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Gib mich die Kirsche! Der Talkthread

18.01.2025 - 13:04 Uhr
Zitat von UlmerBVB1986

Zitat von BVBBC

Zitat von UlmerBVB1986

Zitat von zxy123

Zitat von BVBatistuta

Zitat von Archimedes2

Nicht nur die Hetzkampagne gegen Brosius-Gersdorf - man sollte sich auch noch an die Hetzkampagnen gegen Habeck und Co. erinnern.

Spahn ist eines der ekelhaftesten Gesichter dessen, was sich Konservatismus nennt.


Vor allem gab es gar keine Schmutzkampagne gegen Hagel. Das waren ja alles seine eigenen Aussagen zu der Schülerin oder wie er die Lehrerin angepampt hat oder den Treibhauseffekt erklärt hat.
Frau Brosius Gersdorf wurden ja Sachen angedichtet, die überhaupt nicht der Realität entsprachen, genauso bei Habeck.


Ich freue mich sehr für Cemsmile, habe selbst Grün gewählt.

Diese ganze Geschichte aus den letzten 2 Wochen muss man allerdings schon etwas differenzierter betrachten. Ich möchte ehrlich gesagt keine Auswüchse wie in den USA bei uns sehen.

Das "schmutzige" an dieser Sache war in erster Hinsicht weniger das Thematisieren der Aussagen Hagels zu der Schülerin (was letztendlich sein Bild in den letzten Tagen dominiert hat, weniger die Geschichte mit der Lehrerin, einfach aufgrund der Natur der Sache, und noch viel weniger Inhalte, was ich wirklich furchtbar finde im Angesicht der aktuellen Situation), sondern das Timing.

Ja, dieses Interview war vielen Bürgerinnen und Bürgern in BaWü unbekannt, aber eben nicht der Politik-Szene in Stuttgart und Berlin. Robin Alexanders Einwürfe gestern Abend bei Miosga fand ich daher auch valide und wichtig. Man kann zu keinem anderen Schluss kommen, als dass der Zeitpunkt von der Bundestagsabgeordneten bewusst gewählt war. Auch wie andere Spitzenpolitiker der Grünen hier sofort Traffic erzeugt haben wirkte teils befremdlich. Und aufgrund der Thematik war auch völlig klar, dass man hier massiven Schaden anrichten kann, den die Gegenseite in so kurzer Zeit nicht mehr repariert bekommt.

Und auch wenn die Aussagen nach 8 Jahren immer noch falsch sind, wirkt die Erklärung der Bundestagsabgeordneten, sie wollte über Hagel aufklären, eher konstruiert. Der Typ hat sich in den letzten Jahren nichts zu Schulden kommen lassen, kein einziger Bericht über wirklich relevantes Fehlverhalten außer seinem teils unbeholfenen Auftreten. Im Gegenteil, zahlreiche weibl. und männl.. Stimmen aus unterschiedlichen politischen Lagern, die ihm hohes Engagement attestieren. Was wiegt dann schwerer bzw. was macht einen Menschen eher aus, das Wirken und Verhalten in den letzten Jahren oder eine Aussage in einem Interview, für die er sich sofort entschuldigt hat. Wobei diese Entschuldigung auch sofort zerpflückt wurde, weil man "solchen Menschen" nichts glauben kann. Da ging es dann auch relativ schnell in die Schwurbel Ecke, die Kommentarspalten waren voll von Epstein-Vergleichen und Aussagen wie "checkt seine Festplatte". Und das wurde eben alles so stehen gelassen, auch auf den eigenen Social Media Kanälen.

Ich will mich damit echt nicht anfreunden. Schon gar nicht bei den BaWü Grünen.


Ein Interview das 8 Jahre alt ist mag vielleicht nicht mehr aktuell sein, vielleicht hat er zu leichfertig diese Aussagen getätigt, ich denke jeder hat Aussagen getätigt für die man sich schämen muss. Aber mein Problem ist eher die fehlende Entschuldigung, denn "die Aussage war Mist" ist keine Entschuldigung "Ich entschuldige mich für meine Aussage von damals, diese habe ich leichtfertig hingesagt und entsprechen keiner meiner eigentlichen Charkatereigenschaften" - sowas wäre eine Entschuldigung gewesen!

Zudem die Fragwürdgie Aussage darüber (direkt hinter "das war Mist"), das seine Frau ihm den Kopf gewaschen habe und sie sein moralischer Kompass sei... will man einen Ministerpräsidenten, der immer erstmal seine Frau fragen muss, ob etwas moralisch verwerflich sein könnte, oder sollte die Person das schon alleine können wenn er Ministerpräsident werden möchte?

Dazu das neuste Video von seinem Schulbesuch, von einem Menschen, der seine größte Stärke mit "Galassenheit" angegeben hatte und in einem harschen Ton die Lehrerin zurecht weißt... selbst wenn sie ihm wirklich ein paar mal zuvor ins Wort gefallen ist, das ist kein Benehmen. Und dann zuletzt das einfach Prinzip des Treibhausgases das er erklären soll... erstmal sehr bedenklich dass er Politik macht, die auch Klimafragen zu entscheiden hat und dann nicht einmal Ahnung davon hat, was der Treibhauseffekt überhaupt ist. Dann weitergehend bedenklich das er lieber ein gefährliches Halbwissen von sich gibt, statt zuzugeben, dass er keine Ahnung hat, denn das konnte JEDER nach dem Erklärungsversuch sehen.

Mag sein das der gute Mann einige Aufgrund der Auftritte verloren hat, aber daran hat nur er Schuld, niemand anderes.
Mag auch sein dass die Grünen das geleaked haben, aber dass ausgerechnet die CDU sich beklagt... Das ist ja wohl der größte Witz bei der Geschichte.
Frauke Brosius-Gersdorf schon vergessen?
Was Annalena Baerbock, Robert Habeck und Olaf Scholz wohl zu der Sache zu sagen hätte?
Oder sie SPD und die Grünen bei der NRW Wahl 2022?
Oder Die Linke in Bremen 2023 bei der Senatswahl?

Da sagt ein Hase zum anderen du hast lange Ohren und in dem Fall ist die Union der Hase mit den längsten Ohren!


Man könnte deinen Beitrag hier ebenso verwenden, um ein Narrativ zu bilden, das alles auf die Goldwaage legt und dich zum Passagier deiner Gedanken macht, obwohl die Dinge, die man mit dem Narrativ beschwört, maximal dezent zwischen den Zeilen stehen.

