Finanzen
02.12.2019 - 16:18 Uhr
Zitat von Roon_Bub
Richtig: das macht für "die Regionalen" nur dann "Sinn", wenn sie "ihren Ankerinvestor" schon in der Hinterhand haben. Und dann frage ich mich nach den Vorgängen im letzten Jahr: wer könnt das wohl sein? Und meine Gedanken schweifen ins Großherzogtum.
Zitat von Laudan
Warum soltlen diese regionalen Investoren ein Interesse daran haben 8 Mio Euro zu verbennen? Nur um ein Jahr Einfluss auf einem sinkenden Schiff zu haben?
Das macht doch kein Sinn! Also entweder sind die regionalen investoren blöd oder es gibt noch einige Dinge rund um das Angebot die nicht bekannt sind. jeder möge für sich selbst entscheiden was wahrscheinlicher ist...
Warum soltlen diese regionalen Investoren ein Interesse daran haben 8 Mio Euro zu verbennen? Nur um ein Jahr Einfluss auf einem sinkenden Schiff zu haben?
Das macht doch kein Sinn! Also entweder sind die regionalen investoren blöd oder es gibt noch einige Dinge rund um das Angebot die nicht bekannt sind. jeder möge für sich selbst entscheiden was wahrscheinlicher ist...
Richtig: das macht für "die Regionalen" nur dann "Sinn", wenn sie "ihren Ankerinvestor" schon in der Hinterhand haben. Und dann frage ich mich nach den Vorgängen im letzten Jahr: wer könnt das wohl sein? Und meine Gedanken schweifen ins Großherzogtum.
Könnte aber auch jemand vom Kaliber eines Martin Putsch/Recaro sein, wie wir gerade vom User @Betzemaster gehört haben, verhandelt man alles andere als einseitig und das ist auch gut so. Warum versucht du eigentlich die ganze Zeit Keßler und Merk mit Flavio Becca in Verbindung zu bringen? Das man auch mit dem verhandelt hat oder verhandelt, hat Markus Merk doch im Januar selbst bestätigt aber man verhandelt halt nach allen Seiten und ich gehe davon aus, dass Keßler und Merk für den FCK keine Lösung suchen, die sich gegen die Interessen des FCK und seine Mitglieder richtet. Das hat Markus Merk versprochen und ich halte Merk für eine absolut integre Person, genau wie Rainer Keßler. Das haben sie in der Vergangenheit bewiesen und Markus Merk hat damals auch Riesenkampff und Abel sofort durchschaut, während die meisten Fans noch völlig unkritisch waren und Merk für seinen offenen Brief beschimpft haben, dessen Inhalt sich im Nachhinein als komplett zutreffend erwiesen hat.
Zitat von pulder
Ich denke, so blöd das klingen mag, das Angebot von Petersen kam zur Unzeit.
Der FCK wollte eigentlich den außergerichtlichen Weg über einen Schuldenschnitt gehen, da ist ihm zum
Schluss das Geld ausgegangen, sodass eine Einigung, insbesondere mit Becca, unwahrscheinlich wurde.
Somit hat man zusammen mit den Regionalen eine Strategie entwickelt, um die Quote möglichst klein
zu halten, schnell das Verfahren zu durchlaufen, optimalerweise zurückzuziehen und dann mit dem Mittel-
einsatz der Regionalen und der Fans das Geld für die nächste Saison zu regenerieren.
Die Verhandlungen mit den Gläubigern waren zum Zeitpunkt des Angebotes Petersen schon ziemlich
fortgeschritten und das sportliche Konzept von Notzon und Schommers war beschlossen und in der
Umsetzung. Wie sonst hätte man ansonsten neue Spielerverträge mit Winkler und Kleinsorge schließen
können. Ebenso ist die wirtschaftliche Umsetzung mit den Regionalen beschlossen und die Gläubiger
hätten sich unter den Bedingungen mit einer normalen Quote anfreunden müssen, die auch vom
FCK angeboten wurde ( 10% ), da weit und breit keine Kohle mehr zu erwarten war.
Die Regionalen wären der Retter gewesen und hätten mit verhältnismäßig geringen Mitteln viele Anteile
erhalten.
Dann kam das Angebot von Petersen. Das passt jetzt nicht, so garnicht, in die Strategie von FCK und Regionalen. Jetzt kann, will jemand im sportlichen Bereich mitreden oder sogar bestimmen wohin
der sportliche Weg geht. Damit wird der sportliche Bereich ( Notzon, Schommers, die Mannschaft )
komplett hinterfragt und eventuell ausgetauscht. Wirtschaftlich haben die Regionalen was die Höhe
und das Gesamtvolumen angeht, kaum eine Chance den Ankerinvestor zu verhindern.
Also muss eine Möglichkeit gefunden werden den Ankerinvestor zu verhindern. Am besten das Angebot
taucht nicht auf. Hätte fast geklappt, aber Wilhelm hat nicht mitgespielt, hat das Angebot öffentlich
gemacht.
Jetzt muss der Investor in irgendeinerweise madig gemacht werden; kommt aus Dubai unseriöse
Geschäfte, Mafiosi, wer weiß woher er sein Geld hat; hat im sportlichen Bereich keine Ahnung, von
3. Liga schon garnicht, wir wissen wie 3. Liga geht blah, blah, blah. Wenn das alles nicht hilft, müssen
die Termine so gelegt werden, dass der Ankerinvestor ausscheidet. An diesem Punkt sind wir jetzt
mit dem seichten Interview von Kessler.
Wichtig ist jetzt, dass Wilhelm nicht mehr querschießt und isoliert wird und die Fans verstehen, dass
der FCK garnicht anders handeln konnte als den unseriösen Investor abzulehnen. Als Bonbon gibt es
dann einen Vertrag mit Mai und das Volk ist wieder zufriedengestellt.
Uffbasse, so dumm sinn die Pälzer net.
Ich denke, so blöd das klingen mag, das Angebot von Petersen kam zur Unzeit.
Der FCK wollte eigentlich den außergerichtlichen Weg über einen Schuldenschnitt gehen, da ist ihm zum
Schluss das Geld ausgegangen, sodass eine Einigung, insbesondere mit Becca, unwahrscheinlich wurde.
Somit hat man zusammen mit den Regionalen eine Strategie entwickelt, um die Quote möglichst klein
zu halten, schnell das Verfahren zu durchlaufen, optimalerweise zurückzuziehen und dann mit dem Mittel-
einsatz der Regionalen und der Fans das Geld für die nächste Saison zu regenerieren.
Die Verhandlungen mit den Gläubigern waren zum Zeitpunkt des Angebotes Petersen schon ziemlich
fortgeschritten und das sportliche Konzept von Notzon und Schommers war beschlossen und in der
Umsetzung. Wie sonst hätte man ansonsten neue Spielerverträge mit Winkler und Kleinsorge schließen
können. Ebenso ist die wirtschaftliche Umsetzung mit den Regionalen beschlossen und die Gläubiger
hätten sich unter den Bedingungen mit einer normalen Quote anfreunden müssen, die auch vom
FCK angeboten wurde ( 10% ), da weit und breit keine Kohle mehr zu erwarten war.
Die Regionalen wären der Retter gewesen und hätten mit verhältnismäßig geringen Mitteln viele Anteile
erhalten.
Dann kam das Angebot von Petersen. Das passt jetzt nicht, so garnicht, in die Strategie von FCK und Regionalen. Jetzt kann, will jemand im sportlichen Bereich mitreden oder sogar bestimmen wohin
der sportliche Weg geht. Damit wird der sportliche Bereich ( Notzon, Schommers, die Mannschaft )
komplett hinterfragt und eventuell ausgetauscht. Wirtschaftlich haben die Regionalen was die Höhe
und das Gesamtvolumen angeht, kaum eine Chance den Ankerinvestor zu verhindern.
Also muss eine Möglichkeit gefunden werden den Ankerinvestor zu verhindern. Am besten das Angebot
taucht nicht auf. Hätte fast geklappt, aber Wilhelm hat nicht mitgespielt, hat das Angebot öffentlich
gemacht.
Jetzt muss der Investor in irgendeinerweise madig gemacht werden; kommt aus Dubai unseriöse
Geschäfte, Mafiosi, wer weiß woher er sein Geld hat; hat im sportlichen Bereich keine Ahnung, von
3. Liga schon garnicht, wir wissen wie 3. Liga geht blah, blah, blah. Wenn das alles nicht hilft, müssen
die Termine so gelegt werden, dass der Ankerinvestor ausscheidet. An diesem Punkt sind wir jetzt
mit dem seichten Interview von Kessler.
Wichtig ist jetzt, dass Wilhelm nicht mehr querschießt und isoliert wird und die Fans verstehen, dass
der FCK garnicht anders handeln konnte als den unseriösen Investor abzulehnen. Als Bonbon gibt es
dann einen Vertrag mit Mai und das Volk ist wieder zufriedengestellt.
Uffbasse, so dumm sinn die Pälzer net.
Um mal an diesem Punkt fortzufahren.
Das öffentliche madig machen des Petersen Angebotes hat nicht funktioniert, die Stimmung im Netz
ist gekippt.
Bleibt nur noch der Versuch über die Vertrauensverlustschiene und Veröffentlichung des Investorennamens,
den Investor so zu brüskieren, dass er zurückzieht. Hat nicht geklappt, die Leute haben`s gemerkt.
Der nächste Joker ist die Terminvorgabe zur Angebotsannahme des Petersen Angebotes. Man prüft
solange bis die Frist 31.7.20 vorbei ist, dann kann man den Mitgliedern erklären, dass das Angebot
unannehmbar war und die Frist zu prüfen einfach zu kurz war. Vielleicht nicht für jeden schlüssig,
aber man ist den Investor los und die Meißten schlucken es.
Aufgrund des Angebotes der Regionalen, 2 Mios. = 10% für die Gläubiger, hat sich der FCK, bzw. Voigt
festgelegt auf die Regionalen und kann garnicht mehr zurück. Der Sachwalter nimmt die 2 Mios. mit
Freude und sagt sich, wo 2 Mios. zu holen sind, ist noch mehr zu holen. Da fass ich nach und kann an
dem Verfahren mit der Zeit richtig Geld verdienen. Da kann man Wilhelm und Weimar natürlich nicht
am Verhandlungstisch gebrauchen. Die machen den Schmuh nicht mit, denn wenn die Regionalen
zurückziehen, kann der FCK die 10% nicht zahlen und das Verfahren geht in die Regelinsolvenz und ist
dann nicht mehr zu steuern.
Jetzt sitzt der FCK in der Falle, die Gremien sind zerstritten, die Strategie Regionale ist so gescheitert
und der Großinvestor kommt auch nicht zum Zug.
Eines ist für mich klar, nur mit dem Großinvestor gibt es eine Lösung. Ganz schnell zusammensetzen
mit diesem und eine Strategie entwickeln, ziehen die Regionalen unter 25% mit, 25+1 hat sie schlicht
entlarvt, gibt es mit dem Großinvestor einen Weg über die Regelinsolvenz. Ein Schuldenschnitt erfolgt
da ja auch. Vielleicht ist ja was möglich, der Investor hat sich bis jetzt sehr wohlgesonnen und fair
verhalten, da gibt es ganz andere Verhaltensweisen.
Wenn Markus Merk, so wie es jetzt den Anschein hat, agiert hat, muss er sich entschuldigen bei ein paar
Leuten und sich neu positionieren. Um ein öffentliches Statement kommt er jetzt nicht mehr herum.
Zitat von Laudan
Zieht denn keiner hier in Betracht, dass nicht NUR WIlhelm die Weisheit mit dem Löffel gefressen hat??? SOV, Kessler, Merk, alle haben keien Ahnung aber ein (bis vor einbem halben Jahr) unbekannter Senator ist allwissend?
Zieht denn keiner hier in Betracht, dass nicht NUR WIlhelm die Weisheit mit dem Löffel gefressen hat??? SOV, Kessler, Merk, alle haben keien Ahnung aber ein (bis vor einbem halben Jahr) unbekannter Senator ist allwissend?
Also Merk schätze ich von den Genannten als den ein, der von Finanzen die allerwenigste Ahnung hat. Den, den du nicht genannt hast (Martin Weimer) als einzig wirklichen Finanzexperten im Fußballgeschäft. Der wird auch ausgeschlossen. Daß Wilhelm von Juristerei und Paragraphendschungel als Wirtschaftsanwalt mehr Ahnung hat als Kessler und SOV zusammen, davon kann man ausgehen.
Zitat von Laudan
Zieht denn keiner hier in Betracht, dass nicht NUR WIlhelm die Weisheit mit dem Löffel gefressen hat??? SOV, Kessler, Merk, alle haben keien Ahnung aber ein (bis vor einbem halben Jahr) unbekannter Senator ist allwissend?
Zieht denn keiner hier in Betracht, dass nicht NUR WIlhelm die Weisheit mit dem Löffel gefressen hat??? SOV, Kessler, Merk, alle haben keien Ahnung aber ein (bis vor einbem halben Jahr) unbekannter Senator ist allwissend?
Doch, das ziehe ich sehr wohl in Betracht.
Merk ist Unternehmensberater und Motivationstrainer, er weiß sicher ganz genau, wie man eine konstruktive Gesprächsatmosphäre kreiert.
Keßler hat Kontakte in die Finanzwelt und wird auch nicht wie ein Schulbub am Verhandlungstisch sitzen.
Wilhelm ist aber in diesen Kreisen zuhause. Das ist sein tägliches Brot. Und er ist erwiesenermaßen ein herausragender Jurist.
Dass er sich auf Twitter "Senator" nennt, dass er reimt - das mutet ulkig an. Aber er ist nicht, wie von dir suggeriert, ein unbekannter Niemand, sondern ein angesehener Rechtslehrer und erfolgreicher Wirtschaftsanwalt.
Es gibt gar keinen Grund, sich diese Expertise in den Verein zu holen, die man schon seit langem gut hätte gebrauchen können neben den ganzen Blendern in den vergangenen Jahren, wenn man in den entscheidenden Momenten zustimmt, auf sie zu verzichten.
Wilhelm ist inhaltlich der bewandertste AR, den wir in diesen Themen haben. Ihn außen vor zu lassen ist, wie wenn man sportliche Konzepte ohne Wagner diskutieren würde - und dabei ist Wagners sportliche Kompetenz nicht annähernd mit der wirtschaftlichen und rechtlichen Kompetenz von Wilhelm zu vergleichen.
