Transferwünsche zum Winter 17/18
19.09.2017 - 16:39 Uhr
11.10.2017 - 10:55 Uhr
https://www.transfermarkt.de/romario-ibarra/profil/spieler/263605
Hmm. Der SC ist ja nicht gerade dafuer beruehmt Talente aus Suedamerika zu holen. Zum Spieler kann ich nichts sagen. Allerdings brauchen die Sueamerikaner idR ja schon eine gewisse Eingewoehnungsphase - mal abgesehen von ein paar Ausnahmen. Unter der jetzigen sportlichen Fuehrung vermeidet man ja anscheinend Transfers von anderen Kontinenten. Ist ja schon ewig her dass mal jmd von weiter weg beim SC gekickt hat (ok Soyuencue kommt vom asiatischen Teil der Tuerkei, aber ihr wisst was ich meine).
Der letzte Transfer dieser Art war Kisho Yano in der Saison 10/11. Transfers im Nachwuchsbereich mal aussen vor gelassen - das ist eine andere Geschichte.
Hmm. Der SC ist ja nicht gerade dafuer beruehmt Talente aus Suedamerika zu holen. Zum Spieler kann ich nichts sagen. Allerdings brauchen die Sueamerikaner idR ja schon eine gewisse Eingewoehnungsphase - mal abgesehen von ein paar Ausnahmen. Unter der jetzigen sportlichen Fuehrung vermeidet man ja anscheinend Transfers von anderen Kontinenten. Ist ja schon ewig her dass mal jmd von weiter weg beim SC gekickt hat (ok Soyuencue kommt vom asiatischen Teil der Tuerkei, aber ihr wisst was ich meine).
Der letzte Transfer dieser Art war Kisho Yano in der Saison 10/11. Transfers im Nachwuchsbereich mal aussen vor gelassen - das ist eine andere Geschichte.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von donnie69er am 11.10.2017 um 10:59 Uhr bearbeitet
11.10.2017 - 14:29 Uhr
Zitat von donnie69er
Unter der jetzigen sportlichen Fuehrung vermeidet man ja anscheinend Transfers von anderen Kontinenten.
Unter der jetzigen sportlichen Fuehrung vermeidet man ja anscheinend Transfers von anderen Kontinenten.
Kaum ein SC-Fan, der sich nicht irgendwann in den letzten Jahren Gedanken dazu gemacht hat. Meine These:
In Freiburg sind die Verantwortlichen zu der Überzeugung gelangt, dass man dieses Risiko nur in absoluten Ausnahmefällen eingeht.
Die Arbeit mit jungen Fußballern aus fremden Kulturen, die einem anderen Wertekosmos entstammen, birgt einige Hürden. Anderes Arbeitsethos, Sprachbarrieren, die unbekannte kalte Jahreszeit, Heimweh, speziell auf den SC bezogen aber vor allem ein anderes Verständnis von Gemeinschaft (da ist man in Freiburg ja schon bei einheimischen Spielern wählerisch).
Fußballerisch ist man auf diesen Kontinenten anders sozialisiert. Dh. der persönliche Karriereweg steht viel mehr im Fokus. Das hat zahlreiche Gründe, oft spielt auch die soziale Herkunft eine wichtige Rolle. Wenn Du in einer Favela aufgewachsen bist und Deine Eltern kein Geld hatten, wirst Du bei Angeboten größerer Klubs finanzielle Kriterien zwangsläufig anders gewichten als ein Arztsohn aus der March. Dieser lone wolf Modus, in dem man sich als Einzelkämpfer begreift, der sich alles selbst erarbeiten muss im Leben und nichts geschenkt bekommt, ist in wohlhabenden Ländern nicht verbreitet. Vielleicht bei Berliner Problemkindern wie KP Boateng, doch das ist nicht die vorherrschende Mentalität in Deutschland.
Aber zurück zum Thema: Ich bin sicher, man hat beim SC die bisherigen Fälle intensiv aufgearbeitet und sich gesagt: Wir wollen keine Situation mehr haben, in der wir gegen den Abstieg spielen und unser Leistungsträger spricht davon, dass er nächste Saison Champions League spielt u. keinen Bock auf Absteiger hat. Oder auf Biegen und Brechen zu Newcastle will.
Damit hat man großen Erfolg gehabt. Wenn man beim SC die vergangene Saison eingehend analysiert hat, so ist man eher früher als später auch zu der Erkenntnis gekommen: Wir hatten mit Grifo und Philipp zwei Ausnahmespieler, die schon früh in der Saison heftig von anderen Klubs umworben waren. Dass es da nach außen hin so ruhig geblieben ist und die uns nicht öffentlich die Pistole auf die Brust gesetzt haben, hat einen wesentlichen Beitrag dazu geleistet, dass wir in der Rückrunde so erfolgreich waren. Das ist im Fußballgeschäft alles andere als selbstverständlich und das Ergebnis unserer strengen Auswahlkriterien bei neuen Spielern.
Diesen Kurs wird man daher weiterverfolgen.
Aber um nochmal zu betonen, bei dem Thema schreibe ich lieber einen Absatz zu viel als zu wenig: Das alles hat nicht per se mit anderen Kontinenten oder Ethien oder vergleichbaren Kampfbegriffen aus der rassischen Ideologie zu tun, sondern in erster Linie mit unterschiedlicher sozialer Prägung. Bereits mit Deutsch-Türken bzw. Deutsch-Arabern ist das deutlich riskanter. Die Calhanoglus, Ayhans und Nakis haben einen anderen Rucksack zu tragen. Ich bin selbst Deutsch-Araber und würde zu gerne mal wieder einen Araber beim SC sehen, habe mich damals auch sehr über die Verpflichtung von Bulut als Deutsch-Türken gefreut, weil der Verein für mich immer für Multikulturalismus stand und es mich schon als Kind unbeschreiblich gefreut hat, wenn die deutschen Fans beim SC Araber und Türken in ihr Herz schlossen. Das trägt auch seinen Teil zur Völkerverständigung bei. Aber es hat seine Gründe, warum man bei Nicht-Europäern wesentlich weniger Risiko geht, wohingegen man Kicker aus dem rund 2000 km entfernten Norwegen scheinbar blind verpflichtet. Zugespitzt. Oder vom anderen Ende der Welt einen arbeitsversessenen Japaner, der sich eh überall integrieren würde.
Ein weiterer nicht unerheblicher Faktor, der für die SC-Verantwortlichen gegen die Verpflichtung aus - wie von Dir angesprochen Afrika und Südamerika - sprechen sollte, ist die dortige Beratersituation. Wenn so ein südamerikanischer Spieleragent Druck macht, sein Dembele möge doch bitte jetzt sofort nach Barcelona wechseln dürfen, kann man damit in Dortmund oder München einigermaßen umgehen, weil man die Erfahrung hat und auch ganz andere Hebel als ein kleiner Verein wie Freiburg.
Deshalb: Ins Risiko geht man nur bei Spielern, von denen man restlos überzeugt ist. Siehe das von Dir angesprochene Beispiel Söyüncü, den man verpflichtet hat, obwohl er nicht mal Englisch konnte. Womit m.E. auch hinreichend belegt wäre, dass beim SC in der Hinsicht nicht dogmatisch gedacht wird.
btw: Immer wieder eine Freude wenn jemand mit englischer Tastatur einen Beitrag verfasst, in dem "Söyüncü" vorkommt.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Zweitligameister am 11.10.2017 um 14:44 Uhr bearbeitet
11.10.2017 - 21:43 Uhr
Zitat von Zweitligameister
Kaum ein SC-Fan, der sich nicht irgendwann in den letzten Jahren Gedanken dazu gemacht hat. Meine These:
In Freiburg sind die Verantwortlichen zu der Überzeugung gelangt, dass man dieses Risiko nur in absoluten Ausnahmefällen eingeht.
Die Arbeit mit jungen Fußballern aus fremden Kulturen, die einem anderen Wertekosmos entstammen, birgt einige Hürden. Anderes Arbeitsethos, Sprachbarrieren, die unbekannte kalte Jahreszeit, Heimweh, speziell auf den SC bezogen aber vor allem ein anderes Verständnis von Gemeinschaft (da ist man in Freiburg ja schon bei einheimischen Spielern wählerisch).
