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Finanzen

02.12.2019 - 16:18 Uhr
Finanzen |#2931
07.07.2020 - 09:28 Uhr
Wer sich unsere Geschichte ansieht erkennt, wie wichtig gerade für den FCK die Wurzeln sind. Die Stadt, der Berg, die Region. Mit den 54ern wurde das auch der ganzen Republik ... ach was, der ganzen Welt deutlich. Es waren oft die Buben aus der Region, wie dem Rodenbacher Briegel oder auch Kuntz mit Vorfahren aus Kaiserslautern, die eine Ära prägten. Im Stadion waren nie die global Player auf unseren Werbebanden. Sparkasse, lokale Metzger und Autohäuser, Handwerksbetriebe. Die DVAG war die Ausnahme.

Als, ich nenne es mal, die "erweiterte Region", Mainz und Frankfurt auf dem Plan erschienen und die WM, die Welt, zu den Freunden nach Kaiserslautern bringen wollten, bekam die Region ein schönes Kleidchen angezogen und der Betzenberg ein Desaster-Stadion verpasst. Der Verein bastelt seit dem an manchmal besseren und manchmal schlechteren Lösungen um die Fehler, die in den Nullerjahren gemacht wurden und die Konsequenzen daraus wieder auszumerzen.

Aber aus der Region heraus konnte dies bis heute nicht vollbracht werden. Die Region hat ganz einfach die Kraft nicht. Sie kann sich gegen den Tod stemmen und wenn es sein muß zusammenstehen. Sie kann miteinander und gegeneinander ringen, sich winden und weigern ganz zu verschwinden. Aber der Weg geht abwärts und nichts deutet darauf hin, daß sich das im regionalen Sumpf jemals ändern wird.

Nach so vielen Versuchen, nach so vielen Gesichtern, nach so vielen Endtäuschungen bleibt nichts als das, was Merk und andere als "die Marke FCK" bezeichnen.

Jetzt tut sich eine (letzte?) Gelegenheit auf, in der man eine Wende einleiten könnte: die Aussicht, daß von außerhalb so viel Geld in den FCK (und machen wir uns nichts vor: als sekundär Effekt auch in die Stadt und die Region) fließen könnte, das nicht nur dafür reicht unsere alten Trophäen noch ein, zwei oder vielleicht fünf Jahre abstauben zu dürfen, sondern die immer noch existente Marke wieder mit Leben zu füllen.

Ich gehe davon aus, daß für die Stadt, deren Bürger und die ganze Region KL ein starker und erfolgreicher FCK mit Stadion in eigener Hand ein Segen wäre. Für jeden Zuschauer mehr, der in die Stadt kommt, wird mehr Bier ausgeschenkt, werden mehr Würste verkauft und wird mehr Benzin an Tankstellen gezapft. Die neuen Mitteln werden nicht nur dem FCK helfen, sondern auch den Handwerkern, die durch den Investitionsstau am Stadion und NLZ schon länger nichts mehr vom FCK hatten. Und im Stadtsäckel werden auch mehr Steuertaler klingeln.

Die Infrastruktur ist seit der WM da. Genutzt wurde und wird sie nicht.

Wer diese Gelegenheit fahrlässig verstreichen lässt macht sich nicht nur am FCK, sondern auch an der Stadt und der Region mit ihren Menschen schuldig.

Und ich möchte dazu sagen: die Gelegenheit ist nicht exklusiv H-P Petersen. Aber klar ist, daß die Regionalen mit ihrer Weigerung zur Co-Investition "ihrer Region" einen Bärendienst erweisen.

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"Die Fußballbegeisterung ist ein Jugendleiden, das einen ein Leben lang begleitet"
(Pier Paolo Pasolini)

Dieser Beitrag wurde zuletzt von Roon_Bub am 07.07.2020 um 09:33 Uhr bearbeitet
Finanzen |#2932
07.07.2020 - 09:29 Uhr
Zitat von Marbod

Ich hab eine Nacht drüber geschlafen und ich muss sagen, bei all der Verlockung des großen Geldes, ich würde es begrüßen, wenn Kessler und Merk ihren Weg weitergehen.