Wilhelm ist nicht allwissend, aber in diesen Fragen die verlässlichste Größe im Beirat.
Zitat von FckTribun
Dass er sich auf Twitter "Senator" nennt, dass er reimt - das mutet ulkig an. Aber er ist nicht, wie von dir suggeriert, ein unbekannter Niemand, sondern ein angesehener Rechtslehrer und erfolgreicher Wirtschaftsanwalt.
Dass er sich auf Twitter "Senator" nennt, dass er reimt - das mutet ulkig an. Aber er ist nicht, wie von dir suggeriert, ein unbekannter Niemand, sondern ein angesehener Rechtslehrer und erfolgreicher Wirtschaftsanwalt.
Das mal als Info, weil sich dauernd drüber lustig gemacht oder gewundert wird: Das ist ein Titel wie Prof. oder Dr. und wird von einer Universität bei herausragenden Leistungen verliehen. Da man in der Umgangssprache den höchsten Titel nimmt, würde man einen Herrn Prof. Dr. Senator Wilhelm daher auch mit Herr Senator Wilhelm ansprechen.
Ja, man muss es nicht verwenden und es gehört nicht zum Namen. Man darf es aber mit Stolz tragen - und der Zusatz ist dann nicht nur just for fun oder bei irgendwelchen dubiosen Online Seiten gekauft, wie manch ein Adelstitel.
Man kann es also sein lassen, das irgendwie abzuwerten oder sich drüber lustig zu machen.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Previal am 09.07.2020 um 11:34 Uhr bearbeitet Zitat von OutsideFCK
Klar ist das stadion kein Wert für den Verein.
Klar ist das stadion kein Wert für den Verein.
Ein Stadion als EK-Erhöhung ist doch für eine Kapitalgesellschaft, die ihr Geld mit Fußball macht ein Wert an sich. Vor allem, wenn der sportliche Erfolg die Zuschauer hineinzieht und man keine Pacht mehr abdrücken muß.
Im Übrigen kann man eine Immobilie in eigener Hand auch beleihen, wenn man für größere Vorhaben nicht genug liquide ist.
Ich hab vorhin auf Twitter gelesen, man plane Wilhelm aus dem Aufsichtsrat der KgaA abzuberufen.
Ich hoffe wirklich das das man im Aufsichtsrat nicht so dumm ist und das nur ein blöder Scherz war.
Ich hoffe es wirklich im Sinne des Vereins, weil das wäre Benzin ins brennende Haus.
Ich hoffe wirklich das das man im Aufsichtsrat nicht so dumm ist und das nur ein blöder Scherz war.
Ich hoffe es wirklich im Sinne des Vereins, weil das wäre Benzin ins brennende Haus.
Liebe FCK Freunde,
da der Kicker nun ohnehin berichtet hat - mit einer nahezu identischen Wortwahl - möchte ich auch die Fragen von Ken Kinscher und mir an Herrn Professor Wilhelm hier öffentlich machen. Ich denke, das hilft bei der Einordnung der ein oder anderen Aussage der vergangen Tage.
Wir wollen hier ausdrücklich für keinen Investor Partei ergreifen. Am besten wäre es gewesen, man erfährt gar nichts über diesen Prozeß. Was wir aber hier in aller Offenheit zum Ausdruck bringen möchten, ist unsere tiefe Enttäuschung über die handelnden Akteure. Ihr seid in Rekordzeit dort angekommen, wo wir nicht mehr hinwollten. Wir erlauben uns jeweils zwei Antworten aus den jeweiligen Interviews bei DBB einzustellen:
Merk: Nicht clever, ehrlich! Es geht nur der berechenbare Weg. Aber da muss auch jeder erkennen: Wenn ich Ehrlichkeit erwarte, muss ich auch die Wahrheit respektieren. Und die kann unangenehm sein.
Merk: Sicher im Netzwerk Fußball, Unternehmen, Medien. Und im Bereich der Strategie und Kommunikation mit meinen verbindenden Grundsätzen "Starke Menschen arbeiten mit starken Partnern" und "Besser miteinander als übereinander reden"... aber vielleicht sollten meine Teamkollegen meine Fähigkeiten besser skizzieren.
Keßler: Durch Geschlossenheit und Ruhe muss verloren gegangenes Vertrauen gegenüber den Mitgliedern und Fans sowie allen Partnern, wie zum Beispiel den Sponsoren und Investoren oder auch der Stadt Kaiserslautern, zurückgewonnen werden. Persönliche Interessen und Machtkämpfe müssen der Vergangenheit angehören. Alle, denen der FCK am Herzen liegt, müssen einen großen gemeinsamen Nenner finden um den tiefen Riss, der den Verein spaltet, zu überwinden. Respektvolles "Miteinander & Füreinander".
Keßler: Dabei werden wir uns an die rechtlichen und moralischen Rahmenbedingungen und unsere Satzung halten. Bei Entscheidungen von erheblicher Bedeutung werden wir uns vorbehalten, über eine Mitgliederbefragung uns ein Meinungsbild zu verschaffen.
Da wir beide Personen persönlich kennen, möchten wir an dieser Stelle nicht mehr kommentieren. Aber eines ist klar, diejenigen, die beschlossen haben Jörg Wilhelm oder Martin Weimer nicht in Verhandlungen einzubinden oder diese ohne den Geschäftsführer zu führen, können das auch wieder ändern. Indem sie ihr eigenes Ego nicht über den Verein stellen. Dies gilt auch in der Kommunikation hinsichtlich des Insolvenzverfahrens.
Hierbei möchten wir einiges klarstellen. Wir haben ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Das heißt, wir sind der Herr des Verfahrens. Herr Eichelbaum ist der Berater des Geschäftsführers also von Herrn Voigt und schaut, dass dieser keine haftungsrelevanten Schrittfehler macht. Herr Scheffler ist der Berater des e.V. in seiner Position als Gesellschafter der KGaA. Und Herr Kleinschmidt als Sachwalter hat zunächst lediglich zu prüfen, dass es in diesem Verfahren nicht zu einseitiger Benachteiligung von allen oder einzelnen Gläubigern kommt. Die Entscheidung liegt also solange bei der Geschäftsführung der KGaA, wie das Verfahren offen und transparent geführt wird.
Herr Kleinschmidt hat aber auch die Aufgabe sicherzustellen, dass Gläubiger keinen Druck ausüben, der eine Sanierung und damit die Sicherung von Arbeitsplätzen oder gar die Fortführung verhindert. Welches Investorenangebot angenommen wird ist zunächst und ausschließlich in der Entscheidungssphäre der KGaA. Nachgelagert kommt es dann zur Abstimmung über den Insolvenzplan (und somit das Angebot) im Gläubigerausschuss. Natürlich ist dieses Prozedere im Regelfall vorabgestimmt. Keiner wird mit einem offensichtlich die Gläubiger benachteiligenden Angebot in den Gläubigerausschuss gehen.
Der FCK hat aber - nach allen öffentlich bekannten Informationen - zwei Angebote bzw. eine Interessensbekundung vorliegen, die den selben Schuldenschnitt vorsehen. In soweit ist es eine originäre Entscheidung der Geschäftsführung der KGaA und im Nachlauf auch der Beiratsmitglieder welches Angebot angenommen wird - und dann gemeinsam mit dem Insolvenzplan in den Gläubigerausschuss geht. Sollte dieses Angebot bzw. der Insolvenzplan dann einem der dort vertretenen Gläubigergruppen - z.b. Quattrex als eigene Gruppe - nicht passen, warum auch immer, kann er dagegen stimmen. Er kann die Entscheidung sogar später anfechten. Das ist dann halt so.
Aber die Aufgabe unserer Organe ist es ganz klar, das Angebot anzunehmen, was aus Ihrer Sicht für die Zukunft des FCK das bessere ist. Ohne sich von Gläubigern oder gar der Insolvenzverwaltung unter Druck setzten zu lassen. Oder sich gar hinter ihr zu verstecken. Wenn Quattrex bis zum 1.9. nach Investoren suchen will, die mit einen niedrigeren Schuldenschnitt zufrieden sind, dann sollen sie das tun. Dann geht der Plan halt danach in die Umsetzung. Das ist aus unserer Sicht zwar eine ziemlich sinnbefreite Entscheidung, die lediglich dazu führt, dass man auch dieses Jahr keine gute Mannschaft zusammenstellen kann - aber man lässt sich nicht unter Druck setzten. Ganz klare Message.
Wir würden hinsichtlich der Angebote und dem weiteren Vorgehen Rainer Keßler bitten, über folgende, von ihm selbst getroffene Aussage nachzudenken: „Bei Entscheidungen von erheblicher Bedeutung werden wir uns vorbehalten, über eine Mitgliederbefragung uns ein Meinungsbild zu verschaffen.“
Wir können nicht erkennen, dass es nachteilig wäre, sich bei den Mitgliedern des 98% Gesellschafters ein Meinungsbild einzuholen, welchen Weg man gehen will. Nicht bindend und nicht als AOMV, aber lieber Rainer, so wie Du es vorgeschlagen hast - als Umfrage unter den Mitgliedern. Dabei kann ein objektives Entscheidungsbild gegeben werden, warum wer zu welchem Angebot tendiert. Und auch die Gründe dafür oder dagegen. Auch die Investoren können sich zu Wort melden, warum sie was, wie machen wollen. Wenn Sie das aus Vertraulichkeitsgründen nicht machen wollen, dann ist auch das eben so und aus unserer Sicht ebenfalls ein Statement.
Teuflische Grüße
Ben Remy & Ken Kinscher
Fragen an Herrn Prof. Wilhelm
Frage:
Ihnen wird vorgeworfen, dass Ihr Gang an die Öffentlichkeit, insbesondere auch der nicht abgestimmte Besuch im SWR, nicht professionell gewesen seien und den Aufgaben und Pflichten eines Aufsichtsrates zuwiderläuft. Auf der anderen Seite haben Sie damit Inhalte und Fakten transportiert, die vielen Mitgliedern, deren Mandat Sie haben, so nicht bekannt waren und in Teilen auch dem zuwiderlaufen scheinen, für was das Team Keßler / Merk / Weimer / Wilhelm / Wagner angetreten ist. Erläutern Sie doch bitte diesen Schritt aus Ihrer Sicht.
Es ist vollkommen richtig, dass mein Auftritt im TV nicht abgestimmt war mit dem Rest des Teams. Es gab sogar Bestrebungen im Team, nachdem man kurz vor der Sendung von meinem Vorhaben erfahren hat, hinter meinem Rücken meinen TV-Auftritt, den ich genau in diesem Bewusstsein in Abstimmung mit dem Sender geheim gehalten habe, zu verhindern. Gott sei Dank war der Rücken eines meiner Teammitglieder gerade genug, das zu verhindern.
Zum einen gibt es keine Rechtsgrundlage, auf der eine solche Abstimmung von mir hätte verlangt werden können, zum anderen musste ich von einer Art „Nothilferecht“ Gebrauch machen, da die bis dahin erfolgte öffentliche Kommunikation weder gut, noch vollständig und in Teilen sogar falsch war. Der Öffentlichkeit wurde zu diesem Zeitpunkt nämlich „vorgegaukelt“, es gäbe schon ein Angebot aus dem Umfeld des Vereins, was aber nicht der Fall war, sondern lediglich eine unverbindliche Absichtserklärung. Andererseits wurde bis dahin das bereits seit dem 03. Juni 2020 vorliegende unwiderrufliche, einseitige, zeitlich befriste, bindende und einseitige Angebot auf Abschluss eines wirksamen Rechtsgeschäfts „Investition“, durch den in Dubai lebenden deutschen Investor der Öffentlichkeit vorenthalten. Ich hielt und halte es nach wie vor für meine Pflicht, die Mitglieder und Fans in dieser Situation aufzuklären, schon um zu verhindern, dass etwaige andere, wesentlich schlechtere Offerten angenommen werden, ohne dass ein geordneter Diskussions- und Auswahlprozess stattfinden kann.
Frage:
Der in Dubai lebende Deutsche, der an einer Investition in den FCK interessiert ist, ist kein Mandant Ihrer Kanzlei ist das richtig? Insofern vertreten Sie auch nicht seine Interessen oder haben gar einen Interessenkonflikt. Korrekt?
In Kenntnis der strafrechtlichen Folgen einer falschen eidesstattlichen Versicherung erkläre ich hiermit an Eides statt: Weder ist der Investor Mandant meiner Kanzlei, noch bestehen oder bestanden irgendwelche geschäftlichen Beziehungen zwischen dem Investor und mir oder meiner Kanzlei oder irgendeine unmittelbar oder mittelbar von mir beeinflussten Unternehmen. Mein Interesse an diesem Investor, wie an jedem anderen Investor auch, der zu fairen und rechtmäßigen Bedingungen unter Beachtung der einschlägigen Satzungen und Rechtsvorschriften in den FCK investieren möchte, beschränkt sich ausschließlich auf meine mir per Wahl und Mandat, sowie Recht und Gesetz, auferlegte Funktion als Aufsichtsrat des FCK und seiner Gesellschaften.
Im Übrigen habe ich – im Gegensatz zu einigen andern Mitgliedern der Gremien – unmittelbar mit Aufnahme meiner Tätigkeit für den FCK eine, den Grundsätzen zeitgemäßer Compliance- und Corporate-Governance-Anforderungen, entsprechende Erklärung unterzeichnet und in den Vereinsakten hinterlegt. Dort darf gern jeder eine Kopie anfordern oder sich bei mir wegen Vorlage melden.
Trotz mehrfachen Nachfassens und Forderung durch mich, konnte sich nicht jedes Mitglied der Aufsichtsgremien entschließen, alle seine Nebentätigkeiten, die etwa einen Interessenkonflikt verursachen könnten, offenzulegen.
Frage:
Das Angebot der regionalen Investoren sieht nach unbestätigten Angaben eine Kapitalerhöhung von rd. EUR 8 Mio. vor, wovon EUR 2 Mio. an die Gläubiger fließen sollen. Bedeutet das, dass dieses Angebot den selben Schuldenschnitt vorsieht wie das Angebot des Ankerinvestors? Außerdem ist zu hören, dass dieses Angebot vorsieht, dass Aktien künftig nur zu einem höheren Preis veräußert werden können, als durch diese Investorengruppe bezahlt. Vor diesem Hintergrund: handelt es sich bei dem Angebot um ein annahmefähiges Angebot und ist es in Einklang mit der Satzung, den Beschlüssen zur Ausgliederung und dem Viersäulen-Modell?
