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Ex-Lautrer

31.07.2015 - 09:17 Uhr
Ex-Lautrer |#251
08.03.2021 - 11:49 Uhr
Zitat von Mittelschichtler

natürlich alles sehr plakativ ausgedrückt, aber hat er wirklich so Unrecht? Ein Antwerpen wird aus irgendwelchen Gründen beim Aufstiger Braunschweig entlassen, alsbald darauf bei Würzburg entlassen und springt sofort auf den nächsten Arbeitgeber, der dazu noch in einer so schlechten Position ist, um diesen Trainer überhaupt ablehnen zu können. Dieser Trainer bedient sich dann auch der üblichen FCK Floskeln.

"riesiges Zugpferd".."ganze Region"..."Zuschauer"..."Tradition"..."Potential". Diese Sprüche hörste auch bei 9,9 von 10 Neuzugängen. Worte und Taten kommen hier dann selten in Einklang. Ich will hier jetzt weißgott keine Antwerpen-Diskussion vom Zaun brechen, aber ist das alles wirklich der FCK? Sind Greis, Voigt, Bader, Klatt wirklich der FCK? Wer um Himmels Willen rekrutiert denn solche Leute, wo kommen die überhaupt her? Hengen..Notzon..viel Masse und wenig Klasse..das ist wohl der FCK.

Antwerpen ist in Braunschweig ja nicht entlassen worden, sondern sein auslaufender Vertrag wurde nicht verlängert. Das ist einerseits immer ein schlechtes Zeugnis für einen Aufstiegstrainer. Andererseits würde wohl niemand sagen, dass Antwerpen nicht das Optimum in Braunschweig erreicht hat.
Und wenn MA menschlich ein richtiger „Drecksack“ sein sollte - das tangiert mich ehrlich gesagt sehr peripher. Der soll hier nicht Fanbeauftragter sein, sondern Spiele gewinnen. Und dass er das kann, hat er in Braunschweig, Münster, Köln und Ahlen doch gezeigt. Das ist für den Grenzbereich zwischen Profi- und Amateurfußball (also 3. Liga, Regionalliga) gerade kein No-Name.
In Würzburg ging es schief? Jo, so wie deren ganze Saison. Antwerpen hat die Spiele gegen die Mannschaften geleitet, die heute um den Aufstieg spielen. Würzburg ist Tabellenletzter mit einem gewissen Rückstand. Möglicherweise hat Magath nicht nur Antwerpens Arbeit, sondern vor allem die Qualität seiner Spieler falsch bewertet.
Warum soll Antwerpen „nicht der FCK sein“? Der kommt aus dem Pott. Tut König Otto auch. Ebenso Feldkamp. Das ist doch schnurzpiepegal. Antwerpen spricht für mich eine klare, deutliche Sprache. Er lässt sich nix gefallen, lässt nicht den hier so oft kritisierten „Verwaltungsfußball“ spielen. Er scheint konsequent zu sein, reagiert auf negative (Spiel-)Entwicklungen. Er bringt für mich genügend mit, um Teil des FCK zu werden.

Ich weiß, dass du das nicht behauptet hast, aber: Das Pälzisch babbelnde unentdeckte Trainergenie, das in Landau geboren, in Eisenberg zur Schule gegangen und in Lautern sesshaft geworden ist; das seit Tag 1 Vereinsmitglied ist und in FCK-Bettwäsche schläft, das gibt es leider nicht.
Ach sorry, hab den Thorsten vergessen. tongue

Und naja, Hengen ist Pfälzer. Der wurde hier ausgebildet, hat hier einige Jahre gespielt. Sicherlich war das schon keine glanzvolle Zeit mehr, aber der kommt von „hier“. Daher finde ich es schwierig, ihn diesbezüglich im gleichen Kontext zu nennen wie die anderen Herren.

