Der deutsche Sturm II
02.12.2009 - 00:01 Uhr
10.07.2012 - 20:15 Uhr
Zitat von M_V_P:
Zitat von Mario_Balotelli:
Zitat von M_V_P:
Zitat von Bukkris:
Als EM Torschützenkönig geht man aber in die Geschichtsbücher ein.. und da wäre es ernsthaft traurig, wenn da Gomez stehen würde. Eben, der darf niemals in einer Reihe mit Baros, Kluivert, Allofs, Brolin, Larsen oder Milosevic genannt werden.
Versteh nicht warum man Gomez hier so schlecht redet. Der Gomez ist ein Strafraumstürmer alter Prägung, früher hätten sie den vergöttert.
Um Gottes Willen, dass war doch nicht ernst gemeint. Intention war lediglich aufzuzeigen welche Chaoten sich diesen Titel schon anhängen durften.
:D Ich hoffe, du meinst nicht Allofs damit. ;-)
Zitat von Mario_Balotelli:
Zitat von M_V_P:
Zitat von Bukkris:
Als EM Torschützenkönig geht man aber in die Geschichtsbücher ein.. und da wäre es ernsthaft traurig, wenn da Gomez stehen würde. Eben, der darf niemals in einer Reihe mit Baros, Kluivert, Allofs, Brolin, Larsen oder Milosevic genannt werden.
Versteh nicht warum man Gomez hier so schlecht redet. Der Gomez ist ein Strafraumstürmer alter Prägung, früher hätten sie den vergöttert.
Um Gottes Willen, dass war doch nicht ernst gemeint. Intention war lediglich aufzuzeigen welche Chaoten sich diesen Titel schon anhängen durften.
:D Ich hoffe, du meinst nicht Allofs damit. ;-)
11.07.2012 - 08:43 Uhr
Zitat von Mario_Balotelli:
Zitat von M_V_P:
Zitat von Bukkris:
Als EM Torschützenkönig geht man aber in die Geschichtsbücher ein.. und da wäre es ernsthaft traurig, wenn da Gomez stehen würde. Eben, der darf niemals in einer Reihe mit Baros, Kluivert, Allofs, Brolin, Larsen oder Milosevic genannt werden.
Versteh nicht warum man Gomez hier so schlecht redet. Der Gomez ist ein Strafraumstürmer alter Prägung, früher hätten sie den vergöttert.
So talentiert er auch als Knipser ist, ist er leider in anderen Disziplinen die einen modernen Stürmer auszeichnen sehr limitiert. Mario braucht Mitspieler die ihn in Szene setzen. Dann wird der auch für die N11 wichtig sein. Der Jogi wird ihn noch brauchen wir haben leider einen echten Mangel im Sturm (Klose wird wohl nicht mehr bei der WM dabei sein wegen seines Alters). Der andere der die Qualität hat ist m. M. nach Reus.
Oder man versuch ein 4-6-0 wie Spanien sie praktiziert.
Ja welcher Stürmer braucht denn diese Mitspieler nicht?
Wie gut waren denn der (zumindest beim BVB) angebliche absolute Weltklassestürmer Lewandowski, oder auch ein Balotelli, Benzema, van Persie usw. bei der EM, wenn Sie keine Bälle bekommen haben? Wie gut haben die sich denn von alleine in Szene gesetzt?
Man könnte fast meinen, manche hier erwarten dass die Stürmer sich die Bälle im Mittelfeld selber holen, dann die komplette Abwehr schwindelig spielen und schliesslich, nach einem Übersteiger, mit einem Kracher ins Lattenkreuz abschliessen.
Zitat von M_V_P:
Zitat von Bukkris:
Als EM Torschützenkönig geht man aber in die Geschichtsbücher ein.. und da wäre es ernsthaft traurig, wenn da Gomez stehen würde. Eben, der darf niemals in einer Reihe mit Baros, Kluivert, Allofs, Brolin, Larsen oder Milosevic genannt werden.
Versteh nicht warum man Gomez hier so schlecht redet. Der Gomez ist ein Strafraumstürmer alter Prägung, früher hätten sie den vergöttert.