Fußballerisch ist man auf diesen Kontinenten anders sozialisiert. Dh. der persönliche Karriereweg steht viel mehr im Fokus. Das hat zahlreiche Gründe, oft spielt auch die soziale Herkunft eine wichtige Rolle. Wenn Du in einer Favela aufgewachsen bist und Deine Eltern kein Geld hatten, wirst Du bei Angeboten größerer Klubs finanzielle Kriterien zwangsläufig anders gewichten als ein Arztsohn aus der March. Dieser lone wolf Modus, in dem man sich als Einzelkämpfer begreift, der sich alles selbst erarbeiten muss im Leben und nichts geschenkt bekommt, ist in wohlhabenden Ländern nicht verbreitet. Vielleicht bei Berliner Problemkindern wie KP Boateng, doch das ist nicht die vorherrschende Mentalität in Deutschland.
Kaum ein SC-Fan, der sich nicht irgendwann in den letzten Jahren Gedanken dazu gemacht hat. Meine These:
In Freiburg sind die Verantwortlichen zu der Überzeugung gelangt, dass man dieses Risiko nur in absoluten Ausnahmefällen eingeht.
Die Arbeit mit jungen Fußballern aus fremden Kulturen, die einem anderen Wertekosmos entstammen, birgt einige Hürden. Anderes Arbeitsethos, Sprachbarrieren, die unbekannte kalte Jahreszeit, Heimweh, speziell auf den SC bezogen aber vor allem ein anderes Verständnis von Gemeinschaft (da ist man in Freiburg ja schon bei einheimischen Spielern wählerisch).
Fußballerisch ist man auf diesen Kontinenten anders sozialisiert. Dh. der persönliche Karriereweg steht viel mehr im Fokus. Das hat zahlreiche Gründe, oft spielt auch die soziale Herkunft eine wichtige Rolle. Wenn Du in einer Favela aufgewachsen bist und Deine Eltern kein Geld hatten, wirst Du bei Angeboten größerer Klubs finanzielle Kriterien zwangsläufig anders gewichten als ein Arztsohn aus der March. Dieser lone wolf Modus, in dem man sich als Einzelkämpfer begreift, der sich alles selbst erarbeiten muss im Leben und nichts geschenkt bekommt, ist in wohlhabenden Ländern nicht verbreitet. Vielleicht bei Berliner Problemkindern wie KP Boateng, doch das ist nicht die vorherrschende Mentalität in Deutschland.
Ich oute mich mal als Klugscheisser, auch wenn diese Tatsache i.d.Zz. jedem hier bekannt sein müsste. Als Südamerikakenner (ich bin pro Jahr min. 4 Wochen beruflich. und privat da unterwegs) möchte ich speziell zu den Verhältnissen in Ecuador ein, zwei Worte verlieren.
Das Klima in Quito ist trotz seiner Lage am Äquator aufgrund der Höhenlage gemäßigt. Es ist außerdem feucht. Die mittlere Jahrestemperatur liegt bei 13 °C, wobei die Temperaturen innerhalb eines Tages deutlich stärker schwanken als über das Jahr. Die Temperaturen liegen zwischen etwa 6-7 °C in den Nachtstunden und bis zu 24-25 °C an warmen Tagen. Meist liegen die Tagestemperaturen zwischen 18 und 21 °C (Quelle: Wikipedia). Die saisonalen Klimaschwankungen sind zwar geringer als bei uns, jedoch liegen die Temperaturen jetzt nicht gross ausserhalb des Freiburger Spektrums.
Mit einem BIP pro Kopf von (2016) 5.997 US-Dollar ist das OPEC-Land Ecuador mit seinen 16,2 Millionen Einwohnern ein Land mit mittlerem Einkommensniveau des oberen Segments (Quelle: Auswärtiges Amt).
Im Ranking der Lebensqualität liegt Quito an 128er Stelle. Zum Vergleich: Bukarest 110, Sofia 115, Istanbul 122, Belgrad 141, Sarajevo 161, Moskau 167 (Quelle: Mercer).
Beliebteste Ziele für Auswanderer: Platz 1 Ecuador.
Zitat von Travelbook
Auswanderer, geht nach Ecuador! Denn hier findet ihr ziemlich schnell Anschluss – in keinem anderen Land ist es einfacher, neue Freunde zu finden. Zudem sind die Lebenshaltungskosten so niedrig, dass 91 Prozent sie positiv bewerteten. 94 Prozent der dort wohnhaften Ausländer sind mit ihrer Freizeitgestaltung zufrieden. Was ebenfalls die Stimmung hebt: Die Arbeitswoche ist hier recht kurz – was damit zu tun hat, dass man es sich bei den geringen Lebenshaltungskosten nun mal gut leisten kann, nur halbtags zu arbeiten. 45 Prozent können sich vorstellen, für immer in Ecuador zu bleiben.
Auswanderer, geht nach Ecuador! Denn hier findet ihr ziemlich schnell Anschluss – in keinem anderen Land ist es einfacher, neue Freunde zu finden. Zudem sind die Lebenshaltungskosten so niedrig, dass 91 Prozent sie positiv bewerteten. 94 Prozent der dort wohnhaften Ausländer sind mit ihrer Freizeitgestaltung zufrieden. Was ebenfalls die Stimmung hebt: Die Arbeitswoche ist hier recht kurz – was damit zu tun hat, dass man es sich bei den geringen Lebenshaltungskosten nun mal gut leisten kann, nur halbtags zu arbeiten. 45 Prozent können sich vorstellen, für immer in Ecuador zu bleiben.
Das Zitat unterstützt zwar deine These bzgl. der finanzielle Kriterien, aber nicht in der von dir beabsichtigten Weise. Ich gehe hier natürlich von der (berechtigten) Annahme aus, dass Profifussballer finanziell ähnlich gut gestellt sind wie Durchschnittsauswanderer. Da ich beruflich sehr eng mit Leuten aus lateinamerikanischen Ländern in Kontakt bin, kann ich nicht nur das im Vergleich zu Deutschland sehr gute Bildungsniveau sowie die gute Arbeitsmoral positiv hervorheben, sondern auch bestätigen, dass die durchschnittlichen Englischkenntnisse vergleichbar derer vieler Europäischer Länder sind (inklusive Deutschland, Frankreich oder Spanien).
Die von dir aufgeworfene Einzelkämpfermentalität wird im obigen Zitat nicht bestätigt, was ich durchaus bestätigen kann. Sozialdenken und soziale Verknüpfungen sind deutlich stärker ausgeprägt als in weiten Teilen Europas.
Natürlich gibt es Unterschiede zwischen den sozialen Schichten, wobei ich diese als jetzt nicht so frappierend erachte, um sie als Differenzierungsmerkmal gegenüber EU Ländern heranzuziehen. Klar gibt es Ausnahmen (z.B. Sao Paulo, Rio, Mexico City, weite Teile Venezuelas (aus verständlichen Gründen), teilweise auch der Süden Buenos Aires), wo in sozial unterprivilegierten Communidades eine friss-oder-stirb Mentalität zu beobachten ist. Jedoch sollte man dies nicht auf gesamte Länder oder Regionen verallgemeinern. Wir sprechen hier in der Regel von Millionenstädten mit einer grossen Zahl von Migranten aus wirtschaftlich schwachen ländlichen Gegenden. Das gleiche ist auch in London, Paris oder nahezu jeder US Grossstadt zu beobachten. Man möge sich nur mal die nordwestlichen Pariser Banlieues oder die Obdachlosenzahlen mit den damit einher gehenden Kriminalitätsraten in San Francisco betrachten.
Ecuador ist sicher eines der angenehmsten Länder Südamerikas, aber auch für Costa Rica, Panama, Kolumbien, Peru, Chile, Argentinien, Uruguay oder mit Abstrichen Brasilien und Bolivien sehe ich wenig Gründe, Spieler aufgrund ihrer Mentalität oder Sozialisierung nicht nach Freiburg zu holen. Die anderen Länder mit Ausnahme Mexikos kenne ich persönlich nicht resp. habe auch keine persönlichen Beziehungen zu Leuten aus diesen Ländern.
Fazit: Der Wertekosmos in lateinamerikanischen Ländern unterscheidet sich nicht massgeblich von dem in Europa. Ich sehe (bis auf etwaiges Heimweh) auch keinen Grund, warum Lateinamerikanische Fussballer schlechter in die BL integrierbar sein sollten, als Spieler aus UEFA Ländern.
