Finanzen
02.12.2019 - 16:18 Uhr
Zitat von Previal
Da hat beispielsweise Quattrex ein riesiges Druckmittel, um möglichst viel Geld für sich einzusammeln. Wir sitzen bei dem ganzen Verfahren am kleinsten Hebel von allen.
Da hat beispielsweise Quattrex ein riesiges Druckmittel, um möglichst viel Geld für sich einzusammeln. Wir sitzen bei dem ganzen Verfahren am kleinsten Hebel von allen.
Die Frage ist halt, was Quattrex und Co so rausholen kann bei ner Regelinsolvenz. Die Frage lässt sich von außen aber wirklich nur schwer beantworten - zumindest ich kann das nicht^^
An wen ist das NLZ verpfändet? Die Spielerverträge dürften ja alle bei ner Regelinsolvenz ohne Lizenz auslaufen. Was hängt da an Assets beim E.V. noch dran? WIe viel sind die Markenrechte/Name des FCK Investoren wert?
Wer da an welchem Hebel sitzt, kann man nur beanworten, wenn man das alles weiß. Ich denke aber, dass die Chancen da nicht schlecht sind, dass der FCK einfach so wertlos ist, dass sich für Quattrex ne Regelinsolvenz auch nicht sonderlich lohnen würde^^
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Muh87 am 06.04.2020 um 12:35 Uhr bearbeitet
Ich halte mich absolut nicht für einen amoralischen Menschen. Ganz im Gegenteil. Ganz aktuell bietet ja auch die Corona-Situation jede Menge Raum für praxisnahe Debatten etwa im Feld der teleologischen Ethik.
Aber das Aufwerfen von Fragen unter dem Stichwort "Moral" kann ich hier und auf den letzten Seiten gar nicht nachvollziehen.
Wir hatten vor der Pandemie die Situation, dass nur mit Glück, Verhandlungsgeschick und dem Eingehen großer Risiken seitens eines oder mehrerer Investoren das Fortbestehen des FCK um ein weiteres Jahr verlängert hätte werden können. Sprich: Es gab auch so genug realistische Szenarien, die eine Insolvenz des FCK zum Saisonende zur Folge hatten.
Nun haben wir anscheinend durch die Corona-Situation einen bezifferbaren zusätzlichen Liquiditätsbedarf von ca. 1 Million Euro, was ja gar nicht mal nach so viel klingt. Aber gleichzeitig ist der Weg insgesamt sehr viel steiniger geworden, eines der wenigen best-case-Szenarien zu erreichen, die vorher schon existiert haben.
Es war vorher schon ungewiss, ob wir einen großen Ankerinvestor dazu bewegen können, in einen in dieser Liga höchst defizitär agierenden Verein mit großem Schuldenstand zu investieren. Diese geringe Chance hat sich nun drastisch reduziert.
Auch, wenn wir das in den letzten Jahren regelmäßig geglaubt haben, jetzt ist es halt so weit: Wir sind am A.rsch und es geht darum, ob der FCK komplett den Bach runter geht, oder ob der Fußballbetrieb unter diesem Namen irgendwie fortgeführt werden kann. Und da besteht nun in dieser Situation - in der selbst mehr als ein Drittel aller Erst- und Zweitligisten vor der unmittelbaren Insolvenz stehen - offenbar die Chance, die Fortführung positiverweise in der 3. Liga angehen zu können anstatt bestenfalls in der Regional- oder Oberliga.
Auch wenn wir uns damit traditionell schwer tun, eine moralische Diskussion in einem Finanzthread eines Profifußballvereins zu führen, ist immer mindestens am Rand der Scheinheiligkeit und grundsätzlich latent schizophren. Aber sie bedingt auch definitiv eine gewisse gestalterische Entscheidungsfreiheit, die wir jetzt definitiv nicht mehr haben.
Aber streng genommen, handelt man als Fußballfan im Profibereich vermutlich per se moralisch verwerflich in einem Umfeld, dessen Dachorganisationen Schnittmengen zum organisierten Verbrechen mindestens andeuten, skrupellose Profitgier von den Verbänden hinein in die Vereinsvorstände wirkt, Spieler als Kapitalanlage betrachtet werden und offenbar kein Werbepartner oder Investor zu viel Blut an den Händen haben kann. Na klar versuchen vermutlich alle, mit dieser Janus-Köpfigkeit auszukommen und so "gut" zu handeln, wie sie möchten und können. Manchen Clubs gelingt das besser als anderen. Und mich erfreut es immer, wenn Fußball Menschen unterstützt oder ihnen bei der notwendigen Realitätsflucht hilft und allgemein positive Dinge bewirkt. Aber über allem schwebt halt "Es gibt kein richtiges Leben im falschen.".