So talentiert er auch als Knipser ist, ist er leider in anderen Disziplinen die einen modernen Stürmer auszeichnen sehr limitiert. Mario braucht Mitspieler die ihn in Szene setzen. Dann wird der auch für die N11 wichtig sein. Der Jogi wird ihn noch brauchen wir haben leider einen echten Mangel im Sturm (Klose wird wohl nicht mehr bei der WM dabei sein wegen seines Alters). Der andere der die Qualität hat ist m. M. nach Reus.
Oder man versuch ein 4-6-0 wie Spanien sie praktiziert.
Ja welcher Stürmer braucht denn diese Mitspieler nicht?
Wie gut waren denn der (zumindest beim BVB) angebliche absolute Weltklassestürmer Lewandowski, oder auch ein Balotelli, Benzema, van Persie usw. bei der EM, wenn Sie keine Bälle bekommen haben? Wie gut haben die sich denn von alleine in Szene gesetzt?
Man könnte fast meinen, manche hier erwarten dass die Stürmer sich die Bälle im Mittelfeld selber holen, dann die komplette Abwehr schwindelig spielen und schliesslich, nach einem Übersteiger, mit einem Kracher ins Lattenkreuz abschliessen.
13.07.2012 - 22:40 Uhr
Gomez gehört vermutlich zu den besten 5 Strafraumstürmern der Welt, aber spielerisch wahrscheinlich nicht mal zu den besten 500. Das ist ein altbekanntes Problem. Ich weiß nicht ob Klose sein Level in den nächsten 2 Jahren noch halten kann, daher wird man immer mehr auf Gomez angewiesen sein, denn eine weitere Alternative drängt sich ja nicht auf. Das heißt wir müssen unser Spiel wohl mehr auf Gomez einstellen.
Bei den Bayern bekommt er viele Bälle von außen, indem beispielsweise Robben und Ribery in den Strafraum eindringen und dann entweder selbst abschließen (oft muss Gomez dann nur noch abstauben) oder eben präzise in die Strafraummitte passen/flanken, wo Gomez eigentlich auch immer zur richtigen Stelle ist. Von Podolski sieht man das eher selten, zwar ist er stark im Abschluss, aber eine Flanke von der Grundlinie oder ein unwiderstehliches Dribbling a la Ribery ist bei ihm nicht drin. Daher denke ich schon mal dass Podolski und Gomez gar nicht zusammenpassen. Mir ist bei der EM auch kein Zusammenspiel der beiden in Erinnerung geblieben. Bei Klose und Podolski sieht das anders aus, da passt es in der Regel.
Ich denke dass ein Spielertyp wie Reus einem Gomez mehr entgegenkommt, auch Götze natürlich. Müller eigentlich auch, er ist zwar kein Dribbler und auch kein überragender Flankengeber, aber trotzdem ein passabler Vorlagengeber weil er ein gutes Auge hat. Und er kennt Gomez vom Verein her. Aber bei Müller gehe ich eigentlich davon aus, dass Reus und Götze bald an ihm vorbeiziehen werden. Und vergesst mal den Marin nicht. Ach ja, Schürrle ist glaube ich auch kein ideales Pendant zu Gomez, kann mich aber auch täuschen....
Bei den Bayern bekommt er viele Bälle von außen, indem beispielsweise Robben und Ribery in den Strafraum eindringen und dann entweder selbst abschließen (oft muss Gomez dann nur noch abstauben) oder eben präzise in die Strafraummitte passen/flanken, wo Gomez eigentlich auch immer zur richtigen Stelle ist. Von Podolski sieht man das eher selten, zwar ist er stark im Abschluss, aber eine Flanke von der Grundlinie oder ein unwiderstehliches Dribbling a la Ribery ist bei ihm nicht drin. Daher denke ich schon mal dass Podolski und Gomez gar nicht zusammenpassen. Mir ist bei der EM auch kein Zusammenspiel der beiden in Erinnerung geblieben. Bei Klose und Podolski sieht das anders aus, da passt es in der Regel.