Generell stößt es mir bitter auf, wenn sich ein Mario Basler zu den Problemen des FCK äußert und dann etwas vom alten FCK erzählt. Es verkörpert für mich kein anderer Akteur so sehr die Jahre des Größenwahns wie er.
Es mag ja ganz amüsant sein, sich seine flachen Vodka-Lemon-Sprüche am Sonntagmorgen auf der Couch beim Ausnüchtern anzuhören. Davon abgesehen fiele mir nichts auch nur ansatzweise Produktives ein, was er nach seiner aktiven Karriere für den FCK geleistet hat.
„Fier unns Pälzer gibbts nur einen Verrein!“ - ja, Mario, deine Interviews für die Bild nutzen deinem Verein sehr! daumen-hoch
Dieser Beitrag wurde zuletzt von FCK-Tribun am 08.03.2021 um 12:10 Uhr bearbeitet
Ex-Lautrer |#252
16.03.2021 - 19:49 Uhr
Thiele hatte den Vorteil, dass man seine schlechten Spiele an einer Hand abzählen kann. Selbst in seinen schwächeren Spielen hat er immer wieder für Gefahr gesorgt, entweder selbst oder durch Einsetzen seiner Mitspieler.

Dazu war er kämpferisch immer am Limit und hat so mit Sicherheit hier und da auch mal einen Mitspieler mitgezogen. Natürlich hat er immer mal wieder Großchancen vergeben, aber das macht ein Pourie auch. Dafür hat er sich diese aber auch oftmals alleine erarbeitet. Wie mein Vorschreiber schon geschrieben hat, einer der wichtigsten Gründe war, dass Thiele Gegenspieler gebunden hat und der Rest somit mehr Platz hatte.

Wäre Thiele übrigens vorm Tor etwas abgezockter, würde er mindestens eine Liga höher spielen, vermutlich sogar zwei.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Pasi11 am 16.03.2021 um 19:51 Uhr bearbeitet
Ex-Lautrer |#253
17.03.2021 - 19:28 Uhr
Zitat von jens1412

Thiele musste gehen, weil ein selbstverliebter Selbstdarsteller an der Seitenlinie stand, der keine Kritik duldete und seine Fußballphilosophie als die einzig wahre sah. Ehrmann, Henlein, Thiele - drei, die sich nicht verbiegen lassen mussten gehen. Dazu noch Starke als vermeintlicher Kumpel. Wenn ein Trainer das Mannschaftsgefüge derart auseinander nimmt, dann darf man sich nicht wundern, dass man heute da steht wo man steht. Schommers und Notzon sind die Totengräber des FCK, beiden hätte man zwingend nach der letzten Runde den Laufpass geben müssen.

Schommers hatte in den Spielen nach der Unterbrechung richtig ordentlich gepunktet. Es ist an sich schon nachvollziehbar gewesen an einem Trainer festzuhalten, der sich aus zwei Krisen eindrucksvoll befreien konnte.
Dennoch muss man in der Retrospektive sagen, dass man niemals mit einem Trainer in die Runde hätte gehen dürfen, der intern schon zum Abschuss freigeben war. Und das ganz unabhängig davon, wie man Schommers’ Arbeit in der Sache bewertet.

Ehrmann, Thiele und Hemlein in einem Atemzug zu nennen, finde ich schwierig. Ich bin durchaus der Meinung, dass es der Mannschaft geholfen hat, als die Gruppe um Hemlein in der Mannschaftshierarchie entmachtet wurde.
Die Herren Sternberg und Hemlein haben nach ihren jeweiligen Abschieden auch in aller Deutlichkeit gezeigt, wie es um ihre Integrität bestellt ist. Wenn man Schommers Selbstdarstellerei vorwirft, weiß ich nicht, welchen Begriff man für Captain America Hemlein verwenden möchte.

Schommers ist eine streitbare Figur. Okay, er hat sich mit Ehrmann die Finger verbrannt. Es in dieser Angelegenheit auf einen arbeitsgerichtlichen Prozess ankommen zu lassen, hat sich als ganz schlechter Schachzug herausgestellt. Da muss man Voigt auch fragen, ob es nicht schlauer gewesen wäre, Schommers zurückzupfeifen und eine gesichtswahrendere Lösung zu finden.
Das heißt aber nicht automatisch, dass Schommers in der Sache im Unrecht war.

