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Alles zur WM 2018

07.06.2018 - 12:18 Uhr
Alles zur WM 2018 |#451
24.07.2018 - 12:04 Uhr
Zitat von Corleone60
Zitat von jayjay1860

Zitat von Corleone60

Zitat von jayjay1860

Was mich wirklich wütend macht:
Keiner der selbst ernannten "Lautsprecher" der Nationalmannschaft hat zu diesem Thema etwas zu sagen. Niemand. Da wirft einer der besten und wichtigsten Spieler eines Landes dem dahinterstehenden Verband Rassismus vor und die Spieler, die teilweise seit fast einem Jahrzehnt mit diesem Kerl zusammenspielen, fühlen sich nicht bemüßigt, hierzu einen Ton zu sagen? Einen Standpunkt werden sie dazu doch wohl haben.


Naja, sie stimmen halt mit Özil nicht überein aber wollen ihm auch nicht öffentlich widersprechen.

Khedira und Boateng waren bereits beide unter Grindel Kapitän der deutschen Nationalmannschaft. Das beweist doch, dass der DFB keinen Spieler wegen seines Glaubens oder Hautfarbe diskriminiert.


Das beweist für mich gar nichts. Nach außen ist das womöglich ein Zeichen. Die Tatsache allein, dass jemand zum Kapitän ernannt wird, hat aber mit den von Özil angesprochenen Vorwürfen wenig bis nichts tun. Dessen Vorwürfe wären ebenso wichtig und - womöglich - begründet, wenn er selber schon Kapitän gewesen wäre.


Du hast dir dein Urteil anscheinend gebildet, ohne die Fakten zu betrachten. Wie wäre es dann mal mit irgendwelchen Belegen, Zitate o.Ä. ?

Das Spielchen "ich werfe irgendjemandem was vor und dieser muss dann seine Unschuld beweisen" kennt man ja leider mittlerweile von der #meToo-Debatte. Selbst wenn dieser dann seine Unschuld beweist, ist sein Ruf trotzdem ruiniert.

Unschuldsvermutung war gestern - heute urteilen die Gazetten und der Twitter-Mob rolleyes


Zu was soll ich dir "Fakten" bringen? Dazu, dass ein Kapitänsamt noch keine abschließende Aussagekraft zum Standing/Wahrnehmung und internen wie öffentlichen Diskussion eines Spielers besitzt? Ich kann mir keine "Fakten" ausmalen, die das bestätigen sollten. Eher empfehle ich die Ausführungen von @Max-sechzig zu Zidane, der auch mit Kritik jenseits seiner spielerischen Leistungen leben musste, als es nicht so lief.

Es ist doch von Özil kein unbegründeter Vorwurf, wenn er - nur mal jetzt auf die vergangenen Monate gesehen - ein völliges Ungleichgewicht der öffentlichen (und auch vom DFB geäußerten) Kritik bezüglich der Leistungen von Spielern anmerkt. Nun muss man sich die Frage stellen, womit das zusammenhängt. Da spielen eine Menge unterschiedlicher Faktoren rein - und sicher auch die persönliche Herkunft/Biographie von Özil und sein Umgang damit (der sich ja auch im Foto mit Erdogan irgendwie widerspiegelt).

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Alles zur WM 2018 |#452
24.07.2018 - 12:47 Uhr
Zitat von Corleone60
Zitat von 60Stiffler

Zitat von 60Schorsch

Zitat von Corleone60

Zitat von Max-sechzig

Bin wiederholt einigermaßen erschrocken über die doch eher populistischen Beiträge zum Thema.

Von der Causa Özil einen generellen Opfermythos der türkischstämmigen Mitbürger im Integrationsprozess abzuleiten, da gehört in meinen Augen schon eine gehörige Portion Ignoranz dazu. Podolski und Klose etwa müssen sich die ganzen Vorwürfe nicht bzw. in deutlich reduzierter Form anhören, weil sie a) mit polnischem Hintergrund in regionaler sowie kultureller Hinsicht eine größere Nähe zu Deutschland haben und b), und das scheint mir am wichtigsten, keine Muslime sind. Der Glauben hängt über der ganzen Debatte nämlich nach wie vor ein Damoklesschwert.


Nein, das liegt nicht am Glauben. Es liegt einzig und allein am übertriebenen türkischen Nationalismus, den eine Generation an die nächste weitergibt und eine Integration schwer möglich macht.

