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Gib mich die Kirsche! Der Talkthread

18.01.2025 - 13:04 Uhr
Zitat von TheInternational

PS: Die Korrektur aktuell wird sich bald wieder legen, wer shoppen will sollte jetzt zuschlagen... In Deutschland zucken jetzt Unternehmer und Aktionäre, in den USA ist von Teenagern über Hausfrauen bis hin zu Rentnern so ziemlich jeder vom US Börsenbeben unmittelbar im Portemonnaie betroffen.


Ist das nicht widersprüchlich? Insofern sich die Kurse, wie du prognostizierst, binnen Wochen bzw. weniger Monate wieder Richtung Ausgangsniveau erholen, entsteht doch nicht wirklich ein ernstzunehemnder Schaden im Portemonnaie (!).

PS: dann wäre die Gesamtentwicklung seit Trumps Wahlsieg/Übernahme sogar noch herausragend gut.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Mairon am 07.04.2025 um 18:24 Uhr bearbeitet
Zitat von Mairon
Zitat von TheInternational

PS: Die Korrektur aktuell wird sich bald wieder legen, wer shoppen will sollte jetzt zuschlagen... In Deutschland zucken jetzt Unternehmer und Aktionäre, in den USA ist von Teenagern über Hausfrauen bis hin zu Rentnern so ziemlich jeder vom US Börsenbeben unmittelbar im Portemonnaie betroffen.


Ist das nicht widersprüchlich? Insofern sich die Kurse, wie du prognostizierst, binnen Wochen bzw. weniger Monate wieder Richtung Ausgangsniveau erholen, entsteht doch nicht wirklich ein ernstzunehemnder Schaden im Portemonnaie (!).

PS: dann wäre die Gesamtentwicklung seit Trumps Wahlsieg/Übernahme sogar noch herausragend gut.


Damit meinte ich auch den Depotwert, also das virtuelle Portemonnaie. Sorry etwas doof ausgedrückt. In den USA sind sehr große Teile der Bevölkerung investiert.

Übrigens super interessant was derzeit mit Meta, Alphabet und Co. passiert nachdem die EU Strafzölle gegen die US Techs angedroht hat. Oder mit Apple, die in China produzieren... Super spannend und absolut shoppingtime!
Zitat von Mairon
Zitat von Doc_Gonzo

Ich überlege auch bei Unternehmen einzusteigen, an denen ich sowieso schon lange Interesse habe und die jetzt stark gefallen sind.


Mich würde die Nennung von einer paar dieser Unternehmen interessieren.


Ich kann gerne einige Namen nennen, dürfte aber nicht so extrem spannend allgemein sein. Mir geht es primär darum mein Portfolio weiter zu diversifizieren. Das Portfolio ist extrem von Tech geprägt. Das wird bislang eigentlich nur durch Gold, Silber und Immobilien leicht abgefedert. Ich würde gerne Unternehmen hinzufügen, die 'essentielle' Produkte herstellen: Maschinenbau, Lebensmittel oder Wasserversorgung.
Ich hatte beispielsweise Mitsubishi Heavy Industries lange auf der Shortlist und die sind dann zwischenzeitlich um ~ 125% gestiegen und jetzt nicht genug gefallen.

Wird jetzt vermutlich auf einen branchenspezifischen ETF hinauslaufen um das Risiko zu streuen.

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Aki Watzke zur Entlassung von Marco Rose: "Er ist hier nie so komplett angekommen und irgendwas war da, was dem Ganzen so ein bisschen im Wege stand. Wir wissen es ja selbst nicht so genau."
Und Coco geht heute mal wieder auf DDR-Zeitreise.

Thema sind die EOS und andere Schulen in der DDR.

Da geht es erstmal los mit Nachträgen zur POS.

Man konnte sitzen bleiben, aber ich kenne wirklich niemanden, der eine Abschlussprüfung nicht bestand. Auch nicht in der Lehre. Wer soweit kam, der schaffte dann auch den Abschluss, denn die Latte zur rettenden Vier war sehr niedrig.