Um nicht allzu negativ zu wirken: Es gibt ja durchaus Bereiche, die wir steuern können. Betrachten wir Fußballvereine im Profibereich als Dreiecke - Sportliche Leistung; wirtschaftliche Geschäftsfähigkeit; Vereinsleben. Das sportliche ist die Klammer, die uns vereint. Wir feuern das Team an und hoffen auf bestmögliche Ergebnisse. Die wirtschaftliche Geschäftsfähigkeit ist der Part, in dem Gefühle eigentlich keinen Platz haben. Wir sind in einem durch und durch kapitalistischen Regime verhaftet mit teils offen korrupten Bossen an den Verbandsspitzen und nehmen an einem knallharten Verdrängungswettbewerb teil, in dem sich die Vereine um die Kohle der Investoren und Sponsoren prügeln. Was wir beeinflussen können, ist aber das Vereinsleben. Entscheiden wir uns dafür, nicht nur Fußballclub und Wirtschafstunternehmen zu sein, sondern auch aktiv unseren Verein zu leben, haben wir viel Gestaltungsmacht. Wir können sozial schwächere unterstützen, können als Verein unseren Beitrag zur Integration von Menschen leisten, können über unsere Strukturen die Menschen versuchen aufzufangen, die straucheln, und so weiter.
Aber das Aufwerfen von Fragen unter dem Stichwort "Moral" kann ich hier und auf den letzten Seiten gar nicht nachvollziehen.
Wir hatten vor der Pandemie die Situation, dass nur mit Glück, Verhandlungsgeschick und dem Eingehen großer Risiken seitens eines oder mehrerer Investoren das Fortbestehen des FCK um ein weiteres Jahr verlängert hätte werden können. Sprich: Es gab auch so genug realistische Szenarien, die eine Insolvenz des FCK zum Saisonende zur Folge hatten.
Nun haben wir anscheinend durch die Corona-Situation einen bezifferbaren zusätzlichen Liquiditätsbedarf von ca. 1 Million Euro, was ja gar nicht mal nach so viel klingt. Aber gleichzeitig ist der Weg insgesamt sehr viel steiniger geworden, eines der wenigen best-case-Szenarien zu erreichen, die vorher schon existiert haben.
Es war vorher schon ungewiss, ob wir einen großen Ankerinvestor dazu bewegen können, in einen in dieser Liga höchst defizitär agierenden Verein mit großem Schuldenstand zu investieren. Diese geringe Chance hat sich nun drastisch reduziert.
Auch, wenn wir das in den letzten Jahren regelmäßig geglaubt haben, jetzt ist es halt so weit: Wir sind am A.rsch und es geht darum, ob der FCK komplett den Bach runter geht, oder ob der Fußballbetrieb unter diesem Namen irgendwie fortgeführt werden kann. Und da besteht nun in dieser Situation - in der selbst mehr als ein Drittel aller Erst- und Zweitligisten vor der unmittelbaren Insolvenz stehen - offenbar die Chance, die Fortführung positiverweise in der 3. Liga angehen zu können anstatt bestenfalls in der Regional- oder Oberliga.
Auch wenn wir uns damit traditionell schwer tun, eine moralische Diskussion in einem Finanzthread eines Profifußballvereins zu führen, ist immer mindestens am Rand der Scheinheiligkeit und grundsätzlich latent schizophren. Aber sie bedingt auch definitiv eine gewisse gestalterische Entscheidungsfreiheit, die wir jetzt definitiv nicht mehr haben.
Aber streng genommen, handelt man als Fußballfan im Profibereich vermutlich per se moralisch verwerflich in einem Umfeld, dessen Dachorganisationen Schnittmengen zum organisierten Verbrechen mindestens andeuten, skrupellose Profitgier von den Verbänden hinein in die Vereinsvorstände wirkt, Spieler als Kapitalanlage betrachtet werden und offenbar kein Werbepartner oder Investor zu viel Blut an den Händen haben kann. Na klar versuchen vermutlich alle, mit dieser Janus-Köpfigkeit auszukommen und so "gut" zu handeln, wie sie möchten und können. Manchen Clubs gelingt das besser als anderen. Und mich erfreut es immer, wenn Fußball Menschen unterstützt oder ihnen bei der notwendigen Realitätsflucht hilft und allgemein positive Dinge bewirkt. Aber über allem schwebt halt "Es gibt kein richtiges Leben im falschen.".
