FC Bayern München FC Bayern München
deadline-day banner
Thomas Tuchel
Geburtsdatum 29.08.1973
Alter 53
Nat. Deutschland  Deutschland
Funktion Trainer
Akt. Verein England

Thomas Tuchel

23.03.2023 - 22:39 Uhr
Thomas Tuchel |#9691
20.11.2023 - 18:27 Uhr
Zitat von Feuerkicker

In der CL scheiterte man sofort an Man City. Natürlich kann und darf man behaupten, dass City etwas stärker als die vorherigen Gegner war, der Kontrast von 6 Siegen gegen Top-Teams mit einem Torverhältnis von 12:0 und dem 1:4 gegen City ist aber zu gewaltig, um es nur mit der angewachsenen Teamstärke Citys zu erklären.

Die CL-Saison ist punktemäßig genauso gut, aber von den Leistungen nicht sehr schön, gerade mit Hinblick auf die letzten Saisons. Man hat seit der Triple-Saison bis auf das 1:1 gegen Atletico (mit B/C-Elf) jedes Gruppenspiel gewonnen, und dabei mehrere Statement-Siege rausgehauen:
2019 hat man die Spurs mit 7:2 geschlagen, 2020 Atletico mit 4:0, 2021 zweimal Barca mit 3:0, und 2022 eben die Siege gegen Inter und Barca.
In dieser Saison war unser höchster Erfolg das 3:1 in Istanbul, kurioserweise in einer Partie, in der man die ersten 70 Minuten klar unterlegen war.

Zu der Thematik bezüglich Tuchel / Nagelsmann usw. wurde sowieso schon hinreichend alle Argumente ausgetauscht.

Aber eine Sache will ich dann doch rausgreifen: Es ist schon bemerkenswert wie sehr du die CL-Performance von Nagelsmann im Vergleich zu der von Tuchel überhöhst. Gerade im Hinblick auf die Gruppenphase(n).

Inter war doch zu Saisonbeginn letzte Saison noch richtig schwach unterwegs. Nicht umsonst sind die in der Hinrunde lange auf Platz 7 in der Serie A rumgedümpelt.
Ein Spiel gegen Barcelona war stark, später PSG auch in der K.O-Phase.
Gegen Barca in der Allianz Arena in der Gruppenphase hätten wir aber genauso auch verlieren können. Da konnte man heilfroh sein dass Barca seine Chancen nicht ausgenutzt hat.

•     •     •

Der Arjens hats gemacht....
Thomas Tuchel |#9692
20.11.2023 - 18:35 Uhr
Zitat von Feuerkicker
Zitat von Triplefeld

Zitat von Feuerkicker

Zitat von Ezio_93

Mal eine Frage in die Runde, wie ihr Tuchel so seht.

Ich mag Tuchel eigentlich sehr. Ich finde er ist ein herausragender Trainer und mit Kloppo zusammen gehört er zu den beiden besten deutschen Trainern weltweit. Auch rhetorisch ist er Spitze und sagt extrem viele kluge Dinge und er serviert in den Interviews auch nicht immer denselben Einheitsbrei. Dem kann man echt zuhören.

Aber seit dieser Saison sorgt vor allem er für ein Störfeuer nach dem anderen. Mit einigen Dingen hat er recht - ohne ins Detail zu gehen, sonst wirds definitiv zu lang - aber er wärmt die gleichen Themen auch immer und immer wieder auf. Nach dem BVB Spiel kamen mir manchen Reaktionen auch total künstlich vor, quasi kalkulierend. Jetzt beschwert er sich über die Ansetzung nach der Länderspielpause, womit er ebenfalls recht hat, aber als es gegen Leverkusen ging, war Bayern durch das Heimspiel ein wenig mehr im Vorteil, wobei dort die Ansetzung grundsätzlich auch schon total daneben war. Ist nur ein Beispiel einer langen Reihe von anderen Beispielen. Wie gesagt, im Grunde hat er da recht.

Aber so oder so poltert er ziemlich häufig öffentlich. Ist das dann Bayern-Like, was man von ihm erwartet? Voll auf Attacke gehen, um von Dingen abzulenken. Oder überdreht er nicht auch öfter mal?

Und wie seht ihr allgemein die Spielweise? Ich finde, was angesichts der erzielten Ergebnisse total Paradox ist, dass diese Mannschaft gar nicht so gefestigt oder stabil wirkt. Auch die Dominanz ist irgendwie total flöten gegangen. Dennoch spielt man gleichzeitig eine Rekord-Saison. In der Liga wäre man unter normalen Umständen schon längst auf und davon, dabei schießt man knapp 4 Tore pro Spiel und das nach 11 Spieltagen (!) und man stellt die beste Abwehr, obwohl die eigentlich noch schwächer ist, als die Jahre davor. Nominell sind das tolle Namen, aber der Verbund funktioniert für mich nicht gut.

Ist das dann angesichts der Ergebnisse egal, oder wünscht man sich doch wieder mehr Kontrolle und Stabilität? Oder man sieht es natürlich ganz anders als ich.

Die von dir beschriebenen "Ausbrüche" medial, sind mir relativ egal. Die wandeln alle auf einem schmalen Grat zwischen berechtigt und kleinkariert, aber die sind eher ein externes Thema, als dass sie den FC Bayern wirklich beeinflussen.

Was eher störte, waren seine Aussagen über die Mannschaft, über den Kader, die einfach einen negativen Effekt auf selbigen haben (könnten), das wurde dann laut Berichten auch von den Club-Bossen kritisiert und Tuchel untersagt und seitdem ist er da deutlich zurückhaltender.

Die Spielweise ist und bleibt mein größter Kritikpunkt, denn diese finde ich auch nicht dominant oder gefestigt.
In meinen Augen spielen wir Heroenfußball, der komplett abhängig von der individuellen Klasse ist, und dank unseres überragenden Kaders, gerade in der Offensive, holen wir uns die Punkte.
Im Pokal hat uns unsere schwache Spielweise, sowie die damit verbundene Problematik des Rotierens, schon einen Titel gekostet, was den guten Ligastart deutlich trübt.
Der CL-Start ist mit 12 Punkten eigentlich gut, ist im Vergleich zu den Vorjahren (mit jeweils stärkeren Gruppen) aber der schlechteste seit 2018 (was komplett absurd istugly ), und kam ohne eine einzige überragende Leistung zustande.

Ich bin mehr als skeptisch , was das Abschneiden in der CL angeht, und sehe da Potential, dass wir früh ausscheiden, wenn die Lose nicht perfekt passen, in der Liga scheint es vor allem gegen individuell schwächere Teams irgendwie zu funktionieren, aber zufrieden bin ich insgesamt nicht.



Der CL Start ist perfekt. Im Februar interessiert es niemanden ob man 100:0 Tore oder 26:20 hat. Ab da zählt es. Natürlich kann es sein, das man gegen einen guten Gegner rausfliegt. Man kann sie auch schlagen (Paris) oder gegen schlechtere ausscheiden (Villarreal). Man wird auch heute nicht pauschal sagen können wie man ein Ausscheiden bewerten soll, da da es auf viele Faktoren ankommt (Schiriglück, Sperren, Verletzte). Das du nicht zufrieden bist ist ja ok. Es wäre nur glaubhafter wenn du diese Ansprüche auch an Nagelsmann gehabt hättest. Den hast du hier nämlich bis aufs Blut verteidigt. Da erweckt es den Anschein, das du gerne gegen den Strom schwimmst. Nagelsmann wird hier kritisiert. Verteidigen wir ihn. Tuchel wird gelobt. Also kritisieren wir ihn. Vielleicht ist dir Nagelsmann auch einfach sympathischer, das sollte aber nicht verhindern das man beide fair bewertet. Und das machst du aus meiner Sicht nicht.

Mein Anspruch an einen Trainer des FC Bayern ist es, ob er gute Arbeit macht und man sich auf dem richtigen Weg befindet. Richtiger Weg bedeutet dahingehend, dass man international konkurrenzfähig ist.
Letzteres hat man unter Nagelsmann bewiesen, als man mit Inter, Barca, und PSG souverän geschlagen hat.
Und ja, ich weiß das habe ich schon 493-mal erwähnt und klinge wie eine kaputte Schallplatte, aber das liegt daran, weil es in meinen Augen eine signifikante Leistung in der Geschichte des FC Bayern ist.
In den meisten Saisons ist es bei uns so, dass wir am ersten Titelkandidaten in der CL scheitern, mal knapper, mal deutlicher. Ausnahmen geschehen meistens in den CL-Sieger-Jahren.
Wenn man sich mal die Jahre zwischen den Erfolgen 2013 und 2020 ansieht, so haben wir da kaum Schwergewichte bezwingen können. Ausnahmen waren vereinzelte Vorrundensiege gegen City (die damals aber deutlich schwächer waren als heute), Atletico und PSG (wo man aber jeweils nur einen Sieg und eine Pleite hatte, 2017 und 2018 wurde man sogar nur Gruppenzweiter), sowie der Erfolg im Achtelfinale 2016 über Juve. Und auch der Erfolg gegen die Italiener war ein knapper Erfolg, nach einer in der 90. Minute erzwungenen Verlängerung.

Dass wir dann in einer Saison gleich drei Schwergewichte schlagen, und das souverän und ohne einen einzigen Gegentreffer, ist etwas hoch seltenes in der Geschichte des FC Bayern, und kam eigentlich nur in Saisons mit dem Titel vor, 2001 schlug man United und Real in Viertel und Halbfinale- jeweils zweimal, 2013 bezwang man Juve und Barca ohne ein einziges Gegentor, und 2020 hat man jedes Spiel in der CL gewonnen und dabei Tottenham mit 10:2, Chelsea mit 7:1 über je zwei Spiele, und Barca mit 8:2 vernichtet.

Daher werte ich diese Erfolge letzte Saison so hoch, und bin der Meinung, dass wir auf einem sehr guten Weg waren, trotz der schwachen Bilanz in der Liga. Letztere schiebe ich deshalb auf andere Faktoren, Verletzungen waren in beiden Nagelsmann-Saisons ein Thema, 2021/22 fehlten monatelang die Schlüsselspieler Davies und Goretzka, wohingegen fast jeder im Team mit Corona mal ausfiel und gerade zu der Winterpause stand uns nur ein Rumpfkader zur Verfügung, 2022/23 verletzten sich mit Mane, Neuer, Hernandez und Mazraoui vier wichtige Spieler.
Die WM brachte generell nur Frust für jeden im Team und natürlich fehlte letzte Saison auch ein Top-Stürmer.
Kane steht diese Saison schon bei 17 Bundesliga-Treffern, unser bester Torjäger letzte Saison war nach 11 Spielen Musiala mit 6.
Und mein Hauptpunkt war vor allem, dass man in der Liga nach 10 Titeln einfach mental etwas nachließ.

Aber an Nagelsmann hatte ich eben kaum Zweifel, dass man unter ihm eine Top-Mannschaft Europas darstellt, ansonsten hätte man Inter, Barca und PSG nicht so souverän schlagen können.

Unter Tuchel ist der Maßstab gleich, man muss zeigen, dass man ein Top-Team ist.
Die Ergebnisse und Leistungen wichen jedoch drastisch von Nagelsmann ab.

In der CL scheiterte man sofort an Man City. Natürlich kann und darf man behaupten, dass City etwas stärker als die vorherigen Gegner war, der Kontrast von 6 Siegen gegen Top-Teams mit einem Torverhältnis von 12:0 und dem 1:4 gegen City ist aber zu gewaltig, um es nur mit der angewachsenen Teamstärke Citys zu erklären.

