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Fußball international

07.04.2014 - 19:04 Uhr
Fußball international |#2091
10.07.2014 - 11:05 Uhr
Quelle: www.welt.de
Kommen wir also zur Tolanschen Elfmeterkunde. Da könnte es ein unterschätztes Problem in Sachen Variabilität geben. In welcher Reihenfolge sollte ein Trainer die Schützen am besten antreten lassen? Den stärksten zuerst, damit er die Kugel versenkt, die Nerven der eigenen Mannschaft stärkt und den Druck auf den Gegner erhöht? "Falsch", sagt der Wissenschaftler. Er hat Modelle mit Mathematik gefüttert und ausgerechnet, dass die Wahrscheinlichkeit auf einen Sieg mit dieser Methode nur um fünf Prozent steigt. "Da sollte man den Sekt im Kühlschrank lassen."
Zitat von JD2161986

Ich habe mal eine generelle Frage zum Elfmeterschießen. Warum macht man das nicht so wie im beim Doppelkopf, wenn ich ein richtig gutes Blatt habe. Von oben runter. Die besten zuerst. Es ist doch egal, ob ein sicherer Schütze den ersten oder den letzten Elfer verwandelt. Tor ist Tor. Das Risiko, dass ein Antifußballer wie Vlaar am Anfang verschießt und ein guter Schütze wie Huntelaar gar nicht mehr dran kommt, ist doch sinnlos.



Wie das mit den meisten Dingen so ist, gibt es auch dafür wissenschaftliche Berechnungen ;)


Übrigens ist auch der Rest seiner Vorträge zum Fußball recht interessant, zumindest wenn man etwas an Physik und/oder Statistik interessiert ist.

Fußball international |#2092
10.07.2014 - 11:15 Uhr

Da kann ich das Buch ¨Manchmal gewinnt der Bessere: Die Physik des Fußballspiels " empfehlen. Beschäftigt sich unter anderem mit Fragen wie der Reihenfolge beim Elfmeterschießen und wie da der Einfluss ist. Größtenteils wird's auch recht einfach heruntergebrochen, dass man es gut verstehen kann. Ich fand's teilweise dennoch etwas zäh und hab die formellastigen Seiten etwas übersprungen.


 


 


Dieser Beitrag wurde zuletzt von LifeIsMore am 10.07.2014 um 11:15 Uhr bearbeitet
Fußball international |#2093
10.07.2014 - 12:32 Uhr
Zitat von JD2161986

Ich habe mal eine generelle Frage zum Elfmeterschießen. Warum macht man das nicht so wie im beim Doppelkopf, wenn ich ein richtig gutes Blatt habe. Von oben runter. Die besten zuerst. Es ist doch egal, ob ein sicherer Schütze den ersten oder den letzten Elfer verwandelt. Tor ist Tor. Das Risiko, dass ein Antifußballer wie Vlaar am Anfang verschießt und ein guter Schütze wie Huntelaar gar nicht mehr dran kommt, ist doch sinnlos.



 


Für die Variante mit den schwächsten Schützen anzufangen sprechen hauptsächlich psychologische Gründe. Die reine Logik spricht eher für die umgekehrte Version, allein deshalb weil der 5. Schütze häufig gar nicht mehr drankommt.


Aber wenn wir schon von Psychologie reden, dann würde ich vor allem den Torwartwechsel aus dem Viertelfinale erwähnen. Das war einerseits ein genialer Schachzug, weil man quasi eine selbsterfüllende Prophezeiung geschaffen hat (der "Elfmetertöter") und andererseits wurde das gestern zum Nachteil, weil der Stammtorwart enteiert wurde.

•     •     •

Schalke 04, ein mysteriöser Verein
- Giuseppe Marotta -


Dieser Beitrag wurde zuletzt von falkone am 10.07.2014 um 12:38 Uhr bearbeitet
Fußball international |#2094
10.07.2014 - 13:46 Uhr
Zitat von falkone
Zitat von JD2161986

Ich habe mal eine generelle Frage zum Elfmeterschießen. Warum macht man das nicht so wie im beim Doppelkopf, wenn ich ein richtig gutes Blatt habe. Von oben runter. Die besten zuerst. Es ist doch egal, ob ein sicherer Schütze den ersten oder den letzten Elfer verwandelt. Tor ist Tor. Das Risiko, dass ein Antifußballer wie Vlaar am Anfang verschießt und ein guter Schütze wie Huntelaar gar nicht mehr dran kommt, ist doch sinnlos.



