Karsten Heine
10.04.2007 - 10:05 Uhr
10.04.2007 - 15:56 Uhr
10.04.07
Alle guten Dinge sind drei
Karsten Heine: Zum dritten Mal Chefcoach von Hertha BSC
Berlin - Karsten Heine's Motto müsste eigentlich: "Alle guten Dinge sind drei" heißen. Am Freitag feierte der neue Trainer von Hertha BSC seinen Geburtstag, am Samstag gewann er, noch als Trainer der Amateure, zum ersten Mal ein Spiel in der Regionalliga-Rückrunde und am Dienstag, als dritten Höhepunkt dieser Woche ist er plötzlich Chef-Trainer der Profimannschaft. Was viele nicht wissen: Für Heine ist es bereits das dritte Engagement als Trainer der ersten Mannschaft von Hertha BSC.
Dritte Chance nutzen
Als der gebürtige Berliner im Dezember 2003 nach einer längeren Auszeit vom Trainerdasein wieder zum Berliner Bundesligisten zurückkehrt, um die Amateure zu übernehmen, ahnt er wohl noch nicht, dass er gute vier Jahre später zum dritten Mal auf dem Trainerstuhl der Profimannschaft sitzen wird: "Das stand damals nicht zur Debatte. Ich hatte zwar eine Klausel im Vertrag, die es mir erlaubt hätte, bei einem Angebot aus der Bundesliga zu wechseln, aber bisher lag mir die Arbeit hier bei den Amateuren sehr am Herzen", sagte Heine bei seiner Vorstellung. Sie tut es auch immer noch, doch für Heine ist nun die Zeit gekommen, den nächsten Schritt zu machen und seine dritte Chance zu nutzen.
Die erste, das muss fairerweise gesagt werden, war nie wirklich eine. Drei Spieltage vor Schluss, nach einem 3:7 bei Bayern München, übernahm Heine den abgeschlagenen Tabellenletzten der Bundesliga, um die Saison 1990/91 wenigstens ehrvoll zuende zu bringen. Und auch wenn es nur ein kleiner Achtungserfolg war: Einen der drei Saisonsiege holte Hertha im vorletzten Spiel gegen Uerdingen. Den Siegtreffer erzielte in der 89. Spielminute niemand anderes als Sven Kretschmer, den Heine 2007 zu seinem Co-Trainer ernennen sollte.
95/96 von Röber abgelöst
Die zweite Chance erhielt Heine dann 1994, als er die Mannschaft in der zweiten Bundesliga auf dem 14. Platz übernahm, nach einer kleinen Anlaufzeit aus der Abstiegszone und am Ende auf Platz Elf führte. In der darauffolgenden Saison stagnierte der Berliner Klub und als es auch in der Saison 1995/96 nicht besser wurde, wurde Heine zur Winterpause von Jürgen Röber abgelöst. Der Rest der Geschichte ist bekannt.
Nun also hat Heine die dritte Möglichkeit, seine Duftmarke im Profifußball zu hinterlassen. Zum ersten Mal trainiert er dabei eine konkurrenzfähige Bundesligamannschaft, die zu Höherem fähig ist. Karsten Heine will seine Chance nutzen. Wie? Ist doch klar. Zunächst einmal mit drei Punkten!
Alle guten Dinge sind drei
Karsten Heine: Zum dritten Mal Chefcoach von Hertha BSC
Berlin - Karsten Heine's Motto müsste eigentlich: "Alle guten Dinge sind drei" heißen. Am Freitag feierte der neue Trainer von Hertha BSC seinen Geburtstag, am Samstag gewann er, noch als Trainer der Amateure, zum ersten Mal ein Spiel in der Regionalliga-Rückrunde und am Dienstag, als dritten Höhepunkt dieser Woche ist er plötzlich Chef-Trainer der Profimannschaft. Was viele nicht wissen: Für Heine ist es bereits das dritte Engagement als Trainer der ersten Mannschaft von Hertha BSC.