12.10.2017 - 12:31 Uhr
Danke für Deinen Post lipuma, aber hier liegt ein Missverständnis vor. Ich habe mich auf Donnies Aussage bezogen, der SC vermeide Transfers von anderen Kontinenten u. allgemein Südamerika/Afrika. Bzw. einen Erklärungsansatz versucht, warum der SC über einen auffällig langen Zeitraum keine Spieler aus diesen Kontinenten im Kader hat. Mit Ecuador hatte mein Post nichts zu tun. War trotzdem interessant zu lesen. Deine Ausführungen dazu teile ich natürlich in weiten Teilen.
Wo ich anderer Meinung bin: Im Schnitt ist ein Jugendlicher aus der FFS ganz anders auf den Profifußball vorbereitet als Jugendliche aus Lateinamerika oder Afrika. Auch wenn es dort natürlich ein breites Spektrum gibt und Afrika nicht gleich Afrika ist. Aber dass dort oder in Südamerika ebensoviel Wert auf schulische Ausbildung, Abitur, social skills gelegt wird, weil man sich sagt "Ok, 90% werden den Sprung in den Profifußball nicht schaffen, deshalb richten wir uns in der Ausbildung aus Verantwortung nach dieser Mehrheit", das halte ich für ausgeschlossen.
Dass man in den südamerikanischen oder afrikanischen Ländern versucht, jedem Fußballschüler so viel mit auf den Weg zu geben, dass er im wahrscheinlichen Falle eines Scheiterns als Profifußballer ohne weiteres ein Studium oder eine Ausbildung beginnen kann, das trifft nicht ansatzweise zu. Die absolute Ausnahme könnte Costa Rica sein, in dem Land wird gesellschaftspolitisch wahnsinnig viel richtig gemacht.
All das hat viel mit dem direkten Kontakt zur Familie zu tun. Jugendliche, die - wie in Freiburg meist der Fall - entweder bei ihrer Familie wohnen oder diese regelmäßig sehen, entwickeln sich in aller Regel zu stabileren Persönlichkeiten, die später im Leben zb. auch persönliche Krisen besser bewältigen. In Deutschland geht man mit jungen Talenten inzwischen relativ verantwortungsbewusst um, reißt sie nicht mehr wie noch vor 20 Jahren aus ihrem sozialen Umfeld in eine 400 km. entfernte Stadt.
Viele Indizien sprechen dafür, dass dies in einem Land wie Brasilien vielfach anders gehandhabt wird. Bei diesen Klubs sind teilweise sehr emotionale Verantwortliche in Führungspositionen. Wenn denen ein verheißungsvolles 14-jähriges Talent aus einem anderen Teil dieses flächenmäßig riesigen Landes angeboten wird, werden die nicht sagen "Sicke skills, Ausnahmetalent, wir hätten den unfassbar gerne, aber wir glauben, dass der Junge noch ein paar Jahre in der Nähe seiner Familie oder wenigstens in der Nähe seines sozialen Umfelds bleiben sollte. Soll ein anderer Verein diese Verantwortung übernehmen und davon profitieren, wir machen so etwas aus gesellschaftlicher Verantwortung nicht."
Wenn diese Jungs den Sprung zum Profi schaffen und nach Europa wechseln können, fehlt ihnen eben was. Wer hingegen sagen wir bis 19, 20 zumindest mittelbar bei seiner Familie bleiben kann, ist meiner Meinung nach viel besser vorbereitet für einen Wechsel auf einen anderen Kontinent und zündet nicht sein Haus an oder versinkt in Depressionen. Weniger Breno-Potenzial. Auch wenn so etwas natürlich jedem Menschen passieren kann, mir geht es nur um die Wahrscheinlichkeit.
Das hat wiederum nichts mit Nationalität etc. zu tun, das gilt für alle Menschen weltweit. Nehmen wir das umgekehrte Beispiel, den völlig fiktiven Fall eines jungen deutschen Fußballers, der mit 13 aus Kiel in die Jugend des VfB Stuttgart wechselt, von dort mit 15 nach Berlin und mit 19 Jahren ein super Angebot von Gremio Porto Allegre annimmt. Das birgt einfach hohe Risiken, solche Menschen sind labiler, anfälliger für Depressionen usw. usf. Ich denke primär darum geht es den SC-Verantwortlichen bei solchen Entscheidungen, nicht um die Nationalität der Spieler oder sonstigen Quatsch.
Wenn man sogar schon bei den nicht gerade als progressiv bekannten Bayern vor Jahren auf den Trichter kam, mit Verpflichtungen direkt aus Südamerika lieber zurückhaltend zu sein, dürfte klar sein, dass es hier offenbar Faktoren zu berücksichtigen gibt, die weit über das rein Fußballerische hinausgehen.
Ansonsten glaube ich wie gesagt, dass der SC Spieler aus diesen fremden Märkten nur dann holt, wenn sie ein überragendes Gesamtpaket bieten. Eher wird man aber indirekt Spieler verpflichten, die sich bereits akklimatisiert haben, sprachlich wie taktisch. Lezcano wäre ein Beispiel.
Wo ich anderer Meinung bin: Im Schnitt ist ein Jugendlicher aus der FFS ganz anders auf den Profifußball vorbereitet als Jugendliche aus Lateinamerika oder Afrika. Auch wenn es dort natürlich ein breites Spektrum gibt und Afrika nicht gleich Afrika ist. Aber dass dort oder in Südamerika ebensoviel Wert auf schulische Ausbildung, Abitur, social skills gelegt wird, weil man sich sagt "Ok, 90% werden den Sprung in den Profifußball nicht schaffen, deshalb richten wir uns in der Ausbildung aus Verantwortung nach dieser Mehrheit", das halte ich für ausgeschlossen.
Dass man in den südamerikanischen oder afrikanischen Ländern versucht, jedem Fußballschüler so viel mit auf den Weg zu geben, dass er im wahrscheinlichen Falle eines Scheiterns als Profifußballer ohne weiteres ein Studium oder eine Ausbildung beginnen kann, das trifft nicht ansatzweise zu. Die absolute Ausnahme könnte Costa Rica sein, in dem Land wird gesellschaftspolitisch wahnsinnig viel richtig gemacht.
All das hat viel mit dem direkten Kontakt zur Familie zu tun. Jugendliche, die - wie in Freiburg meist der Fall - entweder bei ihrer Familie wohnen oder diese regelmäßig sehen, entwickeln sich in aller Regel zu stabileren Persönlichkeiten, die später im Leben zb. auch persönliche Krisen besser bewältigen. In Deutschland geht man mit jungen Talenten inzwischen relativ verantwortungsbewusst um, reißt sie nicht mehr wie noch vor 20 Jahren aus ihrem sozialen Umfeld in eine 400 km. entfernte Stadt.
Viele Indizien sprechen dafür, dass dies in einem Land wie Brasilien vielfach anders gehandhabt wird. Bei diesen Klubs sind teilweise sehr emotionale Verantwortliche in Führungspositionen. Wenn denen ein verheißungsvolles 14-jähriges Talent aus einem anderen Teil dieses flächenmäßig riesigen Landes angeboten wird, werden die nicht sagen "Sicke skills, Ausnahmetalent, wir hätten den unfassbar gerne, aber wir glauben, dass der Junge noch ein paar Jahre in der Nähe seiner Familie oder wenigstens in der Nähe seines sozialen Umfelds bleiben sollte. Soll ein anderer Verein diese Verantwortung übernehmen und davon profitieren, wir machen so etwas aus gesellschaftlicher Verantwortung nicht."
Wenn diese Jungs den Sprung zum Profi schaffen und nach Europa wechseln können, fehlt ihnen eben was. Wer hingegen sagen wir bis 19, 20 zumindest mittelbar bei seiner Familie bleiben kann, ist meiner Meinung nach viel besser vorbereitet für einen Wechsel auf einen anderen Kontinent und zündet nicht sein Haus an oder versinkt in Depressionen. Weniger Breno-Potenzial. Auch wenn so etwas natürlich jedem Menschen passieren kann, mir geht es nur um die Wahrscheinlichkeit.