Um nicht allzu negativ zu wirken: Es gibt ja durchaus Bereiche, die wir steuern können. Betrachten wir Fußballvereine im Profibereich als Dreiecke - Sportliche Leistung; wirtschaftliche Geschäftsfähigkeit; Vereinsleben. Das sportliche ist die Klammer, die uns vereint. Wir feuern das Team an und hoffen auf bestmögliche Ergebnisse. Die wirtschaftliche Geschäftsfähigkeit ist der Part, in dem Gefühle eigentlich keinen Platz haben. Wir sind in einem durch und durch kapitalistischen Regime verhaftet mit teils offen korrupten Bossen an den Verbandsspitzen und nehmen an einem knallharten Verdrängungswettbewerb teil, in dem sich die Vereine um die Kohle der Investoren und Sponsoren prügeln. Was wir beeinflussen können, ist aber das Vereinsleben. Entscheiden wir uns dafür, nicht nur Fußballclub und Wirtschafstunternehmen zu sein, sondern auch aktiv unseren Verein zu leben, haben wir viel Gestaltungsmacht. Wir können sozial schwächere unterstützen, können als Verein unseren Beitrag zur Integration von Menschen leisten, können über unsere Strukturen die Menschen versuchen aufzufangen, die straucheln, und so weiter.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Klingenstaedter am 06.04.2020 um 12:58 Uhr bearbeitet Zitat von Muh87
Die Frage ist halt, was Quattrex und Co so rausholen kann bei ner Regelinsolvenz. Die Frage lässt sich von außen aber wirklich nur schwer beantworten - zumindest ich kann das nicht^^
An wen ist das NLZ verpfändet? Die Spielerverträge dürften ja alle bei ner Regelinsolvenz ohne Lizenz auslaufen. Was hängt da an Assets beim E.V. noch dran? WIe viel sind die Markenrechte/Name des FCK Investoren wert?
Wer da an welchem Hebel sitzt, kann man nur beanworten, wenn man das alles weiß. Ich denke aber, dass die Chancen da nicht schlecht sind, dass der FCK einfach so wertlos ist, dass sich für Quattrex ne Regelinsolvenz auch nicht sonderlich lohnen würde^^
Zitat von Previal
Da hat beispielsweise Quattrex ein riesiges Druckmittel, um möglichst viel Geld für sich einzusammeln. Wir sitzen bei dem ganzen Verfahren am kleinsten Hebel von allen.
Da hat beispielsweise Quattrex ein riesiges Druckmittel, um möglichst viel Geld für sich einzusammeln. Wir sitzen bei dem ganzen Verfahren am kleinsten Hebel von allen.
Die Frage ist halt, was Quattrex und Co so rausholen kann bei ner Regelinsolvenz. Die Frage lässt sich von außen aber wirklich nur schwer beantworten - zumindest ich kann das nicht^^
An wen ist das NLZ verpfändet? Die Spielerverträge dürften ja alle bei ner Regelinsolvenz ohne Lizenz auslaufen. Was hängt da an Assets beim E.V. noch dran? WIe viel sind die Markenrechte/Name des FCK Investoren wert?
Wer da an welchem Hebel sitzt, kann man nur beanworten, wenn man das alles weiß. Ich denke aber, dass die Chancen da nicht schlecht sind, dass der FCK einfach so wertlos ist, dass sich für Quattrex ne Regelinsolvenz auch nicht sonderlich lohnen würde^^
Was letztlich in die Masse geht sind die Bürostühle und die Büroschränke, die PC`s, die dem Verein gehören
und sonst nichts. Unter Umständen reicht das gerade dazu aus, dass ein Gutachten erstellt wird. Bei dem
wenigen, was der Verein hat, kann es gut sein, dass nicht mal eröffnet wird. Da reden wir also, wenn über-
haupt, über eine ganz niedrige Quote, 1-2%. Die Quattrex kann bei einer Regelinsolvenz nur verlieren
und zwar alles.
Insofern wird die Bereitschaft der Gläubiger, einer Planinsolvenz zuzustimmen, hoch sein und der "Preis"
für den FCK niedrig.
Die Markenrechte als solche sind in einem Insolvenzverfahren wertmässig nicht zu erfassen, sie sind quasi
0. Trotzdem wäre es natürlich schlau diese irgendwie zu erwerben. Wann das genau von wem möglich
wäre, müsste mit dem Konkursverwalter verhandelt werden. Der muss alles zu Geld machen, das ist sein Job.
Es sei denn, ihnen wurde der Fröner verpfändet. Wobei dessen Wert ohne den FCK auch nicht so furchtbar hoch ist.
Beste Grüße
Lullaby
Zitat von pulder
Insofern wird die Bereitschaft der Gläubiger, einer Planinsolvenz zuzustimmen, hoch sein und der "Preis"
für den FCK niedrig.
Insofern wird die Bereitschaft der Gläubiger, einer Planinsolvenz zuzustimmen, hoch sein und der "Preis"
für den FCK niedrig.
Bei Quattrex sitzen sicherlich keine Verhandlungsnullen, die sagen "oh, bei einer Regelinsolvenz bekomme ich gar nichts. Ja dann stimmen wir zu, wenn wir 5% unserer Verbindlichkeiten wieder bekommen. Besser als nichts".