Der Hauptkritikpunkt unter Nagelsmann war natürlich die Liga-Performance und die damit eingehende fehlende Konstanz, die man in der Vorsaison unter Tuchel jedoch auch nicht steigern konnte. Bis auf die Spiele gegen Dortmund und Schalke war kein Spiel überzeugend, und es gab drei nicht gewonnene Spiele, das 1:3 gegen RB war zudem die einzige Heimpleite der gesamten Saison.

Die aktuelle Saison ist punktemäßig in der Liga durchaus konstanter, aber dennoch mit vielen Auf und Abs in den Spielen selbst. Die perfekte Beschreibung für unsere Ligaleistung ist in gewisser Weise das 8:0 gegen Darmstadt. Auf dem Papier sieht das super aus, das Spiel selbst war in der ersten Hälfte aber extrem wackelig und erst mit in Hälfte zwei gut. Ähnlich ist auch unsere Saison, sieht mit 29 Punkten sehr gut aus, aber man hatte eben auch schwächere Phasen.

Die CL-Saison ist punktemäßig genauso gut, aber von den Leistungen nicht sehr schön, gerade mit Hinblick auf die letzten Saisons. Man hat seit der Triple-Saison bis auf das 1:1 gegen Atletico (mit B/C-Elf) jedes Gruppenspiel gewonnen, und dabei mehrere Statement-Siege rausgehauen:
2019 hat man die Spurs mit 7:2 geschlagen, 2020 Atletico mit 4:0, 2021 zweimal Barca mit 3:0, und 2022 eben die Siege gegen Inter und Barca.
In dieser Saison war unser höchster Erfolg das 3:1 in Istanbul, kurioserweise in einer Partie, in der man die ersten 70 Minuten klar unterlegen war.

Und daneben stehen dann noch die peinlichen Pleiten in Supercup und Pokal.

Insofern hat man unter Tuchel hinsichtlich Konstanz kaum Fortschritte gemacht, höchstens in den Ergebnissen, nicht aber inhaltlich, die Highlights die man in der Vorsaison vor allem international hatte, sind jedoch fast vollständig verschwunden, der größte Erfolg der Saison war natürlich das 4:0 in Dortmund, daneben standen Unentschieden gegen Leverkusen und RB, die knappen CL-Siege und das 0:3 im Supercup.

Damit fehlt in meinen Augen Tuchel bis dato der Nachweis, dass wir auf dem richtigen Weg sind, sei es über eine aufgebaute Konstanz (gerade auch spielerisch), auf der man sich große Erfolge vorstellen kann, noch mit zumindest vereinzelten Topspielen gegen europäische Spitzengegner.

Und deshalb kritisiere ich ihn, gerade auch, weil man in meinen Augen unter Nagelsmann auf dem richtigen Weg war.




Wenn man es so oberflächlich betrachtet kann man es so sehen. Die Ergebnisse gegen Inter und Barca lesen sich toll. Zur Wahrheit gehört aber auch das man gerade in den Heimspielen massives Spielglück hatte. Barca hat uns in der ersten HZ komplett hergespielt und nur die Tore nicht gemacht. Wie man da von souverän reden kann ist mir wirklich schleierhaft. Inter hätte, aus meiner Sicht, beim Stand von 0:0 einen glasklaren Elfer bekommen müssen. Die Spiele hätten dadurch auch deutlich anders laufen können. Dazu behaupte ich mal das Gala dieses Jahr nicht leichter zu bespielen war wie Barca oder Inter. Nur weil sie nicht so einen klangvollen Namen haben. Und zu Barcas internationalen Leistungen gehört gesagt, das sie in der EL wieder früh raus sind und auch dieses Jahr schon gegen Donezk verloren haben. Da werden die wieder größer gemacht wie sie sind. Und ob wir Inter im späteren Turnierverlauf bei unserem katastrophalen physischen Zustand nochmal geschlagen hätten, auch unter JN, hätte ich erhebliche Zweifel.

Das du Tuchel dann die letzjährigen Buli Ergebnisse vorwirfst setzt dem ganzen die Krone auf. Die Mannschaft war, dank JN, komplett platt. Man ist häufig in der 2. Hz eingebrochen und alle Tore sind nach der 60 min gefallen. Da kann der beste Trainer der Welt nix machen. Und das JN lernresistent ist zeigt er wieder bei der Nationalmannschaft. Tuchel hat erkannt das es einen 6 er braucht. Wenn er den hat wird man weiter sehen.
Thomas Tuchel |#9693
20.11.2023 - 19:00 Uhr
Zitat von Feuerkicker

Zitat von Triplefeld

Zitat von Feuerkicker

Zitat von Ezio_93

Mal eine Frage in die Runde, wie ihr Tuchel so seht.

Ich mag Tuchel eigentlich sehr. Ich finde er ist ein herausragender Trainer und mit Kloppo zusammen gehört er zu den beiden besten deutschen Trainern weltweit. Auch rhetorisch ist er Spitze und sagt extrem viele kluge Dinge und er serviert in den Interviews auch nicht immer denselben Einheitsbrei. Dem kann man echt zuhören.

Aber seit dieser Saison sorgt vor allem er für ein Störfeuer nach dem anderen. Mit einigen Dingen hat er recht - ohne ins Detail zu gehen, sonst wirds definitiv zu lang - aber er wärmt die gleichen Themen auch immer und immer wieder auf. Nach dem BVB Spiel kamen mir manchen Reaktionen auch total künstlich vor, quasi kalkulierend. Jetzt beschwert er sich über die Ansetzung nach der Länderspielpause, womit er ebenfalls recht hat, aber als es gegen Leverkusen ging, war Bayern durch das Heimspiel ein wenig mehr im Vorteil, wobei dort die Ansetzung grundsätzlich auch schon total daneben war. Ist nur ein Beispiel einer langen Reihe von anderen Beispielen. Wie gesagt, im Grunde hat er da recht.

Aber so oder so poltert er ziemlich häufig öffentlich. Ist das dann Bayern-Like, was man von ihm erwartet? Voll auf Attacke gehen, um von Dingen abzulenken. Oder überdreht er nicht auch öfter mal?

Und wie seht ihr allgemein die Spielweise? Ich finde, was angesichts der erzielten Ergebnisse total Paradox ist, dass diese Mannschaft gar nicht so gefestigt oder stabil wirkt. Auch die Dominanz ist irgendwie total flöten gegangen. Dennoch spielt man gleichzeitig eine Rekord-Saison. In der Liga wäre man unter normalen Umständen schon längst auf und davon, dabei schießt man knapp 4 Tore pro Spiel und das nach 11 Spieltagen (!) und man stellt die beste Abwehr, obwohl die eigentlich noch schwächer ist, als die Jahre davor. Nominell sind das tolle Namen, aber der Verbund funktioniert für mich nicht gut.

Ist das dann angesichts der Ergebnisse egal, oder wünscht man sich doch wieder mehr Kontrolle und Stabilität? Oder man sieht es natürlich ganz anders als ich.

Die von dir beschriebenen "Ausbrüche" medial, sind mir relativ egal. Die wandeln alle auf einem schmalen Grat zwischen berechtigt und kleinkariert, aber die sind eher ein externes Thema, als dass sie den FC Bayern wirklich beeinflussen.

Was eher störte, waren seine Aussagen über die Mannschaft, über den Kader, die einfach einen negativen Effekt auf selbigen haben (könnten), das wurde dann laut Berichten auch von den Club-Bossen kritisiert und Tuchel untersagt und seitdem ist er da deutlich zurückhaltender.

Die Spielweise ist und bleibt mein größter Kritikpunkt, denn diese finde ich auch nicht dominant oder gefestigt.
In meinen Augen spielen wir Heroenfußball, der komplett abhängig von der individuellen Klasse ist, und dank unseres überragenden Kaders, gerade in der Offensive, holen wir uns die Punkte.
Im Pokal hat uns unsere schwache Spielweise, sowie die damit verbundene Problematik des Rotierens, schon einen Titel gekostet, was den guten Ligastart deutlich trübt.
Der CL-Start ist mit 12 Punkten eigentlich gut, ist im Vergleich zu den Vorjahren (mit jeweils stärkeren Gruppen) aber der schlechteste seit 2018 (was komplett absurd istugly ), und kam ohne eine einzige überragende Leistung zustande.

Ich bin mehr als skeptisch , was das Abschneiden in der CL angeht, und sehe da Potential, dass wir früh ausscheiden, wenn die Lose nicht perfekt passen, in der Liga scheint es vor allem gegen individuell schwächere Teams irgendwie zu funktionieren, aber zufrieden bin ich insgesamt nicht.



Der CL Start ist perfekt. Im Februar interessiert es niemanden ob man 100:0 Tore oder 26:20 hat. Ab da zählt es. Natürlich kann es sein, das man gegen einen guten Gegner rausfliegt. Man kann sie auch schlagen (Paris) oder gegen schlechtere ausscheiden (Villarreal). Man wird auch heute nicht pauschal sagen können wie man ein Ausscheiden bewerten soll, da da es auf viele Faktoren ankommt (Schiriglück, Sperren, Verletzte). Das du nicht zufrieden bist ist ja ok. Es wäre nur glaubhafter wenn du diese Ansprüche auch an Nagelsmann gehabt hättest. Den hast du hier nämlich bis aufs Blut verteidigt. Da erweckt es den Anschein, das du gerne gegen den Strom schwimmst. Nagelsmann wird hier kritisiert. Verteidigen wir ihn. Tuchel wird gelobt. Also kritisieren wir ihn. Vielleicht ist dir Nagelsmann auch einfach sympathischer, das sollte aber nicht verhindern das man beide fair bewertet. Und das machst du aus meiner Sicht nicht.

Mein Anspruch an einen Trainer des FC Bayern ist es, ob er gute Arbeit macht und man sich auf dem richtigen Weg befindet. Richtiger Weg bedeutet dahingehend, dass man international konkurrenzfähig ist.
Letzteres hat man unter Nagelsmann bewiesen, als man mit Inter, Barca, und PSG souverän geschlagen hat.
Und ja, ich weiß das habe ich schon 493-mal erwähnt und klinge wie eine kaputte Schallplatte, aber das liegt daran, weil es in meinen Augen eine signifikante Leistung in der Geschichte des FC Bayern ist.
In den meisten Saisons ist es bei uns so, dass wir am ersten Titelkandidaten in der CL scheitern, mal knapper, mal deutlicher. Ausnahmen geschehen meistens in den CL-Sieger-Jahren.
Wenn man sich mal die Jahre zwischen den Erfolgen 2013 und 2020 ansieht, so haben wir da kaum Schwergewichte bezwingen können. Ausnahmen waren vereinzelte Vorrundensiege gegen City (die damals aber deutlich schwächer waren als heute), Atletico und PSG (wo man aber jeweils nur einen Sieg und eine Pleite hatte, 2017 und 2018 wurde man sogar nur Gruppenzweiter), sowie der Erfolg im Achtelfinale 2016 über Juve. Und auch der Erfolg gegen die Italiener war ein knapper Erfolg, nach einer in der 90. Minute erzwungenen Verlängerung.

Dass wir dann in einer Saison gleich drei Schwergewichte schlagen, und das souverän und ohne einen einzigen Gegentreffer, ist etwas hoch seltenes in der Geschichte des FC Bayern, und kam eigentlich nur in Saisons mit dem Titel vor, 2001 schlug man United und Real in Viertel und Halbfinale- jeweils zweimal, 2013 bezwang man Juve und Barca ohne ein einziges Gegentor, und 2020 hat man jedes Spiel in der CL gewonnen und dabei Tottenham mit 10:2, Chelsea mit 7:1 über je zwei Spiele, und Barca mit 8:2 vernichtet.

