Diskussionsrunde

Aufreger des Wochenendes 2010/11 III

07.03.2011 - 16:58 Uhr
Zitat von Tomai:


Nur soviel:
Wenn ich mal im Ausland Meister werden sollte, nehme ich die Deutsche Fahne mit. :)


Hab ich als ich in Mexico Schulmeister geworden bin gemacht.
Hat es jemanden provoziert, oder habe ich auch nur im entferntesten darüber nachgedacht jemanden provozieren zu können??

Nein!!!

Zur Diskussion.
Dieses ganze Geschwätz ist sowas von peinlich. Wahrscheinlich warst du noch nie in Dortmund?
Wenn man sich da durch eine türkische Flagge provoziert fühlen würde, wäre man vermutlich im Dauerzustand.
Dortmund und das Ruhrgebiet sind Multikulti und das ist gut so. Sahin und all die anderen Profis haben mit ihren Landesfahnen hier niemanden provoziert, demnach ist deine Argumentation hier dein persönlicher Feldzug gegenüber Türken mMn.
Zitat von Willibert:


Zum Glück hat Bochum 4 Punkte Vorsprung, sonst dürften sich die Greuther ziemlich veräppelt vorkommen. Wobei Platz 4 von diesem Verein ja im Abonnement gebucht wurde. ;)


Ist Fürth überhaupt schon mal 4. in Liga 2 geworden?

Zu der anderen Diskussion; ich kann beim besten Willen nicht erkennen, wo dort ein Aufreger zu finden sein soll, wenn Sahin mit einer türkischen Flagge durch die Gegend läuft.
Seine Vorfahren kommen nun mal daher, daher kann man doch trotzdem ein wenig Stolz zeigen und demonstrieren, wo seine Wurzeln herstammen.
Dass man sich davon provoziert fühlen kann, hab ich bislang noch nicht vermutet.
Passt zwar nicht direkt hier rein, aber ich habe einen Skandal aufgedeckt: bei der Pokalfeier vom FC Porto auf dem Feld habe ich unzählige Fahnen gesehen, wie die Uruguayische, Brasilianische, Kolumbianische aber noch nicht mal eine Portugisische. :o :rolleyes :D Das ist ja mal eine Provokation. :D

Jetzt mal im Ernst: Ich betone nochmals LAUTSTARK, dass solche Situationen VÖLLIG normal sind und die Spieler sich eben freuen und stolz sind und in diesen Momenten gerne ihr Land repräsentieren. Und da ist weder was provokatives dran oder sonst noch was negatives zu finden.

Ich wollte das Thema jetzt nicht nochmal aufrollen, aber diese Szenen eben waren das beste Beispiel für alle normal gesinnten Menschen unter uns.

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Eine Liebe, ein Verein: Nur die SGE!!!
Meine güte, was für ,,Probleme,, manche Leute heutzutage hier und da haben und sich WIRKLICH wegen solch sinnlosen/unnötigen/harmlosen sachen ärgern, nur weil es ihnen nicht passt, ist einfach nur zum kopfschütteln.
Und überhaupt frage ich mich, wie man sich mit sowas beschäftigen kann, was ja eigentlich kaum jemanden stören (auffallen) sollte (gar müsste), da sowas einfach das normalste auf Erden ist ?! :o

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*Viva El Che*
Zitat von Besiktas_Rulez:
Meine güte, was für ,,Probleme,, manche Leute heutzutage hier und da haben und sich WIRKLICH wegen solch sinnlosen/unnötigen/harmlosen sachen ärgern, nur weil es ihnen nicht passt, ist einfach nur zum kopfschütteln.
Und überhaupt frage ich mich, wie man sich mit sowas beschäftigen kann, was ja eigentlich kaum jemanden stören (auffallen) sollte (gar müsste), da sowas einfach das normalste auf Erden ist ?! :o


Naja auffallend war es schon, dass alle nicht-deutschen BVB-Spieler am Sonntag mit einer Fahne/Schal des Heimatlandes rumliefen.
Ob es deshalb nötig ist eine seitenlange Diskussion zu führen ist genau so fragwürdig, wie die Tatsache, ob Kuba denn unbedingt nen Polen-Schal um den Hals tragen muss, anstatt einem schwarz-gelben.

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"Wenn am Wochenend' die Massen, in die Fußballstadien ziehn,
da kann ich es nicht lassen, mich ziehts zum Betze hin.

Die Stimmung ist dort ganz famos, wie kanns auch anders sein,
und geht das Spiel dann richtig los, stimmen alle mit mir ein:

Olé Olé, Olé Ola, der FCK ist wieder da!
Olé Olé, Olé Ola,
die roten Teufel sind ganz wunderbar!"