In dieser speziellen Frage würde ich liebend gern eine Antwort geben, bin allerdings aufgrund meiner Verschwiegenheitspflicht erst in der nächsten Mitgliederversammlung bzw. in einer etwaigen außerordentlichen Mitgliederversammlung rechtlich in der Lage, darauf inhaltlich zu antworten. Dort werde ich allerdings das „Angebot“, dass mir bis zu meiner Erklärung in KLARTEXT als einziges schriftliches „Angebot“ vorlag, mitgliederöffentlich machen.
Ich kann jedoch versichern, dass es sich bei dem von Ihnen wohl gemeinten „Angebot“, was bis dahin vorlag, nicht um ein rechtsmangelfreies Angebot handelt, da dort nicht sämtliche Namen der dahinterstehenden Personen identifizierbar sind und weil das sogenannte „Angebot“ Bedingungen enthält, die weder aus rechtlicher, noch aus kaufmännischer Sicht und auch nicht aus für den Verein kaufmännisch vertretbarer Sicht, angenommen werden können. Durchsichtiger Zweck dieses „Angebotes“ ist nach meiner persönlichen Einschätzung lediglich, mit geringem Einsatz die wirtschaftliche Kontrolle über die KGaA zu erlangen, das Angebot des Investors aus Dubai zu kanibalisieren.
Frage
Kommen wir ganz konkret auf das Angebot des in Dubai lebenden deutschen Investors zu sprechen. Das Angebot sieht eine signifikante – man hat gehört EUR 20 Mio. Euro – Kapitalerhöhung vor, die sowohl genug Raum für die Beteiligung weiter regionaler Investoren lässt als auch genug Spielraum für das öffnen der Fansäule. Zudem beansprucht der Investor lediglich einen Sitz im Beirat. Vor diesem Hintergrund: handelt es sich bei dem Angebot um ein annahmefähiges Angebot und ist es in Einklang mit der Satzung, den Beschlüssen zur Ausgliederung und dem Viersäulen-Modell? Gibt es aus Ihrer Sicht irgendeinen Grund, der gegen eine Kombination der regionalen Investoren und dem Ankerinvestor spricht.
Hier bestehen die gleichen Verschwiegenheitspflichten, wie bei der Frage nach der inhaltlichen Ausgestaltung des anderen, jedoch nicht annahmefähigen „Angebotes“. Richtig und bereits durch den Investor selbst öffentlich verkündet ist aber, dass durch das Angebot des Investors aus Dubai, in Kombination mit der von ihm ausdrücklichen gewünschten und willkommen geheißenen Co-Investition - und der von ihm ausdrücklich gewünschten Öffnung der Fan-Säule IV, Eigenkapital in so hohem Betrag zufliessen würden, dass eine im Wesentlichen über die Planinsolvenz entschuldete KGaA, über mindestens 3 Spielzeiten durchfinanziert wäre, vorausgesetzt in der Planinsolvenz wird ein Schuldenschnitt von mindestens 90 % der Verbindlichkeiten erreicht.
Es spricht also nicht nur nichts dagegen, dass Ankerinvestor, Regionale und Fans als Co-Investoren zusammenkommen, es ist sogar der ausdrückliche Wunsch des Investors aus Dubai, auf diese Art und Weise internationales Finanz- und Sport-Know how mit dem Engagement der regional mit dem Verein verbundenen Unternehmen und der die den FCK tragende Fangemeinde zum Wohle des Vereins zusammenzuführen.
Frage:
Im Umfeld des Vereins werden Gerüchte gestreut, dass der Investor die Forderung gestellt hat, bis zu 30 Mitarbeiter zu entlassen und durch eigene Mitarbeiter zu ersetzen. Können Sie diese Forderung bestätigen, unabhängig davon, ob Sie im Rahmen des Angebotes oder im Rahmen einer Telefonkonferenz übermittelt wurde?
Das ist – wie Sie selbst sagen – ein Gerücht. Der Investor verfügt über den Zugriff auf ein bis zu 30 Fachleuten umfassendes Kompetenz- und Beratungsteam, das an eine internationale Sportakademie angehängt ist und das zur Unterstützung, in allen Fragen rund um den Betrieb einer Profifussballmannschaft und deren Organisation beratend hinzugezogen werden kann. Diese Kompetenz will er dem FCK auf dem Weg zur Weiterentwicklung von Liga zu Liga, in Abstimmung mit der Vereinsgeschäftsführung zur Verfügung stellen.
Frage:
Das Insolvenzplanverfahren muss natürlich auch aus Sicht der Gläubiger betrachtet werden. Hierbei sind die Interessen des Schuldners und die des Gläubigers nicht immer gleichgerichtet. Auf der anderen Seite ist es so, dass die Gläubiger im Falle der sogenannten Regelinsolvenz mit einer sehr geringen Quote rechnen müssen. Wenn aber beide Angebote in etwa den selben Schuldenschnitt vorsehen, müsste es auch Ihrer Sicht nicht im Interesse des FCK sein, eine möglichst hohe Kapitalerhöhung zu erzielen, um im ersten Schritt Planungssicherheit für die nächsten Jahre zu erhalten? Wenn dem so ist müsste doch die Kombination beider Angebote das erklärte Ziel der FCK Geschäftsführung sein und dürfte auch nicht auf Widerstand im Gläubigerausschuss stoßen.
Ich glaube, die Antwort hierauf ergibt sich bereits aus dem oben Gesagten. Die gesamte Investition des Investors aus Dubai fließt nach einem zwingend vorher bei den Großgläubigern zu erreichenden Schuldenschnitt um 90 % ausschließlich ins Eigenkapital und so soll die Transaktion umgesetzt werden. Ob später, sollte das Kapital einmal aufgebraucht sein, weitere notwendige Finanzmittel über Kapitalerhöhung ins Eigenkapital oder über sonstige Finanzierungstools ins Fremdkapital fliessen, bleibt eine derzeit nicht wirklich entscheidende Frage. Wichtig ist, dass der Investor aus Dubai nach seinen eigenen Angaben über genügend weitere Finanzmittel verfügen kann.
Frage:
Der Gläubigerausschuss hat angabegemäß einen M&A Berater damit beauftragt zu überprüfen, ob es nicht weitere Interessenten für den FCK gibt, die z.B. auch bereit wären, den Gläubigern eine höhere Quote zu zahlen. Dies ist auf der einen Seite verständlich, auf der anderen Seite würde das ja bedeuten, dass sowohl die Geschäftsführung unter Herrn Klatt als auch die Geschäftsführung unter Herrn Voigt nicht ordentlich gearbeitet hätte und nicht im ausreichenden Umfang nach Investoren gesucht hätte. Wie ist Ihre Einschätzung hierzu? Die Frage ist auch vor dem Hintergrund wichtig, dass ein entsprechender Prozess ja erneut mehrere Wochen, eher Monate in Anspruch nehmen würde. Eine Zeit in der der FCK nur bedingt handlungsfähig wäre. Zumindest wäre man kaum in der Lage, eine schlagkräftige Mannschaft für die kommende Saison aufzustellen, was ja wiederum kontraproduktiv hinsichtlich einer mittelfristigen operativen Erholung ist. Wie ist Ihre Einschätzung zu diesem Themenkomplex?
Nein, dass darf man nicht behaupten: was die frühere Geschäftsführung getan hat, kann ich nicht beurteilen. Die heutige GF unter Sören Voigt und die Kollegen aus dem Team Merk haben alles versucht und weit über 40 Investorengespräche in einem strukturierten Prozess geführt. Aber, um es salopp zu sagen: „wenn die Braut nicht genug geschmückt ist, vielleicht noch schwach, krank und angeschlagen, werden die Brautwerber nicht scharenweise um sie herumscharwenzeln“. Mit anderen Worten: Kein anderer Investor war bisher bereit, tatsächlich so viel zu bieten.
Jetzt, beim Vorliegen bzw. sich Anbieten einer derart attraktiven Investorenkombination noch einmal auf Kosten des eh schon finanzschwachen Unternehmens, erneut einen teuren Berater zu beauftragen, der unter dem Deckmäntelchen der neutralen Beurteilung der vorliegenden Angebote erneut einen wochen- oder monatelangen Investorensuchprozess starten will, anstatt die „Luxusangebote“, die vorliegen, anzunehmen bzw. annehmen zu lassen, schadet dem Verein, vertreibt ggf. den bis zum 31. Juli 2020 bereiten Investor aus Dubai und dient allenfalls Quattrex und Co, bei der Suche nach einem Investor, der verrückt genug ist, erst einen Teil der Altverbindlichkeiten zu zahlen, bevor Geld in den Neuanfang fließt.
Frage:
Sind Sie als einziger M&A- sowie Transaktionsspezialist im Team Merk neben Martin Weimer, dem Finanzfachmann in die Verhandlungen und Gespräche hinreichend eingebunden?
Nein: bei den Gesprächen mit den Regionalinvestoren wurde ich bisher auf deren Drängen ferngehalten; all diese Gespräche fanden immer hinter verschlossener Tür ohne meine Teilnahme statt. Auch Martin Weimer war dazu nicht präsent.
Bei dem Angebot des Investors aus Dubai waren Verhandlungen nicht notwendig: er hat von Anfang an ein Angebot formuliert und unterschriftsreif auf den Tisch gelegt und sodann sämtliche, an ihn in einer Videokonferenz, unter Teilnahme von Geschäftsführung, Generalbevollmächtigten und nahezu allen Mitgliedern des Vorstandes, Aufsichtsrats und Beirates, an ihn gerichteten Nachbesserungen und Kompromisse erfüllt und innert 3 Tagen schriftlich zugesagt.
Frage:
Haben Sie das Gefühl, genügend gehört zu werden und Ihre Expertise hinreichend einbringen zu können?
Nein, ich bin der Meinung, dass hier einige Leute aus den Aufsichts- und Beiratsgremien gern den „Obergeschäftsführer“ spielen und ständig ins operative Tun eingreifen.
Gespräche mit Stakeholdern, Geschäftspartnern und mit den Regionalen werden – neben oder ohne Geschäftsführung - in der Regel gerade von denen geführt, deren Expertise nicht Recht und Finanzen sind. In Abstimmungsprozesse mit den heute in der Planinsolvenz das Sagen habenden Entscheidern bin ich leider nicht eingebunden. Wenn und soweit auf Missstände hingewiesen werden müsste, versucht man, wenn auch meist erfolglos, mich unter Hinweis auf die Geschlossenheit eines Teams zu räsonieren. Meine Hinweise auf die Einhaltung der Satzungs- und Rechtspflichten werden leider oft vom Tisch gewischt und einer Art Super-Revisions-Instanz in Form eines Kompetenzteams zu unterstellen versucht. Leider oder Gott sei Dank deckt sich das nicht mit meiner und des Gesetzgebers Auffassung von der mir auferlegten Tätigkeit.
da der Kicker nun ohnehin berichtet hat - mit einer nahezu identischen Wortwahl - möchte ich auch die Fragen von Ken Kinscher und mir an Herrn Professor Wilhelm hier öffentlich machen. Ich denke, das hilft bei der Einordnung der ein oder anderen Aussage der vergangen Tage.
Wir wollen hier ausdrücklich für keinen Investor Partei ergreifen. Am besten wäre es gewesen, man erfährt gar nichts über diesen Prozeß. Was wir aber hier in aller Offenheit zum Ausdruck bringen möchten, ist unsere tiefe Enttäuschung über die handelnden Akteure. Ihr seid in Rekordzeit dort angekommen, wo wir nicht mehr hinwollten. Wir erlauben uns jeweils zwei Antworten aus den jeweiligen Interviews bei DBB einzustellen:
Merk: Nicht clever, ehrlich! Es geht nur der berechenbare Weg. Aber da muss auch jeder erkennen: Wenn ich Ehrlichkeit erwarte, muss ich auch die Wahrheit respektieren. Und die kann unangenehm sein.
Merk: Sicher im Netzwerk Fußball, Unternehmen, Medien. Und im Bereich der Strategie und Kommunikation mit meinen verbindenden Grundsätzen "Starke Menschen arbeiten mit starken Partnern" und "Besser miteinander als übereinander reden"... aber vielleicht sollten meine Teamkollegen meine Fähigkeiten besser skizzieren.
Keßler: Durch Geschlossenheit und Ruhe muss verloren gegangenes Vertrauen gegenüber den Mitgliedern und Fans sowie allen Partnern, wie zum Beispiel den Sponsoren und Investoren oder auch der Stadt Kaiserslautern, zurückgewonnen werden. Persönliche Interessen und Machtkämpfe müssen der Vergangenheit angehören. Alle, denen der FCK am Herzen liegt, müssen einen großen gemeinsamen Nenner finden um den tiefen Riss, der den Verein spaltet, zu überwinden. Respektvolles "Miteinander & Füreinander".
Keßler: Dabei werden wir uns an die rechtlichen und moralischen Rahmenbedingungen und unsere Satzung halten. Bei Entscheidungen von erheblicher Bedeutung werden wir uns vorbehalten, über eine Mitgliederbefragung uns ein Meinungsbild zu verschaffen.
Da wir beide Personen persönlich kennen, möchten wir an dieser Stelle nicht mehr kommentieren. Aber eines ist klar, diejenigen, die beschlossen haben Jörg Wilhelm oder Martin Weimer nicht in Verhandlungen einzubinden oder diese ohne den Geschäftsführer zu führen, können das auch wieder ändern. Indem sie ihr eigenes Ego nicht über den Verein stellen. Dies gilt auch in der Kommunikation hinsichtlich des Insolvenzverfahrens.
Hierbei möchten wir einiges klarstellen. Wir haben ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Das heißt, wir sind der Herr des Verfahrens. Herr Eichelbaum ist der Berater des Geschäftsführers also von Herrn Voigt und schaut, dass dieser keine haftungsrelevanten Schrittfehler macht. Herr Scheffler ist der Berater des e.V. in seiner Position als Gesellschafter der KGaA. Und Herr Kleinschmidt als Sachwalter hat zunächst lediglich zu prüfen, dass es in diesem Verfahren nicht zu einseitiger Benachteiligung von allen oder einzelnen Gläubigern kommt. Die Entscheidung liegt also solange bei der Geschäftsführung der KGaA, wie das Verfahren offen und transparent geführt wird.