Die Schulen trugen alle Namen von Kommunisten. Das waren entweder deutsche wie Ernst Thälmann oder Wilhelm Pieck, aber auch ausländische wie Nikolai Ostrowski oder Georgi Dimitroff.

Bei der Jugendweihe zog die DDR im Laufe der Jahre die Zügel an. Bei Mutti war das z. B. noch gar kein Thema. Heute ist die Jugendweihe das, was sie ursprünglich war, die Alternative für konfessionslose Schüler zu kirchlichen Sakramenten - ohne Politik.

Es gab Verwarnungen, Tadel und Verweise. Ein älterer Junge an meiner Schule war ein Schläger, er wurde an eine andere Schule versetzt. Was aus ihm wurde, weiß ich nicht.
Wer politisch auffällig wurde, dem drohte der berüchtigte Jugendwerkhof. Ich selber kenne keinen, der dort war. Aber einem jüngeren Schüler an meiner Schule wurde das mal angedroht. Das konnte aber auch geschehen, wenn man gewalttätig wurde.
Nur gegen Mobbing gingen sie nicht vor. Dem Mädchen in meiner Klasse, was keine Westklamotten hatte, schnitten sie mal das Turnzeug kaputt. Das sei ja eh nichts wert, meinten die Zicken. Strafen erhielten sie dafür nicht. Sie mussten es nicht mal ersetzen.

Einen Fahnenappell auf dem Schulhof gab es immer zu Beginn und zum Ende des Schuljahres. Da mussten alle in Pionier- und FDJ-Kleidung erscheinen. Dann gab es noch Fahnenappelle zu besonderen Anlässen. Große Fahnen waren da auch dabei. Da traten alle Schüler an. Ich kann mich nicht erinnern, dass es da jemals regnete.

Ich glaube, es war in der 8. Klasse, da musste man der DSF beitreten. Das ist nicht das Deutsche Sportfernsehen sondern die Massenorganisation Deutsch-Sowjetische Freundschaft. Auch hier gab es ein Mitgliedsheft, und man musste Beiträge zahlen. Ansonsten fand bei uns dazu nichts statt. Ich las mal in der Zeitung, dass in der Region ein Chor von Sowjetsoldaten auftrat. Aber zu denen durfte gar keiner Kontakt aufnehmen. Hier in der Region gab es eine Kaserne, abgelegen am Waldrand. In dem Dorf kannte niemand einen von denen. Fuhren sie im Zug, durften sie niemanden ansprechen. An unserer Schule waren auch keine Brieffreundschaften mit sowjetischen Kindern möglich. Daran hätte ich großes Interesse gehabt. Ich habe schon immer gern geschrieben.
Hier in Thüringen in Ohrdruf hatten die Sowjets eine große Kaserne. Da gab es auch eine Laden, den auch Deutsche besuchen konnten. Im Volksmund nannte man ihn Russenmagazin. Da gab es auch Dinge zu kaufen, die sonst Mangelware waren.
Thüringen wurde von den Amerikanern 1945 befreit. Mit denen konnte man sich gut arrangieren, erzählte mir Oma. Als es dann hieß: Jetzt kommen die Russen, hatten alle große Angst.
DSF war von oben her vorgeschrieben, ich kenne keinen, der die auch lebte. Denn jeder sah, dass eben nicht der Sozialismus überlegen war sondern der Kapitalismus. Die USA bewunderten viele, und das äußerte sich nicht nur bei Top Gun, Rocky und Dallas.
Erstmals Kontakt zu den Sowjetsoldaten gab es erst nach der Wende, als der Abzug beschlossen war. Da ging es um den Verkauf der Gebäude und um die ölverseuchten Böden dort.
Woher die heutige Russenliebe in Ostdeutschland kommt, ist mir völlig unbegreiflich. Russen waren in der DDR verhasst. Wahrscheinlich stehen sie im Gefühl der Verlierer zusammen, meinen Forscher.

