Spanien - weitere Vereine und Themen

Sind wir wirklich " richtige " Fans?

30.08.2010 - 20:00 Uhr
Sind wir wirklich " richtige " Fans? |#21
31.08.2010 - 18:11 Uhr
kannst du dir vorstellen daß man einen verein unabhängig vom standort beurteilt.
oder daß es menschen gibt, für die patriotismus keine so große rolle im leben spielt wie für andere?
ist es so schwer sich bewußt zu machen wie unterschiedlich menschen denken und fühlen?
leidenschaft für einen verein muß absolut nichts mit der stadt zu tun haben.
ist es nicht vorstellbar, daß man komplett unabhängig vom jeweiligen ort sympathien schlicht und ergreifend nur für den verein an sich entwickeln kann? und diese sympathien sich mit der zeit zu einer echten leidenschaft weiterentwickeln können?
das problem ist, daß bei manchen die leidenschaft für ihren club haupsächlich durch den patriotismus bedingt ist (ist also der HAUPTGRUND) und einige davon sich NICHT VORSTELLEN KÖNNEN, daß es auch eine menge andere gründe geben kann.
um das "verstehen" zu können muß man sich einfach nur von dem lösen, was man selber kennt, sprich nicht nur von SICH ausgehen.
schaut mal: ich bin seit 1997 real-sympathisant (seit der saison, in der real seit 32jahren wieder die cl gewonnen hat. NICHT ERST SEIT REAL DIE CL GEWONNEN HAT 1998).
diese sympathie hat sich über die jahre gesteigert. und zwar auf ein leidenschaftliches niveau, das ausreicht, daß ich mich als "echten fan" bezeichne.
meine freundin dachte auch, daß man nur durch die ortsverbundenheit wirklicher fan eines clubs sein kann. bis sie mich kennengelernt hat und gemerkt hat, daß es nix gibt, was in mir solche emotionen auslöst, wie REAL MADRID (muß dazu sagen, daß das auch leicht zu erkennen ist, da ich eigentlich kein so emotionaler mensch bin)!!! nicht mal unsere nationalmanschaft!!!
und dann brauch ich mir sicherlich nicht von einem kleingeist (oder menschen mit begrenzten horizont) we keruf sagen lassen, daß ich kein "richtiger fan" bin.
übrigens: was bedeutet denn "aushängeschild einer stadt" in bezug auf clubs (natürlich nicht nur darauf bezogen)? daß sich menschen durch interesse für einen verein auch plötzlich anfangen sich für die stadt zu interessieren. warum ist das so? weil sympathie für die stadt keine voraussetzung ist für die sympathie zu einem club.
wie kommt man darauf, daß sympathie sich nicht zu einer leidenschaft entwickeln kann?
und die leidenschaft für einen verein (NEIN, NICHT FÜR DIE STADT) ist entscheidend, "wie sehr man fan ist" und nix anderes.
Sind wir wirklich " richtige " Fans? |#22
31.08.2010 - 18:20 Uhr
Sehr interessanter Thread!

Grundsätzlich unterscheide ich zwischen einem Sympathisanten und einem "Fan". Da ich aus der Region Zürich komme, und ich mich bereits seit klein auf mit Fussball beschäftigt habe kristallisierte sich schnell einmal ein "Lieblingsverein" heraus. Zur Überraschung aller Verwandten (Vater, Patenonkel, Tanten) wählte ich mit meinen 6,7 Jahren nicht den FC Basel, sondern den Erzfeind Grasshoppers Klub Zürich. :o

Das Entsetzen war natürlich gross, und doch war die Wahl einfach zu erklären - GC war damals in aller Munde (in der Schweiz), sie hatten den Ruf eines Nobelklubs und schafften in der CL für schweizer Verhältnisse grandiose Leistungen. Als kleiner Knirps aus der Region Zürich ist man mit diesen Erfolgen aufgewachsen, die Anzahl an besuchten Matches wurde laufend erhöht und so wuchs eben die Leidenschaft für diesen Klub.

Trotz der Pubertät, Stimmungsschwankungen, neuen Geschehnissen im Fussballwesen und der Fast-Insolvenz von GC mit der Folge eines völlig neuen, langfristigen Konzepts kam mir nie in den Sinn, diesem Verein den Rücken zu kehren. GC ist im Herz, und ist gegen alles und jeden resistent.

Sowas nenne ich "Fan-sein". Tradition, Langfristigkeit und Leidenschaft sind wohl Stichworte, die hier entscheidend sind.

