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Taktiktisch

19.02.2006 - 19:37 Uhr
Taktiktisch |#81
17.09.2023 - 09:14 Uhr
Zitat von Ugolini
Ich einer der Berfechter des flachen Aufbauspiels muss jetzt deutlich sagen, dass es so nicht weitergeht.

Die Fans sind zu ungeduldig und momentan bringt es uns nicht nach vorne.

Damit wir den Anschluss nicht verlieren, sollten wir das Umsetzen des flachen Spielaufbaus auf einen späteren Zeitpunkt legen. Dann, wenn wir den Rest können.

Somit hoffe ich für das nächste Spiel auf ein einfaches Aufbauspiel. Trainingsschwerpunkte, wenn es nicht wieder 4 Tage frei gibt.
Im Anschluss bitte unseren flachen Spielaufbau ausschließlich auswärts einspielen, damit nicht wieder das dumme Gepfeife beginnt und die Spieler verunsichert werden.


Was war zuerst da? Das Huhn oder das Ei?
Waren unsere Spieler verunsichert weil gepfiffen wurde oder waren sie verunsichert, weil von ihnen ein Spielaufbau ohne Bewegung im Mittelfeld erwartet wird, welcher zu katastrophalen Fehlpässen führt, sodass es zu Pfiffen kommt?

Ich würde niemals Spieler auf der Alm auspfeifen. Dessen bin ich mir ganz sicher. Und zwar unter keinen Umständen.
Auch schäme ich mich dafür, wenn es von Fans dazu kommt, aber ich muss sagen, dass es mich gestern im Nachhinein betrachtet nicht so sehr gestört hat wie sonst, weil es schlichtweg die richtige Wirkung hatte:
In der Folge haben wir halt besser gespielt. Ob das an den folgerichtigen Wechseln lag oder an der Tendenz etwas(nicht viel) mehr lange Bälle zu spielen oder gar unsere Spieler dadurch aufgeweckt wurden, kann ich so gar nicht genau sagen.

Das Problem ist ja nicht, dass wir das Spiel aufbauen wollen. Ganz im Gegenteil. Das Problem ist ja ganz eindeutig die Art und Weise. 2Innenverteidiger sollen das Spiel aufbauen, die Außenverteidiger sollen uns im Mittelfeld in Überzahl bringen, aber die Räume sind viel zu eng, es findet gar keine Bewegung statt, keine Doppelpässe, keine Rautenbildung. Überhaupt nichts. Und das hat nichts mehr mit Umruch und Findungsphase zu tun, das sind Grundtugenden, die Spieler unseres Kalibers nach einigen Wochen im Teamgefüge beherrschen sollten. Es scheint also einen anderen systemischen Störfaktor geben zu müssen, der dafür verantwortlich ist.

Und nur mal am Rande, weil ich das häufiger von dir gelesen habe. Die vier Tage Trainingsfrei waren aus meiner Sicht gar nicht mal so verkehrt. Ein bisschen den Kopf frei kriegen, den Druck raus nehmen und sich auf Grundtugenden konzentrieren.
Hat leider nur nicht funktioniert.

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"In einem Fußball-Leben verliebt man sich nur einmal. Bei Arminia und mir ist das so."
~Fabian Klos, Identifaktionsfigur, Klubrepräsentant, Legende
Taktiktisch |#82
17.09.2023 - 13:43 Uhr
Zitat von jasischu
Zitat von Ugolini

Ich einer der Berfechter des flachen Aufbauspiels muss jetzt deutlich sagen, dass es so nicht weitergeht.

Die Fans sind zu ungeduldig und momentan bringt es uns nicht nach vorne.

Damit wir den Anschluss nicht verlieren, sollten wir das Umsetzen des flachen Spielaufbaus auf einen späteren Zeitpunkt legen. Dann, wenn wir den Rest können.

Somit hoffe ich für das nächste Spiel auf ein einfaches Aufbauspiel. Trainingsschwerpunkte, wenn es nicht wieder 4 Tage frei gibt, sollten das kreieren von Chancen im letzten Drittel sein. Vorne müssen wir variabler werden...unser Spiel ist zusätzlich zu behäbig.
Wir kommen einfach auf zu wenig Torchancen.

Tom Geerkens fand ich die letzten Spiele gut. Er hat auch eine gewisse Physis, die unserem Spiel weiterhilft. Wenn wir schon nicht mit technischen Schmankerln brillieren, dann doch bitte mit körperlicher Präsenz.

Was mir im Kader fehlt ist ein technisch starker Spieler direkt hinter den Spitzen. Jemanden der Bälle halten und verteilen kann und trotzdem ordentlich Zug zum Tor hat.

Mit Schreck, Geerkens, Wörl, Mizuta, Boujellab haben wir zwar ein breites Mittelfeld aber keinen, der vorne den gegnerischen Innenverteidigung mal auf den Sack geht.

Boujellab ist für mich bisher der Reinfall schlecht hin. Technisch stark aber dann kommt nicht mehr viel.

Aber ich schweife ab.
Was ich mir wünsche ist unserer Situation erst einmal den klaren und einfachen Fussball. Funktioniert dann erst einmal das große Ganze, kann man sich auf die einzelnen Kleinigkeiten stürzen.
Im Anschluss bitte unseren flachen Spielaufbau ausschließlich auswärts einspielen, damit nicht wieder das dumme Gepfeife beginnt und die Spieler verunsichert werden.