Ich möchte das dabei nur mal skizzieren und betonen, dass das an sich überhaupt nicht meine Meinung und persönliche Interpretation ist, aber das was aus nur einem Satz von dir konstruierbar ist:

" will man einen Ministerpräsidenten, der immer erstmal seine Frau fragen muss, ob etwas moralisch verwerflich sein könnte, oder sollte die Person das schon alleine können wenn er Ministerpräsident werden möchte?"

Will man einen Ministerpräsidenten, dessen Frau nichts gilt? Denn das muss ja der Gegenentwurf zu deiner Frage sein. Ein Ministerpräsident muss also quasi sexistisch und patriarchalisch sein, laut deiner Aussage, wenn er seine Frau nicht konsultieren kann.

Wie gesagt, das ist nicht meine Meinung und nicht meine Interpretation deiner Aussage, aber es ist daraus problemlos etwas zu konstruieren, was dich in eine moralisch problematische Position bringt. Völlig egal, ob du das so gemeint hast oder nicht. Das zählt einfach nichts, wie auch offensichtlich nicht, wenn du jetzt im Anschluss sagen würdest, dass du das ja gar nicht so gemeint und noch nicht mal gesagt hast. Was sogar stimmt, da bin ich mir recht sicher, so wie man dich hier sonst liest, aber was egal ist, weil du das Narrativ längst nicht mehr kontrollieren kannst, indem es von Anderen vorgegeben wird. Es würde sogar nicht mal helfen, wenn du es als Fehler oder gar als Mist bezeichnet.

Auch der Hinweis auf problematische Kampagnen der CDU, ist formal gerechtfertigt und genauso in Bezug auf deren Urheber zu benennen. Aber inwiefern betrifft das konkret Hagel? Hat der bei dem Spiel mitgemacht oder sich geweigert? Gilt dann wirklich das Paritätsprinzip, das du beschwörst?

Wenn Whataboutism zur Rechtfertigung für Whataboutism wird, dann wird das Verhalten nun mal komplett salonfähig und in der Konsequenz zum Standard. Möchte man das wirklich? Ich glaube nicht, vor allem deswegen, da es die Politik zum reinen Spiel der Populisten macht und Inhalte letztendlich egal sind. Im Prinzip Trumps Spielregeln: wer am meisten Steine im Glashaus wirft, gewinnt ...


Da verdrehst du mir aber ganz schön die Worte im Mund, selbst wenn nur zur Veranschauung - BTW danke dass du es gleich betont hast! Aber ja, ich verstehe was du damit aussagen willst und hatte hier auch schon mehrfach Diskussionen, die so verlaufen sind. Text -> irgendeine Abstrakte Argumentation -> RIchtigstellung -> dem Diskussionspartner egal und beharrte darauf was er gemeint gelesen zu haben.

Beim letzten Absatz habe ich mich offenbar nicht gut genaug ausgdrückt. Ich habe die CDU /Union gemeint, die ziemlich Prominent die "Schmutzkampagne" der Grünen bei Wahl kritisieren. Ich kann hier deine Position umwandeln und fragen was Baerbock, Habeck und vor allem Frauke Brosius-Gersdorf gemacht hatten.



Das ist mir bewusst, aber spielt nun mal für diese Wahl keine Rolle. Es ging personell um Özdemir und Hagel und nicht um Baerbock, Habeck oder Brosius-Gersdorf. Keine dieser 3 Personen hatte etwas mit der Landtagswahl in BW zu tun. Es ist daher keine Retourkutsche für diese Fälle gegen die CDU und die Personen, die bei der CDU für die jeweiligen Schmutzkampaganen verantwortlich sind, sondern nur die versuchte Rechtfertigung dafür, dass das so oder so nun vollkommen in Ordnung ist, selbst wenn die CDU in BW sich dagegen geweigert hat ...


Ich habe auch nicht versucht was zu rechtfertigen, sondern ein längeres "CDU, heul leiser" in die Tasten gehauen.



Was effektiv leider dasselbe ist. Ich höre bei der CDU in BW jedenfalls kaum Geheule eines schlechten Verlieres, sondern allerhöchstens Feststellungen darüber, dass die Kampagne von den Grünen so nicht in Ordnung war und das an sich gute Verhältnis beider Parteien im Land - anders als im Bund - dort nun belastet ist. Im Großen und Ganzen gibt man sich aber selbst die Schuld und sieht die Fehler bei sich.


Wie eben schon geschrieben, ich will so eine Politik nicht haben, aber es triggert ziemlich meinen Gerechtigkeitssinn dass die CDU/Union hier das arme unschuldige Opfer spielt (im Falle Hagel wohl sogar zutreffend - selbst wenn man seine Aussagen kritisch sieht) wenn es ihnen wiederfährt, aber oft selbst im großen Stile austeilen...


Ich sehe nicht, dass Hagel das Opfer spielt, sondern die Situation so angenommen hat, wie sie ist und sich klar verantwortlich gezeigt hat für die Wahl. Ich sehe auch nicht, dass Hagel zu irgendeinem Zeitpunkt ausgeteilt hat.

Wo bleibt daher an der Stelle dein Gerechtigkeitssinn? Deine Denke an der Stelle hat leider viel davon alle Fans aus dem Stadion zu werfen, weil ein paar Ultras übertrieben mit Pyro gezündelt haben. Kollektivstrafen gegen Unbeteiligte finde ich jedenfalls nicht gerecht. Knapp 80.000 BVB Fans für nicht mal 50 Leute zu bestrafen, mit denen ein Großteil der 80.000 nicht mal ansatzweise einverstanden ist, kann einfach nicht gerecht sein. So verhält es sich im Übertrag auch mit deinem Beispiel, indem du zurecht auf andere Fälle in der CDU hinweist, die aber nun mal mit der Landtagswahl nichts zu tun hatten.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von BVBBC am 09.03.2026 um 14:34 Uhr bearbeitet
Zitat von BVBBC

Das ist mir bewusst, aber spielt nun mal für diese Wahl keine Rolle. Es ging personell um Özdemir und Hagel und nicht um Baerbock, Habeck oder Brosius-Gersdorf. Keine dieser 3 Personen hatte etwas mit der Landtagswahl in BW zu tun. Es ist daher keine Retourkutsche für diese Fälle gegen die CDU und die Personen, die bei der CDU für die jeweiligen Schmutzkampaganen verantwortlich sind, sondern nur die versuchte Rechtfertigung dafür, dass das so oder so nun vollkommen in Ordnung ist, selbst wenn die CDU in BW sich dagegen geweigert hat ...


Da gebe ich dir Recht. Ich will hier nichts rechtfertigen, sondern nur darauf verweisen, das die CDU es gar nciht gefallen hat, die eigene Medizin zu schlucken.