Lehrer waren damals viel mehr als heute Respektspersonen. Man konnte sich bei ihnen beschweren, meistens bekam man kein Recht. Es gab aber auch gerade junge Lehrerinnen, die nicht ernst genommen wurden. Die taten mir dann schon leid. Da war es richtig laut in der Klasse.

Es gab eine einheitliche Zeugnismappe, die sah gar nicht schlecht aus. Da hinein kamen alle Halbjahres- und Schuljahresschlusszeugnisse. Vorn drauf standen die mündliche Einschätzung und die vier Kopfnoten Betragen, Fleiß, Mitarbeit und Ordnung. Auf der Rückseite standen die Noten in den einzelnen Fächern.

In der Oberstufe mussten wir am 1. Mai mit demonstrieren. Da war der Klassenlehrer dabei. Und in der Nachbarstadt gab es eine große Kundgebung mit roten Fahnen und roten Parolen, wo der Staat sich selber feierte. Erwachsene mussten dazu jedes Jahr so eine kleine rote Plastiknelke kaufen. Der 1. Mai war ein Feiertag,

Manchmal machten Lehrer auch Ranzenkontrollen. Da mussten wir alle unsere Ranzen geöffnet auf den Tisch stellen. Offiziell suchte man da Zigaretten. Denn rauchen war verboten an der Schule. Da wurde auch aufgepasst und mit strengen Strafen gedroht. Es gab zwei Lehrerzimmer, eines wie heute und ein extra Raucherlehrerzimmer. In der Berufsschule dann gab es eine Raucherecke auf dem Schulhof für Schüler. Zum Glück fand kein Lehrer heraus, wenn jemand mal eine BRAVO in die Schule mitgebracht hatte. Das war nämlich verboten.

In meiner Klasse war es Unsitte, einen Schwamm nass zu machen und ihn durch den Raum zu schleudern. Das sah hinterher aus! Das ging hin und her, wenn kein Lehrer im Raum war. Und man warf Federmappen von Schüler zu Schüler.

Damals war als Frisur der französische Zopf modern. Meine beste Freundin flocht immer. Model war ich, ich hatte die längsten Haare. Das würden wir sicher heute noch machen, wenn sie in der Gegend geblieben wäre. Sie ging in den 90ern in den Westen.

In der 7. Klasse begann in der DDR die Diskozeit. Unsere Klassenlehrerin hatet die Idee, unten in der Essenhalle der POS eine Klassendisko zu veranstalten. Aber da war nur unsere Klasse gemeint. Die Hälfte der Klasse wollte das nicht. Ich auch nicht, denn die Zicken übernahmen schnell das Kommando. Die blieben dann unter sich, das ging aber auch nicht lange gut. Nur 3 Jungen kamen, und bald hatten sich alle untereinander so gezankt, dass man es ließ.

Nach Ende der Schulzeit organisierten diese Zicken dann auch die Klassentreffen. Dass das nicht gut ausgeht, war mir klar. Ich weiß von Eltern, dass die Besucherzahlen immer weniger wurden. Warum wohl? Wer Kontakt zu Einzelnen halten will, kann das auch persönlich machen. Wen ich damals nicht leiden konnte, mit dem bin ich auch heute nicht freundschaftlich verbunden. Manche wollten das nach der Schulzeit auf neue Füße stellen und gingen hin zum Klassentreffen. Sie alle wurden enttäuscht, das weiß ich. Ich habe andere Möglichkeiten, Freunde zu finden.