Ich gebe deinen Ausführungen zu 100% recht, aber den Zusammenhang mit den Fans sehe ich wirklich 0,0. Das Alibi kann man der Mannschaft wirklich nehmen. Gestern gab es da zu 99% positive Stimmung und Support, vor allem auch direkt nach den Gegentoren. Wirkliche Pfiffe gab es zur Halbzeit und nach dem Spiel und das auch irgendwo zurecht. Dass das in irgendeiner Form den Spielverlauf beeinflusst, kann mir niemand erzählen. Gegen Regensburg haben wir in den ersten 15 Minuten 4,5 Mal den Ball in der gefährlichen Zone vor unserem 16er verloren. Dass da Unruhe aufkommt, ist klar. Die Unsicherheit kommt aber beileibe nicht nur von den Fans sondern vor allem dann, wenn die Spieler merken, dass das, was man da eigentlich geplant hat, überhaupt nicht funktioniert. Das kann man sich jedes Wochenende auf zahlreichen Sportplätzen der Nation anschauen.


Es gab bereits nach 25Minuten deutliche Pfiffe und nicht erst zur Halbzeit. Genau ab da hat man den Spielern eine deutliche Verunsicherung angemerkt.
Exemplarisch war ein geplanter Spielaufbau, der von Pfiffen begleitet wurde und der Innenverteidiger so unter Druck geriet, dass er aus Verzweiflung den Ball nach vorne ins Aus geschossen hatte.
Was passierte dann? Lautere Pfiffe...obwohl die Unruhe diesen Fehlschuss erst verursacht hatte.

Die Fans nehmen Einfluss und jeder der selber mal gekickt hat weiß das auch.
Es kann doch nicht sein, dass ein Team derart verunsichert wird.

Aber was ist die Alternative? Genau Langholz nach vorne oder risikoreiche Pässe, die zu schnellen Gegenkontern führen.
Aber das wollen die gleichen Fans, die jetzt auch Pfeifen und sich beschweren auch nicht.
Aber einen Tod muss man sterben aber das ist den meisten Kritikern nicht bewusst.

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Arminia!!!
Taktiktisch |#83
17.09.2023 - 14:08 Uhr
Zitat von Ugolini


Es gab bereits nach 25Minuten deutliche Pfiffe und nicht erst zur Halbzeit. Genau ab da hat man den Spielern eine deutliche Verunsicherung angemerkt.


Ich fand, dass man die deutliche Verunsicherung schon von Anfang an gemerkt hat. Schon vor dem Gegentor in der 11. Minute waren so viele haarsträubende Szenen dabei, dass der frühe Rückstand alles andere als überraschend kam. Und das hat 0,0 mit irgendwelchen Zuschauerreaktionen zu tun, sondern mit eigenen Unzulänglichkeiten.

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Arminia till I die!
Taktiktisch |#84
17.09.2023 - 18:26 Uhr
Zitat von studti
Zitat von Ugolini

Es gab bereits nach 25Minuten deutliche Pfiffe und nicht erst zur Halbzeit. Genau ab da hat man den Spielern eine deutliche Verunsicherung angemerkt.


Ich fand, dass man die deutliche Verunsicherung schon von Anfang an gemerkt hat. Schon vor dem Gegentor in der 11. Minute waren so viele haarsträubende Szenen dabei, dass der frühe Rückstand alles andere als überraschend kam. Und das hat 0,0 mit irgendwelchen Zuschauerreaktionen zu tun, sondern mit eigenen Unzulänglichkeiten.


Also die These, die hier im Forum herumgeistert, dass die offensichtliche Verunsicherung an den Fans liegen soll, finde ich schon echt wild. Jeder der selber mal Fussball gespielt hat, weiß, dass Verunsicherung in den allermeisten Fällen an den fehlenden Erfolgserlebnissen liegt und/oder man Anweisungen aufgezwungen bekommt, mit denen man sich nicht wohlfühlt bzw. nicht klar ist, wie man das eigene Spiel angehen soll.
Wenn der Mannschaft zig Vorgaben gemacht werden, die sie einfach nicht umsetzen können, da sie auf bisher weitestgehend fremden Positionen spielen, dann ist es auch kein Wunder, dass einfachste Basics fehlen.

Folgende Beispiele: Warum wird die Abwehr völlig ohne Not seit Köln umgestellt und Lannert auf Rechts gezogen, nur damit Oppie spielen kann. Özkan hat seine Sache in meinen Augen sehr gut gemacht. Lannert war bei 1860 fast ausschließlich LV. Und, dass beide auf den Positionen schwerst überfordert sind, hat man bereits gegen Köln gesehen. Das 2:0 von Freiburg II gestern geht klar auf Oppie, der den Freiburger nicht einmal Geleitschutz gegeben hat.

Warum spielen wir mit drei 8ern, sodass gerade bei dem zwingenden flachen Spielaufbau derart die Balance fehlt, dass quasi kein flüssiges Offensivspiel zustandekommen kann.

Und warum beginnt Wintzheimer als Stoßstürmer? Das ist doch ganz offensichtlich nicht seine Position. In wirklich jedem Spiel in dieser Saison hing er derart in der Luft, dass er einem schon echt Leid tun kann. Seine besten Spiele hat er u.a. in Hamburg oder Bochum gemacht, wenn er sich über Außen durchtanken und die Tore vorbereiten konnte.

