Saisonvorbereitung 2021
25.05.2021 - 10:16 Uhr
18.07.2021 - 11:57 Uhr
In der letzten Saison hatte man ja probiert, mit Stettin noch einen groß gewachsenen Stürmer als ergänzendes Element in die vorderste Reihe zu bringen. Leider war er halt nur groß, aber weder kopfball- noch allgemein durchsetzungsstark, von seinen technischen Fähigkeiten ganz zu schweigen. All das natürlich gemessen an unseren Ansprüchen.
Das scheint aber nicht die taktische Herangehensweise von Wollitz zu sein. Der Fokus liegt klar auf spielerischen Lösungen. Auch der Aspekt, dass man mit Seaton einen Mann mit Tempo testet, deutet für mich darauf hin, dass man im Mamba-Style die Tiefe suchen möchte, also hinter die Kette des Gegners kommen und dann aus dem Rückraum abschließen will. Dafür wären dann Pronichev, Engelhardt & Co. zuständig. Man verzichtet also bewusst auf die Option der hohen Flanken als spielerisches Mittel, mit allen positiven wie negativen Folgen.
Dementsprechend ist es auch klar, dass man bei Standards vordergründig auf kurze Ausführungen setzt. Der Gegner wird i.d.R. die Lufthoheit haben. In diesem Zusammenhang wäre meine Frage an @MS-Energiee und @mcgio ob und wie erfolgreich denn flache Hereingaben von außen waren?
Defensiv könnte das natürlich bei Standards haarig werden, diese Befürchtung habe ich auch. Umso mehr ist zu hoffen, dass unsere Abwehrspieler (aber auch Putze, Hildebrandt, etc.) zumindest Defensivkopfbälle zum Klären im Repertoire haben.
Vielen Dank nochmal für die ausführlichen Eindrücke!
Das scheint aber nicht die taktische Herangehensweise von Wollitz zu sein. Der Fokus liegt klar auf spielerischen Lösungen. Auch der Aspekt, dass man mit Seaton einen Mann mit Tempo testet, deutet für mich darauf hin, dass man im Mamba-Style die Tiefe suchen möchte, also hinter die Kette des Gegners kommen und dann aus dem Rückraum abschließen will. Dafür wären dann Pronichev, Engelhardt & Co. zuständig. Man verzichtet also bewusst auf die Option der hohen Flanken als spielerisches Mittel, mit allen positiven wie negativen Folgen.
Dementsprechend ist es auch klar, dass man bei Standards vordergründig auf kurze Ausführungen setzt. Der Gegner wird i.d.R. die Lufthoheit haben. In diesem Zusammenhang wäre meine Frage an @MS-Energiee und @mcgio ob und wie erfolgreich denn flache Hereingaben von außen waren?
Defensiv könnte das natürlich bei Standards haarig werden, diese Befürchtung habe ich auch. Umso mehr ist zu hoffen, dass unsere Abwehrspieler (aber auch Putze, Hildebrandt, etc.) zumindest Defensivkopfbälle zum Klären im Repertoire haben.
Vielen Dank nochmal für die ausführlichen Eindrücke!
18.07.2021 - 13:34 Uhr
So denke ich auch, @Kumadori . Offensiv kann man ja gerne auf Kopfbälle "verzichten", defensiv hat man da aber nicht die Wahl. Gerade defensiv eingestellte, vermeintlich "kleine" Gegner werden ihr Heil in Kontern und Standardsituationen suchen, völlig legitim. Da muss man auf beide Ansätze defensive Antworten haben. Aber das weiß Wollitz, der Platzwart und jeder, der sich seit mehr als fünf Minuten mit Fußball bestätigt. Also wird da schon irgendwas geplant werden. Es muss halt auch funktionieren.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von FCE-Happosai am 18.07.2021 um 13:35 Uhr bearbeitet
18.07.2021 - 14:23 Uhr
Bei Badu ist es laut neuestem LR online Artikel genau so wie ich befürchtet habe.
Morgen geht es um seine Karriere.
Es gab wie schon von mir vermutet Auffälligkeiten bei der sportmedizinischen Untersuchung.
Diese müssen jetzt kardiologisch genauer untersucht werden.
LR spricht von einem möglichen zweiten Fall Hajtic…
Morgen geht es um seine Karriere.
Es gab wie schon von mir vermutet Auffälligkeiten bei der sportmedizinischen Untersuchung.
