Diskussionsrunde

Sechser - Warum so wichtig?

28.10.2006 - 10:51 Uhr
Sechser - Warum so wichtig? |#171
28.07.2010 - 14:50 Uhr
Da der Spielmacher im OM/ZM im modernen Fußball viel seltener geworden ist, kommen dem Sechser viel komplexere Aufgaben zu. Neben den Abräumarbeiten muss er neuerdings auch das Spiel lenken und aus der Tiefe für einen strukturierten Spielaufbau sorgen. Er muss erkennen, wo sich Räume ergeben und darauf hin die Bälle verteilen. Defensiv hat er weiterhhin die Aufgabe, die Räume eng zu machen, Bälle zu gewinnen und seine Mitspieler zu koordinieren. Abhängig vom jeweiligen System und der jeweiligen Taktik werden manchmal noch Vorstöße mit Torabschluss erwartet. Bei der bewältigung dieser Aufgaben legt er gezwungenermaßen durchschnittlich die längsten Wege auf dem Feld zurück.

Durch seine dazugewonnenen Befähigungen nimmt der ZDM eine der wichtigsten Schlüsselpositionen im Spiel ein und fristet nicht länger ein unauffälliges Schattendasein. Der Hype ist meiner Meinung nach also vollkommen gerechtfertigt. Ohne einen wirklich guten defensiven Mittelfeld Mittelfeldspieler hat heute kaum eine Mannschaft die Chance, international erfolgreich zu sein.

@ Jochen
Alles in allem haben Schweinsteiger und Khedira auch gegen Spanien einen guten Job gemacht. Eines der Probleme war aber, dass das offensice Mittelfeld zu zweikampfschwach war und so gut wie keinen Druck auf den Ballführer aufbauen konnte. Das hängt aber glaube ich auch mit der Konstitution von Özil, Podolski und Trochowski zusammen. Naja am Ende hat es für Spanien eben "nur" für ein Standardtor gereicht, was meiner Meinung nach wieder gegen deine These spricht, Schweinsteiger und Khedira als "Hauptschuldige" zu deklarieren, da sie aus dem Spiel nur wenig anbrennen ließen... und das gegen Spanien. ;)
Sechser - Warum so wichtig? |#172
28.07.2010 - 15:25 Uhr
Da ich die Position selbst schon seit einigen Jahren im Verein spiele denke ich kann ich die Frage sehr gut beantworten.

Zuersteinmal muss man sagen das hier vom "modernen 6er" geredet wird also nicht der Abräumer wie Frings sondern, Spieler die das Spiel eröffnen wie Khedira oder Schweinsteiger. Nun warum sind gerade solche Spieler so wichtig, der Grund ist eigentlich recht einfach, sie haben viel mehr Aufgaben im Spiel als Spieler auf anderen Positionen und zugleich sind diese Aufgaben mit die wichtigsten. Zum Beispiel muss ein 6er in der defensive die Zentrale vor der Abwehr zu machen und die Gegnerischen Mittelfeld Spieler daran hindern flache Anspiele auf die Stürmer zu spielen. Wenn er das nicht schafft und der Pass gut ist sind die Chancen für einen IV eher gering diesen Pass abzufangen und dann resultiert daraus eine sehr gute Torchance. Eine weitere Wichtige Aufgabe des 6ers ist die Spieleröffnung. Denn der Grund warum die 6er so viele Ballkontakte haben ist der das nahezu jeder Angriff über sie läuft. Entweder sie bekommen den Ball von einem der beiden IV und Öffnen dann das Spiel oder sie spielen mit einem der Ausenverteidiger/Mittelfeld Speiler einen Doppelpass. Wichtig ist hier vorallem das sie Pass sicher sind da die Räume vor ihnen meist sehr eng sind sie sich dennoch keinen Fehlpass leisten dürfen da sonst sehr gute Kontersituationen entstehen. Warum ihre MW zum Teil dennoch so niedrig sind liegt einfach an ihrer eher Unauffälligen Spielweise. Zum Beispiel bestreiten gute 6er in der Defensive eher selten Zweikämpfe denn durch ihr Stellungsspiel sollten sie davor schon die Räume zu machen. Und in der Offensive spielen sie meist die eher einfacheren Risikoärmeren Pässe und das bleibt einfach weniger im Gedächnis. Zudem haben sie gegenüber den Abwehrspielern meist eher noch einen Höheren MW.
Sechser - Warum so wichtig? |#173
28.07.2010 - 15:48 Uhr
Der 6-er ist so wichtig weil:

-Dirigieren
-Tempo erhöhen oder verlangsamen
-Bindegleid zwischen Verteidigung und Angriff
-Lückenfüllen
Sechser - Warum so wichtig? |#174
03.08.2010 - 23:31 Uhr
Zitat von Jochen:
Zitat von Benny_K:
Ich sehe es ebenfalls so das der 6er der wichtigste Mann in derzeitiger Fussball ist.

