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Ex-Lautrer

31.07.2015 - 09:17 Uhr
Ex-Lautrer |#191
14.02.2020 - 13:32 Uhr
Ich weiß nicht ob es wirklich hier hin gehört also bitt verschieben (oder zur Not auch komplett löschen):

Wer nach der Jahrtausendwende bis 2015 im Stadion in der West war oder auch auswärts den FCK unterstützt hat kannte den Mann mit dem prägnanten Spitzbart und dem "Knopf im Ohr". Dietmar Scholz war Polizist und "szenekundiger Beamter".

Was ich heute in der RP las, zieht mir die Schuhe aus. Scholz wurde bei einem Spiel beim KSC 2015 fast von einer wahrscheinlich mit Pistole abgefeuerten Leuchtkugel getroffen und hat seit dem Probleme wie Schlafstörungen etc. Mehrere Ärzte (u.a. ein Bundeswehrarzt, der sich damit auskennt) bescheinigten ihm PTBS (Posttraumatisches Belastungsstörung). Scholz ist inzwischen Frühpensionist und kämpft um Anerkennung des Vorfalls als "Dienstunfall".

Er hat sich, als es kein Vorankommen gab, an Malu Dreyer gewandt und bekam darauf die Aufforderung der ADD (hallo, Aufsichtsbehörde in Trier, klingelt da was?) sich bei einem Gutachter in Frankental zu melden - einem "ausgewiesenen Fachmann für Geriatrie"!, wie es in der RP beschrieben wird. Der erkannte nicht das PTBS und bezweifelt, daß die Symptome die Scholz seit nunmehr 5 Jahren mit sich rumschleppt durch den Vorfall in Karlsruhe ausgelöst wurden.

Scholz zieht vor Gericht. Heute ist Verhandlung.

https://www.rheinpfalz.de/artikel/nach-pyro-vorfall-ex-polizist-kaempft-seit-fuenf-jahren-um-anerkennung-als-dienstunfall/

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"Die Fußballbegeisterung ist ein Jugendleiden, das einen ein Leben lang begleitet"
(Pier Paolo Pasolini)

Dieser Beitrag wurde zuletzt von Roon_Bub am 14.02.2020 um 13:40 Uhr bearbeitet
Ex-Lautrer |#192
01.03.2020 - 11:23 Uhr
Zitat von osirisy
Unser SuperMario zu Gast beim Doppelpaß

Für mich ist das schon lange nicht mehr "unser" Mario. Dieser gescheiterte Selbstdarsteller glänzt nur dadurch aufgrund einer unbedeutenden Lautern-Vergangenheit die Zeitung mit vier Biuchstaben mit Negativ-Schlagzeilen über unseren Club zu füttern. Mario ist nur noch ein Dummschwätzer - sonst nix.

•     •     •

Mitglied-Nr. 11323
Pro Gerry!
Ex-Lautrer |#193
08.04.2020 - 11:45 Uhr
Wäre es nicht mal an der Zeit, den Namen Grünewalt hier im Forum ad acta zu legen, anstatt sich noch weiter in Häme zu üben bei seinen weiteren beruflichen Schritten?

Ich weiß, wir haben ihm in negativer Sicht viel zu "verdanken" und er war einer der Unfähigsten der letzten Jahre auf dieser Position. Aber was nützt es euch jetzt, sich über ihn lustig zu machen? Beschäftigt euch mit was anderem, genießt das Wetter, was weiß ich.

Zudem würde ich mich eigentlich im Ex-Lauterer-Thread viel mehr freuen, etwas über Ex-Lauterer zu lesen, die mir etwas bedeuten. Die wirkliche Ex-Lauterer sind. Und dazu gehört Grünewalt sicher nicht!
Ex-Lautrer |#194
26.05.2020 - 08:27 Uhr
@weissherbstschorle

Kuntz hat - und das hat er im Nachhinein sogar zugegeben - auf den AR "eingewirkt" an Grünewalt festzuhalten. Andernfalls wäre er gegangen.
Dummerweise hat der FCK aber nicht Stefan Kuntz gehört und es war trotz seiner Verdienste nicht innerhalb seiner Kompetenzen, so aufzutreten.
Jetzt wirst du sagen, doch, das war es, weil Kuntz sich diese Stellung erarbeitet hatte.