Daher werte ich diese Erfolge letzte Saison so hoch, und bin der Meinung, dass wir auf einem sehr guten Weg waren, trotz der schwachen Bilanz in der Liga. Letztere schiebe ich deshalb auf andere Faktoren, Verletzungen waren in beiden Nagelsmann-Saisons ein Thema, 2021/22 fehlten monatelang die Schlüsselspieler Davies und Goretzka, wohingegen fast jeder im Team mit Corona mal ausfiel und gerade zu der Winterpause stand uns nur ein Rumpfkader zur Verfügung, 2022/23 verletzten sich mit Mane, Neuer, Hernandez und Mazraoui vier wichtige Spieler.
Die WM brachte generell nur Frust für jeden im Team und natürlich fehlte letzte Saison auch ein Top-Stürmer.
Kane steht diese Saison schon bei 17 Bundesliga-Treffern, unser bester Torjäger letzte Saison war nach 11 Spielen Musiala mit 6.
Und mein Hauptpunkt war vor allem, dass man in der Liga nach 10 Titeln einfach mental etwas nachließ.

Aber an Nagelsmann hatte ich eben kaum Zweifel, dass man unter ihm eine Top-Mannschaft Europas darstellt, ansonsten hätte man Inter, Barca und PSG nicht so souverän schlagen können.

Unter Tuchel ist der Maßstab gleich, man muss zeigen, dass man ein Top-Team ist.
Die Ergebnisse und Leistungen wichen jedoch drastisch von Nagelsmann ab.

In der CL scheiterte man sofort an Man City. Natürlich kann und darf man behaupten, dass City etwas stärker als die vorherigen Gegner war, der Kontrast von 6 Siegen gegen Top-Teams mit einem Torverhältnis von 12:0 und dem 1:4 gegen City ist aber zu gewaltig, um es nur mit der angewachsenen Teamstärke Citys zu erklären.

Der Hauptkritikpunkt unter Nagelsmann war natürlich die Liga-Performance und die damit eingehende fehlende Konstanz, die man in der Vorsaison unter Tuchel jedoch auch nicht steigern konnte. Bis auf die Spiele gegen Dortmund und Schalke war kein Spiel überzeugend, und es gab drei nicht gewonnene Spiele, das 1:3 gegen RB war zudem die einzige Heimpleite der gesamten Saison.

Die aktuelle Saison ist punktemäßig in der Liga durchaus konstanter, aber dennoch mit vielen Auf und Abs in den Spielen selbst. Die perfekte Beschreibung für unsere Ligaleistung ist in gewisser Weise das 8:0 gegen Darmstadt. Auf dem Papier sieht das super aus, das Spiel selbst war in der ersten Hälfte aber extrem wackelig und erst mit in Hälfte zwei gut. Ähnlich ist auch unsere Saison, sieht mit 29 Punkten sehr gut aus, aber man hatte eben auch schwächere Phasen.

Die CL-Saison ist punktemäßig genauso gut, aber von den Leistungen nicht sehr schön, gerade mit Hinblick auf die letzten Saisons. Man hat seit der Triple-Saison bis auf das 1:1 gegen Atletico (mit B/C-Elf) jedes Gruppenspiel gewonnen, und dabei mehrere Statement-Siege rausgehauen:
2019 hat man die Spurs mit 7:2 geschlagen, 2020 Atletico mit 4:0, 2021 zweimal Barca mit 3:0, und 2022 eben die Siege gegen Inter und Barca.
In dieser Saison war unser höchster Erfolg das 3:1 in Istanbul, kurioserweise in einer Partie, in der man die ersten 70 Minuten klar unterlegen war.

Und daneben stehen dann noch die peinlichen Pleiten in Supercup und Pokal.

Insofern hat man unter Tuchel hinsichtlich Konstanz kaum Fortschritte gemacht, höchstens in den Ergebnissen, nicht aber inhaltlich, die Highlights die man in der Vorsaison vor allem international hatte, sind jedoch fast vollständig verschwunden, der größte Erfolg der Saison war natürlich das 4:0 in Dortmund, daneben standen Unentschieden gegen Leverkusen und RB, die knappen CL-Siege und das 0:3 im Supercup.

Damit fehlt in meinen Augen Tuchel bis dato der Nachweis, dass wir auf dem richtigen Weg sind, sei es über eine aufgebaute Konstanz (gerade auch spielerisch), auf der man sich große Erfolge vorstellen kann, noch mit zumindest vereinzelten Topspielen gegen europäische Spitzengegner.

Und deshalb kritisiere ich ihn, gerade auch, weil man in meinen Augen unter Nagelsmann auf dem richtigen Weg war.

Zitat von Feuerkicker

Dass wir dann in einer Saison gleich drei Schwergewichte schlagen

Und da fängt es mMn schon an, warum du so denkst und argumentierst, wie es in Dauerschleife der Fall ist, dabei diverse Faktoren ignorierend.

Barca, Inter und PSG sind unbestritten große Namen, aber waren sie, als man gegen sie traf, auch tatsächlich Schwergewichte, sportliche Schwergewichte?

Barca hatte seit Jahren an Qualität verloren, zwar einige Transfers getätigt, nachdem man in den Jahren zuvor in CL und EL gescheitert war, aber eben bei weitem nicht auf dem sportlichen Niveau vergangener Jahre, sodass hier bereits dein Argumentationspunkt zu bröckeln beginnt.

Inter ist letzte Saison bis ins CL-Finale vorgedrungen und hätte dort auch gut und gerne gewinnen können. Gerade die KO-Phase war gut bis sehr gut, weil man seine Stärken zum Tragen bringen konnte. Was man aber auch nicht außen vor lassen darf, und das ist für deine Argumentation ja von Belang, ist, dass Inter keine unproblematische Hinrunde hatte, in der ja die CL-Gruppenphase fiel, weshalb für mich der Verweis auf ein sportliches Schwergewicht nicht in dem Maße zutreffend ist, weil das Inter aus der Gruppenphase ein anderes war als das aus der KO-Phase. Zudem war Inter die Jahre zuvor alles andere als ein sportliches Schwergewicht, auf die CL bezogen.

PSG ist halt PSG, namhaft und individuell gut bestückt, aber eben keine Mannschaft, keine Mannschaft, die als sportliches Schwergewicht zu bezeichnen wäre, weil sie im Kollektiv zu überzeugen wissen. Wenn gewisse Spieler wollen, gute Form besitzen, können sich sicher jeden Gegner gefährlich werden oder sogar bezwingen, ohne Frage, aber in den beiden Spielen lief schon sehr viele für die Bayern, vom angeschlagenen Mbappé bis zum Fehler von Verratti.

Wo wir beim Thema Fehler sind, denn auch in der letztjährigen CL-Saison, auch in der Vorrunde, siehe Barca-Spiel, gab es die zuhauf. Man war nicht weniger anfällig als in der Liga oder wie in den Jahren zuvor. Es gab nur nicht diese groben individuellen Fehler, aber dennoch hat man den Gegnern genug Chancen ermöglicht, wenngleich die Vorrunde(n) eigentlich recht gut war(en), aber Nagelsmann konnte da den Makel von schwächeren Rückrunden nicht beseitigen. Ihm gelang es nicht, die Mannschaften in der Rückrunde stets in der entscheidenden Phase in Topform zu bekommen, was statistisch belegbar ist. Letzte Saison mit der Fehlplanung zur Vorbereitung der Rückrunde als Krönung. Das zu leugnen oder zu ignorieren, zeigt eigentlich nur auf, was deine Intention hier seit einiger Zeit ist. Nicht, dass das nötig wäre, wenn man durch die Suchfunktion die Beiträge durchliest, als Nagelsmann Trainer war und das mit jetzt vergleicht, denn das spricht für sich, und da bist du wahrlich nicht der einzige, aber stets wird proklamiert, nicht voreingenommen zu sein, sondern, dass man ja objektiv und neutral bewerten würde. Ja, nee, is klar...

Dass du einfach nicht ehrlich und offen zugeben kannst, dass dir Nagelsmann eben lieber war als Tuchel, dass dir der Fußball und die Art mehr zugesagt hat. Nein, da werden irgendwelche fadenscheinige Gründe vorgeschoben, fragwürdige Argumente angebracht und unnötige Vergleiche gezogen.

Man muss mit Tuchel als Trainer oder Person nichts anzufangen wissen, um ihn dennoch, so objektiv wie möglich, bewerten zu wollen und können. Das ist auch möglich, wenn man die Entlassung, gerade zu dem Zeitpunkt, von Nagelsmann als falsch befunden hat, denn das haben viele Fans. Nur ist Nagelsmann nicht mehr Trainer und Tuchel kann da nichts dafür, dass Nagelsmann, vor allem zu diesem Zeitpunkt entlassen wurde, wenngleich er natürlich indirekt beteiligt war.

Es macht dennoch nahezu keinen Sinn, einzelne Saisons zu vergleichen und zu behaupten, wenn dies und jenes geschehen wäre, dann. Das typische hätte, wäre, wenn. Nagelsmann hatte keinen Kane, richtig, aber er hatte zumeist in ausreichender Quantität vorhandene Verteidiger und Mittelfeldspieler, sodass es fragwürdig anmutet, wenn einige hier meinen "hätte Nagelsmann den Kane gehabt, ja, dann..." Was dann? Wie wären die Spiele in der letztjährigen CL-Gruppenphase gelaufen, wenn unter Nagelsmann so eine Personalnot aufgetreten worden wäre? Man kann doch eben nicht das, was potenziell für Nagelsmann sprechen würde anführen, aber gegenteilig finden gewisse Faktoren keinerlei Erwähnung.

Die letztjährige Leistung in der CL war bis zur Entlassung gut bis sehr gut, und das bestreitet auch hoffentlich niemand, aber das bedeutet doch nicht, dass man mit Nagelsmann gegen City weiter gekommen wäre, dass dort Upamecano nicht diese Fehler gemacht hätte, oder dass man mit Nagelsmann in dieser Saison bisher eine bessere CL gespielt hätte. Wer sagt denn, dass Nagelsmann diese Personalprobleme besser gehandhabt hätte, wo er doch eher für Vollgasfußball steht? Hätte er die Belastungssteuerung besser managen können?

Das weiß niemand, aber gerade deshalb trotzdem davon auszugehen, nur um Nagelsmann zu protegieren und Tuchel zu denunzieren, ist das, warum du, und einige andere hier, zurecht Gegenwind bekommen, weil einfach eine faire Bewertung nicht vorhanden ist. Es werden einfach nur Gründe gesucht, teilweise sogar ausgedacht und hypothetisch, um seine vorgefertigte Meinung vertreten zu können. Der Versuch auf eine möglichst faire und objektive Bewertung, auch wenn man Vorurteile gegen den Trainer hat, ist kaum bis gar nicht erkennbar.

Mit dieser Herangehensweise bist du eigentlich für eine Diskussion in dieser Thematik gänzlich ungeeignet, weil die vorgefertigte Meinung stets im Vordergrund steht und eben nicht die Ergebnisoffenheit.

Sollte man mit Tuchel souverän die Meisterschaft und zusätzlich die CL gewinnen, würdest du noch behaupten, dass man es mit Nagelsmann noch besser gemacht hätte, weil du nicht anders kannst oder willst.

•     •     •

Loriot: "In Krisenzeiten suchen Intelligente nach Lösungen, Idioten suchen nach Schuldigen.

Dieter Hallervorden: "Das größte Problem in der Geschichte der Menschheit ist, dass die Leute, die die Wahrheit kennen, den Mund nicht aufmachen. Und diejenigen, die von nichts eine Ahnung haben, bekommt man einfach nicht zum Schweigen."