Im Gegensatz zum Vorhaben vom Investor,weiß doch Keiner wo dieser Weg von Merk und Co.hinführen soll.Warum also sollte man dieser Sache, Vertrauen schenken.
Finanzen |#2933
07.07.2020 - 09:29 Uhr
Zitat von Newtrial
"Wir haben einen Plan und wollen den durchziehen. Wenn wir nicht willkommen sind, dann war's das halt. Auch haben wir unser Sports Management Programm vorgestellt und hierzu keine Fragen bekommen. ... Jeder der guten Willens und professionell daran mitarbeiten möchte, ist mehr als willkommen."
Quelle: https://www.der-betze-brennt.de/artikel/3131-interview-in-drei-bis-fuenf-jahren-zurueck-in-die-bundesliga.php

Hmm. Auch "Team Merk" hat einen Plan und will den durchziehen. Mit dem Unterschied, dass sie dafür von den Mitgliedern legitimiert wurden.

Ich bin verhalten. Der Profi-Fußball ist ein sehr eigenes Feld, mit dem man Erfahrung haben muss, wenn man was erreichen will. Da kommt man nicht einfach so als Newcomer rein und mischt den Laden auf. Auch ein Mateschitz hatte einen Rangnick! Wen hat dieser Investor? Wer ist sein "Kompetenzteam"? Diese entscheidenden Fragen sind offen.

Masterpläne sind meist schlechte Pläne. Gute Pläne entstehen auf der Basis von Visionen, davon abgeleiteten strategischen Zielen und dann in einer inkrementellen Form der Umsetzung, die überhaupt erst eine lernende, agile Organisation ermöglicht. Davon erkenne ich hier nix: Der Plan steht fest, wer mithelfen will, kann dies tun, aber eine organische Verbindung zu dem, was im letzten halben Jahr entstanden ist, wird nicht gesucht. Friss oder strib! Keinerlei Suche nach Commitment und Anschlussfähigkeit, kein Aufgreifen der lokalen Expertise (etwa im AR und bei SOV), keine Analyse der sportlichen Situation Stattdessen: Tabula rasa, nötigenfalls einschließlich Stadionneubau.

Mir geht es gar nicht so sehr darum, ob diese intendierte totale Entmachtung aller bisherigen Strukturen und Verantwortlichen - Regularien und Mehrheitsverhältnisse hin, keine formal Dominanz im operativen Geschäft her - für einen Neuanfang nötig ist oder nicht. Es geht mir darum, dass jemand, der die lokale Expertise nicht aufgreift und nicht namentlich (Kompetenzteam) klarmacht, dass er sich im Geschäftsfeld Profi-Fußball in der Tat sehr gut auskennt (und Olympia gehört da NICHT dazu), mit seinem Masterplan möglicherweise jämmerlich Schiffbruch erleiden wird. Und was dann? Verliert der Investor dann die Lust an seinem Spielzeug, weil alles doch viel schwerer ist, als gedacht?

Stand Jetzt habe ich keinen Anlass dazu, die sportliche Expertise dieses Investors anzuerkennen. Team Merk, SOV, Schommers, Notzon - sie alle schwimmen tief und tagtäglich im Haifischbecken "Dritte Liga" - und versuchen uns da - ohne Masterplan, aber mit schrittweisen Lern- und Anpassungsprozessen - rauszuführen. Bei dem neuen Investor vermisse ich den Impuls, dieses lokale Wissen zu nutzen und mit seinen eigenen Impulsen und Leitideen zu verbinden. Selbst Becca kann auf mehr Erfahrung im Fußball-Geschäft aufbauen als dieser Investor.

Kurzum: Ich bezweifle die sportliche Expertise dieses Investors! Und seine "Tabula rasa"-Vorgehensweise passt m. E. nicht zu diesem extrem komplexen Handlungsfeld. Überblickt er letzteres überhaupt? Wer ist sein Kompetenzteam?

Fertige Masterpläne machen meist eine Bauchlandung und scheitern an der Realität. Fachkundige Protagonisten wählen deshalb eine schrittweise. feedbackorientierte Vorgehensweise als Weg zum Erfolg. Hier aber ist jemand sehr von sich überzeugt - ohne erkennbaren Nachweis seiner feldbezogenen Expertise. Wenn er kommt, braucht es Team Merk und SOV nicht mehr. Und die werden auch Platz machen, wenn das Konzept stimmt und die Karte des Investors sticht. Ich schätze mal, genau das können sie aber - Stand Jetzt - ebenso wenig erkennen wie ich.