Wenn dem so ist, lässt sich dieses Alleinentscheidertum aber nur rechtfertigen, solange es funktioniert. Das heißt für einen Fußballverein: so lange der sportliche Erfolg da ist.
Und das wiederum heißt, dass man nicht konstant unterhalb der Platzierung abschneidet, die der der Etat im Ligavergleich ausweist.

Grünewalt war zudem nicht nur "relativ unerfahren", sondern eine katastrophale Fehlbesetzung, die sich nur gehalten hat, weil sie Kuntz hörig war.
Ein Finanzvorstand muss dem Sportvorstand sagen können, dass die Mittel nicht da sind, um den Kader im Winter noch mal total umzukrempeln.

Von der sagenumwobenen Anleihe sprechen wir am besten gar nicht.

Wenn es dir besser gefällt und wichtig ist, sprechen wir von mir aus vom "Wieder"aufstieg. Ich habe selbst Kuntz für die Zeitspanne, in die der Aufstieg fiel, als große Vereinsikone bezeichnet und ich bin durchaus im Stande, zwischen seiner Anfangszeit und der Zeit danach zu differenzieren.

Und ja, Kuntz war so lange ein herausragender Sportvorstand, so lange er sich nicht noch hauptamtlich um die Vereinsführung als solche gekümmert hat. Damit hat er sich ganz einfach überhoben, weil er meinte, alles selbst machen zu müssen. Was eine fatale Fehleinschätzung war.
Wahlweise hätte er sich auch auf den Posten des Sportvorstands konzentrieren können. Dann hätten wir keinen Sportdirektor, aber einen zweiten starken Mann im Vorstand für repräsentative Aufgaben gebraucht. Einen wie Markus Merk etwa.

Dazu kam ein derart schwacher AR (ich sag es explizit: nicht Kuntz' Schuld!), so dass Kuntz mit der Zeit zum Einzelkämpfer war, der in jeder angebotenen Unterstützung einen potentiellen Verrat sah.

Bezüglich des Glamourfaktors: Absolut einverstanden. Wenn man nicht (was nur ab und zu passiert) Spieler findet, die von FFM aus pendeln, ist das ein Nachteil. Andererseits ist es die Aufgabe eines sportlichen Leiters, die Spieler zu finden, die darauf keinen so großen Wert legen.
Etwas, das der FCK über Jahrzehnte immer wieder geschafft hat. KL war nämlich noch nie sonderlich attraktiver als heute.

PS: "O-Ton Berti"? Ist das hier jetzt eine Glaubensfrage?
Dieser Beitrag wurde zuletzt von FckTribun am 26.05.2020 um 08:33 Uhr bearbeitet
Ex-Lautrer |#195
26.05.2020 - 10:09 Uhr
Zitat von FckTribun
@weissherbstschorle

Kuntz hat - und das hat er im Nachhinein sogar zugegeben - auf den AR "eingewirkt" an Grünewalt festzuhalten. Andernfalls wäre er gegangen.
Dummerweise hat der FCK aber nicht Stefan Kuntz gehört und es war trotz seiner Verdienste nicht innerhalb seiner Kompetenzen, so aufzutreten.
Jetzt wirst du sagen, doch, das war es, weil Kuntz sich diese Stellung erarbeitet hatte.

Wenn dem so ist, lässt sich dieses Alleinentscheidertum aber nur rechtfertigen, solange es funktioniert. Das heißt für einen Fußballverein: so lange der sportliche Erfolg da ist.
Und das wiederum heißt, dass man nicht konstant unterhalb der Platzierung abschneidet, die der der Etat im Ligavergleich ausweist.

Grünewalt war zudem nicht nur "relativ unerfahren", sondern eine katastrophale Fehlbesetzung, die sich nur gehalten hat, weil sie Kuntz hörig war.
Ein Finanzvorstand muss dem Sportvorstand sagen können, dass die Mittel nicht da sind, um den Kader im Winter noch mal total umzukrempeln.

Von der sagenumwobenen Anleihe sprechen wir am besten gar nicht.

