Vormacht der Hauptstädte
24.08.2012 - 20:31 Uhr
27.08.2012 - 23:41 Uhr
Zitat von Superhirn:
Einerseits haben Hauptstadtklubs große Vorteile, wie einerseits die vielen Einwohner, die enorme Anzahl an Firmen und Unternehmen, die in der Stadt ihre Geschäftssitze haben und es häufig vorziehen den ansässigen Sportverein zu unterstützen, man gerät dank der vielen Zeitungen sehr selten in den Hintergrund. Als Hauptstadt ist man immer auch eine Stadt mit vielen Kulturen.
Es gibt aber sehr starke Nachteile unter denen man als Verein in der Hauptstadt "leiden muss".
Dazu gehört, dass man eine so große Stadt nicht für sich allein hat und sie sich teilen muss (Hertha hat Union). Die verschiedenen Kulturen aus vielen Nationen bedeuten aber auch : Viele Menschen drücken eher dem Klub aus ihrer Heimat die Daumen, außerdem gibt es in Hauptstadt deutlich mehr Ablenkungen, sodass die Sportbegeisterung in solchen Städten geringer als anders wo ist (es gibt mehr Alternativen zum Fußball, ob Casinos, Nachtleben, andere Sportarten oder sonstiges). Die besondere Medienaufmerksamkeit hat die Nachteile, dass man bei schlechten Leistungen schnell zerissen wird. Auch die Investoren wollen natürlich guten Fußball sehen und machen eventuell etwas mehr Druck.
Zusammengefasst:
Vorteile:
-viele Einwohner
-hohe Medienaufmerksamkeit
-viele Sponsoren
-besonderes Standing
Nachteile:
-verhältniss mäßig eher geringe Sportbegeisterung
-hohe Konkurenz in der eigenen Stadt
-viele Anwohner kommen aus anderen Ländern und haben dort ihren Klub
-hoher Mediendruck (in Folge dessen Unruhe im Verein)
-enorme Erwartungshaltung
Das Problem der Hertha liegt aber in der Teilung der Stadt begründet. Einige der von dir aufgezählten Vorteile einer Hauptstadt sind in Berlin so nicht vorhanden:
-viele Einwohner
Hertha hatte bis zur Teilung einen großen Teil an Fans im Osten der Stadt, weil die Fanbasis sich primär aus Arbeitern zusammen setzte. Mit der Teilung verlor man einen signifikanten Teil der Fanbasis und die Industrieunternehmen verließen Berlin wegen der Insellage
-viele Sponsoren
Berlin fehlt es auch nach der Wende an Leistungsfähigen Unternehmen, insbesondere Mittelständischen Unternehmen die einen starken Sponsorenpool bilden würden. Nur Abseits der Staatsunternehmen gibt es in Berlin NICHTS! Ein einziges mittelständisches Unternehmen in Form von Schenker ist nicht gerade besonders Leistungsstark.
Einerseits haben Hauptstadtklubs große Vorteile, wie einerseits die vielen Einwohner, die enorme Anzahl an Firmen und Unternehmen, die in der Stadt ihre Geschäftssitze haben und es häufig vorziehen den ansässigen Sportverein zu unterstützen, man gerät dank der vielen Zeitungen sehr selten in den Hintergrund. Als Hauptstadt ist man immer auch eine Stadt mit vielen Kulturen.
Es gibt aber sehr starke Nachteile unter denen man als Verein in der Hauptstadt "leiden muss".
Dazu gehört, dass man eine so große Stadt nicht für sich allein hat und sie sich teilen muss (Hertha hat Union). Die verschiedenen Kulturen aus vielen Nationen bedeuten aber auch : Viele Menschen drücken eher dem Klub aus ihrer Heimat die Daumen, außerdem gibt es in Hauptstadt deutlich mehr Ablenkungen, sodass die Sportbegeisterung in solchen Städten geringer als anders wo ist (es gibt mehr Alternativen zum Fußball, ob Casinos, Nachtleben, andere Sportarten oder sonstiges). Die besondere Medienaufmerksamkeit hat die Nachteile, dass man bei schlechten Leistungen schnell zerissen wird. Auch die Investoren wollen natürlich guten Fußball sehen und machen eventuell etwas mehr Druck.