Herr Kleinschmidt hat aber auch die Aufgabe sicherzustellen, dass Gläubiger keinen Druck ausüben, der eine Sanierung und damit die Sicherung von Arbeitsplätzen oder gar die Fortführung verhindert. Welches Investorenangebot angenommen wird ist zunächst und ausschließlich in der Entscheidungssphäre der KGaA. Nachgelagert kommt es dann zur Abstimmung über den Insolvenzplan (und somit das Angebot) im Gläubigerausschuss. Natürlich ist dieses Prozedere im Regelfall vorabgestimmt. Keiner wird mit einem offensichtlich die Gläubiger benachteiligenden Angebot in den Gläubigerausschuss gehen.
Der FCK hat aber - nach allen öffentlich bekannten Informationen - zwei Angebote bzw. eine Interessensbekundung vorliegen, die den selben Schuldenschnitt vorsehen. In soweit ist es eine originäre Entscheidung der Geschäftsführung der KGaA und im Nachlauf auch der Beiratsmitglieder welches Angebot angenommen wird - und dann gemeinsam mit dem Insolvenzplan in den Gläubigerausschuss geht. Sollte dieses Angebot bzw. der Insolvenzplan dann einem der dort vertretenen Gläubigergruppen - z.b. Quattrex als eigene Gruppe - nicht passen, warum auch immer, kann er dagegen stimmen. Er kann die Entscheidung sogar später anfechten. Das ist dann halt so.
Aber die Aufgabe unserer Organe ist es ganz klar, das Angebot anzunehmen, was aus Ihrer Sicht für die Zukunft des FCK das bessere ist. Ohne sich von Gläubigern oder gar der Insolvenzverwaltung unter Druck setzten zu lassen. Oder sich gar hinter ihr zu verstecken. Wenn Quattrex bis zum 1.9. nach Investoren suchen will, die mit einen niedrigeren Schuldenschnitt zufrieden sind, dann sollen sie das tun. Dann geht der Plan halt danach in die Umsetzung. Das ist aus unserer Sicht zwar eine ziemlich sinnbefreite Entscheidung, die lediglich dazu führt, dass man auch dieses Jahr keine gute Mannschaft zusammenstellen kann - aber man lässt sich nicht unter Druck setzten. Ganz klare Message.
Wir würden hinsichtlich der Angebote und dem weiteren Vorgehen Rainer Keßler bitten, über folgende, von ihm selbst getroffene Aussage nachzudenken: „Bei Entscheidungen von erheblicher Bedeutung werden wir uns vorbehalten, über eine Mitgliederbefragung uns ein Meinungsbild zu verschaffen.“
Wir können nicht erkennen, dass es nachteilig wäre, sich bei den Mitgliedern des 98% Gesellschafters ein Meinungsbild einzuholen, welchen Weg man gehen will. Nicht bindend und nicht als AOMV, aber lieber Rainer, so wie Du es vorgeschlagen hast - als Umfrage unter den Mitgliedern. Dabei kann ein objektives Entscheidungsbild gegeben werden, warum wer zu welchem Angebot tendiert. Und auch die Gründe dafür oder dagegen. Auch die Investoren können sich zu Wort melden, warum sie was, wie machen wollen. Wenn Sie das aus Vertraulichkeitsgründen nicht machen wollen, dann ist auch das eben so und aus unserer Sicht ebenfalls ein Statement.
Teuflische Grüße
Ben Remy & Ken Kinscher
Fragen an Herrn Prof. Wilhelm
Frage:
Ihnen wird vorgeworfen, dass Ihr Gang an die Öffentlichkeit, insbesondere auch der nicht abgestimmte Besuch im SWR, nicht professionell gewesen seien und den Aufgaben und Pflichten eines Aufsichtsrates zuwiderläuft. Auf der anderen Seite haben Sie damit Inhalte und Fakten transportiert, die vielen Mitgliedern, deren Mandat Sie haben, so nicht bekannt waren und in Teilen auch dem zuwiderlaufen scheinen, für was das Team Keßler / Merk / Weimer / Wilhelm / Wagner angetreten ist. Erläutern Sie doch bitte diesen Schritt aus Ihrer Sicht.
Es ist vollkommen richtig, dass mein Auftritt im TV nicht abgestimmt war mit dem Rest des Teams. Es gab sogar Bestrebungen im Team, nachdem man kurz vor der Sendung von meinem Vorhaben erfahren hat, hinter meinem Rücken meinen TV-Auftritt, den ich genau in diesem Bewusstsein in Abstimmung mit dem Sender geheim gehalten habe, zu verhindern. Gott sei Dank war der Rücken eines meiner Teammitglieder gerade genug, das zu verhindern.
Zum einen gibt es keine Rechtsgrundlage, auf der eine solche Abstimmung von mir hätte verlangt werden können, zum anderen musste ich von einer Art „Nothilferecht“ Gebrauch machen, da die bis dahin erfolgte öffentliche Kommunikation weder gut, noch vollständig und in Teilen sogar falsch war. Der Öffentlichkeit wurde zu diesem Zeitpunkt nämlich „vorgegaukelt“, es gäbe schon ein Angebot aus dem Umfeld des Vereins, was aber nicht der Fall war, sondern lediglich eine unverbindliche Absichtserklärung. Andererseits wurde bis dahin das bereits seit dem 03. Juni 2020 vorliegende unwiderrufliche, einseitige, zeitlich befriste, bindende und einseitige Angebot auf Abschluss eines wirksamen Rechtsgeschäfts „Investition“, durch den in Dubai lebenden deutschen Investor der Öffentlichkeit vorenthalten. Ich hielt und halte es nach wie vor für meine Pflicht, die Mitglieder und Fans in dieser Situation aufzuklären, schon um zu verhindern, dass etwaige andere, wesentlich schlechtere Offerten angenommen werden, ohne dass ein geordneter Diskussions- und Auswahlprozess stattfinden kann.
Frage:
Der in Dubai lebende Deutsche, der an einer Investition in den FCK interessiert ist, ist kein Mandant Ihrer Kanzlei ist das richtig? Insofern vertreten Sie auch nicht seine Interessen oder haben gar einen Interessenkonflikt. Korrekt?
In Kenntnis der strafrechtlichen Folgen einer falschen eidesstattlichen Versicherung erkläre ich hiermit an Eides statt: Weder ist der Investor Mandant meiner Kanzlei, noch bestehen oder bestanden irgendwelche geschäftlichen Beziehungen zwischen dem Investor und mir oder meiner Kanzlei oder irgendeine unmittelbar oder mittelbar von mir beeinflussten Unternehmen. Mein Interesse an diesem Investor, wie an jedem anderen Investor auch, der zu fairen und rechtmäßigen Bedingungen unter Beachtung der einschlägigen Satzungen und Rechtsvorschriften in den FCK investieren möchte, beschränkt sich ausschließlich auf meine mir per Wahl und Mandat, sowie Recht und Gesetz, auferlegte Funktion als Aufsichtsrat des FCK und seiner Gesellschaften.
Im Übrigen habe ich – im Gegensatz zu einigen andern Mitgliedern der Gremien – unmittelbar mit Aufnahme meiner Tätigkeit für den FCK eine, den Grundsätzen zeitgemäßer Compliance- und Corporate-Governance-Anforderungen, entsprechende Erklärung unterzeichnet und in den Vereinsakten hinterlegt. Dort darf gern jeder eine Kopie anfordern oder sich bei mir wegen Vorlage melden.
Trotz mehrfachen Nachfassens und Forderung durch mich, konnte sich nicht jedes Mitglied der Aufsichtsgremien entschließen, alle seine Nebentätigkeiten, die etwa einen Interessenkonflikt verursachen könnten, offenzulegen.
Frage:
Das Angebot der regionalen Investoren sieht nach unbestätigten Angaben eine Kapitalerhöhung von rd. EUR 8 Mio. vor, wovon EUR 2 Mio. an die Gläubiger fließen sollen. Bedeutet das, dass dieses Angebot den selben Schuldenschnitt vorsieht wie das Angebot des Ankerinvestors? Außerdem ist zu hören, dass dieses Angebot vorsieht, dass Aktien künftig nur zu einem höheren Preis veräußert werden können, als durch diese Investorengruppe bezahlt. Vor diesem Hintergrund: handelt es sich bei dem Angebot um ein annahmefähiges Angebot und ist es in Einklang mit der Satzung, den Beschlüssen zur Ausgliederung und dem Viersäulen-Modell?
In dieser speziellen Frage würde ich liebend gern eine Antwort geben, bin allerdings aufgrund meiner Verschwiegenheitspflicht erst in der nächsten Mitgliederversammlung bzw. in einer etwaigen außerordentlichen Mitgliederversammlung rechtlich in der Lage, darauf inhaltlich zu antworten. Dort werde ich allerdings das „Angebot“, dass mir bis zu meiner Erklärung in KLARTEXT als einziges schriftliches „Angebot“ vorlag, mitgliederöffentlich machen.
Ich kann jedoch versichern, dass es sich bei dem von Ihnen wohl gemeinten „Angebot“, was bis dahin vorlag, nicht um ein rechtsmangelfreies Angebot handelt, da dort nicht sämtliche Namen der dahinterstehenden Personen identifizierbar sind und weil das sogenannte „Angebot“ Bedingungen enthält, die weder aus rechtlicher, noch aus kaufmännischer Sicht und auch nicht aus für den Verein kaufmännisch vertretbarer Sicht, angenommen werden können. Durchsichtiger Zweck dieses „Angebotes“ ist nach meiner persönlichen Einschätzung lediglich, mit geringem Einsatz die wirtschaftliche Kontrolle über die KGaA zu erlangen, das Angebot des Investors aus Dubai zu kanibalisieren.
Frage
Kommen wir ganz konkret auf das Angebot des in Dubai lebenden deutschen Investors zu sprechen. Das Angebot sieht eine signifikante – man hat gehört EUR 20 Mio. Euro – Kapitalerhöhung vor, die sowohl genug Raum für die Beteiligung weiter regionaler Investoren lässt als auch genug Spielraum für das öffnen der Fansäule. Zudem beansprucht der Investor lediglich einen Sitz im Beirat. Vor diesem Hintergrund: handelt es sich bei dem Angebot um ein annahmefähiges Angebot und ist es in Einklang mit der Satzung, den Beschlüssen zur Ausgliederung und dem Viersäulen-Modell? Gibt es aus Ihrer Sicht irgendeinen Grund, der gegen eine Kombination der regionalen Investoren und dem Ankerinvestor spricht.
Hier bestehen die gleichen Verschwiegenheitspflichten, wie bei der Frage nach der inhaltlichen Ausgestaltung des anderen, jedoch nicht annahmefähigen „Angebotes“. Richtig und bereits durch den Investor selbst öffentlich verkündet ist aber, dass durch das Angebot des Investors aus Dubai, in Kombination mit der von ihm ausdrücklichen gewünschten und willkommen geheißenen Co-Investition - und der von ihm ausdrücklich gewünschten Öffnung der Fan-Säule IV, Eigenkapital in so hohem Betrag zufliessen würden, dass eine im Wesentlichen über die Planinsolvenz entschuldete KGaA, über mindestens 3 Spielzeiten durchfinanziert wäre, vorausgesetzt in der Planinsolvenz wird ein Schuldenschnitt von mindestens 90 % der Verbindlichkeiten erreicht.
Es spricht also nicht nur nichts dagegen, dass Ankerinvestor, Regionale und Fans als Co-Investoren zusammenkommen, es ist sogar der ausdrückliche Wunsch des Investors aus Dubai, auf diese Art und Weise internationales Finanz- und Sport-Know how mit dem Engagement der regional mit dem Verein verbundenen Unternehmen und der die den FCK tragende Fangemeinde zum Wohle des Vereins zusammenzuführen.
Frage:
Im Umfeld des Vereins werden Gerüchte gestreut, dass der Investor die Forderung gestellt hat, bis zu 30 Mitarbeiter zu entlassen und durch eigene Mitarbeiter zu ersetzen. Können Sie diese Forderung bestätigen, unabhängig davon, ob Sie im Rahmen des Angebotes oder im Rahmen einer Telefonkonferenz übermittelt wurde?
Das ist – wie Sie selbst sagen – ein Gerücht. Der Investor verfügt über den Zugriff auf ein bis zu 30 Fachleuten umfassendes Kompetenz- und Beratungsteam, das an eine internationale Sportakademie angehängt ist und das zur Unterstützung, in allen Fragen rund um den Betrieb einer Profifussballmannschaft und deren Organisation beratend hinzugezogen werden kann. Diese Kompetenz will er dem FCK auf dem Weg zur Weiterentwicklung von Liga zu Liga, in Abstimmung mit der Vereinsgeschäftsführung zur Verfügung stellen.
Frage:
Das Insolvenzplanverfahren muss natürlich auch aus Sicht der Gläubiger betrachtet werden. Hierbei sind die Interessen des Schuldners und die des Gläubigers nicht immer gleichgerichtet. Auf der anderen Seite ist es so, dass die Gläubiger im Falle der sogenannten Regelinsolvenz mit einer sehr geringen Quote rechnen müssen. Wenn aber beide Angebote in etwa den selben Schuldenschnitt vorsehen, müsste es auch Ihrer Sicht nicht im Interesse des FCK sein, eine möglichst hohe Kapitalerhöhung zu erzielen, um im ersten Schritt Planungssicherheit für die nächsten Jahre zu erhalten? Wenn dem so ist müsste doch die Kombination beider Angebote das erklärte Ziel der FCK Geschäftsführung sein und dürfte auch nicht auf Widerstand im Gläubigerausschuss stoßen.
Ich glaube, die Antwort hierauf ergibt sich bereits aus dem oben Gesagten. Die gesamte Investition des Investors aus Dubai fließt nach einem zwingend vorher bei den Großgläubigern zu erreichenden Schuldenschnitt um 90 % ausschließlich ins Eigenkapital und so soll die Transaktion umgesetzt werden. Ob später, sollte das Kapital einmal aufgebraucht sein, weitere notwendige Finanzmittel über Kapitalerhöhung ins Eigenkapital oder über sonstige Finanzierungstools ins Fremdkapital fliessen, bleibt eine derzeit nicht wirklich entscheidende Frage. Wichtig ist, dass der Investor aus Dubai nach seinen eigenen Angaben über genügend weitere Finanzmittel verfügen kann.
