DFL-Papier „Sicheres Stadionerlebnis“
29.10.2012 - 17:17 Uhr
Nach interner Rücksprache haben wir uns entschieden für das Thema einen eigenen Thread aufzumachen, da es ansonsten zu leicht verloren geht, uns auf jeden Fall noch weiter beschäftigen wird und auch noch weitere Facetten bietet, als die die derzeit in den anderen Diskussionsfäden behandelt werden.
Hier auch noch mal die Eckpunkte des Papiers „Sicheres Stadionerlebnis“:
? 1. Die bereits existierenden Sicherheitsvorschriften werden weitestgehend Bestandteil der Lizenzierungsordnung. Diese wird von der DFL überprüft, die dann auch Vertragsstrafen verhängen kann.
? 2. Bei Verstößen gegen Sicherheitsrichtlinien sollen die an die Vereine auszuschüttenden Fernsehgelder ganz oder zum Teil einbehalten werden.
? 3. Die Sicherheitsbeauftragten der Vereine müssen auch bei jedem Auswärtsspiel im Einsatz sein. Die Stadionsprecher können, in Abstimmung mit dem gastgebenden Verein, ebenfalls bei Auswärtsspielen zum Einsatz kommen.
? 4. Analog zur Bewertung der Nachwuchsleistungszentren soll von DFB und DFL ein Zertifikat "Sicheres Stadionerlebnis" entwickelt werden.
? 5. Eine aufgabenspezifische Schulung der Ordner soll verbindlich im Lizenzierungsverfahren vorgeschrieben werden.
? 6. Positives Fanverhalten soll belohnt, die Kommunikation intensiviert werden. Gleichzeitig soll, wie bei der Sicherheitskonferenz beschlossen, die im Jahr 2007 erfolgte Reduzierung der Geltungsdauer von Stadionverboten von maximal fünf auf maximal drei Jahre rückgängig gemacht werden. Die Betroffenen sollen vor einem Stadionverbot angehört werden.
? 7. Fanklubs, die nicht bereit sind, sich mit "ihrem Verein" auf eine Vereinbarung zu verständigen, sollen keine Eintrittskarten mehr erhalten. Bei Verstößen gegen die Vereinbarung sollen Privilegien wie für Banner und Blockfahnen, hinter denen oft Pyrotechnik entzündet wird, schrittweise entzogen werden.
? 8. Bei wiederholten Verstößen von Fans bei Auswärtsspielen ihres Vereins könnte das Kartenkontingent für die Gastmannschaft von zehn auf fünf Prozent reduziert und nur noch Sitzplätze zur Verfügung gestellt werden.
? 9. In Abstimmung mit dem DFB soll dem Sportgericht die Möglichkeit eröffnet werden, Strafen gegen Vereine auch auf Bewährung auszusprechen. Auch bei der Strafzumessung könnte es Erleichterungen geben, wenn sich der Klub aktiv an der Tätersuche beteiligt. Vertreter des Ligaverbandes sollen in die Arbeit des DFB-Kontrollausschusses eingebunden werden.
? 10. Für die Prävention werden DFB und Liga, wie schon in Berlin angekündigt, im Rahmen der Drittelfinanzierung ihren Zuschuss für Fan-Projekte auf 50 Prozent erhöhen. Darüber hinaus sollen zusätzliche Mittel für Studien und Untersuchungen zur Verfügung gestellt werden.
******************
Bitte beachten: Wie in jedem anderen Thread, gibt es auch hier eine Diskussionskultur. Darunter fällt u.a. das strikte Unterlassen von Beleidigungen jeglicher Art gegenüber Personen oder Institutionen. Zudem werden Einzeiler („das Papier ist doof“) als Spam und unnötige Beitragshascherei gewertet und entsprechend sanktioniert.
Hier auch noch mal die Eckpunkte des Papiers „Sicheres Stadionerlebnis“:
? 1. Die bereits existierenden Sicherheitsvorschriften werden weitestgehend Bestandteil der Lizenzierungsordnung. Diese wird von der DFL überprüft, die dann auch Vertragsstrafen verhängen kann.
? 2. Bei Verstößen gegen Sicherheitsrichtlinien sollen die an die Vereine auszuschüttenden Fernsehgelder ganz oder zum Teil einbehalten werden.
