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Superleague

19.04.2021 - 11:38 Uhr
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Superleague |#31
23.04.2021 - 13:20 Uhr
Teil 2:

Wie könnte es weitergehen bzw. was gibt es für Alternativen?

Kernfrage: wer von den bisherigen Fans und Mitgliedern hat irgendetwas von Wachstum? Ich behaupte: keiner. Interessiert uns denn, wieviel Geld Barca einnimmt? Nur aus dem Grund, dass wir wettbewerbsfähig bleiben wollen.
Geld ist nur mittel zum Zweck und der Wettbewerb hat sich leider zu sehr auf den finanziellen Wettbewerb verlagert. Würde das weniger wichtig werden und sportlicher Erfolg nicht so stark an finanziellen Erfolg gebunden sein, würde der Sport trotzdem funktionieren. Ob Neymar und Ronaldo nun für 1 statt 30 Mio /Jahr spielen….würde das irgendwas an deren sportlicher Leistungsfähigkeit ändern? Eher nein.
Lösungsansätze (bewusst schwarz/weiß aber so muss die Diskussion anfangen: erstmal Klarheit , wo die Probleme liegen und dann erarbeiten, wie man das in dem gesamten stark verflochtenem System auflösen könnte)
1. nehmt die Leute aus dem Fussball, die nur Geld damit verdienen wollen. Damit meine ich nicht den Currybudenbetreiber Auch TV-Übertragungen an sich sind nicht verwerflich, damit darf auch Geld verdient werden, allerdings nicht in diesem krankhaften Kontext. --> Investoren raus, alle Vereine sollten ihren Mitgliedern gehören (ich betone nochmal, dass ich das bewusst schwart/weiss male)
2. beschränkt den finanziellen Wettbewerb um dieses krankhafte Überhitzen zu verhindern und damit das Auseinanderklaffen der Schere zwischen CL-Teilnehmern und Vereinen, die nur in der nationalen Liga sind zu bremsen
--> wie bekommt man das alles aber hin? Jemand (glaube Emu war das) hat das Stichwort Kommunismus ins Spiel gebracht. Wir alle wissen, dass das nicht funktioniert hat und funktionieren wird. Ich plädiere eher für das Modell soziale Marktwirtschaft, was (nach meinem Verständnis) bedeutet, dass jeder frei handeln darf, solange das nicht auf Kosten anderer geht, also ein Abwägen der Individual-Interessen mit den Kollektivinteressen. Das erfolgt durch Regeln, welche übergeordnete Institutionen aufstellen (Politik/Verbände etc.). Für den Fussball würde das bedeuten, dass eine Institution, die Zugriff auf alles hat, Regeln aufstellt, die die Interessen aller Beteiligter in Einklang bringt. Mir ist auch bewusst, dass das in Theorie alles super klingt, die Umsetzung aber schwierig bis gar nicht möglich ist. Ich bin aber (noch) nicht bereit, zu resignieren und habe Interesse daran, „meinen Fussball“ zu erhalten oder zurückzugewinnen.

3. Was wäre konkret machbar: Diese Situation dazu nehmen, um eine gesellschaftliche Debatte anzustoßen, wie der Fussball zukünftig aussehen soll. Fussball ist in meinen Augen ein wichtiger Teil unserer Kultur und daher besonders schützenwert. Somit kommt auch eine gesellschaftliche Relevanz und damit eine Involvierung von Politik zum Tragen. D.h. es könnte auch mit Gesetzen (dann auf europäischer Ebene) gearbeitet werden, die bspw. das Kulturgut im Gegensatz zum Eigentumsrecht („jeder Besitzer darf mit seinem Spielzeug machen was er will“) aufwerten. Bspw. Regularien zu Anstoßzeiten, Zugang zu wichtigen Events (keine Spiele Außerhalb Europas). Financial Fairplay (Stichwort Wettbewerbsrecht) gesetzlich verankern. Das erfordert, die Autonomie von Vereinen und Verbänden zu beschränkten, was aber denkbar ist, wenn „Vereine“ wie die FIFA ihren Status missbrauchen und der Grundidee der Gemeinnützigkeit widersprechen (bin kein Jurist, halte das aber für grds. diskutabel). Problem: Lobbyismus: diejenigen die die Entscheidungen treffen (Regierungen, Parlamentarier) sind stark in „Interessensgruppen“ verflochten. Somit haben die professionellen Lobbyisten durch jahrelanges Netzwerken eine lautere Stimme als Fanvertreter. Eine echte Chance (vielleicht die einzige?) sehe ich in der jetzigen Debatte. WENN es gelingt, die empörte Diskussion lange genug aufrechtzuerhalten und das medial aufgegriffen wird UND die Basis deutlich zeigt, dass sie eine relevante Wählergruppe ist, KÖNNTE es zu ernsthaften Diskussionen über Lösungen kommen. Ich bin da leider skeptisch, das System ist sehr träge und der Mensch leider auch.

