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Allgemeine Kaderdiskussion

23.07.2020 - 16:33 Uhr
Allgemeine Kaderdiskussion |#2731
24.08.2026 - 20:27 Uhr
Auf der 10 könnte man sofern sich was anbietet halt jetzt schon einen Vorgriff für nächstes Jahr tätigen.
Ich rechne nämlich damit das egal wie die Saison ausgeht, von dem Duo Ritter/ Skyttä nächstes Jahr im Sommer maximal noch einer übrig bleiben wird.

Bei Ritter geht es konditionell gefühlt nur noch Bergab und der Vertrag könnte am Ende der Saison auslaufen. Bei Skyttä sollte es nächstes Jahr im Sommer (sofern nichts unerwartetes passiert) so ziemlich die letzte Möglichkeit sein, aus ihm Geld zu machen. Dementsprechend könnte ich mir vorstellen das man auf der Position bei einem passenden Paket nochmal tätig wird.

Ich sehe aber dort auch nicht unbedingt unser Hauptproblem. Für mich besteht eher Handlungsbedarf auf der Außenbahn oder im Sturm.
Im Sturm haben wir aber wenn Prtajin zurück kommt dann absolute Überbesetzung und außer Selke sehe ich da keine brauchbare Option. Am liebsten wäre mir wir könnten Berisha los werden und dafür nen richtigen Zielspieler holen. Das war mir bisher einfach viel zu wenig von Berisha...🤷‍♂️
Allgemeine Kaderdiskussion |#2732
25.08.2026 - 09:56 Uhr
Ich bin auch eher der Meinung, dass uns ein Spieler mit Stärken im Pass- und Kombinationsspiel deutlich besser zu Gesicht stehen würde als ein weiterer klassischer „Zielspieler“. Von mir aus auch so ein Laufmonster auf der Acht wie bspw. Soufiane El-Faouzi, der diese ungeheure Statik aufzulösen weiß, sobald der Ball von uns die Mittellinie überquert. Teilweise komme ich mir mittlerweile dabei vor wie beim Beamten-Mikado: Wer sich zuerst bewegt, verliert.

So richtig konnten sich die unterschiedlichen Profile von Berisha, Yardimici oder – mit Abstrichen – Tazemeta bislang ja auch noch gar nicht in der vordersten Front entfalten. Dafür fehlt mir in unserer Spielidee bzw. -philosophie nach wie vor ein grundlegender Plan, wie wir den Ball überhaupt in die gefährlichen Räume bzw. in den gegnerischen Strafraum bekommen wollen. Das bislang bekannte (und meiner Wahrnehmung auch mittlerweile überholte) Flankenspiel mal ausgenommen.

Aus persönlicher Sicht muss man deshalb ja fast schon dankbar sein, wenn ein Spieler mit der individuellen Qualität eines Skyttä oder auch eines Ritter – der sich allerdings gefühlt ständig zwischen „Scheiße“ und „Juhu“ bewegt – mal eine offensive 1:1-Situation auflösen kann und zumindest den Hauch einer Torannäherung erzeugt.

Wenn es im kollektiven Angriffsverhalten grundsätzlich nicht passt und Lauf- bzw. Antizipationswege auch nach mittlerweile 1,5 Jahren Lieberknecht noch immer nicht dahin führen, wo wir dem Gegner wirklich wehtun, wird es vermutlich auch künftig vor allem über Einzelspieler gehen. Dann braucht es eben Spieler, die mit ihrer individuellen Qualität solche Situationen selbst kreieren können und die haben dementsprechend auch ihren Preis.

Ein Spieler wie Pherai, um einfach mal einen Namen zu nennen, wäre für unsere aktuell präferierte Spielweise der personifizierten „One-Man-Shows“ daher für mich deutlich sinnvoller als der nächste Abschluss- oder Zielspieler. Denn was uns momentan fehlt, ist weniger jemand, der am Ende den Fuß hinhält, sondern vielmehr die Zuarbeit davor, damit der Ball überhaupt regelmäßig in den gefährlichen Zonen bzw. in der gegnerischen Box landet.

Gruß,
W7
Allgemeine Kaderdiskussion |#2733
25.08.2026 - 10:35 Uhr
@Olivarius: Natürlich fußt vieles auf der aktuellen Eindimensionalität unseres taktischen Korsetts. Ein "Umdenken" hätte allerdings, wie gesagt, bereits in den vergangenen 1,5 Jahren passieren können oder meines Erachtens sogar müssen.