Thiele hat er als nicht zu seinem Spielstil passend erachtet. Und aller Wahrscheinlichkeit nach gab es auch immense zwischenmenschliche Differenzen. An denen mit Sicherheit nicht nur Timmy Thiele seine Anteile hat.
Und grundsätzlich wäre es Schommers‘ Job gewesen, Thieles zweifelsohne vorhandene Stärken besser in seinen Fußball einzufügen.
In der Dritten Liga muss sich der Trainer seinen Spielern anpassen - umgekehrt ist das schlichtweg nicht möglich. Marco Antwerpen hat das verstanden, Boris Schommers nicht. Deshalb ist Antwerpen am Ende der Saison 19/20 aufgestiegen, Schommers dagegen hat sich seine guten Ansätze immer wieder mit dem Hintern eingerissen.
Schommers ist für mich aber kein Totengräber des Vereins, sondern ein talentierter Trainer, der einen starken Sportlichen Leiter gebraucht hätte, der ihm seine hochtrabenden Vorstellungen ein Stück weit ausredet.
Ex-Lautrer |#254
19.03.2021 - 11:38 Uhr
Zitat von jens1412
Ob Schommers ein Trainer-Talent ist mit Ambitionen für höhere Aufgaben, muss er erst noch beweisen. Beim FCK hat er zunächst gezeigt, dass er einen Laden in den Griff bekommen kann, aber dann doch an seiner Starrköpfigkeit scheitert. Wie war's vor der Winterpause? Fünf Siege in Folge, ein System das passt. Ohne Not stellt er es in Frage, stellt die Mannschaft um. Pick, Kühlwetter, Thiele - alle auf Positionen gestellt, auf denen sie nicht optimal performten. Was man aus Kühlwetter rausholen kann, zeigt ein Top-Trainer wie Frank Schmidt.
Auch sein Auftreten anderen Kollegen in der Liga gegenüber war fragwürdig, bzw. überheblich.
Dass es dann nach der Corona-Pause wieder lief, hätte man durchaus als Trendwende zum Guten sehen können. Hätte man dann aber die Auftritte gegen Morlautern und Waldböckelheim genauer analysiert, dann hätte man feststellen müssen: diese Kombination passt nicht.