Ohne wenigstens zu wissen, wer sich hinter dem Namen "Kompetenzteam" versammelt, schreie ich da noch nicht Hurra. Ganz davon abgesehen, dass mit der 75,1%-Fordeung das Vier-Säulen-Modell dann nur noch auf dem Papier existiert und man genauso gut 100% an ihn hätte veräußern können. Für dieses Modell haben wir aber votiert! Und "Team Merk" ist angetreten, es umzusetzen. Kein Wunder also, dass die damit jetzt ein Problem haben.

Wird dieses Angebot angenommen, ist "Team Merk" Geschichte, das steht für mich zu 100% fest! Dafür hängt der FCK dann von jemandem ab, den wir Null kennen - einschließlich seiner Statthalter vor Ort. Hmm.


Ich verstehe deine Einwände prinzipiell, ob sie spezifisch jedoch zutreffend sind, wissen wir nicht. Sie wären evtl. berechtigt, wenn der potentielle Investor aus Dubai weiter ins Detail gegangen wäre. Dann könnte man sich ein Bild machen. Wer sind die sportlichen Berater? Welche Geschäfte hat er bereits genau im Profisport getätigt? Auf Grundlage der herausgegebenen Informationen scheint mir deine Analyse als etwas zu vorschnell.

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Zusammenlautern
Finanzen |#2934
07.07.2020 - 09:32 Uhr
Ich bin nur froh, dass die Investoren mit bisherigem großen Erfolg im Fußballgeschäft bei uns Schlange stehen.

Was sind wir doch gesegnet! stark

Welchen sportlichen Erfolg haben eigentlich die sogenannten regionalen Investoren vorzuweisen?

Und, davon ausgehend, dass eben beide Anbieter auf diesem Gebiet wenig bis nix vorweisen können: Schließen wir dann einfach den Laden ab und versuchen es erst gar nicht? Wer backt uns den passenden Investor?

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UNZERSTÖRBAR!!!!!
Finanzen |#2935
07.07.2020 - 09:33 Uhr
Zitat von _tj66_
Jap, Kompetenzteam dieser Begriff fällt all zu oft. Wer ist das denn? Woher wissen wir, dass es hier tatsächlich eine Expertise gibt, die uns weiter bringt?
Ich habe im Interview auch nicht gelesen, dass HPP tatsächlich schon einmal Erfolg im bezahlten Fußball gehabt hätte.
Wir kennen zumindest mal seinen ‚Matchmaker‘. Es erscheint mir jedenfalls völlig klar, dass Wilhelm hier platziert wurde und nicht umgekehrt er den Investor gefunden hat. Für mich hat es ein Geschmäckle.


Mit der Aussage zu Wilhelm lehnst du dich aber weit aus dem Fenster. Hast du dafür einen Anhaltspunkt?

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Zusammenlautern
Finanzen |#2936
07.07.2020 - 09:33 Uhr
Zitat von Newtrial.

Ohne wenigstens zu wissen, wer sich hinter dem Namen "Kompetenzteam" versammelt, schreie ich da noch nicht Hurra. Ganz davon abgesehen, dass mit der 75,1%-Fordeung das Vier-Säulen-Modell dann nur noch auf dem Papier existiert und man genauso gut 100% an ihn hätte veräußern können. Für dieses Modell haben wir aber votiert! Und "Team Merk" ist angetreten, es umzusetzen. Kein Wunder also, dass die damit jetzt ein Problem haben.

Wird dieses Angebot angenommen, ist "Team Merk" Geschichte, das steht für mich zu 100% fest! Dafür hängt der FCK dann von jemandem ab, den wir Null kennen - einschließlich seiner Statthalter vor Ort. Hmm.