Ich führe regelmäßig Verhandlungen, wir würden da eher so reingehen: "Wir wissen, dass ihr Investoren bekommen wollt, da es ohne sowieso nicht mehr weitergehen wird bei euch. Also hätten wir jetzt gerne die Zusage, dass ihr über Anteile, zukünftige Einnahmen, sowie Investoreneinlagen mindestens 80% unserer Forderungen deckt".
Das Risiko für den Gläubiger sind dabei die angenommenen 5% deines "geringen Preises". Die Chance sind 80% der Forderung. Und da der Verein alles tun wird, um unsere Zustimmung zu erhalten, ist die Wahrscheinlichkeit der Chance ziemlich hoch. Mein Chef würde da vermutlich eher noch 100% fordern und nur Zugeständnisse hinsichtlich Fälligkeit oder Zinsen machen.
Bitte etwas weniger Naivität... Kein Gläubiger wird es sich gefallen lassen, dass nach dem Fallen lassen der Verbindlichkeit auf einmal Investoren dort Geld reinstecken. Und das ist völlig verständlich. Mal abgesehen davon, dass unsere Glaubwürdigkeit für weiteres FK dann gegen null geht.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Previal am 06.04.2020 um 14:08 Uhr bearbeitet Zitat von Previal
Bei Quattrex sitzen sicherlich keine Verhandlungsnullen, die sagen "oh, bei einer Regelinsolvenz bekomme ich gar nichts. Ja dann stimmen wir zu, wenn wir 5% unserer Verbindlichkeiten wieder bekommen. Besser als nichts".
Ich führe regelmäßig Verhandlungen, wir würden da eher so reingehen: "Wir wissen, dass ihr Investoren bekommen wollt, da es ohne sowieso nicht mehr weitergehen wird bei euch. Also hätten wir jetzt gerne die Zusage, dass ihr über Anteile, zukünftige Einnahmen, sowie Investoreneinlagen mindestens 80% unserer Forderungen deckt".
Das Risiko für den Gläubiger sind dabei die angenommenen 5% deines "geringen Preises". Die Chance sind 80% der Forderung. Und da der Verein alles tun wird, um unsere Zustimmung zu erhalten, ist die Wahrscheinlichkeit der Chance ziemlich hoch. Mein Chef würde da vermutlich eher noch 100% fordern und nur Zugeständnisse hinsichtlich Fälligkeit oder Zinsen machen.
Bitte etwas weniger Naivität... Kein Gläubiger wird es sich gefallen lassen, dass nach dem Fallen lassen der Verbindlichkeit auf einmal Investoren dort Geld reinstecken. Und das ist völlig verständlich. Mal abgesehen davon, dass unsere Glaubwürdigkeit für weiteres FK dann gegen null geht.
Zitat von pulder
Insofern wird die Bereitschaft der Gläubiger, einer Planinsolvenz zuzustimmen, hoch sein und der "Preis"
für den FCK niedrig.
Insofern wird die Bereitschaft der Gläubiger, einer Planinsolvenz zuzustimmen, hoch sein und der "Preis"
für den FCK niedrig.
Bei Quattrex sitzen sicherlich keine Verhandlungsnullen, die sagen "oh, bei einer Regelinsolvenz bekomme ich gar nichts. Ja dann stimmen wir zu, wenn wir 5% unserer Verbindlichkeiten wieder bekommen. Besser als nichts".
Ich führe regelmäßig Verhandlungen, wir würden da eher so reingehen: "Wir wissen, dass ihr Investoren bekommen wollt, da es ohne sowieso nicht mehr weitergehen wird bei euch. Also hätten wir jetzt gerne die Zusage, dass ihr über Anteile, zukünftige Einnahmen, sowie Investoreneinlagen mindestens 80% unserer Forderungen deckt".
Das Risiko für den Gläubiger sind dabei die angenommenen 5% deines "geringen Preises". Die Chance sind 80% der Forderung. Und da der Verein alles tun wird, um unsere Zustimmung zu erhalten, ist die Wahrscheinlichkeit der Chance ziemlich hoch. Mein Chef würde da vermutlich eher noch 100% fordern und nur Zugeständnisse hinsichtlich Fälligkeit oder Zinsen machen.
Bitte etwas weniger Naivität... Kein Gläubiger wird es sich gefallen lassen, dass nach dem Fallen lassen der Verbindlichkeit auf einmal Investoren dort Geld reinstecken. Und das ist völlig verständlich. Mal abgesehen davon, dass unsere Glaubwürdigkeit für weiteres FK dann gegen null geht.
Wenn wir pleite sind, brauchen wir kein Fremdkapital mehr.