Zusammengefasst:
Vorteile:
-viele Einwohner
-hohe Medienaufmerksamkeit
-viele Sponsoren
-besonderes Standing
Nachteile:
-verhältniss mäßig eher geringe Sportbegeisterung
-hohe Konkurenz in der eigenen Stadt
-viele Anwohner kommen aus anderen Ländern und haben dort ihren Klub
-hoher Mediendruck (in Folge dessen Unruhe im Verein)
-enorme Erwartungshaltung
Das Problem der Hertha liegt aber in der Teilung der Stadt begründet. Einige der von dir aufgezählten Vorteile einer Hauptstadt sind in Berlin so nicht vorhanden:
-viele Einwohner
Hertha hatte bis zur Teilung einen großen Teil an Fans im Osten der Stadt, weil die Fanbasis sich primär aus Arbeitern zusammen setzte. Mit der Teilung verlor man einen signifikanten Teil der Fanbasis und die Industrieunternehmen verließen Berlin wegen der Insellage
-viele Sponsoren
Berlin fehlt es auch nach der Wende an Leistungsfähigen Unternehmen, insbesondere Mittelständischen Unternehmen die einen starken Sponsorenpool bilden würden. Nur Abseits der Staatsunternehmen gibt es in Berlin NICHTS! Ein einziges mittelständisches Unternehmen in Form von Schenker ist nicht gerade besonders Leistungsstark.
28.08.2012 - 00:03 Uhr
Es vermisst doch auch schlicht und einfach niemand in Deutschland einen "großen Hauptstadtclub". Mit Ausnahme von Herthafans, die selbst gerne ein "großer Hauptstadtclub" sein wollen, und alle anderen fragen sich "warum? Und wozu? Und brauchen wir das?"
Und die Antwort lautet "Nö. Interessiert keine Sau."
Und die Antwort lautet "Nö. Interessiert keine Sau."
28.08.2012 - 00:30 Uhr
Die Frage wäre wohl besser, ob das kulturelle und wirtschaftliche Zentrum überall eine erfolgreich ist. Und in Deutschland wäre die Frage, gibt es so ein Zentrum überhaupt noch? Ich denke kein Land ist so dezentralisiert wie Deutschland. Allein die Aufteilung der Bevölkerung zeigt das ja. Größte Stadt mit 3 Mio Einwohnern ist Berlin, aber der anteil an den ca. 80 Mio Bundesbürgern ist natürlich verschwindend gering im Verhältnis zu anderen Ländern, wo z.T. 20% der Bevölkerung in einer Stadt lebt.
28.08.2012 - 01:04 Uhr
In einem dezentralen, föderativen Land wie der BR Deutschland kann man durchaus auch die Landeshauptstädte anführen bzw. die Metropolen der jew. Bundesländer.
Zu der hier gegebenen hohen Bevölkerungszahl ist mMn der wesentliche Punkt die Finanzkraft der jeweiligen Stadt. Dies meine ich mehr im industriellen Sinne.
Die Rechnung ist recht einfach:
viel starke Industrie = viele starke Sponsoren und große Fangemeinde in der arbeitenden Klasse
Zu der hier gegebenen hohen Bevölkerungszahl ist mMn der wesentliche Punkt die Finanzkraft der jeweiligen Stadt. Dies meine ich mehr im industriellen Sinne.
Die Rechnung ist recht einfach:
viel starke Industrie = viele starke Sponsoren und große Fangemeinde in der arbeitenden Klasse
28.08.2012 - 08:02 Uhr
Zitat von Lazarus:
Warum sind Klubs erfolgreich?
Wegen ihres wirtschaftlich potenten Einzugsgebietes bei zeitgleich dominierter lokaler Konkurrenz und die dadurch gewachsenen Strukturen im Verein.