Dass Lieberknecht nun in der Sommervorbereitung ausdrücklich dafür gelobt wurde, erstmals in seiner „Ära“ zumindest verstärkt Passphasen bzw. einen spielerischen Aufbau zu implementieren, entbehrt dabei nicht einer gewissen Ironie. Wie schaffen es andere Trainer, die mit deutlich geringerer Kaderqualität oder ganz anderen Rahmenbedingungen – etwa nach einem Aufstieg oder bei einem Trainerwechsel zu einem Novizen wie Ende, Wagner, Strobl oder Kettemann – ebenfalls, ihre Mannschaften spielerisch weiterzuentwickeln, und das deutlich wahrnehmbarer und v.a. in deutlich kürzerer Zeit? Aber gut, das ist wahrscheinlich ein anderes Thema.

Wer bei unserer aktuellen Ausrichtung auf die Bank „verbannt“ werden müsste, kann ich letztlich nicht beurteilen. Ich bin allerdings auch der bescheidenen Auffassung, dass sich niemand in unserem Kader – weder in der vergangenen noch in der neuen Saison – derart große Meriten verdient hat, dass er als unumgänglicher Stammspieler oder Leistungsträger gelten müsste. Am ehesten würde ich hier noch Skyttä und Prtajin nennen. Und ausgerechnet von dieser Achse stehen uns aktuell weiterhin rund 50 Prozent nicht zur Verfügung.

Insofern sehe ich durchaus Platz bzw. konkrete Planstellen, die innerhalb der gesamten Mannschaft neu besetzt werden könnten. Gleichzeitig bin ich aber bei dir und deiner Einschätzung, dass dafür auch ein taktisches Umdenken des Trainers notwendig wäre. Und genau da werde ich mit jedem weiteren Spiel zunehmend unsicherer, ob er dazu überhaupt in der Lage bzw. fachlich befähigt ist.

Gruß,
W7
Allgemeine Kaderdiskussion |#2734
25.08.2026 - 10:58 Uhr
Zitat von Wingman_7
@Olivarius: Natürlich fußt vieles auf der aktuellen Eindimensionalität unseres taktischen Korsetts. Ein "Umdenken" hätte allerdings, wie gesagt, bereits in den vergangenen 1,5 Jahren passieren können oder meines Erachtens sogar müssen.
A
Dass Lieberknecht nun in der Sommervorbereitung ausdrücklich dafür gelobt wurde, erstmals in seiner „Ära“ zumindest verstärkt Passphasen bzw. einen spielerischen Aufbau zu implementieren, entbehrt dabei nicht einer gewissen Ironie. Wie schaffen es andere Trainer, die mit deutlich geringerer Kaderqualität oder ganz anderen Rahmenbedingungen – etwa nach einem Aufstieg oder bei einem Trainerwechsel zu einem Novizen wie Ende, Wagner, Strobl oder Kettemann – ebenfalls, ihre Mannschaften spielerisch weiterzuentwickeln, und das deutlich wahrnehmbarer und v.a. in deutlich kürzerer Zeit? Aber gut, das ist wahrscheinlich ein anderes Thema.

Wer bei unserer aktuellen Ausrichtung auf die Bank „verbannt“ werden müsste, kann ich letztlich nicht beurteilen. Ich bin allerdings auch der bescheidenen Auffassung, dass sich niemand in unserem Kader – weder in der vergangenen noch in der neuen Saison – derart große Meriten verdient hat, dass er als unumgänglicher Stammspieler oder Leistungsträger gelten müsste. Am ehesten würde ich hier noch Skyttä und Prtajin nennen. Und ausgerechnet von dieser Achse stehen uns aktuell weiterhin rund 50 Prozent nicht zur Verfügung.

Insofern sehe ich durchaus Platz bzw. konkrete Planstellen, die innerhalb der gesamten Mannschaft neu besetzt werden könnten. Gleichzeitig bin ich aber bei dir und deiner Einschätzung, dass dafür auch ein taktisches Umdenken des Trainers notwendig wäre. Und genau da werde ich mit jedem weiteren Spiel zunehmend unsicherer, ob er dazu überhaupt in der Lage bzw. fachlich befähigt ist.

