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Saisonfazit 2017/2018

10.05.2018 - 19:23 Uhr
Die Saison ist in ein paar Tagen beendet.. So spannend die neue Saison wohl wieder werden wird, lohnt es sich dennoch, nochmal einen Blick zurückzuwerfen und die Saison abschließend zu bewerten.

Was hat euch besonders gut gefallen? Was tat richtig weh? Wie bewertet ihr die Gesamtsituation und was hättet ihr euch eventuell hier und da erhofft? Was waren eure positiven (und vielleicht auch negativen) Highlights und was hat diese Saison für euch ausgemacht, was war vielleicht sogar einzigartig?

Hier geht es nur um den BVB, aber man darf natürlich auch gerne Highlights vorstellen, die nicht zwangsläufig mit den elf Jungs auf dem Rasen zu tun haben. Haut einfach mal in die Tasten und lasst sehen, wie euer Fazit ausschaut!

Dank an @mannibender_93 für die Vorlage.

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---WESTFALENSTADION---
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Saisonfazit 2017/2018 |#1
10.05.2018 - 20:21 Uhr
Zitat von bvb_since_98

ein weiterer schwachpunkt war das mittelfeld und bürki, die wirklich oft hinter den erwartungen blieben und bürki wo man sich erhoffte das dieser eine positive entwicklung nimmt, zeigte unkonstanz und große schwächen.
das mittelfeld war sehr kreativlos und vorallem in der defensivarbeit einfach mangelhaft.


Das mit dem Mittelfeld würde ich ohne wenn und aber unterschreiben. Ich denke, es ist kaum einer der Mittelfeldspieler über einen längeren Zeitraum in der Lage gewesen, eine konstant gute Leistung abzurufen.
Selbst gute Leistungen blieben eher die Ausnahme.
Was du aber hier über Bürki schreibst ist sowas von an den Haaren her gezogen - da kann man wirklich nur mit dem Kopf schütteln. Wenn man alle Spieler betrachtet, ist Bürki der einzige, der wirklich annähernd in jedem Spiel eine gute, teilweise sogar sehr gute Leistung gezeigt hat.
Du springst hier einfach mit auf den Zug der Bürki Hater. Wenn man die Kickernotentabelle vom BvB anschaut, steht da auf Platz 1 mit einem Durchschnitt von 3,02 Roman - also Bester Spieler der Saison beim BvB.
Und bei der weißen Weste steht er immerhin auf Rang 2.
Ich denke, das wir mit Bürki einen Topmann zwischen den Pfosten haben und wenn seine Vorderleute nur annähernd eine solche Konstanz in ihren Leistungen an den Tag gelegt hätten, bräuchten wir uns nun keine Sorge um die CL Quali machen und auch die Blauen wären sicher nicht vor uns!

Mit sportlichem Gruß
Houseman

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Ein Leben - ein Verein - auf ewig BvB !
Saisonfazit 2017/2018 |#2
10.05.2018 - 20:29 Uhr
Die Saison 2017/18.. ich würde sagen es war eine Achterbahn der Gefühle. Und für mich ehrlich gesagt deutlich schlimmer als die letzte Kloppsaison. Als wir mit Klopp nicht punkteten war es bei mir persönlich so, dass ich die Meinung vieler nicht teilen konnte. Alle sprachen von „System entschlüsselt“ und Klopp wäre taktisch am Zenit gewesen. Das habe ich nicht so empfunden. Glaube bis auf die Saison 2012/13 war das die Saison die ich am meisten gesehen hatte, wir waren nahezu immer drückend überlegen und haben dann Tore kassiert die einfach purer Slapstick waren. Erinnere mich zum Beispiel an ein Spiel in der Hinrunde gegen Hannover, waren glaub ich 23-5 Schüsse oder so. Es stand lange 1:1, wir waren ganze Zeit Druck am machen, dann kam ein Hannoverkonter der unterbunden wurde und in Kiyotakes Freistoß endete. Der machte dann das 2:1 für 96. Wenn ich diese Spiele gesehen habe sah ich viele Spieler denen ich viel zutraue, einen Trainer der für mich als Mensch so nah und greifbar ist und trotzdem verloren wir immer wieder. Oder auch das Bakalorzfoul das Reus außer Gefecht setzte. Ich fühlte mich einfach ohnmächtig.
Aber ich habe immer an eine Wende geglaubt.

Die Saison 2017/18 ist da irgendwie ganz anders. Bei Bosz war ich anfangs vorsichtig optimistisch, seine EL Spiele gefielen mir letzte Saison und fand ihn mit seiner ruhigen Art eigentlich angenehm. Die Siegesserie am Anfang war dann natürlich herzerwärmend für jeden Borussen. Dann kamen die CL Spiele. Gegen Tottenham war das meiner Meinung nach ähnlich wie das, was ich in der letzten Kloppsaison sah; man war offensiv drückend überlegen, Tottenham kontert klug und macht die Tore. Dann kam die Bosz Sieglosserie, der Niederländer wollte jedoch nichts an der Taktik ändern vorerst. Dann kam der Druck von Medien und Fans und er hat kopflos rumrotiert und geändert. Gerade von einem Niederländer der von Ajax kam habe ich mir gewünscht, dass dieser die Jugend einbindet. U19 Nationalspieler und gegen Magdeburg debütierter Beste zum Beispiel. Doch statt ihn einzusetzen als Schmelzer und Guerreiro verletzt waren, rotierte er wild herum. Erinnere mich noch zu gut an die Viererkette Toljan Weigl Subotic Bartra. Habe selten so Bauchschmerzen gehabt bei einem Dortmundspiel. Auch die CL war einfach unfassbar schwach. Gegen Tottenham und Real auszuscheiden, passiert. Kein Thema. Aber gegen einen zypriotischen Klub in 2 Spielen keinen Sieg zu erringen..

Am Ende der Episode Bosz steht das Derby. Ich habe das Spiel mit einem Kumpel geschaut, der Bayernfan ist. Ich musste ehrlich gesagt nach dem 4:0 lachen und habe gesagt, bei der aktuellen Performance des Teams würde ich noch nicht mit 3 Punkten rechnen. Das Resultat ist bekannt, eine kampflose, blutleere BVB Truppe hat sich von den Knappen vorführen lassen. „Derbysieger 4:4“ Shirts werden bei Schalke verkauft, während ich echt bitter enttäuscht war von den Spielern.