Die bisherigen Leistungen in den letzten Spielen sind derart bräsig, dass mich der Eindruck nicht mehr loslässt, dass Kniat die Mannschaft bereits jetzt verloren hat. Da kann er dann noch so eine tolle und attraktive Spielidee haben. Wenn er es nicht schafft, dass die Spieler das umsetzen können oder wollen, dann ist er einfach nicht der richtige Mann.

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Auf zu alt bekannten Höhen!
Taktiktisch |#85
20.09.2023 - 10:01 Uhr
Zitat von Ugolini

Aus meiner Sicht benötigt fast jedes Team einen Spieler, der Bälle vorne festmachen kann. Das hat aus meiner Sicht auch nichts mit der Größe zu tun.
Ich bin mir sicher, dass kleine und technisch starke Spieler, die körperlich trotzdem etwas entgegenzusetzen haben, ebenso geschickt den Ball festmachen können, wie ein hüftsteifer Schlacks.

Wenn Du sagst, dass nur große Spieler einen Ball festmachen können, dann ist das Deine eigene Meinung und die darfst Du Dir gerne bewahren.


Das Problem liegt halt ein bisschen darin, dass kleinere Spieler den Ball eher in den Fuß gespielt brauchen als z.B. ein Klos.

Ein Doan konnte aber aufjedenfall besser Bälle festmachen als Serra, der glaube ich 25cm Größer war.

Ist für mich aber ehrlich gesagt nicht in Größe begründet bei uns.

Wintzheimer hängt einfach krank in der Luft, der bekommt ja auch einfach kaum Bälle die der mal festmachen könnte, da würde Yildirim glaube ich auch nicht wesentlich besser aussehen, aber ist nur ein Gefühl meinerseits ohne das ich dafür eine Stichhaltige Begründung hätte.

Mit Klos kommen wir halt immer besser rein, weil der sofort immer und ausnahmslos gedoppelt wird, was natürlich ein bisschen Platz schafft für die die nachrücken. (was auch zeigt was die Gegner Nach wie Vor für einen Respekt vor ihm haben)
Dazu gewinnt er halt vorne auch mal ein Kopfballduell wenn von hinten doch mal der lange Ball kommt.
Und das waren ja auch immer die Situationen wo ein Doan sich dann Bälle geholt und in gewisser Weise vorne festgemacht hat, nach nem zweiten Ball nach Klos Kopfball.

Ich glaube also nicht, dass unser Spiel mit einem kleinen Stürmer besser werden würde, weil wir momentan einfach keinen einzigen Flachpass auf eben diesen Stürmer bekommen würden.

Würde mir eher mal wünschen, dass man Wintzheimer und Klos mal zusammen spielen lässt in Halbzeit 2 und auf eine Art 4-4-1-1 umstellt, in der Wintzheimer um Klos herum spielen kann und auch mal auf den Flügel ausweichen kann.

Bsp. Unterhaching in ihrem 4-4-2.

in der Mitte wird Klos gedoppelt. Dann schiebt Wintzheimer an die 16er Kante Richtung Flügel wo Bazee und Özkan unterwegs sind. Entweder zieht dann ein IV mit Raus, was Klos ein 1gg1 Kopfballduell im 16er verschaffen könnte wenn wir auf Özkan zurück legen und der ne Flanke schlagen kann. Oder ein 6er schiebt raus, was hinterm 16er Platz für Mizuta schaffen würde oder sie verlassen sich darauf, dass der LV das 1gg2 Duell gegen Wintzheimer und Bazee auflösen kann.

(Spoiler: funktioniert in echt wahrscheinlich kein bisschen wie ich mir das vorstelle, weil viel zu leicht gedacht und ich eigentlich keine Ahnung habe, aber wäre mal eine Ideedaumen-hoch / außerdem hatte Wintzheimer seine mit Abstand beste Saison mit Terodde als Partner und der und Klos sind sich vom Spiel jetzt nicht so unähnlich würde ich behaupten)
Dieser Beitrag wurde zuletzt von TG-DSC-Arminia am 20.09.2023 um 10:05 Uhr bearbeitet
Taktiktisch |#86
04.10.2023 - 13:16 Uhr
Nach 9 Gegentoren in 180 Minuten dürfte wohl dem letzten klar sein, wo wir einen stärkeren Fokus brauchen: auf der Defensive.
Wenn ich mir die Statistiken des Spiels in Verl angucke (Ballbesitz 60:40, Toschüsse 18:8, verhinderte Schüsse 0:10, Eckbälle 11:2) wird deutlich, dass wir nicht unbedingt das schlechtere Team waren sonder viel mehr das Team, welches mehr Fehler in der Defensive gemacht hat, uA weil die 4er-Kette oftmals Mann gegen Mann verteidigen muss.

Daher würde ich mir für Samstag einen Fokus auf dem halten der 0 wünschen und auf die 5er-Kette umstellen, vor Allem weil sowohl Lannert als auch Özkan in der Defensive oft völlig überfordert sind

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Arminias Anzeigenhauptmeister
Taktiktisch |#87
05.10.2023 - 14:26 Uhr
Zitat von Thor1911
Zitat von DSC4EVER

Zitat von SvG0815

Zitat von DSC4EVER

Die Zeit für Experimente und somit auch für Kniat ist vorbei.


Und ein Spielsystem, dass die Mannschaft in dieser Zusammenstellung noch gar nicht gespielt hat, mit einem neuen Innenverteidiger-Duo ist dann was genau, wenn die Zeit der Experimente vorbei ist?


Nein aber ein 4-4-2 ist das kompakteste System das es gibt, mit geringen Abständen.
Zwei neue IVs weil die bisherigen im Formtief sind.


