolge ist ungünstig, wenn man im kurzen Laufduell eine Flanke verhindern will, außerdem ist der Winkel fürs Grätschen schlechter), arbeitet Kovac hier meiner Meinung nach nur an den Symptomen, nicht den Ursachen. Man geht den einfachen und den günstigen Weg, statt die Zentrale spielstärker aufzustellen oder den Spielaufbau so zu gestalten, dass die Schienenspieler eben nicht ständig vom IV angespielt werden müssen.
BVB - Taktik-Thread |#988
16.08.2026 - 10:35 Uhr
Zitat von Hascosos
Zitat von banshee

Inverse Schienenspieler sind die offensichtlichste taktische Neuerung und vielen ein Rätsel. Ich denke, dass der Hintergedanke dieser Maßnahme eine Risikominimierung im Spielaufbau ist.

Unsere Schienenspieler schieben in der Regel relativ hoch; die Zuspiele, die sie erhalten, kommen entsprechend deutlich eher von hinten als von vorne, da wir häufig über IV -> Schiene aufbauen. Ein Rechtsfuß an der rechten Auslinie wie Ryerson hat bei einem Ball von hinten einen sehr kleinen Passwinkel mit seinem starken Fuß, wenn er keine verrückten Dinge mit dem Außenrist veranstalten will. Der Winkel wird noch kleiner, je weiter außen der IV stand, von dem der Ball kam. Mit dem Rücken zum gegnerischen Verteidiger und unter Druck gesetzt vom von vorne anlaufenden gegnerischen Stürmer bleiben Ryerson z. B. dann fast nur noch schlechte Optionen, die entweder den schwachen Fuß involvieren oder den Außenrist, wobei Ryerson für die zweite Variante den Ball näher am Gegner spielen muss und kein Bein dazwischenstellen kann. Gleiches gilt auch für das Dribbling zur Mitte. Selbst das relativ sichere Prallenlassen nach hinten ist nicht optimal, weil bei gutem Anlaufen des gegnerischen Stürmers der Ball weiter noch außen zurückgespielt werden muss, was wiederum den IV unter Druck setzt.

Ein Linksfuß an der rechten Auslinie kann dagegen den Ball gut gegen den von hinten drückenden Gegner abschirmen und hat trotzdem den Ball auf seinem starken Fuß liegen. Er hat durch den Effet ein gutes Passfenster zum RIV, zum Torwart und in die Mitte. Er kann sogar einen Ball direkt auf den MS probieren, gerade in engen Situationen (haben wir auch schon gesehen in den Testspielen). Wenn er Richtung Mitte dribbeln will, um die Situation aufzulösen, kann er den Ball vor seinem direkten Gegenspieler abschirmen (das geht umgekehrt nicht, so hat Prates z. B. in Halbzeit 2 einen Ballverlust verursacht).

Insofern kann ich den Gedanken dahinter schon erkennen bzw. verstehen. Tatsächlich haben ja auch nicht wenige im Ticker geschrieben, dass unser Passspiel deutlich besser aussieht als über weite Strecken der letzten Saison.

Dennoch bin ich nicht besonders glücklich mit der Idee. Abgesehen davon, dass man sich im letzten Drittel ohne die nötige Breite sehr einschränkt und es außerdem für die Schienenspieler defensiv schwieriger ist (die Schrittabfolge ist ungünstig, wenn man im kurzen Laufduell eine Flanke verhindern will, außerdem ist der Winkel fürs Grätschen schlechter), arbeitet Kovac hier meiner Meinung nach nur an den Symptomen, nicht den Ursachen. Man geht den einfachen und den günstigen Weg, statt die Zentrale spielstärker aufzustellen oder den Spielaufbau so zu gestalten, dass die Schienenspieler eben nicht ständig vom IV angespielt werden müssen.


Eine sehr gute Analyse und das dies nur eine Behebung der Symptomen ist vermutlich auch Kovac klar, aber genau deshalb gibt es ja auch die Gerüchte um Veerman, weil er dir genau die Spielstärke im Zentrum geben würde die du ja auch forderst, heißt aus meiner Sicht arbeitet man schon daran die Ursache zu beheben, aber aktuell ist dieser Spielertyp halt noch nicht da und dann macht es durchaus Sinn aktuell noch gegen die Symptome zu arbeiten, wenn nachdem möglichen Veerman Transfer immer noch mit Inversen Wingbacks gearbeitet wird dann kann man durchaus darüber reden wie vernünftig das ist, aber entgegen deiner Meinung arbeitet man schon daran die Ursache zu beheben nur ist die Lösung noch nicht im Kader.