Nach der Bosz Entlassung war ich erstmal froh, aber auch skeptisch wer jetzt übernehmen würde. Dann kam Stöger. Gemessen an der Situation wohl die beste verfügbare Interimslösung. Man spielte deutlich defensiver, einige Spieler dankten es mit Verlassen des Formtiefs wie zB Toprak und Bürki. Man fing an wieder zu punkten. Und man punktete weiter. Und weiter. Aber es sah eigentlich nie verdient aus. Dann kam das Aubatheater. Streikerei, Stürmersuche im Winter(!), Rassimusdebatten und dann der Wechsel zu Arsenal. Batsman kommt per Leihe. Wieder konnte man nur reagieren um dieses Affentheater zu beenden.

Auch nach der Wintervorbereitung kam es nicht zu einem guten Positionsspiel, besseren Fussball oder bessere Leistungen. Ein wiedergenesener Reus und der geliehene Batsman spielten ihre Klasse aus, der Rest unterlag enormen Formschwankungen. In der EL kam man dank Dusel und Schmelzer Sonntagsschuss erstmal weiter gegen Bergamo, aber mit viel Zittern und Hoffen. Gegen Roses taktisch hervorragendes Salzburg war Endstation. Der kleine Bruder von Buli Konkurrent Leipzig haut uns raus. Im Rückspiel war der 18jährige Zagadou der beste Mann..

All dies wurde dann nach einigen Wochen voller Spekulationen wenigstens etwas schöner. Nicht auf dem Rasen, aber durch die Verlängerung von Reus. Der Mann hat ein Timing, seine Verlängerungen so zu setzen, dass er einem Euphorie in schlechten Phasen verleiht. Reus will seine Prime-Time hier verbringen, auf den Spuren Zorcs wandelnd war er oft der wichtigste Mann. Gegen Gladbach - welches uns in Formkrise mit Hecking als Trainer dominierte - machte er unter anderem den Sack auf dem Acker zu.
Das spätere Derby und die 6:0 Demütigung der Bayern haben einen aber gut aufgezeigt, dass vieles nicht so läuft wie es sollte.
Bis auf das Leverkusenspiel kam für mich kein Spiel, was wirklich Hoffnung machte.

Jetzt kommt das Endspiel. Am letzten Spieltag muss man irgendwie hoffen das Bayer nicht per Kantersieg punktet oder man muss selber gegen Hoffenheim bestehen. Nach dieser Saison ist es aber so, dass ich eher auf Leverkusens Negativlauf (0 Tore die letzten 3 Spiele?) hoffe, als auf unsere Mannschafr zu hoffen.

In dieser echt miesen Saison waren mit Sancho und Zagadou zwei Perspektivspieler die noch nichtmal die Pubertät überwunden haben einige der grössten Lichtblicke für das BVB von morgen. Ich kann einfach nur sagen; Es muss einiges geändert werden. Spieler, Mentalität, Trainer. Und die Saison ist bald zuende. ENDLICH zuende.
Nächste Saison kann eigentlich nur besser werden. Das wir CL spielen dürfen nach dieser Saison freut und beschämt mich zugleich.
Hoffe das die Verantwortlichen die richtigen Schlüsse ziehen werden. Mit Sammer, Kehl aber auch Hitz scheinen die ersten Schritte getan zu sein..
Saisonfazit 2017/2018 |#3
12.05.2018 - 12:39 Uhr
Ich finde es eigentlich falsch ein Saisonfazit an einem Spiel festzumachen, da die Saison 34 Spieltage hat und ein Spiel allein eigentlich nicht den Einfluss auf gut oder schlecht haben sollte. Heute ist es wohl dann doch soweit, auch wenn es nicht mehr um gut geht, sondern nur noch um halbwegs passabel oder schlecht. Denn für gut, so viel lässt sich heute schon sagen, gab es zu viele Downs in dieser Saison. Trotzdem will ich das Saisonfazit nicht nur am Ausgang des Spiels festmachen, da dafür eigentlich auch viel zu viel in dieser Saison passiert ist.

Die Vorbereitung verlief bereits nicht ohne Nebengeräusche. Viele konnten den Tuchel Abgang noch immer nicht nachvollziehen und dementsprechend angezählt war Bosz hier bereits ab dem ersten Tag, da man ihn nicht wirklich kannte - selbst in der Vereinsführung - und nur so viel wusste, dass er wohl bestenfalls die C-Lösung war. Nachdem die Testspiele nicht allzu gut aussahen, hat es auch nicht allzu lange gedauert, dass man schon mehr oder weniger laut Bosz Entlassung - noch vor der Saison! - forderte.

Der Saisonstart war dann allerdings überragend und man hatte schon die Hoffnung, dass man die Probleme des Vorjahres gelöst hatte, wenngleich viele Stimmen, während des Höhenflugs, weiterhin kritisch blieben, wonach die defensive Stabilität nicht passt und selbst nach Siegen mit einem halben Dutzend Toren von purem Glück die Rede war. So kehrte beim BVB nie Ruhe ein und man hatte auch den Eindruck, dass die Mannschaft ähnlich kritisch mit Bosz war, obwohl es statistisch lange nicht belegbar war. Irgendwo war das dann eine selbsterfüllende Prophezeiung. Mit dem Start der CL schlichen sich wieder massenhaft individuelle Fehler bzw. lange Fehlerketten ein, die sofort bestraft wurden und natürlich auch sofort noch mehr Druck auf Bosz ausübten, der dafür verantwortlich gemacht wurde, dass teilweise 5-6 Spieler direkt hintereinander eklatante individuelle Fehler machten - was ich bis heute nicht nachvollziehen kann.

Auch die Mannschaft fiel daraufhin in alte Muster zurück und suchte die Verantwortung offenbar nicht bei sich, sondern bei Bosz und rebellierte in Teilen, was erst zu ein paar kleineren Anpassungen führte, aber zu Bosz Ende bereits darin endete, dass es taktisch nicht großartig anders aussah, wie es dann letztendlich auch unter Stöger aussieht - nicht gerade attraktiv, tief verbarrikadiert, mit weiten Wegen nach vorne und schwankendem Interesse an Ballbesitz. Bosz hatte sein System jedenfalls massiv angepasst und auf ein Gebiet begeben, das nicht mehr seine Komfortzone war, sondern die von Teilen der Mannschaft - der Defensive um genau zu sein. Das war nun schon das zweite Mal innerhalb eines Jahres, dass das passierte, nun allerdings unter einem neuen Trainer, der somit seine eigenen Ideen und damit auch das, was von ihm eigentlich gefordert war, nicht mehr umsetzen konnte.