Diese müssen jetzt kardiologisch genauer untersucht werden.
LR spricht von einem möglichen zweiten Fall Hajtic…
18.07.2021 - 14:29 Uhr
Flache Flanken waren gestern wenig erfolgreich. Es war immer ein Abwehrbein dazwischen. Daher kamen die Pässe auch vermehrt in den Rückraum. Leider wurden aber auch diese teilweise abgeblockt. Havelse hat uns was das angeht schon vor ernsthafte Probleme gestellt. Hoffen wir, dass wir uns gegen Luckenwalde das nötige Selbstvertrauen holen.
19.07.2021 - 09:31 Uhr
Interessant nochmal die Reaktion auf die Frage der sportlichen Ziele beim Kauter-Interview der LR. Keiner will von Platz 1 reden und das ist auch vollkommen okay und angemessen in unserer Situation. Trotzdem weiß jeder, dass wir nicht den schlechtesten Kader und Trainer haben und es keine Teams in der Liga ohne gewisse Fragezeichen gibt. Im Umkehrschluss ist natürlich erstmal alles möglich. Intern hat man denke ich schon ganz klar den Wunsch, dass da was geht dieses Jahr. Und das ist als Antrieb wohl auch besser, als "mal gucken wo wir landen". Klar gibt es keinen Grund für Höhenflüge, aber man erreicht große Ziele auch nur, wenn man sie sich setzt. Insofern gefällt mir die hier angedeutete Kombination aus interner und externer Kommunikation und ich traue der Mannschaft mit viel Regionalliga-Erfahrung zu, dass sie wissen wie lang 38 Spieltage sind und was es braucht um durch so eine Saison zu kommen. Ohne Höhenflüge nach 2-3 Erfolgen. Sei es schon in der Vorbereitung.
Spannend in diesem Sinne wäre, ob dieses dezente Understatement auch in Bezug auf das Budget stattfindet. Wäre im Zweifel verständlich und schon rein vehandlungstechnisch gut. Das wissen wir aber erst, wenn der Kader am 31.08. steht. Wobei selbst da ja noch Vertragslose verfügbar bleiben.
Spannend in diesem Sinne wäre, ob dieses dezente Understatement auch in Bezug auf das Budget stattfindet. Wäre im Zweifel verständlich und schon rein vehandlungstechnisch gut. Das wissen wir aber erst, wenn der Kader am 31.08. steht. Wobei selbst da ja noch Vertragslose verfügbar bleiben.
19.07.2021 - 09:42 Uhr
Ich find grundsätzlich gut, dass wir nicht wie sonst schon manchmal unter CDW auf einige Kernspieler warten mussten bis Ende August. Die Erfahrung haben wir ja letzte Saison gemacht, dass bis dahin alles schon gegessen sein kann. Auch das Kauter nun da ist beruhigt etwas, denn so konnte man wenigstens etwas einstudieren und Rahn ist halt einfach nicht fit. Er wird es scheinbar auch nicht mehr, zumindest nicht mehr für regelmäßig 90min. Seaton war jetzt auch lange genug da. Sollte nun auch heute oder morgen die Entscheidung kommen und dann kann man ganz entspannt in die Saison und in den August gehen ohne permanent „fremde“ im Training zu haben.
19.07.2021 - 10:04 Uhr
Die Stürmerposition ist in der Tat die größte Unsicherheit zu Saisonstart.
Engelhardt leider mir der Ausfallzeit. Seaton noch unklar und bisher auch zwar dabei sich zu integrieren und lässt sich auch in Szene setzen, aber bisher das Gegenteil von kaltschnäuzig vor dem Tor.
Ein anderer Stürmerneuzugang käme noch mehr aus dem Kalten.
Hoffentlich reicht das von der Durchschlagskraft. Gegen Havelse hatte man da den Härtetest. Leider nicht einmal aus dem Spiel erfolgreich.
Gegen Lichtenberg wiederum lief es sehr gut. Daher sollte es gegen Luckenwalde erstmal möglich sein, spielerisch Wege zu finden.
Bis zum BFC wäre es gut, wenn Engelhardt und ggf. Seaton Fortschritte machen.
Engelhardt leider mir der Ausfallzeit. Seaton noch unklar und bisher auch zwar dabei sich zu integrieren und lässt sich auch in Szene setzen, aber bisher das Gegenteil von kaltschnäuzig vor dem Tor.