Dann gibt es die Sympathie zu einem (oder mehreren) Vereinen. Vereine, die einem wie das Wort schon sagt, aus irgendwelchen Gründen (Spieler, Stadt, Geschichte etc.) sympathisch sind. Bei denen man sich freut, wenn sie gewinnen, und sich ärgert, wenn sie verlieren, aber niemals auf eine solche Art und Weise, mit so viel Enthusiasmus, wie mit "seinem" Verein.

Ich persönlich sympathisiere seit dem magischen Dreieck und einigen Stadionbesuchen mit dem VFB Stuttgart. Warum? Weil mir vor 10,12 Jahren zu Beginn schlicht der Name gefällt, wie ZeugeAmoahs es perfekt umschrieben hatte. Dann begann ich, mich wirklich für den Verein und die Spieler zu interessieren, und war begeistert.

Zudem mag ich Leverkusen. Schlicht aus dem Grunde, weil ich mit ihnen sehr oft aus unerklärlichen Gründen mitgelitten haben, als sie (mal wieder) die 2 auf dem Rücken trugen.

Wer sich nun bei welchem Verein zu was bekennt, ist natürlich jedem selbst überlassen. Jedoch muss er akzeptieren, dass es eben andere gibt, die seine Haltung nicht verstehen, weil sie andere Ansichten des "Fan-seins" haben. Man kann an der Diskussion ja hervorragend sehen, wie sehr doch jeder ein etwas anderes Bild von dieser Kultur hat, und jeder seine Grenzen zwischen Fan, Sympathisant oder ähnlichem anders zieht.

Noch zur "wir" Frage. Kann ich das rational erklären? Nein. Es ist eine emotionale Geschichte. Ich persönlich bin Stolz darauf, bei GC von wir zu sprechen, würde es aber beim VFB oder Leverkusen niemals tun. Weil ich mich selber anlügen würde. Es ist ein Gefühl, das man hat.

Und noch zu den ganzen Barca-Real-Chelsea-Anhänger: Die Skepsis gegenüber euch ist doch schlicht logisch - es gibt auf der ganzen Welt so viele Trikotträger dieser Vereine, ohne auch nur den geringsten emotionalen Bezug zu diesen zu haben. Sie kennen weder die Startaufstellungen, noch den Trainer oder die aktuellen Resultate. Sie schmücken sich schlicht mit falschen Federn.

Damit müssen die "richtigen" Fans, die sich für den Verein interessieren, die die Leidenschaft für diesen aufbringen und wöchentlich voll mitfiebern, leben. Ihr seht, einen Stadionbesuch, eine Geburtsurkunde in der Stadt London, Bacelona oder Madrid oder einen Wohnsitz dort fordere ich nicht von einem "richtigen" Anhänger. Denn das sind schlicht nackte Fakten. Dabei geht's beim Fan-sein eben genau nicht darum, sondern um Emotionen und Leidenschaft, die sehr oft gar völlig irrational sind und nicht plausibel begründet werden können.

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"I spent a lot of money on booze, birds and fast cars. The rest I just squandered."

/George Best/
Sind wir wirklich " richtige " Fans? |#23
31.08.2010 - 18:35 Uhr
Das versteh ich ja gut, dass man Fan von einem Verein aus nem anderen Land, Stadt, warum auch immer sein kann. Finde es bloss komisch, dass das dann praktisch immer reichsten und erfolgreichsten Vereine des Erdballs sein müssen, sprich Real Madrid, Manchester United, Bayern, Barcelona, Liverpool, Arsenal, Juventus, AC Mailand, seit neuerem auch Inter. Warum haben diese Clubs so extrem viel mehr Fans von ausserhalb als beispielsweise ein Porto, Olympiakos, Lyon, Marseille, Valencia, AS Rom usw. auch alles Traditionsvereine aber nicht ganz so erfolgreich? Da liegt für mich dann einfach die Erklärung nahe, dass diese Fans schlechte Verlierer sind und sich deshalb einen Verein gesucht haben der selten verliert. Mir wäre das (Der Erfolg) einfach zu wenig Grundlage zu einer Identifikation mit dem Verein. Ausserdem finde ich bei diesen Vereinen ist ein wesentlicher Teil des Fantums nicht erfüllt. Nähmlich dass Mitleiden mit dem Verein. Denn keiner dieser Vereine hat über längere Zeit keinen Erfolg. Denn der wahre Fan zeigt sich ja nur wenn der Verein über längere Zeit in einer Krise steckt... Nur ist dass bei diesen Vereinen ja praktisch nicht möglich da sie nie über längere Zeit in einer Krise stecken. Deshalb spreche einem Grossteil von Fans solcher Clubs ab, richtige Fans zu sein. Denn man weiss es nicht wie diese reagieren würden, würde Barcelona oder Manu jetzt z.B. zwangsrelegiert und würde für 10 Jahre in der 2. Liga spielen. Ich denke die meisten würden sich sehr schnell abwenden. Ausnahmen gibt es immer.