Die EOS:
Bis Anfang der 80er Jahre ging man nach der 8. POS-Klasse zur EOS. Das war bei der Tochter von Muttis bester Freundin. Sie ist 6 Jahre älter als ich. Zu meiner Zeit war es nach der 10. Klasse. Aus meiner Klasse war das nur meine beste Freundin, die hatte Vorstellungen, was sie studieren wollte. Das musste man auch haben. Man wollte immer etwa 10 Prozent der Klasse haben, das wäre bei uns 3 gewesen. Diese 3 erreichte aber unsere Parallelklasse. Dabei war auch eines der 5 Mädchen, welche mit uns befreundet waren. Ein anderes der 5 war dann mit mir in der Klasse der Berufsschule.
Hier hatte jeder Landkreis nur eine EOS, die war in der größten Stadt des Landkreises. Und auch hier war samstags Schultag. So sah ich meine beste Freundin eher selten. Ich hatte in der Lehre samstags frei, dafür lange Wochentage. Sie kam manchmal samstags am Nachmittag mit dem Fahrrad zu mir. Bei der Gelegenheit fuhr uns Papa auch mal in den Nachbarkreis ins Kino, wo 1989 Dirty Dancing lief.
Das Abitur erreichte man nach Klasse 11 und 12 an der EOS, verbunden mit Abschlussprüfungen. Die Anforderungen waren eher noch strenger, aber unsere POS war auch schon streng. Meine Freundin meinte, dann war die Umstellung gar nicht so groß. Nach dem Abitur ging sie nach Berlin zum Studieren, später dann in den Westen. Wir schrieben uns lange Briefe per Post. Das ließ aber im Laufe der Jahre nach.
Über Fächer in der EOS kann ich nichts schreiben, da ich nicht selber dabei war. Aber es gab auch Wehrkunde, das weiß ich.
Gute Noten waren eine Voraussetzung für die EOS, die anderen waren Jugendweihe und bei Jungen die Verpflichtung zu 3 Jahren Armee.
Dass kurze Zeit später die Mauer fiel, ahnte damals wirklich niemand. Dann hätte ich auch die EOS absolviert und nach der Wende studiert. Da gab es dann ganz andere Möglichkeiten. Das sieht man aber erst aus zeitlicher Distanz so.

Die Berufsausbildung mit Abitur:
Die dauerte 3 Jahre und beinhaltete eine Lehre in der Regel in der Produktion mit Berufsabschluss und dazu noch das Abitur, um später ein Studium anhängen zu können. Das machten aus meiner Klasse 3 Leute. Für mich kam das nicht infrage, eine Lehre in der Produktion wollte ich nicht. Ich kenne Leute, die das in der Landwirtschaft machten, aber auch z. B. in der Textilindustrie.
Auch hier brauchte man gute Noten, die Jugendweihe und als Junge die Verpflichtung zu 3 Jahren Armeedienst.

Sonderschule:
Das war im Volksmund die Hilfsschule, die heutige Förderschule. Hierher wurden Kinder nach dem Kindergarten oder am Ende einer Klasse in der Unterstufe geschickt, die sehr leistungsschwach waren. Auch hier gab es eine Sonderschule pro Landkreis. Eine Rückkehr an eine normale Schule wie heute gab es damals nicht. Im Anschluss gab es bestimmte Lehrstellen, wo man einen Teilfacharbeiter als Abschluss machte.

Abschluss 8. Klasse an der POS:
Das war für Schüler, wo man annahm, dass sie die 10. Klasse nicht erreichen. Man konnte maximal zweimal sitzenbleiben. Zur 8. Klasse musste man keine Abschlussprüfungen machen. Den Abschluss bekam man so. Das betraf meine Freundin in der Klasse aus meinem Dorf. Nach der Schule ging es für sie an eine BBS, um einen Teilfacharbeiterabschluss zu machen. Die BBS ist eine Betriebsberufsschule, bei ihr hier in der Textilbranche. Die praktische Ausbildung erfolgte dabei in dafür vorgesehenen Betrieben.
In der 9. und 10. Klasse habe ich sie vermisst an der POS. Manchmal habe ich sie vom Bus abgeholt, wenn sie Feierabend hatte. Wir sind dann bis zu ihr nach Hause zu Fuß gegangen. Aber nach dem Mauerfall veränderte sie sich stark. Wahrscheinlich hatte sie Probleme mit der Wende. Das endete, indem sie mir nicht mal mehr die Tür bei sich öffnete. Nach Jahren der Funkstille trafen wir uns bei einer Beerdigung wieder. Da redete sie wieder, aber das war viel distanzierter als damals. Sie lebt heute im Plattenbau in der Nachbarstadt. Eine Freundschaft zu ihr kann ich mir heute nicht mehr vorstellen. So ändern sich die Zeiten.