Die Anlyse von @banshee ist gut, aber ich finde es nicht schlüssig, wie du dann Veerman als Argument ableitest, dass man an den Symptomen arbeiten würde. Wenn dem so wäre, hätte es keinen guten Grund gegeben Groß zunehmend ins zweite Glied zu schieben, bis er dann ging. So stark unterscheiden sich beide als Spielertyp schließlich nicht. Durch seine dynamischen und physischen Schwächen musste Groß zudem viel ausweichen, insbesondere auf die Seite, wodurch er verstärkt als Flankengeber eingesetzt wurde, statt als der Spieler, der das Spiel kontrolliert. Das wäre mit Veerman nicht gerade viel unwahrscheinlicher.

Zumal ich bezweifel, dass die Geschichte mit den inversen Schienen dann auf einmal wieder verschwindet. Die verdichten allerdings das Zentrum, ziehen damit dann auch den Gegner mit rein und ermöglichen so viel mehr Druck auf das Zentrum des BVB, dem noch dazu einfache Anspiele auf dem Flügel verloren gehen. Also schlecht für Veerman. Wobei das auch nicht mal eben zu beheben wäre, selbst wenn wir die inversen Schienen wieder in die Mottenkiste packen. Dann bliebe schließlich das grundsätzliche Problem, dass den Schienen Fähigkeiten fehlen, um für Breite zu sorgen. Das Zentrum bleibt also immer noch recht eng, wodurch Ballbesitz dort, um das Spiel aufzuziehen, kaum vorgesehen sein kann.

Ich denke eher, dass Kovac Veerman will, um mehr Präzision in der Vertikalität reinzubringen, vielleicht auch um Seitenwechsel zu ermöglichen, wie sie sonst nur Schlotterbeck spielt. Ungeachtet der Risiken, dass nicht garantiert ist, dass Veerman gegen die Physis in der Bundesliga gut genug aufgestellt ist und defensiv die Gefahr besteht, dass Nmecha verstärkt zum Abräumer neben Veerman gerät, was offensiven Output kosten würde. Denn trotzdem die Vorbereitung nun durchaus gegentorreich war, bezweifel ich, dass Kovac in der Defensive nachlässiger wird, um die Offensive zu stärken.