? 3. Die Sicherheitsbeauftragten der Vereine müssen auch bei jedem Auswärtsspiel im Einsatz sein. Die Stadionsprecher können, in Abstimmung mit dem gastgebenden Verein, ebenfalls bei Auswärtsspielen zum Einsatz kommen.
? 4. Analog zur Bewertung der Nachwuchsleistungszentren soll von DFB und DFL ein Zertifikat "Sicheres Stadionerlebnis" entwickelt werden.
? 5. Eine aufgabenspezifische Schulung der Ordner soll verbindlich im Lizenzierungsverfahren vorgeschrieben werden.
? 6. Positives Fanverhalten soll belohnt, die Kommunikation intensiviert werden. Gleichzeitig soll, wie bei der Sicherheitskonferenz beschlossen, die im Jahr 2007 erfolgte Reduzierung der Geltungsdauer von Stadionverboten von maximal fünf auf maximal drei Jahre rückgängig gemacht werden. Die Betroffenen sollen vor einem Stadionverbot angehört werden.
? 7. Fanklubs, die nicht bereit sind, sich mit "ihrem Verein" auf eine Vereinbarung zu verständigen, sollen keine Eintrittskarten mehr erhalten. Bei Verstößen gegen die Vereinbarung sollen Privilegien wie für Banner und Blockfahnen, hinter denen oft Pyrotechnik entzündet wird, schrittweise entzogen werden.
? 8. Bei wiederholten Verstößen von Fans bei Auswärtsspielen ihres Vereins könnte das Kartenkontingent für die Gastmannschaft von zehn auf fünf Prozent reduziert und nur noch Sitzplätze zur Verfügung gestellt werden.
? 9. In Abstimmung mit dem DFB soll dem Sportgericht die Möglichkeit eröffnet werden, Strafen gegen Vereine auch auf Bewährung auszusprechen. Auch bei der Strafzumessung könnte es Erleichterungen geben, wenn sich der Klub aktiv an der Tätersuche beteiligt. Vertreter des Ligaverbandes sollen in die Arbeit des DFB-Kontrollausschusses eingebunden werden.
? 10. Für die Prävention werden DFB und Liga, wie schon in Berlin angekündigt, im Rahmen der Drittelfinanzierung ihren Zuschuss für Fan-Projekte auf 50 Prozent erhöhen. Darüber hinaus sollen zusätzliche Mittel für Studien und Untersuchungen zur Verfügung gestellt werden.
******************
Bitte beachten: Wie in jedem anderen Thread, gibt es auch hier eine Diskussionskultur. Darunter fällt u.a. das strikte Unterlassen von Beleidigungen jeglicher Art gegenüber Personen oder Institutionen. Zudem werden Einzeiler („das Papier ist doof“) als Spam und unnötige Beitragshascherei gewertet und entsprechend sanktioniert.
29.10.2012 - 17:56 Uhr
An dieser Stelle würde ich mal anmerken, dass "...immer besser!" sich mal Gedanken über einen eigenständigen Forenbereich zum Thema Fankultur machen sollte. Das Thema wird anders als der "Wettskandal" seinerzeit erheblich an Wichtigkeit gewinnen, ob man will und das schön findet oder nicht. Gleichsam wäre Platz für einen Austausch von Texten zum Thema, Vergleichen zu Fanszenen in anderen Ländern usw.
29.10.2012 - 19:21 Uhr
Ich finde das ganze Papier lächerlich wenn man mal vergleicht was in zwei Wochen Oktoberfest abgeht:
http://www.ganz-muenchen.de/oktoberfest/termine/2012/abschluss_pressekonferenz/polizeibericht.html
Mal ein Auszug: ...Negativ zu sehen ist, dass körperliche Übergriffe, welche mit dem „Tatwerkzeug“ Maßkrug begangen wurden, heuer wieder angestiegen sind. In diesem Jahr ereigneten sich bisher 66 dieser gefährlichen Straftaten bei denen mit Maßkrügen zugeschlagen bzw. diese geworfen wurden ...
Und was für ein Aufstand als ein Bierbecher auf St.Pauli flog...
http://www.ganz-muenchen.de/oktoberfest/termine/2012/abschluss_pressekonferenz/polizeibericht.html
Mal ein Auszug: ...Negativ zu sehen ist, dass körperliche Übergriffe, welche mit dem „Tatwerkzeug“ Maßkrug begangen wurden, heuer wieder angestiegen sind. In diesem Jahr ereigneten sich bisher 66 dieser gefährlichen Straftaten bei denen mit Maßkrügen zugeschlagen bzw. diese geworfen wurden ...