Kann ich so nicht unterschreiben. Erstmal zur Systemumstellung: Lautern hat 5 Spiele erfolgreich gespielt und gewonnen im 442. Meines Erachtens nach waren die entscheidenden Kriterien hierfür zunächst: Matchglück, ein starkes torgefährliches Trio aus Thiele, Kühlwetter und Pick, sowie ein hohes, klares und konsequentes Pressing, dass im 442 durchaus für die Spieler leichter umzusetzen ist als im 433/41212. Jedoch ist so ein 442 auch für drittliga-Trainer leicht zu analysieren und sich entsprechend einzustellen. Besonders nach einer langen Winterpause. Die Idee in der dritten Liga mit einem Dreiersturm zu pressen ist bei häufigen Viererketten und fehlender spielerischen Stärke der Innenverteidiger nachvollziehbar, insbesonders wenn man ein eingespieltes Trio wie wir hatten vorweisen kann. Dazu ermöglichte dies einen Ciftci ins zentrale Mittelfeld zu integrieren und so noch mehr Kontrolle im Mittelfeld zu etablieren. In der Theorie alles wunderbar aber die taktische Umstellung (Insbesonders mit Pick als zentralem Schattenstürmer) war für die Spieler in der Zeit zu komplex. Dazu kommt, dass unser Matchglück von vor der Winterpause nur ins Gegenteil umgeschwenkt war. Das dieses Taktische Korsett sich mit Zeit entfalten konnte, haben wir dann nach der Corona Pause eindrucksvoll gesehen. In meinem Augen haben wir dort teilweise sogar stärker gespielt als in der doch glücklichen Phase vor dem Winter.
Falsche Positionen seh ich auch nicht. Vor dem Winter spielte Pick auch nicht als außen sondern als Stürmer neben TT, während Kühlwetter auf rechts spielte. Pick dann eine halbe Position zurück zu ziehen und ihm noch mehr Freiheiten zu geben erschien seiner Spielweise in der Theorie entgegen zu kommen. Kühlwetter als klassischen Stürmer neben TT war dort doch eher der Norm.
Sein Auftreten anderen Trainern gegenüber wäre mir, mit Außnahme der Situation gegen Morlautern, nie negativ aufgefallen. Dazu sei jedoch gesagt, dass Morlautern schon vor der Spiel eine gewisse Stimmung zu provozieren scheinte und diese Situation passt ins Bild.
Dass Schommers ein schwieriger Charakter war mag sein, jedoch hatter er auch einige Beführworter im eigenen Team wie Pick und Sickinger. Am Ende eckte er eigentlich auch nur mit Personalien an, die selbst als schwierige Charaktere gelten, Hemmlein, Ehrmann, Jonjic, (Thiele).
Ich möchte hier nicht sagen, dass Schommers ein genialer Trainer war oder sonst etwas aber er ist in meinen Augen zu Oft der Sündenbock. Er war ein junger Trainer, der charakterlich nicht immer ganz einfach war aber doch durchaus einen taktisch ansehbaren Fußball spielen ließ und auch einen guten Punkteschnitt aufweisen konnte.
Der Fehler wurde an anderer Stelle begangen: Entweder man entlässt den Trainer am Ende der Saison oder man schenkt ihm Vertrauen. So wurde unserer Kader für ein 41212 zusammengestell (gut an Sessa und Ritter als Schattenstürmer Pick-Ersatz zu sehen) und taktisch auch entsprechend vorbereitet nur um ihn dann am 2. Spieltag zu entlassen. Es fehlt wie seit Jahren an Kontinuität, Ruhe und Professionalität. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir nichts mit dem Abstiegskampf zu tun haben würden hätten wir Schommers vor dem Sommer entlassen oder hätten wir ihm das Vertrauen für einen deutlich längeren Zeitraum ausgesprochen. Der Sündenbock steckt nicht in einer Person sondern der unprofessionalität dieses Vereins.
Ex-Lautrer |#255
19.03.2021 - 14:51 Uhr
Zitat von weissherbstschorle

Und wo warst Du am Ende der letzten Saison mit Deiner festen Überzeugung? Oder als der Mob Schommers zu Saisonbeginn durchs Dorf getrieben hat?


Ich gehörte zu den Leuten, die nach fehlenden Saisonanalyse Schommers und Notzon beide hochkant rausgeschmissen hätten. Beiden fehlte meinem öffentlichen Empfinden nach Selbstkriktik um die vorherige Saison angemessen aufzuarbeiten. Das Saisonziel "Oben mitspielen" konnte mit Ansage nur krachend verfehlt werden, da hätte auch ein Festhalten an Schommers nix dran geändert. Wenn 2 leute nicht in der Lage ihre eigenen Fehler zu erkennen und aufzuarbeiten, dann kann da halt nix bei rumkommen.

Das ändert aber nichts daran, dass die Trainerwechsel danach vom Zeitpunkt und der Art völlig unprofesionell waren. Schommers nachdem 2. Spieltag zu entlassen war schon selten bescheuert, aber das Spiel mit Saibene zu wiederholen hat dem ganzen dann die Krone aufgesetzt. Bei Antwerpen kommt jetzt noch dazu, dass er nicht unbedingt dafür bekannt ist, dass Mannschaft bei ihm sofort funktionieren. Man sieht das bei uns ja auch sehr gut, dass er so viel umkrempelt, dass es ein paar Wochen dauert bis dann nicht nur die Ansätze sichtbar sind, sondern die Rädchen besser ineinaner greifen.

Sprich: Völlig egal wie man zu Schommers oder Saibene stand, zum Zeitpunkt und Art der Trainerwechsel kann es eigentlich keine zwei Meinungen geben - wir stehen aufgrund der Unprofessionalität völlig zurecht unten drinne...
Ex-Lautrer |#256
19.03.2021 - 14:57 Uhr
Zitat von weissherbstschorle


Und wo warst Du am Ende der letzten Saison mit Deiner festen Überzeugung? Oder als der Mob Schommers zu Saisonbeginn durchs Dorf getrieben hat?