Gruß,
W7


Bei der Analyse bin ich bei dir, ich glaube man muss hier unterscheiden zwischen dem was man selbst gerne sehen möchte und dem was tatsächlich passiert.

Wenn ich mir den aktuellen Kader so anschaue und mit einbeziehe, welche Äußerungen es so gab. Dann komme ich zu dem Schluss das man gar nicht so viel machen kann, ohne dabei die Prämissen vom Verein bzw. Lieberknecht zu ändern.
Nehme ich beispielsweise die Äußerung von Lieberknecht bzgl. der Achse, bestehend aus Rasmussen, Gyamfi, Kunze, Sahin, Ritter und Sjyttä (und eigentlich Prtajin), dann gibt's da kaum Gestaltungsspielraum, denn die einzigen Positionen die er nicht aufgezählt hat war, der 3. IV, die Wingbacks, sowie Berisha.

Aus diesem Grund glaube ich auch nicht, dass sich daran etwas ändern wird und gleichzeitig deckt sich das genau mit dem was wir in den ersten Spielen gesehen haben.

Grundsätzlich bin ich der Meinung das die Kombination aus Spielermaterial, Trainer und die dazugehörige Taktik/System nicht zueinander passen und wir hier durchaus Steigerungspotenzial haben.
Das Problem ist in meinen Augen, dass dies eigentlich schon länger sichtbar ist, man allerdings offenbar nicht gewillt ist daran etwas zu ändern.
Allgemeine Kaderdiskussion |#2735
25.08.2026 - 12:27 Uhr
Dass Lieberknecht nicht gewillt ist etwas zu ändern, hat er jetzt 1 1/2 Jahre bewiesen.

Ritter - Wunderlich hat nicht funktioniert
Ritter - Klement hat nicht funktioniert
Ritter - Sahin hat nicht funktioniert
Ritter - Skyttäa funktioniert nicht und wird nicht funktionieren.

Lieberknecht hat sicherlich eine Idee " Betzefussball " spielen zu lassen, aber es ist eine andere
Idee wie die von Hengen und Klos. Das zeigt sich in der Spielanalyse, dem Scouting, den Transfers
und des Spielsystems.

Im Trainerstab wird ständig gewechselt und getauscht, aber ein gemeinsames Konzept, eine Linie, ist
nicht erkennbar. Das einzige ist die Verjüngung des Kaders, die per se eine Konzeption ist, die aber
dann auch konsequent umgesetzt werden muss. Dies wird aber scheitern, wenn die Ideen der
Verantwortlichen unterschiedlich sind und im Grunde genommen, keiner weiß wo es hingehen soll.

Nach Außen hin wird da viel überspielt und vertuscht, aber Innen ist der Verein in sportlicher Hinsicht
heterogen. Diese Heterogenität ist auch der Hintergrund für die vielen schwachen, schlechten Transfers
und die fehlende Entwicklung im sportlichen Bereich.

So treten wir weiter auf der Stelle und pendeln zwischen 2. und 3. Liga.
Allgemeine Kaderdiskussion |#2736
25.08.2026 - 20:21 Uhr
Zitat von pulder
Dass Lieberknecht nicht gewillt ist etwas zu ändern, hat er jetzt 1 1/2 Jahre bewiesen.

Ritter - Wunderlich hat nicht funktioniert
Ritter - Klement hat nicht funktioniert
Ritter - Sahin hat nicht funktioniert
Ritter - Skyttäa funktioniert nicht und wird nicht funktionieren.

Lieberknecht hat sicherlich eine Idee " Betzefussball " spielen zu lassen, aber es ist eine andere
Idee wie die von Hengen und Klos. Das zeigt sich in der Spielanalyse, dem Scouting, den Transfers
und des Spielsystems.

Im Trainerstab wird ständig gewechselt und getauscht, aber ein gemeinsames Konzept, eine Linie, ist
nicht erkennbar. Das einzige ist die Verjüngung des Kaders, die per se eine Konzeption ist, die aber
dann auch konsequent umgesetzt werden muss. Dies wird aber scheitern, wenn die Ideen der
Verantwortlichen unterschiedlich sind und im Grunde genommen, keiner weiß wo es hingehen soll.