Wer ist oben? München - Wirtschaftsstandort Nummer 1 in Deutschland. Wer ist sonst noch oben? Dortmund und Schalke, die beide aus dem Ballungszentrum schlechthin in Deutschland kommen. Warum ist Berlin nicht oben? Da spielt sicher eine Rolle, dass in West-Berlin keine konkurrenzfähigen Strukturen wachsen konnten und ebenso sah es bei den Klubs aus der ehemaligen DDR aus.
Allerdings muss man hierbei anmerken, dass die Hertha es unter Hoeneß durchaus pakte, sich oben kurzfristig festzusetzen und nicht wenige sahen Berlin als künftigen Dauergast im internationalen Geschäft. Berlin hätte sicher die Chance gehabt, sich oben zu etablieren, aber durch fehlerhafte Entscheidungen kam es zu Rückschritten. Ähnliches trifft auf Hamburg zu, welches als Wirtschaftsstandort eine ähnliche Wucht wie München hat.
Der Grund, weshalb Städte wie Madrid, Paris oder London so dominant sind, liegt vor allem an den wirtschaftlichen Strukturen im Land, die in Deutschland aufgrund der Geschichte einfach nicht auf die jetzige Hauptstadt zentriert werden konnte.
Was lustigerweise oft bei diesem Thema vergessen wird, als Bonn Hauptstadt war, hörte man auch nie Sätze wie: "Die deutsche Hauptstadt muss in der Bundesliga vertreten sein." Denn Bonn fällt im Vergleich zu den städtischen Vorausetzungen anderer Fußballstandort zu sehr ab.
Das sehe ich genauso. Letztlich waren schon die wirtschaftlichen Aspekte sehr entscheidend. Hinzu kam die fehlende ''Tradition'' durch die Teilung, es haperte in der Weltstadt Berlin sehr lange an der nötigen Begeisterung für den Verein. Man kann deshalb unsere Hauptstadt nicht mit London, Madrid oder Rom vergleichen.
Leider wurde durch finanzielles Missmanagement eine nachhaltige Entwicklung zerstört. Es war ja durchaus viel Potential vorhanden.
Warum sind Klubs erfolgreich?
Wegen ihres wirtschaftlich potenten Einzugsgebietes bei zeitgleich dominierter lokaler Konkurrenz und die dadurch gewachsenen Strukturen im Verein.
Wer ist oben? München - Wirtschaftsstandort Nummer 1 in Deutschland. Wer ist sonst noch oben? Dortmund und Schalke, die beide aus dem Ballungszentrum schlechthin in Deutschland kommen. Warum ist Berlin nicht oben? Da spielt sicher eine Rolle, dass in West-Berlin keine konkurrenzfähigen Strukturen wachsen konnten und ebenso sah es bei den Klubs aus der ehemaligen DDR aus.
Allerdings muss man hierbei anmerken, dass die Hertha es unter Hoeneß durchaus pakte, sich oben kurzfristig festzusetzen und nicht wenige sahen Berlin als künftigen Dauergast im internationalen Geschäft. Berlin hätte sicher die Chance gehabt, sich oben zu etablieren, aber durch fehlerhafte Entscheidungen kam es zu Rückschritten. Ähnliches trifft auf Hamburg zu, welches als Wirtschaftsstandort eine ähnliche Wucht wie München hat.
Der Grund, weshalb Städte wie Madrid, Paris oder London so dominant sind, liegt vor allem an den wirtschaftlichen Strukturen im Land, die in Deutschland aufgrund der Geschichte einfach nicht auf die jetzige Hauptstadt zentriert werden konnte.
Was lustigerweise oft bei diesem Thema vergessen wird, als Bonn Hauptstadt war, hörte man auch nie Sätze wie: "Die deutsche Hauptstadt muss in der Bundesliga vertreten sein." Denn Bonn fällt im Vergleich zu den städtischen Vorausetzungen anderer Fußballstandort zu sehr ab.
Das sehe ich genauso. Letztlich waren schon die wirtschaftlichen Aspekte sehr entscheidend. Hinzu kam die fehlende ''Tradition'' durch die Teilung, es haperte in der Weltstadt Berlin sehr lange an der nötigen Begeisterung für den Verein. Man kann deshalb unsere Hauptstadt nicht mit London, Madrid oder Rom vergleichen.