Dieser Beitrag wurde zuletzt von kappel1719 am 19.05.2011 um 15:14 Uhr bearbeitet
Zitat von kappel1719:
Naja auffallend war es schon, dass alle nicht-deutschen BVB-Spieler am Sonntag mit einer Fahne/Schal des Heimatlandes rumliefen.


Wie soll man das eigentlich nennen, wenn sich tagelang darüber echauffiert wird, dass sich jemand anders darüber echauffiert hat, dass ein prominenter Sportler sich anders verhält, als er es für angemessen hält, ohne dass einer der Meta-Echauffeure merkt, dass er gar nicht begriffen hat, worüber sich der Initial-Echauffeur echauffiert hat?

Ein letztes Mal: Es geht darum, dass Sahin nicht einfach ein "nicht-deutscher BVB-Spieler" ist der "am Sonntag mit einer Fahne/Schal des Heimatlandes" herumlief, sondern dass er ein türkischstämmiger Deutscher ist, der mit der Flagge des Heimatlandes seiner Eltern herumlief.
Egal ob man das doof findet oder dufte, man muss doch wenigstens zur Kenntnis nehmen, dass das _nicht_ dasselbe ist wie wenn ein polnischer Spieler, der gerade seit 2 Jahren in Deutschland arbeitet, die polnischen Flagge schwenkt. Sahins Heimatland ist nach jeder geläufigen Definition Deutschland, nicht die Türkei, denn er ist in Deutschland geboren, aufgewachsen und lebt bis mindestens Anfang Juni noch in Deutschland. Selbst "Wahlheimat" trifft auf die Türkei nicht ganz zu, denn dazu zählt eigentlich, dass man dort auch lebt: http://www.duden.de/rechtschreibung/Wahlheimat

Wenn Sahin also die türkische Flagge schwenkt und nicht die deutsche, drückt er damit - egal ob bewusst oder unabsichtlich - aus, dass ihm die Türkei näher steht als seine Heimat. Und das hat den User Tomai gestört. Da können noch Millionen von geborenen Brasilianern, Argentiniern und Polen aufgezählt werden, die die Flaggen ihrer Heimatländer schwenken, das ändert nichts daran, dass Sahin das eben gerade nicht getan hat und dass den User genau das aufgeregt hat.

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Bessere Hälfte des Duo Infernale von der Weser
___________________________________________

I can't remember where I heard this, but someone once said that defending a position by citing free speech is sort of the ultimate concession;
you're saying that the most compelling thing you can say for your position is that it's not literally illegal to express.
(Randall Munroe)
Zitat von kappel1719:

Naja auffallend war es schon, dass alle nicht-deutschen BVB-Spieler am Sonntag mit einer Fahne/Schal des Heimatlandes rumliefen.
Ob es deshalb nötig ist eine seitenlange Diskussion zu führen ist genau so fragwürdig, wie die Tatsache, ob Kuba denn unbedingt nen Polen-Schal um den Hals tragen muss, anstatt einem schwarz-gelben.


Naja mich stört sowas überhaupt nicht und finde, das es jedem selbstüberlassen ist, wie man feiert, natürlich soll es aber im Rahmen geschehen, nicht das es aus rein Provokativen zwecken benutzt (missbraucht) wird.

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*Viva El Che*
Zitat von Wuldor:

Ein letztes Mal: Es geht darum, dass Sahin nicht einfach ein "nicht-deutscher BVB-Spieler" ist der "am Sonntag mit einer Fahne/Schal des Heimatlandes" herumlief, sondern dass er ein türkischstämmiger Deutscher ist, der mit der Flagge des Heimatlandes seiner Eltern herumlief.
Egal ob man das doof findet oder dufte, man muss doch wenigstens zur Kenntnis nehmen, dass das _nicht_ dasselbe ist wie wenn ein polnischer Spieler, der gerade seit 2 Jahren in Deutschland arbeitet, die polnischen Flagge schwenkt. Sahins Heimatland ist nach jeder geläufigen Definition Deutschland, nicht die Türkei, denn er ist in Deutschland geboren, aufgewachsen und lebt bis mindestens Anfang Juni noch in Deutschland. Selbst "Wahlheimat" trifft auf die Türkei nicht ganz zu, denn dazu zählt eigentlich, dass man dort auch lebt: http://www.duden.de/rechtschreibung/Wahlheimat

Wenn Sahin also die türkische Flagge schwenkt und nicht die deutsche, drückt er damit - egal ob bewusst oder unabsichtlich - aus, dass ihm die Türkei näher steht als seine Heimat. Und das hat den User Tomai gestört. Da können noch Millionen von geborenen Brasilianern, Argentiniern und Polen aufgezählt werden, die die Flaggen ihrer Heimatländer schwenken, das ändert nichts daran, dass Sahin das eben gerade nicht getan hat und dass den User genau das aufgeregt hat.