Nach Außen hin wird da viel überspielt und vertuscht, aber Innen ist der Verein in sportlicher Hinsicht
heterogen. Diese Heterogenität ist auch der Hintergrund für die vielen schwachen, schlechten Transfers
und die fehlende Entwicklung im sportlichen Bereich.

So treten wir weiter auf der Stelle und pendeln zwischen 2. und 3. Liga.



Das Hauptproblem ist unser Spielsystem das ist viel zu kompliziert…

Ich halte das 3-4-2-1 grundsätzlich für eines der komplexeren Spielsysteme. Nicht weil es nicht funktionieren kann, sondern weil sehr viele Abläufe perfekt ineinandergreifen müssen. Es gibt auch vergleichsweise wenige Mannschaften, die dieses System dauerhaft wirklich erfolgreich spielen.

Chelsea spielt aktuell eine solche Grundordnung. Wie erfolgreich das langfristig sein wird, lässt sich allerdings noch überhaupt nicht beurteilen, weil die Saison gerade erst begonnen hat. Ein weiteres gutes Beispiel war Crystal Palace unter Oliver Glasner, wo dieses System über einen längeren Zeitraum funktioniert hat. Ansonsten findet man gerade unter den erfolgreicheren Mannschaften wesentlich häufiger Systeme mit Viererkette, insbesondere das klassische 4-2-3-1.

Genau deshalb glaube ich, dass sich auch der FCK mit einem 4-2-3-1 wesentlich leichter tun könnte.

Das Problem der beiden Zehner

Im 3-4-2-1 spielen hinter einem Mittelstürmer zwei Zehner beziehungsweise offensive Mittelfeldspieler in den Halbräumen. Das hört sich zunächst offensiv und attraktiv an. In der Praxis müssen diese beiden Spieler aber extrem gut aufeinander abgestimmt sein.

Einer muss beispielsweise entgegenkommen und die Verbindung zum zentralen Mittelfeld herstellen, während der andere Tiefe sucht. Einer kann nach außen ausweichen, während der andere den Strafraum besetzt. Gleichzeitig müssen beide gegen den Ball genau wissen, wann sie anlaufen, wann sie nach außen schieben und wann sie zurückfallen.

Sind diese Bewegungen nicht perfekt abgestimmt, entstehen sehr schnell falsche Abstände.

Stehen beide Zehner zu hoch, werden die beiden zentralen Mittelfeldspieler vom Angriff getrennt. Kommen beide gleichzeitig entgegen, fehlt die Tiefe neben dem Stürmer. Bewegen beide sich in ähnliche Räume, nehmen sie sich gegenseitig den Platz.

Deshalb würde ich das Problem auch nicht einfach an einzelnen Spielern wie Ritter oder Skyttä festmachen. Natürlich kann man darüber diskutieren, welcher Spielertyp für welche Rolle geeignet ist. Aber das grundsätzliche Problem liegt für mich tiefer: Diese beiden Zehnerpositionen innerhalb eines 3-4-2-1 sind enorm anspruchsvoll und funktionieren nur, wenn die gesamte Mannschaft ihre Bewegungen darauf abstimmt.

Die Wingbacks entscheiden über das gesamte System

Noch anspruchsvoller wird es über die Außenpositionen.

Im 3-4-2-1 gibt es normalerweise keine klassischen Flügelspieler. Die komplette Breite müssen deshalb die beiden Wingbacks herstellen. Im Angriff stehen sie teilweise auf einer Höhe mit den offensiven Spielern, bei Ballverlust müssen sie aber sofort wieder Bestandteil einer Fünferkette werden.

Damit gehören diese Positionen zu den laufintensivsten und taktisch anspruchsvollsten auf dem gesamten Platz.

Steht ein Wingback fünf oder zehn Meter zu tief, fehlt vorne die Breite. Steht er zu hoch und der Ball geht verloren, entsteht hinter ihm ein riesiger Raum. Schiebt anschließend der äußere Innenverteidiger heraus, öffnet sich wiederum eine Lücke in der Dreierkette.

Ein einziger falscher Abstand kann dadurch eine ganze Kettenreaktion auslösen.

Und genau darin liegt für mich die enorme Komplexität dieses Systems. Im Ballbesitz kann aus dem 3-4-2-1 ein 3-2-5 entstehen, gegen den Ball wiederum ein 5-4-1 oder 5-2-3. Das funktioniert hervorragend, wenn jeder Spieler genau weiß, welchen Raum er in welcher Situation besetzen muss. Fehlen diese Automatismen, sieht eine Mannschaft dagegen sehr schnell ungeordnet aus.