Leider wurde durch finanzielles Missmanagement eine nachhaltige Entwicklung zerstört. Es war ja durchaus viel Potential vorhanden.
28.08.2012 - 09:59 Uhr
Interesseant ist dabei ja auch zu beobachten, dass große Bevölkerung keineswegs dafür stehen muss, dass die Stadt oben dabei ist, nun nicht mehr nur auf Berlin bezogen, sondern auf ganz Deutschland. Von den 20 Größten Städten sind immerhin 11 nicht in Liga 1 vertreten, 6 davon nichteinmal in Liga 2.
28.08.2012 - 10:36 Uhr
Zitat von RESOPO123:
Interesseant ist dabei ja auch zu beobachten, dass große Bevölkerung keineswegs dafür stehen muss, dass die Stadt oben dabei ist, nun nicht mehr nur auf Berlin bezogen, sondern auf ganz Deutschland. Von den 20 Größten Städten sind immerhin 11 nicht in Liga 1 vertreten, 6 davon nichteinmal in Liga 2.
@ Bodenseeborusse: Die Bundesliga wird im Grunda von 3 Ländern regiert: NRW, Bayern und Ba-Wü. NRW ist halt einfahc mit ABstand das größte, aber wirtschaftlich längst nicht mehr was es mal war. Bayern und Ba-Wü sind die Wirtschaftsstandorte in Deutschland, aber ich kenn nicht die Wirtschaftskraft der einzelnen Städte. Aber in NRW ist diese allgemein eher gering. Dennoch spielen aktuell 5 Teams aus NRW in der Liga. Nur von starker Industrie o.ä. seh ich hier nicht viel.
Interesseant ist dabei ja auch zu beobachten, dass große Bevölkerung keineswegs dafür stehen muss, dass die Stadt oben dabei ist, nun nicht mehr nur auf Berlin bezogen, sondern auf ganz Deutschland. Von den 20 Größten Städten sind immerhin 11 nicht in Liga 1 vertreten, 6 davon nichteinmal in Liga 2.
@ Bodenseeborusse: Die Bundesliga wird im Grunda von 3 Ländern regiert: NRW, Bayern und Ba-Wü. NRW ist halt einfahc mit ABstand das größte, aber wirtschaftlich längst nicht mehr was es mal war. Bayern und Ba-Wü sind die Wirtschaftsstandorte in Deutschland, aber ich kenn nicht die Wirtschaftskraft der einzelnen Städte. Aber in NRW ist diese allgemein eher gering. Dennoch spielen aktuell 5 Teams aus NRW in der Liga. Nur von starker Industrie o.ä. seh ich hier nicht viel.
28.08.2012 - 10:55 Uhr
1. In vielen Ländern ist die jeweilige die Hauptstadt gleichzeitig die bevölkerungsreichste Stadt oder eine von 2 Städten mit der größten Bevölkerung - und zwar jeweils mit Abstand. In Deutschland als föderalistischem Staat mit vielen Großstädten ist Berlin zwar auch die größte Stadt, aber der Abstand ist be weitem nicht so extrem.
Nimmt man noch das gesamte Zuzugsgebiet für Zuschauer (aber auch Sponsoren) dazu, stehen gerade die Ruhrpottvereine, Hamburg und München deutlich besser da.
2.In anderen Ländern ist die Hauptstadt außerdem auch oftmals wirtschaftlicher Dreh- und Angelpunkt (ausgenommen reine Regierungsstädte wie in Brasilien oder der Türkei). Berlin ist zwar die Stadt mit der größten Bevölkerung, dem Regierungssitz und zum großen Teilen auch Kulturhauptstatdt (aber nichtmal alleine), wirtschaftlich gesehen ist Berlin aber bei Weitem nicht führend.