Im Ergebnis hieß das auch, dass das Feld immer weiter auseinander gezogen wurde und die Mannschaft auch taktisch gesehen keine Mannschaft mehr war, weil die Bindung zwischen den Mannschaftsteilen immer mehr verloren ging. Insbesondere die dynamischen Defizite im Zentrum wurden dadurch dann umso mehr betont, sodass die Defensivspieler ab nun vielleicht teilweise nicht mehr ganz so schlecht aussahen, wenn es um Defensivaufgaben ging, aber dafür umso mehr offensiv, weil sie nun Aufgaben des Zentrum umso stärker erfüllen mussten, denen diese Spieler nicht mehr nachkommen konnten. Kurz: die Mannschaft spielte schrecklich, weil sie überhaupt nicht mehr aufeinander abgestimmt war - und nicht zwangsläufig, weil sie entschlüsselt war. Nun wusste man also endültig, die Mannschaft war nicht bereit Bosz zu folgen, obwohl er zu Saisonbeginn zeigen konnte, dass sein System funktioniert. Bosz Entlassung war somit, spätestens nach dem Derby, das die komplette Saison in einem Spiel wiedergab, die absehbare und folgerichtige Konsequenz, da er weder Mannschaft noch Fans hinter sich hatte und wahrscheinlich auch nicht die volle Unterstützung der Vereinsführung, da so eine Rebellion wie gesagt bereits im Vorjahr da war, nachdem damals schon im Winter das System komplett auf links gekrempelt wurde.

Daher frage ich mich auch was sich die Vereinsführung erwartet und wie konsequent sie wirklich bereit ist, dass der Bock wieder umgestoßen wird. Denn die erste Tuchel Saison, wurde spätestens mit dieser Saison als absoluter Ausreißer nach oben bestätigt und nicht als Regel, sodass ein klarer Abwärtstrend nicht mehr zu leugnen ist, wie eben auch Probleme, die sich nicht nur an vermeintlich einfachen Stellschrauben, wie dem Trainerstuhl, festmachen lassen. Das ist, nicht nur gemessen am finanziellen Einsatz, viel zu wenig, aber man wirkt ratlos, führt vieles auf fehlende Mentalität zurück, für die man aber selbst mitverantwortlich ist, da man sich nicht klar und konsequent festlegt, wer man sein will. Das sieht man am Kader, aber auch an der Trainerwahl, indem auf Bosz Stöger folgte, der fussballphilosophisch kaum gegensätzlicher sein könnte. Ein klarer Kurs war nun wieder nicht zu erwarten und somit auch keine einfache Identifikation von Problemen.

Mit Stöger kam jedenfalls ein Trainer, der vieles auf grundsätzliche mentale Probleme der Mannschaft zurückgeführt hat, der taktisch aber wenig eingegriffen hat, im Vergleich zu dem, was Bosz ihm hinterlassen hat - weswegen Stögers Arbeit hier meines Erachtens auch keine Weiterbeschäftigung rechtfertigt, weil es nie eine Entwicklung gab und Stöger Methoden nutzte, die ihn innerhalb der Mannschaft offenbar bereits in Frage stellten (siehe Rode Aussagen). Die Mentalitätsprobleme gibt es meines Erachtens auch durchaus, aber weit weniger, was die fehlende Kriegermentalität angeht, sondern vielmehr in Bezug auf Geschlossenheit, die einzelne Spieler nicht durch Zauberhand herstellen. Das ist für mich sehr viel auf den mangelhaften fussballerischen Fit zwischen den Mannschaftsteilen zurückzuführen. Abwehr, Mittelfeld und Angriff passen, so wie die Mannschaft in Summe aufgestellt ist, nicht zusammen, da athletische, dynamische oder fussballerische Komponenten in den einzelnen Mannschaftsteilen zu wenig berücksichtigt wurden und wie diese Komponenten sich und die einzelnen Mannschaftsteile dann gegenseitig bedingen. Das gilt unabhängig vom Trainer, da sich deren inkonsequente Wahl letztendlich nur in der Zusammenstellung der Mannschaft wiederspiegelt! Dazu scheinen auch noch die Wortführer der Mannschaft aus den Mannschaftsteilen zu kommen, die nicht die höchste individuelle Qualität vorweisen. Dementsprechend problematisch ist auch die Hierarchie, die sich gebildet hat, weil hier Leading by Example vs. Leading with Personality gegenüberstehen und nicht allzu perfekt kompatibel wirken.

Einsatz konnte man der Mannschaft meines Erachtens nur sehr selten wirklich absprechen, aber teilweise wirkte es - vor allem zuletzt - danach, dass sehr vieles genau daran festgemacht wurde, dass die Mannschaft nicht genug Einsatz zeigt. Das ist in meinen Augen aber am Thema vorbei und eine Fehlattribution, weil die Widersprüche nicht aufgelöst werden können. Schließlich befürchte ich mittlerweile sehr stark, dass die Mannschaft einfach nicht besser ist und sein kann, angesichts der vielen Widersprüche innerhalb der Zusammenstellung und nach dem Substanzverlust der letzten 2 Jahre! Es fand also meines Erachtens eine Fehlattribution statt, durch die sich dann auch die Fans im Stadion immer mehr von der Mannschaft entfernten, was schon früh begann (Bürki vs. Zorc) und seinen (vorläufigen?) Höhepunkt nach dem zweiten entäuschenden Derby. Die Zerwürfnisse innerhalb der Mannschaft haben sich also mittlerweile ausgebreitet und der BVB ist damit auf dem besten Weg sich selbst zu verlieren, wenn im Sommer nochmal die falschen Schlüsse gezogen werden. Wobei mich persönlich Sammer als Berater auch nicht gerade beruhigt, weil mir durch ihn weiterhin die falsche Mentalitätsdiskussion geführt wird und ich fürchte, dass auch dort die Widersprüche nicht aufgelöst werden können, wenn sie nicht sogar innerhalb der Vereinsführung bestehen.