Ein anderer Stürmerneuzugang käme noch mehr aus dem Kalten.
Hoffentlich reicht das von der Durchschlagskraft. Gegen Havelse hatte man da den Härtetest. Leider nicht einmal aus dem Spiel erfolgreich.
Gegen Lichtenberg wiederum lief es sehr gut. Daher sollte es gegen Luckenwalde erstmal möglich sein, spielerisch Wege zu finden.
Bis zum BFC wäre es gut, wenn Engelhardt und ggf. Seaton Fortschritte machen.
19.07.2021 - 10:27 Uhr
Havelse sieht seine Chance in der 3.Liga darin aus einer sicheren Abwehr heraus auf Konter zu lauern. Ihre Defensive hat schon Qualität und wenn wir als Viertligist da reihenweise zu Chancen kämen wäre das schon komisch. Also konnte Havelse seinen Defensivplan weitgehend umsetzen, die Umsetzung ihrer Offensividee konnten wir aber größtenteils verhindern. Ich denke gegen unsere Regionalligaabwehrreihen wird unsere Offensive viel besser zur Geltung kommen.
Das A und O für mich ist, was letzte Saison überhaupt nicht funktioniert hat. Durch gutes, erfolgreiches Gegenpressing, vorallem nach eigenen Ballverlusten, schnell wieder in Ballbesitz kommen und so Dominanz, Sicherheit und Souveränität ausstrahlen, die Gegner so beeindrucken. Dass wir dann die Qualität haben Chancen heraus zu spielen und zu erarbeiten steht für mich außer Frage.
Das A und O für mich ist, was letzte Saison überhaupt nicht funktioniert hat. Durch gutes, erfolgreiches Gegenpressing, vorallem nach eigenen Ballverlusten, schnell wieder in Ballbesitz kommen und so Dominanz, Sicherheit und Souveränität ausstrahlen, die Gegner so beeindrucken. Dass wir dann die Qualität haben Chancen heraus zu spielen und zu erarbeiten steht für mich außer Frage.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Max_Mustermann am 19.07.2021 um 10:29 Uhr bearbeitet
19.07.2021 - 11:25 Uhr
Letzte Saison wurde viel zu langsam hinten der Ball zirkulieren gelassen ohne das es irgendwas gebracht hat. Ich würde mal behaupten, dass jeder Regionalliga Kicker in der Lage ist 90 Minuten von rechts nach links zu traben ohne irgendwelche Ermüdungserscheinungen. Im Gegenteil. Letztes Jahr waren gefühlt eher wir müde als der Gegner.
Wenn du aber nur 10-20m weiter vorne den Gegnern laufen lässt, knackst du sie irgendwann weil die Luft weg geht. Dafür brauchst du Ballsicherheit, Selbstvertrauen, Fitness, Kommunikation und den nötigen Schneid. Havelse wird sich natürlich so auf die dritte Liga vorbereitet haben, dass sie 80 Min hinterher laufen können. Schätze keinen Regionlligaverein aus dem unteren Drittel so ein, das durchzuziehen zu können.
Die EM hat ja wieder mal gezeigt, wie dieser moderne Catenaccio funktioniert. Deshalb stelle ich mich auf viele sehr, sehr unansehnliche Spiele ein. Unser Vorteil sitzt hier auf der Trainerbank. Er ist besessen davon auch eine super Passqoute noch zu verbessern. Erkennt auch technische Schwächen nicht auf den zweiten Blick und kann die Truppe entsprechend einstellen.
Wenn du aber nur 10-20m weiter vorne den Gegnern laufen lässt, knackst du sie irgendwann weil die Luft weg geht. Dafür brauchst du Ballsicherheit, Selbstvertrauen, Fitness, Kommunikation und den nötigen Schneid. Havelse wird sich natürlich so auf die dritte Liga vorbereitet haben, dass sie 80 Min hinterher laufen können. Schätze keinen Regionlligaverein aus dem unteren Drittel so ein, das durchzuziehen zu können.
Die EM hat ja wieder mal gezeigt, wie dieser moderne Catenaccio funktioniert. Deshalb stelle ich mich auf viele sehr, sehr unansehnliche Spiele ein. Unser Vorteil sitzt hier auf der Trainerbank. Er ist besessen davon auch eine super Passqoute noch zu verbessern. Erkennt auch technische Schwächen nicht auf den zweiten Blick und kann die Truppe entsprechend einstellen.