Warum nicht einfach 4-2-3-1?

Ein 4-2-3-1 löst natürlich nicht automatisch alle Probleme. Es würde aber viele Aufgaben wesentlich eindeutiger verteilen.

Die Außenverteidiger haben zunächst eine klare defensive Grundposition. Davor befinden sich echte Flügelspieler. Die Doppel-Sechs sichert das Zentrum und ein klarer Zehner stellt die Verbindung zwischen Mittelfeld und Sturm her.

Dadurch entstehen natürlichere Dreiecke zwischen Außenverteidiger, Sechser und Flügelspieler. Im Zentrum gibt es eine klare Verbindung zwischen Sechser, Zehner und Mittelstürmer.

Vor allem bei Ballverlusten ist die Ausgangsposition klarer. Man muss nicht innerhalb weniger Sekunden aus einem 3-2-5 wieder eine funktionierende Fünferkette herstellen.

Das bedeutet nicht, dass ein 4-2-3-1 taktisch anspruchslos oder grundsätzlich besser ist. Aber es ist weniger fehleranfällig und verzeiht Probleme bei Abständen und Positionswechseln eher.

Und genau deshalb stellt sich für mich beim FCK die Frage, ob man es nicht unnötig kompliziert macht.

Wenn ein 3-4-2-1 perfekt funktioniert, kann es extrem schwer zu verteidigen sein. Wenn aber die beiden Zehner ähnliche Räume besetzen, die Wingbacks nicht im richtigen Moment nachschieben und die Doppel-Sechs dadurch riesige Räume kontrollieren muss, entsteht genau das Gegenteil: Eine Mannschaft wirkt trotz eines ausgeklügelten Systems strukturlos.

Vielleicht müsste man es deshalb gar nicht komplizierter machen.

Viererkette. Doppel-Sechs. Zwei klare Flügel. Ein Zehner. Ein Stürmer.

Manchmal bedeutet taktische Entwicklung nicht, immer noch mehr Möglichkeiten und Positionswechsel einzubauen. Manchmal bedeutet sie einfach, den Spielern so viel Klarheit zu geben, dass elf Einzelspieler wieder wie eine Mannschaft funktionieren.
Allgemeine Kaderdiskussion |#2737
25.08.2026 - 20:37 Uhr
Schöne Analyse. Ich würde ergänzen, dass wir bei Ballbesitz auf dem Flügel immer mit dem ballnahen Innenverteidiger vorschieben, um auf der Außenbahn eine Pärchenbildung herzustellen. Leider fehlt es Elvedi dafür ein Stück weit an fußballerischem Rüstzeug. Sirch war für diese Rolle deutlich besser geeignet, dafür halt defensiv deutlich schwächer.

Wieso nicht einfach 4-2-3-1? Weil uns dafür Spieler fehlen, spätestens, wenn wir auswechseln müssen oder Ausfälle verzeichnen. Für ein 4-2-3-1 müsste man zwingend mindestens ein mal im Offensivbereich nachlegen, vorzugsweise für eine Außenstürmerposition.

Ich hoffe, dass wir mit Murphy links eine bessere Ballkontrolle hin bekommen. Die Abstimmung der 10er ist für mich ok. Üblicherweise übernimmt Ritter die Rolle des Aufbauspielers, während Skyttä die Tiefe sucht. Das ist schon abgestimmt. Kommt Kanaté dann, übernimmt er die Tiefenläufe. Kommt dann auch noch Tazemeta, haben wir ein Problem, weil keiner der beiden die Rolle als aufbauender Halbraumspieler beherrscht. Das sind Stürmer. Deshalb plädiere ich seit Monaten dafür, auf der 10 noch mal nachzulegen.

Beste Grüße
Lullaby
Allgemeine Kaderdiskussion |#2738
26.08.2026 - 08:16 Uhr
Ich muss es kurz anmerken: Ritter hatte letzte Saison 12 Scorer in der Liga: 9 Tore, 3 Vorlagen. Er ist einer der wenigen, der spielerische Elemente reinbringt, Geistesblitze wie Steckpässe und Co. drauf hat.