Was im Endeffekt auch sehr bedauerlich war: unter der schwachen Saison haben vor allem die Spieler wieder gelitten, die am wenigsten dafür konnten. Die Talente! Bis auf Pulisic mussten die Leistungen der Nachwuchsspieler enorm sein, damit sie konstant eine Chance bekommen haben. Gab es dann Verletzungen, durch die die Talente wieder reingespült wurden, mussten sie sofort liefern, wie erfahrene Spieler, was natürlich auch oft genug schief gelaufen ist, aber letztendlich auch selbstverschuldet ist, weil man die Entwicklung der Talente schleifen ließ, ohne dafür Leistungen von etablierten Spielern zu bekommen, die so gut waren, dass man damit zu irgendeinem Zeitpunkt behaupten kann, dass man alles richtig gemacht hat.

Diese Saison enttäuschte mich zusammengefasst also sehr vieles, wobei es kurioserweise noch am wenigsten die Ergebnisse selbst sind, sondern vor allem das Wie (diese Ergebnisse zustande kamen). Allen voran das fehlende bzw. inkonsequente Konzept, das von den Verantwortlichen vorgegeben wird, die Mannschaft, sondern auch oftmals die Anhängerschaft, die nach wie vor tief gespalten ist. Das stimmt mich für einen Verein, wie den BVB, sehr bedenklich. Sehr viel mehr als die bereits vergebenen Matchbälle um die CL, nachdem die Liga uns schon den Gefallen tat selbst nicht allzu überragend zu punkten. Ich rechne daher auch heute nicht damit, dass man den Matchball verwandelt bekommt und hoffe lediglich auf Leverkusen. Sollten nochmal 30 Mio. in der Kasse fehlen, hätte ich nämlich noch größere Bauchschmerzen, dass es in naher Zukunft nicht wieder in die andere Richtung geht. Die Saison hat jedenfalls mehr Fragen offen gelassen als beantwortet und das kann man denke ich auch schon unabhängig vom heutigen Spiel so stehen lassen ...
Saisonfazit 2017/2018 |#4
12.05.2018 - 14:44 Uhr
Die herausragenden Merkmale der Saison 2017/18, völlig unabhängig davon, ob der BVB heute den CL-Platz erreicht oder nicht, waren aus meiner Sicht folgende:

1. Der langsame, aber stetig deutlicher werdende Zusammenbruch der Verdrängungsstrategie bzgl. der Auswirkungen des Attentats auf den BVB im April 2017 bei fast allen Beteiligten. Zuerst wohl bei den Spielern selbst, deren Verdrängungsarbeit durch den in der 2. Saisonhälfte laufenden Prozess gegen den Attentäter selbst bei den Spielern, die vorher diesen ohnehin falschen Weg gewählt hatten, nicht mehr funktionierte, da die notwendigen Zeugenaussagen der Spieler im Prozess die Ereignisse des Frühjahrs 2017 mit Traumapotenzial für jeden einzelnen Spieler, wie auch für die gesamte Mannschaft (auch für die, die nicht im Bus saßen, wenn auch geringer) reaktualisierten. Auch die BVB-Funktionäre, besonders Watzke, schwenkten in ihrer Bewertung der nur scheinbar weit zurückliegenden Ereignisse um und verstanden nun, wie sehr ein solches Ereignis verunsichern kann. Zwar versuchen noch immer einige Fan-Gruppen (wie auch hier im Forum manche) die besondere Situation des BVB durch das Attentat abzustreiten, aber auch bei den meisten BVB-Anhängern hat sich wohl die Erkenntnis durchgesetzt, dass die psychischen Spätfolgen des Attentats nicht zu unterschätzen sind.

2. Die kaum zu lösende Schwierigkeit, einen Trainer zu finden, der nicht nur in der Lage ist, mit einer verunsicherten Mannschaft das ausgegebene Saisonziel (CL-Qualifiaktion) problemlos zu erreichen, sondern dies auch noch mit einer Mannschaft bewerkstelligen kann (und muss), deren Qualität, deren Spielwitz und Flow und deren Zusammenhalt seit den Meisterjahren 2011 und 2012 sukzessive geschrumpft ist. Verschärft wurde die Lage dadurch, dass es nach der außergewöhnlichen Klopp-Phase, die erst die hohen Ansprüche des BVB hervorgerufen hat, und dem vorzeitigen Tuchel-Abgang unter Unruhe stiftenden Umständen jeder Trainer mit einer in mehrfacher Hinsicht verunsicherten Mannschaft zu tun haben würde und dann eben auch tatsächlich zu tun hatte.

Diese Schwierigkeit spiegelte sich in den Leistungen beider Trainer in dieser Saison ziemlich exakt wider. Bosz bot die Flucht nach vorne an und schien mit dieser sehr besonderen Mannschaft das Tuchel-Niveau nicht nur halten, sondern auch noch steigern zu können. Die freudige Irritation der besonnenen BVB-Anhänger nach den ersten 7 Spielen der Saison drückt diesen Schein jedoch exakt aus. Niemand von ihnen konnte sich vorstellen, dass diese Art Fußball auf Dauer unbestraft bleiben konnte. Und so ist es ja auch gekommen.

Stöger bot - vereinfacht ausgedrückt - das Gegenteil von Bosz an, nachdem Bosz wegen katastrophaler Ergebnisse (nach den ersten 7 Spielen, deren Aussagewert ohnehin mMn überschätzt wird) gehen musste. Nun trat die gleiche Mannschaft (+ Batshuayi, - Bartra) die Flucht nach hinten an, büsste massiv an Durchschlagskraft und Generierung von Torchancen ein, erzielte aber wieder Punkte, so dass heute am letzten Spieltag überhaupt noch um den CL-Platz gespielt werden kann. Man kann sagen, dass Stöger mit dieser Mannschaft immerhin die CL-Qualifikation erreichen oder sie nur knapp verfehlen wird, man kann aber nicht sagen, dass Stöger diese (!) Mannschaft zu einer durchgehend schlagkräftigen Einheit geformt hat und dies wohl auch nicht schaffen wird, selbst wenn er Trainer bliebe.

