Diskussionsrunde

DFL-Papier „Sicheres Stadionerlebnis“

29.10.2012 - 17:17 Uhr
Zitat von Forever_Hansa:
Zitat von Juse1990:

Aber das "ich verallgemeinere nicht mehr als andere es auch tun" ist doch kein argument...ob dass jetzt du bist oder andere im allgemeinen ist das doch mies...


Zitat von Juse1990:

ich finds halt schade dass ein minimaler bruchteil der sogenannten fans dafür sorgen, dass eine ganze szene in verruf gerät!


Das sind doch die beiden Punkte, die ich meine: Die Ecke aus der der Ärger kommt ist immer dieselbe. Es gibt (wenn überhaupt) nur halbherzige Versuche sich davon zu distanzieren (so sowas überhaupt passiert) und oft deckt der Großteil die Chaoten. Es ist doch armselig, dass ein Böller auf den gegnerischen Torhüter oder Raketen in die Gegnerfans den "Support" nochmal richtig anfeuern... Das ist einfach nur traurig!

Les dir doch mal die Szene-nahen Seiten und Blätter durch: Da gibts nur Feinbilder. Jeder will der Fankultur ans Leder. Natürlich ist auch jeder Polizist ein Bastart und Innenminister sind auch alle doof. Es wird vor "Englischen Verhältnissen" gewarnt und mit glatten Lügen mehr Stimmungsmache gemacht als dieses selbst die Bild jemals tun könnte. Nur eines liest man nicht: "Sorry Leute, wir geben unser bestes, dass sowas nicht wieder vorkommt"

Zitat von Juse1990:
Das seitens den verschiedensten fanszenen fehler gemacht werden kann und darf man nicht bestreiten...aber die einseitige stimmungsmache der medien ist eifnach zum kotzen!


Einseitig ist die "Meinungsmache" defintiv nicht. Die "andere Seite" macht (wie oben schon angesprochen) genauso viel Stimmung. (sogar doppeldeutig richtig ;-) ) Fakt ist doch aber eines: Die unterschiedlichen Fanszenen bekommen ihre Probleme sehr unterschiedlich in den Griff - viele eben garnicht weil sie dieses auch garnicht wollen. Das ist im Übrigen ein guter Punkt beim Konzeptpapier: Man möchte, dass die Maßnahmen auf Vereinsebene bleiben - daher sollen sowohl Kodex (blödes Wort ansich) als auch die daraus folgenden Hauptmaßnahmen auf Vereinsebene bleiben. Im Grunde stärkt man den Vereinen den Rücken um den eigenen Ultragruppen auch mal Paroli geben zu können. In Rostock passiert das grade auf "eigene Rechnung" und das macht keinen Spaß...


mit einseitiger stimmungsmache meine ich dass nur die fehler der einen seite breit getretetn wird...fehler seitens der behörden/polizei...wie es auch in dortmund zb der fall war...wird unter den teppich gekehrt! das meinte ich damit
Zitat von Fankultur2025:
Das entbehrt wieder mal jeglicher Grundlage, was du behauptest ist absolut nicht messbar. Und wenn ich nach den Stimmen im Netz gehen ist es ganz klar die Mehrheit die das Papier ablehnt. Die Vereine sprechen grundsätzlich mit den Fanclubs, Organisationen usw. Man kann schlecht einzelne Fans rausfischen, ist einfach mal so. Und da du ja sagst das es den unorganisierten Fans eh wurscht ist, brauch man sie ja nicht mit einbinden. Den ein Nachteil haben sie nicht, sie können weiterhin nur Fussi gucken. Sollen aber sich dann auch raus halten wenn es um vereinspolitische, verbandspolitische bzw. fussballpolitische Themen geht.