Solche "Analysen" im Nachhinein sind immer spitze und dann noch mit dem Finger auf den eigentlichen Sündenbock zeigen. DAS läuft hier schon seit Jahren schief. Das Gleiche bei Thiele, erst war er der Chancentod und total unfähig und plötzlich entsteht hier der Mythos vom verkannten Genie, den die unfähige Führung ziehen ließ. Aber als man am Chancentod festhielt, war man blind, planlos und ebenfalls unfähig.

Aber reicht wie immer für ein paar Likes. Hoffe Du zeigst Dich beim nächsten Mal frühzeitiger mit Deiner festen Überzeugung, nicht erst wenn der Drops gelutscht ist und die Wogen der Aufregungung geglättet sind. Gilt übrigens für die meisten hier.


Naja das lässt sich doch relativ leicht beantworten: Zuhause. Die Meinung vertrete ich im privaten schon lange und in diesem Forum bin ich auch noch nicht allzu lange angemeldet. Dazu kommt, dass meine Meinung egal ob heute oder in der Vergangenheit nichts an der Situation ändert. Ich persönlich kann als Nicht-mitglied, keinerlei Einfluss auf diesen Verein nehmen. Vielmehr konsumiere ich Fußball als Fan des Fck als Unterhaltungsmedium.

Von Schommers war ich schon immer überzeugt und bin es auch heute noch.
Thiele mochte ich sehr. Ähnlich wie Osawe damals stell ich seinen Wert als Chancenkreiirer höher als seine mangelnde Ausbeute.

Likes in diesem Forum sind mir ziemlich egal. Hatte einfach nur aus einer Lust heraus vor meine Meinung zu einem Beitrag zu äußern. Denke dafür ist ein Forum auch da. Wirklich ändern kann in einem Forum sowieso niemand was alleine.
Ex-Lautrer |#257
19.03.2021 - 16:27 Uhr
Zitat von weissherbstschorle

Im Nachhinein ist es immer leicht, die Dinge so zu drehen, wie sie einem passen, und einen Sündenbock auszumachen. Aber nach dem 2.Spieltag hier im Forum dagegenzuhalten und pro Schommers zu argumentieren, ist kaum einem gelungen.

Da gab es einige Stimmen, die den Trainerwechsel zu diesem Zeitpunkt in Grund und Boden geschrieben haben. Ich entsinne mich nicht, dass diese Freistellung besonders viel Zustimmung gefunden hätte. Im Gegenteil, die eigentlichen „Deppen“ in dieser Debatte waren Voigt, Notzon, Wagner und Bexbach - weniger Schommers. Aber ja, da ging es sicherlich nicht in der Hauptsache darum, ob Schommers ein guter Trainer ist oder nicht - das war halt nicht die zentrale Frage dieser Entscheidung. Und insofern wurde die Vereinsführung auch reflexartig kritisiert - aber eben dafür, Schommers zu diesem Zeitpunkt rauszuschmeißen. Wenn ich einem Trainer seinen Kader zusammenstelle und ihm dann vor Saisonbeginn ein Ultimatum stelle, stößt so eine Strategie natürlich auf Unverständnis. Das war aber halt auch schon seinerzeit der Fall; ich erinnere nur an die Reaktionen auf Newtrials kurzen Bericht von Wagners Aussage auf dem Mitgliederforum, welcher sich dann im Nachgang erhärtet hat.
Die Argumentation um Schommers hat sich auch nie großartig verändert. Im Kern stehen und standen folgende Thesen im Raum, die einfach unterschiedlich gewichtet wurden:

- Was erlaubt sich dieser Fremde, die Vereinsinsignie Ehrmann rausschmeißen zu lassen?!
- Schommers lässt zu umständlich spielen.
- Schommers räumt endlich mal den Laden auf und bricht alte Strukturen auf.
- Schommers ist hochtalentiert, muss aber noch viel lernen.
- Schommers ist stur und viel zu idealistisch.
- Schommers ist arrogant und unverschämt gegenüber Gegnern und Medien.
- Schommers hat als erster Trainer seit Ewigkeiten sportliche Krisen überwinden und seinen Platz behaupten können, statt infolge der ersten Negativentwicklung gleich rausgeschmissen zu werden. Wenn wir mit ihm weitermachen, kann das sehr gut werden, er braucht aber ein gewisses Maß an Zeit.