Dritte Chance nutzen
Als der gebürtige Berliner im Dezember 2003 nach einer längeren Auszeit vom Trainerdasein wieder zum Berliner Bundesligisten zurückkehrt, um die Amateure zu übernehmen, ahnt er wohl noch nicht, dass er gute vier Jahre später zum dritten Mal auf dem Trainerstuhl der Profimannschaft sitzen wird: "Das stand damals nicht zur Debatte. Ich hatte zwar eine Klausel im Vertrag, die es mir erlaubt hätte, bei einem Angebot aus der Bundesliga zu wechseln, aber bisher lag mir die Arbeit hier bei den Amateuren sehr am Herzen", sagte Heine bei seiner Vorstellung. Sie tut es auch immer noch, doch für Heine ist nun die Zeit gekommen, den nächsten Schritt zu machen und seine dritte Chance zu nutzen.
Die erste, das muss fairerweise gesagt werden, war nie wirklich eine. Drei Spieltage vor Schluss, nach einem 3:7 bei Bayern München, übernahm Heine den abgeschlagenen Tabellenletzten der Bundesliga, um die Saison 1990/91 wenigstens ehrvoll zuende zu bringen. Und auch wenn es nur ein kleiner Achtungserfolg war: Einen der drei Saisonsiege holte Hertha im vorletzten Spiel gegen Uerdingen. Den Siegtreffer erzielte in der 89. Spielminute niemand anderes als Sven Kretschmer, den Heine 2007 zu seinem Co-Trainer ernennen sollte.
95/96 von Röber abgelöst
Die zweite Chance erhielt Heine dann 1994, als er die Mannschaft in der zweiten Bundesliga auf dem 14. Platz übernahm, nach einer kleinen Anlaufzeit aus der Abstiegszone und am Ende auf Platz Elf führte. In der darauffolgenden Saison stagnierte der Berliner Klub und als es auch in der Saison 1995/96 nicht besser wurde, wurde Heine zur Winterpause von Jürgen Röber abgelöst. Der Rest der Geschichte ist bekannt.
Nun also hat Heine die dritte Möglichkeit, seine Duftmarke im Profifußball zu hinterlassen. Zum ersten Mal trainiert er dabei eine konkurrenzfähige Bundesligamannschaft, die zu Höherem fähig ist. Karsten Heine will seine Chance nutzen. Wie? Ist doch klar. Zunächst einmal mit drei Punkten!
10.04.2007 - 15:56 Uhr
Die Bedenken wegen den 90ern kann ich nicht teilen, messen kann sich weder der damalige Kader mit dem von heute, und in den über 15 Jahren kann der Mann doch gar nicht geistig stehengeblieben sein. Aktuelle Messlatte ist der Ausbildungsstand der Spieler, die durch Heines Hände gegangen sind sowie die letzte Saison in der RL Nord, wo mit einem guten und stabilen Kader immerhin Rang 7 erreicht wurde.
Da Heine noch nie eine Mannschaft mit Erstliganiveau trainiert hat, kann man also auch keine Schlüsse darüber treffen, ob er das besser oder schlechter als Götz macht. Aber da die Spieler alle eigentlich mehr können als sie zuletzt zeigten, geht es wohl auch mehr um den Faktor neuer Impuls an sich als darum, jetzt einen echten Taktikfuchs da hinzusetzen. Die nötigen Punkte gegen den Abstieg sollten mit dem neuer-Trainer-Effekt erreicht werden, und das ist erst mal das Hauptziel.
Falls Heine sich dabei als (vermutlich) geeignete Besetzung entpuppt, sollte er durchaus die Chance bekommen, langfristig mit der Mannschaft zu arbeiten. Falls nicht, dann ist er eben nächste Saison wieder bei der U23.
Da Heine noch nie eine Mannschaft mit Erstliganiveau trainiert hat, kann man also auch keine Schlüsse darüber treffen, ob er das besser oder schlechter als Götz macht. Aber da die Spieler alle eigentlich mehr können als sie zuletzt zeigten, geht es wohl auch mehr um den Faktor neuer Impuls an sich als darum, jetzt einen echten Taktikfuchs da hinzusetzen. Die nötigen Punkte gegen den Abstieg sollten mit dem neuer-Trainer-Effekt erreicht werden, und das ist erst mal das Hauptziel.
Falls Heine sich dabei als (vermutlich) geeignete Besetzung entpuppt, sollte er durchaus die Chance bekommen, langfristig mit der Mannschaft zu arbeiten. Falls nicht, dann ist er eben nächste Saison wieder bei der U23.
