Alles zur WM 2018
07.06.2018 - 12:18 Uhr
24.07.2018 - 09:48 Uhr
Özil identifiziert sich doch eher mit seiner eigenen Geldbörse als mit was anderem. Das war schon immer so, das war eben auch der Grund, wieso er für Deutschland gespielt hat und nicht für die Türkei.....
24.07.2018 - 09:57 Uhr
Zitat von 60Schorsch
Mustiafi singt die deutsche Hymne mit.
Xhaka sind die schweizer Hymne mit zu Shaqiri hab ich leider nix gefunden.
In Frankreich singen ALLE AUSNAHMSLOS egal ob Muslim, Christ, dunkelhäutig oder hellhäutig die Hymne mit. Das hat was mit identifikation zu tun für mich. Wenn jemand sich nicht mit einem Land identifiziert wie Mesut Özil hat er nichts in der Nationalelf verloren.
Zitat von Corleone60
Nein, das liegt nicht am Glauben. Es liegt einzig und allein am übertriebenen türkischen Nationalismus, den eine Generation an die nächste weitergibt und eine Integration schwer möglich macht.
Khedira ist Muslim und war sogar anerkannter Nationalmannschaftskapitän.
Mustafi ist ebenfalls Muslim, woran sich niemand gestört hat.
Xerdan Shaqiri und Granit Xhaka sind beide Muslime und bestens in der Schweiz integriert und angesehene Nationalspieler.
Der rote "Franckenstein" ist praktizierender Muslim und trotzdem Vollblutfranzose.
Zidane ebenfalls Muslim, genauso wie Henry.
Der Glaube war bei all diesen Spielern nie ein Problem. Bloß bei Özil und Gündogan soll ihr Glaube auf einmal ein Problem sein?
Ist klar....Und Du beschwerst dich über angeblich "populistische" Aussagen
Zitat von Max-sechzig
Bin wiederholt einigermaßen erschrocken über die doch eher populistischen Beiträge zum Thema.
Von der Causa Özil einen generellen Opfermythos der türkischstämmigen Mitbürger im Integrationsprozess abzuleiten, da gehört in meinen Augen schon eine gehörige Portion Ignoranz dazu. Podolski und Klose etwa müssen sich die ganzen Vorwürfe nicht bzw. in deutlich reduzierter Form anhören, weil sie a) mit polnischem Hintergrund in regionaler sowie kultureller Hinsicht eine größere Nähe zu Deutschland haben und b), und das scheint mir am wichtigsten, keine Muslime sind. Der Glauben hängt über der ganzen Debatte nämlich nach wie vor ein Damoklesschwert.
Bin wiederholt einigermaßen erschrocken über die doch eher populistischen Beiträge zum Thema.
Von der Causa Özil einen generellen Opfermythos der türkischstämmigen Mitbürger im Integrationsprozess abzuleiten, da gehört in meinen Augen schon eine gehörige Portion Ignoranz dazu. Podolski und Klose etwa müssen sich die ganzen Vorwürfe nicht bzw. in deutlich reduzierter Form anhören, weil sie a) mit polnischem Hintergrund in regionaler sowie kultureller Hinsicht eine größere Nähe zu Deutschland haben und b), und das scheint mir am wichtigsten, keine Muslime sind. Der Glauben hängt über der ganzen Debatte nämlich nach wie vor ein Damoklesschwert.
Nein, das liegt nicht am Glauben. Es liegt einzig und allein am übertriebenen türkischen Nationalismus, den eine Generation an die nächste weitergibt und eine Integration schwer möglich macht.
Khedira ist Muslim und war sogar anerkannter Nationalmannschaftskapitän.
Mustafi ist ebenfalls Muslim, woran sich niemand gestört hat.
Xerdan Shaqiri und Granit Xhaka sind beide Muslime und bestens in der Schweiz integriert und angesehene Nationalspieler.
Der rote "Franckenstein" ist praktizierender Muslim und trotzdem Vollblutfranzose.
Zidane ebenfalls Muslim, genauso wie Henry.
Der Glaube war bei all diesen Spielern nie ein Problem. Bloß bei Özil und Gündogan soll ihr Glaube auf einmal ein Problem sein?
Ist klar....Und Du beschwerst dich über angeblich "populistische" Aussagen

Mustiafi singt die deutsche Hymne mit.
Xhaka sind die schweizer Hymne mit zu Shaqiri hab ich leider nix gefunden.
In Frankreich singen ALLE AUSNAHMSLOS egal ob Muslim, Christ, dunkelhäutig oder hellhäutig die Hymne mit. Das hat was mit identifikation zu tun für mich. Wenn jemand sich nicht mit einem Land identifiziert wie Mesut Özil hat er nichts in der Nationalelf verloren.
Das ist so geil!
Du leitest also anhand der Tatsache, ob jemand die Hymne mitsingt ab, ob er sich aus seiner Rolle als Muslim, Buddhist etc. heraus mit einem Land identifizieren kann? Dann kann ich dir Folgendes sagen: ich als Christ identifiziere mich dann deiner Herleitung folgend auch nicht mit dem Land Deutschland.
Was mich wirklich wütend macht:
Keiner der selbst ernannten "Lautsprecher" der Nationalmannschaft hat zu diesem Thema etwas zu sagen. Niemand. Da wirft einer der besten und wichtigsten Spieler eines Landes dem dahinterstehenden Verband Rassismus vor und die Spieler, die teilweise seit fast einem Jahrzehnt mit diesem Kerl zusammenspielen, fühlen sich nicht bemüßigt, hierzu einen Ton zu sagen? Einen Standpunkt werden sie dazu doch wohl haben.