19.07.2021 - 12:12 Uhr
Ich weiß nicht so recht, Bogdan. Rasenschach und Ballgeschiebe aka Ballbesitz ... ich weiß, in jedem Taktikvideo auf Youtube und in jedem Fußballgespräch zählt die Binsenweisheit, dass man bei tief stehendem Gegner nur Geduld haben muss ... immer schon im Ballbesitz bleiben ... von links nach rechts verschieben, den Gegner laufen lassen ... auf die Lücke lauern usw. Ich bin da immer sehr skeptisch, auch wenn ich wahrscheinlich zur krassen Minderheit zähle. Nimm doch zum Beispiel unsere Nat-Mannschaft bei der EM oder auch unsere letzte WM. Oder die Spiele unter Sebastian Abt. Ballbesitz und Passspiel waren nie das Thema, aber wir waren auch nie am Sieg dran.
Ich formuliere es mal so - kontrovers und zugespitzt:
Ballbesitz verhindert EIGENE Tore und sorgt für GEGENTORE.
Alles, was geduldiges Passspiel und Raumverlagerung und dergleichen machen, ist den Gegner immer dichter in seine Hälfte zu schieben, bis gefühlt alle 10 gegnerischen Feldspieler hinter dem Ball aufgereiht sind und die vielleicht 8 eigenen Spieler in der Gegnerhälfte auch dicht and dicht am tummeln sind. Da kann selbst meine Oma verteidigen, das ist dann kein Kunststück mehr. Kann ja kein Angreifer auch nur 2 Schritte machen, oder einen eigenen oder anderen Spieler umzurennen. Die Chance, dass sich noch eine Lücke auftut, wird mit jedem zusätzlichen Pass geringer, denn die Gegenspieler organisieren sich immer besser als Defensivverbund und können unsere Aktionen aus der Körpersprache und der Passroutine herauslesen. Auf unserer Seite wird die Nervosität dafür größer, je länger wir keine Öffnung finden. Dann fangen einzelne Spieler an ein Risiko einzugehen, während auf der anderen Seite das Selbstvertrauen steigt, mal eine Interception zu wagen oder die routinemäßig nächste Anspielstation aggressiv zu decken.
Was sorgt dann für Tore? ÜBERRASCHUNGSMOMENT. Abgesehen vom Faktor Glück und Faktor Schussfertigkeit (z.B. bei direkten Freistößen oder Elfmetern) ist es die unvorhergesehene Situation, welche in 70% aller Fälle das Spiel öffnet. Irgendwie wird der Gegner überrumpelt, vielleicht auch, weil er noch nicht so in seine Abwehrfunktion eingenommen hat, weil sich gerade erst etwas neues ergeben hat. Auf jeden Fall entstehen so die meisten Fehlentscheidungen auf individueller Ebene, oder man zögert eine halbe Sekunde zu lange (weil man diesen "Überraschungseffekt" hat), um die richtige Entscheidung (z.B. schnell zum Ball zuzugehen, um ihn noch vor dem Angreifer wegzuschlagen) zu treffen. Aus solchen Dingen wiederum resultieren komplett offene Situationen ohne geordnetes Abwehrverhalten und damit die Möglichkeit, mit Einzelaktionen und schnellem (kleveren) Passspiel zur direkten Torchance zu kommen.
Ballbesitzfussball ist das Gegenteil von Überraschungsmoment. Ich würde im Training zum Beispiel häufig 11 gg 11 oder 7 gg 7 auf Kleinfeld trainieren lassen: nach 7-8 Ballkontakten MUSS der Abschluss erfolgen. Egal wo man dann gerade steht. Das soll zu geradlinigem und schnellem Spiel ermutigen und auch aus unperfekter Situation den Abschluss zu suchen. Man wird schnell merken, ohne blind einstudierte, schnelle Pass- und Laufwege ... zack-zack-zack ... oder selbstbewusste Einzelaktionen wird man auch nicht sooo weit kommen. Aber solche Lösungen werden dadurch bevorteilt. Im Wettbewerb würde ich dann keine feste Zahl an Ballkontakten mehr vorschreiben, aber nach 7-8 sollte dann so schnell wie möglich auf einen Torschuss hingearbeitet werden, auch wenn es ein Distanzschuss aus 30 Metern wird.