Also das vier säulenmodell habe ich nie so verstanden, dass alle Säulen mehr oder weniger gleich bedient werden sollen, sondern immer das ein großer Ankerinvestor den Großteil haben kann aber halt auch kleinanleger und Fans was tun können, also so wie es im Grunde nun umgesetzt würde. Von daher hätte ich damit kein Problem
Alle andere Bedenken teile ich aber.
Finanzen |#2937
07.07.2020 - 09:42 Uhr
Also mal Klartext (finde ich das gut):

Alternative 1:
- wir nehmen die Regionalen, sichern dadurch eine weitere Saison 3. Liga
- vielleicht spielen wir um den Aufstieg und schaffen diesen, dann haben wir alles richtig gemacht
- vielleicht spielen wir so mit, schaffen keinen Aufstieg, und dann ist Ende nächstes Jahr endgültig Schluß, da ich keinen Fortschritt sehe
- vielleicht spielen wir gegen den Abstieg und wir steigen ab, dann ist endgültig Schluß
Fazit: mit den Regionalen MÜSSEN wir aufsteigen um an die großen Geldtöpfe zu kommen. Diese Geldtöpfe aus Fernsehgeldern sichern unser Überleben, dies aber auch nur so gerade eben.
Meine Einschätzung: wie immer nur am Problem, nicht an der Ursache arbeiten!

Alternative 2:
- wir nehmen den großen Unbekannten, sichern dadurch mehrere Jahre Profifußball, selbst in Liga 3 (so die Aussage)
- vielleicht spielen wir um den Aufstieg und schaffen diesen, dann haben wir alles richtig gemacht
- vielleicht spielen wir so mit, schaffen keinen Aufstieg, dann probieren wir es die Saison darauf wieder und wieder und wieder
- vielleicht spielen wir gegen den Abstieg und wir steigen ab, dann weiß niemand was passiert
Fazit: mit dem großen Unbekannte können wir aufsteigen (aber wir müssen nicht SOFORT) um an die großen Geldtöpfe zu kommen. Das Überleben UNSERES VEREINES ist auf unbestimmte Zeit gesichert (mehr als 2 Jahre). Wir haben die Möglichkeit uns zu etablieren ohne in Geldsorgen zu kommen (das ist unsere größte Schwachstelle im Moment).
Meine Einschätzung: wir sichern unser Überleben und es wird endlich an der Ursache (Stichwort "unentgeltliches Kompetenzteam") gearbeitet, nicht das Problem eben mal wieder gekittet.

Und was persönliches:
Ich bin FÜR den großen Unbekannten. Ja, es ist ein großer Einschnitt in unseren Verein. Aber dieser Einschnitt MUSS JETZT in Kauf genommen werden, da über Jahre hinweg immer nur geradeso rumgedoktort worden ist, dass man dem Tod eben noch von der Schippe gesprungen ist. Man hat jetzt die Chance auf eine rosige Zukunft, wie wir alle sie uns erhoffen. Auf das uffm Betze wieder erklingen kann "zieht den Bayern die Lederhosen aus" oder mit Taschentüchern winkend "Drum sagen wir, auf Wiedersehn". Ich kriege Tränen in die Augen, wenn ich an diese Momente zurückdenke! Und diese Momente will ich mit unserem Verein erleben, mit einer roten "WEST", in UNSERER Hölle, bei richtigem Fritz-Walter-Wetter! DAS IST MEIN UND UNSER ALLER FCK!

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"Du gewinnst nie alleine ! An dem Tag, an dem du was anderes glaubst, fängst du an zu verlieren"

​Mika Häkkinen
Finanzen |#2938
07.07.2020 - 09:46 Uhr
Ich mache mir eigentlich nur darum Gedanken:

Quelle: HPP (71) ?
Dafür müssen wir aber die Mehrheit haben, auch um unser Konzept gegen alle - auch sozialromantischen - Widerstände durchzusetzen


Wo sich für mch die Frage stellen würde: Wie will er das tun?

Klar: Mit 75,1% Anteile könnte natürlich kein anderer Investor wirklich mitreden. Die Entscheidungen der Geschäftsführung, welche den finanziellen und sportlichen Bereich angehen, werden doch aber auch weiterhin vom Beirat abgesegnet oder abgelehnt.

Dort hätte er doch auch weiterhin keine Entscheidungsmacht. Ist ja auch durch 50+1 in dem Fall ausgeschlossen. Wie stellt er sich das also vor?