 


Für die Variante mit den schwächsten Schützen anzufangen sprechen hauptsächlich psychologische Gründe. Die reine Logik spricht eher für die umgekehrte Version, allein deshalb weil der 5. Schütze häufig gar nicht mehr drankommt.


Aber wenn wir schon von Psychologie reden, dann würde ich vor allem den Torwartwechsel aus dem Viertelfinale erwähnen. Das war einerseits ein genialer Schachzug, weil man quasi eine selbsterfüllende Prophezeiung geschaffen hat (der "Elfmetertöter") und andererseits wurde das gestern zum Nachteil, weil der Stammtorwart enteiert wurde.



 


Dazu kommt noch, dass van Gaal gestern zwei nicht fitte Spieler aufgestellt hat und damit zwei Wechsel quasi schon weg waren, sodass es sehr unwahrscheinlich war, dass man Krul bringen konnte.


 


Dafür, dass das nominell das mieseste Holland-Team seit Gedenken war, haben die natürlich trotzdem ein gutes Turnier gespielt.

Fußball international |#2095
10.07.2014 - 14:53 Uhr
Zitat von Flotschki
Quelle: www.welt.de

Kommen wir also zur Tolanschen Elfmeterkunde. Da könnte es ein unterschätztes Problem in Sachen Variabilität geben. In welcher Reihenfolge sollte ein Trainer die Schützen am besten antreten lassen? Den stärksten zuerst, damit er die Kugel versenkt, die Nerven der eigenen Mannschaft stärkt und den Druck auf den Gegner erhöht? "Falsch", sagt der Wissenschaftler. Er hat Modelle mit Mathematik gefüttert und ausgerechnet, dass die Wahrscheinlichkeit auf einen Sieg mit dieser Methode nur um fünf Prozent steigt. "Da sollte man den Sekt im Kühlschrank lassen."

Zitat von JD2161986

Ich habe mal eine generelle Frage zum Elfmeterschießen. Warum macht man das nicht so wie im beim Doppelkopf, wenn ich ein richtig gutes Blatt habe. Von oben runter. Die besten zuerst. Es ist doch egal, ob ein sicherer Schütze den ersten oder den letzten Elfer verwandelt. Tor ist Tor. Das Risiko, dass ein Antifußballer wie Vlaar am Anfang verschießt und ein guter Schütze wie Huntelaar gar nicht mehr dran kommt, ist doch sinnlos.



Wie das mit den meisten Dingen so ist, gibt es auch dafür wissenschaftliche Berechnungen ;)


Übrigens ist auch der Rest seiner Vorträge zum Fußball recht interessant, zumindest wenn man etwas an Physik und/oder Statistik interessiert ist.



Ich versteh irgendwie diesen quelltext nicht. Es wird davon gesprochen, dass "die stärksten zuerst" die nerven der eigenen stärkt und den gegner unter druck setzt. Der wissenschaftler hält das für falsch aufgrund mathematischer berechnungen zu psychologischen(!) "phänomenen" und sagt dann, dass dadurch die siegchancen prozentual ansteigen?! hä? Wurde der wissenschaftler vom welt-schreiberling schlecht wiedergegeben, überseh ich was oder war der wissenschaftler auf droge?


 


Davon abgesehn sollte, mMn, auch hier "safety first" gelten!


Es nützt mir nix, den sichersten schützen als 5. antreten zu lassen, wenn er aufgrund vorangegangenem rumgegurke garnicht mehr zum zug kommt.


und wenn der "schwache" statt den ersten zu verschiessen erst den 5. verschiesst, hat in der zwischenzeit der gegner noch die möglichkeit das ganze durch eigene unfähigkeit vorzeitig zu beenden.

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+1

Ich grüße meine Mama, meinen Papa und ganz besonders meine Eltern.
Fußball international |#2096
10.07.2014 - 15:31 Uhr

Der sicherste Schütze muss unter die ersten 3. Ich gehe lieber das Risiko ein, dass ein schwacher Schütze den entscheidenden Elfer schießen muss, als dass ich meinen Trumpf im schlimmsten Fall gar nicht ausspiele.