Frage:
Der Gläubigerausschuss hat angabegemäß einen M&A Berater damit beauftragt zu überprüfen, ob es nicht weitere Interessenten für den FCK gibt, die z.B. auch bereit wären, den Gläubigern eine höhere Quote zu zahlen. Dies ist auf der einen Seite verständlich, auf der anderen Seite würde das ja bedeuten, dass sowohl die Geschäftsführung unter Herrn Klatt als auch die Geschäftsführung unter Herrn Voigt nicht ordentlich gearbeitet hätte und nicht im ausreichenden Umfang nach Investoren gesucht hätte. Wie ist Ihre Einschätzung hierzu? Die Frage ist auch vor dem Hintergrund wichtig, dass ein entsprechender Prozess ja erneut mehrere Wochen, eher Monate in Anspruch nehmen würde. Eine Zeit in der der FCK nur bedingt handlungsfähig wäre. Zumindest wäre man kaum in der Lage, eine schlagkräftige Mannschaft für die kommende Saison aufzustellen, was ja wiederum kontraproduktiv hinsichtlich einer mittelfristigen operativen Erholung ist. Wie ist Ihre Einschätzung zu diesem Themenkomplex?
Nein, dass darf man nicht behaupten: was die frühere Geschäftsführung getan hat, kann ich nicht beurteilen. Die heutige GF unter Sören Voigt und die Kollegen aus dem Team Merk haben alles versucht und weit über 40 Investorengespräche in einem strukturierten Prozess geführt. Aber, um es salopp zu sagen: „wenn die Braut nicht genug geschmückt ist, vielleicht noch schwach, krank und angeschlagen, werden die Brautwerber nicht scharenweise um sie herumscharwenzeln“. Mit anderen Worten: Kein anderer Investor war bisher bereit, tatsächlich so viel zu bieten.
Jetzt, beim Vorliegen bzw. sich Anbieten einer derart attraktiven Investorenkombination noch einmal auf Kosten des eh schon finanzschwachen Unternehmens, erneut einen teuren Berater zu beauftragen, der unter dem Deckmäntelchen der neutralen Beurteilung der vorliegenden Angebote erneut einen wochen- oder monatelangen Investorensuchprozess starten will, anstatt die „Luxusangebote“, die vorliegen, anzunehmen bzw. annehmen zu lassen, schadet dem Verein, vertreibt ggf. den bis zum 31. Juli 2020 bereiten Investor aus Dubai und dient allenfalls Quattrex und Co, bei der Suche nach einem Investor, der verrückt genug ist, erst einen Teil der Altverbindlichkeiten zu zahlen, bevor Geld in den Neuanfang fließt.
Frage:
Sind Sie als einziger M&A- sowie Transaktionsspezialist im Team Merk neben Martin Weimer, dem Finanzfachmann in die Verhandlungen und Gespräche hinreichend eingebunden?
Nein: bei den Gesprächen mit den Regionalinvestoren wurde ich bisher auf deren Drängen ferngehalten; all diese Gespräche fanden immer hinter verschlossener Tür ohne meine Teilnahme statt. Auch Martin Weimer war dazu nicht präsent.
Bei dem Angebot des Investors aus Dubai waren Verhandlungen nicht notwendig: er hat von Anfang an ein Angebot formuliert und unterschriftsreif auf den Tisch gelegt und sodann sämtliche, an ihn in einer Videokonferenz, unter Teilnahme von Geschäftsführung, Generalbevollmächtigten und nahezu allen Mitgliedern des Vorstandes, Aufsichtsrats und Beirates, an ihn gerichteten Nachbesserungen und Kompromisse erfüllt und innert 3 Tagen schriftlich zugesagt.
Frage:
Haben Sie das Gefühl, genügend gehört zu werden und Ihre Expertise hinreichend einbringen zu können?
Nein, ich bin der Meinung, dass hier einige Leute aus den Aufsichts- und Beiratsgremien gern den „Obergeschäftsführer“ spielen und ständig ins operative Tun eingreifen.
Gespräche mit Stakeholdern, Geschäftspartnern und mit den Regionalen werden – neben oder ohne Geschäftsführung - in der Regel gerade von denen geführt, deren Expertise nicht Recht und Finanzen sind. In Abstimmungsprozesse mit den heute in der Planinsolvenz das Sagen habenden Entscheidern bin ich leider nicht eingebunden. Wenn und soweit auf Missstände hingewiesen werden müsste, versucht man, wenn auch meist erfolglos, mich unter Hinweis auf die Geschlossenheit eines Teams zu räsonieren. Meine Hinweise auf die Einhaltung der Satzungs- und Rechtspflichten werden leider oft vom Tisch gewischt und einer Art Super-Revisions-Instanz in Form eines Kompetenzteams zu unterstellen versucht. Leider oder Gott sei Dank deckt sich das nicht mit meiner und des Gesetzgebers Auffassung von der mir auferlegten Tätigkeit.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Bertikoks am 09.07.2020 um 11:59 Uhr bearbeitet
Unabhängig der ganzen Grabenkämpfe hilft es doch einmal sich die bloßen Bedingungen für ein Gelingen der Einstiege beider Investoren vor Augen zu führen.
Auf der einen Seite die Regionalen für 8 (-2) Mio reicht wie von vielen hier bereits geschrieben mit Glück gerade einmal für eine Saison.
Heißt im Umkehrschluss die erste Bedingung, dass das Ganze Funktioniert ist der direkte Aufstieg in der nächsten Saison oder man steht genau so da, wie jetzt. Ohne diesen funktioniert das ganze Angebot nicht. Ist das planbar? Wohl kaum mit dem Kader. Gelingt dies aber, hätte man schlagartig einen Anstieg des Vereinswerts und ein Ankerinvestor, der jetzt 20 Mio für 75% Anteile bezahlt müsste das Doppelte, vielleicht sogar Dreifache bezahlen um wertgleich einzusteigen. Hier kommt aber die zweite Bedingung ins Spiel: findet man dann auch zeitnah so jemanden? das dürfte sich deutlich schwieriger gestalten, dann wirklich auch einen Ankerinvestor an Land zu ziehen, der in der Lage und willens ist, in dieser Größenordnung zu investieren. Und zu guter letzt die dritte Bedingung, sollte wirklich Weihnachten auf Ostern fallen und man tatsächlich einen Ankerinvestor finden: wären die Regionalen, die zu dem Zeitpunkt eine Sperrminorität besitzen mit dem Ankerinvestor d'accord. Da die Herren so auf ihre Machtposition bedacht sind, erscheint mir das doch extrem unwahrscheinlich.
Zusammengefasst: High Risk - High Reward
3 Bedingungen -Sofortiger Aufstieg, - finden eines geeigneten Ankerinvestors in Liga 2, - "Machtverzicht" der Regionalen
Auf der anderen Seite das Angebot aus Dubai von Herr Petersen, der einen Einstieg sofort mit 20 Mio für 75% Anteile anbietet. Die erste Bedingung dafür, dass dieses Invest funktioniert ist natürlich wie bei den Regionalen auch der sportliche Erfolg und Aufstieg, der aber aufgrund der Höhe der investierten Summe nicht direkt in dieser Saison zwingend erforderlich ist. Man hat hier also deutlich mehr Spielraum und gleichzeitig Sicherheit. Einziger (großer) Nachteil hier ist, dass man im Fall eines Aufstiegs nur noch 25% der Anteile zu Geld machen kann und so den gestiegenen Vereinswert nicht mehr in dem Maß nutzen kann, wie bei den Regionalen Investoren. Allerdings ist auch hier eine weitere positive Entwicklung möglich, wenn die zweite Bedingung erfüllt wird und der Investor wie in den Ausführungen von Wilhelm bereits angesprochen zu seinem Wort steht und weitere finanzielle Mittel zur Verfügung stellt oder aber eine Kapitalerhöhung durchgeführt werden kann.
Zusammengefasst: Low Risk - Low Reward
2 Bedingungen - mittelfristiger sportlicher Erfolg + Aufstieg, - weitere Investitionen des Ankerinvestors / Kapitalerhöhung
Die beiden Bezeichnungen Low und High Risk / Reward bitte ich euch natürlich relativ zu verstehen. Beide Angebote beinhalten logischerweise ein gewisses Risikopotential, ich sehe aber die Bedingungen die erfüllt werden müssen, damit der Invest der Regionalen funktionieren kann als wesentlich schärfer an und das Risiko daher auch erheblich höher als beim Petersen Angebot.
Auf der einen Seite die Regionalen für 8 (-2) Mio reicht wie von vielen hier bereits geschrieben mit Glück gerade einmal für eine Saison.
Heißt im Umkehrschluss die erste Bedingung, dass das Ganze Funktioniert ist der direkte Aufstieg in der nächsten Saison oder man steht genau so da, wie jetzt. Ohne diesen funktioniert das ganze Angebot nicht. Ist das planbar? Wohl kaum mit dem Kader. Gelingt dies aber, hätte man schlagartig einen Anstieg des Vereinswerts und ein Ankerinvestor, der jetzt 20 Mio für 75% Anteile bezahlt müsste das Doppelte, vielleicht sogar Dreifache bezahlen um wertgleich einzusteigen. Hier kommt aber die zweite Bedingung ins Spiel: findet man dann auch zeitnah so jemanden? das dürfte sich deutlich schwieriger gestalten, dann wirklich auch einen Ankerinvestor an Land zu ziehen, der in der Lage und willens ist, in dieser Größenordnung zu investieren. Und zu guter letzt die dritte Bedingung, sollte wirklich Weihnachten auf Ostern fallen und man tatsächlich einen Ankerinvestor finden: wären die Regionalen, die zu dem Zeitpunkt eine Sperrminorität besitzen mit dem Ankerinvestor d'accord. Da die Herren so auf ihre Machtposition bedacht sind, erscheint mir das doch extrem unwahrscheinlich.
Zusammengefasst: High Risk - High Reward
3 Bedingungen -Sofortiger Aufstieg, - finden eines geeigneten Ankerinvestors in Liga 2, - "Machtverzicht" der Regionalen
Auf der anderen Seite das Angebot aus Dubai von Herr Petersen, der einen Einstieg sofort mit 20 Mio für 75% Anteile anbietet. Die erste Bedingung dafür, dass dieses Invest funktioniert ist natürlich wie bei den Regionalen auch der sportliche Erfolg und Aufstieg, der aber aufgrund der Höhe der investierten Summe nicht direkt in dieser Saison zwingend erforderlich ist. Man hat hier also deutlich mehr Spielraum und gleichzeitig Sicherheit. Einziger (großer) Nachteil hier ist, dass man im Fall eines Aufstiegs nur noch 25% der Anteile zu Geld machen kann und so den gestiegenen Vereinswert nicht mehr in dem Maß nutzen kann, wie bei den Regionalen Investoren. Allerdings ist auch hier eine weitere positive Entwicklung möglich, wenn die zweite Bedingung erfüllt wird und der Investor wie in den Ausführungen von Wilhelm bereits angesprochen zu seinem Wort steht und weitere finanzielle Mittel zur Verfügung stellt oder aber eine Kapitalerhöhung durchgeführt werden kann.
Zusammengefasst: Low Risk - Low Reward
2 Bedingungen - mittelfristiger sportlicher Erfolg + Aufstieg, - weitere Investitionen des Ankerinvestors / Kapitalerhöhung
Die beiden Bezeichnungen Low und High Risk / Reward bitte ich euch natürlich relativ zu verstehen. Beide Angebote beinhalten logischerweise ein gewisses Risikopotential, ich sehe aber die Bedingungen die erfüllt werden müssen, damit der Invest der Regionalen funktionieren kann als wesentlich schärfer an und das Risiko daher auch erheblich höher als beim Petersen Angebot.
Zitat von Bertikoks
Liebe FCK Freunde,
da der Kicker nun ohnehin berichtet hat - mit einer nahezu identischen Wortwahl - möchte ich auch die Fragen von Ken Kinscher und mir an Herrn Professor Wilhelm hier öffentlich machen. Ich denke, das hilft bei der Einordnung der ein oder anderen Aussage der vergangen Tage.
Wir wollen hier ausdrücklich für keinen Investor Partei ergreifen. Am besten wäre es gewesen, man erfährt gar nichts über diesen Prozeß. Was wir aber hier in aller Offenheit zum Ausdruck bringen möchten, ist unsere tiefe Enttäuschung über die handelnden Akteure. Ihr seid in Rekordzeit dort angekommen, wo wir nicht mehr hinwollten. Wir erlauben uns jeweils zwei Antworten aus den jeweiligen Interviews bei DBB einzustellen:
Merk: Nicht clever, ehrlich! Es geht nur der berechenbare Weg. Aber da muss auch jeder erkennen: Wenn ich Ehrlichkeit erwarte, muss ich auch die Wahrheit respektieren. Und die kann unangenehm sein.
Merk: Sicher im Netzwerk Fußball, Unternehmen, Medien. Und im Bereich der Strategie und Kommunikation mit meinen verbindenden Grundsätzen "Starke Menschen arbeiten mit starken Partnern" und "Besser miteinander als übereinander reden"... aber vielleicht sollten meine Teamkollegen meine Fähigkeiten besser skizzieren.
Keßler: Durch Geschlossenheit und Ruhe muss verloren gegangenes Vertrauen gegenüber den Mitgliedern und Fans sowie allen Partnern, wie zum Beispiel den Sponsoren und Investoren oder auch der Stadt Kaiserslautern, zurückgewonnen werden. Persönliche Interessen und Machtkämpfe müssen der Vergangenheit angehören. Alle, denen der FCK am Herzen liegt, müssen einen großen gemeinsamen Nenner finden um den tiefen Riss, der den Verein spaltet, zu überwinden. Respektvolles "Miteinander & Füreinander".
Keßler: Dabei werden wir uns an die rechtlichen und moralischen Rahmenbedingungen und unsere Satzung halten. Bei Entscheidungen von erheblicher Bedeutung werden wir uns vorbehalten, über eine Mitgliederbefragung uns ein Meinungsbild zu verschaffen.
Da wir beide Personen persönlich kennen, möchten wir an dieser Stelle nicht mehr kommentieren. Aber eines ist klar, diejenigen, die beschlossen haben Jörg Wilhelm oder Martin Weimer nicht in Verhandlungen einzubinden oder diese ohne den Geschäftsführer zu führen, können das auch wieder ändern. Indem sie ihr eigenes Ego nicht über den Verein stellen. Dies gilt auch in der Kommunikation hinsichtlich des Insolvenzverfahrens.