Deshalb sind Verein anderer Städte mit starker regionaler Wirtschaft in Deutschland mehr von Bedeutung. Alleine weil die Region wirtschaftlich besser aufgestellt ist und somit Sponsoren bietet: Stuttgart, München, Hamburg sind wohl extreme Beispiele, einfach weil die Wirtscaft so stark ist. Aber auch Frankfurt und Köln kann man dazuzählen. Bei den Ruhrpottclubs und Gladbach zählt außerdem wieder die hohe Zuschauerzahl und somit hohe Werbewirkung (interessant z.B. besonders für regionale Energieversorger). In Nürnberg und Hannover gibt es wirtschaftlich auch kein schlechtes Potential, auch wenn es nicht ganz so für die Vereine genutzt werden kann (Weil keine der Firmen ganz groß sponsorn möchte, sondern lieber viele etwas). Hinzu kommen solche Vereine, bei denen nur ein großer Geldgeber vorhanden ist (Leverkusen, Wolfsburg, Hoffenheim).
Hauptstadtclub zu sein ist aber in Deutschland nicht gleichbedeutend damit auch finanziell eine Vorreiterstellung zu haben.
Nimmt man im Gegenzug dazu Hertha BSC Berlin fällt auf, dass die großen Sponsoren dort nicht unbedingt regionale sind. Das sind eher Sponsoren die deutschlandweit aufgestellt sind oder aber ihren Firmensitz mittlerweile nach Berlin verlegt haben, z.B. die DB. Irgendwie ist das ein Vorteil (weil DB vielleicht etwas mehr zahlt), aber andererseits auch aus einem Zwang heraus.
3. Durch die besondere deutsche oder auch Berliner Geschichte sind die Fußballbegeisterten Menschen vor Ort eher gespalten, statt sich hinter einem Verein zu sammeln. Extremer noch deshalb, weil so viele Menschen in Berlin Zugezogene sind. Diese identifizieren sich zwar vielleicht mit der Stadt Berlin, aber weiterhin mit "ihrem" jeweiligen Fußballverein: Ob nun innerhalb Deutschlands oder z.B. in der Türkei. Ich gehöre selbst zu derart Zugezogenen. Zu Hertha hat es mich selbst als neutralen Zuschauer nie gezogen. Lieber pendel ich für einen Spieltag nach Hannover oder gehe in die Fankneipe von denen es in Berlin glaube ich zu jedem Verein eine gibt.
4. Ich habe das Gefühl, dass der Fussball in Berlin ansich nicht so gelebt wird (zumindest nicht das Fandasein), wie in anderen Städten. Berlin hat soviel zu bieten (gerade kulturell und Veranstaltungstechnisch), dass die schönste Nebensache der Welt ein wenig untergeht bzw. die Stadt anderweitig interessierte Leute anzieht.
Nimmt man noch das gesamte Zuzugsgebiet für Zuschauer (aber auch Sponsoren) dazu, stehen gerade die Ruhrpottvereine, Hamburg und München deutlich besser da.
2.In anderen Ländern ist die Hauptstadt außerdem auch oftmals wirtschaftlicher Dreh- und Angelpunkt (ausgenommen reine Regierungsstädte wie in Brasilien oder der Türkei). Berlin ist zwar die Stadt mit der größten Bevölkerung, dem Regierungssitz und zum großen Teilen auch Kulturhauptstatdt (aber nichtmal alleine), wirtschaftlich gesehen ist Berlin aber bei Weitem nicht führend.
Deshalb sind Verein anderer Städte mit starker regionaler Wirtschaft in Deutschland mehr von Bedeutung. Alleine weil die Region wirtschaftlich besser aufgestellt ist und somit Sponsoren bietet: Stuttgart, München, Hamburg sind wohl extreme Beispiele, einfach weil die Wirtscaft so stark ist. Aber auch Frankfurt und Köln kann man dazuzählen. Bei den Ruhrpottclubs und Gladbach zählt außerdem wieder die hohe Zuschauerzahl und somit hohe Werbewirkung (interessant z.B. besonders für regionale Energieversorger). In Nürnberg und Hannover gibt es wirtschaftlich auch kein schlechtes Potential, auch wenn es nicht ganz so für die Vereine genutzt werden kann (Weil keine der Firmen ganz groß sponsorn möchte, sondern lieber viele etwas). Hinzu kommen solche Vereine, bei denen nur ein großer Geldgeber vorhanden ist (Leverkusen, Wolfsburg, Hoffenheim).