 


Huntelaar hätte aber gestern sowieso nicht kommen sollen. Nach der Vorgeschichte hätte van Gaal die Torhüter tauschen MÜSSEN. Dass Eflerschießen nicht Cillessens Stärke ist wusste man vorher und durch die Wechsel-Aktion gegen Mexiko hat man ihn nur noch mehr verunsichert. Mit Krul hätte man einen echten Elferkiller gebracht, allein schon der psychologische Vorteil gegenüber Argentinien, die mit dem Wissen antreten, dass er in der Vorrunde schon das Elfmeterschießen entschieden hat.
Hätte man Krul statt Huntelaar gebracht, hätte man einen Spieler gehabt, der 3+ Elfmeter beeinflusst, der Hunter hatte nur einen.

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H_Larsson... muss man ahnen!
Fußball international |#2097
10.07.2014 - 15:49 Uhr
Zitat von H_Larsson

Der sicherste Schütze muss unter die ersten 3. Ich gehe lieber das Risiko ein, dass ein schwacher Schütze den entscheidenden Elfer schießen muss, als dass ich meinen Trumpf im schlimmsten Fall gar nicht ausspiele.


 


Huntelaar hätte aber gestern sowieso nicht kommen sollen. Nach der Vorgeschichte hätte van Gaal die Torhüter tauschen MÜSSEN. Dass Eflerschießen nicht Cillessens Stärke ist wusste man vorher und durch die Wechsel-Aktion gegen Mexiko hat man ihn nur noch mehr verunsichert. Mit Krul hätte man einen echten Elferkiller gebracht, allein schon der psychologische Vorteil gegenüber Argentinien, die mit dem Wissen antreten, dass er in der Vorrunde schon das Elfmeterschießen entschieden hat.
Hätte man Krul statt Huntelaar gebracht, hätte man einen Spieler gehabt, der 3+ Elfmeter beeinflusst, der Hunter hatte nur einen.



Du kannst, aber Krul schlecht für van Persie einwechseln, wenn der überhaupt keine Luft mehr hat. Letztlich ist gegen Argentinien nur passiert, was schon in der Gruppenphase angebracht gewesen wäre. Nichtmal Deutschland hat sich 2002 so durch ein Turnier gemogelt wie dieses Jahr die Elftal.


Wenn das gesamte Konzept vorsieht gar nichts zu machen, wenn der Gegner nicht anstürmt, dann kann man auch einfach vor dem Spiel eine Münze werfen.

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Fußball international |#2098
10.07.2014 - 16:17 Uhr
Zitat von Runaway

Wenn das gesamte Konzept vorsieht gar nichts zu machen, wenn der Gegner nicht anstürmt, dann kann man auch einfach vor dem Spiel eine Münze werfen.



 


Interessant auch wie die üblichen Schwätzer (z.B. Scholl) gestern eine ggü. der Vorrunde völlig veränderte holländische Mannschaft gesehen haben. Die haben exakt so gespielt wie in der Vorrunde, nämlich extrem defensiv und auf Konter ausgerichtet. Der Unterschied ist, dass das gegen Spanien wie toller Konzeptfußball aussieht und gegen die meisten anderen Mannschaften (vor allem solche mit ähnlichen Konzepten) wie planloses Gegurke.

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Schalke 04, ein mysteriöser Verein
- Giuseppe Marotta -

Fußball international |#2099
10.07.2014 - 16:41 Uhr
Zitat von Wollinho13

Ich versteh irgendwie diesen quelltext nicht. Es wird davon gesprochen, dass "die stärksten zuerst" die nerven der eigenen stärkt und den gegner unter druck setzt. Der wissenschaftler hält das für falsch aufgrund mathematischer berechnungen zu psychologischen(!) "phänomenen" und sagt dann, dass dadurch die siegchancen prozentual ansteigen?! hä? Wurde der wissenschaftler vom welt-schreiberling schlecht wiedergegeben, überseh ich was oder war der wissenschaftler auf droge?


 


Davon abgesehn sollte, mMn, auch hier "safety first" gelten!


Es nützt mir nix, den sichersten schützen als 5. antreten zu lassen, wenn er aufgrund vorangegangenem rumgegurke garnicht mehr zum zug kommt.


und wenn der "schwache" statt den ersten zu verschiessen erst den 5. verschiesst, hat in der zwischenzeit der gegner noch die möglichkeit das ganze durch eigene unfähigkeit vorzeitig zu beenden.