Kriegt eine Mannschaft das so hin, dass sie immer schießt, auch wenn sie im ersten/anderthalben Anlauf nicht durchgekommen ist, übt das auch Druck auf die Verteidigung aus. Sie müssen nun nicht nur hinten die Fünferreihe aufrecht erhalten und auf den Ballführer drauf gehen, sondern zusätzlich auch die Schussbahn von eigentlich ungefährlichen (weil noch zu tief im Raum stehenden), aber frei stehenden und schussgewaltigen Gegenspielern im Auge behalten. Das zieht dann auch wieder Spieler nach vorne. Die dann wiederum das Spiel nicht mehr vor sich, sondern neben oder hinter sich haben.
Vorteil - solche Angriffe können auch in Unterzahl gespielt werden, während beim Rasenschach nach 4-5 Minuten Passstafetten gefühlt alle eigenen Mitspieler über der Mittellinie stehen. Okay - wir spielen riskant, weil wir schnell zum Zug kommen wollen. Bedeutet höhere Chance auf Ballverluste und damit Konter. Aber wir haben den Angriff auch ja vielleicht nur mit 4-5 Mann ausgespielt, die anderen 5 bewegen sich noch im Rückraum und haben bessere Chancen, Konter zu verteidigen, als wenn es nur die beiden Innenverteidiger sind, von denen einer vielleicht auch noch den entscheidenden Fehler im Vorfeld begangen hätte...
Prinzipiell ist es einfacher, als tief stehende Kontermannschaft für Überraschungsmoment zu sorgen. Da wir das zumindest in unseren Heimspielen diese Saison nie sein werden, muss man das Ü-Moment erzwingen. Schnelles Spiel - okay, auch schnelle Ballverluste und nicht die besten Torschüsse (aber viele) - aber aus jedem Wechsel von Angriff-Verteidigung und wieder Angriff resultieren auch neue, gute Chancen für öffnendes Spiel. Weil die Formationen zwischen Angriff und Verteidigung ständig im Fluss sind. Und nebenbei - das bisschen Links-nach-Rechts-Geschiebe der Abwehrformationen macht einen austrainierten Fussballer nicht müde. Ständig zwischen Angriff und Abwehr umschalten, das schon!
Wie soll ich meinen taktischen Vorschlag nennen? Hah - ich weiß: Blitz(krieg)fussball. Und 'nen stilisiertes Logo für 'nen weißen Blitz auf rotem Grund haben wir auch schon...
(Deswegen mag ich auch keine 3-5-2 Taktik. Weil die ja praktisch zum Ballbesitzfussball einlädt - sie ist in ihrer modernen Form einzig dafür entwickelt worden.)
Ich formuliere es mal so - kontrovers und zugespitzt:
Ballbesitz verhindert EIGENE Tore und sorgt für GEGENTORE.
Alles, was geduldiges Passspiel und Raumverlagerung und dergleichen machen, ist den Gegner immer dichter in seine Hälfte zu schieben, bis gefühlt alle 10 gegnerischen Feldspieler hinter dem Ball aufgereiht sind und die vielleicht 8 eigenen Spieler in der Gegnerhälfte auch dicht and dicht am tummeln sind. Da kann selbst meine Oma verteidigen, das ist dann kein Kunststück mehr. Kann ja kein Angreifer auch nur 2 Schritte machen, oder einen eigenen oder anderen Spieler umzurennen. Die Chance, dass sich noch eine Lücke auftut, wird mit jedem zusätzlichen Pass geringer, denn die Gegenspieler organisieren sich immer besser als Defensivverbund und können unsere Aktionen aus der Körpersprache und der Passroutine herauslesen. Auf unserer Seite wird die Nervosität dafür größer, je länger wir keine Öffnung finden. Dann fangen einzelne Spieler an ein Risiko einzugehen, während auf der anderen Seite das Selbstvertrauen steigt, mal eine Interception zu wagen oder die routinemäßig nächste Anspielstation aggressiv zu decken.