Und was für ein Aufstand als ein Bierbecher auf St.Pauli flog...
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Vidal04 am 29.10.2012 um 19:26 Uhr bearbeitet
29.10.2012 - 19:45 Uhr
Natürlich wäre es schön die Fans mit einzubeziehen.
Aber im Endeffekt haben die Fans sich auch selbst in die Situation gebracht, dass es schärfere Richtlinien gibt und sie weniger eingebunden werden.
Im letzten Jahr hat die Gewalt meiner persönlichen Meinung nach zugenommen und eine neue Qualität erreicht.
Mehrere Male wurde der Platz gestürmt, es wurden Spieler vor der Haustür bedroht und wie im Fall Pezzoni aus dem Verein gemobbt und die Fanschlägereien sind da noch garnicht eingerechnet.
Dazu muss man sehen, dass es genug Fanclubs gibt, die bei den Vereinen zuviele Privilegien genießen, obwohl keine Distanzierung von Gewalttätern stattfindet und keine aktive Beteiligung an der Aufklärung von Straftaten.
Man deckt die Täter und rechtfertigt die Gewalt.
Und da muss einfach auch bei den Fanclubs ein Umdenken stattfinden.
Wenn die Clubs und die Ultras sich offen von Gewalt jeglicher Art distanzieren und das auch im Block durchsetzen bzw. aktiv zur Aufklärung von Vorfällen beitragen, dann kann man an das Thema ganz anders herangehen.
Aber Personen(gruppen), die Gewalt anscheinend unterstützen, zu einem Dialog über Sicherheit einzuladen, das wäre so als würde man den Bock zum Gärtner machen.
Und würde man nur einige Fanclubs einladen, gäbe es von den "Ausgesperrten" den großen Protest.
Aber im Endeffekt haben die Fans sich auch selbst in die Situation gebracht, dass es schärfere Richtlinien gibt und sie weniger eingebunden werden.
Im letzten Jahr hat die Gewalt meiner persönlichen Meinung nach zugenommen und eine neue Qualität erreicht.
Mehrere Male wurde der Platz gestürmt, es wurden Spieler vor der Haustür bedroht und wie im Fall Pezzoni aus dem Verein gemobbt und die Fanschlägereien sind da noch garnicht eingerechnet.
Dazu muss man sehen, dass es genug Fanclubs gibt, die bei den Vereinen zuviele Privilegien genießen, obwohl keine Distanzierung von Gewalttätern stattfindet und keine aktive Beteiligung an der Aufklärung von Straftaten.
Man deckt die Täter und rechtfertigt die Gewalt.
Und da muss einfach auch bei den Fanclubs ein Umdenken stattfinden.
Wenn die Clubs und die Ultras sich offen von Gewalt jeglicher Art distanzieren und das auch im Block durchsetzen bzw. aktiv zur Aufklärung von Vorfällen beitragen, dann kann man an das Thema ganz anders herangehen.
Aber Personen(gruppen), die Gewalt anscheinend unterstützen, zu einem Dialog über Sicherheit einzuladen, das wäre so als würde man den Bock zum Gärtner machen.
Und würde man nur einige Fanclubs einladen, gäbe es von den "Ausgesperrten" den großen Protest.
29.10.2012 - 19:51 Uhr
Hier nochmal die ausführliche Stellungnahme der NK12:
http://nk12.de/uploads/Stellungnahme_DFL_-_Papier_Sicheres_Stadionerlebnis.pdf
http://nk12.de/uploads/Stellungnahme_DFL_-_Papier_Sicheres_Stadionerlebnis.pdf
29.10.2012 - 20:04 Uhr
Zitat von Vidal04:
Ich finde das ganze Papier lächerlich wenn man mal vergleicht was in zwei Wochen Oktoberfest abgeht:
http://www.ganz-muenchen.de/oktoberfest/termine/2012/abschluss_pressekonferenz/polizeibericht.html
Mal ein Auszug: ...Negativ zu sehen ist, dass körperliche Übergriffe, welche mit dem „Tatwerkzeug“ Maßkrug begangen wurden, heuer wieder angestiegen sind. In diesem Jahr ereigneten sich bisher 66 dieser gefährlichen Straftaten bei denen mit Maßkrügen zugeschlagen bzw. diese geworfen wurden ...
Und was für ein Aufstand als ein Bierbecher auf St.Pauli flog...