Eventuelle Investoren, die nach der Planinsolvenz investieren wollen, nämlich in einen entschuldeten
Verein, zahlen doch den derzeitigen Gläubigern, Quattrex, nicht das Geld zurück. Die wären doch
besoffen; dann geht der FCK halt gleich in die Regelinsolvenz.
Wie soll der FCK denn 80% der Verbindlichkeiten bedienen ? Es ist doch nichts mehr da. Der Verein
wird abgewickelt. Da können die Gläubiger fordern was sie wollen.
In der Planinsolvenz hat man die Möglichkeit sie an der Zukunft zu beteiligen. Das ist Verhandlungssache.
Aber eben zum kleinen Preis, z.B. 20% sind auch mehr als nichts.
Zitat von Lullaby
Es sei denn, ihnen wurde der Fröner verpfändet. Wobei dessen Wert ohne den FCK auch nicht so furchtbar hoch ist.
Beste Grüße
Lullaby
Es sei denn, ihnen wurde der Fröner verpfändet. Wobei dessen Wert ohne den FCK auch nicht so furchtbar hoch ist.
Beste Grüße
Lullaby
Ich muss gestehen, ich war noch nie auf dem Fröhnerhof, aber nach Aussagen einiger User ist der Fröhnerhof
auch in keinem guten Zustand, um es gelinde auszudrücken. Der wird in der Versteigerung auch nicht
soviel bringen. Wenn er verpfändet ist, ist er für uns ja auch nicht verwertbar.
@Klingenstaedter - sehr lesenswerter Beitrag, diese Gegenrede!
Ich gehe mit fast allem konform, finde es allerdings fragwürdig, ausgerechnet die ökonomische Dimension im Profi-Fußball zur moralfreien Zone zu erklären und zu empfehlen, dass wir unser kleines Glück im Sportlichen sowie im Vereinsleben suchen sollen. Das ist mir dafinitiv zu viel Schrebergartenmentalität.
Dass es im Profigeschäft so zugeht, wie Du es beschreibst, steht für mich ganz außer Frage! Aber wie gehen wir damit um? Ist O.K., wenn man den moralischen Blick davon abwendet und sagt 'Geschäft ist Geschäft und Mafia ist Mafia'. Damit tun wir aber so, als sei der Fußball keine gesellschaftliche Veranstaltung und als wären Verteilungskämpfe (etwa um die Fernsehgelder) jeder Kritik enthoben. Über 'financial fairplay' muss man dann ja auch nicht mehr reden, auch nicht als uneingelöstem normativen Anspruch.
Das ist durchaus konsequent gedacht, zumal ich die von Dir beschriebene Schizophrenie dieser Diskussion auch sehe. Aber dann sollte man auch den Diskurs über "Traditionsvereine vs. Plastikclubs" konsequent beenden, denn Geschäft ist ja Geschäft und Mafia ist Mafia. Dann blenden wir auch die Verstrickungen und Netzwerke eines Flavio Becca oder eines künftigen Investors aus, egal womit der sein Geld gemacht hat.
Oder aber, wir erklären die ökonomische Dimension des Profi-Fußballs doch nicht widerspruchlos und pauschal zur moralfreien Zone - und zwar wohlwissend um die von Dir skizzierte Schizophrenie. Dann gäbe es halt doch noch Schmerzgrenzen, die für die Einzelnen aber an unterschiedlichen Punkten liegen. Dann wäre das hier auf den letzten Seiten Diskutierte vielleicht doch nicht so umstandslos heiße Luft.
Deiner Herleitung, warum wir legitimerweise die Plan-Insolvenz nutzen können, kann ich übrigens in großen Teilen folgen. In der Tat geht es nicht nur um die vielleicht 2 Mio Euro derzeitiger krisenbedingter Mehrbelastung, sondern vor allem auch um das krisenbedingt unausweichliche Einfrieren aller Investorengespräche. Sonst hätten wir jetzt vielleicht schon eine Lösung. Auf der anderen Seite hätte auch diese Lösung wohl kaum groß anders ausgesehen als eine Sanierung mit dem ganzen Instrumentarium von Anteilserwerb, Stundungen, Erfolgsbeteiligungen und - in viel begrenzterem Umfang als hier viele meinen - Schuldenerlass. Die Alternative wäre ein Investor, der erst mal 20 Mio sauer verdiente Euronen zum Löcher stopfen zuschießt. Wer's glaubt, wird selig! Das wäre wohl auch vor Corona keine Option gewesen.
Da der Unterschied zwischen Sanierung und Plan-Insolvenz also so groß nicht ist - und letztere auch kaum einen Extraprofit verspricht - ist es dann wohl in der Tat keine moralische Frage. Auf das Stigma "Insolvenz" würde ich dennoch - NACH MÖGLICHKEIT - gerne verzichten wollen.