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Allgemeine Forderung für die MWA-Auswertung:

Benutzt den Median (Zentraler Mittelwert). Im Vergleich zum arithmetischen Mittel, oft Durchschnitt genannt, ist der Median robuster gegenüber Ausreißern (extrem abweichenden Werten) - also perfekt für die MWA.
Sind wir wirklich " richtige " Fans? |#24
31.08.2010 - 19:18 Uhr
Zitat von warhol:
Zitat von jogggeli:
Da liegt für mich dann einfach die Erklärung nahe, dass diese Fans schlechte Verlierer sind und sich deshalb einen Verein gesucht haben der selten verliert.


Der Annahme, dass der Vorgang der Identifikation ein derart bewusster wäre, in dem derlei, von dir als beinah rational dargestellte Kalküle eine Rolle spielen würden, kann ich net folgen ...



Hab mich vielleicht ein wenig undeutlich ausgedrückt... Auch ich denke dass dieser Prozess eher unbewusst von statten geht und auch mit den fussballerischen Eindrücken im Kindesalter zu tun hat. Gerade bei Kindern gibt es sehr viele schlechte Verlierer. Aber es ist doch auch so, dass ich vor 7 -8 Jahren noch praktisch niemandem mit einem Barcelona oder Chelsea - Shirt auf dem Bolzplatz gesehen habe. Und jetzt sollen die plötzlich soviele "richtige" Fans mehr haben? Da bin ich halt etwas skeptisch, da ich persönlich auch viele Leute kenne die sich so bloss mit fremden Federn schmücken und sich dann, wenn Barcelona nicht mehr so erfolgreich ist, im Extremfall wieder ein Real-Shirt kaufen.

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Sind wir wirklich " richtige " Fans? |#25
31.08.2010 - 19:28 Uhr
Zitat von jogggeli:
. Gerade bei Kindern gibt es sehr viele schlechte Verlierer. Aber es ist doch auch so, dass ich vor 7 -8 Jahren noch praktisch niemandem mit einem Barcelona oder Chelsea - Shirt auf dem Bolzplatz gesehen habe. Und jetzt sollen die plötzlich soviele "richtige" Fans mehr haben? Da bin ich halt etwas skeptisch, da ich persönlich auch viele Leute kenne die sich so bloss mit fremden Federn schmücken und sich dann, wenn Barcelona nicht mehr so erfolgreich ist, im Extremfall wieder ein Real-Shirt kaufen.


Ist schon eine lustige Aussage. Die Verknüpfung das Anhängers eines Ortsfremden Vereines schlechte Verlierer sind. :D
Das vor 7-8 Jahren und auch davor kaum eines der kleinen Racker mit den Hemdchen ausländischer Clubs rumgelaufen sind, liegt mit Sicherheit an der seit dieser Zeit vermeherten Medienpräsenz ausländischer Fußballvereine.Z.B seit wann kann ich die ausländischen Ligen so komplett im TV anschauen.Auch die Internetpräsenz ist nicht zu unterschätzen.
Und generell hat sich im Bereich Marketing in den letzten Jahren einiges geändert.
Vor 10 Jahren z.B ein Barcahemdchen zu bekommen war selbst in Frankfurt kaum möglich.Heute ein Klick bei ebay und das Teil kommt nach Hause.
Da wird scheinbar einiges bunt durcheinander gemischt.

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made by LA MASIA
25.11.2012 11 Spieler aus der eigenen Jugend und
davon 8 Katalenen gewinnen bei Levante 4:0.
Sind wir wirklich " richtige " Fans? |#26
31.08.2010 - 19:55 Uhr
Was kann ich dafür, dass ich Österreicher bin? Aufgrund dieser Tatsache soll ich Vereine anderer Länder nicht favorisieren dürfen? Ich finde diesen Thread ziemlich überflüssig, vor allem weil er (wahrscheinlich) durch die nationalistischen Aussagen eines 12-jährigen Kindes dass gerade mal den ersten Pickel bekommen hat erstellt wurde.