Zitat von BVBBC

Was effektiv leider dasselbe ist. Ich höre bei der CDU in BW jedenfalls kaum Geheule eines schlechten Verlieres, sondern allerhöchstens Feststellungen darüber, dass die Kampagne von den Grünen so nicht in Ordnung war und das an sich gute Verhältnis beider Parteien im Land - anders als im Bund - dort nun belastet ist. Im Großen und Ganzen gibt man sich aber selbst die Schuld und sieht die Fehler bei sich.


Mag bei der CDU BW so sein, wenn man die CDU als gesamtes sieht, ist es ein "schönes" Geheule.

*Beachte hier auch bitte meinen letzten Satz zum Thema Verhältnis der Parteien hier im Kommentar.


Zitat von BVBBC

Ich sehe nicht, dass Hagel das Opfer spielt, sondern die Situation so angenommen hat, wie sie ist und sich klar verantwortlich gezeigt hat für die Wahl. Ich sehe auch nicht, dass Hagel zu irgendeinem Zeitpunkt ausgeteilt hat.


Habe ich auch nicht geschrieben, ich habe geschrieben das man Hagel als Opfer sehen könnte, egal was man von seinen getätigten Aussagen halten möchte.


Zitat von BVBBC

Wo bleibt daher an der Stelle dein Gerechtigkeitssinn? Deine Denke an der Stelle hat leider viel davon alle Fans aus dem Stadion zu werfen, weil ein paar Ultras übertrieben mit Pyro gezündelt haben. Kollektivstrafen gegen Unbeteiligte finde ich jedenfalls nicht gerecht. Knapp 80.000 BVB Fans für nicht mal 50 Leute zu bestrafen, mit denen ein Großteil der 80.000 nicht mal ansatzweise einverstanden ist, kann einfach nicht gerecht sein. So verhält es sich im Übertrag auch mit deinem Beispiel, indem du zurecht auf andere Fälle in der CDU hinweist, die aber nun mal mit der Landtagswahl nichts zu tun hatten.


Es geht mir nicht darum etwas zu legitimieren, sondern nur um darauf hinzweisen, dass andere etwas machten, was die CDU als gesamte Partei und partiell schon über Jahre betreiben, nun ihnen wiederfährt. In dem Fall in einer Wahl, in der von seiten der CDU wohl alles sauber war.
Wie vorher schon geschrieben, war das Video zu veröffentlich angeblich ein Alleingang von Zoe Mayer und kann dann in dem Fall auch nicht der ganzen Partei oder Cem Özdemir angelastet werden.

•     •     •

• • •
--------------Lewandowski/Riedle&Chapuisat

---Reus/Kagawa----------------Möller/Rosicky/Ricken-----------Sancho/Kuba

--------------Sahin/Kehl&Gündogan---------Zorc/Sammer (wennDM)/Bender

Dede/Schmelzer - Hummels/Wörns - Kohler/Subotic - Piszczek/Reuter

--------------------Kobel/Weidenfeller/Klos

Dieser Beitrag wurde zuletzt von UlmerBVB1986 am 09.03.2026 um 15:48 Uhr bearbeitet
@BVBBC Irgenwie hat es meinen Kommentar verhauen und bekomme die ganzen Quoten die ich am Ende übersehen habe nicht gelöscht... nochmals ohne die Quoten:

BVBBC:
Das ist mir bewusst, aber spielt nun mal für diese Wahl keine Rolle. Es ging personell um Özdemir und Hagel und nicht um Baerbock, Habeck oder Brosius-Gersdorf. Keine dieser 3 Personen hatte etwas mit der Landtagswahl in BW zu tun. Es ist daher keine Retourkutsche für diese Fälle gegen die CDU und die Personen, die bei der CDU für die jeweiligen Schmutzkampaganen verantwortlich sind, sondern nur die versuchte Rechtfertigung dafür, dass das so oder so nun vollkommen in Ordnung ist, selbst wenn die CDU in BW sich dagegen geweigert hat ...

Ulmer:
Da gebe ich dir Recht. Ich will hier nichts rechtfertigen, sondern nur darauf verweisen, das die CDU es gar nciht gefallen hat, die eigene Medizin zu schlucken.


BVBBC:
Was effektiv leider dasselbe ist. Ich höre bei der CDU in BW jedenfalls kaum Geheule eines schlechten Verlieres, sondern allerhöchstens Feststellungen darüber, dass die Kampagne von den Grünen so nicht in Ordnung war und das an sich gute Verhältnis beider Parteien im Land - anders als im Bund - dort nun belastet ist. Im Großen und Ganzen gibt man sich aber selbst die Schuld und sieht die Fehler bei sich.


Ulmer:
Mag bei der CDU BW so sein, wenn man die CDU als gesamtes sieht, ist es ein "schönes" Geheule.

*Beachte hier auch bitte meinen letzten Satz zum Thema Verhältnis der Parteien hier im Kommentar.


BVBBC:
Ich sehe nicht, dass Hagel das Opfer spielt, sondern die Situation so angenommen hat, wie sie ist und sich klar verantwortlich gezeigt hat für die Wahl. Ich sehe auch nicht, dass Hagel zu irgendeinem Zeitpunkt ausgeteilt hat.

Ulmer:
Habe ich auch nicht geschrieben, ich habe geschrieben das man Hagel als Opfer sehen könnte, egal was man von seinen getätigten Aussagen halten möchte.


BVBBC:
Wo bleibt daher an der Stelle dein Gerechtigkeitssinn? Deine Denke an der Stelle hat leider viel davon alle Fans aus dem Stadion zu werfen, weil ein paar Ultras übertrieben mit Pyro gezündelt haben. Kollektivstrafen gegen Unbeteiligte finde ich jedenfalls nicht gerecht. Knapp 80.000 BVB Fans für nicht mal 50 Leute zu bestrafen, mit denen ein Großteil der 80.000 nicht mal ansatzweise einverstanden ist, kann einfach nicht gerecht sein. So verhält es sich im Übertrag auch mit deinem Beispiel, indem du zurecht auf andere Fälle in der CDU hinweist, die aber nun mal mit der Landtagswahl nichts zu tun hatten.

Ulmer:
Es geht mir nicht darum etwas zu legitimieren, sondern nur um darauf hinzweisen, dass andere etwas machten, was die CDU als gesamte Partei und partiell schon über Jahre betreiben, nun ihnen wiederfährt. In dem Fall in einer Wahl, in der von seiten der CDU wohl alles sauber war.
Wie vorher schon geschrieben, war das Video zu veröffentlich angeblich ein Alleingang von Zoe Mayer und kann dann in dem Fall auch nicht der ganzen Partei oder Cem Özdemir angelastet werden.