Hauptstadtclub zu sein ist aber in Deutschland nicht gleichbedeutend damit auch finanziell eine Vorreiterstellung zu haben.
Nimmt man im Gegenzug dazu Hertha BSC Berlin fällt auf, dass die großen Sponsoren dort nicht unbedingt regionale sind. Das sind eher Sponsoren die deutschlandweit aufgestellt sind oder aber ihren Firmensitz mittlerweile nach Berlin verlegt haben, z.B. die DB. Irgendwie ist das ein Vorteil (weil DB vielleicht etwas mehr zahlt), aber andererseits auch aus einem Zwang heraus.
3. Durch die besondere deutsche oder auch Berliner Geschichte sind die Fußballbegeisterten Menschen vor Ort eher gespalten, statt sich hinter einem Verein zu sammeln. Extremer noch deshalb, weil so viele Menschen in Berlin Zugezogene sind. Diese identifizieren sich zwar vielleicht mit der Stadt Berlin, aber weiterhin mit "ihrem" jeweiligen Fußballverein: Ob nun innerhalb Deutschlands oder z.B. in der Türkei. Ich gehöre selbst zu derart Zugezogenen. Zu Hertha hat es mich selbst als neutralen Zuschauer nie gezogen. Lieber pendel ich für einen Spieltag nach Hannover oder gehe in die Fankneipe von denen es in Berlin glaube ich zu jedem Verein eine gibt.
4. Ich habe das Gefühl, dass der Fussball in Berlin ansich nicht so gelebt wird (zumindest nicht das Fandasein), wie in anderen Städten. Berlin hat soviel zu bieten (gerade kulturell und Veranstaltungstechnisch), dass die schönste Nebensache der Welt ein wenig untergeht bzw. die Stadt anderweitig interessierte Leute anzieht.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von RoterStorch am 28.08.2012 um 11:01 Uhr bearbeitet
28.08.2012 - 11:16 Uhr
Zitat von Spur1990:
Zitat von RESOPO123:
Interesseant ist dabei ja auch zu beobachten, dass große Bevölkerung keineswegs dafür stehen muss, dass die Stadt oben dabei ist, nun nicht mehr nur auf Berlin bezogen, sondern auf ganz Deutschland. Von den 20 Größten Städten sind immerhin 11 nicht in Liga 1 vertreten, 6 davon nichteinmal in Liga 2.
@ Bodenseeborusse: Die Bundesliga wird im Grunda von 3 Ländern regiert: NRW, Bayern und Ba-Wü. NRW ist halt einfahc mit ABstand das größte, aber wirtschaftlich längst nicht mehr was es mal war. Bayern und Ba-Wü sind die Wirtschaftsstandorte in Deutschland, aber ich kenn nicht die Wirtschaftskraft der einzelnen Städte. Aber in NRW ist diese allgemein eher gering. Dennoch spielen aktuell 5 Teams aus NRW in der Liga. Nur von starker Industrie o.ä. seh ich hier nicht viel.
Zum Beispiel:
1. EON
2. Metro
3. Telekom
4. Post
5. RWE
6. REWE
7. Tengelmann
8. Lufthansa
9. Hochtief
10. BP
11. ThyssenKrupp
12. ALDI
13. Bayer
14. Ford
15. Schenker
16. Arcandor
17. Henkel
18. Vodafone
19. Dr. Oetker
20. Johnson Controls
Nur mal um ein paar zu nennen. Mögen auch reine Handelsunternehmen dabei sein, jedoch geht es um Umsatz und Wirtschaftskraft. Und nur das zählt in diesem Zusammenhang.