Und eins noch:
Ich finde das Statement von Özil gut. Richtig gut und wichtig. Ich stimme nicht mit allem überein, bspw. ist er in der Erdogan-Affäre nicht selbstkritisch genug, die namentliche Erwähnung von Sponsoren hat da auch nichts verloren in meinen Augen. Aber dieses Statement darf man einfach nicht als eine einseitige Schuldzuweisung eines gekränkten Nationalspielers stehen lassen. Der DFB würde das sicher gerne so verkaufen und wird das vllt. auch versuchen. Aber wenn man sich nur mal die letzten Monate ansieht und den öffentlichen Umgang, die Reaktionen vieler Fans und vor allem auch die Handhabe des DFB im Nachgang, dann muss man diese Sache einfach aufarbeiten. Denn ich bin davon überzeugt, dass das von Özil angesprochene Ungleichgewicht existiert. Ich bin auch davon überzeugt, dass noch vielerorts mit zweierlei Maß gemessen wird in diesem Land. Das muss offen adressiert werden, vor allem muss es mal vom deutschen Standardthema Migration gelöst werden. Denn hier geht es um Menschen, die seit Generationen Bürger dieses Landes sind und die einen substantiellen Beitrag zum öffentlichen Leben, und, ja - auch wenn es manche nicht hören wollen - auch zum Wohlstand dieses Landes beitragen.
24.07.2018 - 10:01 Uhr
Zitat von 60Stiffler
dieser Schmarrn mit der Hymne immer...
https://www.youtube.com/watch?v=EL4FxSPutTI
1990 übrigens ein ähnliches Bild da gab es auch diverse Spieler die nix mitgesungen haben.
Zitat von 60Schorsch
Mustiafi singt die deutsche Hymne mit.
Xhaka sind die schweizer Hymne mit zu Shaqiri hab ich leider nix gefunden.
In Frankreich singen ALLE AUSNAHMSLOS egal ob Muslim, Christ, dunkelhäutig oder hellhäutig die Hymne mit. Das hat was mit identifikation zu tun für mich. Wenn jemand sich nicht mit einem Land identifiziert wie Mesut Özil hat er nichts in der Nationalelf verloren.
Zitat von Corleone60
Nein, das liegt nicht am Glauben. Es liegt einzig und allein am übertriebenen türkischen Nationalismus, den eine Generation an die nächste weitergibt und eine Integration schwer möglich macht.
Khedira ist Muslim und war sogar anerkannter Nationalmannschaftskapitän.
Mustafi ist ebenfalls Muslim, woran sich niemand gestört hat.
Xerdan Shaqiri und Granit Xhaka sind beide Muslime und bestens in der Schweiz integriert und angesehene Nationalspieler.
Der rote "Franckenstein" ist praktizierender Muslim und trotzdem Vollblutfranzose.
Zidane ebenfalls Muslim, genauso wie Henry.
Der Glaube war bei all diesen Spielern nie ein Problem. Bloß bei Özil und Gündogan soll ihr Glaube auf einmal ein Problem sein?
Ist klar....Und Du beschwerst dich über angeblich "populistische" Aussagen
Zitat von Max-sechzig
Bin wiederholt einigermaßen erschrocken über die doch eher populistischen Beiträge zum Thema.
Von der Causa Özil einen generellen Opfermythos der türkischstämmigen Mitbürger im Integrationsprozess abzuleiten, da gehört in meinen Augen schon eine gehörige Portion Ignoranz dazu. Podolski und Klose etwa müssen sich die ganzen Vorwürfe nicht bzw. in deutlich reduzierter Form anhören, weil sie a) mit polnischem Hintergrund in regionaler sowie kultureller Hinsicht eine größere Nähe zu Deutschland haben und b), und das scheint mir am wichtigsten, keine Muslime sind. Der Glauben hängt über der ganzen Debatte nämlich nach wie vor ein Damoklesschwert.
Bin wiederholt einigermaßen erschrocken über die doch eher populistischen Beiträge zum Thema.
Von der Causa Özil einen generellen Opfermythos der türkischstämmigen Mitbürger im Integrationsprozess abzuleiten, da gehört in meinen Augen schon eine gehörige Portion Ignoranz dazu. Podolski und Klose etwa müssen sich die ganzen Vorwürfe nicht bzw. in deutlich reduzierter Form anhören, weil sie a) mit polnischem Hintergrund in regionaler sowie kultureller Hinsicht eine größere Nähe zu Deutschland haben und b), und das scheint mir am wichtigsten, keine Muslime sind. Der Glauben hängt über der ganzen Debatte nämlich nach wie vor ein Damoklesschwert.
Nein, das liegt nicht am Glauben. Es liegt einzig und allein am übertriebenen türkischen Nationalismus, den eine Generation an die nächste weitergibt und eine Integration schwer möglich macht.
Khedira ist Muslim und war sogar anerkannter Nationalmannschaftskapitän.
Mustafi ist ebenfalls Muslim, woran sich niemand gestört hat.
Xerdan Shaqiri und Granit Xhaka sind beide Muslime und bestens in der Schweiz integriert und angesehene Nationalspieler.
Der rote "Franckenstein" ist praktizierender Muslim und trotzdem Vollblutfranzose.
Zidane ebenfalls Muslim, genauso wie Henry.
Der Glaube war bei all diesen Spielern nie ein Problem. Bloß bei Özil und Gündogan soll ihr Glaube auf einmal ein Problem sein?
Ist klar....Und Du beschwerst dich über angeblich "populistische" Aussagen

Mustiafi singt die deutsche Hymne mit.
Xhaka sind die schweizer Hymne mit zu Shaqiri hab ich leider nix gefunden.
In Frankreich singen ALLE AUSNAHMSLOS egal ob Muslim, Christ, dunkelhäutig oder hellhäutig die Hymne mit. Das hat was mit identifikation zu tun für mich. Wenn jemand sich nicht mit einem Land identifiziert wie Mesut Özil hat er nichts in der Nationalelf verloren.
dieser Schmarrn mit der Hymne immer...
https://www.youtube.com/watch?v=EL4FxSPutTI
1990 übrigens ein ähnliches Bild da gab es auch diverse Spieler die nix mitgesungen haben.
1974 standen teilweise Spieler auf dem Spieler auf dem Platz, die im 2. Weltkrieg geboren wurden. 1990 stand die Nachkriegsgeneration auf dem Platz.
Was zählt ist heute.