•     •     •

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--------------Lewandowski/Riedle&Chapuisat

---Reus/Kagawa----------------Möller/Rosicky/Ricken-----------Sancho/Kuba

--------------Sahin/Kehl&Gündogan---------Zorc/Sammer (wennDM)/Bender

Dede/Schmelzer - Hummels/Wörns - Kohler/Subotic - Piszczek/Reuter

--------------------Kobel/Weidenfeller/Klos

Dieser Beitrag wurde zuletzt von UlmerBVB1986 am 09.03.2026 um 15:51 Uhr bearbeitet
Zitat von BVBBC
Zitat von UlmerBVB1986

Zitat von zxy123

Zitat von BVBatistuta

Zitat von Archimedes2

Nicht nur die Hetzkampagne gegen Brosius-Gersdorf - man sollte sich auch noch an die Hetzkampagnen gegen Habeck und Co. erinnern.

Spahn ist eines der ekelhaftesten Gesichter dessen, was sich Konservatismus nennt.


Vor allem gab es gar keine Schmutzkampagne gegen Hagel. Das waren ja alles seine eigenen Aussagen zu der Schülerin oder wie er die Lehrerin angepampt hat oder den Treibhauseffekt erklärt hat.
Frau Brosius Gersdorf wurden ja Sachen angedichtet, die überhaupt nicht der Realität entsprachen, genauso bei Habeck.


Ich freue mich sehr für Cemsmile, habe selbst Grün gewählt.

Diese ganze Geschichte aus den letzten 2 Wochen muss man allerdings schon etwas differenzierter betrachten. Ich möchte ehrlich gesagt keine Auswüchse wie in den USA bei uns sehen.

Das "schmutzige" an dieser Sache war in erster Hinsicht weniger das Thematisieren der Aussagen Hagels zu der Schülerin (was letztendlich sein Bild in den letzten Tagen dominiert hat, weniger die Geschichte mit der Lehrerin, einfach aufgrund der Natur der Sache, und noch viel weniger Inhalte, was ich wirklich furchtbar finde im Angesicht der aktuellen Situation), sondern das Timing.

Ja, dieses Interview war vielen Bürgerinnen und Bürgern in BaWü unbekannt, aber eben nicht der Politik-Szene in Stuttgart und Berlin. Robin Alexanders Einwürfe gestern Abend bei Miosga fand ich daher auch valide und wichtig. Man kann zu keinem anderen Schluss kommen, als dass der Zeitpunkt von der Bundestagsabgeordneten bewusst gewählt war. Auch wie andere Spitzenpolitiker der Grünen hier sofort Traffic erzeugt haben wirkte teils befremdlich. Und aufgrund der Thematik war auch völlig klar, dass man hier massiven Schaden anrichten kann, den die Gegenseite in so kurzer Zeit nicht mehr repariert bekommt.

Und auch wenn die Aussagen nach 8 Jahren immer noch falsch sind, wirkt die Erklärung der Bundestagsabgeordneten, sie wollte über Hagel aufklären, eher konstruiert. Der Typ hat sich in den letzten Jahren nichts zu Schulden kommen lassen, kein einziger Bericht über wirklich relevantes Fehlverhalten außer seinem teils unbeholfenen Auftreten. Im Gegenteil, zahlreiche weibl. und männl.. Stimmen aus unterschiedlichen politischen Lagern, die ihm hohes Engagement attestieren. Was wiegt dann schwerer bzw. was macht einen Menschen eher aus, das Wirken und Verhalten in den letzten Jahren oder eine Aussage in einem Interview, für die er sich sofort entschuldigt hat. Wobei diese Entschuldigung auch sofort zerpflückt wurde, weil man "solchen Menschen" nichts glauben kann. Da ging es dann auch relativ schnell in die Schwurbel Ecke, die Kommentarspalten waren voll von Epstein-Vergleichen und Aussagen wie "checkt seine Festplatte". Und das wurde eben alles so stehen gelassen, auch auf den eigenen Social Media Kanälen.

Ich will mich damit echt nicht anfreunden. Schon gar nicht bei den BaWü Grünen.


Ein Interview das 8 Jahre alt ist mag vielleicht nicht mehr aktuell sein, vielleicht hat er zu leichfertig diese Aussagen getätigt, ich denke jeder hat Aussagen getätigt für die man sich schämen muss. Aber mein Problem ist eher die fehlende Entschuldigung, denn "die Aussage war Mist" ist keine Entschuldigung "Ich entschuldige mich für meine Aussage von damals, diese habe ich leichtfertig hingesagt und entsprechen keiner meiner eigentlichen Charkatereigenschaften" - sowas wäre eine Entschuldigung gewesen!

Zudem die Fragwürdgie Aussage darüber (direkt hinter "das war Mist"), das seine Frau ihm den Kopf gewaschen habe und sie sein moralischer Kompass sei... will man einen Ministerpräsidenten, der immer erstmal seine Frau fragen muss, ob etwas moralisch verwerflich sein könnte, oder sollte die Person das schon alleine können wenn er Ministerpräsident werden möchte?

Dazu das neuste Video von seinem Schulbesuch, von einem Menschen, der seine größte Stärke mit "Galassenheit" angegeben hatte und in einem harschen Ton die Lehrerin zurecht weißt... selbst wenn sie ihm wirklich ein paar mal zuvor ins Wort gefallen ist, das ist kein Benehmen. Und dann zuletzt das einfach Prinzip des Treibhausgases das er erklären soll... erstmal sehr bedenklich dass er Politik macht, die auch Klimafragen zu entscheiden hat und dann nicht einmal Ahnung davon hat, was der Treibhauseffekt überhaupt ist. Dann weitergehend bedenklich das er lieber ein gefährliches Halbwissen von sich gibt, statt zuzugeben, dass er keine Ahnung hat, denn das konnte JEDER nach dem Erklärungsversuch sehen.

Mag sein das der gute Mann einige Aufgrund der Auftritte verloren hat, aber daran hat nur er Schuld, niemand anderes.
Mag auch sein dass die Grünen das geleaked haben, aber dass ausgerechnet die CDU sich beklagt... Das ist ja wohl der größte Witz bei der Geschichte.
Frauke Brosius-Gersdorf schon vergessen?
Was Annalena Baerbock, Robert Habeck und Olaf Scholz wohl zu der Sache zu sagen hätte?
Oder sie SPD und die Grünen bei der NRW Wahl 2022?
Oder Die Linke in Bremen 2023 bei der Senatswahl?