Hierbei möchten wir einiges klarstellen. Wir haben ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Das heißt, wir sind der Herr des Verfahrens. Herr Eichelbaum ist der Berater des Geschäftsführers also von Herrn Voigt und schaut, dass dieser keine haftungsrelevanten Schrittfehler macht. Herr Scheffler ist der Berater des e.V. in seiner Position als Gesellschafter der KGaA. Und Herr Kleinschmidt als Sachwalter hat zunächst lediglich zu prüfen, dass es in diesem Verfahren nicht zu einseitiger Benachteiligung von allen oder einzelnen Gläubigern kommt. Die Entscheidung liegt also solange bei der Geschäftsführung der KGaA, wie das Verfahren offen und transparent geführt wird.
Herr Kleinschmidt hat aber auch die Aufgabe sicherzustellen, dass Gläubiger keinen Druck ausüben, der eine Sanierung und damit die Sicherung von Arbeitsplätzen oder gar die Fortführung verhindert. Welches Investorenangebot angenommen wird ist zunächst und ausschließlich in der Entscheidungssphäre der KGaA. Nachgelagert kommt es dann zur Abstimmung über den Insolvenzplan (und somit das Angebot) im Gläubigerausschuss. Natürlich ist dieses Prozedere im Regelfall vorabgestimmt. Keiner wird mit einem offensichtlich die Gläubiger benachteiligenden Angebot in den Gläubigerausschuss gehen.
Der FCK hat aber - nach allen öffentlich bekannten Informationen - zwei Angebote bzw. eine Interessensbekundung vorliegen, die den selben Schuldenschnitt vorsehen. In soweit ist es eine originäre Entscheidung der Geschäftsführung der KGaA und im Nachlauf auch der Beiratsmitglieder welches Angebot angenommen wird - und dann gemeinsam mit dem Insolvenzplan in den Gläubigerausschuss geht. Sollte dieses Angebot bzw. der Insolvenzplan dann einem der dort vertretenen Gläubigergruppen - z.b. Quattrex als eigene Gruppe - nicht passen, warum auch immer, kann er dagegen stimmen. Er kann die Entscheidung sogar später anfechten. Das ist dann halt so.
Aber die Aufgabe unserer Organe ist es ganz klar, das Angebot anzunehmen, was aus Ihrer Sicht für die Zukunft des FCK das bessere ist. Ohne sich von Gläubigern oder gar der Insolvenzverwaltung unter Druck setzten zu lassen. Oder sich gar hinter ihr zu verstecken. Wenn Quattrex bis zum 1.9. nach Investoren suchen will, die mit einen niedrigeren Schuldenschnitt zufrieden sind, dann sollen sie das tun. Dann geht der Plan halt danach in die Umsetzung. Das ist aus unserer Sicht zwar eine ziemlich sinnbefreite Entscheidung, die lediglich dazu führt, dass man auch dieses Jahr keine gute Mannschaft zusammenstellen kann - aber man lässt sich nicht unter Druck setzten. Ganz klare Message.
Wir würden hinsichtlich der Angebote und dem weiteren Vorgehen Rainer Keßler bitten, über folgende, von ihm selbst getroffene Aussage nachzudenken: „Bei Entscheidungen von erheblicher Bedeutung werden wir uns vorbehalten, über eine Mitgliederbefragung uns ein Meinungsbild zu verschaffen.“
Wir können nicht erkennen, dass es nachteilig wäre, sich bei den Mitgliedern des 98% Gesellschafters ein Meinungsbild einzuholen, welchen Weg man gehen will. Nicht bindend und nicht als AOMV, aber lieber Rainer, so wie Du es vorgeschlagen hast - als Umfrage unter den Mitgliedern. Dabei kann ein objektives Entscheidungsbild gegeben werden, warum wer zu welchem Angebot tendiert. Und auch die Gründe dafür oder dagegen. Auch die Investoren können sich zu Wort melden, warum sie was, wie machen wollen. Wenn Sie das aus Vertraulichkeitsgründen nicht machen wollen, dann ist auch das eben so und aus unserer Sicht ebenfalls ein Statement.
Teuflische Grüße
Ben Remy & Ken Kinscher
Fragen an Herrn Prof. Wilhelm
Frage:
Ihnen wird vorgeworfen, dass Ihr Gang an die Öffentlichkeit, insbesondere auch der nicht abgestimmte Besuch im SWR, nicht professionell gewesen seien und den Aufgaben und Pflichten eines Aufsichtsrates zuwiderläuft. Auf der anderen Seite haben Sie damit Inhalte und Fakten transportiert, die vielen Mitgliedern, deren Mandat Sie haben, so nicht bekannt waren und in Teilen auch dem zuwiderlaufen scheinen, für was das Team Keßler / Merk / Weimer / Wilhelm / Wagner angetreten ist. Erläutern Sie doch bitte diesen Schritt aus Ihrer Sicht.
Es ist vollkommen richtig, dass mein Auftritt im TV nicht abgestimmt war mit dem Rest des Teams. Es gab sogar Bestrebungen im Team, nachdem man kurz vor der Sendung von meinem Vorhaben erfahren hat, hinter meinem Rücken meinen TV-Auftritt, den ich genau in diesem Bewusstsein in Abstimmung mit dem Sender geheim gehalten habe, zu verhindern. Gott sei Dank war der Rücken eines meiner Teammitglieder gerade genug, das zu verhindern.
Zum einen gibt es keine Rechtsgrundlage, auf der eine solche Abstimmung von mir hätte verlangt werden können, zum anderen musste ich von einer Art „Nothilferecht“ Gebrauch machen, da die bis dahin erfolgte öffentliche Kommunikation weder gut, noch vollständig und in Teilen sogar falsch war. Der Öffentlichkeit wurde zu diesem Zeitpunkt nämlich „vorgegaukelt“, es gäbe schon ein Angebot aus dem Umfeld des Vereins, was aber nicht der Fall war, sondern lediglich eine unverbindliche Absichtserklärung. Andererseits wurde bis dahin das bereits seit dem 03. Juni 2020 vorliegende unwiderrufliche, einseitige, zeitlich befriste, bindende und einseitige Angebot auf Abschluss eines wirksamen Rechtsgeschäfts „Investition“, durch den in Dubai lebenden deutschen Investor der Öffentlichkeit vorenthalten. Ich hielt und halte es nach wie vor für meine Pflicht, die Mitglieder und Fans in dieser Situation aufzuklären, schon um zu verhindern, dass etwaige andere, wesentlich schlechtere Offerten angenommen werden, ohne dass ein geordneter Diskussions- und Auswahlprozess stattfinden kann.
Frage:
Der in Dubai lebende Deutsche, der an einer Investition in den FCK interessiert ist, ist kein Mandant Ihrer Kanzlei ist das richtig? Insofern vertreten Sie auch nicht seine Interessen oder haben gar einen Interessenkonflikt. Korrekt?
In Kenntnis der strafrechtlichen Folgen einer falschen eidesstattlichen Versicherung erkläre ich hiermit an Eides statt: Weder ist der Investor Mandant meiner Kanzlei, noch bestehen oder bestanden irgendwelche geschäftlichen Beziehungen zwischen dem Investor und mir oder meiner Kanzlei oder irgendeine unmittelbar oder mittelbar von mir beeinflussten Unternehmen. Mein Interesse an diesem Investor, wie an jedem anderen Investor auch, der zu fairen und rechtmäßigen Bedingungen unter Beachtung der einschlägigen Satzungen und Rechtsvorschriften in den FCK investieren möchte, beschränkt sich ausschließlich auf meine mir per Wahl und Mandat, sowie Recht und Gesetz, auferlegte Funktion als Aufsichtsrat des FCK und seiner Gesellschaften.
Im Übrigen habe ich – im Gegensatz zu einigen andern Mitgliedern der Gremien – unmittelbar mit Aufnahme meiner Tätigkeit für den FCK eine, den Grundsätzen zeitgemäßer Compliance- und Corporate-Governance-Anforderungen, entsprechende Erklärung unterzeichnet und in den Vereinsakten hinterlegt. Dort darf gern jeder eine Kopie anfordern oder sich bei mir wegen Vorlage melden.
Trotz mehrfachen Nachfassens und Forderung durch mich, konnte sich nicht jedes Mitglied der Aufsichtsgremien entschließen, alle seine Nebentätigkeiten, die etwa einen Interessenkonflikt verursachen könnten, offenzulegen.
Frage:
Das Angebot der regionalen Investoren sieht nach unbestätigten Angaben eine Kapitalerhöhung von rd. EUR 8 Mio. vor, wovon EUR 2 Mio. an die Gläubiger fließen sollen. Bedeutet das, dass dieses Angebot den selben Schuldenschnitt vorsieht wie das Angebot des Ankerinvestors? Außerdem ist zu hören, dass dieses Angebot vorsieht, dass Aktien künftig nur zu einem höheren Preis veräußert werden können, als durch diese Investorengruppe bezahlt. Vor diesem Hintergrund: handelt es sich bei dem Angebot um ein annahmefähiges Angebot und ist es in Einklang mit der Satzung, den Beschlüssen zur Ausgliederung und dem Viersäulen-Modell?
In dieser speziellen Frage würde ich liebend gern eine Antwort geben, bin allerdings aufgrund meiner Verschwiegenheitspflicht erst in der nächsten Mitgliederversammlung bzw. in einer etwaigen außerordentlichen Mitgliederversammlung rechtlich in der Lage, darauf inhaltlich zu antworten. Dort werde ich allerdings das „Angebot“, dass mir bis zu meiner Erklärung in KLARTEXT als einziges schriftliches „Angebot“ vorlag, mitgliederöffentlich machen.
Ich kann jedoch versichern, dass es sich bei dem von Ihnen wohl gemeinten „Angebot“, was bis dahin vorlag, nicht um ein rechtsmangelfreies Angebot handelt, da dort nicht sämtliche Namen der dahinterstehenden Personen identifizierbar sind und weil das sogenannte „Angebot“ Bedingungen enthält, die weder aus rechtlicher, noch aus kaufmännischer Sicht und auch nicht aus für den Verein kaufmännisch vertretbarer Sicht, angenommen werden können. Durchsichtiger Zweck dieses „Angebotes“ ist nach meiner persönlichen Einschätzung lediglich, mit geringem Einsatz die wirtschaftliche Kontrolle über die KGaA zu erlangen, das Angebot des Investors aus Dubai zu kanibalisieren.
Frage
Kommen wir ganz konkret auf das Angebot des in Dubai lebenden deutschen Investors zu sprechen. Das Angebot sieht eine signifikante – man hat gehört EUR 20 Mio. Euro – Kapitalerhöhung vor, die sowohl genug Raum für die Beteiligung weiter regionaler Investoren lässt als auch genug Spielraum für das öffnen der Fansäule. Zudem beansprucht der Investor lediglich einen Sitz im Beirat. Vor diesem Hintergrund: handelt es sich bei dem Angebot um ein annahmefähiges Angebot und ist es in Einklang mit der Satzung, den Beschlüssen zur Ausgliederung und dem Viersäulen-Modell? Gibt es aus Ihrer Sicht irgendeinen Grund, der gegen eine Kombination der regionalen Investoren und dem Ankerinvestor spricht.
Hier bestehen die gleichen Verschwiegenheitspflichten, wie bei der Frage nach der inhaltlichen Ausgestaltung des anderen, jedoch nicht annahmefähigen „Angebotes“. Richtig und bereits durch den Investor selbst öffentlich verkündet ist aber, dass durch das Angebot des Investors aus Dubai, in Kombination mit der von ihm ausdrücklichen gewünschten und willkommen geheißenen Co-Investition - und der von ihm ausdrücklich gewünschten Öffnung der Fan-Säule IV, Eigenkapital in so hohem Betrag zufliessen würden, dass eine im Wesentlichen über die Planinsolvenz entschuldete KGaA, über mindestens 3 Spielzeiten durchfinanziert wäre, vorausgesetzt in der Planinsolvenz wird ein Schuldenschnitt von mindestens 90 % der Verbindlichkeiten erreicht.
Es spricht also nicht nur nichts dagegen, dass Ankerinvestor, Regionale und Fans als Co-Investoren zusammenkommen, es ist sogar der ausdrückliche Wunsch des Investors aus Dubai, auf diese Art und Weise internationales Finanz- und Sport-Know how mit dem Engagement der regional mit dem Verein verbundenen Unternehmen und der die den FCK tragende Fangemeinde zum Wohle des Vereins zusammenzuführen.
Frage:
Im Umfeld des Vereins werden Gerüchte gestreut, dass der Investor die Forderung gestellt hat, bis zu 30 Mitarbeiter zu entlassen und durch eigene Mitarbeiter zu ersetzen. Können Sie diese Forderung bestätigen, unabhängig davon, ob Sie im Rahmen des Angebotes oder im Rahmen einer Telefonkonferenz übermittelt wurde?
Das ist – wie Sie selbst sagen – ein Gerücht. Der Investor verfügt über den Zugriff auf ein bis zu 30 Fachleuten umfassendes Kompetenz- und Beratungsteam, das an eine internationale Sportakademie angehängt ist und das zur Unterstützung, in allen Fragen rund um den Betrieb einer Profifussballmannschaft und deren Organisation beratend hinzugezogen werden kann. Diese Kompetenz will er dem FCK auf dem Weg zur Weiterentwicklung von Liga zu Liga, in Abstimmung mit der Vereinsgeschäftsführung zur Verfügung stellen.
Frage:
Das Insolvenzplanverfahren muss natürlich auch aus Sicht der Gläubiger betrachtet werden. Hierbei sind die Interessen des Schuldners und die des Gläubigers nicht immer gleichgerichtet. Auf der anderen Seite ist es so, dass die Gläubiger im Falle der sogenannten Regelinsolvenz mit einer sehr geringen Quote rechnen müssen. Wenn aber beide Angebote in etwa den selben Schuldenschnitt vorsehen, müsste es auch Ihrer Sicht nicht im Interesse des FCK sein, eine möglichst hohe Kapitalerhöhung zu erzielen, um im ersten Schritt Planungssicherheit für die nächsten Jahre zu erhalten? Wenn dem so ist müsste doch die Kombination beider Angebote das erklärte Ziel der FCK Geschäftsführung sein und dürfte auch nicht auf Widerstand im Gläubigerausschuss stoßen.