Ein Aspekt, der mir bezüglich der inversen Schienen in der Analyse zudem fehlt: ich denke, dass Kovacs Überlegung hier auch recht ähnlich ist, wie bei Standards. Hier möchte er ja auch immer gerne, dass die Bälle zum Tor geschlagen werden, weil sie für die Kette schwieriger zu verteidigen sind. Das dürfte auch auf den OA eine große Rolle spielen, weil man ja schon sehr klar einen Linksfuß auf der Position ausgab. Auf der Schiene hat das nun aber auch zumindest den Vorteil, dass die Spieler nach Standards nicht erst wieder die Seite wechseln müssen. Bezüglich Positonsspiel und Ballbesitzsstrukturen kann ich mit der Idee aber weiterhin nichts anfangen, weil es nur um Effizienzgewinne geht, aber nicht wirklich um spielerische Verbesserungen, um mehr Kontrolle in die Spiele zu bringen.
BVB - Taktik-Thread |#989
16.08.2026 - 11:59 Uhr
Was mir gestern tatsächlich überhaupt nicht gefiel war, dass wir den Raum vor der Dreierkette zuweilen gegen als auch mit dem Ball überhaupt nicht besetzen konnten. Jetzt kann man ja zu Veerman stehen wie man will. Aber mir wäre wichtig, dass da jemand den Ball abholen und das Spiel zu Nmecha eröffnen kann. Ich glaube gar nicht, dass die Dynamik da komplett entscheidend ist. Die Unsicherheit gestern in der Defensive war für mich mitnichten durch Gadou, Mane oder Bensebaini hervorgerufen. Wenn davor aber niemand dem Gegner im Wege steht, dann bekommt man die gesehenen Probleme. In Sachen Schnelligkeit fand ich uns insbesondere durch Gadou gar nicht schlecht aufgestellt. Die Szene überhaupt war für mich, als dieser mal eben einem gewissen Malen auf fünf Meter gefühlt drei abnahm.
Das verhält sich auch ähnlich in der Offensive. Die Sache mit der Tiefe ist für mich relativ. Erstmal werden viele Gegner sehr tief stehen. Dann wirkt ein Typ El Mala ohnehin nicht so sehr. Vielmehr muss man den Gegner auch auf engstem Raum ausspielen können. Deswegen sehe ich Konstantelias auch nicht als Plan B sondern als anderen Ansatz. Man kann auch argumentieren, dass Karetsas kein Supersprinter ist. Aber wenn der Wusler auf dich zuläuft ist er schneller an einem vorbei als du gucken kannst. Einzig die kritische Geschwindigkeit im Sturmzentrum bremst uns kräftig. Würde Kovac das allerdings erkennen hätte er mit Beier die Lösung jedoch schon da.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Feiersinger am 16.08.2026 um 12:01 Uhr bearbeitet
BVB - Taktik-Thread |#990
16.08.2026 - 12:56 Uhr
Ich denke sowohl mit Veerman als auch mit Konstantelias wird es notwendig sein, das Thema inverse Schienen zu beenden. Den Raum letzten Drittel nochmals künstlich zu verdichten, wenn alle in die Mitte ziehen (oder noch schlimmer alle ihre Position zentral oder zumindest halbzentral einnehmen und niemand die Breite gibt) und gleichzeitig dann damit auch die vertikalen Bewegungen um die Halbräume herum damit im Endeffekt zu verhindern, da es wenig Sinn ergibt, jemand mit dem schwachen Fuß permanent zur Grundlinie zu schicken, hilft zumindest beiden nicht. Veerman nicht, da man mit diesem Ansatz dafür sorgt, dass die Schnittstellen für seine Pässe enger bis gar nicht vorhanden sind, und Konstantelias (sowie auf rechts auch Karetsas) ebensowenig, da wir hier dann eben nicht mehr von 1gg1 Duellen reden sondern in der Regel von 1gg2 oder mehr, während Läufe bzw Durchbrüche der Schienen zu Grundlinie, welche sowohl als Passoption als auch um Gegner weg zu ziehen wichtig sind, noch seltener werden, egal ob jetzt per Hinter-oder Vorderlaufen.
Was mich aber positiv stimmt ist, dass der Kader in meinen Augen grundsätzlich schon passende oder zumindest solide Besetzungen her gibt, vor allem, falls man tatsächlich neben Veerman und Konstantelias auch noch Fort bekommen sollte.
Ich kann mir gut vorstellen, dass das Duo Konstantelias/Svensson auf links gut harmonieren kann, wobei Svensson hier eher der Part wäre, der häufiger innen Richtung Grundlinie überläuft und als Ausgangspunkt etwas zentraler und tiefer agiert (was ja auch eher seinem ursprünglichen Profil entspricht), während rechts Fort mMn ein passender Part zu Karetsas wäre, aber deutlich eher die Breite herstellt und auch etwas höher schiebt, wodurch Karetsas von Anfang an mehr im Halbraum agieren kann, mehr als eine Art 8er/10er/OA-Hybrid, während auf der anderen Seite Konstantelias etwas mehr aus der Breite agiert. Das würde wiederum auch gut mit der Besetzung der Dreierkette passen, Gadou sichert ja doch sehr aggressiv nach vorn ab. Das könnte dann Veerman mehr Möglichkeiten geben, aus der Tiefe über sein Passspiel zu dirigieren und Nmecha etwas mehr von der 6 befreien.

Quasi so


--------------------------Beier/Silva-------------------------------
-----------------------------------------------------------------------
--Konstantelias---------------------------------------------------
----------------------------------------------Karetsas--------------
-----------------------------------------------------------------------
--------------------------Nmecha----------------------------Fort
-----------------------------------------------------------------------
-----Svensson-----------------------------------------------------
-----------------------------------------Veerman------------------
-----------------------------------------------------------------------
----Schlotterbeck---------Anton--------------Gadou---------
-----------------------------------------------------------------------
-------------------------------Kobel--------------------------------

Natürlich wäre mehr Dynamik und Pressingresistenz sowie Stärke gegen den Ball neben Nmecha im Zentrum wünschenswert, aber ich denke, dass das außerhalb unserer finanziellen Möglichkeiten wäre, wenn man eben gleichzeitig die Passqualität eines Veerman haben möchte. Da muss man dann halt abwägen, was man höher gewichtet (wobei ich hier gern einen Patrick Berg gesehen hätte). So hätten wir aber auf jeden Fall links und rechts offensiv Spieler, die die technischen Fähigkeiten mitbringen, auch unter Druck angespielt zu werden und Lösungen sowohl im Dribbling als auch im Direktspiel zu finden.
So würde ich das zumindest in meinem stillen Kämmerlein, sicher auch durch eine etwas positiv gefärbte schwarz-gelbe Brille, sehen bzw hoffen.

•     •     •

Kevin Keegan: Und da zeigt er seine Stärke, und genau das ist seine Stärke: seine Stärke.

Berti Vogts (vor dem WM-Spiel gegen Kroatien): Die Kroaten sollen ja auf alles treten, was sich bewegt - da hat unser Mittelfeld ja nichts zu befürchten.

Immanuel Kant: Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.

TM-Mitglied seit 16.12.2005

Dieser Beitrag wurde zuletzt von PhelanWolf am 16.08.2026 um 12:57 Uhr bearbeitet
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