Oppie hat jetzt nicht direkt mit seiner Topform überzeugt...


Wenn man in der Viererkette Leute kritisieren muss dann sind es ganz vorne weg Lannert, dann Özkan, der als Rechtfuss links hinten aber auch keinen einfachen Job hat und Oppie, der noch Eingewöhnung an das Niveau braucht.

Belkahia und Gohlke waren in einer Mannschaft die völlig desolat verteidigt noch 2 Lichtblicke im Defensivverbund.
Taktiktisch |#88
05.10.2023 - 15:24 Uhr
Ich finde es momentan sehr schwierig generell ein Fazit des Ganzen zu ziehen.
Ich höre um mich herum - ich bezioehe mich klar auf mein direktes Umfeld und kein Forum - ist das Gemecker unüberhörbar. Ich selber sitze dann auch bspw. nach einer langen Versammlung noch auf der Couch um schnell noch die zweite Halbzeit gegen Saarbrücken zu sehen uns kriege panische Zustände. Ja auch Gemecker macht sich in mir breit. ABER:

Für keinen der da irgendwas mit dem Ball, mit dem Plan wie der Ball gespielt werden soll oder oder oder ist das grade easy. Es war klar, dass man die Spieltag 10-18 im Grunde abwarten muss. Nicht abwarten um zu sehen auf welchem Platz der Tabelle wir uns sodann bewegen, sondern was sehen wir von unseren Farben.
Die Eckdaten sind bekannt: wir haben einen komplett neuen Kader (außer Klos), welcher sogar noch relativ jung ist, wir haben einen komplett neuen Trainerstab und neue sportliche Leitung etc.
Das alles muss sich finden und wir sollten für uns versuchen zu sehen, was ist davon bisher positiv abgelaufen. Klar, steigt man ab ist der Spaß hier durch, aber nach 10 Spieltagen die "Experimente und den Trainer" abzusägen halte ich für quatsch, da sich das Ganze da noch finden muss und wird.
Man hat seine vermeintliche STartelf, aber wer hier sitzt denn tagtäglich neben dem Trainingsplatz und sieht was ein blinder Trainer nicht sieht, dass das Duo Belkahia Schneider doch besser funktioniert als Belkahia Gohlke?!

Man will Identifikation und Leidenschaft auf dem Platz erleben. Das tut man mMn schon um einiges mehr als die letzten 3 Jahre.
Tatsächlich sehe ich unsere Schwäche im Abwehrverbund. Die Außenverteidiger stehen für mich zu hoch und haben ab Minute 60 die Kraft nicht mehr diese letzten Sprints nach hinten durchzuziehen. *
Deshalb war ich wirklich am überlegen bzgl. der 3er bzw. 5er Kette. Nur zu Lasten welchen Spielers in der Offensive?! Und da fangen die Probleme an.

Für mich - so sagte ich es auch meinen Bruder der auch seit Wochen nur noch meckert - ist diese Saison nichtsd wertbares, da wir im Grunde glücklich sein sollten mit den Mitteln und der Situation über dem Strich zu stehen. Da ist es mir auch egal, was für ein großer Name Arminia Bielefeld in der 3. Liga haben soll - wir sind grade ganz hart auf dem Boden der Tatsachen gelandet (wodurch auch immer) und sollten uns demnach erst einmal besinnen und klar vor Augen halten, dass wir weiter oben erst nach Kampf, Schweiß und eben Zusammenhalt anklopfen können und sollten.

Ich habe Bock auf so ein Freiburg Projekt. und ach wäre das was Feines wenn wir einen ähnlichen Weg einschlagen und ähnlichen Erfolg damit haben. Man muss dafür aber auch einmal hinhalten und an etwas festhalten woran man glaubt und eben nicht immer nach Spieltag 10 austauschen

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Arminia

Und ganz bestimmt nichts Anderes!

Dieser Beitrag wurde zuletzt von bbr1905 am 05.10.2023 um 15:26 Uhr bearbeitet
Taktiktisch |#89
07.10.2023 - 12:01 Uhr
Zitat von DSCDNA
Hallo Forum im Allgemeinen, hallo liebe Arminen im Einzelnen!

Hab mich jetzt nochmal angemeldet, weil ich künftig ein bisschen mitdiskutieren möchte, aber auch dringend meine Sorgen mal loswerden muss, da ich als Armine im Exil (mitten im tiefsten Franken) leider niemanden mehr zum intensiv Fachsimpeln über unseren Verein im Real Life habe.

Um zu verstehen, was da genau bei uns gerade wirklich schiefläuft, habe ich mir in den vergangenen Tagen unsere beiden letzten Spiele also mal aus spieltaktikanalysesicht genauer angesehen – mit 1000x Pausetaste drücken, speziell um die „totalen“ Kameraeinstellungen zu finden und zu betrachten, wie wir in den einzelnen Situationen und Phasen stehen und agieren. Das, was ich gesehen habe, lässt mich leider Gottes zutiefst beunruhigt zurück, weswegen ich meine Gedanken jetzt einfach mal mit euch teilen möchte. Ohne Gewähr auf Richtigkeit und evtl. nicht so perfekt strukturiert – sorry dafür.