Das hat wiederum nichts mit Nationalität etc. zu tun, das gilt für alle Menschen weltweit. Nehmen wir das umgekehrte Beispiel, den völlig fiktiven Fall eines jungen deutschen Fußballers, der mit 13 aus Kiel in die Jugend des VfB Stuttgart wechselt, von dort mit 15 nach Berlin und mit 19 Jahren ein super Angebot von Gremio Porto Allegre annimmt. Das birgt einfach hohe Risiken, solche Menschen sind labiler, anfälliger für Depressionen usw. usf. Ich denke primär darum geht es den SC-Verantwortlichen bei solchen Entscheidungen, nicht um die Nationalität der Spieler oder sonstigen Quatsch.
Wenn man sogar schon bei den nicht gerade als progressiv bekannten Bayern vor Jahren auf den Trichter kam, mit Verpflichtungen direkt aus Südamerika lieber zurückhaltend zu sein, dürfte klar sein, dass es hier offenbar Faktoren zu berücksichtigen gibt, die weit über das rein Fußballerische hinausgehen.
Ansonsten glaube ich wie gesagt, dass der SC Spieler aus diesen fremden Märkten nur dann holt, wenn sie ein überragendes Gesamtpaket bieten. Eher wird man aber indirekt Spieler verpflichten, die sich bereits akklimatisiert haben, sprachlich wie taktisch. Lezcano wäre ein Beispiel.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Zweitligameister am 12.10.2017 um 12:37 Uhr bearbeitet
13.10.2017 - 01:10 Uhr
Eigentlich nicht. Ich wollte dir auch nicht widersprechen und mag deinen Erklärungsversuch auch nicht als unrealistisch abtun. Was ich am Beispiel Ecuadors (bzw. Lateinamerikas) zeigen wollte ist, dass die Welt immer enger zusammenrückt. Als ich vor ca 15 Jahren zum ersten mal Lateinamerika besuchte (den eigentlich reichen Staat Panama), wurden, bis auf die Ausnahme Panama City, meine damaligen Vorurteile bestätigt. Die kulturellen und sozialen Unterschiede zu Westeuropa waren stark ausgeprägt. In der Zwischenzeit hat sich das Niveau angeglichen. Der Lebensstandard in meinem "Lieblingsland" Kolumbien, in dem ich bei mehreren Besuchen schon viele Wochen verbracht habe, liegt auf, wenn nicht gar über USA Niveau. Ich generalisiere hier etwas, da natürlich Städte wie Boston oder Chicago sicher vor Bogota, Medellin oder Cali anzusiedeln sind. Nimmt man aber San Francisco, New Orleans oder viele andere, so muss ich sagen, dass das Durchschnittsniveau in Kolumbien höher ist. Ich meide auf meinen Reisen auch grundsätzlich touristische Gebiete und Hotels, miete mich also in Airbnbs ein. Klar gibt es auch in den drei aufgezählten kolumbianischen Städten Stadteile, in die ich ohne einheimische Begleitung nicht gehen würde (z.B. Comunidad 13 in Medellin). Dennoch muss ich sagen, dass mir die Sozialintelligenz, der Familienzusammenhang oder auch der Umgang mit Ausländern durchaus positiv, wenn nicht gar positiver als in Zentraleuropa auffallen.
Natürlich schaue ich mir auch den lokalen Fussball an. Das macht mich allerdings nicht zu einem regionalen Fussballkenner, da ich viel zu häufig in den europäischen Winterwochen reisen, also dann wenn die meisten Ligen in Südamerika Pause haben. Ich habe natürlich auch keine grossen Einblicke in die Mentalität der Spieler. Meine Aussagen bezogen sich im Wesentlichen auf die Durchschnittseinwohner, die ich kennen lernte.
Die Strukturen in Brasilien sind sicher interessant und unterscheiden sich deutlich von den europäischen. Korruption und Emotionen sind kaum vergleichbar. Durch die Grösse des Lands und auch die regionalen Unterschiede bzgl. Förderung und Bezahlung der Spieler, werden Talente bereits früh in die grossen Klubs von Rio, Sao Paulo oder Porto Allegre gelockt, was einer sinnvollen Ausbildung nicht unbedingt förderlich ist.
Ich bin eh vom brasilianischen Ligafussball nicht wirklich angetan (im Gegensatz zum argentinischen). Ich habe mir letzten Winter das brasilianische Pokalfinale Gremio - Atletico Mineiro live angeschaut und dabei schätzen gelernt, was wir im Schwarzwaldstadion zu sehen bekommen. Kurz danach hat mich der Classico Boca Juniors - River Plate dann fast vom Hocker gehauen. Das war zum Zunge schnalzen.
Bzgl. dem Transfer von Jugendlichen gebe ich dir natürlich völlig recht. Das ist schon eher problematisch und würde ich auch nicht unterstützen. Was allerdings die mangelnde taktische Ausbildung in diesen Ländern anbetrifft, so glaube ich nicht, dass der Rückstand nicht aufholbar ist. Viele der grösseren Clubs unterhalten mittlerweile Ausbildungszentren, die angesichts der doch zunehmenden Transfers von lateinamerikanischen Spielern (nicht nur as Brasilien und Argentinien) in Europäische Ligen, durchaus auf angemessenem Niveau arbeiten dürften.
Auch die Entfernung spielt in Zeiten von Skype, Hangout, Viber und Co. nur noch eine geringe Rolle. Ob ein 20-jähriger (wie Caglar) nun 2500 km (1 Stunde Zeitunterschied) von zuhause weg wohnt oder ein Kolumbianer, Peruaner, Ecuadorianer 9000 km (7 Stunden) macht den Kohl nicht fett. Ich telefoniere auch täglich mit San Francisco (9 Stunden).
Für mich ist deine Vermeidungsthese also eher eine Ausrede (vom Verein nicht von dir, sollte der SC tatsächlich so argumentieren).
Dieser Beitrag wurde zuletzt von lipuma am 13.10.2017 um 01:14 Uhr bearbeitet
13.10.2017 - 01:55 Uhr
Es gab zahlreiche Gerüchte über südamerikanische Spieler im letzten Transferfenster, bei denen ich natürlich nichts dazu sagen kann, wie ernsthaft die waren. Ich hab über enge Quellen auch davon erfahren, dass man an einem weiteren südamerikanischen Spieler ebenfalls sehr nah dran war. Die Transfersummen waren allerdings ziemlich heftig. Über 5 Millionen waren die Gerüchte bei allen, obwohl sie geringeren Marktwert hatten. Dazu kommen die Gebühren für die Spielerberater, Handgelder etc pp.
Am Ende wurde es trotz zahlreicher (mindestens 7) Gerüchte keiner. Keine Ahnung, woran es liegt - ob man die alternativen Wunschspieler gekriegt hat (Ravet, Kapustka, Terra, Kent) oder ob die anderen Spieler halt einfach billiger waren.. ich bin grundsätzlich ja nicht unzufrieden damit, wie es gelaufen ist. Aber: anhand der vielen Gerüchte würde ich schon bezweifeln, dass man den Markt per se ausschließt. Im Gegenteil. Ich glaube, man wollte durchaus in diesen Markt grätschen, um da ein Portal zu eröffnen. Peru, Kolumbien, Ecuador, da war einiges dabei. Grundsätzlich wär's natürlich toll, den Markt zu öffnen - zu zeigen, wie gut die Chancen sind, sich hier durchzusetzen. Man war bei Ünder hart im Rennen, weil man durch Söyüncü gezeigt hat, welche Perspektiven es hier gibt, wie wichtig der Spieler als Mensch für den Verein ist. Das hätte man sicherlich gerne auch auf dem südamerikanischen Raum gemacht. Die Spieler, die im Gespräch waren, waren alle so 23-26, im MW-Bereich von 3-10 Mio, kulturell grob verteilt.
Ich glaube, das hat nicht funktioniert, weil die Preise zu hoch waren. Nicht, weil man es nicht gerne gemacht hätte. Die Preise für talentierte Spieler aus dem südamerikanischen Kreis sind schon sehr hoch. China funkt da auch gut mit rein, Portugal, etc pp. Ich glaube, das wurde eher nix, weil die Jungs für das Risiko einfach zu teuer waren, während man hier halt einen Ravet und einen Terrazzino für akzeptables Geld kriegt, für einen Bruchteil dessen, was andere gekostet hätten, und man die Leistungsfähigkeit besser einschätzen kann. Weniger der "andere Kulturkreis", wie limpuma gut ausgearbeitet hat - so fern ist man sich da gar nicht mehr. Die Preise passen halt einfach noch nicht - das betrifft ja nicht nur uns, sondern zahlreiche andere Bundesligavereine. Sogar die Bayern machen das nicht, nach Breno, Valencia und Co. Es werden halt durch Berater und Vereine hohe Preise aufgerufen, die mehr das Potential anpeilen als die tatsächliche Leistung. Und das ist bei Bereichen über 5 Millionen (also SC-Rekordkauf!, aber eben die Zahlen, die für die Gerüchte aufgerufen wurden) einfach nicht das, was man als SC klugerweise machen sollte. Obwohl man es versucht hat.