Jeder Spieler sollte sich vorher im Klaren darüber sein, was es bedeutet für ein Nationalteam aufzulaufen. Und wenn es jemandem schwer fällt die Gepflogenheiten mitzutragen, sollte er lieber anderen den Vortritt lassen.
Ich glaube Özil war immer zwiegespalten beim Thema deutschen Nationalmannschaft, von Anfang an:
Zitat von Joachim Löw im Jahre 2009
Um Mesut hat sich der türkische Verband in jüngster Vergangenheit intensiv bemüht, und wir hatten Verständnis für seine schwierige Situation. Deshalb war es selbstverständlich für uns, zunächst einmal abzuwarten, bis er sich entscheidet, ob er für die deutsche Nationalmannschaft spielen will
Um Mesut hat sich der türkische Verband in jüngster Vergangenheit intensiv bemüht, und wir hatten Verständnis für seine schwierige Situation. Deshalb war es selbstverständlich für uns, zunächst einmal abzuwarten, bis er sich entscheidet, ob er für die deutsche Nationalmannschaft spielen will
24.07.2018 - 10:14 Uhr
Zitat von jayjay1860
Was mich wirklich wütend macht:
Keiner der selbst ernannten "Lautsprecher" der Nationalmannschaft hat zu diesem Thema etwas zu sagen. Niemand. Da wirft einer der besten und wichtigsten Spieler eines Landes dem dahinterstehenden Verband Rassismus vor und die Spieler, die teilweise seit fast einem Jahrzehnt mit diesem Kerl zusammenspielen, fühlen sich nicht bemüßigt, hierzu einen Ton zu sagen? Einen Standpunkt werden sie dazu doch wohl haben.
Was mich wirklich wütend macht:
Keiner der selbst ernannten "Lautsprecher" der Nationalmannschaft hat zu diesem Thema etwas zu sagen. Niemand. Da wirft einer der besten und wichtigsten Spieler eines Landes dem dahinterstehenden Verband Rassismus vor und die Spieler, die teilweise seit fast einem Jahrzehnt mit diesem Kerl zusammenspielen, fühlen sich nicht bemüßigt, hierzu einen Ton zu sagen? Einen Standpunkt werden sie dazu doch wohl haben.
Naja, sie stimmen halt mit Özil nicht überein aber wollen ihm auch nicht öffentlich widersprechen.
Khedira und Boateng waren bereits beide unter Grindel Kapitän der deutschen Nationalmannschaft. Das beweist doch, dass der DFB keinen Spieler wegen seines Glaubens oder Hautfarbe diskriminiert.
24.07.2018 - 10:34 Uhr
Zitat von Corleone60
Naja, sie stimmen halt mit Özil nicht überein aber wollen ihm auch nicht öffentlich widersprechen.
Khedira und Boateng waren bereits beide unter Grindel Kapitän der deutschen Nationalmannschaft. Das beweist doch, dass der DFB keinen Spieler wegen seines Glaubens oder Hautfarbe diskriminiert.
Zitat von jayjay1860
Was mich wirklich wütend macht:
Keiner der selbst ernannten "Lautsprecher" der Nationalmannschaft hat zu diesem Thema etwas zu sagen. Niemand. Da wirft einer der besten und wichtigsten Spieler eines Landes dem dahinterstehenden Verband Rassismus vor und die Spieler, die teilweise seit fast einem Jahrzehnt mit diesem Kerl zusammenspielen, fühlen sich nicht bemüßigt, hierzu einen Ton zu sagen? Einen Standpunkt werden sie dazu doch wohl haben.
Was mich wirklich wütend macht:
Keiner der selbst ernannten "Lautsprecher" der Nationalmannschaft hat zu diesem Thema etwas zu sagen. Niemand. Da wirft einer der besten und wichtigsten Spieler eines Landes dem dahinterstehenden Verband Rassismus vor und die Spieler, die teilweise seit fast einem Jahrzehnt mit diesem Kerl zusammenspielen, fühlen sich nicht bemüßigt, hierzu einen Ton zu sagen? Einen Standpunkt werden sie dazu doch wohl haben.
Naja, sie stimmen halt mit Özil nicht überein aber wollen ihm auch nicht öffentlich widersprechen.
Khedira und Boateng waren bereits beide unter Grindel Kapitän der deutschen Nationalmannschaft. Das beweist doch, dass der DFB keinen Spieler wegen seines Glaubens oder Hautfarbe diskriminiert.
Das beweist für mich gar nichts. Nach außen ist das womöglich ein Zeichen. Die Tatsache allein, dass jemand zum Kapitän ernannt wird, hat aber mit den von Özil angesprochenen Vorwürfen wenig bis nichts tun. Dessen Vorwürfe wären ebenso wichtig und - womöglich - begründet, wenn er selber schon Kapitän gewesen wäre.
edit:
Die Richtung der Debatte und der Protagonist der Diskussion aktuell zeigt doch auch deutlich, in welche - offensichtliche, dumme und vereinfachende - Kerbe das nun alles schlägt. Gündogan hat bei dem Treffen zugesagt, weil er mutmaßlich simpelste wirtschaftliche Interessen seiner Person unterstützen wollte. Das ist aus meiner Sicht fast schon schlimmer, als die von Özil genannten Motive. Darüber spricht niemand mehr, weil es aktuell einfach simpler ist, sich auf Özil zu versteifen.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von jayjay1860 am 24.07.2018 um 10:37 Uhr bearbeitet
24.07.2018 - 10:51 Uhr
Zitat von fredclever77
Özil identifiziert sich doch eher mit seiner eigenen Geldbörse als mit was anderem. Das war schon immer so, das war eben auch der Grund, wieso er für Deutschland gespielt hat und nicht für die Türkei.....
Özil identifiziert sich doch eher mit seiner eigenen Geldbörse als mit was anderem. Das war schon immer so, das war eben auch der Grund, wieso er für Deutschland gespielt hat und nicht für die Türkei.....
Leider zu kurz zum bewerten, aber genau das ist doch der Punkt. Der Artikel der SZ schießt ein wenig über das Ziel hinaus. Die Flüchtlingskrise hatte das Potential ein Land gespalten aber doch nicht Özil, der Fussball und der DFB.