"Sei Kind, wann immer Du kannst, und nur erwachsen, wenn Du musst"

Dieser Beitrag wurde zuletzt von 3-Ecken-Elfer am 20.11.2023 um 19:10 Uhr bearbeitet
Thomas Tuchel |#9694
20.11.2023 - 19:01 Uhr
Zitat von 3-Ecken-Elfer

Zitat von Ezio_93

Mal eine Frage in die Runde, wie ihr Tuchel so seht.

Ich mag Tuchel eigentlich sehr. Ich finde er ist ein herausragender Trainer und mit Kloppo zusammen gehört er zu den beiden besten deutschen Trainern weltweit. Auch rhetorisch ist er Spitze und sagt extrem viele kluge Dinge und er serviert in den Interviews auch nicht immer denselben Einheitsbrei. Dem kann man echt zuhören.

Aber seit dieser Saison sorgt vor allem er für ein Störfeuer nach dem anderen. Mit einigen Dingen hat er recht - ohne ins Detail zu gehen, sonst wirds definitiv zu lang - aber er wärmt die gleichen Themen auch immer und immer wieder auf. Nach dem BVB Spiel kamen mir manchen Reaktionen auch total künstlich vor, quasi kalkulierend. Jetzt beschwert er sich über die Ansetzung nach der Länderspielpause, womit er ebenfalls recht hat, aber als es gegen Leverkusen ging, war Bayern durch das Heimspiel ein wenig mehr im Vorteil, wobei dort die Ansetzung grundsätzlich auch schon total daneben war. Ist nur ein Beispiel einer langen Reihe von anderen Beispielen. Wie gesagt, im Grunde hat er da recht.

Aber so oder so poltert er ziemlich häufig öffentlich. Ist das dann Bayern-Like, was man von ihm erwartet? Voll auf Attacke gehen, um von Dingen abzulenken. Oder überdreht er nicht auch öfter mal?

Und wie seht ihr allgemein die Spielweise? Ich finde, was angesichts der erzielten Ergebnisse total Paradox ist, dass diese Mannschaft gar nicht so gefestigt oder stabil wirkt. Auch die Dominanz ist irgendwie total flöten gegangen. Dennoch spielt man gleichzeitig eine Rekord-Saison. In der Liga wäre man unter normalen Umständen schon längst auf und davon, dabei schießt man knapp 4 Tore pro Spiel und das nach 11 Spieltagen (!) und man stellt die beste Abwehr, obwohl die eigentlich noch schwächer ist, als die Jahre davor. Nominell sind das tolle Namen, aber der Verbund funktioniert für mich nicht gut.

Ist das dann angesichts der Ergebnisse egal, oder wünscht man sich doch wieder mehr Kontrolle und Stabilität? Oder man sieht es natürlich ganz anders als ich.

Ist deine Abschlussfrage rhetorischer Natur?

Trifft mit dir jetzt primär den falschen User, aber der Beitrag suggeriert für mich dennoch etwas, was ich für fragwürdig erachte, denn völlig wertfrei und ohne Intention ist der sicher nicht.


1. Nein
2. Absolut richtig

Ich hole gerne mal ein paar Meinungen ein, um diese mit meiner eigenen entfernten Meinung zu vergleichen. Und welcher Zeitpunkt ist besser als inmitten einer Länderspielpause, wenn es vielleicht etwas weniger Emotional zugeht, weil man sich dann vor allem auf frische Eindrücke des vergangenen Spiels konzentrieren würde.

Das Sportliche war sogar der geringere Anteil meiner Frage. Es ist alles verständlich und trotz der Rekord-Saison sehe ich vor allem spielerisch noch viel Luft nach oben - was leider leider ein extrem schlechtes Zeichen für die BuLi ist. Auf der anderen Seite steht bei Bayern immer noch auf jeder Position Weltklasse auf dem Platz und auf der Trainerbank. Daher finde ich kritische Fragen ebenfalls berechtigt.

Mich interessiert aber vor allem wie man Tuchel als Person in München so sieht, denn er sorgt ja schon regelmäßig für Gesprächsstoff und macht es vielleicht hektischer als es sein muss. Seit dem Nagelsmann-Beben kommt ja gar keine Ruhe mehr rein, was gewissermaßen in der Natur der Sache liegt, wenn man Bayern München heißt, aber in der Vergangenheit war es gefühlt doch ruhiger um den Verein.

Hab mir die Nachrichten aber mal durchgelesen und finde die Diskussionsgrundlage erwachsen und ganz ordentlich.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Ezio_93 am 20.11.2023 um 19:04 Uhr bearbeitet
Thomas Tuchel |#9695
20.11.2023 - 19:20 Uhr
Zitat von Fred-Perry
Zitat von Feuerkicker

In der CL scheiterte man sofort an Man City. Natürlich kann und darf man behaupten, dass City etwas stärker als die vorherigen Gegner war, der Kontrast von 6 Siegen gegen Top-Teams mit einem Torverhältnis von 12:0 und dem 1:4 gegen City ist aber zu gewaltig, um es nur mit der angewachsenen Teamstärke Citys zu erklären.

Die CL-Saison ist punktemäßig genauso gut, aber von den Leistungen nicht sehr schön, gerade mit Hinblick auf die letzten Saisons. Man hat seit der Triple-Saison bis auf das 1:1 gegen Atletico (mit B/C-Elf) jedes Gruppenspiel gewonnen, und dabei mehrere Statement-Siege rausgehauen:
2019 hat man die Spurs mit 7:2 geschlagen, 2020 Atletico mit 4:0, 2021 zweimal Barca mit 3:0, und 2022 eben die Siege gegen Inter und Barca.
In dieser Saison war unser höchster Erfolg das 3:1 in Istanbul, kurioserweise in einer Partie, in der man die ersten 70 Minuten klar unterlegen war.

Zu der Thematik bezüglich Tuchel / Nagelsmann usw. wurde sowieso schon hinreichend alle Argumente ausgetauscht.

Aber eine Sache will ich dann doch rausgreifen: Es ist schon bemerkenswert wie sehr du die CL-Performance von Nagelsmann im Vergleich zu der von Tuchel überhöhst. Gerade im Hinblick auf die Gruppenphase(n).

Inter war doch zu Saisonbeginn letzte Saison noch richtig schwach unterwegs. Nicht umsonst sind die in der Hinrunde lange auf Platz 7 in der Serie A rumgedümpelt.
Ein Spiel gegen Barcelona war stark, später PSG auch in der K.O-Phase.
Gegen Barca in der Allianz Arena in der Gruppenphase hätten wir aber genauso auch verlieren können. Da konnte man heilfroh sein dass Barca seine Chancen nicht ausgenutzt hat.

Zunächst einmal sind Barca und Inter ganz andere Kaliber als ein Krisen-United, Gala oder Kopenhagen, sodass Siege deutlich schwerer zu erreichen waren, beziehungsweise sollte man gegen die letzteren bessere Ergebnisse erwarten, oder nicht?

Die erste Hälfte gegen Barca war sicher nicht gut, das kann gegen Top-Teams aber auch mal vorkommen, nach der Pause waren wir jedoch die stärkere Mannschaft, haben also richtig reagieren können. Und das Rückspiel, in dem Barca nicht einen Torschuss abgegeben hat, war sowieso top.

Wie gut Inter letztes Jahr wirklich war, kann ich nicht genau beziffern. In der Liga standen sie vor dem ersten Spiel gegen uns bei 9 Punkten in 5 Spielen, die beiden Pleiten geschahen auswärts bei Milan und Lazio, die am Ende beide die CL erreicht haben.
Danach haben sie aber auch Barca in der CL überwunden, und bis zur Finalpleite gegen City, die ja auch durchaus knapp war, gab es nur zwei Pleiten, eben die gegen uns.
Das scheint halt einfach eine gute Truppe gewesen zu sein, die man, gerade im Hinspiel, souverän schlagen konnte. Nach dem Hinspiel sprach Gosens ja auch davon, dass sie in Inters Kabine erstaunt waren, wie stark wir im Vergleich zu ihnen waren.

In Summe waren die Leistungen richtig gut, gegen sehr gute Gegner, dieses Jahr gegen einfachere Gegner tun wir uns hingegen schwerer.
Letztes Jahr hatten wir nach vier Spielen ein Torverhältnis von 13:2, dieses Jahr stehen wir bei 11:6.
Und auch die Jahre davor liefen besser (19/20 15:4, 20/21 15:4, 21/22 17:2, jeweils mit 12 Punkten)
Gemessen an den absurden Maßstäben die wir zuletzt gesetzt haben, ist die aktuelle CL-Leistung einfach nichts besonderes.
Thomas Tuchel |#9696
20.11.2023 - 19:50 Uhr
Zitat von Feuerkicker

Zitat von Fred-Perry

Zitat von Feuerkicker

In der CL scheiterte man sofort an Man City. Natürlich kann und darf man behaupten, dass City etwas stärker als die vorherigen Gegner war, der Kontrast von 6 Siegen gegen Top-Teams mit einem Torverhältnis von 12:0 und dem 1:4 gegen City ist aber zu gewaltig, um es nur mit der angewachsenen Teamstärke Citys zu erklären.

Die CL-Saison ist punktemäßig genauso gut, aber von den Leistungen nicht sehr schön, gerade mit Hinblick auf die letzten Saisons. Man hat seit der Triple-Saison bis auf das 1:1 gegen Atletico (mit B/C-Elf) jedes Gruppenspiel gewonnen, und dabei mehrere Statement-Siege rausgehauen:
2019 hat man die Spurs mit 7:2 geschlagen, 2020 Atletico mit 4:0, 2021 zweimal Barca mit 3:0, und 2022 eben die Siege gegen Inter und Barca.
In dieser Saison war unser höchster Erfolg das 3:1 in Istanbul, kurioserweise in einer Partie, in der man die ersten 70 Minuten klar unterlegen war.

Zu der Thematik bezüglich Tuchel / Nagelsmann usw. wurde sowieso schon hinreichend alle Argumente ausgetauscht.

Aber eine Sache will ich dann doch rausgreifen: Es ist schon bemerkenswert wie sehr du die CL-Performance von Nagelsmann im Vergleich zu der von Tuchel überhöhst. Gerade im Hinblick auf die Gruppenphase(n).

Inter war doch zu Saisonbeginn letzte Saison noch richtig schwach unterwegs. Nicht umsonst sind die in der Hinrunde lange auf Platz 7 in der Serie A rumgedümpelt.
Ein Spiel gegen Barcelona war stark, später PSG auch in der K.O-Phase.
Gegen Barca in der Allianz Arena in der Gruppenphase hätten wir aber genauso auch verlieren können. Da konnte man heilfroh sein dass Barca seine Chancen nicht ausgenutzt hat.

Zunächst einmal sind Barca und Inter ganz andere Kaliber als ein Krisen-United, Gala oder Kopenhagen, sodass Siege deutlich schwerer zu erreichen waren, beziehungsweise sollte man gegen die letzteren bessere Ergebnisse erwarten, oder nicht?

Die erste Hälfte gegen Barca war sicher nicht gut, das kann gegen Top-Teams aber auch mal vorkommen, nach der Pause waren wir jedoch die stärkere Mannschaft, haben also richtig reagieren können. Und das Rückspiel, in dem Barca nicht einen Torschuss abgegeben hat, war sowieso top.

Wie gut Inter letztes Jahr wirklich war, kann ich nicht genau beziffern. In der Liga standen sie vor dem ersten Spiel gegen uns bei 9 Punkten in 5 Spielen, die beiden Pleiten geschahen auswärts bei Milan und Lazio, die am Ende beide die CL erreicht haben.
Danach haben sie aber auch Barca in der CL überwunden, und bis zur Finalpleite gegen City, die ja auch durchaus knapp war, gab es nur zwei Pleiten, eben die gegen uns.
Das scheint halt einfach eine gute Truppe gewesen zu sein, die man, gerade im Hinspiel, souverän schlagen konnte. Nach dem Hinspiel sprach Gosens ja auch davon, dass sie in Inters Kabine erstaunt waren, wie stark wir im Vergleich zu ihnen waren.