Wir spielen (im ruhigen Aufbau) ein klassisches 433. Zwei zurückgezogene IVs, die zwei AVs schieben hoch und bilden dann mit der 6 eine gerade Linie. Dann kommt eine größere Lücke und dann die zwei 8er, die bereits relativ tief in der gegnerischen Hälfte warten. Die beiden Flügelspieler stehen meist noch mal einen Tick höher als die 8er und Fabi steht meistens deutlich vor der gegnerischen Abwehr. Im zentralen defensiven Mittelfeld ist eher tote Hose, es gibt große, leere Räume zwischen den Ketten.

Ziel ist es (wahrscheinlich), den Gegner mit möglichst vielen Leuten weit in die eigene Hälfte zu locken, diese dann blitzschnell zu überspielen, um mit und über die Außen schnell zu kontern. Siehe 1:0 gegen Bochum. Das klappt aber nur bei Mannschaften, die grundsätzlich bereit sind, hoch zu stehen, was Saarbrücken und Verl beide leider nicht waren. Die Gegner kontern unsere Aufstellung indessen mit zwei Viererketten und zwei Stürmern (442). Letztere orientieren sich direkt an unseren beiden IV und halten sich im Verlauf unseres Aufbaus immer sehr nah an der Abseitsgrenze auf. Die gegnerische 4er-Abwehrkette steht das ganze Spiel sehr tief und unterbindet somit von vorne herein jegliches Überlaufenwerden von uns, die zweite gegnerische Kette (zentrales Mittelfeld) attackiert mit den jeweiligen Außenspielern unsere 3 Aufbauer (AVs + 6er) und nimmt bei Bedarf unsere beiden 8er auf, so dass diese viel zu oft komplett aus dem Spiel sind. Da Mitch die Leute auf Außen grundsätzlich sehr weit stehen lässt und das Feld bei eigenem Ballbesitz gerne weit auseinanderzieht, wir als Team also gewollt NICHT zum Ball hin verschieben, gelingt es uns so gut wie nie, irgendwo Überzahl zu generieren. Hinzu kommt (leider), dass Fabi inzwischen Antritt & Geschwindigkeit wie eine Dampfwalze hat und deshalb, wenn es schnell geht, einfach nicht da stehen kann, wo er beim Umschalten im offensiven 433-System aber eigentlich stehen (laufen) müsste – nämlich ganz vorne mit drin, als einer von drei laufenden Stürmern. Ich konnte jedenfalls so gut wie keine Situationen finden, indem wir es mal geschafft haben, mit 4 Mann im jeweils 1:1 auf die 4er-Kette zuzulaufen, geschweige denn mal Überzahl beim Angreifen herzustellen. In nahezu allen Situationen, waren wir in Unterzahl (meist 3:4). Hinter die 4er-Kette sind wir dabei nicht ein einziges Mal gekommen. Und weil unsere AVs zwar im Aufbau hoch stehen, dann aber nie konsequent hinter- und überlaufen (philipp lahmlike), kommt es auch nur sehr selten zu gefährlichen Situationen durch überlagern, gerne auch mit anschließendem Geflanke auf Fabi, der mit Sicherheit immer noch einer der besten Kopfballspieler der Liga ist und dessen Potential derzeit einfach nur verschwendet wird.

Bei gegnerischem Ballbesitz ist sehr auffällig, dass unsere gesamte Mannschaft oft sehr sehr hoch presst. Bei gegnerischem Abstoß sind wir zeitweise mit 8 gegen 7 vorne drauf. Die Gegner versuchen dann grundsätzlich das Spiel IRGENDWIE ins eigene offensive Mittelfeld zu bringen und es dort dann IRGENDWIE schnell zu machen. Es ist sehr auffällig, dass von Gegner Seite ständig versucht wird, den Ball mit einem Kontakt irgendwie nach vorne zu transportieren oder gleich direkt der lange Ball kommt. Irgendwie. Denn: Immer, wenn das irgendwie gelingt (was oft passiert), müssen unsere extrem hoch aufgerückten Innenverteidiger (teilw. bis zur Mittellinie) direkt 1:1 gegen die beiden Stürmer spielen und dabei nicht selten alles riskieren. Das sind die ärmsten Säue in unserem System, unsere IVs. Dafür machen die es echt noch gut. Wir haben beim schnellen Umschalten des Gegners wirklich null Absicherung hinten. Unser Gegner soll so weit vorne wie möglich gestresst werden, das ganze Team ist meines Erachtens angewiesen extrem in Richtung ballführendem Spieler zu verschieben (gegnerischer Ballbesitz). Nur zwei unserer Spieler haben dabei (meiner Meinung nach) die Aufgabe des defensiven Nachrückens (nach hinten gucken und denken aber trotzdem hochschieben). Meist der ballentfernte AV und der 6er. Wenn unser Gegner dann mit zwei, drei Leuten schnell nachrückt, müssen wir regelmäßig ins 4:4 oder 4:5 – und das Alles weit in unserer eigenen Hälfte, wohlgemerkt. Aus einem einzelnen Gegnerangriff ergeben sich dann also jedes Mal gleich zwei sehr kritische Situationen kurz hintereinander. Erstens, müssen die beiden IV unbedingt das Initial-1:1 gegen die beiden abgestellten Stürmer gewinnen. Zweitens, müssen unsere beiden mit nachrückenden Spieler wiederum ihre 1:1 Situationen gewinnen, die sich aus den Klärungsversuchen unserer IVs ergeben haben. Doppelte Gefahr also und das viele Male pro Spiel. Nur logisch, dass das regelmäßig zu Gegentoren führt.