24.07.2018 - 11:25 Uhr
Zitat von jayjay1860
Das beweist für mich gar nichts. Nach außen ist das womöglich ein Zeichen. Die Tatsache allein, dass jemand zum Kapitän ernannt wird, hat aber mit den von Özil angesprochenen Vorwürfen wenig bis nichts tun. Dessen Vorwürfe wären ebenso wichtig und - womöglich - begründet, wenn er selber schon Kapitän gewesen wäre.
Zitat von Corleone60
Naja, sie stimmen halt mit Özil nicht überein aber wollen ihm auch nicht öffentlich widersprechen.
Khedira und Boateng waren bereits beide unter Grindel Kapitän der deutschen Nationalmannschaft. Das beweist doch, dass der DFB keinen Spieler wegen seines Glaubens oder Hautfarbe diskriminiert.
Zitat von jayjay1860
Was mich wirklich wütend macht:
Keiner der selbst ernannten "Lautsprecher" der Nationalmannschaft hat zu diesem Thema etwas zu sagen. Niemand. Da wirft einer der besten und wichtigsten Spieler eines Landes dem dahinterstehenden Verband Rassismus vor und die Spieler, die teilweise seit fast einem Jahrzehnt mit diesem Kerl zusammenspielen, fühlen sich nicht bemüßigt, hierzu einen Ton zu sagen? Einen Standpunkt werden sie dazu doch wohl haben.
Was mich wirklich wütend macht:
Keiner der selbst ernannten "Lautsprecher" der Nationalmannschaft hat zu diesem Thema etwas zu sagen. Niemand. Da wirft einer der besten und wichtigsten Spieler eines Landes dem dahinterstehenden Verband Rassismus vor und die Spieler, die teilweise seit fast einem Jahrzehnt mit diesem Kerl zusammenspielen, fühlen sich nicht bemüßigt, hierzu einen Ton zu sagen? Einen Standpunkt werden sie dazu doch wohl haben.
Naja, sie stimmen halt mit Özil nicht überein aber wollen ihm auch nicht öffentlich widersprechen.
Khedira und Boateng waren bereits beide unter Grindel Kapitän der deutschen Nationalmannschaft. Das beweist doch, dass der DFB keinen Spieler wegen seines Glaubens oder Hautfarbe diskriminiert.
Das beweist für mich gar nichts. Nach außen ist das womöglich ein Zeichen. Die Tatsache allein, dass jemand zum Kapitän ernannt wird, hat aber mit den von Özil angesprochenen Vorwürfen wenig bis nichts tun. Dessen Vorwürfe wären ebenso wichtig und - womöglich - begründet, wenn er selber schon Kapitän gewesen wäre.
Du hast dir dein Urteil anscheinend gebildet, ohne die Fakten zu betrachten. Wie wäre es dann mal mit irgendwelchen Belegen, Zitate o.Ä. ?
Das Spielchen "ich werfe irgendjemandem was vor und dieser muss dann seine Unschuld beweisen" kennt man ja leider mittlerweile von der #meToo-Debatte. Selbst wenn dieser dann seine Unschuld beweist, ist sein Ruf trotzdem ruiniert.
Unschuldsvermutung war gestern - heute urteilen die Gazetten und der Twitter-Mob
24.07.2018 - 11:36 Uhr
Zitat von Corleone60
Nein, das liegt nicht am Glauben. Es liegt einzig und allein am übertriebenen türkischen Nationalismus, den eine Generation an die nächste weitergibt und eine Integration schwer möglich macht.
Khedira ist Muslim und war sogar anerkannter Nationalmannschaftskapitän.
Mustafi ist ebenfalls Muslim, woran sich niemand gestört hat.
Xerdan Shaqiri und Granit Xhaka sind beide Muslime und bestens in der Schweiz integriert und angesehene Nationalspieler.
Der rote "Franckenstein" ist praktizierender Muslim und trotzdem Vollblutfranzose.
Zidane ebenfalls Muslim, genauso wie Henry.
Der Glaube war bei all diesen Spielern nie ein Problem. Bloß bei Özil und Gündogan soll ihr Glaube auf einmal ein Problem sein?
Ist klar....Und Du beschwerst dich über angeblich "populistische" Aussagen
Zitat von Max-sechzig
Bin wiederholt einigermaßen erschrocken über die doch eher populistischen Beiträge zum Thema.
Von der Causa Özil einen generellen Opfermythos der türkischstämmigen Mitbürger im Integrationsprozess abzuleiten, da gehört in meinen Augen schon eine gehörige Portion Ignoranz dazu. Podolski und Klose etwa müssen sich die ganzen Vorwürfe nicht bzw. in deutlich reduzierter Form anhören, weil sie a) mit polnischem Hintergrund in regionaler sowie kultureller Hinsicht eine größere Nähe zu Deutschland haben und b), und das scheint mir am wichtigsten, keine Muslime sind. Der Glauben hängt über der ganzen Debatte nämlich nach wie vor ein Damoklesschwert.
Bin wiederholt einigermaßen erschrocken über die doch eher populistischen Beiträge zum Thema.
Von der Causa Özil einen generellen Opfermythos der türkischstämmigen Mitbürger im Integrationsprozess abzuleiten, da gehört in meinen Augen schon eine gehörige Portion Ignoranz dazu. Podolski und Klose etwa müssen sich die ganzen Vorwürfe nicht bzw. in deutlich reduzierter Form anhören, weil sie a) mit polnischem Hintergrund in regionaler sowie kultureller Hinsicht eine größere Nähe zu Deutschland haben und b), und das scheint mir am wichtigsten, keine Muslime sind. Der Glauben hängt über der ganzen Debatte nämlich nach wie vor ein Damoklesschwert.
Nein, das liegt nicht am Glauben. Es liegt einzig und allein am übertriebenen türkischen Nationalismus, den eine Generation an die nächste weitergibt und eine Integration schwer möglich macht.
Khedira ist Muslim und war sogar anerkannter Nationalmannschaftskapitän.