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"Deserving is not a thing in competition. You earn it, or you don't." -SingSing
Sind wir wirklich " richtige " Fans? |#27
31.08.2010 - 20:37 Uhr
Zitat von sosuard:
Zitat von jogggeli:
. Gerade bei Kindern gibt es sehr viele schlechte Verlierer. Aber es ist doch auch so, dass ich vor 7 -8 Jahren noch praktisch niemandem mit einem Barcelona oder Chelsea - Shirt auf dem Bolzplatz gesehen habe. Und jetzt sollen die plötzlich soviele "richtige" Fans mehr haben? Da bin ich halt etwas skeptisch, da ich persönlich auch viele Leute kenne die sich so bloss mit fremden Federn schmücken und sich dann, wenn Barcelona nicht mehr so erfolgreich ist, im Extremfall wieder ein Real-Shirt kaufen.


Ist schon eine lustige Aussage. Die Verknüpfung das Anhängers eines Ortsfremden Vereines schlechte Verlierer sind. :D
Das vor 7-8 Jahren und auch davor kaum eines der kleinen Racker mit den Hemdchen ausländischer Clubs rumgelaufen sind, liegt mit Sicherheit an der seit dieser Zeit vermeherten Medienpräsenz ausländischer Fußballvereine.Z.B seit wann kann ich die ausländischen Ligen so komplett im TV anschauen.Auch die Internetpräsenz ist nicht zu unterschätzen.
Und generell hat sich im Bereich Marketing in den letzten Jahren einiges geändert.
Vor 10 Jahren z.B ein Barcahemdchen zu bekommen war selbst in Frankfurt kaum möglich.Heute ein Klick bei ebay und das Teil kommt nach Hause.
Da wird scheinbar einiges bunt durcheinander gemischt.


Nicht Anhänger eines ortsfremden Vereins, sondern ortsfremde Anhänger der Vereine wie Bayern München, Real Madrid, Barcelona, Manchester United, Chelsea F.C.... Ich glaube nicht dass ein ortsfremder Anhänger von Hertha BSC, Stuttgart, Stoke City, Newcastle und solcher Vereine ein schlechter Verlierer ist, denn er weiss wie es ist zu verlieren. Aber ist doch vollkommen logisch, dass Menschen, die vom Charakter her eher schlechte Verlierer sind, eher Clubs favorisieren die praktisch immer gewinnen.

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Sind wir wirklich " richtige " Fans? |#28
31.08.2010 - 20:54 Uhr
Zitat von Ace2411:

Der gute Keruf hat das Problem, dass er zwar von Fantum redet, aber etwas anderes meint und zwar Fanatismus, oder um im Fußballjargon zu bleiben eine Form der Ultrà-Bewegung.


War zwar der "Anstoß" zu diesen Diskussionen hier, sollte aber gar kein Thema hier sein.
Ich denke eh der sitzt in seiner Bude in Castrop Rauxel, träumt davon irgendwann mal in Urlaub nach Madrid zu kommen und freut sich tierisch wie er hier alle auf die Schippe genommen hat. :p

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Sind wir wirklich " richtige " Fans? |#29
31.08.2010 - 21:02 Uhr
Zitat von Ace2411:


Ist mir eigentlich relativ egal, wer er hockt und was er zu sagen hat oder auch nicht. Ich wollte der Diskussion nur weiterhelfen.

Hast du mt deinem Beitrag ja wohl auch.Ich hoffe nicht das du meine Anmerkung jetzt irgendwie falsch verstanden hast.

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Sind wir wirklich " richtige " Fans? |#30
31.08.2010 - 21:13 Uhr
Was ich vielleicht noch anfügen möchte: Da wir ein doch sehr engagierter Fanclub sind, haben wir auch ein gewisses Standing im Verein und nicht selten haben wir wirklich Vorzüge, die kaum ein anderer hat. Schließlich haben wir u.a. die Möglichkeit zu jedem Spiel fahren zu können mit der Sicherheit in das Stadion zu kommen.

Mittlerweile bin ich auch Vereinsmitglied und bin schon ein wenig stolz darauf, wie wir in Spanien jedesmal begrüßt und geherzt werden. Es ist einfach eine ganz andere Welt, die mitunter kaum fassbar ist, da die Mentalität so ganz anders ist.

Der Klub kommt uns auch echt entgegen, sichert uns Events zu, wie ein Essen mit den Klubvertretern vor dem CL Quali Spiel auf Schalke und zeigt sich generös mit Vergünstigungen und zahlreichen Geschenken. Einfach eine tolle Sache, auch wenn die Organisation im Verein völlig drunter und drüber geht, spanisch eben. ;)
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