10.04.2007 - 17:59 Uhr
10.04.2007 - 18:33 Uhr
10.04.2007 - 18:35 Uhr
weiss auch nicht, was die da mit dem "embedden" immer machen. direktlink:
http://www.herthabsc.de/uploads/media/heinepk.wmv
http://www.herthabsc.de/uploads/media/ivheine.wmv
http://www.herthabsc.de/uploads/media/1trainingheine.wmv
einfach im Quelltext nach der wmv-Datei suchen, mache ich seit Ewigkeiten so bei Hertha-HP-Videos ...
http://www.herthabsc.de/uploads/media/heinepk.wmv
http://www.herthabsc.de/uploads/media/ivheine.wmv
http://www.herthabsc.de/uploads/media/1trainingheine.wmv
einfach im Quelltext nach der wmv-Datei suchen, mache ich seit Ewigkeiten so bei Hertha-HP-Videos ...
10.04.2007 - 19:14 Uhr
ganz ehrlich ist er mir in den ersten interviewsschon deutlich sympathischer, als es götz je war. vor allem dieser leichter berliner dialekt passt zu uns und ich hab das gefühl, dass nen schuss demut mit bei ist, die richtig erholsam ist gegenüber der letztlich von götz zu oft gezeigten schlecht geschauspielerten auftritten mit der dazugehörigen arroganz
10.04.2007 - 21:22 Uhr
Will erst mal abwarten, wie die nächsten 3 Spiele verlaufen mit ihm.
Ansonsten kann es für die Jugendarbeit nur von Vorteil sein, da er mit vielen aus der jetzigen ersten zu tun hatte und auch bestimmt andere Talente hochziehen kann.
Ansonsten kann es für die Jugendarbeit nur von Vorteil sein, da er mit vielen aus der jetzigen ersten zu tun hatte und auch bestimmt andere Talente hochziehen kann.
10.04.2007 - 21:36 Uhr
Frühlingserwachen
Der neue Trainer Karsten Heine will mit Spaß und einer klaren Linie Hertha BSC retten
Michael Kölmel
BERLIN. Seine Freude konnte er nicht verbergen, und er unternahm auch keinen Versuch in diese Richtung. Das mag banal klingen, denn wer will es Karsten Heine verdenken, dass ihn sein steiler Karrieresprung vom Amateur- zum Cheftrainer des Bundesligisten Hertha BSC mit Glücksgefühlen erfüllt. Aber seine Verbundenheit zu dem entlassenen Falko Götz ist groß, die Zusammenarbeit sei stets exzellent gewesen, sagte Heine mehrmals bei seiner Präsentation am Dienstagvormittag im Presseraum auf dem Klubgelände. Aber Heine hatte keine Lust auf eine Trauerveranstaltung.
Als er um 9.59 Uhr an der Seite von Manager Dieter Hoeneß das Podium erklomm, war sein Victory-Zeichen noch verdeckt. Anfangs sprach er ernst, verhalten, doch mit zunehmender Dauer garnierte Heine seine Analysen immer mehr mit lockeren Sprüchen und kleinen Scherzen. Bei allem Ernst der Lage, so die Botschaft seines ersten Auftritts vor den Medien und seiner ersten Übungseinheit mit den Profis: Es darf wieder gelacht werden. Vielmehr, lachen ist nicht nur erlaubt, es ist erwünscht. Ein Frühlingserwachen, denn zuletzt war das bei Hertha ganz anders. Verkrampft wurde trainiert, gekickt, gefragt und gesprochen.
"Ohne Spaß geht nichts", sagte Heine. Abgesehen von taktischen und spielerischen Details muss "Leidenschaft und Freude im Spiel sein." Das sei ein wesentliches Kriterium. Alles anders zu machen als sein Vorgänger, davon hält Heine nichts. Über Götz' Umgang mit den Spielern wollte Heine nicht urteilen, das könne er auch nicht, aber in einer anderen Ansprache sieht Herthas neuer Trainer Reserven. "Manchmal sind es die kleinen Dinge, die im Fußball die Kehrtwende bringen", sagte Heine - und dafür sieht er reichlich Potenzial. "Es sind gestandene Männer dabei. Jetzt geht es darum, aus vielen verschiedenen Fußball-Auffassungen eine gemeinsame Ausrichtung auf dem Platz zu finden."