In Summe waren die Leistungen richtig gut, gegen sehr gute Gegner, dieses Jahr gegen einfachere Gegner tun wir uns hingegen schwerer.
Letztes Jahr hatten wir nach vier Spielen ein Torverhältnis von 13:2, dieses Jahr stehen wir bei 11:6.
Und auch die Jahre davor liefen besser (19/20 15:4, 20/21 15:4, 21/22 17:2, jeweils mit 12 Punkten)
Gemessen an den absurden Maßstäben die wir zuletzt gesetzt haben, ist die aktuelle CL-Leistung einfach nichts besonderes.

Da du ja gerne Vergleiche ziehst und die letztjährige CL-Saison bei dir eine nicht zu leugnende Relevanz zu haben scheint, würde mich mal interessieren, was du zu folgenden Ergebnissen zu sagen hast und wie du das diesjährige Ergebnis deshalb einschätzt.

Kopenhagen - FC Sevilla 0:0
Kopenhagen - Manchester City 0:0
Kopenhagen - Borussia Dortmund 1:1

Kopenhagen - Bayern München 1:2

Zählt bei dir jetzt wahrscheinlich nicht, weil Kopenhagen ja "kein Schwergewicht" ist, richtig?

Löse dich doch bitte von nackten Ergebnissen, auch wenn die letztendlich zählen, so ist es immer wichtig, diese in Kontext zu setzten, denn in der Vorrunde wurde noch nie eine CL gewonnen, und in der Hinrunde werden auch keine Titel vergeben. Wenn du noch immer der Meinung bist, dass durch die falsche Vorbereitung zur Rückrunde unter Nagelsmann mit der damaligen Bayernmannschaft der große Wurf Triple nicht nur möglich sondern wahrscheinlich gewesen wäre, dann muss man dir wirklich so langsam Trolling unterstellen, denn die abnehmende Form, aufgrund von Fitnessmängeln, spiegelt sich sehr deutlich in den Statistiken wieder, siehe Spielausgänge nach Halbzeitführungen oder die für 2. Halbzeiten betreffend. Das kannst auch du eigentlich nicht leugnen bzw. negieren, machst es aber dennoch, weil deine Intention eben eindeutig ist, eine vorgefertigte Meinung vorhanden ist.

•     •     •

Loriot: "In Krisenzeiten suchen Intelligente nach Lösungen, Idioten suchen nach Schuldigen.

Dieter Hallervorden: "Das größte Problem in der Geschichte der Menschheit ist, dass die Leute, die die Wahrheit kennen, den Mund nicht aufmachen. Und diejenigen, die von nichts eine Ahnung haben, bekommt man einfach nicht zum Schweigen."

"Sei Kind, wann immer Du kannst, und nur erwachsen, wenn Du musst"

Dieser Beitrag wurde zuletzt von 3-Ecken-Elfer am 20.11.2023 um 19:53 Uhr bearbeitet
Thomas Tuchel |#9697
20.11.2023 - 19:51 Uhr
Zitat von 3-Ecken-Elfer

Zitat von Feuerkicker

Zitat von Triplefeld

Zitat von Feuerkicker

Zitat von Ezio_93

Mal eine Frage in die Runde, wie ihr Tuchel so seht.

Ich mag Tuchel eigentlich sehr. Ich finde er ist ein herausragender Trainer und mit Kloppo zusammen gehört er zu den beiden besten deutschen Trainern weltweit. Auch rhetorisch ist er Spitze und sagt extrem viele kluge Dinge und er serviert in den Interviews auch nicht immer denselben Einheitsbrei. Dem kann man echt zuhören.

Aber seit dieser Saison sorgt vor allem er für ein Störfeuer nach dem anderen. Mit einigen Dingen hat er recht - ohne ins Detail zu gehen, sonst wirds definitiv zu lang - aber er wärmt die gleichen Themen auch immer und immer wieder auf. Nach dem BVB Spiel kamen mir manchen Reaktionen auch total künstlich vor, quasi kalkulierend. Jetzt beschwert er sich über die Ansetzung nach der Länderspielpause, womit er ebenfalls recht hat, aber als es gegen Leverkusen ging, war Bayern durch das Heimspiel ein wenig mehr im Vorteil, wobei dort die Ansetzung grundsätzlich auch schon total daneben war. Ist nur ein Beispiel einer langen Reihe von anderen Beispielen. Wie gesagt, im Grunde hat er da recht.

Aber so oder so poltert er ziemlich häufig öffentlich. Ist das dann Bayern-Like, was man von ihm erwartet? Voll auf Attacke gehen, um von Dingen abzulenken. Oder überdreht er nicht auch öfter mal?

Und wie seht ihr allgemein die Spielweise? Ich finde, was angesichts der erzielten Ergebnisse total Paradox ist, dass diese Mannschaft gar nicht so gefestigt oder stabil wirkt. Auch die Dominanz ist irgendwie total flöten gegangen. Dennoch spielt man gleichzeitig eine Rekord-Saison. In der Liga wäre man unter normalen Umständen schon längst auf und davon, dabei schießt man knapp 4 Tore pro Spiel und das nach 11 Spieltagen (!) und man stellt die beste Abwehr, obwohl die eigentlich noch schwächer ist, als die Jahre davor. Nominell sind das tolle Namen, aber der Verbund funktioniert für mich nicht gut.

Ist das dann angesichts der Ergebnisse egal, oder wünscht man sich doch wieder mehr Kontrolle und Stabilität? Oder man sieht es natürlich ganz anders als ich.

Die von dir beschriebenen "Ausbrüche" medial, sind mir relativ egal. Die wandeln alle auf einem schmalen Grat zwischen berechtigt und kleinkariert, aber die sind eher ein externes Thema, als dass sie den FC Bayern wirklich beeinflussen.

Was eher störte, waren seine Aussagen über die Mannschaft, über den Kader, die einfach einen negativen Effekt auf selbigen haben (könnten), das wurde dann laut Berichten auch von den Club-Bossen kritisiert und Tuchel untersagt und seitdem ist er da deutlich zurückhaltender.

Die Spielweise ist und bleibt mein größter Kritikpunkt, denn diese finde ich auch nicht dominant oder gefestigt.
In meinen Augen spielen wir Heroenfußball, der komplett abhängig von der individuellen Klasse ist, und dank unseres überragenden Kaders, gerade in der Offensive, holen wir uns die Punkte.
Im Pokal hat uns unsere schwache Spielweise, sowie die damit verbundene Problematik des Rotierens, schon einen Titel gekostet, was den guten Ligastart deutlich trübt.
Der CL-Start ist mit 12 Punkten eigentlich gut, ist im Vergleich zu den Vorjahren (mit jeweils stärkeren Gruppen) aber der schlechteste seit 2018 (was komplett absurd istugly ), und kam ohne eine einzige überragende Leistung zustande.

Ich bin mehr als skeptisch , was das Abschneiden in der CL angeht, und sehe da Potential, dass wir früh ausscheiden, wenn die Lose nicht perfekt passen, in der Liga scheint es vor allem gegen individuell schwächere Teams irgendwie zu funktionieren, aber zufrieden bin ich insgesamt nicht.



Der CL Start ist perfekt. Im Februar interessiert es niemanden ob man 100:0 Tore oder 26:20 hat. Ab da zählt es. Natürlich kann es sein, das man gegen einen guten Gegner rausfliegt. Man kann sie auch schlagen (Paris) oder gegen schlechtere ausscheiden (Villarreal). Man wird auch heute nicht pauschal sagen können wie man ein Ausscheiden bewerten soll, da da es auf viele Faktoren ankommt (Schiriglück, Sperren, Verletzte). Das du nicht zufrieden bist ist ja ok. Es wäre nur glaubhafter wenn du diese Ansprüche auch an Nagelsmann gehabt hättest. Den hast du hier nämlich bis aufs Blut verteidigt. Da erweckt es den Anschein, das du gerne gegen den Strom schwimmst. Nagelsmann wird hier kritisiert. Verteidigen wir ihn. Tuchel wird gelobt. Also kritisieren wir ihn. Vielleicht ist dir Nagelsmann auch einfach sympathischer, das sollte aber nicht verhindern das man beide fair bewertet. Und das machst du aus meiner Sicht nicht.

Mein Anspruch an einen Trainer des FC Bayern ist es, ob er gute Arbeit macht und man sich auf dem richtigen Weg befindet. Richtiger Weg bedeutet dahingehend, dass man international konkurrenzfähig ist.
Letzteres hat man unter Nagelsmann bewiesen, als man mit Inter, Barca, und PSG souverän geschlagen hat.
Und ja, ich weiß das habe ich schon 493-mal erwähnt und klinge wie eine kaputte Schallplatte, aber das liegt daran, weil es in meinen Augen eine signifikante Leistung in der Geschichte des FC Bayern ist.
In den meisten Saisons ist es bei uns so, dass wir am ersten Titelkandidaten in der CL scheitern, mal knapper, mal deutlicher. Ausnahmen geschehen meistens in den CL-Sieger-Jahren.
Wenn man sich mal die Jahre zwischen den Erfolgen 2013 und 2020 ansieht, so haben wir da kaum Schwergewichte bezwingen können. Ausnahmen waren vereinzelte Vorrundensiege gegen City (die damals aber deutlich schwächer waren als heute), Atletico und PSG (wo man aber jeweils nur einen Sieg und eine Pleite hatte, 2017 und 2018 wurde man sogar nur Gruppenzweiter), sowie der Erfolg im Achtelfinale 2016 über Juve. Und auch der Erfolg gegen die Italiener war ein knapper Erfolg, nach einer in der 90. Minute erzwungenen Verlängerung.

Dass wir dann in einer Saison gleich drei Schwergewichte schlagen, und das souverän und ohne einen einzigen Gegentreffer, ist etwas hoch seltenes in der Geschichte des FC Bayern, und kam eigentlich nur in Saisons mit dem Titel vor, 2001 schlug man United und Real in Viertel und Halbfinale- jeweils zweimal, 2013 bezwang man Juve und Barca ohne ein einziges Gegentor, und 2020 hat man jedes Spiel in der CL gewonnen und dabei Tottenham mit 10:2, Chelsea mit 7:1 über je zwei Spiele, und Barca mit 8:2 vernichtet.

Daher werte ich diese Erfolge letzte Saison so hoch, und bin der Meinung, dass wir auf einem sehr guten Weg waren, trotz der schwachen Bilanz in der Liga. Letztere schiebe ich deshalb auf andere Faktoren, Verletzungen waren in beiden Nagelsmann-Saisons ein Thema, 2021/22 fehlten monatelang die Schlüsselspieler Davies und Goretzka, wohingegen fast jeder im Team mit Corona mal ausfiel und gerade zu der Winterpause stand uns nur ein Rumpfkader zur Verfügung, 2022/23 verletzten sich mit Mane, Neuer, Hernandez und Mazraoui vier wichtige Spieler.
Die WM brachte generell nur Frust für jeden im Team und natürlich fehlte letzte Saison auch ein Top-Stürmer.
Kane steht diese Saison schon bei 17 Bundesliga-Treffern, unser bester Torjäger letzte Saison war nach 11 Spielen Musiala mit 6.
Und mein Hauptpunkt war vor allem, dass man in der Liga nach 10 Titeln einfach mental etwas nachließ.

Aber an Nagelsmann hatte ich eben kaum Zweifel, dass man unter ihm eine Top-Mannschaft Europas darstellt, ansonsten hätte man Inter, Barca und PSG nicht so souverän schlagen können.