Aja - das Totschlagargument "nicht messbar". Im Netz? Suuuuuper Aussage! Dir ist schon klar, dass der großteil der Netzuser sich genau auf den Seiten rumtreibt, wo er gleichgesinnt findet - und das IST messbar. (heute morgen gab es dazu gerade einen Beitrag bei NDR Info) Auch gibt es bei der Netznutzung (noch) eine Korrelation zum Alter - mein Vater oder mein Nachbar wird seine Meinung nicht in irgendwelchen Foren breittreten.

Wieso soll man einige Fans fragen und andere nicht? Sind die einen weniger Wert als die anderen? Du verdrehst mir auch meine Wörter im Mund: Natürlich ist es den unorganisierte NICHT wurscht - im Grunde wird das Konzept FÜR sie gemacht. Es gibt z.B. viele, die über den Verein selber organisiert sind (als Mitglied eben) - da gibt es die Möglichkeit zumindest diese Leute zu fragen. Aber auch hier wieder schönes Ultragelaber: "Wer nicht organsiert ist ist doch selbst schuld, geht mal weiter Bratwurst essen während wir für Euch die Stimmung machen". Daumen hoch!

Zitat von Fankultur2025:
Wie kommst du darauf das Vereine Täter decken? Das ist an den Haaren herbeigezogen. Jedem Verein ist die Stadionsicherheit wichtig, als Veranstalter sogar das Non Plus Ultra. Aber mit diesem Papier macht man Stadien nicht sicher.... Und jemanden an die Existenz zu gehen ist quatsch, mit so einem unerwachsenen Gehabe verstärkt man das Problem in dieser Gesellschaft eher noch.


Entschuldige - ich habe einfach das Wort "bestraft" vergessen. So wurde der Kontext ein ganz anderer... Ich wollte sagen: "So wird der Verein vielleicht nicht mehr bestraft sondern die Täter oder diejenigen, die die Täter decken.

Welches "unerwachsenes Gehabe"? Im Moment gibt es viele Fangruppierungen, die von den Vereinen weitreichende Vorteile genießen - warum soll man diese nicht entziehen können wenn es aus dieser Gruppe immer wieder Ärger gibt?

Zitat von Forever_Hansa:

Dann sollen die Verbände und Polizei auch einen glaubhaften Dialog mit der Fanszene führen. Schluss mit diesen Pseudo-Bestrafungen und polemischen Gerede...


Was denn für einen Dialog? Um was soll es da gehen? Es geht hier um Verfehlungen von Fans und Fangruppen und wie man etwas dagegen tun kann. Den Dialog kann ich mir im Grunde sparen - es müssen nur die Betreffenden Fangruppen mal von ihrer bescheuerten Riot-Schiene runterkommen und sich an die (laschen) Regeln in Deutschland halten.

Das Konzeptpapier sieht doch explizit eine punktgenaue Bestrafung vor - es muss also kein Freiburger Angst haben seine Stehplätze zu verlieren wenns in Hamburg Ärger gibt. Selbst die Kölner Gruppe A muss nichts befürchten wenn aus der Kölner Gruppe B Mist passiert.


@Juse: Ja, das stimmt. Den teilweise fragwürdigen Einsatzkonzepten dürfte in den Medien doch auch mal etwas Zeit gewidmet werden. Aber auch hier gilt: Der Auslöser für die Situationen findest du woanders...
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Forever_Hansa am 31.10.2012 um 11:45 Uhr bearbeitet
Zitat von GenferScoopyDoo:
und zur Diskussion ist man auch nicht bereit.

Wer ist nicht bereit?

•     •     •

Ich fühl´ mich sicher!
Zitat von Forever_Hansa:


@Juse: Ja, das stimmt. Den teilweise fragwürdigen Einsatzkonzepten dürfte in den Medien doch auch mal etwas Zeit gewidmet werden. Aber auch hier gilt: Der Auslöser für die Situationen findest du woanders...