Mustafi ist ebenfalls Muslim, woran sich niemand gestört hat.
Xerdan Shaqiri und Granit Xhaka sind beide Muslime und bestens in der Schweiz integriert und angesehene Nationalspieler.
Der rote "Franckenstein" ist praktizierender Muslim und trotzdem Vollblutfranzose.
Zidane ebenfalls Muslim, genauso wie Henry.
Der Glaube war bei all diesen Spielern nie ein Problem. Bloß bei Özil und Gündogan soll ihr Glaube auf einmal ein Problem sein?
Ist klar....Und Du beschwerst dich über angeblich "populistische" Aussagen

Okay, wenn wir in einer solchen Diskussion Emojis benutzen wollen, um noch ein bisschen Schärfe reinzubringen, werde ich jetzt prophylaktisch auch kurz mit den Augen rollen:
Für mich ist nicht eines deiner Beispiele stichhaltig, was aber zugegebenermaßen auch an meiner unpräzisen Argumentation liegt. Anstatt nämlich auf den muslimischen Glauben alleine zu verweisen, hätte ich lieber auf die offenbar explosive Kombination mit der türkischen Herkunft abzielen sollen. Du störst dich ja offenbar auch weniger am Glauben, sondern am türkischen Mindset, dem angeblich "übertriebenen Nationalismus" allgemein.
Was mir zunächst sauer aufstößt, ist dieses Lagerdenken, das sich in solchen Diskursen, die sich in den letzten Jahren leider häufen, sofort etabliert. Es gibt nur pro oder contra Özil, Bewertungen einzelner Fehler für sich finden gar nicht statt. Du gehst zum Beispiel nicht mal im Ansatz auf etwaige Verfehlungen des DFB ein und verteidigst sogar Grindel, der in dieser Angelegenheit definitiv nicht im besten Licht dasteht. Wenn ich für mich eine Bewertung vornehmen wollte, dann kann Özil gar nicht so viel Mist gebaut haben, dass die durchtriebene Institution DFB am Ende moralisch die Deutungshoheit gewinnt. Aber das bleibt natürlich jedem selbst überlassen.
Noch kurz zu deinen Beispielen: Khedira und Mustafi: Ja, in Deutschland charakterlich definitiv akzeptiert, sportlich steckt Khedira haufenweise Kritik ein, auch hier im Forum, auf Mustafi wurde schon während des Turniers 2014 geschimpft. Der Unterschied zu Özil ist bei beiden aber ein nahbarerer Charakter, ein entschlosseneres Auftreten auf dem Platz, eine gepflegtere Artikulation. Hieße Mustafi übrigens anders, würde sein Migrationshintergrund doch kaum auffallen.
Als Gegenargument gegen "übertriebenen Nationalismus" ausgerechnet albanischstämmige Spieler der Schweiz aufzuführen, ist schon sehr gewagt. Ich darf dich kurz an Shaqiris Jubel gegen Serbien erinnern, an die Diskussionen während der EM 2016, an eine Schweiz, deren Mannschaft sich zu weiten Teilen aus Migranten speist, während das Land sich per Volksentscheid aber gegen Zuwanderung positioniert.
Auch Zidane ist ein mehr als zweifelhaftes Beispiel. Mittlerweile natürlich unantastbar, nach Verfehlungen im Nationaldress aber immer wieder heftigst als "Beur" kritisiert. Man erinnere sich an seine rote Karte bei der WM 1998. Auch Frankreich ist nämlich längst nicht so weit, wie immer gerne getan wird, da täuscht der WM-Titel dieses Jahr schon auch über einiges hinweg.
Henry lasse ich jetzt einfach mal so stehen, gegen den darf nämlich niemand was sagen.
Quintessenz der ganzen Geschichte für mich jedenfalls: Passt die Leistung von Spielern in den Augen der "Fans" nicht, dann wird eben eine Angriffsfläche gesucht, um den eigenen Frust abzubauen. Das ist erbärmlich, gehört beim Fußball aber dazu wie nirgends sonst. Bei Spielern mit ausländischen Wurzeln ist diese Fläche schnell gefunden, bei biodeutschen Spielern sucht man sich dann eben "kreativere Lösungen" wie Stinkefinger-Affären, Privatleben oder Aussehen etc.pp.
24.07.2018 - 11:42 Uhr
Ich vermisse auch die Selbstkritik in Özils Statement. zb dass es ein Fehler war, sich mit einem Kriegstreiber ablichten zu lassen. Und natürlich war das ein politisches Statement. Was soll es sonst sein, wenn man sich mit einem Politiker fotografieren lässt? Da muss mir Özil nichts davon erzählen, dass es unpolitisch war.
Seine fehlende Selbstkritik interpretiere ich einfach so, dass er sich entweder keiner Schuld bewusst ist ("Würde mich mit jedem anderen Präsidenten fotografieren lassen"), bzw er sich eben zu Erdogan bekennt und/oder er nicht mit besonders hohem Intellekt gesegnet ist, sodass er nicht begreift, was so ein Foto auslöst, auch wenn es für ihn total unpolitisch war.
Wie auch immer, diesen Vorwurf muss er sich - ob er will oder nicht - gefallen lassen.
Was allerdings nicht geht, dass Özil jetzt als Alleinschuldiger für das deutsche WM-Debakel herhalten muss.
Und hier muss man den DFB hart kritisieren. Das sogenannte Krisenmanagement zum Zeitpunkt der Foto-Veröffentlichung bis jetzt... die reinste Katastrophe. Und mit jedem Statement wird es schlimmer statt besser.
Ich weiß auch nicht, wie man die Kuh da jetzt vom Eis bekommt, aber den Rassismus-Vorwurf von Özil sollte man ernst nehmen, der unter Umständen auch Konsequenzen haben muss.
Özil und Gündogan mussten sich mit heftigem Rassismus nach dem Foto auseinandersetzen. Dazu musste man nur die Kommentare in den sozialen Netzwerken lesen, der DFB hat aber rein gar nichts dagegen unternommen und das muss sich der Verband vorwerfen lassen. und das muss auch Konsequenzen haben.