Ich denke dass ein Spielertyp wie Reus einem Gomez mehr entgegenkommt, auch Götze natürlich. Müller eigentlich auch, er ist zwar kein Dribbler und auch kein überragender Flankengeber, aber trotzdem ein passabler Vorlagengeber weil er ein gutes Auge hat. Und er kennt Gomez vom Verein her. Aber bei Müller gehe ich eigentlich davon aus, dass Reus und Götze bald an ihm vorbeiziehen werden. Und vergesst mal den Marin nicht. Ach ja, Schürrle ist glaube ich auch kein ideales Pendant zu Gomez, kann mich aber auch täuschen....
Dieser Beitrag wurde zuletzt von WirSindDerClub am 13.07.2012 um 22:40 Uhr bearbeitet
14.07.2012 - 16:25 Uhr
Zitat von Mario_Balotelli:
Versteh nicht warum man Gomez hier so schlecht redet. Der Gomez ist ein Strafraumstürmer alter Prägung, früher hätten sie den vergöttert.
.
Wie kommst du darauf und was heißt "früher"?
Nehmen wir einmal die WM 1990. Da standen im Kader:
- Rudi Völler, ein technisch starker Stürmer, der immer mit im Spiel war.
- Jürgen Klinsmann, ein schneller und konterstarker Stürmer mit eben auch sehr gute Abschluss aus der Distanz
- Pierre Littbarski, technisch brillianter Dribbelkönig, hängende Spitze
- Karl-Heinz Riedle, Kopfballungeheuer, damals aber noch kein klassischer Strafraumstürmer, zweifellos hat er sich aber dahin entwickelt
Dabei wurde nicht eingesetzt:
- Frank Mill, Tendenz zum Strafraumstürmer
Da standen nicht im Kader:
- Roland Wohlfahrt, klassischer Strafraumstürmer, Torschützenkönig 1989, 1991
- Stefan Kuntz, Strafraumstürmer, Torschützenkönig, 1986, 1994, Fußballer des Jahres 1991
- usw
Wie man sieht hatten die "Strafraumstürmer" früher auch nicht so die große Rolle, wie man es heute erdichtet und übrigens war auch Gerd Müller, das Beispiel kommt nämlich immer, kein reiner Abschlussspieler, sondern immer anspielbar und vor allem technisch so gut, dass er auch einmal zwei Gegenspieler auf engstem Raum hat stehen lassen können...
Versteh nicht warum man Gomez hier so schlecht redet. Der Gomez ist ein Strafraumstürmer alter Prägung, früher hätten sie den vergöttert.
.
Wie kommst du darauf und was heißt "früher"?
Nehmen wir einmal die WM 1990. Da standen im Kader:
- Rudi Völler, ein technisch starker Stürmer, der immer mit im Spiel war.
- Jürgen Klinsmann, ein schneller und konterstarker Stürmer mit eben auch sehr gute Abschluss aus der Distanz
- Pierre Littbarski, technisch brillianter Dribbelkönig, hängende Spitze
- Karl-Heinz Riedle, Kopfballungeheuer, damals aber noch kein klassischer Strafraumstürmer, zweifellos hat er sich aber dahin entwickelt
Dabei wurde nicht eingesetzt:
- Frank Mill, Tendenz zum Strafraumstürmer
Da standen nicht im Kader:
- Roland Wohlfahrt, klassischer Strafraumstürmer, Torschützenkönig 1989, 1991
- Stefan Kuntz, Strafraumstürmer, Torschützenkönig, 1986, 1994, Fußballer des Jahres 1991
- usw
Wie man sieht hatten die "Strafraumstürmer" früher auch nicht so die große Rolle, wie man es heute erdichtet und übrigens war auch Gerd Müller, das Beispiel kommt nämlich immer, kein reiner Abschlussspieler, sondern immer anspielbar und vor allem technisch so gut, dass er auch einmal zwei Gegenspieler auf engstem Raum hat stehen lassen können...
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Mehlwurm am 14.07.2012 um 16:27 Uhr bearbeitet
14.07.2012 - 17:02 Uhr
Zitat von Mehlwurm:
Nehmen wir einmal die WM 1990. Da standen im Kader:
- Rudi Völler, ein technisch starker Stürmer, der immer mit im Spiel war...