Berufsschulen:
Neben den BBS, den Betriebsberufsschulen, die große Betriebe betraf, gab es noch die KBS, die Kommunalen Berufsschulen. Da lernten die meisten, auch ich.
Abbrüche waren nirgends vorgesehen. Wer anfing, musste durchziehen. Das galt auch für die EOS und die Berufsausbildung mit Abitur.

Volkshochschulen:
Auch die gab es in der DDR. Es bestand die Möglichkeit, nach Ende der Lehre in einen anderen Beruf zu wechseln. Eine zweite Lehre konnte man in der DDR nicht machen, aber man durfte Abschlüsse nachmachen. Das geschah an der Volkshochschule. Da wurde man vom Betrieb für die entsprechenden Tage dorthin geschickt zum Unterricht. Mutti lernte Schreibtechnik, den Abschluss Wirtschaftskaufmann (damals gab es nur die männliche Bezeichnung) machte sie auch so nach.
Zu Muttis Zeiten gab es sogar noch allgemeine Berufsschulen, wo Leute waren, die keinen Beruf erlernten. In dieser Zeit ging man erst zu einer 10klassigen Schule (POS)über, vorher waren es nur 8 Klassen.
In den 80ern musste jeder nach der Schule entweder einen Beruf erlernen, zur EOS gehen oder die Berufsausbildung mit Abitur machen. Gar keinen Beruf zu lernen, war nicht erlaubt. Da wäre die Polizei angerückt.
Es gab aber auch Berufsabschlüsse, die nach vielen Jahren Berufserfahrung formal zuerkannt wurden. Das kenne ich aber eher als Seltenheit.
Was Volkshochschulen sonst noch anboten, weiß ich nicht.

KJS - die Kinder- und Jugendsportschulen:
Das Sichtungssystem für Leistungssportler funktionierte. Talente wurden zu den KJS delegiert, die nach Sportarten gestaffelt waren.

Spezialschulen:
Wer besonders gut in einem Fach war, kam an eine Spezialschule. Ich kenne da einen Jungen, den das in Physik betraf. Wo er war, und wann er dorthin ging, weiß ich nicht. Er ist aber heute Physiker.

Behinderte:
Da gab es extra Schulen. Aber darüber weiß ich kaum etwas. Ich kenne von damals auch keine Behindertenwerkstätten wie heute. Ich kenne nur einen Mann mit Downsyndrom, der bekam Rente, solange ich mich erinnern kann, Erst nach der Wende ging er in eine Behindertenwerkstatt. Mit Renten war die DDR sonst nicht großzügig. Vorfristige Rente für andere Bürger hieß Invalidenrente, und die war sehr sehr selten.


Wie war nun meine Lehre? Das verrate ich Euch demnächst hier.

•     •     •

Ich wünsche mir hier faire Gespräche und einen fachkundigen Austausch von Meinungen.

Dieser Beitrag wurde zuletzt von CocoBall am 07.04.2025 um 20:25 Uhr bearbeitet
Quelle: www.n-tv.de
Union und SPD einigen sich auf Koalitionsvertrag

Gut fünf Wochen nach der Bundestagswahl haben sich Union und SPD auf einen Koalitionsvertrag geeinigt. Das erfährt RTL/ntv aus Verhandlerkreisen. Eine Spitzenrunde hat am Abend eine Grundsatzeinigung erzielt. Nun gehe es noch um Feinheiten, hieß es weiter. CDU, CSU und SPD wollen morgen Mittag (12.00 Uhr) über die Ergebnisse informieren.
So langsam scheint man auf die Zielgerade einzubiegen. Wichtig, dass man jetzt vor Ostern noch endlich mal zu Pötte kommt.