naja ich war zwar nicht vor ort aber viele augenzeugen haben davon berichtet, dass die polizei wohl schalker fans mitten in dortmunder fans geführt haben soll....bezw direkt an ihnen vorbei...LEIDER musste man ja damit rechnen dass das nicht gut geht -.- naja wies wirklich war weiss ich ja nicht aber das wurde oft so geschildert...
ich denke es steht ausser frage, dass gewalt im allgemeinen absolut verwerflich ist und zu bestrafen ist und auch ist denke ich klar dass wenn es im stadion keine ***** en gäbe bräuchte man auch niemals son riesen aufgebot...aber es war einfach shcon immer so dass es rund ums stadion ärger gab/gibt und dann gilt es eben das problem in den griff zu bekommen und nicht teilweise auch bnoch zu provozieren...wie gesagt ich will hier niemals den behörden den schwarzen peter unterschieben...ich bin nur der meinung dass man BEIDE seiten anhören muss und nicht nur einseitig berichtet
Zitat von Fankultur2025:
Falsch, das Konzept wird nicht nur für eine Gruppe gemacht- was soll das? Sind die anderen für dich auch weniger wert wie die anderen? Um mal in deinem Jargon zu quatschen. Wenn die unorganisierten sich organisieren würden, und das würden sie wenn es nötig wäre, hätten sie sicher auch eine Stimme. Aber es ist defakto so das der Querschnitt in den Fanclubs und den Organisationen anzutreffen ist. Auch da gibt es Nicht-Ultras und Normalos. Vor allem haben die Mitglieder ein Mitspracherecht. Schließlich ist der Verein, die Mitglieder... Und nicht anders. Das es Vereine gibt die das weniger interessiert (Dortmund, Bayern, RB Leipzig, offenbar auch Schalke) ist für das gesamte relativ unbedeutend. Die bekommen dann ihre Rechnung wenn es sportlich mal richtig abwärts gehen sollte....


Bitte - du bist doch sicherlich auch nicht mit dem Klammerbeutel gepudert, oder? Das Konzept ist mit Sicherheit nicht für Ultras&Mitläufer gemacht - sondern um deren "Wirken" einzuschränken und eventuell ein Umdenken zu forcieren. Und das ist oft (nicht immer) das, was der Rest des Stadion will. Frag doch mal in Rostock, Köln, Frankfurt oder bei anderen "gebrannten Kindern".

Für deine Aussage "Fanclubs und Organisationen" sind defakto der Querschnitt nagel ich dich mal auf den "Fakt" in "defakto" fest: Hast du dafür eine Quelle? In meinem privaten- und Stadionumfeld gehört niemand einem Fanclub oder irgendeiner Organisation an. Ich denke das gilt für den größten Teil im Stadion.

Du sagst doch selber, dass Mitglieder Mitspracherecht haben müssten - ich kann ja mal in die Runde fragen: Wurde jemand von euch (der einem Verein angehört, der sich schon geäußert hat) wirklich gefragt? Wie passt es zusammen, dass du vorhin einerseits sagst "Wer nicht in Fanclubs organisiert ist, der ist doch eh egal" und nun diejenigen angreifst, die angeblich ebendiese Fans nicht fragen?

Zitat von Fankultur2025:
Diejenigen die Täter decken. Wie ist denn die Definition dazu? Wo war das erst... Düsseldorf? Wo ein Fan lebensbedrohlich von einer kleinen Gruppe im Stadion zusammengeschlagen, genau weil er diese Selbstreinigung durchführen wollte, die immer wieder gefordert wird. Sorry, aber DAS Thema ist derart komplex das es eigentlich ein eigenen Thread brauch...


Auch hier verschleierst du die Realität mit einem wunderschönen Beispiel. Niemand soll eine Gruppe Hools angreifen und sie aus dem Stadion schmeißen. Ich muss die Leute aber nicht dabei anfeuern den Gästeblock zu stürmen. Ich muss auch nicht Applaudieren und Anfeuern wenn Spieler mit Böllern beworfen oder Raketen in fremde Blöcke geschossen werden. Es gibt einen großen Teil Hirnloser, die finden es einfach cool was die (oft recht kleine) direkte Riot-Brigade durchführt. Aber im Grunde sind diese Mitläufer noch viel viel verachtenswürdiger. Das sind im Endeffekt genau die, die Eingreifen wenn man mal was sagt oder dazwischengehen will. Von "ich brech dir das Gesicht" bis "Du machst mir meinen Sport nicht kaputt" hab ich schon alles gehört.