Wie man sieht hatten die "Strafraumstürmer" früher auch nicht so die große Rolle, wie man es heute erdichtet und übrigens war auch Gerd Müller, das Beispiel kommt nämlich immer, kein reiner Abschlussspieler, sondern immer anspielbar und vor allem technisch so gut, dass er auch einmal zwei Gegenspieler auf engstem Raum hat stehen lassen können...Zu dieser Legende dann mal knallharte statistische Fakten, Opta-Daten neulich im Magazin der Süddeutschen:
Die beiden Stürmer Miro Klose (2012) und Rudi Völler (1988)
10 Torschussvorlagen (Klose)
0 Torschussvorlagen (Völler)
41 Ballkontakte in 90 Minuten (Klose)
29 Ballkontakte in 90 Minuten (Völler)
9 Tore in 6 Spielen (Klose)
2 Tore in 4 Spielen (Völler)
Schussgenauigkeit: 58 Prozent (Klose)
Schussgenauigkeit: 44 Prozent (Völler)
Chancenverwertung: 47 Prozent (Klose)
Chancenverwertung: 22 Prozent (Völler)
Statistisch ist Klose Völler in allen Belangen überlegen; Gomez vermutlich ebenso. Insbesondere hatte Rudi Völler, "der immer mit im Spiel war", im Schnitt ganze 29 Ballkontakte in 90 Minuten. Dafür wird man heute gnadenlos als faule Sau ausgebuht.
Nehmen wir einmal die WM 1990. Da standen im Kader:
- Rudi Völler, ein technisch starker Stürmer, der immer mit im Spiel war...
Wie man sieht hatten die "Strafraumstürmer" früher auch nicht so die große Rolle, wie man es heute erdichtet und übrigens war auch Gerd Müller, das Beispiel kommt nämlich immer, kein reiner Abschlussspieler, sondern immer anspielbar und vor allem technisch so gut, dass er auch einmal zwei Gegenspieler auf engstem Raum hat stehen lassen können...Zu dieser Legende dann mal knallharte statistische Fakten, Opta-Daten neulich im Magazin der Süddeutschen:
Die beiden Stürmer Miro Klose (2012) und Rudi Völler (1988)
10 Torschussvorlagen (Klose)
0 Torschussvorlagen (Völler)
41 Ballkontakte in 90 Minuten (Klose)
29 Ballkontakte in 90 Minuten (Völler)
9 Tore in 6 Spielen (Klose)
2 Tore in 4 Spielen (Völler)
Schussgenauigkeit: 58 Prozent (Klose)
Schussgenauigkeit: 44 Prozent (Völler)
Chancenverwertung: 47 Prozent (Klose)
Chancenverwertung: 22 Prozent (Völler)
Statistisch ist Klose Völler in allen Belangen überlegen; Gomez vermutlich ebenso. Insbesondere hatte Rudi Völler, "der immer mit im Spiel war", im Schnitt ganze 29 Ballkontakte in 90 Minuten. Dafür wird man heute gnadenlos als faule Sau ausgebuht.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von El_Jogi am 14.07.2012 um 17:02 Uhr bearbeitet
14.07.2012 - 18:41 Uhr
Ne vermeitlich dumme Frage: Müsste man solche zeitlichen Quervergleiche nicht in relativen Zahlen (relativ zu dem sich verändernden Spiel) darstellen ? Bin ich da total falsch oder gab es früher in etwa gleich viele Ballkontakte bei z.B. Mittelfeldspielern wie heute ? Ich meine mal gelesen zu haben, dass der bespielte Raum in etwa über die Jahre gleich blieb (ein sich um den Ball verschiebendes Kleinfeld, in dem sich bis auf die Torhüter alle Spieler befinden), nur die Intensität (Sprints, Ballkontakte/Minute, Ballhalten/Sekunde) nehme zu. Daraus würde ja resultieren, dass ein heutiger Stürmer (bzw Spieler) -fast- zwangsläufig mehr Ballkontakte hätte als früher. Oder bin ich da total falsch?