Bitte verglecih mal Besucherzahlen.
Ich finde das ganze Papier lächerlich wenn man mal vergleicht was in zwei Wochen Oktoberfest abgeht:
http://www.ganz-muenchen.de/oktoberfest/termine/2012/abschluss_pressekonferenz/polizeibericht.html
Mal ein Auszug: ...Negativ zu sehen ist, dass körperliche Übergriffe, welche mit dem „Tatwerkzeug“ Maßkrug begangen wurden, heuer wieder angestiegen sind. In diesem Jahr ereigneten sich bisher 66 dieser gefährlichen Straftaten bei denen mit Maßkrügen zugeschlagen bzw. diese geworfen wurden ...
Und was für ein Aufstand als ein Bierbecher auf St.Pauli flog...
Bitte verglecih mal Besucherzahlen.
29.10.2012 - 20:30 Uhr
Zitat von Hedschin:
Natürlich wäre es schön die Fans mit einzubeziehen.
Aber im Endeffekt haben die Fans sich auch selbst in die Situation gebracht, dass es schärfere Richtlinien gibt und sie weniger eingebunden werden.
Im letzten Jahr hat die Gewalt meiner persönlichen Meinung nach zugenommen und eine neue Qualität erreicht.
Mehrere Male wurde der Platz gestürmt, es wurden Spieler vor der Haustür bedroht und wie im Fall Pezzoni aus dem Verein gemobbt und die Fanschlägereien sind da noch garnicht eingerechnet.
Dazu muss man sehen, dass es genug Fanclubs gibt, die bei den Vereinen zuviele Privilegien genießen, obwohl keine Distanzierung von Gewalttätern stattfindet und keine aktive Beteiligung an der Aufklärung von Straftaten.
Man deckt die Täter und rechtfertigt die Gewalt.
Und da muss einfach auch bei den Fanclubs ein Umdenken stattfinden.
Wenn die Clubs und die Ultras sich offen von Gewalt jeglicher Art distanzieren und das auch im Block durchsetzen bzw. aktiv zur Aufklärung von Vorfällen beitragen, dann kann man an das Thema ganz anders herangehen.
Aber Personen(gruppen), die Gewalt anscheinend unterstützen, zu einem Dialog über Sicherheit einzuladen, das wäre so als würde man den Bock zum Gärtner machen.
Und würde man nur einige Fanclubs einladen, gäbe es von den "Ausgesperrten" den großen Protest.
Nicht die Gewalt hat zugenommen, sondern die Berichterstattung.
Es wird vielen, wie auch dir, vorgemacht, dass der Fußball ein riesiges Gewaltproblem hat und das bei ca. 900 Verletzten (die meisten wohl selbstverschuldet) bei 15 000 000 Besuchern im Jahr. Das ist eine lächerlich geringe Zahl.
Natürlich wäre es schön die Fans mit einzubeziehen.
Aber im Endeffekt haben die Fans sich auch selbst in die Situation gebracht, dass es schärfere Richtlinien gibt und sie weniger eingebunden werden.
Im letzten Jahr hat die Gewalt meiner persönlichen Meinung nach zugenommen und eine neue Qualität erreicht.
Mehrere Male wurde der Platz gestürmt, es wurden Spieler vor der Haustür bedroht und wie im Fall Pezzoni aus dem Verein gemobbt und die Fanschlägereien sind da noch garnicht eingerechnet.
Dazu muss man sehen, dass es genug Fanclubs gibt, die bei den Vereinen zuviele Privilegien genießen, obwohl keine Distanzierung von Gewalttätern stattfindet und keine aktive Beteiligung an der Aufklärung von Straftaten.
Man deckt die Täter und rechtfertigt die Gewalt.
Und da muss einfach auch bei den Fanclubs ein Umdenken stattfinden.
Wenn die Clubs und die Ultras sich offen von Gewalt jeglicher Art distanzieren und das auch im Block durchsetzen bzw. aktiv zur Aufklärung von Vorfällen beitragen, dann kann man an das Thema ganz anders herangehen.
Aber Personen(gruppen), die Gewalt anscheinend unterstützen, zu einem Dialog über Sicherheit einzuladen, das wäre so als würde man den Bock zum Gärtner machen.
Und würde man nur einige Fanclubs einladen, gäbe es von den "Ausgesperrten" den großen Protest.