Also was für Möglichkeiten - abgesehen von FK mit Forderungen - gibt es denn, in unserem Modell die Macht zu übernehmen, ohne das jemand reinreden kann? Für mich gibt es da erstmal nur den WEG über den AR des e.V.

Kann da noch jemand was dazu sagen? Wie wirkt sich ein Sitz z.B. im AR der KgaA aus?
Dieser Beitrag wurde zuletzt von CrackPitt am 07.07.2020 um 09:48 Uhr bearbeitet
Finanzen |#2939
07.07.2020 - 09:55 Uhr
Zitat von Arakorn

Ich verstehe deine Einwände prinzipiell, ob sie spezifisch jedoch zutreffend sind, wissen wir nicht. Sie wären evtl. berechtigt, wenn der potentielle Investor aus Dubai weiter ins Detail gegangen wäre. Dann könnte man sich ein Bild machen. Wer sind die sportlichen Berater? Welche Geschäfte hat er bereits genau im Profisport getätigt? Auf Grundlage der herausgegebenen Informationen scheint mir deine Analyse als etwas zu vorschnell.


Wilhelm hat im SWR schon bestätigt, dass Dubai keine Erfahrung im Fußballbusiness hat. Zusätzlich deutet wenig darauf hin, dass der Investor sich stärker mit dem FCK bislang beschäftigt hat. Die Gelegenheit zur Investition wurde ihm durch seinen Anwalt zugetragen. Rückfragen zum sportlichen Konzept seitens des ARs gab es kaum. Die regionalen Investoren (die ja immerhin teils auch schon in den Verein investiert haben und im AR der KGaA sitzen) kennt er auch nicht. Zusätzlich wird im Interview immer nur von den Anteilen an der KGaA geredet und darüber, dass er sein Konzept durchziehen möchte. Über die Management Gmbh verliert er hingegen kein Wort. Es gibt im Fußball nunmal 50+1 und ein Investor, der ein so umfassenden Konzept hat, wird eben auch die Mitglieder hierfür erstmal begeistern müssen, damit sie ihm nicht über die AR Wahl gleich mal versuchen ans Bein zu pissen...

Das sind alles keine unlösbaren Probleme. Aber wenn ein Investor halt die sportliche Kontrolle übernehmen möchte, dann erfordert das zwischen Verein und Investor einen langwierigen Prozess erstmal. Ich persönlich fänd das übrigens wirklich charmant, wenn man sich dort gemeinsam auf ein Konzept einigen könnte und der Investor das dann wirklich durchzieht. Ich seh aber halt wirklich nicht wie man in einem laufenden Insolvenzverfahren gerade hier auf eine breite Einigung kommen soll. Das ist ja nicht nur im AR und der Geschäftsführung notwendig, sondern fängt ja auch im Gläubigerauschuss aus, in dem eine Arbeitnehmervertretung sitzt, die vielleicht auch gerne wissen möchte, welche Einsparungen in der Ausgabenseite sich der Investor so vorstellt...
Finanzen |#2940
07.07.2020 - 10:08 Uhr
@ecliipz

Es steht jedem frei, woran er glauben will, woran er sich erfreuen will und auch, worauf er stolz sein will. Stolz müsste man ohnehin erst mal definieren, denn wahrscheinlich versteht da jeder etwas anderes darunter, wie bei den meisten Begrifflichkeiten. Ich will das hier aber gar nicht ausführen, weil das in dem Fall keine Rolle spielt. Ich habe kein Problem mit dem Wort Stolz und ja, der FCK ist ein stolzer Verein, zumindest war er das mal.

Ich kann dir versichern, dass ich kein ewig gestriger Traditionalist bin, der sich grundsätzlich gegen jeden Modernismus wendet, weil er ihm Angst macht und früher sowieso alles besser war. Als Selbstständiger, der beruflich und privat viel mit anderen Selbstständigen in Kontakt kommt, sind mir die Zwänge und Nöte bekannt, mit denen man sich in der freien Wirtschaft konfrontiert sieht. Wobei es auch da Unternehmen gibt, die sich in einem immer schärfer werdenden Wettbewerb die Tugenden des ehrbaren Kaufmanns bewahrt haben und Traditionen pflegen, teilweise auch gegen wirtschaftliche „Vernunft“. Aus meiner Erfahrung sind das nicht unbedingt die weniger erfolgreichen Unternehmen.