14.07.2012 - 19:03 Uhr
Zitat von David1986:
Ich meine mal gelesen zu haben, dass der bespielte Raum in etwa über die Jahre gleich blieb (ein sich um den Ball verschiebendes Kleinfeld, in dem sich bis auf die Torhüter alle Spieler befinden),.. Oder bin ich da total falsch?Gerade das halte ich für drastisch falsch. Stattdessen würde ich eher behaupten, dass noch in den Achtzigern zwischen den Abseitslinien meist eine Distanz von etwa 60 Metern typisch war, während wir heute oft über 20 Meter reden; da spielten die Verteidiger "hinten" und die Stürmer "vorne". Die extreme Verdichtung kam erst im Laufe der 90er, das taktische Musterbeispiel für diese Innovation war Sacchis Milan, das die holländische Spielerrotation über die Positionen mit italienischer Raumkontrolle und Kollektivtaktik verband.
Völler hat niemand vorgeworfen, dass er meist einfach in Strafraumnähe rumlungerte; das macht ihn aber im Rückblick nicht zu einem mitspielenden Stürmer nach modernen Begriffen.
Ich meine mal gelesen zu haben, dass der bespielte Raum in etwa über die Jahre gleich blieb (ein sich um den Ball verschiebendes Kleinfeld, in dem sich bis auf die Torhüter alle Spieler befinden),.. Oder bin ich da total falsch?Gerade das halte ich für drastisch falsch. Stattdessen würde ich eher behaupten, dass noch in den Achtzigern zwischen den Abseitslinien meist eine Distanz von etwa 60 Metern typisch war, während wir heute oft über 20 Meter reden; da spielten die Verteidiger "hinten" und die Stürmer "vorne". Die extreme Verdichtung kam erst im Laufe der 90er, das taktische Musterbeispiel für diese Innovation war Sacchis Milan, das die holländische Spielerrotation über die Positionen mit italienischer Raumkontrolle und Kollektivtaktik verband.
Völler hat niemand vorgeworfen, dass er meist einfach in Strafraumnähe rumlungerte; das macht ihn aber im Rückblick nicht zu einem mitspielenden Stürmer nach modernen Begriffen.
14.07.2012 - 19:39 Uhr
Ah ok. Danke. Hast du auch eine Idee, wie das mit der Vergleichbarkeit der Werte damals zu heute ist ?
14.07.2012 - 20:18 Uhr
Zitat von David1986:
Ah ok. Danke. Hast du auch eine Idee, wie das mit der Vergleichbarkeit der Werte damals zu heute ist ?Idee ja; Fakten nein.
Recht interessant war mal vor etwa 2 Jahren das Titelthema der 11 Freunde, "Wie gut war Netzer wirklich?", für das die SpoHo Köln für 11 Freunde ein paar historische Spiele mal durch die aktuelle Analysesoftware gejagt hat. Leider verschenke ich meine Hefte nach dem LEsen oder stelle sie in Kneipen ab, so dass ich nicht mehr nachschlagen kann, und online gibt es den Artikel nicht.
Interessante Resultate aus dem Gedächtnis und Netzzitaten:
Die "gefühlte Klasse" einer Mannschaft korrespondiert mit dem Tempo der Ballzirkulation. Die gefeierte 72ermannschaft hatte ein für damalige Verhältnisse unglaubliches Tempo im Passspiel, der Ball war im berühmten Wembleyspiel im deutschen Ballbesitz im Schnitt mit 2,9 Meter pro Sekunde unterwegs, während es bei den Engländern trotz "hoch und weit" gerade mal 1,64 m/s waren. Der deutsche Wert hätte auch 38 Jahre später bei der WM 2010 noch zur Spitzenklasse gehört, spürbar übertroffen (aus dem Gedächtnis) nur von den Spaniern und Löws Mannschaft.
Bemerkenswert damals Netzer:
Der hatte 99 Ballkontakte, vergleichbar mit einem dominanten Spielmacher heute; darunter waren aber 88 Offensivaktionen, nach Ballgewinn ging es über ihn sofort nach vorne. Xavi ist heute gelegentlich häufiger am Ball, hat dabei aber weniger Offensivaktionen.