Am Ende wurde es trotz zahlreicher (mindestens 7) Gerüchte keiner. Keine Ahnung, woran es liegt - ob man die alternativen Wunschspieler gekriegt hat (Ravet, Kapustka, Terra, Kent) oder ob die anderen Spieler halt einfach billiger waren.. ich bin grundsätzlich ja nicht unzufrieden damit, wie es gelaufen ist. Aber: anhand der vielen Gerüchte würde ich schon bezweifeln, dass man den Markt per se ausschließt. Im Gegenteil. Ich glaube, man wollte durchaus in diesen Markt grätschen, um da ein Portal zu eröffnen. Peru, Kolumbien, Ecuador, da war einiges dabei. Grundsätzlich wär's natürlich toll, den Markt zu öffnen - zu zeigen, wie gut die Chancen sind, sich hier durchzusetzen. Man war bei Ünder hart im Rennen, weil man durch Söyüncü gezeigt hat, welche Perspektiven es hier gibt, wie wichtig der Spieler als Mensch für den Verein ist. Das hätte man sicherlich gerne auch auf dem südamerikanischen Raum gemacht. Die Spieler, die im Gespräch waren, waren alle so 23-26, im MW-Bereich von 3-10 Mio, kulturell grob verteilt.
Ich glaube, das hat nicht funktioniert, weil die Preise zu hoch waren. Nicht, weil man es nicht gerne gemacht hätte. Die Preise für talentierte Spieler aus dem südamerikanischen Kreis sind schon sehr hoch. China funkt da auch gut mit rein, Portugal, etc pp. Ich glaube, das wurde eher nix, weil die Jungs für das Risiko einfach zu teuer waren, während man hier halt einen Ravet und einen Terrazzino für akzeptables Geld kriegt, für einen Bruchteil dessen, was andere gekostet hätten, und man die Leistungsfähigkeit besser einschätzen kann. Weniger der "andere Kulturkreis", wie limpuma gut ausgearbeitet hat - so fern ist man sich da gar nicht mehr. Die Preise passen halt einfach noch nicht - das betrifft ja nicht nur uns, sondern zahlreiche andere Bundesligavereine. Sogar die Bayern machen das nicht, nach Breno, Valencia und Co. Es werden halt durch Berater und Vereine hohe Preise aufgerufen, die mehr das Potential anpeilen als die tatsächliche Leistung. Und das ist bei Bereichen über 5 Millionen (also SC-Rekordkauf!, aber eben die Zahlen, die für die Gerüchte aufgerufen wurden) einfach nicht das, was man als SC klugerweise machen sollte. Obwohl man es versucht hat.
13.10.2017 - 08:58 Uhr
Da beim SC Freiburg nicht nur nachhaltig gearbeitet sondern auch vorausschauend geplant wird, möchte ich nun folgendes, nicht ganz ernst gemeintes, Szenario in den Raum stellen.
Nachdem Nils Petersen in 2-3 Jahren gerade sein 50 Jokertor in der Bundesliga erzielte. fällt es dem FC Bayern auf, dass er genau das fehlende Puzzleteil für ihren Kader sei. Er könnte in engen Spielen in den letzten 10-15 Minten nochmals für Impulse sorgen, wäre ein möglicher Back-up für Lewandowski und würde ohne Murren die meiste Zeit auf der Bank verbringen. Ein entsprechendes Angebot kann weder der Sportclub noch Nils Petersen ablehnen und so wechselt er schweren Herzens an die Isar. Desweiteren fällt die Wahl von Jogi Löw bei seiner Mission "Ich mach mal wieder einen Freiburger zum Nationalspieler" auf Flo Niederlechner. Nach einer überaus erfolgreichen EM kann sich der SC vor unmoralischen Angeboten für Flo Niederlechner nicht mehr retten und so verlässt auch der zweite Stürmer den Verein. Für die entstandene Lücke und spätestens nach Eröffnung des neuen Stadions wünsche ich mir
Ricky vom Wolfswinkel
Durch seine Tätigkeit beim FC Basel kennt er die alemannische Lebensart und versteht auch den einheimischen Dialekt. Der legendäre Harry "der Knipser" Decheiver hätte endlich einen würdigen Nachfolger. Die holländischen Camping-Urlauber im Schwarzwald würden vermehrt ins neue Stadion pilgern. Ricky vom Wolfswinkel hätte die einmalige Gelegenheit, seine Heimspiele im namensgleichen Stadion "Am Wolfswinkel" zu bestreiten. Welcher Spieler kann das während seiner aktiven Zeit schon von sich behaupten. Messi, C. Ronaldo, Beckenbauer, Uwe Seeler, Maradonna ? Fritz Walter war bei der Umbennenung schon 65 Jahre alt und bei dem verstorbenen Johann Cruyff soll das Stadion erst noch umbenannt werden. Der neue Stürmer wäre der erste Anwärter für eine Wohnung direkt am Stadion oder am Trainingsgelände und hätte dann eine sehr interessante Wohnadresse. Mehr Heimspiel für einen Spieler geht wirklich nicht. Ich freue mich schon auf die Ankündigung " Der SC Freiburg empfängt im Stadion Am Wolfswinkel mit ihrem Stürmer Ricky vom Wolfswinkel die Wölfe aus Wolfsburg unter ihrem Trainer Hannes Wolf.
Zudem ist Ricky vom Wolfswinkel mit der Tochter von Johan Neeskens liiert, der auch schon einmal in unserer Gegend, beim FC Singen 04, als Trainer tätig war.
Nachdem Nils Petersen in 2-3 Jahren gerade sein 50 Jokertor in der Bundesliga erzielte. fällt es dem FC Bayern auf, dass er genau das fehlende Puzzleteil für ihren Kader sei. Er könnte in engen Spielen in den letzten 10-15 Minten nochmals für Impulse sorgen, wäre ein möglicher Back-up für Lewandowski und würde ohne Murren die meiste Zeit auf der Bank verbringen. Ein entsprechendes Angebot kann weder der Sportclub noch Nils Petersen ablehnen und so wechselt er schweren Herzens an die Isar. Desweiteren fällt die Wahl von Jogi Löw bei seiner Mission "Ich mach mal wieder einen Freiburger zum Nationalspieler" auf Flo Niederlechner. Nach einer überaus erfolgreichen EM kann sich der SC vor unmoralischen Angeboten für Flo Niederlechner nicht mehr retten und so verlässt auch der zweite Stürmer den Verein. Für die entstandene Lücke und spätestens nach Eröffnung des neuen Stadions wünsche ich mir
Ricky vom Wolfswinkel
Durch seine Tätigkeit beim FC Basel kennt er die alemannische Lebensart und versteht auch den einheimischen Dialekt. Der legendäre Harry "der Knipser" Decheiver hätte endlich einen würdigen Nachfolger. Die holländischen Camping-Urlauber im Schwarzwald würden vermehrt ins neue Stadion pilgern. Ricky vom Wolfswinkel hätte die einmalige Gelegenheit, seine Heimspiele im namensgleichen Stadion "Am Wolfswinkel" zu bestreiten. Welcher Spieler kann das während seiner aktiven Zeit schon von sich behaupten. Messi, C. Ronaldo, Beckenbauer, Uwe Seeler, Maradonna ? Fritz Walter war bei der Umbennenung schon 65 Jahre alt und bei dem verstorbenen Johann Cruyff soll das Stadion erst noch umbenannt werden. Der neue Stürmer wäre der erste Anwärter für eine Wohnung direkt am Stadion oder am Trainingsgelände und hätte dann eine sehr interessante Wohnadresse. Mehr Heimspiel für einen Spieler geht wirklich nicht. Ich freue mich schon auf die Ankündigung " Der SC Freiburg empfängt im Stadion Am Wolfswinkel mit ihrem Stürmer Ricky vom Wolfswinkel die Wölfe aus Wolfsburg unter ihrem Trainer Hannes Wolf.