Beide Trainer haben eine undankbare Aufgabe, die nur davon überstrahlt wird, dass viele Trainer den BVB gerne trainieren würden, angenommen und sind im eigentlichen Sinne mMn nicht gescheitert. Gescheitert sind der falsche Anspruch an der Realität des BVB-Kaders und die Vorstellung, der "richtige" Trainer könne aus diesem Kader eine klare 2. Kraft in der BL mit Ambitionen bzgl. eines Angriffs auf die übermächtigen Bayern schmieden.

3. Erstaunlich, aber eben typisch Fußball ist, dass diese teils traumatisierte, auf jeden Fall aber insgesamt stark verunsicherte, in den Leistungen deshalb heftig schwankende Mannschaft, die zusätzlich Dembélé- und Aubameyang-Stories verkraften musste und den Qualitätsverlust und die fragwürdige Zusammenstellung des Kaders in allen (!) Mannschaftsteilen keinesfalls aus eigener Kraft oder unter Anleitung des Trainers locker kompensieren konnte, dennoch im vorderen Drittel der Tabelle diese Saison abschließen wird. Das ist mMn der Schwäche der BL insgesamt, der noch immer vorhandenen Rest-Qualität der BVB-Spieler und - hier unterscheidet sich meine Meinung massiv von vielen hier im Forum - dem immer wieder aufkeimenden Willen der Spieler geschuldet. Zwar bilden die Spieler keine homogene Einheit, was vorrangig an der problematischen Zusammenstellung des Kaders als Folge der qualitätsmindernden Abgänge der vergangenen 4-5 Jahre und dem beim aktuellen BVB speziell verschärften Widerspruch zwischen Einzelinteressen der Spieler und Vereinsinteresse liegt, aber ihre professionelle Einstellung und bei manchen auch ihre Verbundenheit mit dem BVB haben den völligen Absturz verhindert.

Fazit: Auch wenn es wider Erwarten nur der 5. Platz in dieser Saison werden sollte, ist das Abschneiden dieses (!) BVB die eigentliche Überraschung der Saison. Allerdings, sollte der Kader nicht deutlich und nachhaltig verändert werden (können?), wäre die Zielvorgabe (CL-Quali) für die kommende Saison zumindest ein wenig gewagt. Watzke baut in seinem aktuellen Interview in der Süddeutschen Zeitung deshalb auch schon mal vor.

https://www.transfermarkt.de/bvb-boss-watzke-fc-bayern-auf-unabsehbare-zeit-uneinholbar/view/news/307871

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Ich kann freilich nicht sagen, ob es besser werden wird, wenn es anders wird; 
aber soviel kann ich sagen, es muß anders werden, wenn es gut werden soll.
Georg Christoph Lichtenberg
Saisonfazit 2017/2018 |#5
12.05.2018 - 17:56 Uhr
Selten habe ich mich so sehr auf das Ende einer Saison gefreut... Die ganze Saison war fast ausnahmslos beschämend.

Ich kann mich nicht mal über den Abstieg der Hamburger freuen.

Zorc und Watzke sollten sich selbst eine Urlaubssperre geben, es muss mehr denn je gearbeitet werden.

Ich sag nur... Radikalkur! Ohne Rücksicht auf Namen!

So einen Fußball wünsche ich mir nie mehr in Dortmund!

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Klos
Vogts Kohler Dede
Littbarski Breitner Matthäus Reus
Netzer
Müller Riedle
Saisonfazit 2017/2018 |#6
12.05.2018 - 18:21 Uhr
Fazit:
Zwei Fehlgriffe beim Trainer. Der Erste hatte eine eindimensionale Spielidee, die eigentlich schon in der Vorbereitung vom Gegner entschlüsselt war, aber glücklicherweise in der ersten Hälfte der Hinrunde, von den Bulimannschaften ignoriert wurde. Der Zweite hatte gar keine Spielidee und ließ den schlechtesten Fußball seit Thomas Doll spielen.
Zwei absolut falsch gehandhabte Abgänge. Ous und Auba, das ging ja gar nicht. Wochenlanges Possenspiel in aller Öffentlichkeit und das bei den beiden Säulen der letzten Saison. Keine klare Kante und sich stattdessen zweimal auf der Nase rumtanzen lassen.

Es braucht einen guten Trainer, einen radikal umgekrempelten Kader mit einer neuen Hierarchie und ein abgeschottetes Trainingslager zum Teambuilding. Kein Medienrummel oder sonstigen Firlefanz, sondern eine gute Woche in der sich die Mannschaft mal richtig klar wird, wie sie auftreten will und was ihre Ziele sind.

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Ceterum (autem) censeo Elefantenrunde esse delendam
Saisonfazit 2017/2018 |#7
12.05.2018 - 18:24 Uhr
So, dann wird es jetzt Zeit sich damit endgültig auseinander zu setzen:

Darüber, was diese Saison inernational passiert ist, brauchen wir nicht zu reden, dass war katastrophal, wobei ich unter den Umständen des weiteren Saisonverlaufs das Ausscheiden aus der EL nicht als so schlimm empfinde, hätte man die Runde irgendwie überstanden, wäre man in der nächsten möglicherweise doch gescheitert, aber möglicherweise hätte es dann in der Liga nicht mehr gereicht, denn man hat doch in den letzten 3 Spielen gemerkt, dass die Truppe alle ist.
Wenn man bedenkt, wie die Tabellarische Situation vor dem Spiel gegen Bremen war, ist es im Grunde genommen ein Witz, dass man heute noch zittern musste, da hätte man eigentlich spätestens gegen Mainz die Sache klar machen müssen.

National, kann man sagen, Saisonziel gerade eben erreicht. Über den Pokal ist da noch das Beste zu sagen, an München darf man gerne mal scheitern, ds ist kein Beinbruch. In der Liga hat man das Minialziel CL nun mi viel Ach und Krach noch erreicht, darüber sollte man froh sein.
Andererseits wird man konstatieren müssen, dass vom Niveau der Einzelspieler, des Etats etc. her (von Mannschaft möchte ich in diesem Zusammenhang im Moment nicht reden, denn was wir gerade auf dem Platz hatten ist keine funktionierende Mannschaft) eigentlich ziemlich locker auf dem 2. Platz stehen müssen. Stattdessen müssen wir 15 Minuten vor Schluss noch darum zittern nicht auf den 5. abzurutschen und können uns obendrein bedanken, dass man gerade zur nächsten Saison die Regeln dergestalt geändert hat, dass uns die CL-Quali erspart bleibt.
Alles in allem ein versöhnliches Ende, aber eben auch nicht mehr, der ganze Verlauf bis hierher macht Bauchschmerzen.