Was ich erwarte: Hilfe bei der Aufarbeitung wenn dem Verein offen und offensichtlich geschadet wurde! (der Kollege aus Köln hats ja grad angesprochen) Eventuell eine Entschuldigung und auch mal eine positive Meldung. Man protestiert im Stadion doch auch gegen jeden Quatsch - jeder kann sich umdrehen oder Pfeiffen wenns brennt, knallt oder gerippte Fanartikel verbrannt werden.

Zitat von Fankultur2025:
Das kann man nicht wirklich ernst nehmen... Es wird gerne, auch im Sicherheitspapier, von Privilegien gesprochen. Nur sind es keine, sondern teil der Fankultur. Das machen die Vereine auch nicht mit sowas. Und Sippenhaft fangen wir erst gar nicht an.


Fankultur, Sippenhaft bla bla bla... Schöne Schlagwörter und nicht ein Argument dahinter! Natürlich ist es ein Privileg wenn ich Karten für einen Heimbereich direkt vertreiben kann/darf. Wenn ich einen großen Batzen der Auswärtskarten bekomme und die direkt verteile. Wenn auf große Kontrollen verzichtet wird und ich sogar Container im Stadion gestellt bekomme. Große Blockfahnen oder ähnliches wird letztlich auch nur geduldet - wenn das genutzt wird um massive Beleidigungen oder rassistischen Mist zu ziegen oder die Jungs beim Pyrozünden zu decken, dann dulde ich das halt nicht mehr. Einfach - oder?

Fankultur gibt es - aber leider ist dieser Begriff in den letzten jahren von vielen in den Dreck gezogen worden. Wenn ich mit dem Mob im Zug reisen (muss) oder mir anschaue wie man sich in fremden Städten oder Stadien verhält, dann ist das Wort Fankultur einfach nur noch ein Schimpfwort.

Zitat von Fankultur2025:
Wenn es um Veränderungen im Stadion, wo es massive Einschneidungen für den Fan betrifft, dann soll er auch mitreden dürfen. Es gibt keine Riot-Schiene, so ein Blödsinn. Hast dich mal mit diversen Dingen auch wirklich befasst oder liest auch du nur Springer-Presse? Hier geht es um Vereins-Autonomie. Und da haben Vereine, dessen Mitglieder, also auch die Fans, ein Mitspracherecht. Ganz klare Sache.


Keine Riot-Schiene? Nein, natürlich nicht... Und wenn man nicht weiterweiß gibts das Springer-Argument! Mir reicht das, was ich sehe und gesehen habe - und dafür brauche ich die Bild immernoch nicht. Die Vereinsautonomie ist doch in jedem Fall gewahrt - es kann und darf jeder Verein selber entscheiden was er wie macht.

Zitat von Fankultur2025:
Das Papier sieht gar nix vor, es strotzt nur so von Polemik und Rechtsbrüchen. Lesen und verstehen:
http://www.faz.net/aktuell/sport/fussball/fussball-und-fans-tatort-stadion-11939791.html

In Freiburg nimmt man das Gedöns schon gar nicht mehr ernst:
http://nordtribuene.org/10-punkte-plan-zur-schaffung-einer-positiven-fankultur/


Lesen ist wohl auf beiden Seiten das Problem nicht - nur ist eine Seite in der Lage konstruktiv über die gemachten Vorschläge zu diskutieren (wurde hier im übrigen schon gemacht bevor es durch die Contra-Fraktion im Ganzen zerrissen wurde) während die andere in höchst polemischer Art und Weise vom Untergang des Abendlandes, Fankultur und aushebelung der Menschenrechte schwadroniert. Wer da wohl das Problem ist?
Zitat von Fankultur2025:
Bei uns zb. brauchte niemand gefragt werden, weil die komplette Fanszene eingebunden wurde. Wie bei den meisten anderen Vereinen auch (zb. Nürnberg). Das der Eventi nix mit zu melden hat ist logisch, ist er nur 1-2 mal im Stadion, und wenn es bergab geht gar nich mehr... Is halt so.