Wenn es dir besser gefällt und wichtig ist, sprechen wir von mir aus vom "Wieder"aufstieg. Ich habe selbst Kuntz für die Zeitspanne, in die der Aufstieg fiel, als große Vereinsikone bezeichnet und ich bin durchaus im Stande, zwischen seiner Anfangszeit und der Zeit danach zu differenzieren.

Und ja, Kuntz war so lange ein herausragender Sportvorstand, so lange er sich nicht noch hauptamtlich um die Vereinsführung als solche gekümmert hat. Damit hat er sich ganz einfach überhoben, weil er meinte, alles selbst machen zu müssen. Was eine fatale Fehleinschätzung war.
Wahlweise hätte er sich auch auf den Posten des Sportvorstands konzentrieren können. Dann hätten wir keinen Sportdirektor, aber einen zweiten starken Mann im Vorstand für repräsentative Aufgaben gebraucht. Einen wie Markus Merk etwa.

Dazu kam ein derart schwacher AR (ich sag es explizit: nicht Kuntz' Schuld!), so dass Kuntz mit der Zeit zum Einzelkämpfer war, der in jeder angebotenen Unterstützung einen potentiellen Verrat sah.

Bezüglich des Glamourfaktors: Absolut einverstanden. Wenn man nicht (was nur ab und zu passiert) Spieler findet, die von FFM aus pendeln, ist das ein Nachteil. Andererseits ist es die Aufgabe eines sportlichen Leiters, die Spieler zu finden, die darauf keinen so großen Wert legen.
Etwas, das der FCK über Jahrzehnte immer wieder geschafft hat. KL war nämlich noch nie sonderlich attraktiver als heute.

PS: "O-Ton Berti"? Ist das hier jetzt eine Glaubensfrage?


Es war ein Fehler, dass man Kuntz auf die Art abgesägt hat. Das wissen heute viele Anhänger und inzwischen wissen auch viele, dass das, was auf der JHV 2015 passiert ist, eine gezielte und geplante Aktion war, deren Erfolg im Anschluss in größerer Runde gefeiert wurde, von allseits bekannten Leuten.

Das war in den vielen Jahren auch ganz sicher nicht die einzige Aktion dieser Art und das Kuntz am Ende überall Verrat sah, lag vor allem daran, weil überall Verrat war und an jeder Ecke ein Heckenschütze lauerte. Natürlich hat Kuntz auch Angriffsfläche geboten aber wer macht das auf diesem Posten nicht, dafür muss man sich nur die Halbwertszeit der Vereinsführungen vor und nach ihm betrachten.

Trotz ständiger Angriffe hat Kuntz in seiner Zeit alles dafür getan, die Anhängerschaft so gut wie möglich zusammenzuhalten. Auf Mittel wie Unterlassungsverfügungen hat er immer verzichtet, höchstens mal angedroht, dabei hätte er dazu weiß Gott allen Grund gehabt. Wenn man sich die zahlreichen, knallharten Verleumdungen vor Augen führt, die gegen ihn gelaufen sind und sich auch im Nachhinein, trotz Grotepasses lachhafter Untersuchung, kein einziger Vorwurf gegen ihn als evident erwiesen hat.

Die Art wie Kuntz den FCK geführt hat, hat vielen nicht geschmeckt aber es ist halt die einzige Art, wie man den FCK überhaupt halbwegs vernünftig führen kann, ohne sofort aufgerieben zu werden. Was machen denn heute Merk und Keßler? Der Aufsichtsrat, das zentrale Kontrollgremium, steht wie ein Mann. Es war mehr oder weniger die Bedingung von Team Merk, dass das komplette Team den AR/Beirat besetzt. Alle wichtigen Positionen sind mit Leuten besetzt, die hinter Team Merk stehen oder Team Merk sind. Das ist kein Vorwurf. Nur so kann man den FCK führen. Würde heute an irgendeiner wichtigen Stelle innerhalb des Vereins eine Gegenfraktion sitzen oder ein anderer starker Mann, dann wäre das Chaos sofort perfekt und es gäbe dieselben Zustände wie im letzten Jahr. De facto wurde der Sonnenkönig abgesetzt, um ihn durch einen Augustus zu ersetzen.
Ex-Lautrer |#196
26.05.2020 - 10:30 Uhr
@Miltiades

Kuntz hat vor allem keine Kritik geduldet und auf solche immer gleich reagiert: Es ginge doch nicht besser und die Fans würden zu viel erwarten.