Auf allzu viele Punkte wollte sich Heine nicht festlegen. Erst forschen, dann handeln, so sein Motto. Weder Verkrampfung, noch Lustlosigkeit oder Grüppchenbildung wollte er kommentieren. Viele Gespräche müssten in eigene Erkenntnisse münden. Nur so viel: "Es muss nicht jeder mit jedem Kaffee trinken, aber im Training und in den Spielen müssen wir zeigen, dass wir eine Einheit sind."
Den Problemkindern im Team steht er positiv gegenüber. Über die unter Götz zuletzt wenig geliebten, sondern geduldeten Jungprofis Kevin-Prince und Jerome Boateng sowie Ashkan Dejagah sagte er: "Sie haben eine sehr eigenwilligen Charakter, aber im Kern sind sie tolle Jungs - und vor allem ganz tolle Fußballer." Immerhin hat er in dreieinhalb Jahren als U23-Trainer bewiesen, dass er solche Charaktere nicht nur gut ausbilden, sondern auch adäquat mit ihnen umgehen kann.
Ob Heine das auch im Biotop mit den älteren, schwierigen Charakteren wie Josip Simunic oder Marko Pantelic gelingt, ist die Frage, von der es abhängt, ob der Klub nun in Bochum endgültig in den Abstiegsstrudel hineingerissen wird - oder sich schnell ins gesicherte Mittelfeld retten kann, wie es Heine vorschwebt. "Wenn es nicht klappt, möchte ich gerne zu den Amateuren zurückkehren", sagte Heine. Aber zunächst sei er froh, Cheftrainer zu sein. Und dass der Klub darüber nachdenkt, im Erfolgsfall mit einem Cheftrainer Heine in die nächste Saison zu gehen? "Das hört sich gut an", sagte Heine lachend und entspannt.
Einen weit weniger netten Vormittag verbrachte sein Nebenmann Hoeneß. Die Aufgabe zu erklären, wieso sein Mann Falko Götz nicht mehr im Amt ist, fiel ihm sichtlich schwer. "Die Chemie mit dem Team war nicht hundertprozentig intakt", sagte der Manager. Der Glaube, dass Götz das Team definitiv vor dem Absteig retten könne, sei nicht mehr da. Aus diesem Grund habe man sich eigentlich schon am Ostersonntag zur Trennung entschlossen, nochmals darüber geschlafen und Götz am Montag darüber informiert. "Ich erwarte, dass die Mannschaft kein Alibi mehr hat und ihr Potenzial ausschöpft", sagte Hoeneß und würdigte die zweieinhalbjährige Arbeit von Cheftrainer Götz und seines ebenfalls entlassenen Assistenten Andreas Thom. Mit einem eisigen "Nein" beantwortete er die Frage, ob auch über seine Arbeit debattiert wurde.
Berliner Zeitung, 11.04.2007
http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/print/sport/644115.html
Gesamtberliner
Michael Jahn
BERLIN. Die Episode ist kurios und zeigt die Schnelllebigkeit im Fußballgeschäft. Vierzehn Tage ist es her, dass Karsten Heine (52) im Spiel der Hertha-Amateure gegen Osnabrück (1:3) den früheren Profi Sven Kretschmer (36), zuletzt Mitarbeiter in Herthas Scouting-Abteilung, reaktivierte. Kretschmer führte sich resolut ein, seine Aufgabe war, dem Amateurtrainer Heine zu helfen, den Abstieg aus der Regionalliga zu verhindern.
Seit Dienstag soll das Duo Heine/Kretschmer den Abstieg der Profis von Hertha BSC verhindern - gleich zwei Etagen höher. Heine, der neue Cheftrainer, sagt über seinen Assistenten: "Kretschmer konnte sich auf dem Rasen durchsetzen und später im Beruf. Das wird mit uns beiden passen." Wieder sind zwei frühere Spieler mit unterschiedlichen Biografien bei Hertha zu Verantwortung gelangt. Heine bestritt in der DDR-Oberliga für den 1. FC Union Berlin und Stahl Brandenburg 242 Oberligaspiele, Kretschmer kam für Hertha 22 Mal in der ersten (1990/1991) und 66 Mal in der zweiten Liga zum Einsatz. Erfahrungen im Trainergeschäft besitzt der kleine, torgefährliche Kretschmer nicht.