Etwas traurig, dass Özil für sein Statement (wenn auch mit fehlender Selbstkritik) Zuspruch von vielen Fußballern aus den internationalen Ligen bekommt... nur von seinen Ex-Nationalteamkameraden kommt (fast) gar nix. Wenn ein Spieler so nen krassen Vorwurf des Rassismus raushaut, das würde ich mir - wenn der Vorwurf falsch wäre - ja eigentlich nicht gefallen lassen...
Achja, zu Hoeneß ist eigentlich jedes Wort schon fast zu viel...
aber ich bin echt froh, dass ich kein Bayernfan bin... ich würde mich für diesen Präsidenten extrem fremd schämen!
Seine fehlende Selbstkritik interpretiere ich einfach so, dass er sich entweder keiner Schuld bewusst ist ("Würde mich mit jedem anderen Präsidenten fotografieren lassen"), bzw er sich eben zu Erdogan bekennt und/oder er nicht mit besonders hohem Intellekt gesegnet ist, sodass er nicht begreift, was so ein Foto auslöst, auch wenn es für ihn total unpolitisch war.
Wie auch immer, diesen Vorwurf muss er sich - ob er will oder nicht - gefallen lassen.
Was allerdings nicht geht, dass Özil jetzt als Alleinschuldiger für das deutsche WM-Debakel herhalten muss.
Und hier muss man den DFB hart kritisieren. Das sogenannte Krisenmanagement zum Zeitpunkt der Foto-Veröffentlichung bis jetzt... die reinste Katastrophe. Und mit jedem Statement wird es schlimmer statt besser.
Ich weiß auch nicht, wie man die Kuh da jetzt vom Eis bekommt, aber den Rassismus-Vorwurf von Özil sollte man ernst nehmen, der unter Umständen auch Konsequenzen haben muss.
Özil und Gündogan mussten sich mit heftigem Rassismus nach dem Foto auseinandersetzen. Dazu musste man nur die Kommentare in den sozialen Netzwerken lesen, der DFB hat aber rein gar nichts dagegen unternommen und das muss sich der Verband vorwerfen lassen. und das muss auch Konsequenzen haben.
Etwas traurig, dass Özil für sein Statement (wenn auch mit fehlender Selbstkritik) Zuspruch von vielen Fußballern aus den internationalen Ligen bekommt... nur von seinen Ex-Nationalteamkameraden kommt (fast) gar nix. Wenn ein Spieler so nen krassen Vorwurf des Rassismus raushaut, das würde ich mir - wenn der Vorwurf falsch wäre - ja eigentlich nicht gefallen lassen...
Achja, zu Hoeneß ist eigentlich jedes Wort schon fast zu viel...
aber ich bin echt froh, dass ich kein Bayernfan bin... ich würde mich für diesen Präsidenten extrem fremd schämen!
24.07.2018 - 11:59 Uhr
Über das Mitsingen der Hymne wurde schon viel diskutiert, irgendwie ermüdend, aber auch irgendwie schade, dass man dieses Bekenntnis zur Nation und deren Werte so schwer über die Lippen bekommt. Einigkeit und Recht und Freiheit, gibt es etwas Schöneres? Eine Einteilung in gute Deutsche - schlechte Deutsche wird darüber trotzdem nicht erreicht, nur lässt sich diese Nichtgeste halt symbolisch betrachten und populistisch oder interpretatorisch ausschlachten.
Die Reaktion seiner Mitspieler ist dem Business gemäß glatt und aufpoliert. Rüdiger und Boateng sprechen sachlich ihr Bedauern aus und viele andere sagen gar nichts. Die Kommunikation läuft über Berater und die wollen wohl, dass sich keiner ihrer Schützlinge den Mund verbrennt. Rassismus ist ein Vorwurf, an dem man sich nicht gerne verbal abarbeitet, weil man sonst selbst Gefahr läuft, mit ihm beschmutzt zu werden. Mal ganz nebenbei, Rassismus ist eine Zuschreibung von Eigenschaften aufgrund äußerlicher Merkmale, die eine Herkunft vermuten lassen. Der Begriff wird immer wieder falsch eingesetzt und zum Kampfbegriff gegen freie Meinungsäußerungen umcodiert. Özil wurde nicht kritisiert, weil er türkische Vorfahren hat, sondern weil er sich mit einem Mann ablichten lassen hat, der weit entfernt von "Einigkeit und Recht und Freiheit" ist. Die vulgären und ausländerfeindlichen Kommentare im Internet mögen zum teil als rassistisch ausgelegt werden können, fallen für mich größtenteils aber auch eher unter Ausländerfeindlichkeit.
Ich habe mal nach älteren Interviews mit Özil gesucht, weil ich der Ansicht bin, dass diese Spaltung von Deutschtüken - Deutschen mit türkischen Wurzeln und Deutschen erst seit ca. sechs bis acht Jahren so deutlich zutage tritt.
http://www.spiegel.de/sport/fussball/dfb-spieler-oezil-ich-habe-einfach-auf-durchzug-geschaltet-a-717185.html
Dieses Interview ist aus dem Jahr 2010. Mittlerweile erleben wir eine Renationalisierung Europas, mit "starken" männlichen Rechtskonservativen, die durch ihre Polarisierung auch Tendenzen der Spaltung hervorrufen. Orban, May, Kurz, Seehofer und eben auch Erdogan. In Deutschland leben 3 Mio. Türken, 60% der abstimmenden Türken votierten für Erdogans Referendum, standen bei Wahlkampfveranstaltungen in einem Meer aus roten Fahnen mit Halbmond. Der türkische Nationalismus steht neben vielen anderen nationalen Bewegungen, aber er findet hier in Deutschland statt, das macht viele Leute unsicher. Unsicherheit führt zu Abgrenzung oder Ablehnung.