Die beiden 6er sind das Bindeglied zwischen Abwehr und Verteidigung.Sie bestimmen das Tempo des Spiels,entscheiden wann drauf gegangen wird(hat man wenn man im Stadion war bei Bayern-Lyon sehr gut bei Schweini gesehen).
Er hat jedoch nicht nur die Aufgabe die Mannschaft und das Spiel zu führen,sondern auch eine sehr wichtige Aufgabe beim verschieben.
Wenn ein Außenverteidiger geht muss einer der beiden 6er auf dessen Position um abzusichern(falls das nicht von dem offensiven außen gemacht wird,was durchaus sein kann).
Im Grundegenommen ist dr 6er nicht ur der wichtigste Mann auf dem Platz sondern gleichzeitig auch die ärmste Sau,weil er die Drecksarbeit macht.Er bestimmt das Spiel entscheidet wann es schnell gemacht wird oder wann man mal Tempo raus nimmt,gleichzeitig ist er auch der Spieler der innerhalb seiner Mannschaft die meisste Laufarbeit leistet.
Natürlich kommt es auch immer auf die Auslegung der Viererkette an,bei Ballorientiertem verschieben zum Beispiel wird immer versucht ein Dreieck zu bilden und der Sechser ist in der Regel der Spieler der sowohl bei Pressing,als auch bei einem Angriff des Gegners ein Teil dieses Dreiecks bildet.
Also zum Beispiel bei Pressing :
LOM
Gegner ZM
Sechser

Das gkeiche könnte man jetzt auch mit nem AV und nem IV darstellen,deswegen ist der Sechser so wichtig weil er in der Regel auch die Person dieser drei ist der entscheidet ob man versucht dem Gegner den Ball abzuluxen oder ihn einfach nur zwingt hinten rumzuspielen.
Spieler wie Robben etc haben diesen Marktwert weil sie ein Spiel alleine entscheiden und den unterschied machen,aber gerade an dem Marktwert von Schweini sieht man wie wichtig die 6er im modernen Fussball sind.
Kurz um :
Robben,van Persie,Messi und Co machen den unterschied,aber ohne 6er und 9 andre Spieler die sich im team aufreiben würden sie auch kein Ball bekommen......




Ok, dazu zitiere ich jetzt mal einen Teil aus dem Rangnick-Interview auf Spox.

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SPOX: Bei der WM überzeugten Schweinsteiger und Khedira als deutsche Doppelsechs - im Halbfinale gegen Spanien wurden ihnen jedoch die Grenzen aufgezeigt.

Rangnick: Das finde ich nicht. Vielmehr wurden der ganzen Mannschaft die Grenzen aufgezeigt, was das Spiel gegen den Ball anbelangt. Im Grunde waren Schweinsteiger und Khedira gegen Spanien die ärmsten Schweine auf dem Platz. Vorne drin hat Miroslav Klose zwar gut gearbeitet, aber bei der offensiven Dreier-Reihe dahinter mit Lukas Podolski, Mesut Özil und Piotr Trochowski war ballorientiertes Pressing nur phasenweise zu erkennen. Das hat Spanien perfekt ausgenutzt. Ein Schweinsteiger und ein Khedira reichen im Mitteldrittel des Platzes eben nicht aus, um eine solch überragende Ballstafetten-Maschinerie zu stoppen. Selbst foulen konnten die Deutschen nicht, weil sie anders als die Niederländer zu weit weg standen.


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Wenn man das was du in deinem Beitrag schreibst logisch durchdenkt, dann wären (bitte erschlagt mich jetzt nicht) ja Schweinsteiger und Khedira die Hauptschuldigen, weil sie ja dafür verantwortlich dafür waren dass ordentlich verschoben wird so dass Spanien unter Druck gerät.
D.h. die guten Kritiken für Schweinsteiger wären demnach bezogen auf das Spanien-Spiel nicht gerechtfertigt gewesen.
Wenn man dem Sechser eine hohe Machtfülle zuschreibt, dann muss man ihm auch nach Niederlagen zumindest eine Teilschuld geben.