Bedanken möchte ich mich für die vielen guten Beiträge, in denen hier auf den letzten Seiten Fragen beantwortet und Fachwissen eingebracht wurde. Ich glaube, das trägt viel zu einem nüchterneren Blick auf die Option "Plan-Insolvenz" bei, die uns vielleicht den Allerwertesten zu retten vermag, aber ganz sicher nicht dazu führt, dass wir aller Verbindlichkeiten ledig in eine unbelastete Zukunft gehen können.
Und damit bin ich dann auch erstmal raus.
Ich gehe mit fast allem konform, finde es allerdings fragwürdig, ausgerechnet die ökonomische Dimension im Profi-Fußball zur moralfreien Zone zu erklären und zu empfehlen, dass wir unser kleines Glück im Sportlichen sowie im Vereinsleben suchen sollen. Das ist mir dafinitiv zu viel Schrebergartenmentalität.
Dass es im Profigeschäft so zugeht, wie Du es beschreibst, steht für mich ganz außer Frage! Aber wie gehen wir damit um? Ist O.K., wenn man den moralischen Blick davon abwendet und sagt 'Geschäft ist Geschäft und Mafia ist Mafia'. Damit tun wir aber so, als sei der Fußball keine gesellschaftliche Veranstaltung und als wären Verteilungskämpfe (etwa um die Fernsehgelder) jeder Kritik enthoben. Über 'financial fairplay' muss man dann ja auch nicht mehr reden, auch nicht als uneingelöstem normativen Anspruch.
Das ist durchaus konsequent gedacht, zumal ich die von Dir beschriebene Schizophrenie dieser Diskussion auch sehe. Aber dann sollte man auch den Diskurs über "Traditionsvereine vs. Plastikclubs" konsequent beenden, denn Geschäft ist ja Geschäft und Mafia ist Mafia. Dann blenden wir auch die Verstrickungen und Netzwerke eines Flavio Becca oder eines künftigen Investors aus, egal womit der sein Geld gemacht hat.
Oder aber, wir erklären die ökonomische Dimension des Profi-Fußballs doch nicht widerspruchlos und pauschal zur moralfreien Zone - und zwar wohlwissend um die von Dir skizzierte Schizophrenie. Dann gäbe es halt doch noch Schmerzgrenzen, die für die Einzelnen aber an unterschiedlichen Punkten liegen. Dann wäre das hier auf den letzten Seiten Diskutierte vielleicht doch nicht so umstandslos heiße Luft.
Deiner Herleitung, warum wir legitimerweise die Plan-Insolvenz nutzen können, kann ich übrigens in großen Teilen folgen. In der Tat geht es nicht nur um die vielleicht 2 Mio Euro derzeitiger krisenbedingter Mehrbelastung, sondern vor allem auch um das krisenbedingt unausweichliche Einfrieren aller Investorengespräche. Sonst hätten wir jetzt vielleicht schon eine Lösung. Auf der anderen Seite hätte auch diese Lösung wohl kaum groß anders ausgesehen als eine Sanierung mit dem ganzen Instrumentarium von Anteilserwerb, Stundungen, Erfolgsbeteiligungen und - in viel begrenzterem Umfang als hier viele meinen - Schuldenerlass. Die Alternative wäre ein Investor, der erst mal 20 Mio sauer verdiente Euronen zum Löcher stopfen zuschießt. Wer's glaubt, wird selig! Das wäre wohl auch vor Corona keine Option gewesen.
Da der Unterschied zwischen Sanierung und Plan-Insolvenz also so groß nicht ist - und letztere auch kaum einen Extraprofit verspricht - ist es dann wohl in der Tat keine moralische Frage. Auf das Stigma "Insolvenz" würde ich dennoch - NACH MÖGLICHKEIT - gerne verzichten wollen.
Bedanken möchte ich mich für die vielen guten Beiträge, in denen hier auf den letzten Seiten Fragen beantwortet und Fachwissen eingebracht wurde. Ich glaube, das trägt viel zu einem nüchterneren Blick auf die Option "Plan-Insolvenz" bei, die uns vielleicht den Allerwertesten zu retten vermag, aber ganz sicher nicht dazu führt, dass wir aller Verbindlichkeiten ledig in eine unbelastete Zukunft gehen können.
Und damit bin ich dann auch erstmal raus.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Newtrial am 06.04.2020 um 15:01 Uhr bearbeitet Zitat von pulder
Ich muss gestehen, ich war noch nie auf dem Fröhnerhof, aber nach Aussagen einiger User ist der Fröhnerhof
auch in keinem guten Zustand, um es gelinde auszudrücken. Der wird in der Versteigerung auch nicht
soviel bringen. Wenn er verpfändet ist, ist er für uns ja auch nicht verwertbar.