Klos ist für das aktuelle System zudem meiner Meinung nach total ungeeignet, genau wie der ebenfalls eher langsame Wintzheimer, der im Übrigen viel zu oft rausnimmt (was mich jedes Mal extrem aufregt), anstatt den Ball mal schnell weiterlaufen zu lassen. Lücken, habe ich da öfter gesehen, in die er schnell hineinpassen hätte können/müssen.

Unsere AVs sind (beide) fußballerisch viel zu limitiert, müssten im 433, bei dem der Gegner mit defensiver 4er-Kette spielt, aber eigentlich viel viel mehr einbringen (Flanken aus dem Halbfeld, bis zur Grundlinie Hinterlaufen und dann Flanken, zusätzliche Anspielstation rund um das 16er-Eck, auch mal nach Innen ziehen). Agile, vielseitige und vor Allem schnelle AVs sind ein ganz entscheidender Faktor im 433 - bei uns leider völlig falsch besetzt und instruiert. Zu Özkan hatte ich damals schon gesagt, dass er meines Erachtens viel zu langsam für einen modernen AV ist, was sich im extrem hoch pressenden und laufintensiven 433 dann natürlich doppelt und dreifach auswirkt, wenn er nach Ballverlust ständig im Vollsprint nach hinten muss, weil wir dort nahezu bei jedem gegnerischen Angriff 1:1 spielen. Speziell Can sieht man leider die Verunsicherung gerade total an – es ist unfassbar, wie oft er falsch steht, falsch läuft und falsche Entscheidungen trifft. Er ist ein solider Spieler für eine defensiv ausgerichtete 4er-Kette, aber ganz sicher nicht für eine hoch stehende Abwehr im 433, als Rechtsfuß auf der linken Seite. Bei Lannert sehe ich zwar auch einige Defizite, traue ihm aber eine Steigerung durchaus zu - Gesetz dem Fall, Mitch festigt künftig gezielt die Abwehr und schickt ihn nicht permanent in Laufduelle. Oppie ist definitiv noch nicht so weit (es fehlt an Allem für die Liga), und Cherny würde ich gerne Mal 1-2 Spiele über volle 90 Minuten auf Links sehen.

Zum Spielaufbau-Totalausfall unser beiden AVs kommen dann leider noch zwei Missstände hinzu: Erstens Kerskens miserable Genauigkeit bei hohen Pässen. Viele kommen entweder gar nicht an, oder wenn, nur sehr ungenau. Bei den wenigen hohen Bällen, die Mal punktgenau und in einer guten Höhe ankommen, läuft beim Passempfängern garantiert irgendetwas schief, sodass dieser es aufgrund technischer Unzulänglichkeiten oft nicht schafft, den Ball im angemessenen Zeitfenster anzunehmen und gewinnbringend weiterzuverarbeiten. Meist ist der Gegenspieler bereits da und nervt rum (Pässe auf die Flügel). Ansonsten finde ich Kersken nicht so schlecht, wie einige ihn hier sehen, sein Kurzpassspiel ist mit beiden Füßen recht sicher und hat auch eine gute Schärfe, Strafraumbeherrschung und Reflexe sind auch völlig in Ordnung.

Wird doch mal lang zu Fabi in die Mitte gepasst, und es gelingt ihm auch den Ball gut abzulegen, fehlt dort grundsätzlich ein Spieler, der diese Ablage schnell verwertet. Was zum einen daran liegt, dass unsere Gegner das natürlich wissen und die Räume entsprechend gut zustellen, aber auch daran, dass Mitch die Räume grundsätzlich nicht gerne temporär überlagert. Wir haben gefühlt nie irgendwo Überzahl! Hier würde ich mir echt mal wünschen, dass entweder Shipnoski oder Yildirim ganz konsequent in der Vogelsammerrolle um Fabi herumspielen. Oder auch beide. Beide sind nämlich für das Kniat-System meines Erachtens deutlich zu langsam auf Außen, was ein weiterer Hauptgrund für den fehlenden Erfolg ist – keinerlei Raumgewinn durch Geschwindigkeit über Außen. Das sieht man ganz deutlich, seit Sarenren Bazee da ist, der, wenn er geschickt wird (viel zu selten), durch sein hohes Tempo immer gleich ordentlich Alarm macht. Da bräuchten wir also unbedingt ein schnelles Pendant auf links um unausrechenbarer zu werden.

Der zweite Punkt ist das gänzliche Fehlen eines echten Spielmachers im zentralen Mittelfeld. Einen, mit guter Technik und körperlicher Präsenz, der den Ball mal hält und erst einmal schaut, bevor er ihn weiter passt. Ein ruhiger Aufbau mit so einem echten Ballverteiler ist aber offensichtlich von den Verantwortlichen null gewünscht. Stattdessen gilt die Devise: Druck, Druck, schnell, schnell, Stress, Stress, pressen, pressen! Wie sehr das Trainerteam das vermutlich in die Köpfe reinballert, kann man gut am 2:1 von Saarbrücken sehen. Alle Spieler sind nach einer Ecke in unserem Strafraum versammelt, Kersken faustet den Ball nach einer Flanke relativ weit raus. Und was dann passiert, sollte man sich wirklich mal angucken: Plötzlich rennt die ganze Meute völlig planlos aus dem Strafraumzentrum in Richtung Ball – wirklich, völlig ohne Hirn und Verstand – sodass der Rest, im jetzt fast Verwaisten Strafraum, 3:5 steht. Pressen, pressen, pressen, Druck, Druck, Druck. Sorry, Michael Mutzel, wenn das kein planloses Rumgerenne ist, dann weiß ich auch nicht. Ziel Nummer 1 ist doch wohl immer den Ballführenden maximal unter Druck zu setzen, was aber oft auf Kosten der Raumdeckung geschieht. Kriegen wir den Ball nicht schnell genug, kommt der lange Ball und wir stehen blank.