Was hier im Sommer zu tun sein wird, sollte klar sein, vor allem muss der Kader umgebaut werden. Der ist gemessen an der Qualität der Einzelspieler immernoch sehr stark, diese ganze Schreierei, man hätte hier nur Mittelamaß ist vollkommen überzogen. Richtig ist, wir haben die ganz großen Außnahmekönner, namentlich der letzten Saison Dembélé und Aubameyang eingebüßt und das merkt man, vor allem daran, dass die genialen Einzelimpulse, die uns in der letzten Saison im Rennen gehalten hatten fehlen.
Dennoch ist das Potential des Kaders nach wie vor hoch, das Problem ist es abzurufen und das hängt ganz maßgeblich mit der Kaderzusammenstellung zusammen.
Mann mag von Bosz und Stöger halten, was man will, ich für meinen Teil sehe beide deutlich positiver, als sie her mitunter gemacht werden, aber auchunter dem Eindruck des heutigen Spiels muss im Grunde genommen klar sein, dass das nicht die Hauptbaustelle ist und sein kann.

Uns fehlt nach wie vor ein defensives Zentrum, von hier gehen im Moment weder besondes starke spielerische Impulse aus, noch ist es eine physisch sichere Bank, die uns nach hinten vernünftig abschirmt, so dass die restliche Mannschaft mehr Möglichkeiten hat nach vorne Alarm zu machen.
Die Innenverteidigung macht auf mich erfreulicher Weise im Vergleich zur Hinrunde den Eindruck etwas stabiler geworden zu sein, dennoch ist hier noch einigs zu tun in der Vorbereitung.
Das mit Bats nun der einzige gelernte Mittelstürmer, den wir im Kader hatten in den letzten Spielen ausgefallen ist, war besonderes Pech, man sieht aber doch, wie risikobehaftet es ist keinen zweiten ad hoc einsatzfähigen Mittelstürmer zu haben, wenn man gerade keinen Aubameyang vone hat, der auch 50-60 Spiele am Stück ohne größere Verletzung hinbekommen hat.

Insofern in jedem Fall meinen Dank an Stöger, denn auch wenn das was am Ende dabei herausgekommen ist unter den Erwartungen liegt, die ich ursprünglich an diese Saison hatte (das wäre ein sicherer Platz 2 und das Überstehen der Gruppenphase der Cl gewesen), ist der letztendliche Ausgang, diese Mannschaft noch in die CL geführt und bis in die letzten Minuten hinen noch Chancen auf Platz 3, bis vor 3 Spieltagen auch noch auf Platz 2 gehabt zu haben, ist nach meiner Auffassung ohne jede Abstriche bei allen Problemen, die wir hatten ein Bravourstück.
Momentan scheint es so auszusehen, als das Stöger uns zum Ende der Saison verlässt, was ich unter diesen Umständen bedauere, wenngleich ich durchaus auch ein großer Fan von Favre bin und mich sehr freuen würde, könnte man diesen als Nachfolger präsentieren.

Meinen besonderen Dank in diesem Sinne auch an Weide, der nach über 1,5 Jahrzehnten im Verein, mit durchaus auch schwierigen Zeiten, diesen nun verlässt, er hinterlässt große Fußstapfen.

Die Gesamtentwicklung des Vereins sehe ich im Kontrast zur sportlichen Situation allerdings eher positiv. Die internen Kleinkriege scheinen eingestellt, die Informationslecks beseitigt und seit der Winterpause nehmen dann auch die Allühren einzelner Spielder spührbar ab.
Der Abgang von Dembélé und Aubameyang, so schwierig er sportlich zu kompensieren sein mag, kann für das Mannschaftsinterne Klima nur gut sein, an Zorc und Watzke wird es nun sein, die Kader entsprechend umzubauen, so dass die restlichen Verwerfungen auch wieder ins reine kommen und der Scherbenhaufen, vr den wir im Augenblick stehen einmal vernünftig zusammengekehrt werden kann.
Die Chancen dass man das einigermaßen sauber hinbekommt, stehen in meinen Augen nicht schlecht, ihr Handwerk versteht unsere Vereinsfühung durchaus und die Tatsache, dass man nach so vielen Ausnahmesituationen innerhalb eines Jahres dennoch so ruhig schalten und walten kann, dass es sogar gelang die aufgepeitschten internen Strukturen zu beruhigen zeigt, dass sie das Steuer auch nach wie vor fest in der Hand hat.
Darüber was detailliert an personellen Konseuenzen folgen muss und sollte (mMn) werde ich mich hier nicht auslassen, das gehört in einen der dafür vorgesehenen Threats, jedenfalls hat man mindestens den eigenen Laden wieder einigermaßen im Griff und durch die auf dem letzten Meer dann doch noch gelungene CL-Qualifikation eine solide finanzielle Basis für einen Umbau.
Auch wenn diese Saison sicherlich in keiner Hinsicht zufrieden stellen kann, aber die dadurch erreichten vorzeichen für die kommende Saison könnten, wenn man den Verlauf der Hinrunde bedenkt deutlich schlimmer stehen.

Meinen Ausdrücklichen Respekt an dieser Stelle auch an die sich vernünftig verhaltenden Fans des HSV, auch wenn mir dieser Verein aufs herzlichste zuwider ist, nötigt es mir doch einen ungeheuren Respekt ab, wie man dort von Seiten der Fans, auch im Angesicht des vielleicht traurigsten Moments der eigenen Vereinsgeschichte mit den Chaoten umgegangen ist, sowas zeigt Größe und dementsprechend möchte ich den Hamburgern wünschen, sie als Gegner auf dem Platz in der übernächsten Saison wieder begrüßen zu können, vorzugsweise in Liga 1.
Saisonfazit 2017/2018 |#8
12.05.2018 - 20:00 Uhr
Durch die letzten Spiele getrübt ist das Saisonfazit verständlicherweise von viel Kritik geprägt. Ich versuche es mal mit einem positiven Ansatz:

1. Die Talente Zagadou, Pulisic, Sancho, Philipp u.a. haben fast ausnahmslos wahnsinnige Leistungen vollbracht, die man von U19 Spielern so eigentlich nicht erwarten kann. Vielen Dank dafür Jungs, dass war einfach bärenstark.