Nicht die Gewalt hat zugenommen, sondern die Berichterstattung.
Es wird vielen, wie auch dir, vorgemacht, dass der Fußball ein riesiges Gewaltproblem hat und das bei ca. 900 Verletzten (die meisten wohl selbstverschuldet) bei 15 000 000 Besuchern im Jahr. Das ist eine lächerlich geringe Zahl.
29.10.2012 - 22:37 Uhr
Zitat von haldir87:
Nicht die Gewalt hat zugenommen, sondern die Berichterstattung.
Es wird vielen, wie auch dir, vorgemacht, dass der Fußball ein riesiges Gewaltproblem hat und das bei ca. 900 Verletzten (die meisten wohl selbstverschuldet) bei 15 000 000 Besuchern im Jahr. Das ist eine lächerlich geringe Zahl.
Es geht nicht unbedingt um einen quantitativen Anstieg der Gewalt.
Meiner Meinung nach hat die Qualität der Gewalt zugenommen.
In Köln und Magdeburg (?) werden Spieler bis nach Hause verfolgt bis sie den Verein verlassen.
Bei uns in Aachen prügeln die eigenen Fans aufeinander ein.
Immer öfter werden Fanbusse an Raststätten oder sogar während der Fahrt angegriffen.
Und selbst wenn es das schon vorher gab: Dagegen muss vorgegangen werden.
Selbst 900 Verletzte sind noch 900 zuviel.
Muss in Deutschland auch erst ein Todesfall passieren (welche es in Italien oder Frankreich beispielsweise schon gab), damit auch der Letzte merkt, dass es so nicht weitergehen kann?
Mein Kritikpunkt an die Fans, allen voran an die organisierten Ultragruppierungen ist einfach:
Auf der einen Seite fordert man ständig in den Dialog mit eingebunden zu werden und fühlt sich von Polizei, Medien und DFB/DFL ungerecht behandelt.
Auf der anderen Seite ist man aber nicht bereit konsequent zur Aufklärung von Straftaten beizutragen oder diese aktiv zu verhindern.
Nicht die Gewalt hat zugenommen, sondern die Berichterstattung.
Es wird vielen, wie auch dir, vorgemacht, dass der Fußball ein riesiges Gewaltproblem hat und das bei ca. 900 Verletzten (die meisten wohl selbstverschuldet) bei 15 000 000 Besuchern im Jahr. Das ist eine lächerlich geringe Zahl.
Es geht nicht unbedingt um einen quantitativen Anstieg der Gewalt.
Meiner Meinung nach hat die Qualität der Gewalt zugenommen.
In Köln und Magdeburg (?) werden Spieler bis nach Hause verfolgt bis sie den Verein verlassen.
Bei uns in Aachen prügeln die eigenen Fans aufeinander ein.
Immer öfter werden Fanbusse an Raststätten oder sogar während der Fahrt angegriffen.
Und selbst wenn es das schon vorher gab: Dagegen muss vorgegangen werden.
Selbst 900 Verletzte sind noch 900 zuviel.
Muss in Deutschland auch erst ein Todesfall passieren (welche es in Italien oder Frankreich beispielsweise schon gab), damit auch der Letzte merkt, dass es so nicht weitergehen kann?
Mein Kritikpunkt an die Fans, allen voran an die organisierten Ultragruppierungen ist einfach:
Auf der einen Seite fordert man ständig in den Dialog mit eingebunden zu werden und fühlt sich von Polizei, Medien und DFB/DFL ungerecht behandelt.
Auf der anderen Seite ist man aber nicht bereit konsequent zur Aufklärung von Straftaten beizutragen oder diese aktiv zu verhindern.
29.10.2012 - 22:54 Uhr
das Papier sieht doch sogar belohnungen vor, wenn man sich richtig verhält. "richtig" ist natürlich immer im Auge des Betrachters, aber die DFL hat da eigentlich für den zivilisierten Fan keinerlei Veränderungen in seinem Verhalten gefordert. Insofern dürfen alle doch das machen, was sie bisher auch durften.
Straftaten werden stärker sanktioniert, was nicht schlecht ist. Nur sollten Vereine die Möglichkeit haben die entstandenen Kosten von den Tätern einzufordern. Deren Leben ist dann zwar evtl. richtig zerstört aber es steht jedem frei keine Pyrotechnik im Hintern ins Stadion zu schmuggeln :).