Nun: Mit den Kadern der Jahre 2012-2015 habe ich durchaus den Aufstieg erwartet. Und das war auch definitiv nicht zu viel verlangt.

Mit dem verschenkten Aufstieg 2015 hatte Kuntz fertig. Man schaue sich nur an, wie er sich in diversen Auftritten und Interviews präsentiert hat.
Den Schluss "Weil die Nachfolger katastrophal gearbeitet haben, hätte man an Kuntz festhalten müssen" teile ich nicht.

@weissherbstschorle

Berti-Bexbach-Lingo? Was soll denn das? Ich bezeichne dich doch auch nicht als "Kuntz-Jünger", was hier mal en vogue war.
Ist Berti hier das personifizierte Böse für manche?


Den Misserfolg 2011/12 (auch) auf Kurz' Pendeln zurückzuführen, ist auch etwas abenteuerlich. Das hat nämlich wunderbar funktioniert, bis Kuntz eine intakte Kaderstruktur im Winter zerschossen, den Egomanen Wagner und den Wüstenlegionär Yahia geholt, die Führungsspieler Amedick und Nemec vertickt und damit den Grundstein für die unsäglichen Transferorgien gelegt hat, die bis Sommer 2014 stattfanden.

Die Lage der Stadt KL verkommt dann irgendwann auch mal zur Ausrede. Mönchengladbach ist ebenfalls keine Metropole. Dort funktioniert es aber einwandfrei, im oberen Drittel der Bundesliga mitzuspielen.
Oder Freiburg. Landschaftlich toll gelegen, aber das war's dann auch.

Wenn ein Spieler Glamour will, ist er in 90 Minuten in Frankfurt oder Stuttgart, in 40 in Mannheim.
Wie gesagt gibt es aber auch Spieler, denen das gar nicht so viel bedeutet: Einen Markus Karl haben wir aus Berlin geholt, der wurde hier heimisch. Zimmer, Heintz oder Sippel wären ohne Not nie gegangen.

Wenn man halbwegs erfolgreich spielt, bekommt man zeitweise große Talente, die man dann gewinnbringend ziehen lässt. Dazu den beschriebenen Lokalkolorit und ein paar erfahrene Stützen: Das ist in der Provinz durchaus darstellbar.
Wenn man gut arbeitet.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von FckTribun am 26.05.2020 um 10:53 Uhr bearbeitet
Ex-Lautrer |#197
26.05.2020 - 17:33 Uhr
Dir ist schon klar, dass er mit diesem "internationalen Top-Club" leider nicht gegen Spieler auf dem Niveau eines durchschnittlichen Bundesligastürmers spielte?
Den polemischen Quatsch mit den Kamelen und Sandplätzen kannst du dir sparen. Ich lass mich nicht von dir als dumm oder wahlweise "naiv" hinstellen, nur weil ich nicht deiner überaus investigativen Meinung bin.
Möglich, dass es für die Zweite(!) Liga ad hoc gereicht hätte. Für die Bundesliga hat es das augenscheinlich nicht.

Bis er sich wieder halbwegs akklimatisiert hatte, waren wir leider schon meilenweit vom rettenden Ufer entfernt. Eine Soforthilfe im Abstiegskampf (und nichts anderes soll ein Wintertransfer eines Endzwanzigers darstellen) war er im Leben nicht.

Das Hauptkriterium für seine Verpflichtung nennst du ja selbst: Kuntz kannte ihn. Das ist aber kein Qualitätsmerkmal.
Und vielleicht muss man auch nicht reflexartig alles in Schutz nehmen, was Kuntz gemacht hat. Der Yahia-Transfer war Blödsinn, weil Kuntz sein aktuelles (Stichwort Soforthilfe) Leistungsvermögen total falsch eingeschätzt hat.