Ich bin auch hier geboren und aufgewachsen, trotzdem fühle ich mich (sowie die meisten Türken auch, die in Deutschland leben) der Türkei näher gebunden als Deutschland (was aber nicht bedeutet, das Deutschland für mich unwichtig ist, im Gegenteil...), da ich mich einfach als Türke fühle und auch bin.

Ich kann es eher nicht verstehen, warum einige es nicht nachvollziehen oder verstehen können (wollen), warum wir ,,türkischstämmigen,, mit der Türkei so solidarisieren. Wir Türken sind halt nunmal sehr Heimatverbunden. In Türkei ist es auch nicht anders, ein Anatolischstämmiger z.B. aus Tabzon,Kayseri,Konya, Diyarbakir usw. der seit 50 jahren in Istanbul lebt, sagt auch nicht, ich bin ein Istanbuler (Istabullu) sondern, ein Trabzonlu, der in Istabul lebt, genauso denken auch die meisten Kinder und Nachfahren von den Anatolischstämmigen, die in Istanbul geboren und aufgewachsen sind.

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*Viva El Che*

Dieser Beitrag wurde zuletzt von Besiktas_Rulez am 19.05.2011 um 16:23 Uhr bearbeitet
Zitat von Besiktas_Rulez:
Ich bin auch hier geboren und aufgewachsen, trotzdem fühle ich mich (sowie die meisten Türken auch, die in Deutschland leben) der Türkei näher gebunden als Deutschland (was aber nicht bedeutet, das Deutschland für mich unwichtig ist, im Gegenteil...), da ich mich einfach als Türke fühle und auch bin.

Ich kann es eher nicht verstehen, warum einige es nicht nachvollziehen oder verstehen können (wollen), wir Türken sind halt nunmal sehr Heimatverbunden. In Türkei ist es auch nicht anders, ein Anatolischstämmiger z.B. aus Tabzon,Kayseri,Konya, Diyarbakir usw. der seit 50 jahren in Istanbul lebt, sagt auch nicht, ich bin ein Istanbuler (Istabullu) sondern, ein Trabzonlu, der in Istabul lebt, genauso denken auch die Kinder und Nachfahren von den Anatolischstämmigen, die in Istanbul geboren und aufgewachsen sind.


Aufpassen: Ich habe nicht geschrieben, dass das nicht zu verstehen sei. Im Gegenteil, auf der letzten Seite weiter oben (#1771) habe ich sogar ein paar Umstände genannt, aufgrund derer ich das recht gut verstehe. Der Punkt war, dass das nicht bedingungslos _gutzuheißen_ ist.
Wenn jemand sein ganzes Leben mitsamt Geburt, Kindheit, Schulzeit, Berufsausbildung und Beruf in einem Land verbringt, so wie Sahin und anscheinend auch du, und trotzdem genau _keinerlei_ Identifikation mit diesem Land aufbringen kann, sich stattdessen voll und ganz einem anderen Land und einer anderen Nation verbunden fühlt, ist das _nicht_ _gut_. Ganz objektiv und ohne weitere Beurteilung stimmt da einfach erstmal etwas nicht.

Der Einfachheit halber nehmen wir mal bloß den genau umgekehrten Fall an: Sören Unterhuber, Sohn deutscher Einwanderer, wird in Antalya geboren, wächst dort auf, geht dort zur Schule und spielt dort Fußball. Mit 16 debutiert er für Antalyaspor in der Süper Lig und begeistert nicht nur die eigenen Fans sondern sogar die der Konkurrenz. Auf Nationalmannschaftsebene spielt er für Deutschland, aber in der entspannten, von Toleranz geprägten Türkei wird das nach ein paar kleineren öffentlichen Nicklichkeiten ohne Weiteres akzeptiert. Mit Anfang 20 dann führt er Antalyspor zur türkischen Meisterschaft, die er dann mit der deutschen Flagge um den Hals feiert.
Stell dir das einmal intensiv vor, mach ruhig die Augen zu und gehe die gesamte Geschichte in deinem Kopf durch. Und dann sag' mir nochmal, dass das völlig Okay und normal ist, dass das in der Türkei überhaupt nicht auf Unmut stoßen würde. Ist ja erstmal egal, ob dieser Unmut berechtigt wäre oder nicht, gäbe es nicht doch ein klein wenig Empörung?