Zudem ist Ricky vom Wolfswinkel mit der Tochter von Johan Neeskens liiert, der auch schon einmal in unserer Gegend, beim FC Singen 04, als Trainer tätig war.
13.10.2017 - 12:53 Uhr
Wow, hier reiht sich ja ein starker Beitrag an den anderen, ein Genuss das zu lesen. Schwarzwaldmarie, es wäre eine Sünde gewesen, diese Gedanken nicht mit uns zu teilen, danke dafür.
Das habe ich auch nicht so verstanden, im Gegenteil. Ich habe Deine beiden Beiträge ausgesprochen gerne gelesen. (Ein Missverständnis war es dennoch insofern, als ich mich gewundert hatte, warum Du so ausführlich auf Ecuador eingehst. Erst später bin ich auf den Gedanken gekommen, dass der im Ausgangspost verlinkte Spieler Ecuadorianer sein könnte, was auch so war. Erst dann habe ich den Bezug verstanden)
Es ist spannend, was Du schreibst. Speziell was Du über Kolumbien sagst, ist für mich völlig neu, ich hatte da offenbar kein realistisches Bild. Ich wusste, dass das Bildungsniveau in den drei südlichen Ländern (ARG, CHL, URY) hoch und mit Europa vergleichbar ist und habe dadurch fälschlicherweise geschlussfolgert, der Rest des Kontinents hinke in allen Belangen (also auch Lebensqualität etc) hinterher. Die Argentinier gelten dort ja sowieso als Europäer, das wurde mir schon oft von Südamerikanern gesagt. "Europäischer als jeder Europäer", hat mal ein betrunkener Bolivianer gesagt, an die Worte muss ich bei dem Thema immer denken.
Bezeichnenderweise ist Buenos Aires ja die Welt-Hauptstadt der Psychoanalyse (was für Dich mit Deiner Südamerika-Kenntnis aber ein alter Hut ist). Habe mal gelesen, auf 100.000 Einwohner in Buenos Aires kommen annähernd 900 Psychologen (zum Vergleich in Berlin 25, hat mir vor Jahren mal jemand ebenfalls in einer Fußballdiskussion erklärt).
Insofern kann man Südamerika natürlich nicht ansatzweise mit den afrikanischen Ländern vergleichen. Und mit Sicherheit ist es in nahezu allen Aspekten näher an Europa als an Afrika, da hast Du natürlich überall recht.
Geht mir ähnlich. Wobei ich nicht behaupten kann, mir Ligaspiele anzuschauen. Ich lese aber enorm gerne darüber sobald es in Richtung Politik/Gesellschaft geht. In Argentinien ist sowieso immer spannend. Dort hatte ja Cristina Kirchner dieses absurde fútbol para todos Programm eingeführt, nach dem ALLE (!) Spiele der 1. Liga kostenlos im TV übertragen werden mussten, das gab es nirgendwo sonst auf der Welt. Wohl der dreisteste mir bekannten Versuche, in einer Demokratie die Wähler über Fußball zu beeinflussen. Glaube das wurde inzwischen von der Nachfolge-Regierung aufgekündigt. Von den barras bravas in Argentinien braucht man gar nicht erst anzufangen. In dem Land ist Fußball abseits des Platzes in jeder Hinsicht anders als im Rest der Welt.
Wenn ich ehrlich bin, ist all das inzwischen mein Hauptinteresse an Fußball. Also nicht mehr wie früher das Spiel per se, sondern vielmehr das soziokulturelle Phänomen, die Möglichkeit, sich Mentalität und Gesellschaft zu erschließen - das gilt natürlich auch für die eigene, wo ja inzwischen auch jede neue Generation Fußballer/Fans ein anderes mindset hat als die vorherige. Alleine wenn man mal die internen Hierarchien der Nationalmannschaft betrachtet und die 90er/frühen 2000er mit der Zeit danach vergleicht. Weg von den Alphatieren hin zu flachen Hierarchien, letztlich nichts weiter eine folgerichtige Veränderung im Gleichschritt mit den Entwicklungen in unserer Arbeitswelt.
Nochmal zu ARG, weil es mir spontan einfällt: Wahrscheinlich kennst Du den fabelhaften rant von dem älteren Herrn beim Abstieg von River Plate, wo einem sofort verständlich wird, warum es in Südamerika die meisten Herzinfarkte weltweit während Fußballspielen gibt. Sicher sprichst Du Spanisch, was das ganze umso schöner macht:
https://www.youtube.com/watch?v=H6yQf_hWL68
Es ist immer beeindruckend, diesen Wandel mit eigenen Augen vor Ort betrachten zu können. Das ewige Thema Globalisierung. Überall auf der Welt wird sich in jeder Hinsicht an den Westen angeglichen. In Süd- und Mittelamerika verläuft das mit extrem wenig Reibungsverlust und bringt eine weitgehend positive Entwicklung mit sich. In der arabischen Welt beobachte ich das Gegenteil: Enorme gesellschaftliche Spannungen, der Wandel überfordert die Menschen oft total, weshalb sie sich - typisch Mensch - in alten Strukturen Orientierung erhoffen (Religion, Tradition etc.). Albekanntes, an dem man sich festhalten kann in der Flut an Umbrüchen.
Wobei speziell dort natürlich geopolitische Faktoren mit reinspielen. Ohne die ständigen militärischen Konflikte mit den USA könnte es dort meiner Meinung nach ähnlich wie in Lateinamerika sein, auch wenn das spekulativ ist. Aber die Leute wollen doch überall auf der Welt das Gleiche: Teilhabe an der westlichen Mainstream-Kultur, Sicherheit, ein bisschen Lebensqualität. Ob nun in Panama, China, Palästina, Iran. Nur die Begleitumstände sind andere. Und in Südamerika gab es im Vergleich zum Nahen Osten eben nicht diese Rohstoffkriege. Das ist nicht der einzige, aber ein entscheidender Faktor.
Was Du schreibst, "die Welt rückt immer enger zusammen", trifft ja nicht nur im Positiven zu sondern auch im Negativen. Gerade wenn wir bei Südamerika bleiben: Die Tatsache, dass Saudi-Arabien vor Jahren beschlossen hat, den Ölpreis so zu drücken, um einerseits das Fracking in Nordamerika unrentabel zu machen und andererseits dem Iran dessen Profit aus Öl- und Gasexport kaputtzumachen, hat Auswirkungen auf ein völlig unbeteiligtes Land in einer 12.000 km entfernten Region der Erde.
Nur durch diesen Umstand herrscht in Venezuela praktisch Bürgerkrieg. Durch diese "alles-hängt-mit-allem-zusammen"-Globalisierung ist die Welt in jeglicher Hinsicht so klein und fragil geworden. Wenn in China ein Sack Reis umfällt, drehen Stunden später die Börsen in London und New York am Rad. Wenn Du heute den Ausbruch eines Supervirus in Jakarta hast, ist das binnen 48 Stunden in Tokyo, Los Angeles, Suez und von dort überall auf der Welt. Diese Vulnerabilität gab es vor einigen Jahrzehnten noch nicht, zumindest nicht in der Form, weil unsere Welt überspitzt gesagt noch aus 8-12 voneinander isolierten Inseln bestand.
Entschuldigung, ich bin abgeschweift. Aber nur das macht den Fußball für mich so interessant, ihn als Vehikel zu nutzen, um anhand all seiner Begleiterscheinungen die Welt zu begreifen. Wenn dagegen morgen Freiburg zum 28. Mal 0-7 in München verliert, hat das für mich nur noch überschaubaren Erkenntniswert.
Hingegen ist die Peripherie des Fußballs, wie zb aktuell Interessen staatlicher Akteure an den Werten der etablierten Marken (Katar/Neymar etc) für mich wesentlich spannender. Zwar sind derartige Phänomene immer schwer zu durchschauen. Aber wenn man sich dann doch mal die ersten Schnipsel erarbeitet, eröffnen sich einem schnell völlig neue Welten und Perspektiven auf den Fußball als Ganzes.