Zitat von Lullaby
Es sei denn, ihnen wurde der Fröner verpfändet. Wobei dessen Wert ohne den FCK auch nicht so furchtbar hoch ist.
Beste Grüße
Lullaby
Es sei denn, ihnen wurde der Fröner verpfändet. Wobei dessen Wert ohne den FCK auch nicht so furchtbar hoch ist.
Beste Grüße
Lullaby
Ich muss gestehen, ich war noch nie auf dem Fröhnerhof, aber nach Aussagen einiger User ist der Fröhnerhof
auch in keinem guten Zustand, um es gelinde auszudrücken. Der wird in der Versteigerung auch nicht
soviel bringen. Wenn er verpfändet ist, ist er für uns ja auch nicht verwertbar.
Die Anlage und das Gründstück sind top.
Nur inhaltlich lo0ckst du damit eben keine Talente nach Lautern statt zur Konkurrenz.
Vom Fußball und dem NLZ Denken losgelöst, ist es aber eine hochattraktive Anlage.
Zitat von pulder
Wenn wir pleite sind, brauchen wir kein Fremdkapital mehr.
Eventuelle Investoren, die nach der Planinsolvenz investieren wollen, nämlich in einen entschuldeten
Verein, zahlen doch den derzeitigen Gläubigern, Quattrex, nicht das Geld zurück. Die wären doch
besoffen; dann geht der FCK halt gleich in die Regelinsolvenz.
Wie soll der FCK denn 80% der Verbindlichkeiten bedienen ? Es ist doch nichts mehr da. Der Verein
wird abgewickelt. Da können die Gläubiger fordern was sie wollen.
In der Planinsolvenz hat man die Möglichkeit sie an der Zukunft zu beteiligen. Das ist Verhandlungssache.
Aber eben zum kleinen Preis, z.B. 20% sind auch mehr als nichts.
Zitat von Previal
Bei Quattrex sitzen sicherlich keine Verhandlungsnullen, die sagen "oh, bei einer Regelinsolvenz bekomme ich gar nichts. Ja dann stimmen wir zu, wenn wir 5% unserer Verbindlichkeiten wieder bekommen. Besser als nichts".
Ich führe regelmäßig Verhandlungen, wir würden da eher so reingehen: "Wir wissen, dass ihr Investoren bekommen wollt, da es ohne sowieso nicht mehr weitergehen wird bei euch. Also hätten wir jetzt gerne die Zusage, dass ihr über Anteile, zukünftige Einnahmen, sowie Investoreneinlagen mindestens 80% unserer Forderungen deckt".
Das Risiko für den Gläubiger sind dabei die angenommenen 5% deines "geringen Preises". Die Chance sind 80% der Forderung. Und da der Verein alles tun wird, um unsere Zustimmung zu erhalten, ist die Wahrscheinlichkeit der Chance ziemlich hoch. Mein Chef würde da vermutlich eher noch 100% fordern und nur Zugeständnisse hinsichtlich Fälligkeit oder Zinsen machen.
Bitte etwas weniger Naivität... Kein Gläubiger wird es sich gefallen lassen, dass nach dem Fallen lassen der Verbindlichkeit auf einmal Investoren dort Geld reinstecken. Und das ist völlig verständlich. Mal abgesehen davon, dass unsere Glaubwürdigkeit für weiteres FK dann gegen null geht.
Zitat von pulder
Insofern wird die Bereitschaft der Gläubiger, einer Planinsolvenz zuzustimmen, hoch sein und der "Preis"
für den FCK niedrig.
Insofern wird die Bereitschaft der Gläubiger, einer Planinsolvenz zuzustimmen, hoch sein und der "Preis"
für den FCK niedrig.
Bei Quattrex sitzen sicherlich keine Verhandlungsnullen, die sagen "oh, bei einer Regelinsolvenz bekomme ich gar nichts. Ja dann stimmen wir zu, wenn wir 5% unserer Verbindlichkeiten wieder bekommen. Besser als nichts".
Ich führe regelmäßig Verhandlungen, wir würden da eher so reingehen: "Wir wissen, dass ihr Investoren bekommen wollt, da es ohne sowieso nicht mehr weitergehen wird bei euch. Also hätten wir jetzt gerne die Zusage, dass ihr über Anteile, zukünftige Einnahmen, sowie Investoreneinlagen mindestens 80% unserer Forderungen deckt".
Das Risiko für den Gläubiger sind dabei die angenommenen 5% deines "geringen Preises". Die Chance sind 80% der Forderung. Und da der Verein alles tun wird, um unsere Zustimmung zu erhalten, ist die Wahrscheinlichkeit der Chance ziemlich hoch. Mein Chef würde da vermutlich eher noch 100% fordern und nur Zugeständnisse hinsichtlich Fälligkeit oder Zinsen machen.