Ja, du übersiehst tatsächlich den nächsten Abschnitt des verlinkten Artikels.


Es geht hierbei natürlich nur darum, die eigenen Erfolgschancen zu optimieren, d.h. im Grunde besitzen bei dem Model beide Mannschaften Spieler mit gleicher Nervenstärke, diese werden nur zu unterschiedlichen Zeiten eingesetzt.


Im Zuge der WM 2010 durfte ich ein Vortrag von dem zitierten Wissenschaftler hören und grob in Erinnerung geblieben ist mir dabei folgender Vergleich:


Man hat 5 Spieler mit 5 unterschiedlichen Wahrscheinlichkeiten einen Elfmeter zu verwandeln (ich nehme jetzt mal 75%, 80%, 85%, 90% und 95%). Gleichzeitig sinkt die Wahrscheinlichkeit aufgrund des erhöhten Drucks bei einem späteren Elfmeter zu treffen (95%, 90%, 85%, 80% und 75% angenommen).


Nun kann ich die Wahrscheinlichkeit ausrechnen, dass alle Spieler treffen.


Wenn der Stärkste beginnt, dann der Zweitstärkste, bis zum Schwächsten ergibt sich eine Wahrscheinlichkeit, dass einer nicht trifft, von 13,75% (0,05*0,05+0,1*0,1+...+0,25*0,25).


Wenn nun aber der Schwächste beginnt und der Stärkste zum Schluss antritt, ergibt sich eine Wahrscheinlichkeit, dass ein Spieler nicht trifft, von 8,75% (0,25*0,05+0,1*0,2+...+0,05*0,25).


Der Unterschied ist nicht groß, aber es gibt dennoch einen.


Dieser Beitrag wurde zuletzt von Flotschki am 10.07.2014 um 16:51 Uhr bearbeitet
Fußball international |#2100
10.07.2014 - 19:35 Uhr
Zitat von Flotschki

Ja, du übersiehst tatsächlich den nächsten Abschnitt des verlinkten Artikels.


Es geht hierbei natürlich nur darum, die eigenen Erfolgschancen zu optimieren, d.h. im Grunde besitzen bei dem Model beide Mannschaften Spieler mit gleicher Nervenstärke, diese werden nur zu unterschiedlichen Zeiten eingesetzt.


Im Zuge der WM 2010 durfte ich ein Vortrag von dem zitierten Wissenschaftler hören und grob in Erinnerung geblieben ist mir dabei folgender Vergleich:


Man hat 5 Spieler mit 5 unterschiedlichen Wahrscheinlichkeiten einen Elfmeter zu verwandeln (ich nehme jetzt mal 75%, 80%, 85%, 90% und 95%). Gleichzeitig sinkt die Wahrscheinlichkeit aufgrund des erhöhten Drucks bei einem späteren Elfmeter zu treffen (95%, 90%, 85%, 80% und 75% angenommen).


Nun kann ich die Wahrscheinlichkeit ausrechnen, dass alle Spieler treffen.


Wenn der Stärkste beginnt, dann der Zweitstärkste, bis zum Schwächsten ergibt sich eine Wahrscheinlichkeit, dass einer nicht trifft, von 13,75% (0,05*0,05+0,1*0,1+...+0,25*0,25).


Wenn nun aber der Schwächste beginnt und der Stärkste zum Schluss antritt, ergibt sich eine Wahrscheinlichkeit, dass ein Spieler nicht trifft, von 8,75% (0,25*0,05+0,1*0,2+...+0,05*0,25).


Der Unterschied ist nicht groß, aber es gibt dennoch einen.



Die Rechnung ist allerdings vollkommener Schwachsinn, da sie auf dem willkürlich erdachten Wert der mit jedem Schuss sinkenden Trefferquote basiert. Nicht berücksichtigt wird, dass Spieler unterschiedlich von psychischem Druck beeinflussen lassen, den einen lässt sowas vielleicht komplett kalt, weil er weiß, was er kann, der nächste macht sich allein schon in die Hose, weil es um den Finaleinzug geht.

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H_Larsson... muss man ahnen!
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