Wir reden hier aber gerade über Fußball und Fußball ist zumindest für mich Freizeit und auch etwas, was man wohl als Leidenschaft bezeichnen kann. Leidenschaft, weil es Leiden schafft. Für den reinen Konsument des Sports Fußball spielt es sicherlich keine große Rolle, für was der Verein steht, den er sich da gerade im Fernsehen oder Stadion anschaut. Da wir hier aber in einem Fußballforum sind und wir uns gerade über einen absoluten Nebenaspekt des Spiels unterhalten, sind wir uns bestimmt einig, dass es über den reinen Sport hinaus Dinge gibt, die einen am Fußball faszinieren, interessieren oder die einem wichtig sind. Deshalb ist man ja irgendwann Fan von einem Verein geworden, wobei die jeweiligen Gründe natürlich auch sehr individuell sind. Darüber hinaus reden wir gerade über den FCK, der schon seit Ewigkeiten sportlich nichts mehr gerissen hat. Ich hätte regelmäßig genug Möglichkeiten, um gute Karten für Bundesligavereine zu bekommen, fahre aber lieber weit, um mir den FCK gegen Magdeburg anzuschauen. Mache ich das, weil da guter Fußball gespielt wird? Sicher nicht. Der FCK ist halt mein Verein.

Ich hatte kein Problem mit der Ausgliederung und dem Lautrer Modell. Obwohl mir schon damals klar war, dass man es mit diesem Modell schwer haben wird, einen finanzstarken Investor zu finden, weil die „typischen“ Investoren bei so einem Modell eher ausscheiden. Trotzdem fand ich den Weg richtig, weil er zum FCK passt. Weil der FCK kein typischer Verein ist. Der FCK kann für mich niemals ein Verein sein, der sich von einem Investor oder „Eigentümer“ dominieren lässt, wie der KFC von einem Ponomarev oder irgendein anderer x-beliebiger Investorenverein. Für mich war klar, dass wenn der FCK einen Weg im modernen Profifußball findet, es ein eigener Weg sein muss. Das hat den FCK nämlich in Wirklichkeit damals groß gemacht. Seine Eigentümlichkeit. Der Provinzklub in der Bundeliga. Der ewige Underdog, der mit Bescheidenheit, Zusammenhalt und Kampf gegen die Großstadtklubs bestehen konnte. Wer im Zusammenhang mit dem FCK vom europäischen Wettbewerb redet, der hat absolut keine Ahnung, wer oder was der FCK in Wirklichkeit war oder ist. Die Siege gegen Real oder die Meisterschaften waren doch etwas Besonderes, weil eigentlich niemand damit gerechnet hat. Die meiste Zeit hat der FCK im Mittefeld der Bundesliga gedümpelt oder gegen den Abstieg gespielt.

Was jetzt passiert, tut einfach nur noch weh. Der Verein soll an irgendeine Holding aus Dubai verhökert werden, 20 Mio. für 75 Prozent plus 1 ist für mich nichts anderes als verhökern. Vor dieser Holding steht irgendein Peter, dessen Antworten im Interview überdeutlich machen, dass er wenig Ahnung vom Profifußball in Deutschland hat, wenig Ahnung vom Standort Kaiserslautern und absolut keine Ahnung vom FCK. Es ist ihm wahrscheinlich auch ziemlich egal. Das ist natürlich alles nur meine ganz persönliche Meinung und Einschätzung. Wer ernsthaft glaubt, dass die 20 Mio. nur eine Anschubfinanzierung sind, der glaubt auch an den Osterhasen. Das sind in meinen Augen die eigentlichen Träumer, nicht die sogenannten Traditionalisten. Der Investor, bzw. die Gruppe, bzw. deren Strohleute setzen die Fans und Mitglieder ganz gezielt ein, um Stimmung zu machen, um ihr Angebot durchzudrücken. Man redet von einem Sitz für die Fans im Beirat, von Bundesliga, vom Europapokal und vom eigenen Stadion. Kommt alle mit. Im Wald steht eine Bonbonfabrik.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Miltiades am 07.07.2020 um 10:14 Uhr bearbeitet
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