Die Trainer-Vita von Karsten Heine indes weist ihn auf den ersten Blick als hervorragenden zweiten Mann aus, als loyalen Experten, der es nicht zu den Großen der Branche geschafft hat. In der desaströsen Erstliga-Saison von Hertha BSC 1990/91, die mit dem Abstieg endete, diente er gleich drei Cheftrainern als Assistent (Werner Fuchs, Pal Csernai, Peter Neururer), ehe er selbst für drei Spiele auf den Chefsessel durfte.
Der fachlich unumstrittene Heine kann für sich in Anspruch nehmen, nach dem Fall der Mauer so etwas wie der erste Gesamtberliner Fußballtrainer gewesen zu sein: Als sich am 27. Januar 1990 Hertha BSC und der 1. FC Union Berlin, die beiden populärsten Berliner Klubs, nach 30 Jahren zum ersten Mal wieder begegneten, führte er Union als Trainer ins Olympiastadion. Dann wechselte er die Seiten. In den 90er-Jahren war er Herthas Cheftrainer in der zweiten Liga. Im Dezember 1995, nach acht sieglosen Spielen, wurde er von Jürgen Röber abgelöst. "Trotzdem", sagt Heine, "war das eine schöne Zeit, weil wir mit bescheidenen Mitteln einiges leisten konnten." Auch später, wieder als Trainer beim 1. FC Union und bei Babelsberg 03, arbeitete er bei Klubs, denen es finanziell schlecht ging.
Später war er als Scout eines Spielerberaters tätig: "Damals habe ich den Fußball von außen gesehen. Das hat mir gut getan." sagt Heine. Geblieben sind unzählige Kontakte. Als er 2003 als Amateurtrainer zurück zu Hertha kam, hatte er "keine Ambitionen, irgendwann den Cheftrainer abzulösen". Offerten aus der ersten Liga blieben aus, und Heine hatte sich längst eingerichtet in der Welt der Amateure. In seinen drei Spielen als Hertha-Erstligatrainer 1991 schaffte er übrigens einen Sieg - ein 2:1 bei Bayer Uerdingen. Der Siegtreffer glückte in der 88. Minuten einem kleinen Stürmer. Sein Name: Sven Kretschmer.
Berliner Zeitung, 11.04.2007
http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/print/sport/644116.html
Der neue Trainer Karsten Heine will mit Spaß und einer klaren Linie Hertha BSC retten
Michael Kölmel
BERLIN. Seine Freude konnte er nicht verbergen, und er unternahm auch keinen Versuch in diese Richtung. Das mag banal klingen, denn wer will es Karsten Heine verdenken, dass ihn sein steiler Karrieresprung vom Amateur- zum Cheftrainer des Bundesligisten Hertha BSC mit Glücksgefühlen erfüllt. Aber seine Verbundenheit zu dem entlassenen Falko Götz ist groß, die Zusammenarbeit sei stets exzellent gewesen, sagte Heine mehrmals bei seiner Präsentation am Dienstagvormittag im Presseraum auf dem Klubgelände. Aber Heine hatte keine Lust auf eine Trauerveranstaltung.
Als er um 9.59 Uhr an der Seite von Manager Dieter Hoeneß das Podium erklomm, war sein Victory-Zeichen noch verdeckt. Anfangs sprach er ernst, verhalten, doch mit zunehmender Dauer garnierte Heine seine Analysen immer mehr mit lockeren Sprüchen und kleinen Scherzen. Bei allem Ernst der Lage, so die Botschaft seines ersten Auftritts vor den Medien und seiner ersten Übungseinheit mit den Profis: Es darf wieder gelacht werden. Vielmehr, lachen ist nicht nur erlaubt, es ist erwünscht. Ein Frühlingserwachen, denn zuletzt war das bei Hertha ganz anders. Verkrampft wurde trainiert, gekickt, gefragt und gesprochen.
"Ohne Spaß geht nichts", sagte Heine. Abgesehen von taktischen und spielerischen Details muss "Leidenschaft und Freude im Spiel sein." Das sei ein wesentliches Kriterium. Alles anders zu machen als sein Vorgänger, davon hält Heine nichts. Über Götz' Umgang mit den Spielern wollte Heine nicht urteilen, das könne er auch nicht, aber in einer anderen Ansprache sieht Herthas neuer Trainer Reserven. "Manchmal sind es die kleinen Dinge, die im Fußball die Kehrtwende bringen", sagte Heine - und dafür sieht er reichlich Potenzial. "Es sind gestandene Männer dabei. Jetzt geht es darum, aus vielen verschiedenen Fußball-Auffassungen eine gemeinsame Ausrichtung auf dem Platz zu finden."