Damals hat man übrigens noch gar nicht den Stempel "Kuntz-Transfer" als Makel betrachtet. Kuntz war im Winter 2011 noch der große Held und jeder Transfer galt als seiner.
Jedenfalls wurde Yahia nicht kritischer betrachtet als jeder andere als Soforthilfe angekündigte ligaerfahrene Spieler vor oder nach ihm.

Ja, Amedick war sicherlich zu diesem Zeitpunkt schon erkrankt. Dennoch war sein Abgang was den Zusammenhalt in der Mannschaft angeht ein großer Verlust. Der durch den direkten Ersatz Yahia eben in keiner Weise kompensiert werden konnte.

Kuntz hat hingeworfen, weil er nicht gegen die Opposition im AR und mit dem neuen Finanzvorstand Klatt arbeiten wollte, weil diese seine Kompetenzen weitreichend beschnitten haben.
Von "persönlich beleidigt" habe ich kein Wort gesagt.

Mir Faktenverdrehung vorzuwerfen, ist auch so eine Nummer für sich. Du drehst mir das Wort im Mund um (Amedicks Verpflichtung 2008 etwa habe ich mit keiner Silbe Kuntz zum Vorwurf gemacht) und betreibst ad-hominem-Argumentation (nicht zum ersten Mal) vom Feinsten.
Auf Gegenargumente gehst du überhaupt nicht ein.
Ist das eine Diskussionsgrundlage für dich?
Dieser Beitrag wurde zuletzt von FckTribun am 26.05.2020 um 17:43 Uhr bearbeitet
Ex-Lautrer |#198
26.05.2020 - 19:11 Uhr
Al-Nasr Riad gilt also schon als internationaler Topklub? Interessant. Dann frage ich mich wieso bspw. die Saudi-arabische Nationalmannschaft regelmäßig bei einer WM als Kanonenfutter endet.

Yahia war in meinen Augen eh nur zweite Wahl bzw. eine Notlösung, weil sich Wunschspieler Kagelmacher spontan dachte, dass ihm Jetset-Lifestyle an der Côte d'Azur dann doch besser gefällt, als die Luft im Pfälzer Wald. Da mach ich auch keinem einen Vorwurf, das ist halt einfach blöd gelaufen.
Kurioserweise haben wir ja nur wenige Tage später in so einem Fall profitiert, als Borysiuk dann doch eher keinen Bock auf Brügge und Christoph Daum hatte und zum FCK gewechselt ist. Das ist halt das Fußballgeschäft: Immer wieder für Überraschungen gut.

Ganz davon abgesehen war Yahia in meinen Augen aber auch nicht mehr bundesligatauglich. Absoluter Unsicherheitsfaktor und Bruder Leichtfuß. Auch in seinem ersten Zweitligaspiel für uns gegen Union Berlin wackelte die Abwehr bedenklich. Heintz ist mehr oder weniger in Rekordzeit an Yahia vorbeigezogen.

Wenn ein paar Jahre später das Ding mit Pogatetz noch geklappt hätte, wäre ich auch nicht gerade begeistert gewesen. Der Kerl war schon 33, hatte durch eine Knieverletzung ein halbes Jahr pausieren müssen und gerade mal zwei Kurzeinsätze in den USA bestritten. Und der sollte dann unsere Abwehr stabilisieren? Wäre auch wieder eher die Kategorie Risikotransfer gewesen.

Was ich generell nicht unterschreiben kann, ist, dass Kuntz-Verpflichtungen einfach aus Prinzip abgelehnt wurden. Das vermehrte Misstrauen kam erst nach und nach, als die Trefferquote bei Neuzugängen immer weiter zurückging und man die sportlichen Zielsetzungen verfehlte.
Genau das hat sich, meiner Meinung nach, letztlich auch Bexbach zu Nutze gemacht, um den Angriff zu starten. Denn ganz im Ernst: Wäre man zwischen 2013 und 2015 aufgestiegen, wäre es für die Opposition aus dem Saarland viel schwerer geworden an Kuntz' Stuhl zu sägen. Ich sage nicht, dass sie plötzlich damit aufgehört hätten, denn das glaube ich auch nicht. Aber es wär mit Sicherheit nicht mehr sooo leicht geworden. Sportlicher Erfolg ist bei einem Fußballverein halt essenziell.