Das waren so im Wesentlichen die Ansichten zum Trainer Boris Schommers und mal waren die einen Stimmen lauter, mal die anderen.
Derart aus dem Amt geschrieben wie manche Vorgänger oder sein Nachfolger wurde er aber nicht.
Eine wirkliche Diskussion ist eigentlich nur darum entbrannt, ob man mit ihm im Juli weitermachen durfte oder nicht. Die Sinnhaftigkeit der Vorgabe, mit einer neuen Mannschaft aus den ersten fünf Spielen so und so viele Punkte holen zu sollen (wohlgemerkt gegen Gegner wie Dresden, Wiesbaden und Ingolstadt) hat doch aber kaum einer gutgeheißen.
Und wenn, dann wurde das damit begründet, dass man ihn eh schon vor der Saison geschasst hätte. Was dann aber auch wegen des unsinnigen Zeitpunktes auf Kritik in den Debatten gestoßen ist.
Ja, die Vereinsführung hat Fehler erkannt und versucht sie zu auszubessern. In Schommers‘ Fall war das aber eine Verschlimmbesserung mit Ansage. Es war klar, dass der neue Trainer wieder Zeit brauchen würde, die Mannschaft kennenzulernen. Und darauf und auf die Risiken, dass es mit dem dann auch nicht klappen könnte, wurde hingewiesen.
Davon unabhängig bewerte ich die Verpflichtung von Saibene. Die fand ich gut und ich habe mich sehr gewundert, dass wir den bekommen haben. Da der Trainerwechsel eh schon vollzogen war, habe ich in Saibene eine vielversprechende Lösung gesehen.
Meine Eindrücke aus Bielefeld waren da im Vorfeld sehr gut und ich habe mich wirklich gefreut. Der wurde mir dann viel zu früh angezählt, weil ich gerade in den Hinspielen der jetzt folgenden Partien viele kleine Verbesserungen gesehen habe. Aber der war ja dann schnell der „Trainer“, die Schlaftablette und der Nichtskönner.
So in die unsachliche Kritik geraten ist Schommers eigentlich nie.

Bezüglich Thiele stimme ich dir insoweit zu, als ich die teilweise Glorifizierung seiner Person nicht verstanden habe. Aber auch da haben sich die Positionen nie großartig geändert. Ich glaube, insbesondere Pasi und OldIcebear haben von Anfang an gesagt, dass sie den Verkauf nicht verstehen können. Thiele sei ein überdurchschnittlicher Drittligastürmer mit außergewöhnlichen Fähigkeiten für diese Liga; hätte er einen besseren Torinstinkt, würde er nicht in dieser Liga kicken.
Daran habe die beiden (und andere) immer festgehalten, ohne zu behaupten, dass Thiele ein Wunderstürmer sei.
Die Gegenposition (zu der etwa ich gehört habe und immer noch gehöre) hat die wirtschaftlichen Umstände des Transfers in den Vordergrund gestellt und sich darauf bezogen, dass man ein solches Angebot für einen in seiner Anlage eher eindimensional spielenden und als Ersatzspieler eingeplanten teuren Mann Ende 20 einfach annehmen musste, gerade wenn man Gelder freimachen muss, um den anders veranlagten Boyd zu holen.
Dem wurde entgegengehalten, dass erst der Ersatz da sein muss, bevor man die Freigabe erteilt und am Ende mit leeren Händen dasteht. Stimmt ja auch, war aber in unserer Situation nach meiner Einschätzung kein gangbarer Weg.
Und dann gab es halt noch ein paar Wenige, die Thiele hier zwei Jahre lang heftig kritisiert haben und ihm dann plötzlich massiv hinterher weinten.
Das habe ich dann auch nicht verstanden. Die jeweiligen Pro- und Contra-Argumente sind aber im Zeitpunkt der jeweiligen Entscheidungen hier auch schon alle gefallen; das Thiele-Thema ist ja nur durch die Pannewitz-Doku noch einmal aufgekommen. Neue Erkenntnisse hat die für mich aber nicht gebracht.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von FCK-Tribun am 19.03.2021 um 16:38 Uhr bearbeitet
Ex-Lautrer |#258
19.03.2021 - 18:39 Uhr
Wir haben 4 Jahre lang unter Notzon den gleichen Käse gesehen. Im Sommer wurde die Mannschaft wild durcheinander gewürfelt und hatte immer eklatante Schwächen in irgendeinem Mannschaftsteil. Im Laufe der Hinrunde wurde daher dann der Trainer entlassen und man hat irgendeinen Neuen verpflichtet, der eine ganz andere Spielphilosophie hat. Im WInter hat man dann mit externen Spielern oder Jugendspielern nachgerüstet und halbwegs passabel die Rückrunde gespielt, sodass der Trainer dann angezählt in die neue Saison gestartet ist, wo das ganze Spiel wieder von vorne gestartet ist.