Stark, dass Du das erwähnst. Das ist so viel wichtiger, als sich viele Leute heutzutage vorstellen können. Als mein Vater 1977 mit 19 Jahren nach Deutschland kam, sah er seine Familie aus Amman jahrelang nicht. Also nie. 1987 besuchten uns dann seine Mutter und sein Bruder. Das war alles. Man konnte nur telefonieren oder sich per Post Fotos schicken. Darunter hat er als junger Mensch verständlicherweise wahnsinnig gelitten und es hat wohl auch viel beigetragen zu seiner Entwurzelung und persönlichem Lebensunglück. (Zumal die Verbundenheit zur Großfamilie in diesen Kulturen viel höher ist). Heute ist das wie Du ganz richtig erklärst etwas völlig anderes. Ich kann aus München mit meiner Tochter wöchentlich mit meiner Mutter in Freiburg skypen, wodurch sich auch bei längeren Besuchspausen niemand von seinen Angehörigen isoliert fühlt. Insofern ist das natürlich bei den Transfers der jungen Spieler nach Europa eine gigantische Erleichterung.
@waschkarte: ja, sehe das genauso. Du beschreibst exakt das, was ich versucht habe zu sagen: Dass man beim SC jederzeit Spieler aus Südamerika (oder anderswo) verpflichten würde, das allerdings durch die verschiedenen Abwägungen der Ausnahmefall bleibt (Söyüncü) oder einfach überhaupt nicht mehr vorkommt (Südamerika, Afrika). Ich bin überzeugt: Wenn man einen südamerikanischen Ausnahmekönner zu einem wirklichen Schnäppchenpreis bekäme, würde man selbst einen als schwierigen Charakter geltenden Spieler ohne Englischkenntnisse verpflichten.
Es geht schlicht um die Abwägung von Kosten und Risiken. Und da ist es nunmal so, wie richtig von Dir erklärt, dass die Gesamtpakete aus Sicht der SC-Verantwortlichen auf dem heimischen Markt einfach um ein vielfaches besser sind.
Manchmal habe ich den Eindruck, dass vereinzelte Fans sich das beim SC so vorstellen, dass jeder Vorschlag Saiers an Streich abgetan wird mit "He, der Kerle kann ja nitemol Englisch schwätze, wie stellsch Dir des vor, was soll ich mit dem mache wenn mir Videos analysiere?". Das ist Unsinn. Mit Sicherheit ist Sprache einer der wichtigsten Faktoren bei der Verpflichtung neuer Spieler. Aber es werden dabei nunmal dutzende weitere Aspekte berücksichtigt, sodass man als SC eben auch Spieler wie Söyüncü verpflichtet, die kein Wort Deutsch/Englisch sprechen. Aber das stellt eben eine Ausnahme dar, weil man solche Pakete selten findet.
wg Transfers: Das hatte ich im Sommer auch mitbekommen, dass es mit dem einen Südamerikaner ziemlich konkret wurde und wohl nahe am Abschluss war. Dass man wie Du schreibst offenbar mit so vielen Spielern dort in Kontakt war, finde ich super, spricht aber ja auch dafür, dass es schwierig ist dort ein vernünftiges Gesamtpaket zu finden, das preislich für den SC akzeptabel ist.
Zitat von lipuma
Eigentlich nicht. Ich wollte dir auch nicht widersprechen und mag deinen Erklärungsversuch auch nicht als unrealistisch abtun.
Eigentlich nicht. Ich wollte dir auch nicht widersprechen und mag deinen Erklärungsversuch auch nicht als unrealistisch abtun.
Das habe ich auch nicht so verstanden, im Gegenteil. Ich habe Deine beiden Beiträge ausgesprochen gerne gelesen. (Ein Missverständnis war es dennoch insofern, als ich mich gewundert hatte, warum Du so ausführlich auf Ecuador eingehst. Erst später bin ich auf den Gedanken gekommen, dass der im Ausgangspost verlinkte Spieler Ecuadorianer sein könnte, was auch so war. Erst dann habe ich den Bezug verstanden)
Es ist spannend, was Du schreibst. Speziell was Du über Kolumbien sagst, ist für mich völlig neu, ich hatte da offenbar kein realistisches Bild. Ich wusste, dass das Bildungsniveau in den drei südlichen Ländern (ARG, CHL, URY) hoch und mit Europa vergleichbar ist und habe dadurch fälschlicherweise geschlussfolgert, der Rest des Kontinents hinke in allen Belangen (also auch Lebensqualität etc) hinterher. Die Argentinier gelten dort ja sowieso als Europäer, das wurde mir schon oft von Südamerikanern gesagt. "Europäischer als jeder Europäer", hat mal ein betrunkener Bolivianer gesagt, an die Worte muss ich bei dem Thema immer denken.
Bezeichnenderweise ist Buenos Aires ja die Welt-Hauptstadt der Psychoanalyse (was für Dich mit Deiner Südamerika-Kenntnis aber ein alter Hut ist). Habe mal gelesen, auf 100.000 Einwohner in Buenos Aires kommen annähernd 900 Psychologen (zum Vergleich in Berlin 25, hat mir vor Jahren mal jemand ebenfalls in einer Fußballdiskussion erklärt).
Insofern kann man Südamerika natürlich nicht ansatzweise mit den afrikanischen Ländern vergleichen. Und mit Sicherheit ist es in nahezu allen Aspekten näher an Europa als an Afrika, da hast Du natürlich überall recht.
Zitat von lipuma
Ich bin eh vom brasilianischen Ligafussball nicht wirklich angetan (im Gegensatz zum argentinischen).
Ich bin eh vom brasilianischen Ligafussball nicht wirklich angetan (im Gegensatz zum argentinischen).
Geht mir ähnlich. Wobei ich nicht behaupten kann, mir Ligaspiele anzuschauen. Ich lese aber enorm gerne darüber sobald es in Richtung Politik/Gesellschaft geht. In Argentinien ist sowieso immer spannend. Dort hatte ja Cristina Kirchner dieses absurde fútbol para todos Programm eingeführt, nach dem ALLE (!) Spiele der 1. Liga kostenlos im TV übertragen werden mussten, das gab es nirgendwo sonst auf der Welt. Wohl der dreisteste mir bekannten Versuche, in einer Demokratie die Wähler über Fußball zu beeinflussen. Glaube das wurde inzwischen von der Nachfolge-Regierung aufgekündigt. Von den barras bravas in Argentinien braucht man gar nicht erst anzufangen. In dem Land ist Fußball abseits des Platzes in jeder Hinsicht anders als im Rest der Welt.
Wenn ich ehrlich bin, ist all das inzwischen mein Hauptinteresse an Fußball. Also nicht mehr wie früher das Spiel per se, sondern vielmehr das soziokulturelle Phänomen, die Möglichkeit, sich Mentalität und Gesellschaft zu erschließen - das gilt natürlich auch für die eigene, wo ja inzwischen auch jede neue Generation Fußballer/Fans ein anderes mindset hat als die vorherige. Alleine wenn man mal die internen Hierarchien der Nationalmannschaft betrachtet und die 90er/frühen 2000er mit der Zeit danach vergleicht. Weg von den Alphatieren hin zu flachen Hierarchien, letztlich nichts weiter eine folgerichtige Veränderung im Gleichschritt mit den Entwicklungen in unserer Arbeitswelt.
Nochmal zu ARG, weil es mir spontan einfällt: Wahrscheinlich kennst Du den fabelhaften rant von dem älteren Herrn beim Abstieg von River Plate, wo einem sofort verständlich wird, warum es in Südamerika die meisten Herzinfarkte weltweit während Fußballspielen gibt. Sicher sprichst Du Spanisch, was das ganze umso schöner macht:
https://www.youtube.com/watch?v=H6yQf_hWL68
Zitat von lipuma
Was ich am Beispiel Ecuadors (bzw. Lateinamerikas) zeigen wollte ist, dass die Welt immer enger zusammenrückt. Als ich vor ca 15 Jahren zum ersten mal Lateinamerika besuchte (den eigentlich reichen Staat Panama), wurden, bis auf die Ausnahme Panama City, meine damaligen Vorurteile bestätigt. Die kulturellen und sozialen Unterschiede zu Westeuropa waren stark ausgeprägt. In der Zwischenzeit hat sich das Niveau angeglichen.
Was ich am Beispiel Ecuadors (bzw. Lateinamerikas) zeigen wollte ist, dass die Welt immer enger zusammenrückt. Als ich vor ca 15 Jahren zum ersten mal Lateinamerika besuchte (den eigentlich reichen Staat Panama), wurden, bis auf die Ausnahme Panama City, meine damaligen Vorurteile bestätigt. Die kulturellen und sozialen Unterschiede zu Westeuropa waren stark ausgeprägt. In der Zwischenzeit hat sich das Niveau angeglichen.