Also warum regen sich da einige Vereine so auf? MMn wollen da nur einige Manager und Präsidenten im Ansehen der Ultras steigen um Schmäh Rufe aus den Blocks zu vermeiden, wenn es mal schlechter läuft. Letztendlich werden sich früher oder später eh alle "beugen".
Straftaten werden stärker sanktioniert, was nicht schlecht ist. Nur sollten Vereine die Möglichkeit haben die entstandenen Kosten von den Tätern einzufordern. Deren Leben ist dann zwar evtl. richtig zerstört aber es steht jedem frei keine Pyrotechnik im Hintern ins Stadion zu schmuggeln :).
Also warum regen sich da einige Vereine so auf? MMn wollen da nur einige Manager und Präsidenten im Ansehen der Ultras steigen um Schmäh Rufe aus den Blocks zu vermeiden, wenn es mal schlechter läuft. Letztendlich werden sich früher oder später eh alle "beugen".
30.10.2012 - 01:56 Uhr
Zitat von Hedschin:
Zitat von haldir87:
Nicht die Gewalt hat zugenommen, sondern die Berichterstattung.
Es wird vielen, wie auch dir, vorgemacht, dass der Fußball ein riesiges Gewaltproblem hat und das bei ca. 900 Verletzten (die meisten wohl selbstverschuldet) bei 15 000 000 Besuchern im Jahr. Das ist eine lächerlich geringe Zahl.
Es geht nicht unbedingt um einen quantitativen Anstieg der Gewalt.
Meiner Meinung nach hat die Qualität der Gewalt zugenommen.
In Köln und Magdeburg (?) werden Spieler bis nach Hause verfolgt bis sie den Verein verlassen.
Bei uns in Aachen prügeln die eigenen Fans aufeinander ein.
Immer öfter werden Fanbusse an Raststätten oder sogar während der Fahrt angegriffen.
Und selbst wenn es das schon vorher gab: Dagegen muss vorgegangen werden.
Selbst 900 Verletzte sind noch 900 zuviel.
Muss in Deutschland auch erst ein Todesfall passieren (welche es in Italien oder Frankreich beispielsweise schon gab), damit auch der Letzte merkt, dass es so nicht weitergehen kann?
Mein Kritikpunkt an die Fans, allen voran an die organisierten Ultragruppierungen ist einfach:
Auf der einen Seite fordert man ständig in den Dialog mit eingebunden zu werden und fühlt sich von Polizei, Medien und DFB/DFL ungerecht behandelt.
Auf der anderen Seite ist man aber nicht bereit konsequent zur Aufklärung von Straftaten beizutragen oder diese aktiv zu verhindern.
das was du ansprichst, passiert ja nicht im stadion, sondern außerhalb und widerspiegelt auch gesellschaftliche probleme. dafür ist in erster linie die zivil-gerichtsbarkeit verantwortlich und nicht der verein.
abgesehen von böllerwürfen und bierbechern gibts doch heute im stadion keine gewalt mehr. letztere haben zum beispiel nix mit sitz- oder stehplatz-fragen zutun. auch die pyrotechnik ist eigentlich kein gewaltproblem. die dfl versucht aber mit dem papier, dieses problem prinzipiell der gewaltfrage zuzuschieben.
insgesamt enthält das konzept unausgegorene pauschalisierungen und versucht zudem rechtstaatliche verantwortung zu verlagern, zivile gewalt in die hände der (damit überforderten) vereine und der dfl zu legen, somit sonderrechte zu fordern. das beinhaltet auch das bedenkliche ansinnen der datenweitergabe durch die polizei an die vereine.
und noch mal zu deinem einwand der höheren qualität der gewalt... es gab früher auch schon immer auseinandersetzungen von fangruppen außerhalb des stadions und auch innerhalb. gerade in den stadien... z.b. blockstürme, auch während des spiels. und brüssel kennt ja wohl auch jeder. heute kommt doch sowas im stadion gar nicht mehr vor. das wird aber überhaupt nicht erwähnt.
auch die gewalt im umfeld war nie so hoch in der berichterstattung angebunden wie heute. dahinter steckt zum einen die mediale überpräsenz und auch das kalkül, die momentan laufende diskussion anzuheizen.
mich würde in dem zusammenhang überhaupt mal das ganze konzept interessieren, kenne nur auszüge davon, bei denen hier und da immer einige punkte unvollständig sind. kann man das komplett irgendwo einsehen?