Bitte etwas weniger Naivität... Kein Gläubiger wird es sich gefallen lassen, dass nach dem Fallen lassen der Verbindlichkeit auf einmal Investoren dort Geld reinstecken. Und das ist völlig verständlich. Mal abgesehen davon, dass unsere Glaubwürdigkeit für weiteres FK dann gegen null geht.
Wenn wir pleite sind, brauchen wir kein Fremdkapital mehr.
Eventuelle Investoren, die nach der Planinsolvenz investieren wollen, nämlich in einen entschuldeten
Verein, zahlen doch den derzeitigen Gläubigern, Quattrex, nicht das Geld zurück. Die wären doch
besoffen; dann geht der FCK halt gleich in die Regelinsolvenz.
Wie soll der FCK denn 80% der Verbindlichkeiten bedienen ? Es ist doch nichts mehr da. Der Verein
wird abgewickelt. Da können die Gläubiger fordern was sie wollen.
In der Planinsolvenz hat man die Möglichkeit sie an der Zukunft zu beteiligen. Das ist Verhandlungssache.
Aber eben zum kleinen Preis, z.B. 20% sind auch mehr als nichts.
Du verstehst die Positionen nicht ganz. Wenn ich mir extern beide Verhandlungspositionen nach den jeweiligen Argumenten anschaue und auswählen dürfte, ob ich für den FCK oder (repräsentativ) Quattrex die Verhandlungsführung übernehme, wähle ich definitiv die von Quattrex. Die haben eine entspannte Position im Vergleich zu Voigt.
FCK:
* Es geht um alles oder nichts, schlägt die Planinsolvenz fehl, geht's in die Regelinsolvenz und der Verein ist tot.
* Selbst wenn die Planinsolvenz klappt, benötigt der Verein zwingend Investoren. Ohne Investoren braucht man eine Plansinsolvenz überhaupt nicht anzugehen, weil auch danach keinerlei Geld für den Kader und die bestehenden Verpflichtungen vorhanden ist. FK werde ich von niemandem mehr erhalten. Die Einnahmen decken die Ausgaben bei weitem nicht, 3. Liga reifer Kader kann ohne Investoren überhaupt nicht gestellt werden.
Quattrex:
* Es geht um relativ wenig. In den Krediten wird ein FK-Zinssatz so berechnet, dass er Komplettausfälle berücksichtigt und kompensiert. Der Totalausfall der Schuld ist somit bereits im Geschäftsmodell und in der Risikobeurteilung einkalkuliert.
* Quattrex weiß, dass der FCK seine Zustimmung benötigt, damit es den Verein in Zukunft noch gibt. Verweigert er die Zustimmung, verliert Quattrex nach deinem genannten "niedrigen" Preis 20% der Gesamtschuld im Vergleich zur Regelinsolvenz - WENN kein Investor bereit ist, den Verein ein weiteres Jahr zu finanzieren.
* Quattrex weiß, dass der FCK Investoren braucht. ZWINGEND. Ansonsten könnten sie es gleich lassen, einer Planinsolvenz zuzustimmen.
Was hindert Quattrex also daran, zu sagen "holt die Investoren mit an den Tisch, und sorgt dafür, dass wir 80% (oder sogar 100%) eurer Verbindlichkeit über alle Einnahmen inklusive Eigenkapital von Investoren zugesichert bekommen. Von mir aus habt ihr dafür halt 2 Jahre länger Zeit, aber wir wollen unser Geld". Die Antwort ist: nichts. Wegen einem Risiko, die (sowieso schon einkalkulierten) 20% Verlust notfalls hinzunehmen, wird es die Zustimmung nicht so einfach geben.
Ich würde mich da als Verhandlungsführer von Quattrex ganz entspannt in den Sessel legen und oben stehende Forderungen äußern. Wenn sich bis kurz vor der Frist keine Investoren zu einer signifikanten Schuldentilgung bringen lassen, mache ich ein Zugeständnis "Wir erlassen euch die Schulden. Wir kriegen das NLZ, ihr zahlt Miete. Sofern ihr Investoren bekommt oder wieder in die 2. Liga aufsteigt, hätten wir gerne eine Erfolgszahlung i.H.v von 1 Mio pro Jahr in der 2. Liga und 20% aller Eigenkapitalerhöhungen bis 2025 ".
Klingt nach Erpressung? Ist es auch. Aber (leider) Alltag in Verhandlungen, wo eine Partei auf die andere angewiesen ist. Sicherlich kann über eine gute Verhandlungstaktik und einem ordentlichen Insolvenzverwalter noch etwas rausgeholt werden, aber "niedrig" wird der Preis sicherlich nicht, wenn man sich mit Unternehmen wie Quattrex ins Bett legt.
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