Khedira ist Muslim und war sogar anerkannter Nationalmannschaftskapitän.
Mustafi ist ebenfalls Muslim, woran sich niemand gestört hat.
Xerdan Shaqiri und Granit Xhaka sind beide Muslime und bestens in der Schweiz integriert und angesehene Nationalspieler.
Der rote "Franckenstein" ist praktizierender Muslim und trotzdem Vollblutfranzose.
Zidane ebenfalls Muslim, genauso wie Henry.


Der Glaube war bei all diesen Spielern nie ein Problem. Bloß bei Özil und Gündogan soll ihr Glaube auf einmal ein Problem sein?
Ist klar....Und Du beschwerst dich über angeblich "populistische" Aussagen rolleyes


Mustiafi singt die deutsche Hymne mit.
Xhaka sind die schweizer Hymne mit zu Shaqiri hab ich leider nix gefunden.
In Frankreich singen ALLE AUSNAHMSLOS egal ob Muslim, Christ, dunkelhäutig oder hellhäutig die Hymne mit. Das hat was mit identifikation zu tun für mich. Wenn jemand sich nicht mit einem Land identifiziert wie Mesut Özil hat er nichts in der Nationalelf verloren.


dieser Schmarrn mit der Hymne immer...
https://www.youtube.com/watch?v=EL4FxSPutTI

1990 übrigens ein ähnliches Bild da gab es auch diverse Spieler die nix mitgesungen haben.


1974 standen teilweise Spieler auf dem Spieler auf dem Platz, die im 2. Weltkrieg geboren wurden. 1990 stand die Nachkriegsgeneration auf dem Platz.

Was zählt ist heute.
Jeder Spieler sollte sich vorher im Klaren darüber sein, was es bedeutet für ein Nationalteam aufzulaufen. Und wenn es jemandem schwer fällt die Gepflogenheiten mitzutragen, sollte er lieber anderen den Vortritt lassen.

Ich glaube Özil war immer zwiegespalten beim Thema deutschen Nationalmannschaft, von Anfang an:

Zitat von Joachim Löw im Jahre 2009

Um Mesut hat sich der türkische Verband in jüngster Vergangenheit intensiv bemüht, und wir hatten Verständnis für seine schwierige Situation. Deshalb war es selbstverständlich für uns, zunächst einmal abzuwarten, bis er sich entscheidet, ob er für die deutsche Nationalmannschaft spielen will


Im Vereinsfussball regt sich der Großteil der Fans über Söldner auf die sich nicht mit dem Verein identifizieren können aber da muss ich hier im Forum ja nix dazu sagen. Bei der Nationalelf ist es genau das selbe. Özil hat nur für Deutschland gespielt wegen der größeren Chancen auf einen Titel und nicht weil er sich als deutscher fühlt.

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Alles zur WM 2018 |#453
24.07.2018 - 13:05 Uhr
Zitat von jayjay1860

Es ist doch von Özil kein unbegründeter Vorwurf, wenn er - nur mal jetzt auf die vergangenen Monate gesehen - ein völliges Ungleichgewicht der öffentlichen (und auch vom DFB geäußerten) Kritik bezüglich der Leistungen von Spielern anmerkt. Nun muss man sich die Frage stellen, womit das zusammenhängt. Da spielen eine Menge unterschiedlicher Faktoren rein - und sicher auch die persönliche Herkunft/Biographie von Özil und sein Umgang damit (der sich ja auch im Foto mit Erdogan irgendwie widerspiegelt).

Özil hat doch schon vor etlichen Jahren Bilder mit Erdogan gemacht, da gabs noch so gut wie keine Diskussion um seine Person.

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Alles zur WM 2018 |#454
24.07.2018 - 13:10 Uhr
Zitat von sternbald

Über das Mitsingen der Hymne wurde schon viel diskutiert, irgendwie ermüdend, aber auch irgendwie schade, dass man dieses Bekenntnis zur Nation und deren Werte so schwer über die Lippen bekommt. Einigkeit und Recht und Freiheit, gibt es etwas Schöneres? Eine Einteilung in gute Deutsche - schlechte Deutsche wird darüber trotzdem nicht erreicht, nur lässt sich diese Nichtgeste halt symbolisch betrachten und populistisch oder interpretatorisch ausschlachten.