Mich würde in der Tat mal interessieren, wer hier keine Ahnung hat und sich mal in den im Stadion umschauen sollte ^^ Ist dir mal aufgefallen, dass du dir von Beitrag zu Beitrag selber widersprichst und immer die gleich hohlen Floskeln bringst? Zu einer Diskussion gehört auch mal zu versuchen zu verstehen was die andere Seite überhaupt sagt und sagen will - du verbiegst doch nur die Fakten so dass sie ins Weltbild eines "Fankulturschaffenden"* passen.



* Wo kann man eigentlich die Vorschläge für das Unwort des Jahres einreichen? Fankultur passt super!
Zitat von Fankultur2025:
Mehr hast du nicht zu bieten? Mir Widersprüche und keine Ahnung vorzuwerfen? Im Gegensatz zu dir beschäftige ich mich seit gut 15 Jahren mit der Materie, und das vereinsübergreifend. Darüberhinaus sind mir auch sämtlich Statistiken der ZIS bekannt was insbesondere das Papier absurdum führt, und eher man sich fragen sollte warum nicht auf diversen Volksfesten die Sicherheit erhöht wird. Vermutlich weil man damit keine Schlagzeilen liefert. Das ist alles.


Bistn ganz großer - wie konnte ich deine Weisheit nur in Frage stellen. Aber da alle "nicht-organisierten" Fans ja eh nur Eventies sind, die 2 mal im Jahr im Erfolgsfall ins Stadion gehen hast du meine Existenz schon wegrationalisiert.

Achso: Auf das Volksfest-Argument habe ich schon gewartet. Danke dass du mich nicht enttäuscht hast...
Zitat von Forever_Hansa:


Achso: Auf das Volksfest-Argument habe ich schon gewartet. Danke dass du mich nicht enttäuscht hast...


es ist nunmal eines der wenigen argumente in dieser diskussion, das zwar plakativ aber dennoch auf fakten basierend eine relation herstellen kann. und ich finde es schon wichtig, diese ganze diskussion um die angebliche "neue dimension der gewalt" in einen kontext zu stellen. und wenn selbst herr spahn, der ja nun lange jahre in verantwortlicher position beim dfb und anderswo war, dieses sicherheitspapier in weiten teilen als nicht zielfuehrend und eigentlich ueberfluessig betrachtet und zwar unter anderem genau deswegen, weil nämlich der mediale und öffentliche aufschrei im zu dem was passiert und im zu dem was anderswo passiert in keinem verhältnis steht.

klar macht es die gewalt in stadien nicht besser, wenn es anderswo, bei anderen veranstaltungen exorbitant mehr gewaltdelikte zu verzeichnen gibt aber es taugt allemal als gradmesser. grossveranstaltung und grossveranstaltung haben genug gemeinsamkeiten, um sie miteinander zu vergleichen.

noch ein wort zu dem argument, dass die meisten (manche behaupten alle) punkte dieses papiers den normalen durchschnittsfan gar nicht betreffen. das mag richtig sein aber es sind dennoch massive eingriffe in die buergerrechte zumindest angedeutet, gegen die es sich als buerger auch zu wehren lohnt, wenn man vielleicht nicht selbst betroffen ist, weil man eben nicht als verdächtig und "durchsuchenswert" angesehen wird. ich wuerde vermutlich auch nie in so einen geplanten container zur durchsuchung geschleift werden und wuerde dennoch meine stimme erheben, wenn dies mit anderen passiert, eben zum beispiel mit fans, die aufgrund welcher kriterien auch immer dieser prozedur unterzogen werden sollen. ich denke weiterhin (selbst wenn das eine rechtlich eh schwer umzusetzende drohung ist), dass derlei leibesvisitationen in keinem verhältnis stehen zu dem grossen unheil, was da vielleicht ins stadion geschmuggelt werden kann. zumal man es auch dadurch sicher nicht zu 100 prozent vermeiden kann.