Vor allem der Saisonverlauf 2015/16 hat in meinen Augen u.A. entscheidend zum Ende der Ära Kuntz beigetragen: Erfolgloses Festhalten an Runjaic, Dieser und Schupp werden beurlaubt, Nachfolger Fünfstück sorgt auch nur kurz für Euphorie, wirkt aber schnell überfordert, teure Transfers und Panikkäufe in Form von Ziegler, Piossek, Pich floppen und nach der Hinrunde war man Tabellenletzter (!) in der Heimtabelle. Das liest sich halt einfach nicht gut.

Desweiteren muss man sagen, dass man bereits gegen Ende dieser Saison den Blick nach unten richten musste. Ich erinnere mich noch sehr gut daran, als man im Kellerduell in Düsseldorf verlor, es die fünfte Niederlage in Folge war, nach 27 Spieltagen gerade mal 31 Punkte hatte und nur noch sechs Punkte vor Platz 16 stand.
Dann kam eine Länderspielpause und es herrschte die nackte Panik. Man war gefühlt im freien Fall und Abel wollte Fünfstück hastig durch Feuerwehrmann Neururer ersetzen, was aber letztlich doch nicht gelang, auch weil Kuntz weiter Fünfstück den Rücken stärkte. Die Rechnung ging letztlich auf, als man durch einen 2:0 Zitter- und Duselsieg gegen Sandhausen endgültig die Weichen in Richtung Klassenerhalt gestellt hatte. Ich glaub während dem Spiel hatte ich einen konstanten Ruhepuls von 180, weil Sandhausen eigentlich klar besser war grins

Natürlich hat man sich irgendwo auch von Bexbach instrumentalisieren lassen. Das kann man aus heutiger Sicht nicht leugnen. Aber man kann auch nicht pauschal sagen, dass alle Kuntz-Kritiker nur wie doofe Lemminge blind Grotepaß und Co. hinterhergerannt sind. Die haben mit Sicherheit konstant Öl ins Feuer gekippt, aber es gab auch schon vor dem Bexbacher Großangriff durchaus Kritik an Kuntz' Vorgehen in Sachen Transferpolitik, bei der Anleihengeschichte und beim Thema mangelnde Selbstkritik.

Ich halte bis heute das Ende der Ära Kuntz im Jahr 2016 für richtig. Es war einfach die Luft raus. Klar, wenn man sich anguckt, was danach alles folgte, muss man sagen, dass nichts besser wurde. Aber ganz ehrlich: Vor vier Jahren hätte man als Zweitligist noch durchaus die Möglichkeit gehabt, einen Neustart zu wagen und gewisse Dinge eventuell besser zu machen. Oder anders gesagt: Man hatte es noch in der eigenen Hand. Heute ist das leider nicht mehr so. Da muss man auf die Gnade von manchen Gläubigern, des Verbandes und auf externe Geldgeber hoffen. Dumm gelaufen, aber jetzt nunmal nicht mehr zu ändern.

•     •     •

Die Breite an der Spitze ist dichter geworden. (Berti Vogts)
Ex-Lautrer |#199
01.06.2020 - 22:32 Uhr
Ich glaube nicht dass Schommers beim Großteil der Fans bezüglich der Causa Ehrmann angezählt ist. Für meinen Teil kann ich nur sagen, dass ich BS durchaus anrechne, dass er durchgreifen kann und es auch tut und ich zähle Ehrmann zu meinen Idolen, da ich auf dem Betze mit ihm groß geworden bin.
Aber es muss auch mal ein Schnitt gemacht werden, wenn dies scheinbar unausweichlich ist.
Es gibt sicher verschiedene Ansichten, aber aus persönlichen Gesprächen weiß ich, dass doch einige so denken.
Um den Bogen zu Hildmann zu spannen, hochsympathisch, Ur- Lautrer und bestimmt auch benachteiligt durch die Geschichten ausserhalb des Platzes ( Ich kann mir nicht vorstellen, dass er Ende August noch einen teuer zu bezahlenden Stürmer gefordert hat, der nicht ins System passt.)
Aber er hatte halt auch den Laden nicht mehr im Griff, so ein Spiel wie in Meppen überstehen nur die Wenigsten auf der Trainerbank.Hemlein zum Kapitän zu machen, war in meinen Augen eine extrem falsche Entscheidung, er steht für mich sinnbildlich für die überschätzte Truppe seit dem Abstieg aus Liga 2.
Aber ich wünsche Sascha definitiv alles Gute und das von Herzen!
Dieser Beitrag wurde zuletzt von DiaboloEagle am 01.06.2020 um 22:34 Uhr bearbeitet
Ex-Lautrer |#200
07.06.2020 - 11:15 Uhr
Biada ist ein Spieler mit für die Dritte Liga herausragenden Fähigkeiten, aber man muss ihn auch seinen Stärken entsprechend einsetzen.