Auf allzu viele Punkte wollte sich Heine nicht festlegen. Erst forschen, dann handeln, so sein Motto. Weder Verkrampfung, noch Lustlosigkeit oder Grüppchenbildung wollte er kommentieren. Viele Gespräche müssten in eigene Erkenntnisse münden. Nur so viel: "Es muss nicht jeder mit jedem Kaffee trinken, aber im Training und in den Spielen müssen wir zeigen, dass wir eine Einheit sind."
Den Problemkindern im Team steht er positiv gegenüber. Über die unter Götz zuletzt wenig geliebten, sondern geduldeten Jungprofis Kevin-Prince und Jerome Boateng sowie Ashkan Dejagah sagte er: "Sie haben eine sehr eigenwilligen Charakter, aber im Kern sind sie tolle Jungs - und vor allem ganz tolle Fußballer." Immerhin hat er in dreieinhalb Jahren als U23-Trainer bewiesen, dass er solche Charaktere nicht nur gut ausbilden, sondern auch adäquat mit ihnen umgehen kann.
Ob Heine das auch im Biotop mit den älteren, schwierigen Charakteren wie Josip Simunic oder Marko Pantelic gelingt, ist die Frage, von der es abhängt, ob der Klub nun in Bochum endgültig in den Abstiegsstrudel hineingerissen wird - oder sich schnell ins gesicherte Mittelfeld retten kann, wie es Heine vorschwebt. "Wenn es nicht klappt, möchte ich gerne zu den Amateuren zurückkehren", sagte Heine. Aber zunächst sei er froh, Cheftrainer zu sein. Und dass der Klub darüber nachdenkt, im Erfolgsfall mit einem Cheftrainer Heine in die nächste Saison zu gehen? "Das hört sich gut an", sagte Heine lachend und entspannt.
Einen weit weniger netten Vormittag verbrachte sein Nebenmann Hoeneß. Die Aufgabe zu erklären, wieso sein Mann Falko Götz nicht mehr im Amt ist, fiel ihm sichtlich schwer. "Die Chemie mit dem Team war nicht hundertprozentig intakt", sagte der Manager. Der Glaube, dass Götz das Team definitiv vor dem Absteig retten könne, sei nicht mehr da. Aus diesem Grund habe man sich eigentlich schon am Ostersonntag zur Trennung entschlossen, nochmals darüber geschlafen und Götz am Montag darüber informiert. "Ich erwarte, dass die Mannschaft kein Alibi mehr hat und ihr Potenzial ausschöpft", sagte Hoeneß und würdigte die zweieinhalbjährige Arbeit von Cheftrainer Götz und seines ebenfalls entlassenen Assistenten Andreas Thom. Mit einem eisigen "Nein" beantwortete er die Frage, ob auch über seine Arbeit debattiert wurde.
Berliner Zeitung, 11.04.2007
http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/print/sport/644115.html
Gesamtberliner
Michael Jahn
BERLIN. Die Episode ist kurios und zeigt die Schnelllebigkeit im Fußballgeschäft. Vierzehn Tage ist es her, dass Karsten Heine (52) im Spiel der Hertha-Amateure gegen Osnabrück (1:3) den früheren Profi Sven Kretschmer (36), zuletzt Mitarbeiter in Herthas Scouting-Abteilung, reaktivierte. Kretschmer führte sich resolut ein, seine Aufgabe war, dem Amateurtrainer Heine zu helfen, den Abstieg aus der Regionalliga zu verhindern.
Seit Dienstag soll das Duo Heine/Kretschmer den Abstieg der Profis von Hertha BSC verhindern - gleich zwei Etagen höher. Heine, der neue Cheftrainer, sagt über seinen Assistenten: "Kretschmer konnte sich auf dem Rasen durchsetzen und später im Beruf. Das wird mit uns beiden passen." Wieder sind zwei frühere Spieler mit unterschiedlichen Biografien bei Hertha zu Verantwortung gelangt. Heine bestritt in der DDR-Oberliga für den 1. FC Union Berlin und Stahl Brandenburg 242 Oberligaspiele, Kretschmer kam für Hertha 22 Mal in der ersten (1990/1991) und 66 Mal in der zweiten Liga zum Einsatz. Erfahrungen im Trainergeschäft besitzt der kleine, torgefährliche Kretschmer nicht.