und ja, ich weiss, dass dies nur einer der vielen punkte ist... es gibt dsurchaus auch dinge, die ich an dem papier gutheisse, das meiste ist mir schlichtweg wurscht aber es gibt einfach einige punkte, wie den oben genannten (andere wurden hier auch schon genannt) die ich fuer beschämend halte.

p.s.: man könnte auch bei dem titel des papiers lediglich den inhalt: "sicheres stadionerlebnis: bis auf ein paar ausnahmen, so wie es jetzt ist." im klartext: ich stelle ganz prinzipiell die notwendigkeit eines solchen papiers in frage. vielleicht wäre ein papier "sichere an und abreise zum/vom stadion fuer fans und mannschaft." der treffendere titel.

•     •     •

"der rechte fußball denkt an gewinnmaximierung, der linke an die vermittlung von lebensfreude"
*cesar luis menotti*

Dieser Beitrag wurde zuletzt von heimniederlage am 31.10.2012 um 16:10 Uhr bearbeitet
Zitat von Fankultur2025:
Wo wir zu den Bürger-Rechten kommen:
http://fananwaelte.de/Aktuelles/Aktuelles4/1,000000979380,8,1

Wenn das den Normalo oder Eventi nicht juckt, dann aber gute Nacht Deutschland.


vorab: ich bin kein jurist und kann das daher persönlich nicht beurteilen. aber ich denke, dass man sich bei solch einer stellungnahme schon abgesichert hat, da einem die rechtsauslegung ja bei falscher einschätzung recht einfach um die ohren gehauen werden kann.

was ich eigentlich sagen wollte: interessant wird sein, wie menschen, die im zusammenhang mit pyrotechnik sich nur zu gerne (und aus rein rechtlicher sicht natuerlich auch zurecht) auf bestehende rechtliche voraussetzungen berufen, dies auch als masstab fuer die dort angefuehrten und eben durch die rechtslage begruendeten kritikpunkte am dfb papier gelten lassen oder ob hier, bei vertretern der "anderen seite" das argument des "geltenden rechts" keine gueltigkeit hat. ;)

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"der rechte fußball denkt an gewinnmaximierung, der linke an die vermittlung von lebensfreude"
*cesar luis menotti*

Dieser Beitrag wurde zuletzt von heimniederlage am 31.10.2012 um 16:24 Uhr bearbeitet
Zitat von heimniederlage:
Zitat von Forever_Hansa:


Achso: Auf das Volksfest-Argument habe ich schon gewartet. Danke dass du mich nicht enttäuscht hast...


es ist nunmal eines der wenigen argumente in dieser diskussion, das zwar plakativ aber dennoch auf fakten basierend eine relation herstellen kann. und ich finde es schon wichtig, diese ganze diskussion um die angebliche "neue dimension der gewalt" in einen kontext zu stellen. und wenn selbst herr spahn, der ja nun lange jahre in verantwortlicher position beim dfb und anderswo war, dieses sicherheitspapier in weiten teilen als nicht zielfuehrend und eigentlich ueberfluessig betrachtet und zwar unter anderem genau deswegen, weil nämlich der mediale und öffentliche aufschrei im zu dem was passiert und im zu dem was anderswo passiert in keinem verhältnis steht.


Du kannst es aber einfach nicht vergleichen - und genau das ist doch der Punkt. Es geht doch auch nicht darum, dass man das Fan-Sein oder den Fußball verbieten will - man macht sich einfach Gedanken, wie man das teilweise sehr unschöne "nebenher" unter Kontrolle bekommt. Und ja - es ist ausser Kontrolle, da man während der Spiele kaum Möglichkeiten hat gegen einen großen und organisierten Pulk vorzugehen. Die Identifizierung der Täter ist im Nachhinein sehr schwierig und ist eher die Ausnahme als die Regel.