Zitat von haldir87:
Nicht die Gewalt hat zugenommen, sondern die Berichterstattung.
Es wird vielen, wie auch dir, vorgemacht, dass der Fußball ein riesiges Gewaltproblem hat und das bei ca. 900 Verletzten (die meisten wohl selbstverschuldet) bei 15 000 000 Besuchern im Jahr. Das ist eine lächerlich geringe Zahl.
Es geht nicht unbedingt um einen quantitativen Anstieg der Gewalt.
Meiner Meinung nach hat die Qualität der Gewalt zugenommen.
In Köln und Magdeburg (?) werden Spieler bis nach Hause verfolgt bis sie den Verein verlassen.
Bei uns in Aachen prügeln die eigenen Fans aufeinander ein.
Immer öfter werden Fanbusse an Raststätten oder sogar während der Fahrt angegriffen.
Und selbst wenn es das schon vorher gab: Dagegen muss vorgegangen werden.
Selbst 900 Verletzte sind noch 900 zuviel.
Muss in Deutschland auch erst ein Todesfall passieren (welche es in Italien oder Frankreich beispielsweise schon gab), damit auch der Letzte merkt, dass es so nicht weitergehen kann?
Mein Kritikpunkt an die Fans, allen voran an die organisierten Ultragruppierungen ist einfach:
Auf der einen Seite fordert man ständig in den Dialog mit eingebunden zu werden und fühlt sich von Polizei, Medien und DFB/DFL ungerecht behandelt.
Auf der anderen Seite ist man aber nicht bereit konsequent zur Aufklärung von Straftaten beizutragen oder diese aktiv zu verhindern.
das was du ansprichst, passiert ja nicht im stadion, sondern außerhalb und widerspiegelt auch gesellschaftliche probleme. dafür ist in erster linie die zivil-gerichtsbarkeit verantwortlich und nicht der verein.
abgesehen von böllerwürfen und bierbechern gibts doch heute im stadion keine gewalt mehr. letztere haben zum beispiel nix mit sitz- oder stehplatz-fragen zutun. auch die pyrotechnik ist eigentlich kein gewaltproblem. die dfl versucht aber mit dem papier, dieses problem prinzipiell der gewaltfrage zuzuschieben.
insgesamt enthält das konzept unausgegorene pauschalisierungen und versucht zudem rechtstaatliche verantwortung zu verlagern, zivile gewalt in die hände der (damit überforderten) vereine und der dfl zu legen, somit sonderrechte zu fordern. das beinhaltet auch das bedenkliche ansinnen der datenweitergabe durch die polizei an die vereine.
und noch mal zu deinem einwand der höheren qualität der gewalt... es gab früher auch schon immer auseinandersetzungen von fangruppen außerhalb des stadions und auch innerhalb. gerade in den stadien... z.b. blockstürme, auch während des spiels. und brüssel kennt ja wohl auch jeder. heute kommt doch sowas im stadion gar nicht mehr vor. das wird aber überhaupt nicht erwähnt.
auch die gewalt im umfeld war nie so hoch in der berichterstattung angebunden wie heute. dahinter steckt zum einen die mediale überpräsenz und auch das kalkül, die momentan laufende diskussion anzuheizen.
mich würde in dem zusammenhang überhaupt mal das ganze konzept interessieren, kenne nur auszüge davon, bei denen hier und da immer einige punkte unvollständig sind. kann man das komplett irgendwo einsehen?
Dieser Beitrag wurde zuletzt von tiro_libre am 30.10.2012 um 02:00 Uhr bearbeitet
30.10.2012 - 05:38 Uhr
Zitat von tiro_libre:
mich würde in dem zusammenhang überhaupt mal das ganze konzept interessieren, kenne nur auszüge davon, bei denen hier und da immer einige punkte unvollständig sind. kann man das komplett irgendwo einsehen?
Hier das vollständige Konzept
https://www.dropbox.com/s/b0tekb3hz5o7rqf/Kommission%20Sicherheit_Mitgliederversammlung_27%2009%202012.pdf
mich würde in dem zusammenhang überhaupt mal das ganze konzept interessieren, kenne nur auszüge davon, bei denen hier und da immer einige punkte unvollständig sind. kann man das komplett irgendwo einsehen?
Hier das vollständige Konzept
https://www.dropbox.com/s/b0tekb3hz5o7rqf/Kommission%20Sicherheit_Mitgliederversammlung_27%2009%202012.pdf
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