Da sagt ein Hase zum anderen du hast lange Ohren und in dem Fall ist die Union der Hase mit den längsten Ohren!


Man könnte deinen Beitrag hier ebenso verwenden, um ein Narrativ zu bilden, das alles auf die Goldwaage legt und dich zum Passagier deiner Gedanken macht, obwohl die Dinge, die man mit dem Narrativ beschwört, maximal dezent zwischen den Zeilen stehen.

Ich möchte das dabei nur mal skizzieren und betonen, dass das an sich überhaupt nicht meine Meinung und persönliche Interpretation ist, aber das was aus nur einem Satz von dir konstruierbar ist:

" will man einen Ministerpräsidenten, der immer erstmal seine Frau fragen muss, ob etwas moralisch verwerflich sein könnte, oder sollte die Person das schon alleine können wenn er Ministerpräsident werden möchte?"

Will man einen Ministerpräsidenten, dessen Frau nichts gilt? Denn das muss ja der Gegenentwurf zu deiner Frage sein. Ein Ministerpräsident muss also quasi sexistisch und patriarchalisch sein, laut deiner Aussage, wenn er seine Frau nicht konsultieren kann.

Wie gesagt, das ist nicht meine Meinung und nicht meine Interpretation deiner Aussage, aber es ist daraus problemlos etwas zu konstruieren, was dich in eine moralisch problematische Position bringt. Völlig egal, ob du das so gemeint hast oder nicht. Das zählt einfach nichts, wie auch offensichtlich nicht, wenn du jetzt im Anschluss sagen würdest, dass du das ja gar nicht so gemeint und noch nicht mal gesagt hast. Was sogar stimmt, da bin ich mir recht sicher, so wie man dich hier sonst liest, aber was egal ist, weil du das Narrativ längst nicht mehr kontrollieren kannst, indem es von Anderen vorgegeben wird. Es würde sogar nicht mal helfen, wenn du es als Fehler oder gar als Mist bezeichnet.

Auch der Hinweis auf problematische Kampagnen der CDU, ist formal gerechtfertigt und genauso in Bezug auf deren Urheber zu benennen. Aber inwiefern betrifft das konkret Hagel? Hat der bei dem Spiel mitgemacht oder sich geweigert? Gilt dann wirklich das Paritätsprinzip, das du beschwörst?

Wenn Whataboutism zur Rechtfertigung für Whataboutism wird, dann wird das Verhalten nun mal komplett salonfähig und in der Konsequenz zum Standard. Möchte man das wirklich? Ich glaube nicht, vor allem deswegen, da es die Politik zum reinen Spiel der Populisten macht und Inhalte letztendlich egal sind. Im Prinzip Trumps Spielregeln: wer am meisten Steine im Glashaus wirft, gewinnt ...


Ich finde dieses Thema der Schmutzkampagnen tatsächlich extrem schwierig, denn letztendlich hat gerade die CDU auf Bundesebene in der Opposition viel dazu beigetragen, dass diese Art Politik zu machen bereits salonfähig ist.

Fraglich ist dann am Ende, wie damit umgegangen werden soll. Macht man es besser oder spielt man genauso? Die Grünen haben in BaWü Letzteres gemacht, jedoch ohne Lügen bzw. konstruierte Scheinwahrheiten, was die CDU wiederum seit Jahren sehr aktiv macht. Also zumindest nicht ganz so schlimm, wie es bei der CDU üblich ist.

Das führt sicherlich nicht dazu, dass die politische Landschaft in Deutschland fairer und konstruktiver wird, aber das ist sie doch ohnehin schon lange nicht mehr. Jens Spahn jammert auch nur rum, weil die CDU mit den eigenen Waffen geschlagen wurde.

Letztendlich ist das alles doch nur wieder ein Symptom einer bereits vollkommen dysfunktionalen Politik in Deutschland, die komplett von Populismus und sinnloser Symbolpolitik geprägt ist. Ich persönlich habe schon eine Weile die Hoffnung aufgegeben, dass in der Spitzenpolitik noch irgendjemand die besten Interessen der Bürgerinnen und Bürger im Sinn hat und für diese Interessen konstruktiv arbeiten möchte.

Ich wünsche BaWü, dass beide Parteien konstruktiv zusammenfinden. Den Beziehungen zwischen beiden Parteien haben der Bundeswahlkampf der CDU und der Landeswahlkampf der Grünen jetzt sicherlich nicht geholfen. Das ist eben die Problematik, wenn man unfair spielt. Koalitionsverhandlungen und vernünftige Regierungsarbeit werden dadurch mit Sicherheit nicht einfacher.
Krokusse, Märzenbecher, milde Temperaturen...
Und auch der nächste Teil der Zeitreise ist da.

Zuerst kommen wieder die Nachträge:

1997:
Erstmals lerne ich hier im Osten Ausländer persönlich kennen. Das war ein junges Paar aus Brasilien.
Im Mai hatte ich schon meinen fünften Jahrestag in der Disko. Das wollte ich dort mit meinem Freund feiern. Doch wir gerieten über die Urlaubsplanung in Streit. Und dann passierte genau das, was sich schon seit Monaten andeutete: Die Beziehung war offiziell zu Ende. Nebenbei gesagt: An meinen prekären Arbeitsverhältnissen meckerte er ständig rum. Aber was Besseres besorgte er mir auch nicht.

1998:
Ich war im Tour-de-France-Fieber. Aber es gab keine Ära Jan Ullrich.
Unser Hausarzt schloss seine Praxis. Er ging in ein Anstellungsverhältnis. Wir fanden aber sehr schnell eine neue Hausärztin zum 1. Januar 1999, dort sind wir noch heute.

Und heute behandele ich das nächste Jahr.
Thema ist: 1999: Zehn Jahre Wende

Papa beendete im Januar seine ABM. Ein paar Wochen später fanden wir in der Tageszeitung eine Annonce, wo ein anderer Kurierdienst einen Fahrer suchte. Das war die Woche über. Er rief dort an, und er bekam diesen Job auch. Das war Nachtarbeit. Aber was sollte er denn machen? Andere Bewerbungen schlugen fehl. Und hier war er auch bis zur Rente beschäftigt. Den anderen Job einmal am Wochenende beim anderen Kurierdienst behielt er aber bei.