Die Reaktion seiner Mitspieler ist dem Business gemäß glatt und aufpoliert. Rüdiger und Boateng sprechen sachlich ihr Bedauern aus und viele andere sagen gar nichts. Die Kommunikation läuft über Berater und die wollen wohl, dass sich keiner ihrer Schützlinge den Mund verbrennt. Rassismus ist ein Vorwurf, an dem man sich nicht gerne verbal abarbeitet, weil man sonst selbst Gefahr läuft, mit ihm beschmutzt zu werden. Mal ganz nebenbei, Rassismus ist eine Zuschreibung von Eigenschaften aufgrund äußerlicher Merkmale, die eine Herkunft vermuten lassen. Der Begriff wird immer wieder falsch eingesetzt und zum Kampfbegriff gegen freie Meinungsäußerungen umcodiert. Özil wurde nicht kritisiert, weil er türkische Vorfahren hat, sondern weil er sich mit einem Mann ablichten lassen hat, der weit entfernt von "Einigkeit und Recht und Freiheit" ist. Die vulgären und ausländerfeindlichen Kommentare im Internet mögen zum teil als rassistisch ausgelegt werden können, fallen für mich größtenteils aber auch eher unter Ausländerfeindlichkeit.

Ich habe mal nach älteren Interviews mit Özil gesucht, weil ich der Ansicht bin, dass diese Spaltung von Deutschtüken - Deutschen mit türkischen Wurzeln und Deutschen erst seit ca. sechs bis acht Jahren so deutlich zutage tritt.

Zitat von SPON

Frage: Inwieweit hat der Fußball zur Integration bei Ihnen persönlich und bei anderen ausländischen Mitspielern beigetragen, mit denen Sie im Laufe Ihrer Karriere gespielt haben?

Özil: Ich glaube, dass der Fußball eine sehr große Rolle in der Gesellschaft spielt. Der hohe Unterhaltungswert, die große Medienaufmerksamkeit, die vielen Zuschauer - all das führt automatisch zu einer besseren Integration.

Frage: Haben Sie in der Bundesliga rassistische Äußerungen von den Rängen abbekommen?

Özil: Noch nie.


http://www.spiegel.de/sport/fussball/dfb-spieler-oezil-ich-habe-einfach-auf-durchzug-geschaltet-a-717185.html

Dieses Interview ist aus dem Jahr 2010. Mittlerweile erleben wir eine Renationalisierung Europas, mit "starken" männlichen Rechtskonservativen, die durch ihre Polarisierung auch Tendenzen der Spaltung hervorrufen. Orban, May, Kurz, Seehofer und eben auch Erdogan. In Deutschland leben 3 Mio. Türken, 60% der abstimmenden Türken votierten für Erdogans Referendum, standen bei Wahlkampfveranstaltungen in einem Meer aus roten Fahnen mit Halbmond. Der türkische Nationalismus steht neben vielen anderen nationalen Bewegungen, aber er findet hier in Deutschland statt, das macht viele Leute unsicher. Unsicherheit führt zu Abgrenzung oder Ablehnung.
2010 waren wir da integrativ schon viel weiter Özil empfand keine oder kaum Ressentiment aufgrund der Herkunft seiner Eltern. Was passierte in der Zwischenzeit, wenn Özil nun offen den Vorwurf des Rassismus formuliert? Erdogan führte zig Wahlkämpfe in Deutschland, weil er die konservativen Türken für sich gewinnen konnte. Er verstärkte eine Polarisierung, sprach sich gegen eine Assimilierung aus, förderte nationalistische Geisteshaltungen. Das fand nicht nur in der deutschen Presse, sondern auch in den deutschen Köpfen Ablehnung. Sein darauf folgender Kurs, der Aufbau einer autokratischen Herrschaft, die Entdemokratisierung der Türkei und v.a. der offene Konfrontationskurs mit der deutschen Bundesregierung verschärften diese Ablehnung weiter. Erinnern wir uns an die Aussagen des türkischen Außenministers gegenüber Frau Merkel.
Mit diesem Mann also lässt sich Mesut Özil ablichten, einem Mann, der deutsche Journalisten ohne Anklage inhaftiert, der die Bundeskanzlerin öffentlich diffamiert, der Deutschtürken Integration abrät, der eine Spaltung der Gesellschaft in Deutschland begünstigt, der selbst antidemokratisch regiert, der westliche Werte mit Füßen tritt. Dazu kein vernünftiges Wort von Mesut Özil, im Gegenteil, er würde sich wieder mit ihm treffen.
Özil lässt sein Statement auf englisch verfassen, veröffentlicht es auf englisch, damit es eine möglichst große Reichweite hat. In der New York Times wird bereits darüber berichtet und auf einmal steht Deutschland wieder als Land des Rassismus in der Weltöffentlichkeit. Ein Mann, der 2010 noch behauptet hat, nie Opfer von Rassismus geworden zu sein, der die Integrationskraft von Fußball lobte. Es ist ein unterstellter Rassismus, den er da aufführt: Absage von Sponsorenterminen, Absage in einer Schulleitung, Kritik an seiner Person durch den DFB etc. Ich möchte nicht auf die einzelnen Beweggründe eingehen, aber ist Mesut Özil denn nie auf die Idee gekommen, dass die erfahrene Ablehnung nicht mit seiner Herkunft zusammenhängt, sondern mit seinen Taten? Das wofür Erdogan steht, steht in starkem Kontrast zu europäischen Werten und wird in Deutschland mehrheitlich abgelehnt. Mesut Özil hat sich durch seinen Schulterschluss mit Erdogan zum Opfer dieser Ablehnung gemacht. Damit möchte ich nicht die Anfeindungen im Internet entschuldigen und auch nicht das schäbige Verhalten von Bierhoff oder Grindel - beides ist für mich ein No-go.