Wenn es in dem Fall so wäre, für mich auch vollkommen verständlich so wäre, warum kann man dann im umgekehrten Fall (Sahin) nicht wenigstens darüber reden, ob das Okay ist oder nicht und ob man das in Ordnung finden kann oder nicht? Warum muss jeder, der auch nur andeutungsweise sein Nichtgefallen ausdrückt, direkt zum Spinner erklärt werden?
Das ist eigentlich schon alles, was mich an der Diskussion aufregt. Dass so getan wird, als sei es absolut normal und selbstverständlich in Ordnung, wenn jemand, der immer nur in Deutschland gelebt hat, sich demonstrativ ausschließlich mit einem anderen Land identifiziert _und_ jeder der das nicht völlig korrekt findet, direkt ein nicht "normal gesinnter Mensch" (#1776) ist.

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(Randall Munroe)
Zitat von Simao31:
Zu der Sahin Diskussion: Es ist doch seine freie Entscheidung mit welcher Flagge er sich zeigt.
Nuri hat tausendmal verdeutlicht, dass er beide Länder gleichviel liebt.


So gleich viel, dass er mit der einen Flagge einen Titel feiert und mit der anderen nicht?

Wenn ich zwei Frauen gleich viel liebe, verbringe ich auch mit beiden ungefähr gleich viel Zeit* und nicht nur mit einer, während ich der anderen was vom Mond erzähle.

Zitat von Simao31:
Auch in der Türkei sieht man bei Spielen die deutsche Flagge. Roberto Hilbert hatte erst letztens nach dem Pokalgewinn von Besiktas Istanbul eine deutsche Flagge um den Hals.


Hargh...bewirbst du dich um den goldenen Raffnix am Band?
Sorry, aber ich weiß echt nicht mehr wie ich es noch anders ausdrücken soll. Hilbert ist nicht in der Türkei geboren, die Türkei ist nicht sein Heimatland und er ist nicht Teil einer bedeutenden Gemeinde deutschstämmiger Türken, die sich sowohl selbst beklagen, nicht als Mitbürger in der Türkei akzeptiert zu werden, als auch von anderen türkischen Bürgern gern als Teil ihres Volkes angenommen werden würden. Hilbert ist ein verdammter Ausländer der in der Türkei arbeitet, Sahin ist in Deutschland kein Ausländer, sondern hier geboren. Selbst wenn Sahin (noch) keinen deutschen Pass hat, er ist genauso deutsch wie jeder andere, der hier geboren und aufgewachsen ist - denn das sind die Kriterien für die deutsche Staatsbürgerschaft. Ganz strenggenommen ist Sahin sogar deutscher als ich, da ich nicht auf dem damaligen (1983) Staatsgebiet der BRD geboren bin wie er...

Niemand erwartet, dass jeder Deutsche türkische Abstammung ein glühender deutscher Nationalist ist und die Heimat der Eltern vergisst. Das wäre mehr als unheimlich. Aber die demonstrative Zelebrierung der türkischen Identität ist genauso unschön, da sie eben gleichzeitig eine deutliche Ablehnung der deutschen Identität zum Ausdruck bringt.
Das und nur das ist das Problem. Und der Vorwurf geht noch nicht einmal an Sahin und Leute in ähnlichen Lebensumständen, sondern in sehr viel stärkerem Maße an die gesamte deutsche Gesellschaft und was sie zwischen 1960 und heute getan - vor allem: _nicht_ getan - hat. Aber dazu, das mal in Ruhe auszuklamüsern, kommt man ja gar nicht, weil immer erstmal 10 User dazwischenkrakeelen "Du spinnst doch! Ist doch voll normaaaal, dass die Ausländer mit den Fahnen ihrer Heimat wedeln!!!111einself".

Zitat von Simao31:
Ich glaube nicht das Sahin irgendjemanden provozieren wollte oder demonstrieren wollte, dass er nicht integriert sei. Vielleicht hätte er mit beiden Flaggen auflaufen sollen, dann wäre diese Diskussion unnötig.


Das wäre eine tolle Idee gewesen. Wenn schon mit Flaggen, dann so. Oder lieber gar nicht.
In jedem Fall ist das trotzdem natürlich immer noch nicht das eigentliche Problem, sondern lediglich Ausdruck desselben. Aber es wäre zumindest ein tolles Signal, ein netter Anfang gewesen, egal ob ernst gemeint oder nur Schein.



*Darf sich gern jeder drunter vorstellen, was er will.

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