All unsere Mittelfeldspieler sind deshalb auch An- und Abläufer oder eher merklich Richtung offensive 8 ausgerichtet. Wir haben keine sogenannte Holding 6, keinen echten Zerstörer und auch keinen echten zentralen Mittelfeldspieler, der dirigiert. Meiner Meinung nach ist das gezielt so gewollt und grundfalsch zusammengestellt. Ich sehe ein riesen Ungleichgewicht im Kader. Der, meines Erachtens, wichtigste Raum auf dem Platz, die Zentrale, ist nicht mit Spezialisten für diese Position besetzt, sondern mit Mischspielern. Wörl spielt 6, ist aber kein Aufbauspieler und auch kein Zerstörer, genauso wenig wie Schreck. Ich kann mich an keinen einzigen Steckpass von den beiden erinnern und auch an keinen Pass in die freien, unbespielten Bereiche, die zwischen den Ketten immer reichlich vorhanden sind. Nach hinten Absichern tun sie aber auch nicht konsequent. Mizuta und Boujellab spielen solche Bälle auch nicht, sondern sind eher Dribbler, die den Ball am Fuß übers Feld tragen, oder auf zweite Bälle warten, um dann schnell abzuschließen. Oder sie bewegen sich eben in diese Zwischenbereiche hinein, werden dort aber nicht angespielt (Wintzheimer). Den einzigen Spieler, den ich hierfür sehe, ist Biankadi – der kann überdurchschnittlich gut passen (schon mehrfach gesehen die Saison), spielt aber seit geraumer Zeit überhaupt keine Rolle mehr. Weil er eben nicht ins aktuelle Pressing-Konzept passt. Meine Frage ist deshalb, wer baut bei uns eigentlich das Spiel auf? Wer kann das eigentlich bei uns? Wer soll die entscheidenden Pässe im aktuellen System eigentlich spielen?

Fazit : Wir haben kein schnelles Team! Die Innenverteidigung macht das angesichts der Umstände entsprechend ordentlich und ist meiner Meinung nicht das Hauptproblem. Es fehlen schlicht Anspielstationen. Außenverteidiger und Torwart sind die größten Schwachstellen im Aufbau und müssen dringend entlastet werden. Das Team steht bei eigenem Ballbesitz zu weit und zu hoch und müsste anfangen sich mehr zusammenzuziehen, um mehr Anspielstationen zu generieren (auch die Außen). Irgendjemand muss anfangen, im Mittelfeld die Fäden zu ziehen, von mir aus konsequente Doppelsechs. Spielmaterial passt teilweise nicht zum System. Kniat muss schleunigst das 1 gegen 1 Harakiri hinten in den Griff bekommen und mit einer deutlich besseren Absicherung bei eigenem Ballbesitz spielen (4+1). Klos muss entweder anders bespielt werden oder erst einmal draußen bleiben, wir brauchen auf jeden Fall viel mehr Flanken, wenn er auf dem Platz ist. Shipnoski & Yildirim müssen grundsätzlich anders eingesetzt werden (deutlich Zentraler & weniger laufintensiv). Man darf den Gegner phasenweise auch mal kommen lassen. Man darf auch mal Ballbesitz mit Kurzpass spielen. Räume müssen unbedingt auch mal merklich überlagert werden.

LG & Ende
(bin jetzt erstmal total fertig, hat aber Spaß gemacht das mal aufzuschreiben)


Falls wir heute einen auf den Deckel bekommen und Mitch tatsächlich abgesägt werden sollte (was ich nicht hoffe): hast du in nächster Zeit schon größere Projekte geplant? grins aber ernsthaft: mich würde interessieren, inwiefern du selbst im Fussball aktiv bist oder warst, ob als Spieler oder Trainer? Und wenn ja, auf welchem Level du da unterwegs bist? Die Analyse hast du wirklich gut geschrieben und dich hier gleich mal mit einem der mMn besten Beiträge überhaupt eingefügt daumen-hoch

Thematisch sehe ich unsere Probleme ganz ähnlich: vereinfacht gesagt, gehen wir gegen den Ball ein relativ hohes Risiko ein, um dann Situationen zu schaffen, aus denen wir wenig Kapital schlagen können. Was ich nämlich fast gar nicht gesehen habe ist, dass wir durch einen hohen Ballgewinn eine gefährliche Chance kreieren, indem wir direkt und mit Zug zum Tor umschalten. Wenn man regelmäßig solche Situationen hervorrufen könnte, wäre das Risiko, das wir dafür in der Restverteidigung eingehen, in meinen Augen absolut vertretbar. Dass das nicht klappt, hat zwei Gründe: zum einen lassen sich die Gegner in Liga 3 nicht darauf ein. Wird's eng, bringen fast alle Teams den Ball ohne große Umwege nach vorne. Dabei wird möglichst wenig Risiko eingegangen, also passiert das überwiegend durch hohe Bälle. Zum anderen laufen wir häufig grauenhaft an. Ein tolles Beispiel dafür ist das dritte Saarbrücker Tor, bei dem wir einen Einwurf auf unserer linken Seite im gegnerischen Drittel attackieren und der Gegner dann über ganz simple Bälle nach rechts und vorn verlagern kann. Den einen Zweikampf, in den wir insgesamt nur kommen, verlieren wir auf Höhe der Mittellinie und daraufhin ist unsere gesamte Abwehr entblößt. Auffällig bei dieser Aktion ist, dass immer ein bisschen zwei Arminen im Tempo anlaufen und der Rest der Mannschaft erst nach und nach reagiert. Im Block ist da überhaupt nichts passiert und dann kommt mit sehr einfachen Mitteln ein "Traum-Angriff" von Saarbrücken zustande. Allerdings nicht, weil die es so gut machen sondern weil wir jegliche Geschlossenheit und Kompaktheit vermissen lassen. Die Szene war sicherlich die extremste in der bisherigen Saison, aber mitnichten ein Einzelfall. Wer Lust hat, kann sich das ja nochmal anschauen.