Ich springe noch mal ein paar Jahre zurück, ins Jahr 2006 und erinnere an den Tag, als Mesut Özil sich gegen die türkische und für die deutsche Nationalmannschaft entscheiden hat. In den darauffolgenden Tagen musste seine Facebookseite gesperrt werden, so viele hasserfüllte Kommentare von Türken waren dort zu lesen. Ganz oft ist da von türkischem Blut die Rede, Formulierungen, eine starke Ablehnung Deutschlands wird deutlich. Sehr viel Nationalismus, aber auch rassistische Kontexte. Zitat aus dem nachstehenden Video (von Spiegel Online). "Er ist kein Türke, er ist Deutscher - scheiß auf ihn!" Wie soll man das verstehen?
Ab 1:25min
https://www.youtube.com/watch?v=rCyE_LFoyWI

Mesut Özil spricht offen über zwei Seelen in seiner Brust, ich denke, dass keiner, der nicht in seiner Haut steckt, das gänzlich nachfühlen kann. Kaum vorstellbar, wie dieses Zerren sich anfühlt, wenn immer von irgendwoher einer Ansprüche anmeldet, ihn zu instrumentalisieren, seinen Symbolwert zu schaffen, ihn zu vereinnahmen. Für die einen ist war er das Aushängeschild einer gelungenen Integration, jetzt wird er zum Mahnmal des Rassismus in Deutschland hochstilisiert. Beides wird nicht der Wahrheit entsprechen, aber an Özil wird weiter gezerrt werden, von Beratern, von Familie und Freunden, von Fans, von Politikern dabei ist der doch nur ein Fußballer und kein Botschafter.


Ich kann meinen Beitrag leider nicht mehr edieren, aber das Gezerre geht schon wieder weiter:

NACH ABRECHNUNG MIT DFB
Erdogan lobt Özil
„Ich küsse seine Augen“
https://www.bild.de/sport/2018/sport/nach-abrechnung-mit-dfb-erdogan-lobt-oezil-56411880.bild.html

Zitat von Bild
„Ich habe mit ihm heute Nacht telefoniert“, sagte er laut türkischen Medien am Dienstag nach einer Fraktionssitzung der islamisch-konservativen AKP. „Seine Haltung ist national und einheimisch. Ich küsse seine Augen. Sie können unser gemeinsames Foto nicht hinnehmen. Ich stehe hinter Mesut aufgrund seiner Äußerungen.“

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"Was ist das? Blaues Licht. Was macht es? Es leuchtet blau."
John Rambo

Dieser Beitrag wurde zuletzt von sternbald am 24.07.2018 um 13:11 Uhr bearbeitet
Alles zur WM 2018 |#455
24.07.2018 - 13:11 Uhr
Zitat von fredclever77
Zitat von jayjay1860

Es ist doch von Özil kein unbegründeter Vorwurf, wenn er - nur mal jetzt auf die vergangenen Monate gesehen - ein völliges Ungleichgewicht der öffentlichen (und auch vom DFB geäußerten) Kritik bezüglich der Leistungen von Spielern anmerkt. Nun muss man sich die Frage stellen, womit das zusammenhängt. Da spielen eine Menge unterschiedlicher Faktoren rein - und sicher auch die persönliche Herkunft/Biographie von Özil und sein Umgang damit (der sich ja auch im Foto mit Erdogan irgendwie widerspiegelt).