Unter Tuchel ist der Maßstab gleich, man muss zeigen, dass man ein Top-Team ist.
Die Ergebnisse und Leistungen wichen jedoch drastisch von Nagelsmann ab.

In der CL scheiterte man sofort an Man City. Natürlich kann und darf man behaupten, dass City etwas stärker als die vorherigen Gegner war, der Kontrast von 6 Siegen gegen Top-Teams mit einem Torverhältnis von 12:0 und dem 1:4 gegen City ist aber zu gewaltig, um es nur mit der angewachsenen Teamstärke Citys zu erklären.

Der Hauptkritikpunkt unter Nagelsmann war natürlich die Liga-Performance und die damit eingehende fehlende Konstanz, die man in der Vorsaison unter Tuchel jedoch auch nicht steigern konnte. Bis auf die Spiele gegen Dortmund und Schalke war kein Spiel überzeugend, und es gab drei nicht gewonnene Spiele, das 1:3 gegen RB war zudem die einzige Heimpleite der gesamten Saison.

Die aktuelle Saison ist punktemäßig in der Liga durchaus konstanter, aber dennoch mit vielen Auf und Abs in den Spielen selbst. Die perfekte Beschreibung für unsere Ligaleistung ist in gewisser Weise das 8:0 gegen Darmstadt. Auf dem Papier sieht das super aus, das Spiel selbst war in der ersten Hälfte aber extrem wackelig und erst mit in Hälfte zwei gut. Ähnlich ist auch unsere Saison, sieht mit 29 Punkten sehr gut aus, aber man hatte eben auch schwächere Phasen.

Die CL-Saison ist punktemäßig genauso gut, aber von den Leistungen nicht sehr schön, gerade mit Hinblick auf die letzten Saisons. Man hat seit der Triple-Saison bis auf das 1:1 gegen Atletico (mit B/C-Elf) jedes Gruppenspiel gewonnen, und dabei mehrere Statement-Siege rausgehauen:
2019 hat man die Spurs mit 7:2 geschlagen, 2020 Atletico mit 4:0, 2021 zweimal Barca mit 3:0, und 2022 eben die Siege gegen Inter und Barca.
In dieser Saison war unser höchster Erfolg das 3:1 in Istanbul, kurioserweise in einer Partie, in der man die ersten 70 Minuten klar unterlegen war.

Und daneben stehen dann noch die peinlichen Pleiten in Supercup und Pokal.

Insofern hat man unter Tuchel hinsichtlich Konstanz kaum Fortschritte gemacht, höchstens in den Ergebnissen, nicht aber inhaltlich, die Highlights die man in der Vorsaison vor allem international hatte, sind jedoch fast vollständig verschwunden, der größte Erfolg der Saison war natürlich das 4:0 in Dortmund, daneben standen Unentschieden gegen Leverkusen und RB, die knappen CL-Siege und das 0:3 im Supercup.

Damit fehlt in meinen Augen Tuchel bis dato der Nachweis, dass wir auf dem richtigen Weg sind, sei es über eine aufgebaute Konstanz (gerade auch spielerisch), auf der man sich große Erfolge vorstellen kann, noch mit zumindest vereinzelten Topspielen gegen europäische Spitzengegner.

Und deshalb kritisiere ich ihn, gerade auch, weil man in meinen Augen unter Nagelsmann auf dem richtigen Weg war.

Zitat von Feuerkicker

Dass wir dann in einer Saison gleich drei Schwergewichte schlagen

Und da fängt es mMn schon an, warum du so denkst und argumentierst, wie es in Dauerschleife der Fall ist, dabei diverse Faktoren ignorierend.

Barca, Inter und PSG sind unbestritten große Namen, aber waren sie, als man gegen sie traf, auch tatsächlich Schwergewichte, sportliche Schwergewichte?

Barca hatte seit Jahren an Qualität verloren, zwar einige Transfers getätigt, nachdem man in den Jahren zuvor in CL und EL gescheitert war, aber eben bei weitem nicht auf dem sportlichen Niveau vergangener Jahre, sodass hier bereits dein Argumentationspunkt zu bröckeln beginnt.

Inter ist letzte Saison bis ins CL-Finale vorgedrungen und hätte dort auch gut und gerne gewinnen können. Gerade die KO-Phase war gut bis sehr gut, weil man seine Stärken zum Tragen bringen konnte. Was man aber auch nicht außen vor lassen darf, und das ist für deine Argumentation ja von Belang, ist, dass Inter keine unproblematische Hinrunde hatte, in der ja die CL-Gruppenphase fiel, weshalb für mich der Verweis auf ein sportliches Schwergewicht nicht in dem Maße zutreffend ist, weil das Inter aus der Gruppenphase ein anderes war als das aus der KO-Phase. Zudem war Inter die Jahre zuvor alles andere als ein sportliches Schwergewicht, auf die CL bezogen.

PSG ist halt PSG, namhaft und individuell gut bestückt, aber eben keine Mannschaft, keine Mannschaft, die als sportliches Schwergewicht zu bezeichnen wäre, weil sie im Kollektiv zu überzeugen wissen. Wenn gewisse Spieler wollen, gute Form besitzen, können sich sicher jeden Gegner gefährlich werden oder sogar bezwingen, ohne Frage, aber in den beiden Spielen lief schon sehr viele für die Bayern, vom angeschlagenen Mbappé bis zum Fehler von Verratti.

Wo wir beim Thema Fehler sind, denn auch in der letztjährigen CL-Saison, auch in der Vorrunde, siehe Barca-Spiel, gab es die zuhauf. Man war nicht weniger anfällig als in der Liga oder wie in den Jahren zuvor. Es gab nur nicht diese groben individuellen Fehler, aber dennoch hat man den Gegnern genug Chancen ermöglicht, wenngleich die Vorrunde(n) eigentlich recht gut war(en), aber Nagelsmann konnte da den Makel von schwächeren Rückrunden nicht beseitigen. Ihm gelang es nicht, die Mannschaften in der Rückrunde stets in der entscheidenden Phase in Topform zu bekommen, was statistisch belegbar ist. Letzte Saison mit der Fehlplanung zur Vorbereitung der Rückrunde als Krönung. Das zu leugnen oder zu ignorieren, zeigt eigentlich nur auf, was deine Intention hier seit einiger Zeit ist. Nicht, dass das nötig wäre, wenn man durch die Suchfunktion die Beiträge durchliest, als Nagelsmann Trainer war und das mit jetzt vergleicht, denn das spricht für sich, und da bist du wahrlich nicht der einzige, aber stets wird proklamiert, nicht voreingenommen zu sein, sondern, dass man ja objektiv und neutral bewerten würde. Ja, nee, is klar...

Dass du einfach nicht ehrlich und offen zugeben kannst, dass dir Nagelsmann eben lieber war als Tuchel, dass dir der Fußball und die Art mehr zugesagt hat. Nein, da werden irgendwelche fadenscheinige Gründe vorgeschoben, fragwürdige Argumente angebracht und unnötige Vergleiche gezogen.

Man muss mit Tuchel als Trainer oder Person nichts anzufangen wissen, um ihn dennoch, so objektiv wie möglich, bewerten zu wollen und können. Das ist auch möglich, wenn man die Entlassung, gerade zu dem Zeitpunkt, von Nagelsmann als falsch befunden hat, denn das haben viele Fans. Nur ist Nagelsmann nicht mehr Trainer und Tuchel kann da nichts dafür, dass Nagelsmann, vor allem zu diesem Zeitpunkt entlassen wurde, wenngleich er natürlich indirekt beteiligt war.

Es macht dennoch nahezu keinen Sinn, einzelne Saisons zu vergleichen und zu behaupten, wenn dies und jenes geschehen wäre, dann. Das typische hätte, wäre, wenn. Nagelsmann hatte keinen Kane, richtig, aber er hatte zumeist in ausreichender Quantität vorhandene Verteidiger und Mittelfeldspieler, sodass es fragwürdig anmutet, wenn einige hier meinen "hätte Nagelsmann den Kane gehabt, ja, dann..." Was dann? Wie wären die Spiele in der letztjährigen CL-Gruppenphase gelaufen, wenn unter Nagelsmann so eine Personalnot aufgetreten worden wäre? Man kann doch eben nicht das, was potenziell für Nagelsmann sprechen würde anführen, aber gegenteilig finden gewisse Faktoren keinerlei Erwähnung.

Die letztjährige Leistung in der CL war bis zur Entlassung gut bis sehr gut, und das bestreitet auch hoffentlich niemand, aber das bedeutet doch nicht, dass man mit Nagelsmann gegen City weiter gekommen wäre, dass dort Upamecano nicht diese Fehler gemacht hätte, oder dass man mit Nagelsmann in dieser Saison bisher eine bessere CL gespielt hätte. Wer sagt denn, dass Nagelsmann diese Personalprobleme besser gehandhabt hätte, wo er doch eher für Vollgasfußball steht? Hätte er die Belastungssteuerung besser managen können?

Das weiß niemand, aber gerade deshalb trotzdem davon auszugehen, nur um Nagelsmann zu protegieren und Tuchel zu denunzieren, ist das, warum du, und einige andere hier, zurecht Gegenwind bekommen, weil einfach eine faire Bewertung nicht vorhanden ist. Es werden einfach nur Gründe gesucht, teilweise sogar ausgedacht und hypothetisch, um seine vorgefertigte Meinung vertreten zu können. Der Versuch auf eine möglichst faire und objektive Bewertung, auch wenn man Vorurteile gegen den Trainer hat, ist kaum bis gar nicht erkennbar.

Mit dieser Herangehensweise bist du eigentlich für eine Diskussion in dieser Thematik gänzlich ungeeignet, weil die vorgefertigte Meinung stets im Vordergrund steht und eben nicht die Ergebnisoffenheit.

Sollte man mit Tuchel souverän die Meisterschaft und zusätzlich die CL gewinnen, würdest du noch behaupten, dass man es mit Nagelsmann noch besser gemacht hätte, weil du nicht anders kannst oder willst.



Dazu macht @Feuerkicker den Fehler und bezeichnet nur Barca als Schwergewicht. Dieses Barca, das letztes Jahr gegen Manchester United rausgeflogen ist. Die sind dieses Jahr aber kein Schwergewichtugly Dazu muss man sich bei ihm einfach folgende Tatsachen vergewissern

United wirft Barca raus -

Barca Schwergewicht. United nicht.
Ergibt Sinn



Jetzt kommt er noch um die Ecke Barca wäre anderes Kaliber. Hat man letztes Jahr im direkten Duell gesehenstark


Bayern vs Barca

Barca xg Wert von 1.98
Souveräner Sieg

Bayern vs United
United xg Wert von 1.44
Kein Souveräner Sieg

Mehr muss man da auch gar nicht sagen. Ich gebs bei ihm auch auf.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Triplefeld am 20.11.2023 um 19:55 Uhr bearbeitet
Thomas Tuchel |#9698
20.11.2023 - 19:56 Uhr
Zitat von Triplefeld
Zitat von 3-Ecken-Elfer

Zitat von Feuerkicker

Zitat von Triplefeld

Zitat von Feuerkicker

Zitat von Ezio_93

Mal eine Frage in die Runde, wie ihr Tuchel so seht.

Ich mag Tuchel eigentlich sehr. Ich finde er ist ein herausragender Trainer und mit Kloppo zusammen gehört er zu den beiden besten deutschen Trainern weltweit. Auch rhetorisch ist er Spitze und sagt extrem viele kluge Dinge und er serviert in den Interviews auch nicht immer denselben Einheitsbrei. Dem kann man echt zuhören.