Nun intensivierte Mutti ihre Anstrengungen um eine eigene ABM. Die Stadt-Bibliothek stelle jedes Jahr mehrere ein. Sie meldete sich deswegen mehrfach beim Arbeitsamt und auch beim Verantwortlichen der Stadt. Doch als diese Stellen im Frühjahr vergeben wurden, ging sie leer aus. Sie rief dann den Bürgermeister persönlich an, den sie gar nicht kannte. Aber er war sehr zuvorkommend. Er sagte, er setze sich für sie ein. Und kurz danach bekam Mutti vom Arbeitsamt die Zuweisung in die Heimatstube- ABM-Vollzeit für ein Jahr - standardmäßig.
Dort saß man eigentlich nur da und wartete auf Besucher. Manchmal meldeten sich auch Gruppen an. Und man musste auch putzen. Das war eigentlich Aufgabe der Reinigungskräfte der Stadt, aber ABM-Vorgänger auf diesen Stellen hatten angefangen zu putzen. Und dann stellten die festen Kräfte der Stadt diese Arbeit dort ein. Aber Mutti musste auch einspringen, wenn woanders Not am Mann oder der Frau war.
Durch Mutti wurde ich Nutzerin der Stadtbibliothek und blieb es 7 Jahre lang.

Ich war voll im Bewerbungsprozess. Im Handel hatte ich mich ja schon immer beworben. Aber da hatte ich in den Ketten nur ein einziges Vorstellungsgespräch Mitte der 90er Jahre in einem extra-Markt im Nachbarkreis. Dort wurde ich aber nicht genommen. Extra wurde später von Rewe geschluckt. Dieser betreffende Markt ist aber heute längst geschlossen.
Nun ging ich persönlich los in die Innenstadtläden und fragte vor Ort nach einer Stelle, auch als Minijob. Überall hörte ich, dass genug Aushilfen da sind oder die Läden kaum Gewinn abwerfen.
Mutti kannte zwei Frauen, die sich jeweils mit einem Klamottengeschäft selbstständig gemacht hatten. Die sagten, sie haben ihre Leute. Und beide Läden bestanden auch nicht lange.
Eine Verkäuferin aus der Firma, wo ich und Mutti nach der Wende gearbeitet hatten, fand Arbeit in einem neuen Schreibwarenladen. Sie war gelernte Verkäuferin. Sie sollte mich dort unterbringen. Aber auch hier war nichts zu machen, da standen dutzende Leute, die Arbeit suchten. Und auch dieser Laden verschwand nach kurzer Zeit wieder. Er ging nicht.

Ich hatte mich seit 1992 auch bei der Konkurrenzfirma meines ersten Arbeitgebers nach der Wende befragt. Das war eine Westfirma, die hier eine Filiale eröffnet hatte nach der Wende. Das war eine Bürostelle.Ich fragte regelmäßig per Telefon nach. Und am Anfang hatte ich auch meine Mappe eingeschickt. Nun meldete sich erstmals der Chef telefonisch bei mir. Die Firma hatte eine Bürokraft gleich nach der Wende Teilzeit eingestellt, die nun in Rente ging. Der Chef meinte, er rufe mich nochmal an, dann vereinbaren wir ein Vorstellungsgespräch. Aber dieser Anruf kam nie. Dann wählte ich, der Chef wich aus. Beim meinem zweiten Anruf sagte er mir, dass sie gar keinen mehr auf dem Büro beschäftigen werden. Das machen sie nun alles selber. Damit waren 7 Jahre Hoffnungen erledigt, alles umsonst gewesen. Das hat mich wirklich geärgert.
Obwohl ich bei Absagen auf schriftliche Bewerbungen mittlerweile abstumpfte. Ein Mann von unserem Westbesuch wunderte sich darüber, dass ich nicht bei jeder Absage wütend bin. Dann wäre ich durchgedreht.

In der Tageszeitung las ich, dass in der Nähe ein Außenhandelsbüro eröffnet hatte. Das war doch mein Traum Anfang der 90er Jahre gewesen, im Außenhandel zu arbeiten. Ich bewarb mich einfach mal. Als ich danach den Chef anrief, meinte er, dass er bereits Personal habe, aber beabsichtige, noch eine Halbtagskraft zu nehmen. Damals war es üblich, dass nach Lohnkostenzuschüssen gefragt wurde. Diese für mich so typischen Befristungen auf ein Jahr waren damals sehr verbreitet. Und es kam zur Vereinbarung. Ich wurde für ein Jahr eingestellt. Das Gehalt war sehr niedrig, aber was sollte ich denn machen? Man konnte sich nichts aussuchen. Der Arbeitsweg war kurz. Der Chef war aus dem Osten und kurz vor dem Mauerfall in den Westen gegangen. Nach 10 Jahren kam er mit seiner Familie zurück. Später erfuhr ich, dass er im Westen bereits mit seiner Firma einmal insolvent war. Ich kam dort gut zurecht. Die Arbeit war wie erwartet sehr interessant. Die Einarbeitung war sehr gewissenhaft. In dem Büro waren noch zwei Männer und eine Azubi sowie die Ehefrau des Chefs. Vor allem mit den beiden Frauen verstand ich mich sehr gut. Der Chef sagte aber von Anfang an, dass es nach dem einen Jahr für mich keine Weiterbeschäftigung geben würde, weil er finanziell knapp bei Kasse sei. Die Azubi erzählte mir auch mehrfach, dass sie ihr Gehalt verspätet bekam. Lange konnte er sich auch hier im Osten nicht am Markt halten. 2003 war er auch hier insolvent. Die Angestellten in der Firma waren alle aus dem Osten. Der Chef sagte zu mir, ich solle mich in diesem Bereich bewerben, da habe ich beste Aussichten. Aber wo waren diese Firmen – und auch noch mit freien Stellen?

Unser neues Großprojekt war unser leerstehendes Stallgebäude. Da hielten wir zu DDR-Zeiten Vieh und lagerten Futter. Es gab hier nun ein Projekt mit Fördermitteln. Und die waren üppig. Man musste dafür einen Antrag stellen und viel Ausdauer haben. Ich war nie in eine eigene Wohnung gezogen, weil wir das Stallgebäude immer zu einem kleinen Haus für mich umbauen wollten. Diese Fördermittel jetzt konnten wir da gut gebrauchen. Und wir hatten Erfolg. Papa konnte auch einige handwerkliche Vorarbeiten dabei leisten. Und wir konnten uns auch Zeit lassen bei den Arbeiten. 1999 begann alles mit dem Antrag, 2000 begannen die Handwerker.