Zudem haben wir letzte Saison so gut abgeschnitten wie seit Jahren nicht. War das immer spielerisch eines 6. Platzes würdig? Nein, natürlich nicht. Aber derzeit zählen für die Entwicklung des Vereins gute Endplatzierungen, damit wir in der TV-Tabelle aufholen und mit den finanzstarken Vereinen pinkeln können. Ritter war ein großer Bestandteil der Mannschaft, die Platz 6 geholt hat.

Natürlich wäre eine spielerische Weiterentwicklung wünschenswert. Aber für persönliche ist sie echt zweitrangig (may the shitstorm begin zwinker ). Was am Ende immer noch zählt, ist die Abschlusstabelle.

Zurück zu Ritter: Mir ist dieser starke Fokus auf Ritter als Schwachstelle dieser Mannschaft etwas zu weit hergeholt. Er hatte gegen Mannheim 6 Torschussvorlagen, 4 Torschüsse und einen xGoal Wert von 0,53. 10 Zweikämpfe, 7 gewonnen.

Ich habe manchmal den Eindruck, bei Ritter wird sich nur auf das fokussiert, was er nicht gut kann (bspw viel laufen). Was er kann, was er auf dem Feld leistet und was er an „Produktion“ mitbringt wird hingegen für selbstverständlich hingenommen.

Just my two Cents. Ich hoffe, mit dieser sehr gegenteiligen Meinung nicht zu viele Emotionen auszulösen und freue mich auf die Diskussion.
Allgemeine Kaderdiskussion |#2739
27.08.2026 - 18:04 Uhr
Mit jedem Neuzugang festigt sich das Bild, dass hier jemand mit einer durchaus klaren Spielidee neue Spieler holt, wobei diese Spielidee nur leider nicht die des Trainers ist. Man darf gespannt sein, ob und inwiefern sich Torsten da neu erfindet oder aber meine erste positionale und Skill-orientierte Einschätzung dieser mir ja durchweg unbekannten Spieler schlichtweg falsch ist. Ich denke mir immer spontan: "Interessanter Junge!". Und dann: "Was aber will denn der Torsten mit dem?"

•     •     •

502 Bad Gateway
nginx
Allgemeine Kaderdiskussion |#2740
27.08.2026 - 19:18 Uhr
Zitat von Newtrial

Wieviel Stürmer brauchen wir denn für einen Ein-Mann-Sturm?


Lieberknecht hat schon in Darmstadt zwischen einem und zwei gelernten Stürmern hin und her gewechselt. Die Frage ist ja eher, wer besetzt welche Räume und übernimmt welche Rollen. Berisha z.B. sollte in der Lage sein, neben bzw. hinter einem Stoßstürmer den Ballverteiler zu geben. Kanaté kommt sowieso bevorzugt aus der Tiefe und über außen. Auch Yardimci sollte dazu in der Lage sein.

Die Doppel-10 werden wir sicher seltener sehen. Aber wie gesagt, da war Lieberknecht nicht drauf festgenagelt. Es war wohl eher so, dass der Kader mit dem starken qualitativen Gefälle bisher nicht so wirklich die Option gegeben hat, nicht mit Ritter und Skyttä zu starten, wenn beide fit sind.

Ich sehe vor allem, dass der Kader jetzt mehr Optionen bietet, wobei die Neuzugänge für uns auch ziemliche Wundertüten sind, alle mit reichlich Talent gesegnet, aber wie man an Yardimci sieht, heißt das beileibe nicht, dass man auch den Durchbruch schafft.

Davon ab sehe ich vor allem eine ganz andere Kaderbreite als letzte Saison. Das ZM war ausreichend besetzt? Geht so. Auf einen Ausfall von Sahin konnten wir nicht wirklich reagieren, da musste entweder Ritter nach hinten, wo er nicht mehr hin gehört, oder ein spielerisch schwächerer Spieler wie Robinson musste das übernehmen. Offensiv durfte zuletzt zwei Mal Tazemeta ran und hat sehr gut gezeigt, dass es für ihn auf dem Level noch nicht reicht. Und jetzt? Zwei für die linke Schiene, zwei für die rechte Schiene, zwei 6er, zwei 8er, zwei 10er, vier Stürmer mit unterschiedlichen Profilen. Passt sehr gut für mich.

Beste Grüße
Lullaby
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Lullaby am 27.08.2026 um 19:23 Uhr bearbeitet
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