Was passiert auf einem Volksfest mit einem Gewalttäter: Bekommen Security/Polizei ihn zu greifen gibts direkt ne Anzeige und wohl auch die Anzeige. Im Normalfall ist dann auch ein Platzverweis wenn nicht sogar ein Hausverbot involviert (im übrigen auch ohne eine vorherige Verurteilung). Man kann ja mal versuchen in einem Bierzelt Pyro zu zünden oder mit Signalpistoren rumzumachen - mal gucken wie schnell man dann am Boden liegt ;-)

Und wenn ihr mich fragt: Ja, wenn es zielführend ist sollte man auch z.B. auf dem Oktoberfest darüber nachdenken das Bier nur noch in Plastebechern auszuschenken. Hier in Hamburg aufm Kiez z.B. gibt es das Glasverbot - und es hat geholfen. Auch darf hier kein Alkohol mehr in öffentlichen Verkehrsmitteln konsumiert werden - jeder hat gemeckert (ich allen vorran) aber es stört im Grunde nicht und die Bahnen sind in der Tat sauberer und wohl auch sicherer.

Zitat von heimniederlage:

klar macht es die gewalt in stadien nicht besser, wenn es anderswo, bei anderen veranstaltungen exorbitant mehr gewaltdelikte zu verzeichnen gibt aber es taugt allemal als gradmesser. grossveranstaltung und grossveranstaltung haben genug gemeinsamkeiten, um sie miteinander zu vergleichen.


Dann kannst du aber auch Konzerte/Festivals mit dem Fußball vergleichen. Da geht es so viel freidlicher zu - man braucht für riesige Menschenmengen so gut wie keine Polizei. Aber auch hier geht man meist rigoros vor wenn Pyro gezündet oder eine Wall of Death vorbereitet wird.

Zitat von heimniederlage:

das mag richtig sein aber es sind dennoch massive eingriffe in die buergerrechte zumindest angedeutet, gegen die es sich als buerger auch zu wehren lohnt, wenn man vielleicht nicht selbst betroffen ist, weil man eben nicht als verdächtig und "durchsuchenswert" angesehen wird. ich wuerde vermutlich auch nie in so einen geplanten container zur durchsuchung geschleift werden und wuerde dennoch meine stimme erheben, wenn dies mit anderen passiert, eben zum beispiel mit fans, die aufgrund welcher kriterien auch immer dieser prozedur unterzogen werden sollen. ich denke weiterhin (selbst wenn das eine rechtlich eh schwer umzusetzende drohung ist), dass derlei leibesvisitationen in keinem verhältnis stehen zu dem grossen unheil, was da vielleicht ins stadion geschmuggelt werden kann. zumal man es auch dadurch sicher nicht zu 100 prozent vermeiden kann.


Hier wurde doch grade der FAZ-Artikel gepostet, in dem kritisiert wurde, dass Fans bei Regen die Schuhe ausziehen mussten und Frauen den Inhalt ihrer Handtaschen auf offene, nasse Tische entlehren mussten. Dafür hat man dann Container (die es im Übrigen auch schon zum Teil gibt) - also wo ist das Problem? Die Mär, dass Ordner zwangsweise irgendwelche rektalen Untersuchungen vornehmen ist doch albern. Dafür brauchst du in Deutschland immer noch einen richterlichen Beschluß UND einen Arzt vor Ort, der das durchführt.

Also welche unangemessenen "Eingriffe in die Bürgerrechte" liest du aus dem Papier heraus?


Was ich von Anfang an kritisiert habe ist das Thema Datenaustausch mit der Polizei. Das muss ganz klar im gesetzlichen Rahmen passieren und dann auch wirklich transparent sein.
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