Was sorgt dann für Tore? ÜBERRASCHUNGSMOMENT. Abgesehen vom Faktor Glück und Faktor Schussfertigkeit (z.B. bei direkten Freistößen oder Elfmetern) ist es die unvorhergesehene Situation, welche in 70% aller Fälle das Spiel öffnet. Irgendwie wird der Gegner überrumpelt, vielleicht auch, weil er noch nicht so in seine Abwehrfunktion eingenommen hat, weil sich gerade erst etwas neues ergeben hat. Auf jeden Fall entstehen so die meisten Fehlentscheidungen auf individueller Ebene, oder man zögert eine halbe Sekunde zu lange (weil man diesen "Überraschungseffekt" hat), um die richtige Entscheidung (z.B. schnell zum Ball zuzugehen, um ihn noch vor dem Angreifer wegzuschlagen) zu treffen. Aus solchen Dingen wiederum resultieren komplett offene Situationen ohne geordnetes Abwehrverhalten und damit die Möglichkeit, mit Einzelaktionen und schnellem (kleveren) Passspiel zur direkten Torchance zu kommen.
Ballbesitzfussball ist das Gegenteil von Überraschungsmoment. Ich würde im Training zum Beispiel häufig 11 gg 11 oder 7 gg 7 auf Kleinfeld trainieren lassen: nach 7-8 Ballkontakten MUSS der Abschluss erfolgen. Egal wo man dann gerade steht. Das soll zu geradlinigem und schnellem Spiel ermutigen und auch aus unperfekter Situation den Abschluss zu suchen. Man wird schnell merken, ohne blind einstudierte, schnelle Pass- und Laufwege ... zack-zack-zack ... oder selbstbewusste Einzelaktionen wird man auch nicht sooo weit kommen. Aber solche Lösungen werden dadurch bevorteilt. Im Wettbewerb würde ich dann keine feste Zahl an Ballkontakten mehr vorschreiben, aber nach 7-8 sollte dann so schnell wie möglich auf einen Torschuss hingearbeitet werden, auch wenn es ein Distanzschuss aus 30 Metern wird.
Kriegt eine Mannschaft das so hin, dass sie immer schießt, auch wenn sie im ersten/anderthalben Anlauf nicht durchgekommen ist, übt das auch Druck auf die Verteidigung aus. Sie müssen nun nicht nur hinten die Fünferreihe aufrecht erhalten und auf den Ballführer drauf gehen, sondern zusätzlich auch die Schussbahn von eigentlich ungefährlichen (weil noch zu tief im Raum stehenden), aber frei stehenden und schussgewaltigen Gegenspielern im Auge behalten. Das zieht dann auch wieder Spieler nach vorne. Die dann wiederum das Spiel nicht mehr vor sich, sondern neben oder hinter sich haben.
Vorteil - solche Angriffe können auch in Unterzahl gespielt werden, während beim Rasenschach nach 4-5 Minuten Passstafetten gefühlt alle eigenen Mitspieler über der Mittellinie stehen. Okay - wir spielen riskant, weil wir schnell zum Zug kommen wollen. Bedeutet höhere Chance auf Ballverluste und damit Konter. Aber wir haben den Angriff auch ja vielleicht nur mit 4-5 Mann ausgespielt, die anderen 5 bewegen sich noch im Rückraum und haben bessere Chancen, Konter zu verteidigen, als wenn es nur die beiden Innenverteidiger sind, von denen einer vielleicht auch noch den entscheidenden Fehler im Vorfeld begangen hätte...
Prinzipiell ist es einfacher, als tief stehende Kontermannschaft für Überraschungsmoment zu sorgen. Da wir das zumindest in unseren Heimspielen diese Saison nie sein werden, muss man das Ü-Moment erzwingen. Schnelles Spiel - okay, auch schnelle Ballverluste und nicht die besten Torschüsse (aber viele) - aber aus jedem Wechsel von Angriff-Verteidigung und wieder Angriff resultieren auch neue, gute Chancen für öffnendes Spiel. Weil die Formationen zwischen Angriff und Verteidigung ständig im Fluss sind. Und nebenbei - das bisschen Links-nach-Rechts-Geschiebe der Abwehrformationen macht einen austrainierten Fussballer nicht müde. Ständig zwischen Angriff und Abwehr umschalten, das schon!
Wie soll ich meinen taktischen Vorschlag nennen? Hah - ich weiß: Blitz(krieg)fussball. Und 'nen stilisiertes Logo für 'nen weißen Blitz auf rotem Grund haben wir auch schon...
(Deswegen mag ich auch keine 3-5-2 Taktik. Weil die ja praktisch zum Ballbesitzfussball einlädt - sie ist in ihrer modernen Form einzig dafür entwickelt worden.)
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Aktivist am 19.07.2021 um 12:20 Uhr bearbeitet
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