2010 waren wir da integrativ schon viel weiter Özil empfand keine oder kaum Ressentiment aufgrund der Herkunft seiner Eltern. Was passierte in der Zwischenzeit, wenn Özil nun offen den Vorwurf des Rassismus formuliert? Erdogan führte zig Wahlkämpfe in Deutschland, weil er die konservativen Türken für sich gewinnen konnte. Er verstärkte eine Polarisierung, sprach sich gegen eine Assimilierung aus, förderte nationalistische Geisteshaltungen. Das fand nicht nur in der deutschen Presse, sondern auch in den deutschen Köpfen Ablehnung. Sein darauf folgender Kurs, der Aufbau einer autokratischen Herrschaft, die Entdemokratisierung der Türkei und v.a. der offene Konfrontationskurs mit der deutschen Bundesregierung verschärften diese Ablehnung weiter. Erinnern wir uns an die Aussagen des türkischen Außenministers gegenüber Frau Merkel.
Mit diesem Mann also lässt sich Mesut Özil ablichten, einem Mann, der deutsche Journalisten ohne Anklage inhaftiert, der die Bundeskanzlerin öffentlich diffamiert, der Deutschtürken Integration abrät, der eine Spaltung der Gesellschaft in Deutschland begünstigt, der selbst antidemokratisch regiert, der westliche Werte mit Füßen tritt. Dazu kein vernünftiges Wort von Mesut Özil, im Gegenteil, er würde sich wieder mit ihm treffen.
Özil lässt sein Statement auf englisch verfassen, veröffentlicht es auf englisch, damit es eine möglichst große Reichweite hat. In der New York Times wird bereits darüber berichtet und auf einmal steht Deutschland wieder als Land des Rassismus in der Weltöffentlichkeit. Ein Mann, der 2010 noch behauptet hat, nie Opfer von Rassismus geworden zu sein, der die Integrationskraft von Fußball lobte. Es ist ein unterstellter Rassismus, den er da aufführt: Absage von Sponsorenterminen, Absage in einer Schulleitung, Kritik an seiner Person durch den DFB etc. Ich möchte nicht auf die einzelnen Beweggründe eingehen, aber ist Mesut Özil denn nie auf die Idee gekommen, dass die erfahrene Ablehnung nicht mit seiner Herkunft zusammenhängt, sondern mit seinen Taten? Das wofür Erdogan steht, steht in starkem Kontrast zu europäischen Werten und wird in Deutschland mehrheitlich abgelehnt. Mesut Özil hat sich durch seinen Schulterschluss mit Erdogan zum Opfer dieser Ablehnung gemacht. Damit möchte ich nicht die Anfeindungen im Internet entschuldigen und auch nicht das schäbige Verhalten von Bierhoff oder Grindel - beides ist für mich ein No-go.
Ich springe noch mal ein paar Jahre zurück, ins Jahr 2006 und erinnere an den Tag, als Mesut Özil sich gegen die türkische und für die deutsche Nationalmannschaft entscheiden hat. In den darauffolgenden Tagen musste seine Facebookseite gesperrt werden, so viele hasserfüllte Kommentare von Türken waren dort zu lesen. Ganz oft ist da von türkischem Blut die Rede, Formulierungen, eine starke Ablehnung Deutschlands wird deutlich. Sehr viel Nationalismus, aber auch rassistische Kontexte. Zitat aus dem nachstehenden Video (von Spiegel Online). "Er ist kein Türke, er ist Deutscher - scheiß auf ihn!" Wie soll man das verstehen?
Ab 1:25min
https://www.youtube.com/watch?v=rCyE_LFoyWI
Mesut Özil spricht offen über zwei Seelen in seiner Brust, ich denke, dass keiner, der nicht in seiner Haut steckt, das gänzlich nachfühlen kann. Kaum vorstellbar, wie dieses Zerren sich anfühlt, wenn immer von irgendwoher einer Ansprüche anmeldet, ihn zu instrumentalisieren, seinen Symbolwert zu schaffen, ihn zu vereinnahmen. Für die einen ist war er das Aushängeschild einer gelungenen Integration, jetzt wird er zum Mahnmal des Rassismus in Deutschland hochstilisiert. Beides wird nicht der Wahrheit entsprechen, aber an Özil wird weiter gezerrt werden, von Beratern, von Familie und Freunden, von Fans, von Politikern dabei ist der doch nur ein Fußballer und kein Botschafter.
Die Reaktion seiner Mitspieler ist dem Business gemäß glatt und aufpoliert. Rüdiger und Boateng sprechen sachlich ihr Bedauern aus und viele andere sagen gar nichts. Die Kommunikation läuft über Berater und die wollen wohl, dass sich keiner ihrer Schützlinge den Mund verbrennt. Rassismus ist ein Vorwurf, an dem man sich nicht gerne verbal abarbeitet, weil man sonst selbst Gefahr läuft, mit ihm beschmutzt zu werden. Mal ganz nebenbei, Rassismus ist eine Zuschreibung von Eigenschaften aufgrund äußerlicher Merkmale, die eine Herkunft vermuten lassen. Der Begriff wird immer wieder falsch eingesetzt und zum Kampfbegriff gegen freie Meinungsäußerungen umcodiert. Özil wurde nicht kritisiert, weil er türkische Vorfahren hat, sondern weil er sich mit einem Mann ablichten lassen hat, der weit entfernt von "Einigkeit und Recht und Freiheit" ist. Die vulgären und ausländerfeindlichen Kommentare im Internet mögen zum teil als rassistisch ausgelegt werden können, fallen für mich größtenteils aber auch eher unter Ausländerfeindlichkeit.
Ich habe mal nach älteren Interviews mit Özil gesucht, weil ich der Ansicht bin, dass diese Spaltung von Deutschtüken - Deutschen mit türkischen Wurzeln und Deutschen erst seit ca. sechs bis acht Jahren so deutlich zutage tritt.
Zitat von SPON
Frage: Inwieweit hat der Fußball zur Integration bei Ihnen persönlich und bei anderen ausländischen Mitspielern beigetragen, mit denen Sie im Laufe Ihrer Karriere gespielt haben?
Özil: Ich glaube, dass der Fußball eine sehr große Rolle in der Gesellschaft spielt. Der hohe Unterhaltungswert, die große Medienaufmerksamkeit, die vielen Zuschauer - all das führt automatisch zu einer besseren Integration.