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R.I.P. - Robert Enke

* 24.08.1977
+ 10.11.2009
Trump ist bei den Zöllen eingeknickt, und hat für die nächsten 90 Tage alle außer die für China auf 10% gesenkt; China hingegen bekommt 125%. Das sind natürlich immer noch 10% zu viel, aber immerhin. Die Börsen sind gleich mal um 6% oder so nach oben.

Wichtig ist es jetzt, die Renditen der US-Staatsanleihenmärkte im Auge zu behalten. Amerikanische Treasuries sind normalerweise super langweilig, aber normalerweise so etwas wie das Gegenstück zu Aktien, weil sie eigentlich als sicher angesehene werden. Wenn Aktien sinken, steigen die Preise von Staatsanleihen (d.h. ihre Rendite sinkt) daher normalerweise, und umgekehrt. Die letzten paar Tage sind beide gefallen, was EXTREM ungewöhnlich ist, und ebenso auch Rohstoffe - Anleger haben ALLES, was mit den USA zu tun hatte, abgestoßen. Wenn das so bleiben sollte, hätte das Potenzial für eine größere Finanzkrise als 2008.

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Fan vom BVB und den roten Teufeln.
Zitat von Ganduin
Trump ist bei den Zöllen eingeknickt, und hat für die nächsten 90 Tage alle außer die für China auf 10% gesenkt; China hingegen bekommt 125%. Das sind natürlich immer noch 10% zu viel, aber immerhin. Die Börsen sind gleich mal um 6% oder so nach oben.

Wichtig ist es jetzt, die Renditen der US-Staatsanleihenmärkte im Auge zu behalten. Amerikanische Treasuries sind normalerweise super langweilig, aber normalerweise so etwas wie das Gegenstück zu Aktien, weil sie eigentlich als sicher angesehene werden. Wenn Aktien sinken, steigen die Preise von Staatsanleihen (d.h. ihre Rendite sinkt) daher normalerweise, und umgekehrt. Die letzten paar Tage sind beide gefallen, was EXTREM ungewöhnlich ist, und ebenso auch Rohstoffe - Anleger haben ALLES, was mit den USA zu tun hatte, abgestoßen. Wenn das so bleiben sollte, hätte das Potenzial für eine größere Finanzkrise als 2008.


Real müsste Trumps Vorgehen doch im Gros vor allem den USA schaden, solange die anderen Nationen sich unter einander einigen, die Märkte umzugestalten.

Aktuell ist natürlich viel Panik und politisch ist Trumps Kurs gegenüber China schon beunruhigend. Aber auch diese Entwicklung dürfte sich doch vor allem mit der Zeit beruhigen.
Oder ignoriere ich da was total wichtiges?
Zitat von FR

Link
Aus dem Koalitionsvertrag geht hervor, dass die CDU neben dem Bundeskanzler sieben weitere Ministerien besetzt: der Chef des Bundeskanzleramts sowie Wirtschaft–, der Außen–, Bildung–, Gesundheit–, Verkehrs– und Digitalisierungsminister sollen allesamt von der CDU kommen. Laut des Koalitionsvertrags erhält die SPD sieben Ministerien. Neben den Verteidigungs–, Finanz– und Wirtschaftsministerien, erhält die SPD auch das Justiz–, Arbeits–, Umwelt– und Bauministerium.

Die CSU stellt in der schwarz-roten Regierung drei Ministerien. Söders Partei besetzt den Innenminister und das Forschung– sowie Ernährungsministerium.