Sein Saisonstart an der Seite von Spalvis als physisch präsentem Stürmer war ordentlich und ich behaupte, dass er als hängende Spitze hinter Spalvis auch zweistellige Scorerpunkte erreicht hätte.
Bei Sandhausen spielt er jetzt mit Behrens zusammen, der ebenfalls ein technisch guter, aber robuster Stürmer ist, der Bälle auch mal festmachen kann.

Hätte Biada nach Spalvis' Verletzung an der Seite von Huth spielen können, glaube ich, dass seine Saison bei uns ganz anders verlaufen wäre.
Huth war aber aus mir unerklärlichen Gründen bei Hildmann schnell außen vor; mit Kühlwetter und Thiele harmoniert ein Biada als hängende Spitze eben weniger, weil der Zielspieler fehlt.

Ein weiterer Grund für seine Leistungssteigerung dürfte sein, dass Koschinat der Trainer ist, unter dem Biada in Köln durchgestartet ist und der ihm sein Selbstvertrauen geben konnte.


Was das grundlegende Problem angeht:
Spieler werden meines Erachtens bei uns gerne anhand ihres potentiellen Leistungsvermögens verpflichtet, siehe Kraus, Sternberg oder eben Biada, die hochkarätige Drittligaspieler hätten sein müssen.
Man macht sich aber viel zu wenig Gedanken darüber, wie man diese Spieler einsetzen möchte.

Starke etwa gehört nicht auf die Sechs oder auf die Außenbahn, sondern in das offensive Zentrum. Wenn man ihn verpflichtet, sollte man ihn also auch so einsetzen und nicht meinen, dass man ihn ja auch auf anderen Positionen einsetzen können müsste.
Zuck ist ein herausragender Spieler für diese Liga. Wenn man ihn aber in Laufduelle auf der Außenbahn schickt, muss man sich nicht wundern, wenn er seine Stärken nicht mannschaftsdienlich einbringen kann.
Thiele ist kein Zielspieler und wird dir überhaupt nichts bringen, wenn er mit dem Rücken zum Tor Bälle festmachen muss.
Kraus ist ein solider Innenverteidiger, wird aber mit seiner Abwehr immer wieder alt aussehen, wenn er ständig in Laufduelle mit quirligen Stürmern muss.
Und das sind nur Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit.

Ich glaube nicht, dass wir Spieler in ihrer Zeit bei uns falsch einschätzen, sondern dass wir sie falsch einsetzen. Wir verpflichten selten nach einer Spielidee, sondern gerne nach vergangenen Leistungen, ohne zu beleuchten, unter welchen Umständen die erbracht wurden und inwiefern die sich bei uns rekonstruieren lassen.
Außerdem haben wir es oft geschafft, formstarke Spieler aus der Startelf zu nehmen, um sie zu schonen und nicht zu verheizen. Stichwort Bergmann, Stichwort Jonjic, Stichwort Skarlatidis. Wir sind nicht gut darin, Leistungsträger in einen Lauf zu bekommen.

Es spräche z.B. nichts dagegen, Bakhat für seinen mutigen Auftritt von Mittwoch heute mit der Startelf zu belohnen und notfalls nach 50 Minuten runter zu nehmen. Aber dazu sind wir zu vorsichtig.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von FckTribun am 07.06.2020 um 11:20 Uhr bearbeitet
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