Sollte das nicht zu einem fundamentalen turnaround führen, wird sich die Entwicklung so fortführen wie oben beschrieben, das ist meine Überzeugung. Dann gibt es Fussball bald nur noch für Kunden, die das als Entertainement sehen. Erste Auswüchse habe ich schon mitbekommen und sicher ihr auch: meine Kumpels interessieren sich kaum noch für CL, da diese nur noch mit großem Aufwand (sky oder Kneipe…achja das waren noch Zeiten Lachend ) möglich ist. Ich habe mein sky-Abo nach Jahren gekündigt, weil mir der neue Preis das Ganze einfach nicht mehr wert ist. Führt dann dazu, dass viele Menschen abgehängt werden (das heisst, das Produkt CL verliert Kunden) und die neue Zielgruppe eher international zu suchen ist oder in einer kleinen Gruppe Fussballverrückter, die auch 200 Pfund für nen Ticket zahlen. Das ist die Wette der Investoren: bekomme ich durch neue Zielgruppen mehr Geld rein als ich durch den Wegfall der alten Basis verliere. Ich würde nicht darauf wetten grins
Dieser Beitrag wurde zuletzt von PuyolCarles am 23.04.2021 um 13:24 Uhr bearbeitet
Superleague |#32
10.06.2021 - 00:17 Uhr
Zitat von Arcturiu

@ZuschauerIn

Einen Status Quo aufgrund von Angst bzw das ausnutzt einer Machtstellung ohne rechtliche Grundlage ist ja keine positive Alternative. Wenn das EUGH der UEFA und ihre Monopolstellung bzw das ausnutzen dieser als juristisch bestätigt und als unrechtmäßig auslegt, wäre das mit Blick auf die darauffolgenden Konsequenzen aus meiner Sicht natürlich historisch (im Kontext des Fußballs).

Das Bosman Urteil und alle die darauffolgenden Konsequenz waren natürlich nicht alle positiv bzw liegt das natürlich im Auge des betrachtet aber darum geht es ja nicht. Selbst da sagt einem der Gesunde Menschenverstand, das dies vorherige Regelung nicht rechtmäßig sein konnte. Ein Spieler der seinen Vertrag erfüllt hat noch Steine in den Weg zu legen mit eine Ablöse Forderung war einfach Schwachsinn.


Mit Blick auf die in der EU aktuell geltende Rechtssprechung gebe ich dir selbstverständlich recht. Das Bosman-Urteil besass und besitzt eine juristisch sehr gut nachvollziehbare Logik (u.a. Stichwort Personenfreizügigkeit). Nur, die direkten und indirekten Folgen, die das Bosman-Urteil auf den Sport hatte und hat, sind in meinen Augen nicht nur des Guten. Dazu zähle ich beispielsweise die Unmöglichkeit, eine nicht bloss auf einem Gentlemen Agreement basierende, sondern rechtlich haltbare Ausländerbeschränkung zu installieren. Auch die stark gewachsene Macht der Spieler und Spielervermittler gehört zu den wenig erfreulichen Konsequenzen des Urteils. Verstehe mich bitte nicht falsch. Vorher, mit der weitreichenden Macht der Vereine und Verbände, war selbstverständlich auch längst nicht alles Gold, was glänzte. Das Pendel schlägt meiner Meinung nach allerdings seit dem Urteil etwas gar weit in die andere Richtung aus. (Dass die Vereine durchaus Möglichkeiten hätten, der Entwicklung entgegen zu wirken, darf natürlich nicht unerwähnt bleiben.)
Dieser Beitrag wurde zuletzt von ZuschauerIn am 10.06.2021 um 00:19 Uhr bearbeitet
Superleague |#33
10.06.2021 - 00:36 Uhr
Es wäre wirklich interessant mit welcher Begründung das aktuelle Verfahren von der UEFA eingestellt worden ist. Auf der Homepage kann ich kein offizielles Statement finden. In den Medien heißt es nur "ohne Angabe von Gründen" Die Statuten würden ein Vorgehen durchaus hergeben. Unter anderem heißt es dort explizit:

Artikel 51
Ohne Bewilligung der UEFA dürfen keine Gruppierungen gebildet werden.

Artikel 52
Unsportliches Verhalten, Spielregelverletzungen sowie Widerhandlungen gegen die Statuten, Reglemente, Beschlüsse und Weisungen der UEFA werden disziplinarisch geahndet.

Trifft exakt auf die SL zu.
Bedeutet für mich: Die wissen genau, dass sie keinerlei juristische Handhabe in Händen halten und vor Gericht verlieren werden. Was auch impliziert, dass die Statuten geltendem Recht widersprechen.

Mein Gefühl sagt mir, bei denen geht die nackte Angst um. Denen fliegt ihr Monopol bald um die Ohren (Das Gericht aus Madrid hat die Angelegenheit bereits an den EUGH verwiesen) und in weiter Folge auch alle anderen Regelungen, die mMn gegen europäisches Recht verstossen. In jedem Fall ist es überfällig, dass sich der EUGH mit dem Treiben der UEFA auseinandersetzt.
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