Ich glaube, die Antwort hierauf ergibt sich bereits aus dem oben Gesagten. Die gesamte Investition des Investors aus Dubai fließt nach einem zwingend vorher bei den Großgläubigern zu erreichenden Schuldenschnitt um 90 % ausschließlich ins Eigenkapital und so soll die Transaktion umgesetzt werden. Ob später, sollte das Kapital einmal aufgebraucht sein, weitere notwendige Finanzmittel über Kapitalerhöhung ins Eigenkapital oder über sonstige Finanzierungstools ins Fremdkapital fliessen, bleibt eine derzeit nicht wirklich entscheidende Frage. Wichtig ist, dass der Investor aus Dubai nach seinen eigenen Angaben über genügend weitere Finanzmittel verfügen kann.
Frage:
Der Gläubigerausschuss hat angabegemäß einen M&A Berater damit beauftragt zu überprüfen, ob es nicht weitere Interessenten für den FCK gibt, die z.B. auch bereit wären, den Gläubigern eine höhere Quote zu zahlen. Dies ist auf der einen Seite verständlich, auf der anderen Seite würde das ja bedeuten, dass sowohl die Geschäftsführung unter Herrn Klatt als auch die Geschäftsführung unter Herrn Voigt nicht ordentlich gearbeitet hätte und nicht im ausreichenden Umfang nach Investoren gesucht hätte. Wie ist Ihre Einschätzung hierzu? Die Frage ist auch vor dem Hintergrund wichtig, dass ein entsprechender Prozess ja erneut mehrere Wochen, eher Monate in Anspruch nehmen würde. Eine Zeit in der der FCK nur bedingt handlungsfähig wäre. Zumindest wäre man kaum in der Lage, eine schlagkräftige Mannschaft für die kommende Saison aufzustellen, was ja wiederum kontraproduktiv hinsichtlich einer mittelfristigen operativen Erholung ist. Wie ist Ihre Einschätzung zu diesem Themenkomplex?
Nein, dass darf man nicht behaupten: was die frühere Geschäftsführung getan hat, kann ich nicht beurteilen. Die heutige GF unter Sören Voigt und die Kollegen aus dem Team Merk haben alles versucht und weit über 40 Investorengespräche in einem strukturierten Prozess geführt. Aber, um es salopp zu sagen: „wenn die Braut nicht genug geschmückt ist, vielleicht noch schwach, krank und angeschlagen, werden die Brautwerber nicht scharenweise um sie herumscharwenzeln“. Mit anderen Worten: Kein anderer Investor war bisher bereit, tatsächlich so viel zu bieten.
Jetzt, beim Vorliegen bzw. sich Anbieten einer derart attraktiven Investorenkombination noch einmal auf Kosten des eh schon finanzschwachen Unternehmens, erneut einen teuren Berater zu beauftragen, der unter dem Deckmäntelchen der neutralen Beurteilung der vorliegenden Angebote erneut einen wochen- oder monatelangen Investorensuchprozess starten will, anstatt die „Luxusangebote“, die vorliegen, anzunehmen bzw. annehmen zu lassen, schadet dem Verein, vertreibt ggf. den bis zum 31. Juli 2020 bereiten Investor aus Dubai und dient allenfalls Quattrex und Co, bei der Suche nach einem Investor, der verrückt genug ist, erst einen Teil der Altverbindlichkeiten zu zahlen, bevor Geld in den Neuanfang fließt.
Frage:
Sind Sie als einziger M&A- sowie Transaktionsspezialist im Team Merk neben Martin Weimer, dem Finanzfachmann in die Verhandlungen und Gespräche hinreichend eingebunden?
Nein: bei den Gesprächen mit den Regionalinvestoren wurde ich bisher auf deren Drängen ferngehalten; all diese Gespräche fanden immer hinter verschlossener Tür ohne meine Teilnahme statt. Auch Martin Weimer war dazu nicht präsent.
Bei dem Angebot des Investors aus Dubai waren Verhandlungen nicht notwendig: er hat von Anfang an ein Angebot formuliert und unterschriftsreif auf den Tisch gelegt und sodann sämtliche, an ihn in einer Videokonferenz, unter Teilnahme von Geschäftsführung, Generalbevollmächtigten und nahezu allen Mitgliedern des Vorstandes, Aufsichtsrats und Beirates, an ihn gerichteten Nachbesserungen und Kompromisse erfüllt und innert 3 Tagen schriftlich zugesagt.
Frage:
Haben Sie das Gefühl, genügend gehört zu werden und Ihre Expertise hinreichend einbringen zu können?
Nein, ich bin der Meinung, dass hier einige Leute aus den Aufsichts- und Beiratsgremien gern den „Obergeschäftsführer“ spielen und ständig ins operative Tun eingreifen.
Gespräche mit Stakeholdern, Geschäftspartnern und mit den Regionalen werden – neben oder ohne Geschäftsführung - in der Regel gerade von denen geführt, deren Expertise nicht Recht und Finanzen sind. In Abstimmungsprozesse mit den heute in der Planinsolvenz das Sagen habenden Entscheidern bin ich leider nicht eingebunden. Wenn und soweit auf Missstände hingewiesen werden müsste, versucht man, wenn auch meist erfolglos, mich unter Hinweis auf die Geschlossenheit eines Teams zu räsonieren. Meine Hinweise auf die Einhaltung der Satzungs- und Rechtspflichten werden leider oft vom Tisch gewischt und einer Art Super-Revisions-Instanz in Form eines Kompetenzteams zu unterstellen versucht. Leider oder Gott sei Dank deckt sich das nicht mit meiner und des Gesetzgebers Auffassung von der mir auferlegten Tätigkeit.
Liebe FCK Freunde,
da der Kicker nun ohnehin berichtet hat - mit einer nahezu identischen Wortwahl - möchte ich auch die Fragen von Ken Kinscher und mir an Herrn Professor Wilhelm hier öffentlich machen. Ich denke, das hilft bei der Einordnung der ein oder anderen Aussage der vergangen Tage.
Wir wollen hier ausdrücklich für keinen Investor Partei ergreifen. Am besten wäre es gewesen, man erfährt gar nichts über diesen Prozeß. Was wir aber hier in aller Offenheit zum Ausdruck bringen möchten, ist unsere tiefe Enttäuschung über die handelnden Akteure. Ihr seid in Rekordzeit dort angekommen, wo wir nicht mehr hinwollten. Wir erlauben uns jeweils zwei Antworten aus den jeweiligen Interviews bei DBB einzustellen:
Merk: Nicht clever, ehrlich! Es geht nur der berechenbare Weg. Aber da muss auch jeder erkennen: Wenn ich Ehrlichkeit erwarte, muss ich auch die Wahrheit respektieren. Und die kann unangenehm sein.
Merk: Sicher im Netzwerk Fußball, Unternehmen, Medien. Und im Bereich der Strategie und Kommunikation mit meinen verbindenden Grundsätzen "Starke Menschen arbeiten mit starken Partnern" und "Besser miteinander als übereinander reden"... aber vielleicht sollten meine Teamkollegen meine Fähigkeiten besser skizzieren.
Keßler: Durch Geschlossenheit und Ruhe muss verloren gegangenes Vertrauen gegenüber den Mitgliedern und Fans sowie allen Partnern, wie zum Beispiel den Sponsoren und Investoren oder auch der Stadt Kaiserslautern, zurückgewonnen werden. Persönliche Interessen und Machtkämpfe müssen der Vergangenheit angehören. Alle, denen der FCK am Herzen liegt, müssen einen großen gemeinsamen Nenner finden um den tiefen Riss, der den Verein spaltet, zu überwinden. Respektvolles "Miteinander & Füreinander".
Keßler: Dabei werden wir uns an die rechtlichen und moralischen Rahmenbedingungen und unsere Satzung halten. Bei Entscheidungen von erheblicher Bedeutung werden wir uns vorbehalten, über eine Mitgliederbefragung uns ein Meinungsbild zu verschaffen.
Da wir beide Personen persönlich kennen, möchten wir an dieser Stelle nicht mehr kommentieren. Aber eines ist klar, diejenigen, die beschlossen haben Jörg Wilhelm oder Martin Weimer nicht in Verhandlungen einzubinden oder diese ohne den Geschäftsführer zu führen, können das auch wieder ändern. Indem sie ihr eigenes Ego nicht über den Verein stellen. Dies gilt auch in der Kommunikation hinsichtlich des Insolvenzverfahrens.
Hierbei möchten wir einiges klarstellen. Wir haben ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Das heißt, wir sind der Herr des Verfahrens. Herr Eichelbaum ist der Berater des Geschäftsführers also von Herrn Voigt und schaut, dass dieser keine haftungsrelevanten Schrittfehler macht. Herr Scheffler ist der Berater des e.V. in seiner Position als Gesellschafter der KGaA. Und Herr Kleinschmidt als Sachwalter hat zunächst lediglich zu prüfen, dass es in diesem Verfahren nicht zu einseitiger Benachteiligung von allen oder einzelnen Gläubigern kommt. Die Entscheidung liegt also solange bei der Geschäftsführung der KGaA, wie das Verfahren offen und transparent geführt wird.
Herr Kleinschmidt hat aber auch die Aufgabe sicherzustellen, dass Gläubiger keinen Druck ausüben, der eine Sanierung und damit die Sicherung von Arbeitsplätzen oder gar die Fortführung verhindert. Welches Investorenangebot angenommen wird ist zunächst und ausschließlich in der Entscheidungssphäre der KGaA. Nachgelagert kommt es dann zur Abstimmung über den Insolvenzplan (und somit das Angebot) im Gläubigerausschuss. Natürlich ist dieses Prozedere im Regelfall vorabgestimmt. Keiner wird mit einem offensichtlich die Gläubiger benachteiligenden Angebot in den Gläubigerausschuss gehen.
Der FCK hat aber - nach allen öffentlich bekannten Informationen - zwei Angebote bzw. eine Interessensbekundung vorliegen, die den selben Schuldenschnitt vorsehen. In soweit ist es eine originäre Entscheidung der Geschäftsführung der KGaA und im Nachlauf auch der Beiratsmitglieder welches Angebot angenommen wird - und dann gemeinsam mit dem Insolvenzplan in den Gläubigerausschuss geht. Sollte dieses Angebot bzw. der Insolvenzplan dann einem der dort vertretenen Gläubigergruppen - z.b. Quattrex als eigene Gruppe - nicht passen, warum auch immer, kann er dagegen stimmen. Er kann die Entscheidung sogar später anfechten. Das ist dann halt so.
Aber die Aufgabe unserer Organe ist es ganz klar, das Angebot anzunehmen, was aus Ihrer Sicht für die Zukunft des FCK das bessere ist. Ohne sich von Gläubigern oder gar der Insolvenzverwaltung unter Druck setzten zu lassen. Oder sich gar hinter ihr zu verstecken. Wenn Quattrex bis zum 1.9. nach Investoren suchen will, die mit einen niedrigeren Schuldenschnitt zufrieden sind, dann sollen sie das tun. Dann geht der Plan halt danach in die Umsetzung. Das ist aus unserer Sicht zwar eine ziemlich sinnbefreite Entscheidung, die lediglich dazu führt, dass man auch dieses Jahr keine gute Mannschaft zusammenstellen kann - aber man lässt sich nicht unter Druck setzten. Ganz klare Message.
Wir würden hinsichtlich der Angebote und dem weiteren Vorgehen Rainer Keßler bitten, über folgende, von ihm selbst getroffene Aussage nachzudenken: „Bei Entscheidungen von erheblicher Bedeutung werden wir uns vorbehalten, über eine Mitgliederbefragung uns ein Meinungsbild zu verschaffen.“
Wir können nicht erkennen, dass es nachteilig wäre, sich bei den Mitgliedern des 98% Gesellschafters ein Meinungsbild einzuholen, welchen Weg man gehen will. Nicht bindend und nicht als AOMV, aber lieber Rainer, so wie Du es vorgeschlagen hast - als Umfrage unter den Mitgliedern. Dabei kann ein objektives Entscheidungsbild gegeben werden, warum wer zu welchem Angebot tendiert. Und auch die Gründe dafür oder dagegen. Auch die Investoren können sich zu Wort melden, warum sie was, wie machen wollen. Wenn Sie das aus Vertraulichkeitsgründen nicht machen wollen, dann ist auch das eben so und aus unserer Sicht ebenfalls ein Statement.
Teuflische Grüße
Ben Remy & Ken Kinscher
Fragen an Herrn Prof. Wilhelm
Frage:
Ihnen wird vorgeworfen, dass Ihr Gang an die Öffentlichkeit, insbesondere auch der nicht abgestimmte Besuch im SWR, nicht professionell gewesen seien und den Aufgaben und Pflichten eines Aufsichtsrates zuwiderläuft. Auf der anderen Seite haben Sie damit Inhalte und Fakten transportiert, die vielen Mitgliedern, deren Mandat Sie haben, so nicht bekannt waren und in Teilen auch dem zuwiderlaufen scheinen, für was das Team Keßler / Merk / Weimer / Wilhelm / Wagner angetreten ist. Erläutern Sie doch bitte diesen Schritt aus Ihrer Sicht.
Es ist vollkommen richtig, dass mein Auftritt im TV nicht abgestimmt war mit dem Rest des Teams. Es gab sogar Bestrebungen im Team, nachdem man kurz vor der Sendung von meinem Vorhaben erfahren hat, hinter meinem Rücken meinen TV-Auftritt, den ich genau in diesem Bewusstsein in Abstimmung mit dem Sender geheim gehalten habe, zu verhindern. Gott sei Dank war der Rücken eines meiner Teammitglieder gerade genug, das zu verhindern.