Interessante Verteilung. Die SPD verzichtet zum ersten Mal in der Bundesdeutschen Geschichte als Juniorpartner auf das Außenministerium. Damit verzichtet man auf viel Potenzial zur Profilgewinnung - andererseits ist die aktuelle Außenpolitik relativ straightforward. Dafür sichert man sich "Projekt"-Ministerien - Bauen, Verteidigung, Umwelt und die neue starke Gegenposition zum Bundeskanzler scheint - seit Scholz in der letzten Merkel-Regierung - der Finanzminister zu sein. Das birgt natürlich die Gefahr, dass sich Merz Erfolge auf die eigene Fahne schreibt und Misserfolge auf die zuständigen SPD-Minister abwälzt. Aber zum regieren wird das relativ hilfreich sein. Dass mit Johann Wadephul auch ein eher unbekannter CDU-Politiker als Außenminister gehandelt wird, spricht dafür, dass Merz die high-profile Außenpolitik aus dem Kanzleramt heraus machen will.

Mit Klingbeil als Finanzminister und Pistorius als Verteidigungsminister fährt man für die nächste Bundestagswahl auch zweigleisig - kann sich Klingbeil nicht selber profilieren und SPD-Projekte umsetzen, hat man immer noch den populären Verteidigungsminister in der Hinterhand als Kanzlerkandidat.

Grundsätzliches Fazit: Positiv überrascht. Wenn man jetzt noch die Jens Spahns, Andi Scheuers und Alexander Dobrindts dieser Welt von Ministerposten fernhalten kann, ist diese Regierung doch ganz in Ordnung.

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„Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht“ (Thomas Tuchel nach dem BL-Spiel in Ingolstadt, Endstand 3:3, November 2016)
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"Mancini sprang an der Seitenlinie auf und ab, mal die Hände in den Sakkotaschen versteckt, dann wieder wild gestikulierend, ein Gemälde von impotenter Wut. Da niemand mehr auf ihn hörte, fing er bald an, auf italienisch zu schreien. So hörte erst recht keiner auf ihn."

Dieser Beitrag wurde zuletzt von de_Lek am 09.04.2025 um 20:50 Uhr bearbeitet
Zitat von Holzschuh85
Zitat von Ganduin

Trump ist bei den Zöllen eingeknickt, und hat für die nächsten 90 Tage alle außer die für China auf 10% gesenkt; China hingegen bekommt 125%. Das sind natürlich immer noch 10% zu viel, aber immerhin. Die Börsen sind gleich mal um 6% oder so nach oben.

Wichtig ist es jetzt, die Renditen der US-Staatsanleihenmärkte im Auge zu behalten. Amerikanische Treasuries sind normalerweise super langweilig, aber normalerweise so etwas wie das Gegenstück zu Aktien, weil sie eigentlich als sicher angesehene werden. Wenn Aktien sinken, steigen die Preise von Staatsanleihen (d.h. ihre Rendite sinkt) daher normalerweise, und umgekehrt. Die letzten paar Tage sind beide gefallen, was EXTREM ungewöhnlich ist, und ebenso auch Rohstoffe - Anleger haben ALLES, was mit den USA zu tun hatte, abgestoßen. Wenn das so bleiben sollte, hätte das Potenzial für eine größere Finanzkrise als 2008.


Real müsste Trumps Vorgehen doch im Gros vor allem den USA schaden, solange die anderen Nationen sich unter einander einigen, die Märkte umzugestalten.

Aktuell ist natürlich viel Panik und politisch ist Trumps Kurs gegenüber China schon beunruhigend. Aber auch diese Entwicklung dürfte sich doch vor allem mit der Zeit beruhigen.
Oder ignoriere ich da was total wichtiges?