Aber seit dieser Saison sorgt vor allem er für ein Störfeuer nach dem anderen. Mit einigen Dingen hat er recht - ohne ins Detail zu gehen, sonst wirds definitiv zu lang - aber er wärmt die gleichen Themen auch immer und immer wieder auf. Nach dem BVB Spiel kamen mir manchen Reaktionen auch total künstlich vor, quasi kalkulierend. Jetzt beschwert er sich über die Ansetzung nach der Länderspielpause, womit er ebenfalls recht hat, aber als es gegen Leverkusen ging, war Bayern durch das Heimspiel ein wenig mehr im Vorteil, wobei dort die Ansetzung grundsätzlich auch schon total daneben war. Ist nur ein Beispiel einer langen Reihe von anderen Beispielen. Wie gesagt, im Grunde hat er da recht.

Aber so oder so poltert er ziemlich häufig öffentlich. Ist das dann Bayern-Like, was man von ihm erwartet? Voll auf Attacke gehen, um von Dingen abzulenken. Oder überdreht er nicht auch öfter mal?

Und wie seht ihr allgemein die Spielweise? Ich finde, was angesichts der erzielten Ergebnisse total Paradox ist, dass diese Mannschaft gar nicht so gefestigt oder stabil wirkt. Auch die Dominanz ist irgendwie total flöten gegangen. Dennoch spielt man gleichzeitig eine Rekord-Saison. In der Liga wäre man unter normalen Umständen schon längst auf und davon, dabei schießt man knapp 4 Tore pro Spiel und das nach 11 Spieltagen (!) und man stellt die beste Abwehr, obwohl die eigentlich noch schwächer ist, als die Jahre davor. Nominell sind das tolle Namen, aber der Verbund funktioniert für mich nicht gut.

Ist das dann angesichts der Ergebnisse egal, oder wünscht man sich doch wieder mehr Kontrolle und Stabilität? Oder man sieht es natürlich ganz anders als ich.

Die von dir beschriebenen "Ausbrüche" medial, sind mir relativ egal. Die wandeln alle auf einem schmalen Grat zwischen berechtigt und kleinkariert, aber die sind eher ein externes Thema, als dass sie den FC Bayern wirklich beeinflussen.

Was eher störte, waren seine Aussagen über die Mannschaft, über den Kader, die einfach einen negativen Effekt auf selbigen haben (könnten), das wurde dann laut Berichten auch von den Club-Bossen kritisiert und Tuchel untersagt und seitdem ist er da deutlich zurückhaltender.

Die Spielweise ist und bleibt mein größter Kritikpunkt, denn diese finde ich auch nicht dominant oder gefestigt.
In meinen Augen spielen wir Heroenfußball, der komplett abhängig von der individuellen Klasse ist, und dank unseres überragenden Kaders, gerade in der Offensive, holen wir uns die Punkte.
Im Pokal hat uns unsere schwache Spielweise, sowie die damit verbundene Problematik des Rotierens, schon einen Titel gekostet, was den guten Ligastart deutlich trübt.
Der CL-Start ist mit 12 Punkten eigentlich gut, ist im Vergleich zu den Vorjahren (mit jeweils stärkeren Gruppen) aber der schlechteste seit 2018 (was komplett absurd istugly ), und kam ohne eine einzige überragende Leistung zustande.

Ich bin mehr als skeptisch , was das Abschneiden in der CL angeht, und sehe da Potential, dass wir früh ausscheiden, wenn die Lose nicht perfekt passen, in der Liga scheint es vor allem gegen individuell schwächere Teams irgendwie zu funktionieren, aber zufrieden bin ich insgesamt nicht.



Der CL Start ist perfekt. Im Februar interessiert es niemanden ob man 100:0 Tore oder 26:20 hat. Ab da zählt es. Natürlich kann es sein, das man gegen einen guten Gegner rausfliegt. Man kann sie auch schlagen (Paris) oder gegen schlechtere ausscheiden (Villarreal). Man wird auch heute nicht pauschal sagen können wie man ein Ausscheiden bewerten soll, da da es auf viele Faktoren ankommt (Schiriglück, Sperren, Verletzte). Das du nicht zufrieden bist ist ja ok. Es wäre nur glaubhafter wenn du diese Ansprüche auch an Nagelsmann gehabt hättest. Den hast du hier nämlich bis aufs Blut verteidigt. Da erweckt es den Anschein, das du gerne gegen den Strom schwimmst. Nagelsmann wird hier kritisiert. Verteidigen wir ihn. Tuchel wird gelobt. Also kritisieren wir ihn. Vielleicht ist dir Nagelsmann auch einfach sympathischer, das sollte aber nicht verhindern das man beide fair bewertet. Und das machst du aus meiner Sicht nicht.

Mein Anspruch an einen Trainer des FC Bayern ist es, ob er gute Arbeit macht und man sich auf dem richtigen Weg befindet. Richtiger Weg bedeutet dahingehend, dass man international konkurrenzfähig ist.
Letzteres hat man unter Nagelsmann bewiesen, als man mit Inter, Barca, und PSG souverän geschlagen hat.
Und ja, ich weiß das habe ich schon 493-mal erwähnt und klinge wie eine kaputte Schallplatte, aber das liegt daran, weil es in meinen Augen eine signifikante Leistung in der Geschichte des FC Bayern ist.
In den meisten Saisons ist es bei uns so, dass wir am ersten Titelkandidaten in der CL scheitern, mal knapper, mal deutlicher. Ausnahmen geschehen meistens in den CL-Sieger-Jahren.
Wenn man sich mal die Jahre zwischen den Erfolgen 2013 und 2020 ansieht, so haben wir da kaum Schwergewichte bezwingen können. Ausnahmen waren vereinzelte Vorrundensiege gegen City (die damals aber deutlich schwächer waren als heute), Atletico und PSG (wo man aber jeweils nur einen Sieg und eine Pleite hatte, 2017 und 2018 wurde man sogar nur Gruppenzweiter), sowie der Erfolg im Achtelfinale 2016 über Juve. Und auch der Erfolg gegen die Italiener war ein knapper Erfolg, nach einer in der 90. Minute erzwungenen Verlängerung.

Dass wir dann in einer Saison gleich drei Schwergewichte schlagen, und das souverän und ohne einen einzigen Gegentreffer, ist etwas hoch seltenes in der Geschichte des FC Bayern, und kam eigentlich nur in Saisons mit dem Titel vor, 2001 schlug man United und Real in Viertel und Halbfinale- jeweils zweimal, 2013 bezwang man Juve und Barca ohne ein einziges Gegentor, und 2020 hat man jedes Spiel in der CL gewonnen und dabei Tottenham mit 10:2, Chelsea mit 7:1 über je zwei Spiele, und Barca mit 8:2 vernichtet.

Daher werte ich diese Erfolge letzte Saison so hoch, und bin der Meinung, dass wir auf einem sehr guten Weg waren, trotz der schwachen Bilanz in der Liga. Letztere schiebe ich deshalb auf andere Faktoren, Verletzungen waren in beiden Nagelsmann-Saisons ein Thema, 2021/22 fehlten monatelang die Schlüsselspieler Davies und Goretzka, wohingegen fast jeder im Team mit Corona mal ausfiel und gerade zu der Winterpause stand uns nur ein Rumpfkader zur Verfügung, 2022/23 verletzten sich mit Mane, Neuer, Hernandez und Mazraoui vier wichtige Spieler.
Die WM brachte generell nur Frust für jeden im Team und natürlich fehlte letzte Saison auch ein Top-Stürmer.
Kane steht diese Saison schon bei 17 Bundesliga-Treffern, unser bester Torjäger letzte Saison war nach 11 Spielen Musiala mit 6.
Und mein Hauptpunkt war vor allem, dass man in der Liga nach 10 Titeln einfach mental etwas nachließ.

Aber an Nagelsmann hatte ich eben kaum Zweifel, dass man unter ihm eine Top-Mannschaft Europas darstellt, ansonsten hätte man Inter, Barca und PSG nicht so souverän schlagen können.

Unter Tuchel ist der Maßstab gleich, man muss zeigen, dass man ein Top-Team ist.
Die Ergebnisse und Leistungen wichen jedoch drastisch von Nagelsmann ab.

In der CL scheiterte man sofort an Man City. Natürlich kann und darf man behaupten, dass City etwas stärker als die vorherigen Gegner war, der Kontrast von 6 Siegen gegen Top-Teams mit einem Torverhältnis von 12:0 und dem 1:4 gegen City ist aber zu gewaltig, um es nur mit der angewachsenen Teamstärke Citys zu erklären.

Der Hauptkritikpunkt unter Nagelsmann war natürlich die Liga-Performance und die damit eingehende fehlende Konstanz, die man in der Vorsaison unter Tuchel jedoch auch nicht steigern konnte. Bis auf die Spiele gegen Dortmund und Schalke war kein Spiel überzeugend, und es gab drei nicht gewonnene Spiele, das 1:3 gegen RB war zudem die einzige Heimpleite der gesamten Saison.

Die aktuelle Saison ist punktemäßig in der Liga durchaus konstanter, aber dennoch mit vielen Auf und Abs in den Spielen selbst. Die perfekte Beschreibung für unsere Ligaleistung ist in gewisser Weise das 8:0 gegen Darmstadt. Auf dem Papier sieht das super aus, das Spiel selbst war in der ersten Hälfte aber extrem wackelig und erst mit in Hälfte zwei gut. Ähnlich ist auch unsere Saison, sieht mit 29 Punkten sehr gut aus, aber man hatte eben auch schwächere Phasen.

Die CL-Saison ist punktemäßig genauso gut, aber von den Leistungen nicht sehr schön, gerade mit Hinblick auf die letzten Saisons. Man hat seit der Triple-Saison bis auf das 1:1 gegen Atletico (mit B/C-Elf) jedes Gruppenspiel gewonnen, und dabei mehrere Statement-Siege rausgehauen:
2019 hat man die Spurs mit 7:2 geschlagen, 2020 Atletico mit 4:0, 2021 zweimal Barca mit 3:0, und 2022 eben die Siege gegen Inter und Barca.
In dieser Saison war unser höchster Erfolg das 3:1 in Istanbul, kurioserweise in einer Partie, in der man die ersten 70 Minuten klar unterlegen war.

Und daneben stehen dann noch die peinlichen Pleiten in Supercup und Pokal.

Insofern hat man unter Tuchel hinsichtlich Konstanz kaum Fortschritte gemacht, höchstens in den Ergebnissen, nicht aber inhaltlich, die Highlights die man in der Vorsaison vor allem international hatte, sind jedoch fast vollständig verschwunden, der größte Erfolg der Saison war natürlich das 4:0 in Dortmund, daneben standen Unentschieden gegen Leverkusen und RB, die knappen CL-Siege und das 0:3 im Supercup.

Damit fehlt in meinen Augen Tuchel bis dato der Nachweis, dass wir auf dem richtigen Weg sind, sei es über eine aufgebaute Konstanz (gerade auch spielerisch), auf der man sich große Erfolge vorstellen kann, noch mit zumindest vereinzelten Topspielen gegen europäische Spitzengegner.

Und deshalb kritisiere ich ihn, gerade auch, weil man in meinen Augen unter Nagelsmann auf dem richtigen Weg war.

Zitat von Feuerkicker

Dass wir dann in einer Saison gleich drei Schwergewichte schlagen

Und da fängt es mMn schon an, warum du so denkst und argumentierst, wie es in Dauerschleife der Fall ist, dabei diverse Faktoren ignorierend.

Barca, Inter und PSG sind unbestritten große Namen, aber waren sie, als man gegen sie traf, auch tatsächlich Schwergewichte, sportliche Schwergewichte?

Barca hatte seit Jahren an Qualität verloren, zwar einige Transfers getätigt, nachdem man in den Jahren zuvor in CL und EL gescheitert war, aber eben bei weitem nicht auf dem sportlichen Niveau vergangener Jahre, sodass hier bereits dein Argumentationspunkt zu bröckeln beginnt.