Özil hat doch schon vor etlichen Jahren Bilder mit Erdogan gemacht, da gabs noch so gut wie keine Diskussion um seine Person.


Die interessante Frage nun ist doch dann:

Wieso ist es aktuell so ein großes Ding? Wieso wird Özil im selben Atemzug so eklatant sportlich kritisiert, obwohl es von etlichen Experten auch Argumente dafür gab, dass er bei der WM mitnichten einer der schlechtesten Spieler war?

Und ja: auch ich stelle mir die Frage, wie es dem DFB passieren kann, dass ein Foto von Lothar mit Putin nicht in Konsequenzen für einen Ehrenspielführer mündet. Weil er mit einer Russin verheiratet ist und sich selbst als "halber Russe" fühlt?

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Alles zur WM 2018 |#456
24.07.2018 - 13:53 Uhr
Dass Özil zurücktritt, finde ich nur konsequent und richtig. Aber das wie gefällt mir nicht. Der Vorwurf des Rassismus ist unangebracht, nichts was passiert ist, hat nur im Ansatz etwas mit Rassismus zu tun, dieser Vorwurf ist grotesk und lächerlich. Er hat ja gespielt, man hat ihn zur WM mitgenommen und dafür einen Haufen Geld gezahlt.

Özil hat mit den Fotos richtig Mist gebaut. Erdogan und seine Regierung haben ja nicht nur im eigenen Land gewütet, willkürlich Leute verhaftet, den Rechtsstaat aufgehoben und die Autokratie eingeführt. Noch schlimmer ist, dass Özil sich zu einer Regierung bekannt hat, die Deutschland jüngst mit Nazivorwürfen konfrontiert hat und die (meiner Meinung nach bewusst oder mindestens billigend in Kauf nehmend) zur Spaltung in Deutschland beiträgt, nur um Stimmen für die Wahl zu generieren.

Özil alleine hat sich damit ins Abseits gestellt, denn was soll der DFB machen? Nehmen sie ihn nicht mit zur WM, sind es Rassisten. Als Schutzmaßnahme wäre das nie akzeptiert worden.
Nehmen sie ihn mit, sollte das doch als Zeichen gegen Rassismus und Bekenntnis zu Özil schon reichen.
Dass man danach den Rückzieher macht und plötzlich von einem Fehler spricht, ihn mitgenommen zu haben, ist kein Rassismus, das ist Rückgratlos und feige, aber eben nicht rassistisch.

Alles in allem haben sich DFB und Özil nicht mit Ruhm bekleckert, letzterer ist aber selbst keinen Deut besser. Das war entweder dumm von ihm, weil er halt (sorry) dumm ist oder er ist selbst ein geldgeiler Opportunist. Das hat auch meinerseits nichts mit Rassismus zu tun, aber Özil hat bei mir den letzten Kredit verspielt. Er hätte sich mit vielen Argumenten aus der Affäre ziehen können z.B. sich auf zu großen Druck berufen oder noch besser sagen können, dass er zum Schutze seiner Familie zurücktritt, sich anständig bei allen für viele schöne Jahre bei der DFB-11 bedanken können und gut ist. Er schlägt aber nun in die selbe Kerbe wie eben Erdogan und kontert mit diesem lächerlichen Rassismusvorwurf.
Alles zur WM 2018 |#457
24.07.2018 - 13:58 Uhr
Zitat von JuergenKorus
Dass Özil zurücktritt, finde ich nur konsequent und richtig. Aber das wie gefällt mir nicht. Der Vorwurf des Rassismus ist unangebracht, nichts was passiert ist, hat nur im Ansatz etwas mit Rassismus zu tun, dieser Vorwurf ist grotesk und lächerlich. Er hat ja gespielt, man hat ihn zur WM mitgenommen und dafür einen Haufen Geld gezahlt.



Genau, man muss auch mal die Kirche im Dorf lassen. Wenn er es Stilvoll mit einem kleinen 3 Zeiler gemacht hätte, dann wäre das Tuubawuuuhh nicht so groß gewesen.
Alles zur WM 2018 |#458
24.07.2018 - 14:00 Uhr
Zitat von Blauer_Esel
Zitat von JuergenKorus

Dass Özil zurücktritt, finde ich nur konsequent und richtig. Aber das wie gefällt mir nicht. Der Vorwurf des Rassismus ist unangebracht, nichts was passiert ist, hat nur im Ansatz etwas mit Rassismus zu tun, dieser Vorwurf ist grotesk und lächerlich. Er hat ja gespielt, man hat ihn zur WM mitgenommen und dafür einen Haufen Geld gezahlt.