Naja, das was ich skizziert habe schadet ja auch der USA am meisten. Aber eine Finanzkrise in den USA greift auf alle in der Welt über. Das ist ja auch in der Finanzkrise ab 2007 passiert. Und uns hilft es ja nur wenig, wenn wir uns damit trösten können, dass es die USA noch schlimmer trifft, massive Probleme kriegen wir trotzdem.
Und "beruhigen" ist so ohne weiteres nicht drin, wenn da ein Irrer im weisen Haus sitzt, der jederzeit irgendeinen Blödsinn machen kann, und den dann wieder zurücknimmt, um doch wieder vom Zurückrudern zurückzurudern usw. Zölle sollen Fabriken in Amerika attraktiver machen, was langfristige Lieferketten umstellen würde, ach nee, halt mal, war doch nur ein Trick, Zölle sind doch nur ein Mittel, um die anderen Länder unter Druck zu setzen, so ein bisschen Brinkmanship ist doch eine super Verhandlungstaktik, "Art of the Deal" nicht gelesen? Aber halt, die anderen Staaten saugen Amerika bis aufs Blut aus und das müssen wir ändern, also doch irgendwie vielleicht Zölle in 90 Tagen, und hört gefälligst mit euer scheiß Nachhaltigkeit auf und fragt gefälligst mehr Öl nach, aber amerikanischer Sprit muss billig sein, die Ölpreise sind zu hoch!

Und lauter so sich selbst widersprechendes Zeug. Welches Unternehmen soll denn bei so einem Umfeld vernünftig planen können? "Beruhigen" also höchstens insofern, dass man Amerika möglichst meidet, aber das bedeutet, dass man die Gewinne, die derzeit in Amerika eingefahren werden, liegen lassen muss, und sich mit weniger zufrieden geben muss.

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Fan vom BVB und den roten Teufeln.
Zitat von de_Lek
Zitat von FR

Link
Aus dem Koalitionsvertrag geht hervor, dass die CDU neben dem Bundeskanzler sieben weitere Ministerien besetzt: der Chef des Bundeskanzleramts sowie Wirtschaft–, der Außen–, Bildung–, Gesundheit–, Verkehrs– und Digitalisierungsminister sollen allesamt von der CDU kommen. Laut des Koalitionsvertrags erhält die SPD sieben Ministerien. Neben den Verteidigungs–, Finanz– und Wirtschaftsministerien, erhält die SPD auch das Justiz–, Arbeits–, Umwelt– und Bauministerium.

Die CSU stellt in der schwarz-roten Regierung drei Ministerien. Söders Partei besetzt den Innenminister und das Forschung– sowie Ernährungsministerium.


Interessante Verteilung. Die SPD verzichtet zum ersten Mal in der Bundesdeutschen Geschichte als Juniorpartner auf das Außenministerium. Damit verzichtet man auf viel Potenzial zur Profilgewinnung - andererseits ist die aktuelle Außenpolitik relativ straightforward. Dafür sichert man sich "Projekt"-Ministerien - Bauen, Verteidigung, Umwelt und die neue starke Gegenposition zum Bundeskanzler scheint - seit Scholz in der letzten Merkel-Regierung - der Finanzminister zu sein. Das birgt natürlich die Gefahr, dass sich Merz Erfolge auf die eigene Fahne schreibt und Misserfolge auf die zuständigen SPD-Minister abwälzt. Aber zum regieren wird das relativ hilfreich sein. Dass mit Johann Wadephul auch ein eher unbekannter CDU-Politiker als Außenminister gehandelt wird, spricht dafür, dass Merz die high-profile Außenpolitik aus dem Kanzleramt heraus machen will.

Mit Klingbeil als Finanzminister und Pistorius als Verteidigungsminister fährt man für die nächste Bundestagswahl auch zweigleisig - kann sich Klingbeil nicht selber profilieren und SPD-Projekte umsetzen, hat man immer noch den populären Verteidigungsminister in der Hinterhand als Kanzlerkandidat.

Grundsätzliches Fazit: Positiv überrascht. Wenn man jetzt noch die Jens Spahns, Andi Scheuers und Alexander Dobrindts dieser Welt von Ministerposten fernhalten kann, ist diese Regierung doch ganz in Ordnung.

Der Dobrindt droht uns als Innenminister.
Und Spahn? Das Gesundheitsministerium liegt bei der CDU.

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