Solang wir diesen Teufelskreis nicht durchbrochen bekommen, können wir auch keinen Erfolg haben. Mit dem Rausschmiss von Notzon hat man aber endlich an der richtigen Stelle nun angepackt. Sofern wir die Klasse halten, kann Hengen dann mal im Sommer ne realistische Bestandsaufnahme machen...
Ex-Lautrer |#259
20.03.2021 - 10:48 Uhr
Zitat von FCK_Horsti
TT9 komm‘ zurück zum FCK.


Als das Gerücht in der WP aufkam, war da nix dran. In der letzten Woche der Transferperiode allerdings, als das niemand mehr auf der Platte hatte, schon. TT9 und der FCK waren sich einig, aber Köln verweigerte die Freigabe. Das ist in der WP also weder am FCK oder an TT9 gescheitert. Ich wäre froh, ihn als Alternative im Kader zu haben, aber er ist auch bei weitem nicht der Heilsbringer, zu dem er beim Abgang hochstilisiert wurde bzw. jetzt wird.

Gruß

•     •     •

Ich begreife bis heute nicht, warum Niederlagen und Abstiegsgespenster in K'lautern stets vom wissenden Nicken der Experten begleitet werden, während sensationelle Wiedergeburten und irrationale Gewinne der Deutschen Meisterschaft zunächst geleugnet, solange sie noch vermieden werden können, angezweifelt, irgendwann mit fadenscheinigen Erklärungen abgetan und schließlich, kaum dass sie Wirklichkeit geworden sind, wieder vergessen werden. (Björn Schmidt; Das Leben ist ein Fussballspiel)
Ex-Lautrer |#260
25.03.2021 - 13:30 Uhr
Es gibt in einem Journalistenleben Momente, die sind einfach unbezahlbar...

Gruß,
Kohlmeyer

"Kaiserslautern war die schönste Zeit meiner Karriere"
Er ist die Trainer-Legende des 1. FC Kaiserslautern: 30 Jahre nach der Deutschen Meisterschaft von 1991 spricht Kalli Feldkamp im großen DBB-Interview über glorreiche Zeiten sowie seine heutige Sicht auf den Fußball und das Leben.

•     •     •

"Du kannst auf deinen Verein stolz sein, aber eigentlich nicht auf die Tatsache, ein Fan dieses Vereins zu sein. Denn die Fan-Werdung vollzieht sich bekanntlich ähnlich wie die sexuelle Orientierung: Da kommt etwas über dich, das du nicht beeinflussen kannst. (...) . Du kannst deinem Verein nicht einfach die Gefolgschaft kündigen. Du kannst deinem Verein nicht den Tritt versetzen. (...) Du kannst deinen Verein nicht einfach loslassen, denn er hält an dir fest."
Thomas Brussig
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