Insgesamt ging danach bei den Deutschen das Spieltempo parallel zur gefühlten "Klasse" deutlich nach unten, die 80er und 90er mit einem kleinen Ausreißer der 90er-Weltmeister auf ihrem Höhepunkt spielten behäbiger als ihre Vorgänger. Wenn sich Völler bei seinem Tiefpunkt-Ausraster auf Island darüber beschwerte, dass Netzer selbst früher Standfußball gespielt habe, trifft es den Kern nicht; die deutsche Mannschaft der frühen 70er ist vielleicht weniger durch die Gegend gerannt als spätere Jahrgänge, das Spiel war aber schneller als alles bis zu Löws Zeiten, und gerade zu Völlers aktiven Zeiten wurde teilweise das langsamste Rumgemurmle seit Nachkriegszeiten gespielt.
Wenn wir Völler, also meinetwegen 86-92 mal als Referenz aus meiner Erinnerung nehmen:
Damals spielte Deutschland praktisch durchgängig ein asymmetrisches 3-5-2 mit Libero, zwei Manndeckern, zwei eindeutigen Stürmern (in dieser Ara Völler zunächst mit Rummenigge oder Allofs, später Klinsmann), und einem 5er "Mittelfeld", in dem der linke Flügel durch eine eierlegende Wollmilchsau (der englische Begriff "Wingback" trifft es sehr gut) Brehme, historisch auch andere Spieler wie später Ziege oder früher Breitner, einfach besetzt war, während auf dem rechten Flügel zwei Spieler als Pärchen agierten, von denen einer quasi rechter Verteidiger und der andere Rechtsaußen spielte. Das war eine typische Rolle für Littbarski, Hässler u.ä.; dazu zentral meist Matthäus plus Zerstörer.
Eine Rolle als mitspielender Stürmer hatte also der 7er, ein Spieler wie Littbarski, der aber auch eher über den Flügel kam, zusätzlich durch einen defensiven RM vor der Dreierabwehr abgesichert wurde, und im Mittelfeld einsortiert wurde; die beiden echten Stürmer mit der 9 und 11 taten herzlich wenig für's Spiel. Insbesondere Völler wachte trotz beachtlicher technischer Fähigkeiten erst dann auf, wenn der Ball sich ihm bis auf 10 Meter näherte; Klinsmann war mehr unterwegs, da dieser es überhaupt vor allem wegen seiner athletischen Fähigkeiten überhaupt auf dieses Niveau gebracht hatte, ihm fehlte aber die spielerische Klasse für wesentliche Impulse.
Dementsprechend müsste man auf die exakte Stürmerrolle schauen, um Vergleiche zu ziehen. Vor 25 Jahren hat man sich zwei Stürmer erlaubt, die je 30 Ballkontakte im Spiel haben und sonst verdammt wenig machen; heute scheint einer dieser Art oft schon zuviel zu sein.
Ah ok. Danke. Hast du auch eine Idee, wie das mit der Vergleichbarkeit der Werte damals zu heute ist ?Idee ja; Fakten nein.
Recht interessant war mal vor etwa 2 Jahren das Titelthema der 11 Freunde, "Wie gut war Netzer wirklich?", für das die SpoHo Köln für 11 Freunde ein paar historische Spiele mal durch die aktuelle Analysesoftware gejagt hat. Leider verschenke ich meine Hefte nach dem LEsen oder stelle sie in Kneipen ab, so dass ich nicht mehr nachschlagen kann, und online gibt es den Artikel nicht.
Interessante Resultate aus dem Gedächtnis und Netzzitaten:
Die "gefühlte Klasse" einer Mannschaft korrespondiert mit dem Tempo der Ballzirkulation. Die gefeierte 72ermannschaft hatte ein für damalige Verhältnisse unglaubliches Tempo im Passspiel, der Ball war im berühmten Wembleyspiel im deutschen Ballbesitz im Schnitt mit 2,9 Meter pro Sekunde unterwegs, während es bei den Engländern trotz "hoch und weit" gerade mal 1,64 m/s waren. Der deutsche Wert hätte auch 38 Jahre später bei der WM 2010 noch zur Spitzenklasse gehört, spürbar übertroffen (aus dem Gedächtnis) nur von den Spaniern und Löws Mannschaft.
Bemerkenswert damals Netzer:
Der hatte 99 Ballkontakte, vergleichbar mit einem dominanten Spielmacher heute; darunter waren aber 88 Offensivaktionen, nach Ballgewinn ging es über ihn sofort nach vorne. Xavi ist heute gelegentlich häufiger am Ball, hat dabei aber weniger Offensivaktionen.