Im November feierten wir den 10. Jahrestag des Mauerfalls. Ja, manche Leute meckerten wegen der Massenarbeitslosigkeit und den niedrigen Löhnen. Aber verglichen mit heute waren die Menschen viel zufriedener. Keiner außer ewig Gestrigen kritisierte die westliche Demokratie. Da waren wir schon weiter in der Einheit als heute.
Es gab viele, die arbeitslos und in prekären Beschäftigungen waren. Aber manche hatten auch Glück. Oftmals wurden ältere Produktionsarbeiter durch Sozialpläne bei der VEB-Privatisierung übernommen und blieben, wie auch mein Onkel. Oder sie erwischten nach der Wende bleibende Beschäftigungen.

Man merkte deutlich die Veränderungen der 10 Jahre Wende. Gegenüber dem Ende der DDR arbeiteten vor allem deutlich weniger Frauen. Die Arbeitslosigkeit lag bei über 20 Prozent, so hoch war sie auch noch in den Nuller-Jahren. Längst nicht mehr alle waren verheiratet. Manche lebten als Single, manche unverheiratet zusammen, wenn man heiratete, dann später. Und die Kinderanzahl ging massiv zurück, und man bekam später den Nachwuchs. Die Abwanderung in den Westen war hoch. Am besten, man machte dort gleich die Ausbildung oder das Studium und blieb dann dort. Es gab auch viele Männer, die die Woche über im Westen arbeiteten und eine Wochenendbeziehung hier im Osten führten. Es wurde nun viel mehr geschieden. Heftig wurde das bei Ehen aus DDR-Zeiten, wenn es um Vermögenswerte ging. Denn in der DDR gab es dazu andere Regelungen.
Aber trotz der niedrigen Löhne konnte man sich etwas leisten. Die Eigenheimbaugebiete schossen wie Pilze aus der Erde. Viele sagten jetzt, dass sie das Elternhaus nicht mehr übernehmen, sie wollten ein eigenes Haus bauen. In der Schule war man nun nicht mehr auf Westpakete angewiesen. Die Eltern kauften ihren Kindern Markenklamotten. Schnell entstand das auch im Osten. Nach West-Klamotten wurde man hier auch in der DDR bewertet, nur konnte man die sich nun selber kaufen. Die Häuser wurden sichtbar schöner. Wie an unserem Haus verschwand der graue Putz. Viele erkundeten Europa und die Welt. Neben vielen wackligen Firmen in prekären Verhältnissen gab es aber auch sehr erfolgreiche Ost-Unternehmer, die noch heute am Markt sind wie z. B. hier in Nordhausen das Autohaus Peter. Helmut Peter ist Ossi. Manche West-Firmen eröffneten im Osten Filialen, das waren aber leider nur verlängerte Werkbänke. Oftmals lief die Büroarbeit über das Hauptwerk im Westen. Forschung und Entwicklung suchte man mit der Lupe. Viele Abgänger des Gymnasiums sagten, dass sie hier gar keine passenden Stellen finden. Auf den Beruf des Bankkaufmanns gab es einen riesigen Run. Dabei merkte man aber, dass viele nach der Ausbildung etwas ganz Neues begannen, weil sie im Beruf nicht unterkamen.
Das Vereinsleben war deutlich vielfältiger geworden.
Es entwickelte sich die erste Ostalgie-Welle, die aber ganz anders war als die heutige. Man machte sich über die Mangelwirtschaft der DDR lustig. Es gab DDR-Partys mit Honecker-Double, das verlacht wurde. Ich war aber nie auf so einer Veranstaltung. Und mit Partei-Bonzen und Stasi-Leuten wurde sehr kritisch umgegangen. Die wurden auch beschimpft.

Was passierte noch 1999?

Der Euro wurde als Buchgeld eingeführt.

Es gibt die erste NATO-Osterweiterung.

Im März greift die NATO im Kosovo ein.

Im August gab es die SoFi, die Sonnenfinsternis. Eine damalige Arbeitskollegin von Mutti fuhr sogar an diesem Tag in eine Region im Süden, wo man das richtig erleben konnte. Bei uns hier war es nur ein bisschen eingetrübt. Im Vorfeld wurden Spezialbrillen verkauft. Da waren aber viel zu wenige am Markt, wir haben nirgends eine bekommen. Wir brauchten sie ja dann auch gar nicht.

Im September startet Wer wird Millionär? Bei RTL mit Günther Jauch. Das sehe ich mir noch heute an.

Beckham, Sheringham, Solskjaer – ein unvorstellbares Ende des CL-Finals in Barcelona. Nicht nur die Bayern hatten mit dieser Niederlage nicht mehr gerechnet.

Und der Countdown für das Millenium lief. Es war auch meine letzte öffentliche Silvesterparty. Das war eh immer schwer mit der Fahrerei wegen der Böllerei. Aber im Laufe der 90er Jahre hatte die nach der Wende stark aufkommende Zahl der öffentlichen Silvester-Veranstaltungen immer weiter abgenommen. Im neuen Jahrtausend musste man die verbleibenden hier mit der Lupe suchen.
Überall wurden teure Reisen angeboten, wo man das Jahr 2000 begrüßen konnte. Und die Computer-Experten warnten vor einem Jahr-2000-Problem. Würden dann die Computer massenweise abstürzen, weil sie auf so ein Jahr nicht eingestellt waren? Das traf dann gar nicht ein.

Am Silvesterabend trat Jelzin in Moskau zurück, und Putin übernahm. Die Dimension dieser Entscheidung begriff man damals nicht.
Jelzin hatte es in den 90er Jahren nicht geschafft, Russland wirtschaftlich nach vorn zu bringen. So haben die Russen die Demokratie in Erinnerung. Und wir sahen Jelzin oftmals besoffen bei offiziellen Terminen.
Putin ging damals noch unter in der Wahrnehmung.

So, das war die Zeitreise durch die Wendezeit der 90er Jahre. Aber meine Zeitreise endet hiermit noch nicht. Es kommen noch mehrere Folgen. Denn einige der behandelten Dinge betreffen auch das neue Jahrtausend. Sanierungen, meine ständige Arbeitssuche... das geht noch weiter. Und das ist dann Inhalt der nächsten Folge. Dann steht nämlich auch der nächste unsägliche Lehrgang des Arbeitsamtes an. Ich werde aber nicht mehr jedes Jahr einzeln betrachten, ich arbeite das nach Themenkomplexen ab.

•     •     •

Ich wünsche mir hier faire Gespräche und einen fachkundigen Austausch von Meinungen.

Dieser Beitrag wurde zuletzt von CocoBall am 09.03.2026 um 20:49 Uhr bearbeitet
Wie sieht's denn bei Euch aus mit den Treibstoffpreisen?