Zitat von RESOPO123:
Interesseant ist dabei ja auch zu beobachten, dass große Bevölkerung keineswegs dafür stehen muss, dass die Stadt oben dabei ist, nun nicht mehr nur auf Berlin bezogen, sondern auf ganz Deutschland. Von den 20 Größten Städten sind immerhin 11 nicht in Liga 1 vertreten, 6 davon nichteinmal in Liga 2.
@ Bodenseeborusse: Die Bundesliga wird im Grunda von 3 Ländern regiert: NRW, Bayern und Ba-Wü. NRW ist halt einfahc mit ABstand das größte, aber wirtschaftlich längst nicht mehr was es mal war. Bayern und Ba-Wü sind die Wirtschaftsstandorte in Deutschland, aber ich kenn nicht die Wirtschaftskraft der einzelnen Städte. Aber in NRW ist diese allgemein eher gering. Dennoch spielen aktuell 5 Teams aus NRW in der Liga. Nur von starker Industrie o.ä. seh ich hier nicht viel.
Zum Beispiel:
1. EON
2. Metro
3. Telekom
4. Post
5. RWE
6. REWE
7. Tengelmann
8. Lufthansa
9. Hochtief
10. BP
11. ThyssenKrupp
12. ALDI
13. Bayer
14. Ford
15. Schenker
16. Arcandor
17. Henkel
18. Vodafone
19. Dr. Oetker
20. Johnson Controls
Nur mal um ein paar zu nennen. Mögen auch reine Handelsunternehmen dabei sein, jedoch geht es um Umsatz und Wirtschaftskraft. Und nur das zählt in diesem Zusammenhang.
28.08.2012 - 12:19 Uhr
Zitat von RESOPO123:
Interesseant ist dabei ja auch zu beobachten, dass große Bevölkerung keineswegs dafür stehen muss, dass die Stadt oben dabei ist, nun nicht mehr nur auf Berlin bezogen, sondern auf ganz Deutschland. Von den 20 Größten Städten sind immerhin 11 nicht in Liga 1 vertreten, 6 davon nichteinmal in Liga 2.
Das stimmt so zwar und ist auch interessant. Die Gründe liegen aber teilweise woanders. "Kleinere" Großstädte, welche teilweise ja auch Landeshauptstadt sind, können andere regionale Strukturen dafür sorgen, dass der Fussballverein es schwierig hat.
Bei den Großstädten in Ostdeutschland gibt es generell ein finanzielles Problem.
Regionale Konkurrenz ist in kleinen Großstädten durch direktere Nachbarn manchmal größer. Man sieht sich der Konkurrenz der Nachbarstadt/-städte ausgesetzt, die teilweise ja so nah ist, dass es eine Doppelstadt bildet.
So erkläre ich mir das z.B bei Mannheim (Frankfurt) oder Erlangen/Fürth (Nürnberg)
Aber auch in NRW. Die regionale Konkurrenz ist dort besonders hoch. Dort können nunmal dann nicht alle großen Städte Spitzenformat haben.
In kleineren Städten gibt es dann außerdem eine innerstädtische Konkurrenz mit einer anderen Sportart. In diesen Städten konzentriert sich der Fokus mehr auf die andere Sportart, weil der Fussballverein sowieso nie etwas großes reißen wird. Was zuerst war, das Ei oder das Huhn..naja schwer zu sagen.
In Kiel z.B. ist die Stadt zu klein um 2 Spitzenvereine zu "ernähren". Sowohl vom wirtschaftlichen Gesichtspunkt durch Sponsoren als auch vom Zuschauerpotential. Und dort ist der Spitzenverein nunmal klar ein Handballverein. Ähnlich ist es in, Magdeburg/Flensburg (Handball), in Mannheim und anderen Städten (Eishockey), und beim Basketball (Bonn).
Das können sich nur Städte gewisser Größe und wirtschaftlichem Potential leisten: Bei Städten um die 500.000 und größer geht das noch: Hannover, Nürnberg. Aber z.B. in Hannover ist der größere Eishockeyclub dauerklamm und der Handballclub hält sich gerade so in Liga 1. Hinzu kommen diese Clubs eigentlich nicht direkt aus der Stadt, sondern der Region.