Lange reden, kurzer Sinn: unsere AVs müssen defensiver agieren, das frühen Pressen sollten wir ebenso erstmal auf Eis legen bis mehr Sicherheit da ist (natürlich nicht bei Rückständen kurz vor Ende) und ein Gehrkens würde der Mannschaft als Abräumer wohl gut tun. Nichtsdestotrotz gilt es, die Ruhe zu bewahren. Wenn sich im Oktober an Spielweise und Ergebnissen nichts tut, muss man überlegen, wie man Mannschaft (und Trainer) helfen kann.
Taktiktisch |#90
08.10.2023 - 12:21 Uhr
Hab mir jetzt gerade mal die ersten 20 Minuten angeschaut, weil ich gestern (mal wieder) anderweitig verplant war.

(So nebenbei konnte ich diese Saison aus anderen Verpflichtungen 4 Spiele nicht sehen: Preußen, Bochum, Unterhaching und BVB2, vielleicht liegts an mir augen-zuhalten )

Und was im Speilaufbau mal wieder sofort zu sehen ist, dass der Abstand zwischen Wörl und Schreck/Boujellab viel zu riesig ist.

Wir bauen das i.d.R. auf 2 unterschiedliche Weisen auf.

Entweder lässt Wörl sich in Prietl Manier zwischen die IV fallen, die dann relativ breit stehen oder er steht klassisch vor den IVs auf einer Höhe mit den Außenverteidigern.
Was immer gleich bleibt ist die Position der 5 vorne und das ist für mich das Hauptproblem.

Wir haben dann in beiden Fällen eigentlich immer nur die Option einen Ball mal über 20 Meter entsprechend scharf durchs Mittelfeld zu spielen auf Schreck und Boujellab. Da der Ball extrem scharf gespielt werden muss damit er ankommt, ist er dann auch entsprechend schwer zu kontrollieren.

Wenn wir dann den Ball verlieren haben wir aber immer nur die beiden IV und Wörl hinterm Ball, weil die beiden Außenverteidiger ebenfalls sehr hoch stehen.

Zweite Option ist dann das Spiel über die Außenverteidiger. Wurde hier aber schon tausend mal erläutert. Die Gegner geben keinen Druck auf Wörl und wenn der Ball zu Oppie/Lannert geht ist das der Pressingauslöser.
Die können dann nur einen Risikoreichen Ball die Linie runter spielen der schnell mal zurück kommt. (Siehe 2:0 für verl)

Oder hinten rum spielen oder das Ding sofort lang schlagen.


Und das sind so Dinge die kann ich nicht verstehen. Wenn wir das hier im Forum erkennen, dass die Abstände zwischen den Ketten viel zu Groß sind. Dann erkennt das auch jeder Gegner.

Warum erkennt Kniat das nicht?
Oder ist der Plan wirklich darauf ausgerichtet, dass wir nen Ball Flach über 20-25 Meter durchs Mittelfeld spielen genau in den Fuß von unseren 8ern die den dann perfekt annehmen müssen?

Und selbst wenn wir das schaffen, kommt ja noch erschwerend hinzu, dass unsere Gegner immer mit fast der gesamten Mannschaft hinterm Ball bleiben können.
Wörl und die Innenverteidiger lässt man (meistens) machen und sobald es auf die 8er oder die AV geht, packt man zu. Wenn man das so statisch spielt reißt man natürlich auch keine Lücken.

Boujellab hat es immer mal wieder versucht sich den Ball weiter hinten abzuholen und dann wurde es auch oft viel dynamischer und gefährlicher weil er natürlich dann auch immer 1-2 Gegenspieler mit nimmt.

Wie oft hat ein Hartel hier ein Ball in den Fuß bekommen als er schon 5-10 Meter tief in der Gegnerischen hälfte stand? Fast nie.

Und das müssten wir finde ich viel häufiger machen. Kniat hat angekündigt, dass er mit dem flachen Aufbau Mannschaften raus locken will um es dann schnell zu machen.

Du lockst aber keine Mannschaft hinten raus wenn du mit 5 Mann in der gegnerischen Hälfte stehst und die AV ebenfalls fast auf Höhe Mittellinie stehen.

Würde mir deshalb einfach Geerkens für Schreck wünschen, weil der in seiner Grundausrichtung einfach 10 Meter weiter hinten steht und dadurch gibt er uns offensiv ganz andere Möglichkeiten als ein Schreck, der immer seine 5-10 Meter tief in der gegnerischen Hälfte steht und einen Gegenspieler an den Fersen kleben hat.


Oder übersehe ich da irgendeine Taktische Idee von Kniat?
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