2. Mit Bürki hatten wir eine Nummer 1, die uns einige Punkte gerettet hat (zB in Gladbach), zu einem der notenbesten Torhüter der Bundesliga geworden ist und leider von vielen, vielen Fans nach Hetze in der Presse zum Versager gestempelt worden ist. Gerade unter Stöger aber war er meiner Meinung nach einer der stabilsten Faktoren in einer extrem verunsicherten Mannschaft.

3. Unser sportlicher Vorstand holt sich Hilfe ins Haus. Diese Tat ist für eine Führung, die oftmals als egoistisch und kamerverliebt bezeichnet wird, überragend. Hier gibt man frei zu, dass man mit der Entwicklung überfordert und eine Sicht von außen erforderlich ist. So ein Eingeständnis ist weit, weit davon entfernt, selbstverständlich zu sein.

4. Trotz der gesamten Widrigkeiten (Anschlag, 5 Weltklasse Leute verloren in 2 Jahren) haben wir es wieder geschafft, uns für die CL zu qualifizieren. Ich gebe zu, das war manchmal nicht sonderlich anschaulich, aber eine Willensleistung. Warum manche hier im Forum nicht verstehen wollen, dass der Weggang von so vielen Klassekickern schon alleine ausreichend ist für eine schwierige Saison, kann ich nicht verstehen. Überlegt euch ein olympisches Schwimmteam mit einer Weltklassestaffel, in der die besten 2 Leute dann verletzt sind. Da würde sich keiner wundern, dass es nicht mehr für Gold reicht, aber beim Fußball ist das total anders und muss sofort aufgefangen werden? Tut mir leid, Sportsfreunde, aber da bin ich nicht bei Euch. Bei uns spielen keine Versager, sondern (von Euch) stark überschätzte Spieler, die es irgendwie allen Widrigkeiten zum Trotz, in die CL geschafft haben.

5. Mit Sancho und Pulisic sind wir nahezu der einzige Verein ligaweit, der es geschafft hat U19 Kräfte in die Stammformation einzubringen, eventuell noch Leverkusen mit Havertz.

6. Dank der guten Arbeit von Watzke und Zorc sind wir jetzt überhaupt in der Lage, noch einmal entsprechend reagieren zu können. Akanji war schon ein überragender Transfer, der mir wirklich gut gefallen hat. Ich bin freudig erregt und positiv gestimmt, dass wir eine andere Richtung einschlagen können. Auf keinen Fall werden wir in der neuen Saison die Sterne vom Himmel spielen, dazu sind zu viele Baustellen offen, aber hoffentlich werden wir den Bruch, der nach Tuchel zwischen Mannschaft, Team und Fans entstanden ist, wenigstens ansatzweise wieder kitten können.

Ich hoffe in der WM können wir mal wieder entspannt Fußball schauen, uns über Müller und die Bayern aufregen (grins) und uns am Transfergeschehen ergötzen. Dann geht es in die Zukunft. Es naht eine schicksalhafte Saison... können wir den Trend wieder umdrehen? Ich glaube daran.

Euer Dunkel

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"Zeige Anmut beim Sieg und Demut in der Niederlage"
Saisonfazit 2017/2018 |#9
12.05.2018 - 21:24 Uhr
Die Saison 2017/18 war eine Zäsur.

Und zwar insofern, als dass die aggregierte Wucht einer bereits seit Jahren anhaltenden und sich langsam vollziehenden Negativentwicklung nun offen sichtbar geworden ist.

Dazu wenige Stichpunkte:

- Chaos auf der Trainerbank (Tuchel! Bosz! erst unter Stöger so etwas wie Beruhigung, jedoch ohne Ambitioniertheit und Perspektive, ergo die nächste Trennung; die "Neutrainerfrequenz" wurde inzwischen auf "Einer alle 9 Monate" geschraubt. Nach den langen Klopp-Jahren mit außergewöhnlicher Konstanz nun der Umschlag ins andere Extrem)

- gravierende Disziplinprobleme im Kader (2 streikende Spieler, Spieler, die gegen Trainer revoltieren, zumindest aber gegen Trainer spielen bzw. deren Weisungen nicht mehr umsetzen, Bildung von Gruppen, Zerfall des Mannschaftsgeistes, Egoismen).

Einschub: Das wurde von so vielen Personen bestätigt, dass an dieser absolut katastrophalen Entwicklung kein Zweifel sein kann. Erst heute und nur beispielhaft Sahin zum Thema: "Es gab am Anfang der Saison viele Probleme, auch in der Kabine hatten wir große Probleme. Vor allem disziplinarischer Natur. Das kostet immer wieder Energie, die wir verloren haben, in der Mannschaft, im Trainerteam, im ganzen Verein. Wir konnten uns selten in Ruhe auf die Spiele fokussieren."

- schlechte Struktur des Kaders (zu wenig wurden Schwachstellen in der Defensive (DM, AVs, IVs, eventuell Tor) erkannt bzw. adressiert, Mangel an mentalitätsstarken Führungsspielern, sehr teure Transfers erfahrener und wohl als Führungsspieler gedachter Spieler müssen fast vollständig als gescheitert gelten (Götze, Rode, Schürrle, Yarmolenko - letzterer noch mit Fragezeichen)

- eklatantes Missverhältnis zwischen finanziellem Aufwand und sportlichem Ertrag (mit dem mit Abstand zweithöchsten Budget der Bundesliga hat man sich in Europa bis auf die Knochen blamiert und sich in der BuLi mal gerade eben auf Platz 4 geduselt - abgesehen von Leverkusen hat man dabei gegen keinen der "Topgegner" überzeugen können, unter anderem zwei ekelhafte Derbys abgeliefert

- zunehmende und inzwischen dramatische Entfremdung zwischen Fans und Kader (Pfeifkonzerte sind im Westfalenstadion inzwischen fast normal, allerdings eben auch verständlich. Die Fans beginnen diesen Kader zu verachten und andersrum wird es nicht viel anders sein, was bei Bürkis Angriffen auf die Fans auch mal kurz aufgeblitzt ist)

Fazit: Der BVB ist auf einem negativen und gefährlichen Pfad. Es ist in den Klopp-Jahren sehr viel sportliche Substanz und sehr viel Ansehen und Respekt aufgebaut worden. Man ist dabei, diese Substanz Stück für Stück zu verschleißen.
Man entwickelt sich eigentlich in allen Belangen zurück bzw. in eine negative Richtung, angesehen vom Jahresumsatz. Aber selbst finanziell ist letztlich ein negativer Trend auszumachen. Die Kaderkosten sind inzwischen bedenklich hoch. Man stößt hier inzwischen definitiv an die obere Grenze des eben noch Vernünftigen.