Liest man die Rangnick-Aussage, dann scheint es oft eben nicht so wirklich im Einflussbereich der Sechser zu liegen wie das Spiel gegen den Ball funktioniert, denn sonst hätte er sie ja dafür verantwortlich machen müssen dass das Pressing gegen Spanien nicht geklappt hat.

Tja - was denn nun? ;)


Schau dir mal an, was unter deinen Einträgen steht. Am Pressing ist jeder Spieler beteiligt. Klar, wenn die 6er nicht mitmachen, hat man ein Problem, weil große Lücken entstehen. Aber, wenn es nur die 6er machen, ist die Lücke doch noch etwas größer, oder?
Pressing muss, wie jede Taktik, von allen ausgeführt werden.
Sechser - Warum so wichtig? |#175
05.08.2010 - 14:23 Uhr
Zitat von Mapax:
Zitat von Jochen:
Zitat von Hartseeloewe:

Schau dir mal an, was unter deinen Einträgen steht. Am Pressing ist jeder Spieler beteiligt. Klar, wenn die 6er nicht mitmachen, hat man ein Problem, weil große Lücken entstehen. Aber, wenn es nur die 6er machen, ist die Lücke doch noch etwas größer, oder?
Pressing muss, wie jede Taktik, von allen ausgeführt werden.



Aber so wie ich die Beiträge verstanden habe, verfügen die Sechser über eine hohe Entscheidungsgewalt beim Pressing. Wenn das Verhalten gegen Spanien aber Anweisung von Schweinsteiger und Khedira war, dann haben die einfach die falsche Taktik gewählt. ;)


Mich stört ganz einfach dass immer so die Tendenz dahin geht, die Sechser nach guten Mannschaftsleistungen fast blind zu loben, aber im Misserfolg die "ganze Mannschaft" verantwortlich zu machen.



Wenn ein Torwart einen Fehler macht, ist er ganz allein.




Außerdem spricht einiges was hier geschrieben wird eher dafür dass die Sechser-Position angenehmer zu spielen ist. Man hat viele Ballkontakte und ist mitten im Spielgeschehen. Ist das nicht eher ein Vorteil? Als Stürmer muss man wie gesagt damit leben dass die Kollegen Mist bauen und die Zeitungen am Ende schreiben: "Von ihm war 90 Minuten lang nichts zu sehen." :rolleyes


Aber jeder einzelne Spieler kann etwas dafür tun das er seine Leistungen bringt, um das Team zu helfen. Ein Stürmer ,der keine Bälle bekommt muss er sich die Bälle holen. Ein Torhüter der ein Fehler macht , macht halt ein Fehler und das muss er auch verantworten.



Du hast natürlich recht. Man soll jeden einzeln für sich bewerten. Ich finde z.B. nicht, dass Schweinsteiger eine super WM gespielt hat.

Klar, ein Stürmer, der keine Bälle bekommt, kann nichts ausrichten, aber er kann Einsatz zeigen und Laufarbeit leisten oder versuchen, sich Bälle zu erkämpfen, wie Cacau es tut.
Die Sechser müssen aber auch erstmal dafür sorgen, dass Bälle erkämpft werden und sie werden auch gern niedergemacht, wenn kein Ball ankommt. Ich finde auch nicht, dass diese Position angenehm ist. Man hat ein hohes Maß an Verantwortung. Das Komische ist nur, dass man beim Sechser in der Tat Fehler nicht so bemerkt wie bei anderen. Vielleicht, weil diese sich erst bemerkbar machen, wenn es schon zu spät ist, oder, weil immer noch andere da sind, bei denen es dann offensichtlicher wird, z.B. wenn ein Verteidiger in Unterzahl ist, oder ein Stürmer keine Bälle bekommt. Das spricht aber doch auch wieder nur für die Wichtigkeit dieser Position.

Naja, die Sechser können schon die Entscheidungsgewalt beim Pressing haben, aber die Umsetzung hängt doch an allen, oder?