Die Trainer-Vita von Karsten Heine indes weist ihn auf den ersten Blick als hervorragenden zweiten Mann aus, als loyalen Experten, der es nicht zu den Großen der Branche geschafft hat. In der desaströsen Erstliga-Saison von Hertha BSC 1990/91, die mit dem Abstieg endete, diente er gleich drei Cheftrainern als Assistent (Werner Fuchs, Pal Csernai, Peter Neururer), ehe er selbst für drei Spiele auf den Chefsessel durfte.
Der fachlich unumstrittene Heine kann für sich in Anspruch nehmen, nach dem Fall der Mauer so etwas wie der erste Gesamtberliner Fußballtrainer gewesen zu sein: Als sich am 27. Januar 1990 Hertha BSC und der 1. FC Union Berlin, die beiden populärsten Berliner Klubs, nach 30 Jahren zum ersten Mal wieder begegneten, führte er Union als Trainer ins Olympiastadion. Dann wechselte er die Seiten. In den 90er-Jahren war er Herthas Cheftrainer in der zweiten Liga. Im Dezember 1995, nach acht sieglosen Spielen, wurde er von Jürgen Röber abgelöst. "Trotzdem", sagt Heine, "war das eine schöne Zeit, weil wir mit bescheidenen Mitteln einiges leisten konnten." Auch später, wieder als Trainer beim 1. FC Union und bei Babelsberg 03, arbeitete er bei Klubs, denen es finanziell schlecht ging.
Später war er als Scout eines Spielerberaters tätig: "Damals habe ich den Fußball von außen gesehen. Das hat mir gut getan." sagt Heine. Geblieben sind unzählige Kontakte. Als er 2003 als Amateurtrainer zurück zu Hertha kam, hatte er "keine Ambitionen, irgendwann den Cheftrainer abzulösen". Offerten aus der ersten Liga blieben aus, und Heine hatte sich längst eingerichtet in der Welt der Amateure. In seinen drei Spielen als Hertha-Erstligatrainer 1991 schaffte er übrigens einen Sieg - ein 2:1 bei Bayer Uerdingen. Der Siegtreffer glückte in der 88. Minuten einem kleinen Stürmer. Sein Name: Sven Kretschmer.
Berliner Zeitung, 11.04.2007
http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/print/sport/644116.html
10.04.2007 - 22:34 Uhr
viel erfolg im abstiegskampf.
10.04.2007 - 23:20 Uhr
Vorteil von Heine ist natürlich, dass er einen Großteil der Mannschaft bereits aus der U 23 kennt.
Ich glaube auch, dass er einen guten Draht zu den Spielern haben wird und ihnen wieder Selbstvertrauen schenken kann
Neben das wird es zuallerst einmal sein, dass man wieder kompakter und sicherer hinten steht
Praktisch ein gesundes Maß zwischen Abwehr und Mittelfeld, die Standards zu trainieren wird allerdings schwer sein ...
Die paar Pkt. gegen den Abstieg sollten doch hoffentlich mit dem sogenannten "Trainer-Effekt" erreicht werden und nur das zählt erstmal, m.M nach.
Ich gehe jdf. sehr positiv an die Sache, denn positive Gedanken verhindern negative Ergebnisse :)
Viel Erfolg / Glück Karsten & auch Sven Kretschmer
Ich glaube auch, dass er einen guten Draht zu den Spielern haben wird und ihnen wieder Selbstvertrauen schenken kann
Neben das wird es zuallerst einmal sein, dass man wieder kompakter und sicherer hinten steht
Praktisch ein gesundes Maß zwischen Abwehr und Mittelfeld, die Standards zu trainieren wird allerdings schwer sein ...
Die paar Pkt. gegen den Abstieg sollten doch hoffentlich mit dem sogenannten "Trainer-Effekt" erreicht werden und nur das zählt erstmal, m.M nach.
Ich gehe jdf. sehr positiv an die Sache, denn positive Gedanken verhindern negative Ergebnisse :)
Viel Erfolg / Glück Karsten & auch Sven Kretschmer
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