Ein gewisses Umsteuern hat wohl eingesetzt. Es deutet sich an, dass die jüngsten Vertragsverlängerungen des Führungsduos Watzke/Zorc auch die letzten für ihre jeweiligen Funktionen gewesen sind.
Man versucht, zusätzliche Kompetenz von Außen in den Verein zu holen. Ob das ausreicht, um erfolgreich umzusteuern, bleibt indes abzuwarten (immerhin ist der Eine ein Berufsanfänger und er Andere nur externer Berater ohne Entscheidungskompetenzen).

Diese Saison hat - jedenfalls für mich - gezeigt, dass ein "Weiter so" über kurz oder lang in den Abgrund führen würde. Wer glaubt, dass die grundlegenden Strukturen im Verein nichts entscheidendes damit zu tun haben, dass man jetzt mit einem zerstrittenen, wenig leistungsfähigen, mental schwachen, verunsichertem Kader dasteht, der macht sich etwas vor.
Es liegt meiner Meinung nach im Verein ganz viel im Argen und es ist viel zu leicht, dass nur an den Namen Zorc und Watzke festzumachen. Und ganz und gar zu leicht macht man es sich, wenn man alles einfach auf "unfähige" Trainer schiebt. Denn wirklich unfähig und inkompetent war "nur" Bosz.

Möge man endlich damit aufhören, sich auf die Vergangenheit der Jahre 2011 bis 2013 etwas einzubilden. Diese Zeit war groß - und sie ist lange vorbei. Die Zukunft muss neu erkämpft werden, alte Verdienste dürfen nichts mehr zählen. Über das was gestern an Methoden noch richtig war, ist heute die Zeit vielleicht längst hinweg gegangen. Man sollte damit aufhören, sich über Neuerungen zu beschweren oder lustig zu machen, weil man ja mit den alten Dingen Meister geworden ist. Man muss endlich wieder überall nach Verbesserungsmöglichkeiten suchen und aufhören, sich selbst auf die Schulter zu hauen.

Der Verein braucht nach dieser Saison eine neue Kultur der Selbstkritik, der beständigen Verbesserung und der persönlichen Konsequenzen. Oder sollte ich schreiben: Er bräuchte das... eigentlich...

In tiefer Sorge, aber nicht ohne Hoffnung auf ein Umdenken und ein großes Neuhandeln.
Saisonfazit 2017/2018 |#10
12.05.2018 - 22:15 Uhr
Mein Saisonfazit BVB: Irgendwie Müll, versöhnliches Ende. Froh das es vorbei ist und man kommendes Jahr nicht in der EL oder gar nicht international Startet. Aber nach jedem Regen scheint auch wieder die Sonne. Das wird schon. Vieles ist auch Positiv.

Mein Saison Fazit TM BVB Forum: Eigentlich bin ich seit Jahren hauptsächlich Mitleser, mit sehr wenigen Kommentaren und ohnehin nicht wichtigem Input. In erster Linie ist das hier allerdings die ideale Informationsquelle, deswegen schaue ich fast täglich rein. Aber mittlerweile, natürlich mit ein paar User Ausnahmen, wird nur noch rumgekotzt.

Über einfach alles, egal ob aktuelle Spieler/Trainer deren Fans wir ja sind, oder? Denn es sind ja Teile der Borussia.

Über Resultate, selbst bei Siegen wird’s in 90% der Kommentare schlecht geredet.

Manche Spieler Threads kann man gar nicht mehr öffnen, als wird darauf gewartet das irgendwer sich den Schuh falsch zugebunden hat. Und daraus wird geschlossen, dass die Führung seit Jahren schlecht arbeitet.

Über Gerüchte (!!!!), ganz zu schweigen von Verpflichtungen. Jeder und alles ist schlecht. Zu alt, jung, introvertiert, extrovertiert, teueres Auto, irgendwann mal irgendwo falsch gevögelt oder eine dumme rote Karte kassiert oder einen dämlichem Kommentar irgendwo abgegeben. Sobald ein neues Gerücht kommt, teIls sehr interessante Namen wie ich finde, wird die Charakterfrage gestellt. Billig, Teuer.

Die Trainerdiskussion wird nie ein Ende finden. Egal wer gehandelt wird, der ist schlecht. Sind zu viele dafür ist er besonders schlecht.

Die Facebook etc. Kommentare an Niveau zu unterbieten. Dieses Forum nähert sich sehr stark an. Immer das gleiche gewimmere. Hauptsache man hat recht und andere nicht.

Das könnte man noch viel weiter ausführen.

Die ingame-Thread Kommentare, ok paar witzige kommen da vor, aber schaut da überhaupt jemand die Spiele an? Oder sitzen die Hälfte der user mit dem Handy vor der Nase 90 Min im Stadion, vorm TV und kopieren Ihre Kommentare der Vorwoche?

Das Auftreten der Fans, allerdings in allen Stadien, das nimmt einfach Formen an die nicht akzeptabel sind. Unmut, Unzufriedenheit, ok! Gewalt, Beleidigungen unterster Schiene, Agressionen gegen eigene Spieler. Was soll das? (Ok, anderes Thema, da kann das Forum nichts dafür).

BVB: wird schon. Aber hier rein zu schauen macht irgendwie kaum mehr Spaß.

Und ich kenn jetzt schon die Antworten: ein User mit so wenig Beiträgen hat sich nicht so zu äußern; dann bleib halt weg. Gerede. Wie dem auch sei, ich freue mich über die neue Saison, Karten werden neu gemischt. Bis dann!
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