Insgesamt ging danach bei den Deutschen das Spieltempo parallel zur gefühlten "Klasse" deutlich nach unten, die 80er und 90er mit einem kleinen Ausreißer der 90er-Weltmeister auf ihrem Höhepunkt spielten behäbiger als ihre Vorgänger. Wenn sich Völler bei seinem Tiefpunkt-Ausraster auf Island darüber beschwerte, dass Netzer selbst früher Standfußball gespielt habe, trifft es den Kern nicht; die deutsche Mannschaft der frühen 70er ist vielleicht weniger durch die Gegend gerannt als spätere Jahrgänge, das Spiel war aber schneller als alles bis zu Löws Zeiten, und gerade zu Völlers aktiven Zeiten wurde teilweise das langsamste Rumgemurmle seit Nachkriegszeiten gespielt.
Wenn wir Völler, also meinetwegen 86-92 mal als Referenz aus meiner Erinnerung nehmen:
Damals spielte Deutschland praktisch durchgängig ein asymmetrisches 3-5-2 mit Libero, zwei Manndeckern, zwei eindeutigen Stürmern (in dieser Ara Völler zunächst mit Rummenigge oder Allofs, später Klinsmann), und einem 5er "Mittelfeld", in dem der linke Flügel durch eine eierlegende Wollmilchsau (der englische Begriff "Wingback" trifft es sehr gut) Brehme, historisch auch andere Spieler wie später Ziege oder früher Breitner, einfach besetzt war, während auf dem rechten Flügel zwei Spieler als Pärchen agierten, von denen einer quasi rechter Verteidiger und der andere Rechtsaußen spielte. Das war eine typische Rolle für Littbarski, Hässler u.ä.; dazu zentral meist Matthäus plus Zerstörer.
Eine Rolle als mitspielender Stürmer hatte also der 7er, ein Spieler wie Littbarski, der aber auch eher über den Flügel kam, zusätzlich durch einen defensiven RM vor der Dreierabwehr abgesichert wurde, und im Mittelfeld einsortiert wurde; die beiden echten Stürmer mit der 9 und 11 taten herzlich wenig für's Spiel. Insbesondere Völler wachte trotz beachtlicher technischer Fähigkeiten erst dann auf, wenn der Ball sich ihm bis auf 10 Meter näherte; Klinsmann war mehr unterwegs, da dieser es überhaupt vor allem wegen seiner athletischen Fähigkeiten überhaupt auf dieses Niveau gebracht hatte, ihm fehlte aber die spielerische Klasse für wesentliche Impulse.
Dementsprechend müsste man auf die exakte Stürmerrolle schauen, um Vergleiche zu ziehen. Vor 25 Jahren hat man sich zwei Stürmer erlaubt, die je 30 Ballkontakte im Spiel haben und sonst verdammt wenig machen; heute scheint einer dieser Art oft schon zuviel zu sein.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von El_Jogi am 14.07.2012 um 20:39 Uhr bearbeitet
14.07.2012 - 20:28 Uhr
Zitat von Lannister:
Zitat von El_Jogi:
[...]knallharte statistische Fakten
[...]Miro Klose (2012)
[...] 9 Tore in 6 Spielen (Klose)
In welchem Wettbewerb hat er die erzielt?Ich hatte den Artikel vor Monaten gelesen, und jetzt einfach aus der SZ-Homepage ausgeschnitten, wo es ohne weitere Angaben so steht; das dürften seine Daten aus dem Qualizyklus für die EM 12 sein.
Zitat von El_Jogi:
[...]knallharte statistische Fakten
[...]Miro Klose (2012)
[...] 9 Tore in 6 Spielen (Klose)
In welchem Wettbewerb hat er die erzielt?Ich hatte den Artikel vor Monaten gelesen, und jetzt einfach aus der SZ-Homepage ausgeschnitten, wo es ohne weitere Angaben so steht; das dürften seine Daten aus dem Qualizyklus für die EM 12 sein.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von El_Jogi am 14.07.2012 um 20:28 Uhr bearbeitet
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