Es ist immer beeindruckend, diesen Wandel mit eigenen Augen vor Ort betrachten zu können. Das ewige Thema Globalisierung. Überall auf der Welt wird sich in jeder Hinsicht an den Westen angeglichen. In Süd- und Mittelamerika verläuft das mit extrem wenig Reibungsverlust und bringt eine weitgehend positive Entwicklung mit sich. In der arabischen Welt beobachte ich das Gegenteil: Enorme gesellschaftliche Spannungen, der Wandel überfordert die Menschen oft total, weshalb sie sich - typisch Mensch - in alten Strukturen Orientierung erhoffen (Religion, Tradition etc.). Albekanntes, an dem man sich festhalten kann in der Flut an Umbrüchen.
Wobei speziell dort natürlich geopolitische Faktoren mit reinspielen. Ohne die ständigen militärischen Konflikte mit den USA könnte es dort meiner Meinung nach ähnlich wie in Lateinamerika sein, auch wenn das spekulativ ist. Aber die Leute wollen doch überall auf der Welt das Gleiche: Teilhabe an der westlichen Mainstream-Kultur, Sicherheit, ein bisschen Lebensqualität. Ob nun in Panama, China, Palästina, Iran. Nur die Begleitumstände sind andere. Und in Südamerika gab es im Vergleich zum Nahen Osten eben nicht diese Rohstoffkriege. Das ist nicht der einzige, aber ein entscheidender Faktor.
Was Du schreibst, "die Welt rückt immer enger zusammen", trifft ja nicht nur im Positiven zu sondern auch im Negativen. Gerade wenn wir bei Südamerika bleiben: Die Tatsache, dass Saudi-Arabien vor Jahren beschlossen hat, den Ölpreis so zu drücken, um einerseits das Fracking in Nordamerika unrentabel zu machen und andererseits dem Iran dessen Profit aus Öl- und Gasexport kaputtzumachen, hat Auswirkungen auf ein völlig unbeteiligtes Land in einer 12.000 km entfernten Region der Erde.
Nur durch diesen Umstand herrscht in Venezuela praktisch Bürgerkrieg. Durch diese "alles-hängt-mit-allem-zusammen"-Globalisierung ist die Welt in jeglicher Hinsicht so klein und fragil geworden. Wenn in China ein Sack Reis umfällt, drehen Stunden später die Börsen in London und New York am Rad. Wenn Du heute den Ausbruch eines Supervirus in Jakarta hast, ist das binnen 48 Stunden in Tokyo, Los Angeles, Suez und von dort überall auf der Welt. Diese Vulnerabilität gab es vor einigen Jahrzehnten noch nicht, zumindest nicht in der Form, weil unsere Welt überspitzt gesagt noch aus 8-12 voneinander isolierten Inseln bestand.
Entschuldigung, ich bin abgeschweift. Aber nur das macht den Fußball für mich so interessant, ihn als Vehikel zu nutzen, um anhand all seiner Begleiterscheinungen die Welt zu begreifen. Wenn dagegen morgen Freiburg zum 28. Mal 0-7 in München verliert, hat das für mich nur noch überschaubaren Erkenntniswert.
Hingegen ist die Peripherie des Fußballs, wie zb aktuell Interessen staatlicher Akteure an den Werten der etablierten Marken (Katar/Neymar etc) für mich wesentlich spannender. Zwar sind derartige Phänomene immer schwer zu durchschauen. Aber wenn man sich dann doch mal die ersten Schnipsel erarbeitet, eröffnen sich einem schnell völlig neue Welten und Perspektiven auf den Fußball als Ganzes.
Zitat von lipuma
Auch die Entfernung spielt in Zeiten von Skype, Hangout, Viber und Co. nur noch eine geringe Rolle. Ob ein 20-jähriger (wie Caglar) nun 2500 km (1 Stunde Zeitunterschied) von zuhause weg wohnt oder ein Kolumbianer, Peruaner, Ecuadorianer 9000 km (7 Stunden) macht den Kohl nicht fett. Ich telefoniere auch täglich mit San Francisco (9 Stunden).
Auch die Entfernung spielt in Zeiten von Skype, Hangout, Viber und Co. nur noch eine geringe Rolle. Ob ein 20-jähriger (wie Caglar) nun 2500 km (1 Stunde Zeitunterschied) von zuhause weg wohnt oder ein Kolumbianer, Peruaner, Ecuadorianer 9000 km (7 Stunden) macht den Kohl nicht fett. Ich telefoniere auch täglich mit San Francisco (9 Stunden).
Stark, dass Du das erwähnst. Das ist so viel wichtiger, als sich viele Leute heutzutage vorstellen können. Als mein Vater 1977 mit 19 Jahren nach Deutschland kam, sah er seine Familie aus Amman jahrelang nicht. Also nie. 1987 besuchten uns dann seine Mutter und sein Bruder. Das war alles. Man konnte nur telefonieren oder sich per Post Fotos schicken. Darunter hat er als junger Mensch verständlicherweise wahnsinnig gelitten und es hat wohl auch viel beigetragen zu seiner Entwurzelung und persönlichem Lebensunglück. (Zumal die Verbundenheit zur Großfamilie in diesen Kulturen viel höher ist). Heute ist das wie Du ganz richtig erklärst etwas völlig anderes. Ich kann aus München mit meiner Tochter wöchentlich mit meiner Mutter in Freiburg skypen, wodurch sich auch bei längeren Besuchspausen niemand von seinen Angehörigen isoliert fühlt. Insofern ist das natürlich bei den Transfers der jungen Spieler nach Europa eine gigantische Erleichterung.
@waschkarte: ja, sehe das genauso. Du beschreibst exakt das, was ich versucht habe zu sagen: Dass man beim SC jederzeit Spieler aus Südamerika (oder anderswo) verpflichten würde, das allerdings durch die verschiedenen Abwägungen der Ausnahmefall bleibt (Söyüncü) oder einfach überhaupt nicht mehr vorkommt (Südamerika, Afrika). Ich bin überzeugt: Wenn man einen südamerikanischen Ausnahmekönner zu einem wirklichen Schnäppchenpreis bekäme, würde man selbst einen als schwierigen Charakter geltenden Spieler ohne Englischkenntnisse verpflichten.
Es geht schlicht um die Abwägung von Kosten und Risiken. Und da ist es nunmal so, wie richtig von Dir erklärt, dass die Gesamtpakete aus Sicht der SC-Verantwortlichen auf dem heimischen Markt einfach um ein vielfaches besser sind.
Manchmal habe ich den Eindruck, dass vereinzelte Fans sich das beim SC so vorstellen, dass jeder Vorschlag Saiers an Streich abgetan wird mit "He, der Kerle kann ja nitemol Englisch schwätze, wie stellsch Dir des vor, was soll ich mit dem mache wenn mir Videos analysiere?". Das ist Unsinn. Mit Sicherheit ist Sprache einer der wichtigsten Faktoren bei der Verpflichtung neuer Spieler. Aber es werden dabei nunmal dutzende weitere Aspekte berücksichtigt, sodass man als SC eben auch Spieler wie Söyüncü verpflichtet, die kein Wort Deutsch/Englisch sprechen. Aber das stellt eben eine Ausnahme dar, weil man solche Pakete selten findet.
wg Transfers: Das hatte ich im Sommer auch mitbekommen, dass es mit dem einen Südamerikaner ziemlich konkret wurde und wohl nahe am Abschluss war. Dass man wie Du schreibst offenbar mit so vielen Spielern dort in Kontakt war, finde ich super, spricht aber ja auch dafür, dass es schwierig ist dort ein vernünftiges Gesamtpaket zu finden, das preislich für den SC akzeptabel ist.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Zweitligameister am 13.10.2017 um 13:04 Uhr bearbeitet
15.10.2017 - 19:04 Uhr
Quelle: www.fussball.com
Gladbach & Freiburg buhlen um indisches Torwart-Juwel Moirangthem
Da der Gerüchtethread geschlossen ist, poste ich mal hier.
15.10.2017 - 19:08 Uhr
Zitat von Borusse91
Quelle: twitter.com
#BMG und der #SCF verfolgen die Entwicklung des indischen Torwarts Dheeraj #Sing (17). @Sportskeeda #Fohlenelf #U17WorldCup #U17WC #AIFF
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