Genau, man muss auch mal die Kirche im Dorf lassen. Wenn er es Stilvoll mit einem kleinen 3 Zeiler gemacht hätte, dann wäre das Tuubawuuuhh nicht so groß gewesen.

Seh ich 100% wie ihr beiden.

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Alles zur WM 2018 |#459
24.07.2018 - 16:26 Uhr
Zitat von fredclever77
Zitat von Blauer_Esel

Zitat von JuergenKorus

Dass Özil zurücktritt, finde ich nur konsequent und richtig. Aber das wie gefällt mir nicht. Der Vorwurf des Rassismus ist unangebracht, nichts was passiert ist, hat nur im Ansatz etwas mit Rassismus zu tun, dieser Vorwurf ist grotesk und lächerlich. Er hat ja gespielt, man hat ihn zur WM mitgenommen und dafür einen Haufen Geld gezahlt.



Genau, man muss auch mal die Kirche im Dorf lassen. Wenn er es Stilvoll mit einem kleinen 3 Zeiler gemacht hätte, dann wäre das Tuubawuuuhh nicht so groß gewesen.

Seh ich 100% wie ihr beiden.


Er beschreibt, dass er in sozialen Netzwerken sowie Mails und Anrufen rassistisch beleidigt wurde. Wenn man sich die sozialen Netzwerke vor, während und nach der WM angeschaut hat, war das unschwer zu übersehen. Dazu beschreibt er, dass er von einem deutschen Politiker als "Ziegenficker" bezeichnet wurde und der Chef des deutschen Theaters ihm geraten hat "sich nach Anatolien zu verpissen". Zudem beleidigten ihn deutsche Fans vor Ort als "Türkensau". Dass Özil über Monate das Ziel rassistischer Attacken wurde, kann man gar nicht abstreiten.

Bei Grindel beschreibt er nur, dass er ihn unbedingt aus der Mannschaft werfen wollte, aber Löw und Bierhoff ihm den Rücken gestärkt haben. Nach dem Aus wurde er dann von Grindel zum Sündenbock erklärt, was ihm das Gefühl geben hat, dass er im Erfolgsfall als Deutscher angesehen wird und Auszeichnung erhält, aber als Immigrant, wenn Deutschland verliert.

Von Rassismus selbst schreibt Özil (bzw. seine PR-Berater) im Umgang mit Grindel und dem DFB nichts. Das machen dann einige Medien.

Wie schon geschrieben wurde, ist es in der Diskussion schlecht, wenn alles in einem Topf geschmissen wird, aber es ist auch nicht so ganz einfach alles zu trennen.

Der eine Punkt sind die rassistischen Attacken, bei denen Özil von Mannschaft, Verband und Politik im Stich gelassen wurde. Als der schwedische Spieler mit türkischen Wurzeln nach dem Spiel gegen Deutschland Opfer von rassistischen Attacken im Netz wurde, hat sich die Mannschaft geschlossen hinter ihn gestellt, der Verband ist dagegen vorgegangen und sogar der Ministerpräsident hat die Attacken verurteilt. Von all dem war beim DFB, den Spielern und auch der Politik nichts zu sehen.

Dass Özil selbst heftig kritisiert werden muss, steht natürlich genauso fest. Die Unterstützung von Erdogan (natürlich hilft ihm das sich mit Prominenten mit türkischen Wurzeln ablichten zu lassen) ist zu verurteilen, genauso sein Umgang damit: Erst Wochen lang schweigen, dann über Twitter eine sicher nicht von ihm erstellte Erklärung abschicken, bei der alle angreift, aber sich selbst von Schuld reinwaschen möchte.

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Alles zur WM 2018 |#460
26.07.2018 - 11:13 Uhr
Stellungnahme des DFB-Präsidenten
Grindel weist Rassismus-Vorwürfe zurück und räumt Fehler ein

DFB-Präsident Reinhard Grindel hat die Rassismus-Vorwürfe gegen ihn entschieden zurückgewiesen. Im Umgang mit Mesut Özil gesteht der 56-Jährige aber Fehler ein. "Rückblickend hätte ich als Präsident unmissverständlich sagen sollen, was für mich als Person und für uns alle als Verband selbstverständlich ist: Jegliche Form rassistischer Anfeindungen ist unerträglich, nicht hinnehmbar und nicht tolerierbar", schrieb Grindel in einer Stellungnahme am Donnerstag.

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