Ein Torwart, der einen Fehler macht, ist in der Tat ganz allein, das kenne ich. Bin selbst einer.
Sechser - Warum so wichtig? |#176
26.08.2010 - 09:06 Uhr
beide Spieler haben ja andere Vorgeschichten. Während Ballack vor wenigen Jahren noch der "torgefährlichste Mittelfeldspieler der Welt" war, ist Khedira nie durch Tore aufgefallen sondern wurde immer nur als der "Intelligente" gesehen, der Spielzüge früh erkennt, Räume geschickt zu macht und auch mal kluge Pässe spielen kann. Hinzu kommt noch das Khedira noch zu den großen Talenten Deutschlands zählt, wo man automatisch immer meht hyped und versucht sich mit Kritik zurückzuhalten.

Bei Ballack geht man da schon kritischer um, weil er durch seine Erfahrung und seinen Werdegang gerade diese Leistungen immer wieder bestätigen muß. Es ist doch wie bei erfolgreichen Stürmern. Trift van Nistelrooy oder Drogba jetzt z. B. mal 3 Spiele nicht, kommt wieder die Presse, die Kritik und alles was bereits geleistet wurde ist vergessen.

Bei Ballack kommt jetzt auch noch die Diskussion mit der Nationalmannschaft mit hinzu. Da sollte er am besten besondere Leistungen bringen um auch seine Rückkerhr rechtfertigen zu könnnen.

Aber zum eigentlichen Thema:

Der 6er ist so wichtig geworden, weil die meisten Mannschaften (national und international) die Systeme so umgestellt haben, dass die 6er die verkappten Spielmacher sind. Die reinen Zerstörer gibt es kaum noch. Der 6er ist die erste Anspielstation beim Spielaufbau aus der Abwehr heraus. Schaut man sich die Mannschaften an die noch mit einem klassischen Spielmacher spielen (Schalke u. Wolfsburg z. B.) sieht man, dass dort die 6er nicht so in den Fokus rücken wie bei anderen Mannschaften (Schweini bei Bayern, Khedira in Stuttgart noch, oder wohl Ballack jetzt in Leverkusen)

Ich finde, so sind die Spiele auch interessanter und intelligenter als vorher. Das Spiel wird viel früher aufgebaut und in eine gewisse Richtung geleitet.
Sechser - Warum so wichtig? |#177
26.08.2010 - 09:35 Uhr
Ach hier treibt der Jochen sich rum :D

Wieso ist der Sechser so wichtig geworden? Ich habe den Thread jetzt nicht komplett gelesen und weiß nicht, ob es schon erwähnt wurde, aber meiner Meinung nach ist der entscheidene Grund, die veränderte Spielweise der verteidigenden Mannschaft.

Früher hat der Zehner das Spiel gelenkt. Da wurde aber auch noch nicht so aggressiv und kollektiv verteidigt. Der Zehner hatte noch Raum und Platz. Heute wird direkt hinter der Mitteltinie schon körperbetont attackiert und vorgecheckt.
Nur die besten Zehner der Welt können sich dann noch behaupten. Und selbst die haben immer wieder Spiele, wo sie komplett untergehen.
Der Raum vor der gegnerischen Viererkette wird sehr eng gemacht.
Im klassischen 4-4-2 mit Doppelsechs wird dieser Raum von der angreifenden Mannschaft sogar gar nicht mehr besetzt, weil man handball-like über außen und von hinten den Gegner "knacken" will.

Ein Sechser muss also nicht mehr zerstören, sondern übernimmt oft auch die Rolle des Zehners mit. Er hat im Bereich der Mittellinie noch genügend Zeit und Ruhe, dass Spiel zu lenken und zu ordnen. Er kann auch mal einen einfachen Querpass spielen und auf den entscheidenen Moment, wo sich die Lücke auftut, warten. Ein Zehner wird bei jedem Ballkontakt scharf attackiert. Er hat nur wenige Szenen und dadurch eine große Verantwortung, denen die wenigsten Spieler gerecht werden können.

Ein weitere Vorteil ist, dass der Sechser "Anlauf" nehmen kann und in den Raum des Zehners mit Tempo eindringt. Der Zehner wird und wurde meist mit stehend angespielt, was natürlich leichter zu verteidigen ist.

•     •     •

Die Mannschaftstaktik erzeugt Situationen, die gruppentaktisch interpretiert werden müssen, wobei individualtaktische Werkzeuge angewendet werden.

Martin Rafelt

Dieser Beitrag wurde zuletzt von Schimanski am 26.08.2010 um 09:40 Uhr bearbeitet
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