Am Ende der Republik auf der anderen Seite der Staatsgrenze ist der Liter Super 30-35 Cent billiger. 🙈

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Nichts war früher besser.
Aber es gab Dinge, die waren früher einfach gut.
Und das wären sie auch heute noch. Wenn man die Finger davon gelassen hätte.
© J. Malmsheimer

Dieser Beitrag wurde zuletzt von Zeh-Lizenz am 10.03.2026 um 15:04 Uhr bearbeitet
Zitat von Zeh-Lizenz
Wie sieht's denn bei Euch aus mit den Treibstoffpreisen?

Am Ende der Republik auf der anderen Seite der Staatsgrenze ist der Liter Super 30-35 Cent billiger. 🙈


Ich zahlte etwa 5 Euro Strom für 1800 km in dem letzten 12 Monaten. 2 km/h schneller im Schnitt als das Auto. Lastenrad for the win.
Zitat von WalterFroschsErbe
Zitat von Zeh-Lizenz

Wie sieht's denn bei Euch aus mit den Treibstoffpreisen?

Am Ende der Republik auf der anderen Seite der Staatsgrenze ist der Liter Super 30-35 Cent billiger. 🙈


Ich zahlte etwa 5 Euro Strom für 1800 km in dem letzten 12 Monaten. 2 km/h schneller im Schnitt als das Auto. Lastenrad for the win.


Heute bin ich mit dem Rad da, 0,000€. Gestern habe ich (mit Zwang) für 2,129€ / Liter Diesel getankt... hatte sogar noch Glück, war teilweise gestern über 2,20€! 2,239€ war der höchste Preis den ich gesehen habe.

Es ist eine Frechheit wie man uns schon wieder schröpft. Erst mit einem Ölpreis von 115$ je Barrel hatte man auf einen Liter gerechnet rund 22 Cent Preissteigerung zu 80$ je Barrel erreicht... diese Öl musste aber ja erst am Sonntag zu dem Preis eingekauft werden. Bis das an der Tankstelle ist dauert es entsprechend.

Auch wenn die Hoffnungen ohne große Erfolgschancen sind, hoffe ich wirklich das man was gegen diese Preispolitik was macht. Kann ja auch nicht im Sinne der Verbraucher sein, dass die Preis bis zu 20 Mal am Tag angepasst werden.

Pro Tipp: angeblich ist der sweet spot Deutschlandweit 18:26 Uhr. Genau zu der Uhrzeit soll der Treibstoff immer am günstigsten sein...

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• • •
--------------Lewandowski/Riedle&Chapuisat

---Reus/Kagawa----------------Möller/Rosicky/Ricken-----------Sancho/Kuba

--------------Sahin/Kehl&Gündogan---------Zorc/Sammer (wennDM)/Bender

Dede/Schmelzer - Hummels/Wörns - Kohler/Subotic - Piszczek/Reuter

--------------------Kobel/Weidenfeller/Klos
Zitat von Zeh-Lizenz
Wie sieht's denn bei Euch aus mit den Treibstoffpreisen?

Am Ende der Republik auf der anderen Seite der Staatsgrenze ist der Liter Super 30-35 Cent billiger. 🙈


Spitzenwert war vorgestern bei uns bei Super mit 2,22 und E10 2,16! Heute Nachmittag das erste mal seit ein paar Tagen wieder Preise von unter 2Euro gesehen. Bei uns um die Ecke E10 sogar 1,96!
Glaube kaum, dass unsere Regierung da groß eingreift. Die werden das eher laufen lassen, weil es ja mehr Einnahmen für den Staat bedeutet. Schließlich hat man sich doch so verschuldet.
Und Tankrabatt etc. würde ja auch bedeuten, dass man hier wieder Schulden machen muss. Die beste Wirtschaftsministerin aller Zeiten wird das wieder aussitzen. Vllt regt sich noch etwas die Konzerne an, im großen Stil zu hohen Preisen zu kaufen, damit die Preise auch beim abflauen der Krise erstmal hoch bleiben.
Gas hat sie ja auch teuer im Winter nachkaufen müssen.... Von daher passt das alles.

Bekannte von mir haben es gut. Die wohnen in Frankfurt/Oder. Die fahren dann über die Grenze. 1,35Euro ist da wohl der Preis. Die Polen lachen sich immer einen ab über uns.

•     •     •

„Wenn du dich und den Feind kennst, brauchst du den Ausgang von hundert Schlachten nicht zu fürchten. Wenn du dich selbst kennst, doch nicht den Feind, wirst du für jeden Sieg, den du erringst, eine Niederlage erleiden. Wenn du weder den Feind noch dich selbst kennst, wirst du in jeder Schlacht unterliegen.“
🇩🇪🇮🇱🇿🇦

Quelle: www.nber.org
First, using two plausibly exogenous VAT changes, we show that prices respond twice as much to VAT increases as to VAT decreases. Second, we show that this asymmetry results in higher equilibrium profits and markups. Third, we find that firms operating with low profit margins are particularly likely to respond asymmetrically to VAT changes.
Zitat von UlmerBVB1986
Zitat von WalterFroschsErbe

Zitat von Zeh-Lizenz

Wie sieht's denn bei Euch aus mit den Treibstoffpreisen?

Am Ende der Republik auf der anderen Seite der Staatsgrenze ist der Liter Super 30-35 Cent billiger. 🙈


Ich zahlte etwa 5 Euro Strom für 1800 km in dem letzten 12 Monaten. 2 km/h schneller im Schnitt als das Auto. Lastenrad for the win.


Heute bin ich mit dem Rad da, 0,000€. Gestern habe ich (mit Zwang) für 2,129€ / Liter Diesel getankt... hatte sogar noch Glück, war teilweise gestern über 2,20€! 2,239€ war der höchste Preis den ich gesehen habe.

Es ist eine Frechheit wie man uns schon wieder schröpft. Erst mit einem Ölpreis von 115$ je Barrel hatte man auf einen Liter gerechnet rund 22 Cent Preissteigerung zu 80$ je Barrel erreicht... diese Öl musste aber ja erst am Sonntag zu dem Preis eingekauft werden. Bis das an der Tankstelle ist dauert es entsprechend.

Auch wenn die Hoffnungen ohne große Erfolgschancen sind, hoffe ich wirklich das man was gegen diese Preispolitik was macht. Kann ja auch nicht im Sinne der Verbraucher sein, dass die Preis bis zu 20 Mal am Tag angepasst werden.

Pro Tipp: angeblich ist der sweet spot Deutschlandweit 18:26 Uhr. Genau zu der Uhrzeit soll der Treibstoff immer am günstigsten sein...


Steuern nicht gleich Inputpreis, aber: je stabiler desto besser für Konsumenten, wenn Margen klein sind.
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