Und nun zurück zu Berlin. diese Stadt leistet sich Topteams in gleich mehreren Sportarten. Das ist besonders selten und schafft zusätzliche Konkurrenz zum Fussball in dieser Stadt. Ich weiß es nicht ob es so kommen wird, aber ich könnte mir auch folgendes Zukunftsszenario vorstellen: Die regionalen Sponsoren konzentrieren sich ebenso wie die zuschauer irgendwann immer mehr auf die Berliner Topclubs anderer Sportarten. Die Entwicklung ist schon leicht zu sehen, sowohl in Richtung Basketball (Alba), Eishockey (Eisbären) als zuletzt besonders auch Handball (Füchse). Das macht es den Fussballclubs nicht einfacher.
Interesseant ist dabei ja auch zu beobachten, dass große Bevölkerung keineswegs dafür stehen muss, dass die Stadt oben dabei ist, nun nicht mehr nur auf Berlin bezogen, sondern auf ganz Deutschland. Von den 20 Größten Städten sind immerhin 11 nicht in Liga 1 vertreten, 6 davon nichteinmal in Liga 2.
Das stimmt so zwar und ist auch interessant. Die Gründe liegen aber teilweise woanders. "Kleinere" Großstädte, welche teilweise ja auch Landeshauptstadt sind, können andere regionale Strukturen dafür sorgen, dass der Fussballverein es schwierig hat.
Bei den Großstädten in Ostdeutschland gibt es generell ein finanzielles Problem.
Regionale Konkurrenz ist in kleinen Großstädten durch direktere Nachbarn manchmal größer. Man sieht sich der Konkurrenz der Nachbarstadt/-städte ausgesetzt, die teilweise ja so nah ist, dass es eine Doppelstadt bildet.
So erkläre ich mir das z.B bei Mannheim (Frankfurt) oder Erlangen/Fürth (Nürnberg)
Aber auch in NRW. Die regionale Konkurrenz ist dort besonders hoch. Dort können nunmal dann nicht alle großen Städte Spitzenformat haben.
In kleineren Städten gibt es dann außerdem eine innerstädtische Konkurrenz mit einer anderen Sportart. In diesen Städten konzentriert sich der Fokus mehr auf die andere Sportart, weil der Fussballverein sowieso nie etwas großes reißen wird. Was zuerst war, das Ei oder das Huhn..naja schwer zu sagen.
In Kiel z.B. ist die Stadt zu klein um 2 Spitzenvereine zu "ernähren". Sowohl vom wirtschaftlichen Gesichtspunkt durch Sponsoren als auch vom Zuschauerpotential. Und dort ist der Spitzenverein nunmal klar ein Handballverein. Ähnlich ist es in, Magdeburg/Flensburg (Handball), in Mannheim und anderen Städten (Eishockey), und beim Basketball (Bonn).
Das können sich nur Städte gewisser Größe und wirtschaftlichem Potential leisten: Bei Städten um die 500.000 und größer geht das noch: Hannover, Nürnberg. Aber z.B. in Hannover ist der größere Eishockeyclub dauerklamm und der Handballclub hält sich gerade so in Liga 1. Hinzu kommen diese Clubs eigentlich nicht direkt aus der Stadt, sondern der Region.
Und nun zurück zu Berlin. diese Stadt leistet sich Topteams in gleich mehreren Sportarten. Das ist besonders selten und schafft zusätzliche Konkurrenz zum Fussball in dieser Stadt. Ich weiß es nicht ob es so kommen wird, aber ich könnte mir auch folgendes Zukunftsszenario vorstellen: Die regionalen Sponsoren konzentrieren sich ebenso wie die zuschauer irgendwann immer mehr auf die Berliner Topclubs anderer Sportarten. Die Entwicklung ist schon leicht zu sehen, sowohl in Richtung Basketball (Alba), Eishockey (Eisbären) als zuletzt besonders auch Handball (Füchse). Das macht es den Fussballclubs nicht einfacher.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von RoterStorch am 28.08.2012 um 12:24 Uhr bearbeitet
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