Inter ist letzte Saison bis ins CL-Finale vorgedrungen und hätte dort auch gut und gerne gewinnen können. Gerade die KO-Phase war gut bis sehr gut, weil man seine Stärken zum Tragen bringen konnte. Was man aber auch nicht außen vor lassen darf, und das ist für deine Argumentation ja von Belang, ist, dass Inter keine unproblematische Hinrunde hatte, in der ja die CL-Gruppenphase fiel, weshalb für mich der Verweis auf ein sportliches Schwergewicht nicht in dem Maße zutreffend ist, weil das Inter aus der Gruppenphase ein anderes war als das aus der KO-Phase. Zudem war Inter die Jahre zuvor alles andere als ein sportliches Schwergewicht, auf die CL bezogen.

PSG ist halt PSG, namhaft und individuell gut bestückt, aber eben keine Mannschaft, keine Mannschaft, die als sportliches Schwergewicht zu bezeichnen wäre, weil sie im Kollektiv zu überzeugen wissen. Wenn gewisse Spieler wollen, gute Form besitzen, können sich sicher jeden Gegner gefährlich werden oder sogar bezwingen, ohne Frage, aber in den beiden Spielen lief schon sehr viele für die Bayern, vom angeschlagenen Mbappé bis zum Fehler von Verratti.

Wo wir beim Thema Fehler sind, denn auch in der letztjährigen CL-Saison, auch in der Vorrunde, siehe Barca-Spiel, gab es die zuhauf. Man war nicht weniger anfällig als in der Liga oder wie in den Jahren zuvor. Es gab nur nicht diese groben individuellen Fehler, aber dennoch hat man den Gegnern genug Chancen ermöglicht, wenngleich die Vorrunde(n) eigentlich recht gut war(en), aber Nagelsmann konnte da den Makel von schwächeren Rückrunden nicht beseitigen. Ihm gelang es nicht, die Mannschaften in der Rückrunde stets in der entscheidenden Phase in Topform zu bekommen, was statistisch belegbar ist. Letzte Saison mit der Fehlplanung zur Vorbereitung der Rückrunde als Krönung. Das zu leugnen oder zu ignorieren, zeigt eigentlich nur auf, was deine Intention hier seit einiger Zeit ist. Nicht, dass das nötig wäre, wenn man durch die Suchfunktion die Beiträge durchliest, als Nagelsmann Trainer war und das mit jetzt vergleicht, denn das spricht für sich, und da bist du wahrlich nicht der einzige, aber stets wird proklamiert, nicht voreingenommen zu sein, sondern, dass man ja objektiv und neutral bewerten würde. Ja, nee, is klar...

Dass du einfach nicht ehrlich und offen zugeben kannst, dass dir Nagelsmann eben lieber war als Tuchel, dass dir der Fußball und die Art mehr zugesagt hat. Nein, da werden irgendwelche fadenscheinige Gründe vorgeschoben, fragwürdige Argumente angebracht und unnötige Vergleiche gezogen.

Man muss mit Tuchel als Trainer oder Person nichts anzufangen wissen, um ihn dennoch, so objektiv wie möglich, bewerten zu wollen und können. Das ist auch möglich, wenn man die Entlassung, gerade zu dem Zeitpunkt, von Nagelsmann als falsch befunden hat, denn das haben viele Fans. Nur ist Nagelsmann nicht mehr Trainer und Tuchel kann da nichts dafür, dass Nagelsmann, vor allem zu diesem Zeitpunkt entlassen wurde, wenngleich er natürlich indirekt beteiligt war.

Es macht dennoch nahezu keinen Sinn, einzelne Saisons zu vergleichen und zu behaupten, wenn dies und jenes geschehen wäre, dann. Das typische hätte, wäre, wenn. Nagelsmann hatte keinen Kane, richtig, aber er hatte zumeist in ausreichender Quantität vorhandene Verteidiger und Mittelfeldspieler, sodass es fragwürdig anmutet, wenn einige hier meinen "hätte Nagelsmann den Kane gehabt, ja, dann..." Was dann? Wie wären die Spiele in der letztjährigen CL-Gruppenphase gelaufen, wenn unter Nagelsmann so eine Personalnot aufgetreten worden wäre? Man kann doch eben nicht das, was potenziell für Nagelsmann sprechen würde anführen, aber gegenteilig finden gewisse Faktoren keinerlei Erwähnung.

Die letztjährige Leistung in der CL war bis zur Entlassung gut bis sehr gut, und das bestreitet auch hoffentlich niemand, aber das bedeutet doch nicht, dass man mit Nagelsmann gegen City weiter gekommen wäre, dass dort Upamecano nicht diese Fehler gemacht hätte, oder dass man mit Nagelsmann in dieser Saison bisher eine bessere CL gespielt hätte. Wer sagt denn, dass Nagelsmann diese Personalprobleme besser gehandhabt hätte, wo er doch eher für Vollgasfußball steht? Hätte er die Belastungssteuerung besser managen können?

Das weiß niemand, aber gerade deshalb trotzdem davon auszugehen, nur um Nagelsmann zu protegieren und Tuchel zu denunzieren, ist das, warum du, und einige andere hier, zurecht Gegenwind bekommen, weil einfach eine faire Bewertung nicht vorhanden ist. Es werden einfach nur Gründe gesucht, teilweise sogar ausgedacht und hypothetisch, um seine vorgefertigte Meinung vertreten zu können. Der Versuch auf eine möglichst faire und objektive Bewertung, auch wenn man Vorurteile gegen den Trainer hat, ist kaum bis gar nicht erkennbar.

Mit dieser Herangehensweise bist du eigentlich für eine Diskussion in dieser Thematik gänzlich ungeeignet, weil die vorgefertigte Meinung stets im Vordergrund steht und eben nicht die Ergebnisoffenheit.

Sollte man mit Tuchel souverän die Meisterschaft und zusätzlich die CL gewinnen, würdest du noch behaupten, dass man es mit Nagelsmann noch besser gemacht hätte, weil du nicht anders kannst oder willst.



Dazu macht @Feuerkicker den Fehler und bezeichnet nur Barca als Schwergewicht. Dieses Barca, das letztes Jahr gegen Manchester United rausgeflogen ist. Die sind dieses Jahr aber kein Schwergewichtugly Dazu muss man sich bei ihm einfach folgende Tatsachen vergewissern

United wirft Barca raus -

Barca Schwergewicht. United nicht.
Ergibt Sinn



Jetzt kommt er noch um die Ecke Barca wäre anderes Kaliber. Hat man letztes Jahr im direkten Duell gesehenstark


Bayern vs Barca

Barca xg Wert von 1.98
Souveräner Sieg

Bayern vs United
United xg Wert von 1.44
Kein Souveräner Sieg

Mehr muss man da auch gar nicht sagen. Ich gebs bei ihm auch auf.

"Ein Falschfahrer? Hunderte!"

•     •     •

Loriot: "In Krisenzeiten suchen Intelligente nach Lösungen, Idioten suchen nach Schuldigen.

Dieter Hallervorden: "Das größte Problem in der Geschichte der Menschheit ist, dass die Leute, die die Wahrheit kennen, den Mund nicht aufmachen. Und diejenigen, die von nichts eine Ahnung haben, bekommt man einfach nicht zum Schweigen."

"Sei Kind, wann immer Du kannst, und nur erwachsen, wenn Du musst"
Thomas Tuchel |#9699
20.11.2023 - 20:08 Uhr
Zitat von Triplefeld

Dazu macht @Feuerkicker den Fehler und bezeichnet nur Barca als Schwergewicht. Dieses Barca, das letztes Jahr gegen Manchester United rausgeflogen ist. Die sind dieses Jahr aber kein Schwergewichtugly Dazu muss man sich bei ihm einfach folgende Tatsachen vergewissern

United wirft Barca raus -

Barca Schwergewicht. United nicht.
Ergibt Sinn



Jetzt kommt er noch um die Ecke Barca wäre anderes Kaliber. Hat man letztes Jahr im direkten Duell gesehenstark


Bayern vs Barca

Barca xg Wert von 1.98
Souveräner Sieg

Bayern vs United
United xg Wert von 1.44
Kein Souveräner Sieg

Mehr muss man da auch gar nicht sagen. Ich gebs bei ihm auch auf.


Es ist aber auch fraglich ob das ein sinnvoller Vergleich ist. Betrachte ich den 2:1 Sieg von ManU gegen Barca aus der Vorsaison, stehen davon gerade mal 4 Spieler gegen uns auf dem Platz.
Thomas Tuchel |#9700
20.11.2023 - 20:18 Uhr
Zitat von FCBOli
Zitat von Triplefeld

Dazu macht @Feuerkicker den Fehler und bezeichnet nur Barca als Schwergewicht. Dieses Barca, das letztes Jahr gegen Manchester United rausgeflogen ist. Die sind dieses Jahr aber kein Schwergewichtugly Dazu muss man sich bei ihm einfach folgende Tatsachen vergewissern

United wirft Barca raus -

Barca Schwergewicht. United nicht.
Ergibt Sinn



Jetzt kommt er noch um die Ecke Barca wäre anderes Kaliber. Hat man letztes Jahr im direkten Duell gesehenstark


Bayern vs Barca

Barca xg Wert von 1.98
Souveräner Sieg

Bayern vs United
United xg Wert von 1.44
Kein Souveräner Sieg

Mehr muss man da auch gar nicht sagen. Ich gebs bei ihm auch auf.


Es ist aber auch fraglich ob das ein sinnvoller Vergleich ist. Betrachte ich den 2:1 Sieg von ManU gegen Barca aus der Vorsaison, stehen davon gerade mal 4 Spieler gegen uns auf dem Platz.



Ein paar Spieler waren gesperrt. Das Hinspiel in fast Besetzung wurde auch nicht gewonnen. Wie kann man da seriös von anderem Kaliber reden. Ein Barca das 2 x in Folge in die EL musste. Das zu Hause gegen Frankfurt verlor. Das dieses Jahr gegen Donezk verloren hat. Nur wenn man stur bei seiner Meinung bleiben will. Wieso soll es nicht möglich sein, das Gala dieses Jahr nicht leichter zu bespielen war als Inter oder Barca. Haben halt nicht den großen Namen. Hat Türkei auch nicht. Und trotzdem hat Nagelsmann verloren.
  Post-Optionen
Den kompletten Thread wirklich löschen?

  Paten-Optionen
Möchtest Du den Beitrag wirklich löschen?
  Diesen Beitrag alarmieren
  Diesen Beitrag alarmieren
  Diesen Beitrag alarmieren
  Lesezeichen
  Abonnierte Threads
  Guter Beitrag
  Guter Beitrag
  Guter Beitrag
  Post-Optionen
Nutze die Thread-Suche, wenn Du diesen Post in einen anderen Thread verschieben möchtest. Drücke Thread erstellen, wenn aus diesem Post ein eigenständiger Thread werden soll.
Widerruf Tracking & Cookies

Du hast erfolgreich deine Einwilligung in die Nutzung unseres Angebots mit Tracking und Cookies widerrufen. Damit entfallen alle Einwilligungen, die du zuvor über den (Cookie-) Einwilligungsbanner bzw. über den Privacy-Manager erteilt hast. Du kannst dich jetzt erneut zwischen dem Pur-Abo und der Nutzung mit Tracking und Cookies entscheiden. Bitte beachte, dass dieser Widerruf aus technischen Gründen keine Wirksamkeit für sonstige Einwilligungen (z.B. in den Empfang von Newslettern) entfalten kann. Bitte wende dich diesbezüglich an datenschutz@transfermarkt.de.