Frage: Haben Sie in der Bundesliga rassistische Äußerungen von den Rängen abbekommen?
Özil: Noch nie.
Frage: Inwieweit hat der Fußball zur Integration bei Ihnen persönlich und bei anderen ausländischen Mitspielern beigetragen, mit denen Sie im Laufe Ihrer Karriere gespielt haben?
Özil: Ich glaube, dass der Fußball eine sehr große Rolle in der Gesellschaft spielt. Der hohe Unterhaltungswert, die große Medienaufmerksamkeit, die vielen Zuschauer - all das führt automatisch zu einer besseren Integration.
Frage: Haben Sie in der Bundesliga rassistische Äußerungen von den Rängen abbekommen?
Özil: Noch nie.
http://www.spiegel.de/sport/fussball/dfb-spieler-oezil-ich-habe-einfach-auf-durchzug-geschaltet-a-717185.html
Dieses Interview ist aus dem Jahr 2010. Mittlerweile erleben wir eine Renationalisierung Europas, mit "starken" männlichen Rechtskonservativen, die durch ihre Polarisierung auch Tendenzen der Spaltung hervorrufen. Orban, May, Kurz, Seehofer und eben auch Erdogan. In Deutschland leben 3 Mio. Türken, 60% der abstimmenden Türken votierten für Erdogans Referendum, standen bei Wahlkampfveranstaltungen in einem Meer aus roten Fahnen mit Halbmond. Der türkische Nationalismus steht neben vielen anderen nationalen Bewegungen, aber er findet hier in Deutschland statt, das macht viele Leute unsicher. Unsicherheit führt zu Abgrenzung oder Ablehnung.
2010 waren wir da integrativ schon viel weiter Özil empfand keine oder kaum Ressentiment aufgrund der Herkunft seiner Eltern. Was passierte in der Zwischenzeit, wenn Özil nun offen den Vorwurf des Rassismus formuliert? Erdogan führte zig Wahlkämpfe in Deutschland, weil er die konservativen Türken für sich gewinnen konnte. Er verstärkte eine Polarisierung, sprach sich gegen eine Assimilierung aus, förderte nationalistische Geisteshaltungen. Das fand nicht nur in der deutschen Presse, sondern auch in den deutschen Köpfen Ablehnung. Sein darauf folgender Kurs, der Aufbau einer autokratischen Herrschaft, die Entdemokratisierung der Türkei und v.a. der offene Konfrontationskurs mit der deutschen Bundesregierung verschärften diese Ablehnung weiter. Erinnern wir uns an die Aussagen des türkischen Außenministers gegenüber Frau Merkel.
Mit diesem Mann also lässt sich Mesut Özil ablichten, einem Mann, der deutsche Journalisten ohne Anklage inhaftiert, der die Bundeskanzlerin öffentlich diffamiert, der Deutschtürken Integration abrät, der eine Spaltung der Gesellschaft in Deutschland begünstigt, der selbst antidemokratisch regiert, der westliche Werte mit Füßen tritt. Dazu kein vernünftiges Wort von Mesut Özil, im Gegenteil, er würde sich wieder mit ihm treffen.
Özil lässt sein Statement auf englisch verfassen, veröffentlicht es auf englisch, damit es eine möglichst große Reichweite hat. In der New York Times wird bereits darüber berichtet und auf einmal steht Deutschland wieder als Land des Rassismus in der Weltöffentlichkeit. Ein Mann, der 2010 noch behauptet hat, nie Opfer von Rassismus geworden zu sein, der die Integrationskraft von Fußball lobte. Es ist ein unterstellter Rassismus, den er da aufführt: Absage von Sponsorenterminen, Absage in einer Schulleitung, Kritik an seiner Person durch den DFB etc. Ich möchte nicht auf die einzelnen Beweggründe eingehen, aber ist Mesut Özil denn nie auf die Idee gekommen, dass die erfahrene Ablehnung nicht mit seiner Herkunft zusammenhängt, sondern mit seinen Taten? Das wofür Erdogan steht, steht in starkem Kontrast zu europäischen Werten und wird in Deutschland mehrheitlich abgelehnt. Mesut Özil hat sich durch seinen Schulterschluss mit Erdogan zum Opfer dieser Ablehnung gemacht. Damit möchte ich nicht die Anfeindungen im Internet entschuldigen und auch nicht das schäbige Verhalten von Bierhoff oder Grindel - beides ist für mich ein No-go.
Ich springe noch mal ein paar Jahre zurück, ins Jahr 2006 und erinnere an den Tag, als Mesut Özil sich gegen die türkische und für die deutsche Nationalmannschaft entscheiden hat. In den darauffolgenden Tagen musste seine Facebookseite gesperrt werden, so viele hasserfüllte Kommentare von Türken waren dort zu lesen. Ganz oft ist da von türkischem Blut die Rede, Formulierungen, eine starke Ablehnung Deutschlands wird deutlich. Sehr viel Nationalismus, aber auch rassistische Kontexte. Zitat aus dem nachstehenden Video (von Spiegel Online). "Er ist kein Türke, er ist Deutscher - scheiß auf ihn!" Wie soll man das verstehen?
Ab 1:25min
https://www.youtube.com/watch?v=rCyE_LFoyWI
Mesut Özil spricht offen über zwei Seelen in seiner Brust, ich denke, dass keiner, der nicht in seiner Haut steckt, das gänzlich nachfühlen kann. Kaum vorstellbar, wie dieses Zerren sich anfühlt, wenn immer von irgendwoher einer Ansprüche anmeldet, ihn zu instrumentalisieren, seinen Symbolwert zu schaffen, ihn zu vereinnahmen. Für die einen ist war er das Aushängeschild einer gelungenen Integration, jetzt wird er zum Mahnmal des Rassismus in Deutschland hochstilisiert. Beides wird nicht der Wahrheit entsprechen, aber an Özil wird weiter gezerrt werden, von Beratern, von Familie und Freunden, von Fans, von Politikern dabei ist der doch nur ein Fußballer und kein Botschafter.
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