Zum einen gibt es keine Rechtsgrundlage, auf der eine solche Abstimmung von mir hätte verlangt werden können, zum anderen musste ich von einer Art „Nothilferecht“ Gebrauch machen, da die bis dahin erfolgte öffentliche Kommunikation weder gut, noch vollständig und in Teilen sogar falsch war. Der Öffentlichkeit wurde zu diesem Zeitpunkt nämlich „vorgegaukelt“, es gäbe schon ein Angebot aus dem Umfeld des Vereins, was aber nicht der Fall war, sondern lediglich eine unverbindliche Absichtserklärung. Andererseits wurde bis dahin das bereits seit dem 03. Juni 2020 vorliegende unwiderrufliche, einseitige, zeitlich befriste, bindende und einseitige Angebot auf Abschluss eines wirksamen Rechtsgeschäfts „Investition“, durch den in Dubai lebenden deutschen Investor der Öffentlichkeit vorenthalten. Ich hielt und halte es nach wie vor für meine Pflicht, die Mitglieder und Fans in dieser Situation aufzuklären, schon um zu verhindern, dass etwaige andere, wesentlich schlechtere Offerten angenommen werden, ohne dass ein geordneter Diskussions- und Auswahlprozess stattfinden kann.
Frage:
Der in Dubai lebende Deutsche, der an einer Investition in den FCK interessiert ist, ist kein Mandant Ihrer Kanzlei ist das richtig? Insofern vertreten Sie auch nicht seine Interessen oder haben gar einen Interessenkonflikt. Korrekt?
In Kenntnis der strafrechtlichen Folgen einer falschen eidesstattlichen Versicherung erkläre ich hiermit an Eides statt: Weder ist der Investor Mandant meiner Kanzlei, noch bestehen oder bestanden irgendwelche geschäftlichen Beziehungen zwischen dem Investor und mir oder meiner Kanzlei oder irgendeine unmittelbar oder mittelbar von mir beeinflussten Unternehmen. Mein Interesse an diesem Investor, wie an jedem anderen Investor auch, der zu fairen und rechtmäßigen Bedingungen unter Beachtung der einschlägigen Satzungen und Rechtsvorschriften in den FCK investieren möchte, beschränkt sich ausschließlich auf meine mir per Wahl und Mandat, sowie Recht und Gesetz, auferlegte Funktion als Aufsichtsrat des FCK und seiner Gesellschaften.
Im Übrigen habe ich – im Gegensatz zu einigen andern Mitgliedern der Gremien – unmittelbar mit Aufnahme meiner Tätigkeit für den FCK eine, den Grundsätzen zeitgemäßer Compliance- und Corporate-Governance-Anforderungen, entsprechende Erklärung unterzeichnet und in den Vereinsakten hinterlegt. Dort darf gern jeder eine Kopie anfordern oder sich bei mir wegen Vorlage melden.
Trotz mehrfachen Nachfassens und Forderung durch mich, konnte sich nicht jedes Mitglied der Aufsichtsgremien entschließen, alle seine Nebentätigkeiten, die etwa einen Interessenkonflikt verursachen könnten, offenzulegen.
Frage:
Das Angebot der regionalen Investoren sieht nach unbestätigten Angaben eine Kapitalerhöhung von rd. EUR 8 Mio. vor, wovon EUR 2 Mio. an die Gläubiger fließen sollen. Bedeutet das, dass dieses Angebot den selben Schuldenschnitt vorsieht wie das Angebot des Ankerinvestors? Außerdem ist zu hören, dass dieses Angebot vorsieht, dass Aktien künftig nur zu einem höheren Preis veräußert werden können, als durch diese Investorengruppe bezahlt. Vor diesem Hintergrund: handelt es sich bei dem Angebot um ein annahmefähiges Angebot und ist es in Einklang mit der Satzung, den Beschlüssen zur Ausgliederung und dem Viersäulen-Modell?
In dieser speziellen Frage würde ich liebend gern eine Antwort geben, bin allerdings aufgrund meiner Verschwiegenheitspflicht erst in der nächsten Mitgliederversammlung bzw. in einer etwaigen außerordentlichen Mitgliederversammlung rechtlich in der Lage, darauf inhaltlich zu antworten. Dort werde ich allerdings das „Angebot“, dass mir bis zu meiner Erklärung in KLARTEXT als einziges schriftliches „Angebot“ vorlag, mitgliederöffentlich machen.
Ich kann jedoch versichern, dass es sich bei dem von Ihnen wohl gemeinten „Angebot“, was bis dahin vorlag, nicht um ein rechtsmangelfreies Angebot handelt, da dort nicht sämtliche Namen der dahinterstehenden Personen identifizierbar sind und weil das sogenannte „Angebot“ Bedingungen enthält, die weder aus rechtlicher, noch aus kaufmännischer Sicht und auch nicht aus für den Verein kaufmännisch vertretbarer Sicht, angenommen werden können. Durchsichtiger Zweck dieses „Angebotes“ ist nach meiner persönlichen Einschätzung lediglich, mit geringem Einsatz die wirtschaftliche Kontrolle über die KGaA zu erlangen, das Angebot des Investors aus Dubai zu kanibalisieren.
Frage
Kommen wir ganz konkret auf das Angebot des in Dubai lebenden deutschen Investors zu sprechen. Das Angebot sieht eine signifikante – man hat gehört EUR 20 Mio. Euro – Kapitalerhöhung vor, die sowohl genug Raum für die Beteiligung weiter regionaler Investoren lässt als auch genug Spielraum für das öffnen der Fansäule. Zudem beansprucht der Investor lediglich einen Sitz im Beirat. Vor diesem Hintergrund: handelt es sich bei dem Angebot um ein annahmefähiges Angebot und ist es in Einklang mit der Satzung, den Beschlüssen zur Ausgliederung und dem Viersäulen-Modell? Gibt es aus Ihrer Sicht irgendeinen Grund, der gegen eine Kombination der regionalen Investoren und dem Ankerinvestor spricht.
Hier bestehen die gleichen Verschwiegenheitspflichten, wie bei der Frage nach der inhaltlichen Ausgestaltung des anderen, jedoch nicht annahmefähigen „Angebotes“. Richtig und bereits durch den Investor selbst öffentlich verkündet ist aber, dass durch das Angebot des Investors aus Dubai, in Kombination mit der von ihm ausdrücklichen gewünschten und willkommen geheißenen Co-Investition - und der von ihm ausdrücklich gewünschten Öffnung der Fan-Säule IV, Eigenkapital in so hohem Betrag zufliessen würden, dass eine im Wesentlichen über die Planinsolvenz entschuldete KGaA, über mindestens 3 Spielzeiten durchfinanziert wäre, vorausgesetzt in der Planinsolvenz wird ein Schuldenschnitt von mindestens 90 % der Verbindlichkeiten erreicht.
Es spricht also nicht nur nichts dagegen, dass Ankerinvestor, Regionale und Fans als Co-Investoren zusammenkommen, es ist sogar der ausdrückliche Wunsch des Investors aus Dubai, auf diese Art und Weise internationales Finanz- und Sport-Know how mit dem Engagement der regional mit dem Verein verbundenen Unternehmen und der die den FCK tragende Fangemeinde zum Wohle des Vereins zusammenzuführen.
Frage:
Im Umfeld des Vereins werden Gerüchte gestreut, dass der Investor die Forderung gestellt hat, bis zu 30 Mitarbeiter zu entlassen und durch eigene Mitarbeiter zu ersetzen. Können Sie diese Forderung bestätigen, unabhängig davon, ob Sie im Rahmen des Angebotes oder im Rahmen einer Telefonkonferenz übermittelt wurde?
Das ist – wie Sie selbst sagen – ein Gerücht. Der Investor verfügt über den Zugriff auf ein bis zu 30 Fachleuten umfassendes Kompetenz- und Beratungsteam, das an eine internationale Sportakademie angehängt ist und das zur Unterstützung, in allen Fragen rund um den Betrieb einer Profifussballmannschaft und deren Organisation beratend hinzugezogen werden kann. Diese Kompetenz will er dem FCK auf dem Weg zur Weiterentwicklung von Liga zu Liga, in Abstimmung mit der Vereinsgeschäftsführung zur Verfügung stellen.
Frage:
Das Insolvenzplanverfahren muss natürlich auch aus Sicht der Gläubiger betrachtet werden. Hierbei sind die Interessen des Schuldners und die des Gläubigers nicht immer gleichgerichtet. Auf der anderen Seite ist es so, dass die Gläubiger im Falle der sogenannten Regelinsolvenz mit einer sehr geringen Quote rechnen müssen. Wenn aber beide Angebote in etwa den selben Schuldenschnitt vorsehen, müsste es auch Ihrer Sicht nicht im Interesse des FCK sein, eine möglichst hohe Kapitalerhöhung zu erzielen, um im ersten Schritt Planungssicherheit für die nächsten Jahre zu erhalten? Wenn dem so ist müsste doch die Kombination beider Angebote das erklärte Ziel der FCK Geschäftsführung sein und dürfte auch nicht auf Widerstand im Gläubigerausschuss stoßen.
Ich glaube, die Antwort hierauf ergibt sich bereits aus dem oben Gesagten. Die gesamte Investition des Investors aus Dubai fließt nach einem zwingend vorher bei den Großgläubigern zu erreichenden Schuldenschnitt um 90 % ausschließlich ins Eigenkapital und so soll die Transaktion umgesetzt werden. Ob später, sollte das Kapital einmal aufgebraucht sein, weitere notwendige Finanzmittel über Kapitalerhöhung ins Eigenkapital oder über sonstige Finanzierungstools ins Fremdkapital fliessen, bleibt eine derzeit nicht wirklich entscheidende Frage. Wichtig ist, dass der Investor aus Dubai nach seinen eigenen Angaben über genügend weitere Finanzmittel verfügen kann.
Frage:
Der Gläubigerausschuss hat angabegemäß einen M&A Berater damit beauftragt zu überprüfen, ob es nicht weitere Interessenten für den FCK gibt, die z.B. auch bereit wären, den Gläubigern eine höhere Quote zu zahlen. Dies ist auf der einen Seite verständlich, auf der anderen Seite würde das ja bedeuten, dass sowohl die Geschäftsführung unter Herrn Klatt als auch die Geschäftsführung unter Herrn Voigt nicht ordentlich gearbeitet hätte und nicht im ausreichenden Umfang nach Investoren gesucht hätte. Wie ist Ihre Einschätzung hierzu? Die Frage ist auch vor dem Hintergrund wichtig, dass ein entsprechender Prozess ja erneut mehrere Wochen, eher Monate in Anspruch nehmen würde. Eine Zeit in der der FCK nur bedingt handlungsfähig wäre. Zumindest wäre man kaum in der Lage, eine schlagkräftige Mannschaft für die kommende Saison aufzustellen, was ja wiederum kontraproduktiv hinsichtlich einer mittelfristigen operativen Erholung ist. Wie ist Ihre Einschätzung zu diesem Themenkomplex?
Nein, dass darf man nicht behaupten: was die frühere Geschäftsführung getan hat, kann ich nicht beurteilen. Die heutige GF unter Sören Voigt und die Kollegen aus dem Team Merk haben alles versucht und weit über 40 Investorengespräche in einem strukturierten Prozess geführt. Aber, um es salopp zu sagen: „wenn die Braut nicht genug geschmückt ist, vielleicht noch schwach, krank und angeschlagen, werden die Brautwerber nicht scharenweise um sie herumscharwenzeln“. Mit anderen Worten: Kein anderer Investor war bisher bereit, tatsächlich so viel zu bieten.
Jetzt, beim Vorliegen bzw. sich Anbieten einer derart attraktiven Investorenkombination noch einmal auf Kosten des eh schon finanzschwachen Unternehmens, erneut einen teuren Berater zu beauftragen, der unter dem Deckmäntelchen der neutralen Beurteilung der vorliegenden Angebote erneut einen wochen- oder monatelangen Investorensuchprozess starten will, anstatt die „Luxusangebote“, die vorliegen, anzunehmen bzw. annehmen zu lassen, schadet dem Verein, vertreibt ggf. den bis zum 31. Juli 2020 bereiten Investor aus Dubai und dient allenfalls Quattrex und Co, bei der Suche nach einem Investor, der verrückt genug ist, erst einen Teil der Altverbindlichkeiten zu zahlen, bevor Geld in den Neuanfang fließt.
Frage:
Sind Sie als einziger M&A- sowie Transaktionsspezialist im Team Merk neben Martin Weimer, dem Finanzfachmann in die Verhandlungen und Gespräche hinreichend eingebunden?
Nein: bei den Gesprächen mit den Regionalinvestoren wurde ich bisher auf deren Drängen ferngehalten; all diese Gespräche fanden immer hinter verschlossener Tür ohne meine Teilnahme statt. Auch Martin Weimer war dazu nicht präsent.
Bei dem Angebot des Investors aus Dubai waren Verhandlungen nicht notwendig: er hat von Anfang an ein Angebot formuliert und unterschriftsreif auf den Tisch gelegt und sodann sämtliche, an ihn in einer Videokonferenz, unter Teilnahme von Geschäftsführung, Generalbevollmächtigten und nahezu allen Mitgliedern des Vorstandes, Aufsichtsrats und Beirates, an ihn gerichteten Nachbesserungen und Kompromisse erfüllt und innert 3 Tagen schriftlich zugesagt.
Frage:
Haben Sie das Gefühl, genügend gehört zu werden und Ihre Expertise hinreichend einbringen zu können?
Nein, ich bin der Meinung, dass hier einige Leute aus den Aufsichts- und Beiratsgremien gern den „Obergeschäftsführer“ spielen und ständig ins operative Tun eingreifen.
Gespräche mit Stakeholdern, Geschäftspartnern und mit den Regionalen werden – neben oder ohne Geschäftsführung - in der Regel gerade von denen geführt, deren Expertise nicht Recht und Finanzen sind. In Abstimmungsprozesse mit den heute in der Planinsolvenz das Sagen habenden Entscheidern bin ich leider nicht eingebunden. Wenn und soweit auf Missstände hingewiesen werden müsste, versucht man, wenn auch meist erfolglos, mich unter Hinweis auf die Geschlossenheit eines Teams zu räsonieren. Meine Hinweise auf die Einhaltung der Satzungs- und Rechtspflichten werden leider oft vom Tisch gewischt und einer Art Super-Revisions-Instanz in Form eines Kompetenzteams zu unterstellen versucht. Leider oder Gott sei Dank deckt sich das nicht mit meiner und des Gesetzgebers Auffassung von der mir auferlegten Tätigkeit.
Danke für diese Stellungsnahme von Wilhelm. Ich bin jetzt mehr als erschüttert was da getrieben wird. Denke wenn der Verein sich jetzt Buchholz holt, dann bin ich wirklich raus.
Dann kündige ich meine Mitgliedschaft und werde ganz sicher keine Aktien von diesen Verein erwerben. Bin echt sprachlos....
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